Beiträge von Peter2000

    Lunde u Reistad haben den kleinen feinen Unterschied ausgemacht, sonst hätten wir es gerissen;)

    Der Unterschied war, dass die Norwegerinnen selbst unter Bedrängnis und Körperkontakt noch platzierte Würfe aufs Tor gebracht haben. Die haben auch Lücken gesehen, wo es eigentlich keine gab.

    Die Deutschen haben sich dagegen ein paar Würfe zu viel genommen, die einzig auf dem Prinzip Hoffnung beruhten.

    geht bewusst in ein anderes Land, weil er bereits drei Vereine in Deutschland kennengelernt hat und mal was anderes braucht

    Er sagte in dem Zusammenhang aber auch noch "in 4 Jahren". Und das fand ich dann schon etwas "seltsam". Ich hatte auch mal eine Kollegin, die es angeblich nicht länger als zwei, drei Jahre an einem Ort aushält. Ja okay, als Springer oder Lückenfüller kann man solche Leute einstellen. Aber wenn eine Firma auf Kontinuität setzt, dann wird es schwer mit jemanden, der ziemlich oft "mal etwas anderes braucht". Gut, er ist noch jung und vielleicht gibt sich das im Alter. Eine Mannschaft würde man aktuell aber um ihn herum lieber nicht aufbauen.

    Was die Übertragung im ÖR erst ab dem Viertelfinale betrifft, sollte die Außenwirkung außerhalb der Handballgemeinde nicht unterschätzt werden. Dort wird in bewegten Bildern ein Sieg und eine Niederlage zu sehen sein und wenn es blöd läuft nur eine Niederlage mit großem Katzenjammer. Die sechs erfolgreichen Spiele in Vor- und Hauptrunde hätten, wenn sie übertragen worden wären, im Vorfeld (weitgehend unabhängig vom sportlichen Wert) beim interessierten Publikum eine positive Grundstimmung erzeugt, die gerade angehende Handballer in ihren Ambitionen enorm bestärken kann.

    Eine positive Wirkung der medialen Schützenhilfe für unseren Sport ist jetzt mit Blick auf die kommenden Spiele wesentlich weniger sicher und kann sich sogar in's Gegenteil verkehren. Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass bei einer Fortsetzung der Siegesserie der deutschen Mannschaft diese ganze Diskussion plötzlich sehr theoretisch wirkt. Aber wer will dafür die Hände in's Feuer legen?

    Ich bleibe dabei:

    Gerade angesichts des (warum auch immer) sehr gastgeberfreundlichen Turnierbaums hätte eine Übertragung in den ÖR vom ersten Spiel an insbesondere dem Frauenhandball sehr gut getan. Hier wurde eine große Chance vertan.

    Und ich bleibe bei dem, was auch andere seit Jahren sagen: Beim Handball zählen nur Titel. Dieses ganze Rumgeplänkel in der Vor- und Hauptrunde taugt medial allenfalls als Lückenfüller. Der vermeintlich positive Effekt von Pflichtsiegen gegen klar unterlegene Mannschaften ist vernachlässigbar. Es wird immer die entscheidende Niederlage sein, die im Gedächtnis bleibt. Dagegen hilft nur der Finalsieg. Damit hätte man anschließend mehr als 5 Minuten Ruhm und würde Aufmerksamkeit generieren.

    Der WM-Sieg 2007 der Männer hatte einen Hype ausgelöst, meiner Wahrnehmung nach, zumindest an der Basis, auch im Frauenbereich. Da haben Mädchen mit Handballspielen angefangen, weil sie ihren Idolen nacheiferten. Rückwirkend betrachtet war das aber nur ein Zwischenhoch, was den langfristigen Mitgliederschwund im DHB etwas gebremst hat. Der Handball braucht regelmäßig Erfolge und die fehlen bei den Frauen. Das Standing, was TV-Übertragungen rechtfertigt, muss man sich verdienen.

    Der Ball hatte für mich eine komplett Störungsfreie Flugkurve und kam an.

    Wie wäre die Flugkurve ohne der sich vor der Torhüterin aufbauenden Spielerin gewesen?

