Beiträge von Peter2000

    Folgende Situation:

    Mannschaft A ist im Ballbesitz und spielt sich am gegnerischen 9m-Raum den Ball zu. Spieler A1 setzt unvermittelt zum Stemmwurf an, der Ball landet am Kopf des Abwehrspielers B1, der sich kaum bzw. vielleicht auch gar nicht bewegt hat. B1 geht nach dem Wurf zu Boden, kann aber danach weiterspielen.

    Wie ist hier zu verfahren?

    Die Schiedsrichter beraten sich und entscheiden auf 2min gegen A1 und Ballbesitz für B. Der MV von B fordert hingegen Rot, während der MV von A meint, dass hier überhaupt keine Bestrafung von A1 möglich ist, da der Wurf aufs Tor sollte und A1 die Sitution einfach nur falsch eingeschätzt hat.

    Ich sehe als einzige Möglichkeit A1 zu bestrafen, indem hier Absicht unterstellt wird. Dann wäre das jedoch Disqualifikation + Bericht. Absicht wurde jedoch von den Schiedsrichtern verneint.

    Ich glaube auch nicht das bei einem Jugendspiel Ordner anwesend sein müssen .


    Bitte Vorsicht mit dieser Aussage. Wenn, dann ist das in den Durchführungsbestimmungen der jeweiligen Landesverbände geregelt. Im Bereich des HVSA sind z.B. Ordner bei allen Spielen Pflicht.
    Kommt es zu Problemen mit den Gästefans, ist trotzdem der Heimverein dran, da er für Ordnung zu sorgen hat. Der Heimverein kann dann versuchen, außerhalb der Sportgerichtsbarkeit die Gästefans zur Kasse zu bitten. Da hält sich der Verband schön raus. Entsprechend ist der hier bereits genannte Weg über den Heim-MV auch der einzig Richtige.

    ...und glaubt einfach dem Herrn

    Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

    Ja, so einfach ließ sich das früher erklären (und für manche reicht es immer noch). Wo wäre die Menschheit heute, wenn sie immer nur alles geglaubt hätte...

    Solange man sich innerhalb der heilen Sportwelt aufhält, gelten deren Regeln. Wenn es jedoch Überschneidungen mit der realen Welt gibt, dann kann auch schon mal die ein oder andere Regelung durch Gerichte gekippt werden. Siehe 50+1-Regel im Fußball: Da zittert Jeder davor, dass die mal von Gerichten bewertet wird.

    Da wäre der ganze Ablauf unvorstellbar.

    Dass ein Trainer nicht nach Leistung nominiert, sondern weil er bestimmte Spieler schon trainiert hat und dafür wichtige Spieler rauswirft.

    Damit fing das Drama ja an.


    Auch bei "Die Mannschaft" wird nicht unbedingt nach Leistung nominiert. Da gab's schon mehr als genug Fälle, wo die Nationalmannschaft als Reha-Maßnahme für Spieler, die in ihren Vereinen nur noch auf der Bank saßen, herhalten durfte oder wo man Spieler nur als Maskottchen mitnahm (Podolski).
    Kruse wäre z.B. Einer, der nie wirklich eine Chance bekam. Da wurde lieber auf "Alte" wie Klose und Gomez gesetzt.

    Wenn Island nicht gegen Serbien verliert, ist die Sache für Schweden in der Hauptrunde gegessen. Gut spielen, kann bei keiner Mannschaft auf dieser EM die Rede sein. Für Deutschland wäre der Ofen auch viel früher ausgegangen, wenn Slowenien das Ding gewinnt und es wäre nicht unverdient gewesen.


    Hätte, wäre, wenn ist aber nicht passiert und deshalb braucht man nicht darüber diskutieren, unter welchen Umständen welche Mannschaft nicht das erreicht hätte, was sie jetzt erreicht hat. Für Schweden verlief das Turnier günstiger als für Deutschland, aber letztendlich hat es jede Mannschaft selbst in der Hand. Sie muss nur die entscheidenden Punkte machen, dann braucht sie auch keine Schützenhilfe. Wenn sie sie trotzdem bekommt - umso besser. Am Beispiel Frankreich sieht man ja, wie man souverän ins Halbfinale marschiert. Was dann dort passiert ist, zeigt eben die Ausgeglichenheit bei dieser EM.

