Ich habe mir die Weber-Wiencek-Szene eben nochmal angeschaut, nachdem ich es bisher nur live im Spiel mit einer Wiederholung gesehen habe.
Wiencek steht mit dem Ball in der Hand, als der Pfiff kommt. Nahezu zeitgleich stürmt Weber auf ihn und schlägt nach dem Ball. Man muss auch Wiencek zugestehen, dass er sich erst vergewissern darf, was die Schiedsrichter anzeigen. Wer selbst Handball gespielt hat, weiß, dass man erst schaut, was der Schiedsrichter zeigt, bevor man dem Gegner den Ball überlässt. Diese Zeit hatte er nicht wirklich. Ob er da erstmal absichtlich in die falsche Richtung schaut, halte ich für irrelevant in Bezug auf die Aktion von Weber. Wie schon geschrieben, glaube ich, dass Weber den Ball wollte und da einfach zu ungestüm agierte. Selbst als Wiencek am Boden liegt, ist deutlich zu sehen, dass Weber den Ball greifen will, den Wiencek dann aber fortwirft.
Da die Aktion sehr intensiv gegen den Körper von Wiencek ging, ist eine Zeitstrafe für Weber hier korrekt. Wenn man Wiencek unterstellen möchte, dass er nach dem Pfiff den Ball blockiert, muss auch er 2 Minuten runter.
Interessanter ist das, was danach folgte. Wiencek geht zu Boden und teilt dann aktiv aus. Und das ist regeltechnisch brenzlig. Das ist kein Kampf mehr um den Ball, da geht es nur noch gegen Weber. Haben die Schiedsrichter hier einen schlechten Tag, werten sie das als Revanche und dafür gibt es laut Regelwerk Rot.
Wenn man mal die anderen Aktionen betrachtet, für die die Schiedsrichter in diesem Spiel Zeitstrafen verteilt haben, hätte es hier für Wiencek zwingend eine Zeitstrafe geben müssen. Aber das ist nur eines von mehreren Beispielen für die fehlende Linie der beiden Unparteiischen.