    Guideline zu 8:10 c

    Not respecting the distance (Rule 8:10c) ‘Not respecting the distance’ leads to a disqualification and 7-metre throw, if a throw during the last 30 seconds of the game cannot be executed. The Rule is applicable if the infraction is committed during the last 30 seconds of the game or at the same time as the final signal (see Rule 2:4, 1st paragraph). In this case, the referees will decide on the basis of their observations of facts (Rule 17:11). If the game is interrupted during the last 30 seconds due to an interference that is not directly related to the preparation or the execution of a throw (for example faulty substitution, unsportsmanlike conduct in the substitution area), Rule 8:10c is to be applied. If the throw, for example, is executed but blocked by a player standing too close and actively destroying the result of the throw or disturbing the thrower during the execution, Rule 8:10c must also be applied. If a player is standing less than three metres from the thrower but does not actively interfere with the execution, there will be no punishment. If the player standing too close uses this position to block the shot or intercept the pass from the thrower, Rule 8:10c also applies.

    Mir reicht übrigens schon das "or disturbing the thrower during the execution" aus der Richtlinie aus, um der Entscheidung der Schiedsrichterinnen folgen zu können.

    Ich würde sogar Rheiner zustimmen, dass da durchaus ein Kontakt zwischen Fingern und Ball gewesen sein kann.

    Wsl ist das Geheule groß, wenn wir in 10 Jahren auf das Gesamtbilde schauen und uns ärgern, aus dem Kreis der führenden Vereine gefallen zu sein, einfach weil die Zeichen der Zeit verkannt und nicht perspektivisch genug gedacht wurde.

    Spare halt in den kommenden Dekaden etwas mehr. So ist es ja auch im normalen Leben. Geht die Waschmaschine in die Dutten kurz nach einem teuren Urlaub, wird ja auch nicht die kommenden Monate die Elbe zum Waschen benutzt. Muss man eben danach immer mal hier und da was abzwacken. Dafür gehendie Kids und man selbst aber weiterhin sauber durchs Leben.

    Die Betrachtung ist immer noch sehr emotional geprägt.

    Das Beispiel mit der Waschmaschine halte ich für nur bedingt geeignet. Aber wenn man dabei bleiben will: Statt an die Elbe könnte man übergangsweise auch bei Nachbarn oder Verwandten waschen. Oder man nutzt kommerzielle Anbieter, sprich Waschsalons. Und was, wenn es nicht nur die Waschmaschine ist, die man mal eben auf Pump kauft? Fernseher, Küche, Schlafzimmer, das Haus, Auto(s), Playstation, ... Alles lässt sich heute auf Kredit erwerben. Es hat seinen Grund, warum auch die Ver- und Überschuldung im privaten Sektor immer weiter zunimmt. Die Leute erkennen den Punkt nicht, an dem sie ihre Möglichkeiten zur Re-Finanzierung überschreiten.
    Im Juli wurde berichtet, dass das Haushaltsdefizit von Magdeburg für das laufende Jahr deutlich unterschätzt wurde. Statt 25 Mio. € redet man nun von 70 Mio. Das sind Ausgaben, zu denen es keine Einnahmen gibt. Die Schuldenstatistik weist für Magdeburg mit Stichtag 31.12.2023 eine Verschuldung von über 449 Mio. € aus. Da kommen 2024 und 2025 noch dazu. Für 2026 plant man ebenfalls mit neuen Netto-Schulden (knapp 80 Mio.). Noch ein paar Jahre und Magdeburgs Schulden überschreiten das Haushaltsvolumen.
    Angesichts dieser Zahlen denke ich nicht, dass eine neue Arena Magdeburgs größtes Problem ist.

    Das wäre in meinen Augen womöglich perspektivisch schlecht für den Sportclub im stetig wachsenden Wettbewerb im Spitzenhandball. Stagnation ist Rückschritt.

    Sollte die Getec nur saniert und nicht auch ausgebaut werden, gehen wichtige Einnahmen verloren gegenüber der direkten Konkurrenz.

    Finde es grob fahrlässig und wäre sehr enttäuscht.

    Es ist aber nicht (primäre) Aufgabe der Stadt, die jeden € dreimal umdrehen muss, mit öffentlichen Geldern dafür zu sorgen, dass ein Sportclub, noch dazu ein privatwirtschaftlich geführter, seine Einnahmen steigern kann. Jedenfalls nicht um jeden Preis. Am Ende ist es eine wirtschaftliche Frage: Ist der Impact für Magdeburg so groß, dass sich die Investition rechnet? Für Hamburg wurde das mal analysiert. Da kam man in der Gesamtheit des Sports auf einen "fiskalischen Effekt" von 110 Mio. € pro Jahr. Das auf die Einwohner der Metropolregion runtergebrochen macht ein Plus von rund 20 € pro Person und Jahr, bedingt durch die Summe der sportlichen Angebote in der Stadt. Würde man die Zahl einfach nur auf Magdeburg übertragen und annehmen, dass sich Fußball und Handball diesen Satz brüderlich teilen, macht das 10 € Mehreinnahmen pro Einwohner und Jahr. Um wieviel € würde man das verringern oder erhöhen, wenn sich die finanzielle Situation des SCM ändert? 0 € werden es nie werden solange der SCM erstklassig bleibt, und eine Verdopplung halte ich auch für ausgeschlossen. Nehmen wir einfach an, der Effekt, der sich mit einer größeren Halle einstellt, beträgt 5 € pro Einwohner. Wie will man damit Investitionen von weit über 100 Mio. € rechtfertigen?