    Herregud,
    also diese Artikel, die da in den Medien auftauchen.
    Nehmen wir mal kurz an, es stimmt, was sie schreiben.
    Dann hatten die bad boys beim Abschlusstraining keinen Bock, Spielzuege mehrfach zu wiederholen, weil das keinen Spass macht.
    Echt jetzt? Was fuer ein Kindergarten ...
    Woran hat es gehapert? An erkennbaren Spielzuegen und Automatismen.

    Generation Y:

    Generation Y: Millennials sind überfordert und überschätzt - manager magazin

    Zum Schluss noch eine Sache die ich, bei all der Kritik hier, nicht unerwähnt lassen möchte. Uwe Gensheimer ist sicher selbst alles andere als zufrieden mit seiner Leistung bei diesem Turnier. Alle wissen, dass er es besser kann und nicht ansatzweise das auf die Platte gebracht hat, was die Nation, seine Mitspieler und auch er selbst von sich erwartet hat.
    Es ist immer leicht auf einen Menschen draufzuhauen, wenn es mal nicht läuft...und ihm dann gleich Selbstüberschätzung und Arroganz oder was auch immer vorzuwerfen.
    Ich möchte daran erinnern, dass Uwe ziemlich genau vor einem Jahr beim letzten großen Turnier in Frankreich auf plötzliche und tragische Art und Weise seinen Vater verloren hat. Und bevor hier noch einige weiter auf seiner Leistung/Nicht-Leistung rumreiten, sollte man vielleicht mal in Erwägung ziehen, dass dies eventuell auch ein Grund dafür gewesen sein kann, dass er mit seinem Kopf und mit seinen Gedanken nicht so bei diesem Turnier war, wie das nötig gewesen wäre, um seine gewohnte Leistung abzurufen.
    Egal was viele von ihm halten, auch er ist ein Mensch, der solche Schicksalsschläge und die Erinnerungen direkt im Jahr danach unter Umständen nicht einfach so abschütteln und ausblenden kann. Im Gegensatz, für mich wäre es mehr als verständlich!

    Manchmal wäre ein bisschen mehr Niveau und vor allem der Respekt einem Menschen gegenüber eher angebracht, als irgendwelche voreilige Phrasen und Behauptungen und Beschimpfungen in die Welt zu posaunen.

    Danke dafür!


    So, ich habe das jetzt 5 Minuten sacken lassen, bleibe aber im Wesentlichen bei der Meinung, die ich sofort nach dem Lesen hatte: Wenn ein Spieler wirklich so vorbelastet ist und das mit aufs Feld nimmt, hat er auf dem Spielfeld nichts verloren.

    Ich wiederhole mich hier, wenn ich schreibe, dass die Nationalmannschaft kein Spielplatzsandkasten und keine Kinderhüpfburg ist. Hier geht es um das Ansehen und damit auch um die Zukunft einer ganzen Sportart. Das Auftreten und alle damit verbundenen Kommentare in den Medien sind das, was in den Köpfen der breiten Masse der Bevölkerung stecken bleibt. Wir sind in einer Zeit, wo Viertligafußball mehr Medienpräsenz genießt als die Champions-League im Handball. Da muss man alles dafür geben, dass die Außendarstellung nicht weiter leidet.

    Meinen Respekt hätte ein Spieler, der von vorneherein sagt, dass er mental nicht fit ist und deshalb auf die Teilnahme verzichtet. Tut er das nicht, hat er sich zusammenzureißen und seine Probleme zu Hause zu lassen.

    Highlight des gestrigen Spiels war doch sowieso der Zuckerpass von Lemke am Schluss. Schon komisch, dass der Abwehrspezialist gestern am technisch saubersten im Angriff spielte, auch wenn es nur die fünf Minuten am Schluss waren. :P

    Du bringst die Begründung ja fast schon selbst. In den letzten 5 Minuten ging es um nichts mehr. Da haben die Spanier das Spiel locker ausklingen lassen und nicht mehr so grimmig geguckt. Denn genau das reichte die entscheidenden Minuten vorher, um den Deutschen jede Sicherheit im Angriff zu nehmen. Auch ein Lemke hätte Bälle verdaddelt, als die Mannschaft ihren kollektiven Blackout hatte. Und es war nicht nur der Angriff, auch die Abwehr hatte in der entscheidenden Phase keinen Zugriff auf das spanische Angriffsspiel.