    Grob fahrlässig ist es, wenn leichtfertig mit öffentlichen Geldern umgegangen wird. Das kommt in Sachsen-Anhalt schon viel zu oft vor. Es ist aber verständlich, dass das der SCM-Fan in seiner Bubble anders sieht.

    Petrzika wieder mit völligem Regelunsinn in Lemgo.

    Auch bei ner Zeitstrafe hätte es am Ende natürlich keinen 7-Meter gegeben!

    Vielleicht hat er auf eine Rote Karte spekuliert? Der Flensburger Spieler hat mit seiner Darbietung jedenfalls alles dafür getan, es so aussehen zu lassen, als müssten die Schiedsrichter da eingreifen.

    Trotzdem wird bei fast jedem Genörgel das obligatorische "aber Netflix läuft problemlos..." in den Raum geworfen.

    Hier von Genörgel zu sprechen, ist schon harter Tobak von dir.

    Und ja, auch Netflix kocht nur mit Wasser. Sogar mit dem gleichen wie Dyn. Beide streamen über die Amazon-Plattform AWS.

    Ich denke die Entscheidung "Kein Tor" war richtig. Der Ball war zuvor vom Torwart unter Kontrolle gebracht worden und muss dann erst per Abwurf wieder ins Spiel gebracht werden.

    Das war mal wieder großes Kino von Florian Nass und Kretzschmar. Wann schenkt denen endlich mal jemand ein Regelheft? Und dass selbst Handball-World diesen Quatsch von einem nicht gegebenen Eigentor schreibt, setzt dem noch die Krone auf.

    Was ist das denn wieder für ein Scheiß?

    Von 59.58 direkt auf 60.00 beim Videobeweis. Kannste dir nicht ausdenken...

    Die Uhr im Livebild hatte dieselbe "Macke", das hatte also nicht direkt was mit dem Videobeweis zu tun. Entweder hat die Zeitmesssung in der Halle ein Problem gehabt oder jemand stand da kurz auf der Leitung.

    Freundschaft!

    Es ist ein Unterschied ob ich Filme streame oder Sport, denn Sport ist meistens live. Daraus ergeben sich zwei fundamentale Unterschiede. Erstens können Probleme auftreten, bei Dingen, die vielleicht nicht getestet werden konnten und die immer absolut sofort gelöst werden müssen. Und das andere ist die Lastfrage. Beim Livesport gucken sehr viele Menschen zur gleichen Zeit das Gleiche.

    Zumindest der letzte Punkt ist irrelevant. Ob ich mir Filmchen 1 oder ein anderer Serie 2 bei Amazon anschaut, in beiden Fällen muss der Amazon-Server die Daten bereitstellen. Am Ende zählt die Gesamtlast auf dem Server. Und damit es dabei nicht zu Ausfällen kommt, nutzen alle großen Streaming-Anbieter Cloudlösungen, die dynamisch auf Laständerungen reagieren können. Mein Kenntnisstand ist, dass auch Dyn über solch eine Cloud (AWS von Amazon) verteilt wird.

    Live-Übertragungen haben natürlich das Problem, dass die Verbindung vom Übertragungsort zur Zentrale stehen muss. Aber das ist kein Neuland. Seit wann werden Sportveranstaltungen live übertragen? Wenn es das provinziale Internet nicht zuverlässig schafft, kann man da auch Satellitentechnik nutzen.

    Die letzten Probleme, die nicht nur punktuell auftraten, betrafen ja die Champions League Spiele, bei denen Dyn nur Zweitverwerter der Signale ist. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, meinten Nutzer, dass andere Streaminganbieter keine Störungen hatten? Also liegt es nahe, dass es Probleme bei der Zuspielung zu Dyn gab, also dann technisch gesehen doch primär ein punktuelles Problem. Und das sollte doch in den Griff zu bekommen sein.

    Was aus meiner Sicht überhaupt nicht akzeptabel ist, ist die Tatsache, dass auch die Re-live Übertragungen immer noch dieselben Fehler aufweisen. Es muss doch möglich sein, dass sich Dyn im Nachgang den Video-Stream nochmal fehlerfrei zuschicken lässt und dann halt seine Audiospur der Live-Übertragung drüber legt.

    Naja, wenn es alle hatten, kommt es von der Quelle. Wie ich schon im anderem Thread schrieb, kennt man sowas eher von Piratenstream aus den 10ern. Bei den Details an denen hier immer gemeckert wird, sind wir bei Dyns Übertragung ziemlich verwöhnt, wenn man sowas sieht.

    Ich würde nicht von verwöhnt sprechen, wenn etwas geliefert wird, was dem Stand der Technik entspricht. Vielmehr bekommt man das, was man erwarten darf. Deine "Piratenstreams" laufen eher nicht über die AWS-Plattform, oder?

    Das, was gestern war, kann DYN nicht verbessern...

    Die Worte des gut erzogenen Deutschen: Da kann man nichts machen, das müssen wir so akzeptieren.

    Nö! Dyn hat sicherlich einen Vertrag mit dem Contentanbieter und sollte deshalb sehr wohl dazu in der Lage sein, von diesem eine ordentliche Qualität einzufordern. Mir als Kunden von Dyn darf es auch reichlich egal sein, an welcher Stelle die Probleme auftreten. Der Vertrag besteht mit Dyn. Und auch wenn die AGB die Ursachen für mangelnde Qualität eher auf der Kundenseite verorten, so denke ich schon, dass man verlangen kann, dass eine Qualität geliefert wird, die dem Stand der Technik entspricht. Pixelmatsch gehört nicht dazu. Netflix hatte sich ja letztes Jahr an der Live-Übertragung eines Boxkampfes versucht. Die dabei aufgetretenen Probleme mündeten in einer Sammelklage in den USA. Ja, wir sind in Deutschland. Aber der Fall ist ähnlich gelagert. Und es wird argumentativ für den Anbieter nicht besser, wenn es sich häuft.

    Verstehe ich das richtig? Der Angriff ist nicht in der Lage, durch irgendwelche Aktionen, eine ausreichende Torgefahr gegen die vorhandene Abwehr zu erzielen und wird dadurch ins Zeitspiel gezwungen (was ja ein Zeichen für gute Abwehrarbeit ist). Und dafür, dass die Abwehr den Angriff vor nicht lösbare Aufgaben stellt, soll die Abwehr dann im Zeitspiel bestraft werden, wenn sie Freiwürfe erzwingen. Also willst Du erreichen, dass die Abwehr sich, sagen wir mal 30-40 Sekunden, "den Arsch aufreißt", um dann die Angreifer bestenfalls frei werfen zu lassen?

    Was bedeutet denn "sich genauso regelkonform zu verhalten"? Im seltensten Fall ist das Angriffsspiel auf Stoppfouls ausgelegt und das Abwehrspiel nicht auf Schritte, Prellfehler und Stürmerfouls.

    Was heißt denn bitteschön "die Abwehr erzwingt Freiwürfe"? Du bringst hier Ursache und Wirkung durcheinander. Freiwurf bedeutet Regelverstoß durch die Abwehr. Sie erzwingt ihn nicht, sondern sie verursacht ihn. Und wenn sie's schafft, wie du es beschreibst, einen harmlosen Angriff ins Zeitspiel zu zwingen, dann sollte sie es auch schaffen, sich für den Rest des Angriffs regelkonform zu verhalten. Und regelkonform heißt, den Gegner in ungünstige Wurfpositionen oder technische Fehler zu zwingen oder ihnen halt den Raum zu versperren. Selbst Körperkontakt und Begleiten (Kontrollieren) mit angewinkelten Armen ist erlaubt. Wenn sich ein Abwehrspieler aber nicht mehr anders zu helfen weiß, als einen Freiwurf zu verursachen, dann ist die Schuldfrage doch eindeutig. Und dafür kann ich dann nicht die angreifende Mannschaft bestrafen. Und zwar egal zu welchem Zeitpunkt im Angriffsspiel. Die Belohnung gibt es nicht nach 30 oder 40 Sekunden. Das steht nicht in den Regeln. Übersetzt heißt das ja nur, dass die Angreifer doch noch einen Weg durch die Abwehr gefunden hätten, also genau das, was von ihnen gefordert wurde.

    Mehr als 3 Schritte sind doch aber nicht regelkonform, oder?