    Ein Zuspiel für die Galerie, ohne jeden Wert und ohne Aussagekraft. Mehr war es leider nicht.

    Ich stelle mir nun ebenfalls die Frage, ob Trainer und Spieler zusammenpassen?

    Heiner Brand war bedingungsloser Verfechter seines Spielkonzepts. Da wurden die Spieler reingepresst und bis 2007 hatte er damit auch Erfolg. Individualisten waren bei ihm nicht erwünscht, die taugten am Ende allenfalls als Sündenböcke (siehe Mimi Kraus), als der Konzepthandball nicht mehr funktionierte. Ein Umdenken oder Anpassen der Strategie an das neue Spielermaterial fand nicht statt.

    Heuberger war nicht mehr als der schlechte Klon von Brand und versuchte ebenfalls krampfhaft, den komplett durchgeplanten Spielzughandball fortzuführen.

    Bei Sigurdsson hatte ich den Eindruck, der lässt den Spielern ihre Freiheiten und somit konnten diese ihre individuellen Stärken ins Spiel einbringen. Damit war der Angriff unberechenbarer und erfolgreich.

    Nun scheint Prokop eher so auf der Brand-Schiene zu fahren, allerdings deutlich limitierter, was die Auswahl der Spielzüge angeht. Das wäre vielleicht nicht weiter schlimm, wenn die Spielzüge funktionieren würden.

    Leider haben gestern die "Joker" nicht gestochen, auch so ein Punkt, der zur Niederlage beitrug. Die Torhüter mit einer guten, aber eben nicht Weltklasseleistung, Dahmke ohne den gewünschten Effekt, Faith und Häfner ohne Eindruck in der wichtigen Phase. Janke und Weber auf verlorenem Posten ohne Unterstützung der Halben und dann noch mit unnötigen Fehlern. Gensheimer wieder enttäuschend, Groetzki ebenfalls glanzlos. Auch die Abwehr ohne Mittel gegen die Kreisanspiele. Eher ängstliches Wegducken, wenn der RM einen Wurf antäuschte und dann doch auf den Kreis abspielte. Das hätte man irgendwann auch durchschauen müssen.

    Von außen lässt es sich schlecht beurteilen, ob die Spieler das Gewünschte nicht umsetzen können oder ob dieser über weite Phasen gezeigte Alte-Herren-Stehhandball Teil des Konzepts war. Auf jeden Fall war das, gerade im Spiel 7 gegen 6, zu ausrechenbar und wurde deshalb konsequent bestraft.
    Dass es lief, wenn der Rückraum sich bewegte, war ja in der ersten Halbzeit zu erkennen. Aber, wie hier bereits mehrfach geschrieben, scheinen zur Pause einige Schalter umgelegt worden zu sein. Kühn nahm sich keine Würfe mehr und von der Halbrechten kam auch nichts Brauchbares mehr. Was sollte da der RM noch reißen? Da hätte gestern auch kein Strobel helfen können.

    Die Schlussphase war dann, ähnlich wie bei Brand, getreu dem Motto: Ich lass' die zweite Reihe nochmal spielen. Ich hoffe nur, dass diese Spieler, im Gegensatz zu Brand damals, nun nicht als Sündenböcke herhalten müssen, sondern dass man mit denen, die wirklich gezeigt haben, dass sie wollen, weitermacht.

    Ich weiß nicht, es ist ja nicht so das die Dänen vor dem siebten Feldspieler nicht hätten mithalten können. Im Gegenteil kann man ja sogar sagen das eine bessere Chancenverwertung sogar eine dänische Führung bedeutet hätte (allein Landins leere Tore bzw. unpräzise Pässe für die Gegenstösse waren 3-4 Tore). Denn die Dänen sind häufiger an Wolff gescheitert, die Deutschen (okay das mag gefühlt sein) eher weil sie zu Fehlern gezwungen wurden oder eben im dänischen Block. Ohne den siebten Feldspieler habe ich daher schon eine gewisse spielerische Überlegenheit wahrgenommen...wenn das in nichts zählbares münzt, natürlich relativ wertlos.


    10 Spielklassen tiefer bekomme ich immer wieder zu hören: Wir sind nicht schlechter als der Gegner, wir machen nur zu viele Fehler. So liest sich auch das, was du zu den Dänen schreibst. Sie waren überlegen, haben das aber wegen der Fehler nicht gezeigt.

    Ich habe da zwei gleichwertige Mannschaften gesehen und keinesfalls bessere Dänen, die ihre Genialität versteckt haben. Die deutsche Abwehr hat in der ersten Halbzeit bärenstark gestanden und die Dänen damit unter Druck gesetzt. Die Würfe der Dänen neben das leere Tor sind doch der besste Beweis, dass auch die Nerven zeigten. Und das ist Teil des Gesamtpakets. Dass beide Mannschaften unterschiedliche Fehler produziert haben, ist völlig nebensächlich.

    Was zählt, ist das Ergebnis zum Zeitpunkt X. Ich kann als Genie zu Jauchs "Wer wird Millionär" gehen und finde dann dort vor Aufregung die richtigen Antworten nicht. Bin ich trotzdem der Beste, wenn ich statt mit 1.000.000 nur mit 500 € nach Hause gehe?

    Gensheimer ist eine totale Lusche und wurd jetzt gegen Roscheck getauscht


    Gensheimer war, und das sehe nicht nur ich so, ein Grund, warum Deutschland 2016 Europameister wurde. Und genau deshalb hätte ich nichts dagegen, wenn er nicht mehr auflaufen würde. Er zeigt, dass er nicht die nötigen Nerven hat, wichtige Bälle reinzumachen. Da lasse ich auch keine Quoten gelten. Am Punkt scheint er die Hosen voll zu haben, der Trainer setzt aber weiter auf ihn. Also müsste er raus, um den Weg für einen sichereren Schützen freizumachen.

    Also war Weber gut!? ?(

    Habe ich irgendwo behauptet, dass die Spieler, die ich nicht genannt habe, gut waren? Ich halte es für sehr mutig, meine Aussage so zu interpretieren.


    Drux hatte sich recht früh verletzt..soll er deshalb ein "Verlierer sein?


    Verlierer, weil er, wie ich bereits schrieb, im Angriff wie ein Störfaktor wirkte. Und weil man von ihm mehr erwarten kann. Ich hätte ihn erst gar nicht in die Startsieben gebracht, denn auch in den bisherigen Spielen agierte er im Angriff doch recht glücklos.

    schonmal die provokante frage
    was hat der Trainer heut falsch gemacht
    :irony:


    Gensheimer den ersten 7-Meter werfen lassen?

    Die Verlierer des Spiels sind für mich Gensheimer und Drux. Gensheimer hat eindrucksvoll bewiesen, warum Damke nachnominiert wurde. Und Drux wirkte bis zu seiner Verletzung wie ein Störfaktor im deutschen Angriffsspiel. Ohne die Beiden lief es deutlich besser.

    Soeben wurde der Protest abgewiesen. Ich sehe den gestrigen Abend als schwarzen Tag für den Handball.
    Jedes Jahr wird um eine mediale Vermarktung des Handballs bei internationalen Turnieren gekämpft. Häufig mehr als die Deutschen Spiele kriegt man eh nicht auf die Reihe.
    Die gestrige Leistung der Deutschen Mannschaft war in keinster Weise vorbildlich. Heinevetter mag mit seinem Einwand vielleicht richtig gelegen haben, aber sein rumgeaffe ist nicht besser als das des slowenischen Trainers. Das macht ihn sehr unsympathisch.
    Aus meiner Sicht, hätte man die Niederlage sportlich nehmen müssen und sich noch einmal aufraffen. Die Situation war mehr als undurchsichtig und eine wirklich reale Chance auf ein Ausgleichstor war nahezu ausgeschlossen, selbst wenn das Tor frei gewesen sein sollte.
    Statt dessen wurde nun der Videobeweis zu Rate gezogen und in einer Umfrage von etwa 86% (sowie von Deutscher Seite) als richtige Entscheidung angesehen werden. Ja klar. Ich frage mich, ob dies auch im spiegelverkehrtem Fall so wäre.