    Was hat das mit der Diskussion zu tun? Die angreifende Mannschaft trägt doch nicht die Schuld dafür, dass der Schiedsrichter seine Aufgaben nicht erfüllt. Natürlich ist das nicht regelkonform. Und wenn's gepfiffen wird, ist die Mannschaft den Ball los. Es geht hier aktuell aber darum, wie damit umzugehen ist, wenn ein Schiedsrichter einen Freiwurf gibt. Und dazu gehört nun mal, dass auf einen Regelverstoß entschieden wurde. Und den darf man meiner Meinung nach nicht der gefoulten Mannschaft anlasten, indem man ihr die Möglichkeit nimmt, danach weiterzuspielen.

    Zum Glück ist Handball noch kein körperloses Spiel.

    Es gibt durchaus Abwehraktionen, die einen Körperkontakt zulassen. In den Regeln beginnen entsprechende Passagen mit "Es ist erlaubt ...". Die Idee des Handballspiels ist es, regelkonform Tore zu erzielen bzw. in Ballbesitz zu kommen. Einen Gegner permanent in Freiwürfe zu zwingen, widerspricht dieser Grundidee. Im Gegenteil: Wenn die Aktionen sich nur auf den Körper des Gegenspielers konzentrieren, ohne Versuch, den Ball zu spielen (Stoppfoul), müsste das den Regeln entsprechend sogar progressiv geahndet werden. Macht nur im Profibereich keiner, da wird das "Festmachen" eher als gelungene Abwehraktion gefeiert. In den unteren Klassen gibt es durchaus Schiedsrichter, die den Regeltext verstanden haben und solche Spielweisen unterbinden.

    Für die Regel, daß bei einem 7m die Zeit angehalten wird wäre ich auch sofort. Genauso fände ich es gut, wenn in den letzten 5 min bei jeder Spielunterbrechung die Zeit angehalten wird. Da wird auch viel Zeit geschunden ("aus versehen stehen beim Anwurf die Abwehrspieler zu weit vorn, der Ball braucht ewig bis zur 9m Linie, ...)

    Ich bin gegen Sonderbehandlungen in den letzten Minuten. Eher sollten die Schiedsrichter geschult werden, diese Verzögerungen konsequent zu ahnden. Zeitspiel sofort bei der anschließenden Wurfausführung anzeigen und nach wenigen Spielen haben's die Spieler kapiert. Übrigens läuft auch das in den unteren Klassen durchaus strenger. Ich habe öfter gesehen, dass Mannschaften angezählt werden, wenn die Torhüter den Ball nicht sauber zum Anwurfpunkt bringen. Da wird also nicht schlichtweg Unfähigkeit zugestanden, sondern Absicht unterstellt. Und wenn es zu oft passiert, wird auf Zeitspiel entschieden.
    Andererseits sehe ich auch keinen Grund, die Angriffsdauer in der 56. Minute anders zu bewerten als in der ersten. Klar, die Wirkung ist eine andere. Gerade, wenn es knapp hergeht. Aber die Regeln geben halt nicht her, dass man am Anfang zwei Minuten und am Ende nur noch 30 Sekunden pro Angriff zur Verfügung hat.

    Beim 7-Meter stimme ich zu. Früher wurde konsequent die Zeit angehalten, ich sehe keinen wirklichen Vorteil, dass man das nicht mehr tut.

    Ich vermute mal. dass es eher auf eine Anpassung der 4-Pass-Regel hinausläuft beispielsweise durch eine Streichung des zusätzlichen Passes beim Freiwurf innerhalb des Zeitspiels.

    Du willst also eine Mannschaft für das Begehen eines Regelverstoßes (Verursachen eines Freiwurfs) belohnen? Wenn das Schule macht, besteht Abwehrarbeit demnächst nur noch aus Stoppfouls. Nein, der Ansatz müsste in die Richtung gehen, das Verursachen von Freiwürfen, mindestens während des Zeitspiels, stärker zu bestrafen. Das zwingt die Abwehr dazu, sich regelkonform zu verhalten. Wenn man unbedingt Parallelen zum Basketball aufbauen will, dann wäre mein Vorschlag, dass man die Fouls während des Zeitspiels pro Halbzeit zählt. Ab dem 5. Foul gibt es, wenn Zeitspiel angezeigt ist, dann keine Freiwürfe mehr sondern 7-Meter. Analog zur Teamfoul-Regel beim Basketball.
    Ich sehe das unter der Prämisse, dass die Abwehr sich genauso regelkonform zu verhalten hat wie der Angriff.