    Sorry, aber wir sind hier nicht im Sandkasten oder auf der Hüpfburg! An den Nationalmannschaften (auch in anderen Sportarten) hängt richtig viel Geld dran. Und morgen interessiert es in der Öffentlichkeit niemanden mehr, wie man zu dem Punkt gekommen ist. Es zählt einzig und allein der Erfolg, sprich die Platzierung am Ende des Turniers. Es gibt hier auch keinen Grund, freiwillig zurückzustecken. Denn jede andere Mannschaft hätte genauso gehandelt. Es wird genutzt, was das Reglement hergibt. Und das ist auch völlig legitim.

    Wieso du meinst, dass man vom Mittelpunkt das freie Tor nicht getroffen hätte, musst du aber nochmal erklären. Das schafft fast jeder E-Jugend-Handballer.

    Zitat

    Nun wird es Analogien zum Fußball geben. Warum nicht Videobeweis auch in Situation a,b,c,d,e,f,g...? Am Besten bei jedem Siebenmeter, Übertritt, 2-Min-Strafe usw. so wie Heinevetter rausrennen.
    Dann dauert eine Übertragung bald 3 Stunden.
    Ich sehe das ganze als eine Farce.

    Der Videobeweis macht es ein Stück fairer und kommt dem Sportgedanken, den du oben selbst aufgeführt hast, entgegen. Inwieweit man den ausdehnt oder ob er sich überhaupt bewährt, wird die Zeit zeigen. Da muss man definitiv Lehrgeld zahlen, so wie es beim Fußball auch der Fall ist.

    Nuja, sich über die angebliche Regelunkenntnis von Vujovic empören (und darüber wundern, dass die SRs so lange brauchten), aber selbst haben die ARD-Typen nur eine sehr schemenhafte Vorstellung von der komplexen Regelsituation,...was sie natürlich nicht daran hindert urteilend und selbstsicher aufzutreten

    Ein Politiker wird auch nie zugeben, dass er keine Ahnung hat. Hindert ihn das am Regieren?

    Zitat

    Edit: Spielentscheidend war neben der Aktion ganz am Ende sicherlich der vergebene Gegenstoß von Gensheimer, der einen 7 Meter und 2 Zeitstrafen für die Slowenen zur Folge hatte (und natürlich auch ein bissel aus dem Gleichgewicht gebracht hat)


    Spielentscheidend ist ein Begriff, der schon viele juristische Auseinandersetzungen zur Folge hatte. Einhellige Meinung der Sportgerichte: Eine Entscheidung bei noch ausreichender Spielzeit ist nicht spielentscheidend.

    Nimm einer Kindermannschaft nach 5 Minuten ihren einzigen, aber um Klassen besseren Werfer. Mit ihm gewinnt die Mannschaft, ohne ihn verliert sie. Ist das spielentscheidend? Für die Mannschaft und die Zuschauer sicher, fürs Sportgericht definitiv nicht. Und da wir hier korrekt sind, passt der Begriff für die Szene eben nicht.

    Wer kann denn mit Bestimmtheit sagen, wie das Spiel ohne diese strittige Entscheidung weitergelaufen wäre? Kavticnik hätte genausogut bei nächster Gelegenheit zuhauen können.

    Zitat

    Also, ich kann (nach den Fernsehbildern)die Verärgerung der Slowenen in der Spielminute 44.35 voll verstehen:
    Video: Handball-EM: Deutschland gegen Slowenien - das komplette Spiel - Handball-EM - sportschau.de


    Der Fairness halber: Wie beurteilst du die Situation bei 40:24, als Kavticnik zu Boden geht, sich den Kopf hält und so den Schwerverletzten mimt? Aus 30 Jahren aktiven Handball weiß ich, dass das Eindruck bei den Schiedsrichtern hinterlässt. Die daraufhin gegebene Zeitstrafe gegen Wiencek war definitiv Kavticniks Verhalten geschuldet. Denn ein progressiv zu ahndendes Foul gab es da nicht. Winciek hatte beide Hände auf Hüfthöhe, Pekeler hat die Hände zum Block oben und da springt Kavticnik rein.
    Die nächste Szene bei 42:05: deutliches Trikotziehen gegen Pekeler -> wo bleibt da die Strafe?
    42:40: Kavticnik diskutiert fast in Heinevetter-Manier bei den Schiedsrichtern die 7m-Entscheidung -> Darf der das? In derselben Szene steht wiedermal die ganze slowenische Bank, woraufhin der Trainer Gelb sieht. Auch hier darf man diskutieren, ob das Bankverhalten, nicht nur das des Trainers, übers komplette Spiel unsportlich war.
    Im Angriff vor der Gensheimer-Szene rennt sich Slowenien komplett fest, hat mehrere erfolglose Abschlüsse, am Ende vergibt Kavticnik den Angriff mit einem unnötigen Wurf. Er läuft zurück, will seinen Fehler wiedergutmachen und den auf Gensheimer gespielten Pass abfangen. Dabei kommt die Hand in Kopfnähe. Als Spieler weiß ich: Wenn ich so hoch mit der Hand agiere, riskiere ich eine Kopfberührung beim Gegner. Erst recht, wenn Beide im vollen Lauf sind, wo jede Bewegung schwer vorherzusehen ist. Der Schiedsrichter, der ziemlich nah am Geschehen war, reagiert sofort und zeigt die 2 min. Für mich eine absolut vertretbare Tatsachenentscheidung. Danach haben die Slowenen ihre Nerven nicht im Griff und kassieren folgerichtig noch eine Zeitstrafe. Ist die deutsche Bank bei Wienceks unberechtigter Zeitstrafe so ausgetickt? Also Profis wissen die doch ganz genau, dass sie sich damit keinen Gefallen tun. Und da darf es auch keine Ausreden hinsichtlich Mentalität geben. Die Regeln gelten für alle.

    Man kann jetzt das Spiel Szene für Szene analysieren. Am Ende wird es Unentschieden stehen, was die strittigen Schiedsrichterentscheidungen angeht. Spielentscheidend war, wenn überhaupt, nur die letzte.

    Du forderst im ersten Satz Empathie und Unterstützung für das eigenen Team und später eine sachliche Diskussion. Beides geht nicht so recht zusammen.


    Abgesehen davon, dass ich "nicht runtermachen" nicht mit "Empathie für das eigene Team" gleichsetze: Warum soll das nicht funktionieren?

    Viele der Kommentare hier sind voll von persönlichem Hass gegen einzelne Spieler, entweder aufgrund ihres Auftretens oder der Tatsache, dass sie und nicht andere nominiert wurden. Und genau diese grundsätzlich negative Einstellung ärgert mich. Denn weil ein Heinevetter die Inkarnation des Bösen ist, ist der Punkt der Deutschen unverdient. So ist es doch zu lesen, oder? Und genau das kann ich nicht nachvollziehen. Klar kann man es als unsportlich ansehen, wenn er zu den Schiedsrichtern läuft und die Szene anspricht. Aber ist es unsportlicher als das Verhalten der versammelten slowenischen Ersatzbank, die bei jeder Aktion aufgesprungen ist? Über die Spielzeit haben sich auch da beide Mannschaften nichts genommen. Und auf wem wird hier rumgehackt?

    Ich will gar keine Klatschpappen-Jünger oder

    Fanbilder mit DHB-Schalschwenkern


    Aber

    Diese ständigen Einwürfe, man würde die eigene Mannschaft bashen .....


    genau diesen Eindruck erhalte ich, wenn ich mich hier durch die Beiträge lese. Und wenn du von "ständigen" schreibst, bin ich offensichtlich nicht der Einzige, der das so sieht.

    Mir liegt viel daran, dass die deutsche Nationalmannschaft gut abschneidet. Denn außerhalb dieses kleinen Forums zählt am Ende nur die Platzierung. Und daran wird der Handballsport in Deutschland von der breiten Öffentlichkeit gemessen. Diese Mannschaft ist das Zugpferd, was den Nachwuchs in die Hallen bringt.

    Gibt es das bei anderen Sportarten auch, dass die eigene Mannschaft so runtergemacht wird, wie das hier auf den mindestens letzten sechs Seiten der Fall ist?

    Jede Entscheidung der Schiedsrichter zugunsten der Deutschen wird hier als potenzielle Spielverschiebung ausgelegt, das ist echt traurig. Denn übers Spiel haben die Schiedsrichter auf beiden Seiten Fehlentscheidungen getroffen. Da hatte keine Mannschaft einen Vorteil.

    Wer die Zeitstrafe gegen Kavticnik beim Kopftreffer gegen Gensheimer kritisiert, kann sich ja mal die 2 min gegen Wincek in Minute 41 anschauen. Da war kein Foul zu erkennen, was eine progressive Bestrafung rechtfertigt. Und genauso hat es vermeintliche Stürmerfouls gegen Deutschland gegeben, die in der Wiederholung keine waren und dann gab es mal keinen Pfiff, wo man hätte pfeifen können.
    Den Punktverlust haben sich die Slowenen selbst zuzuschreiben.

    Wenn man sachlich diskutieren möchte, dann kann man natürlich Trainer-Entscheidungen hinterfragen. Ich verstehe auch nicht, warum Wolff nicht schon nach dem dritten Gegentor ausgewechselt wurde. Klar war da die Abwehr auch völlig neben der Rolle. Aber genau da ist ein Heinevetter eben prädestiniert, weil er nicht berechenbare Aktionen bringt und dadurch doch mal einen Ball hält, während Wolff zu sehr nach Lehrbuch agiert.
    Oder Weinhold: Für mich ebenfalls viel zu lange auf der Platte und ein Schwachpunkt im Angriff. Bei so einem Bollwerk, wie es die Slowenen hatten, braucht man Fernschützen oder wenigstens Spieler, die sich nicht festmachen lassen. Weinhold wirkte da nicht entschlossen genug. Der Rest zwar auch nicht, aber von Weinhold ist man eine andere Qualität gewöhnt.

    Aber egal, wer da welche Schwächen gezeigt hat oder welche vermeintlichen Fehlentscheidungen der Trainerstab getroffen hat: Eine Niederlage wünsche ich Deutschland deshalb noch lange nicht. Man muss auch solche Spiele mal spielen. Wichtig ist, dass man daraus lernt.

    Zitat

    Die einzigen beiden Guten Spielerinnen waren Clara Woltering und Xenia Smits, ...


    Zu Woltering habe ich da eine andere Meinung. Am Ende mag sie eine gute Quote gehabt haben. Aber gerade, als es noch um etwas ging, hatte sie keine Hände an die Rückraumwürfe bekommen. Und das wäre dringend nötig gewesen, um den Däninnen mal den Zahn zu ziehen. Erst als der Drops gelutscht war und die Gegnerinnen mit ihrer Wurfqualität deutlich nachließen, hielt sie vermehrt Bälle. Allerdings waren das eben Würfe, die jede Torhüterin halten muss.

    Fürs gestrige Spiel würde ich Gubernatis noch als positiven Lichtblick bezeichnen. Die einzige Spielerin, die nicht beim kleinsten Abwehrkontakt zurückgeschreckt ist.

    Ansonsten fand ich es erschreckend, wie wenig die Rückraumspielerinnen aus ihrer Körpergröße gemacht haben. Kaum Würfe aus der zweiten Reihe (was die Däninnen deutlich besser drauf hatten), aber auch keine Ideen gegen die offensiven Abwehrreihen (genau wie beim Holland-Spiel). War man darauf nicht vorbereitet? Auf der anderen Seite: Wenn Profis die Bälle nicht fangen, wird jeder Spielzug schwierig umzusetzen.

    In der Summe wirkte die Nationalmannschaft wie ein Kreisligist, der gegen Bezirksligisten ran muss. Ich hoffe, der DHB betreibt jetzt intensive Ursachenforschung. Denn gemessen am Aufwand, den man angeblich betrieben hat, war das Ergebnis katastrophal. Und die Landesverbände sollten jetzt ebenfalls drüber nachdenken, ob es gerechtfertigt war, den unteren Klassen Spielverbote für diese Wochenenden aufzudrücken, damit auch Jeder dieses Mannschaft sehen kann.