Mehr als 3 Schritte sind doch aber nicht regelkonform, oder?
Was hat das mit der Diskussion zu tun? Die angreifende Mannschaft trägt doch nicht die Schuld dafür, dass der Schiedsrichter seine Aufgaben nicht erfüllt. Natürlich ist das nicht regelkonform. Und wenn's gepfiffen wird, ist die Mannschaft den Ball los. Es geht hier aktuell aber darum, wie damit umzugehen ist, wenn ein Schiedsrichter einen Freiwurf gibt. Und dazu gehört nun mal, dass auf einen Regelverstoß entschieden wurde. Und den darf man meiner Meinung nach nicht der gefoulten Mannschaft anlasten, indem man ihr die Möglichkeit nimmt, danach weiterzuspielen.
Zum Glück ist Handball noch kein körperloses Spiel.
Es gibt durchaus Abwehraktionen, die einen Körperkontakt zulassen. In den Regeln beginnen entsprechende Passagen mit "Es ist erlaubt ...". Die Idee des Handballspiels ist es, regelkonform Tore zu erzielen bzw. in Ballbesitz zu kommen. Einen Gegner permanent in Freiwürfe zu zwingen, widerspricht dieser Grundidee. Im Gegenteil: Wenn die Aktionen sich nur auf den Körper des Gegenspielers konzentrieren, ohne Versuch, den Ball zu spielen (Stoppfoul), müsste das den Regeln entsprechend sogar progressiv geahndet werden. Macht nur im Profibereich keiner, da wird das "Festmachen" eher als gelungene Abwehraktion gefeiert. In den unteren Klassen gibt es durchaus Schiedsrichter, die den Regeltext verstanden haben und solche Spielweisen unterbinden.
Für die Regel, daß bei einem 7m die Zeit angehalten wird wäre ich auch sofort. Genauso fände ich es gut, wenn in den letzten 5 min bei jeder Spielunterbrechung die Zeit angehalten wird. Da wird auch viel Zeit geschunden ("aus versehen stehen beim Anwurf die Abwehrspieler zu weit vorn, der Ball braucht ewig bis zur 9m Linie, ...)
Ich bin gegen Sonderbehandlungen in den letzten Minuten. Eher sollten die Schiedsrichter geschult werden, diese Verzögerungen konsequent zu ahnden. Zeitspiel sofort bei der anschließenden Wurfausführung anzeigen und nach wenigen Spielen haben's die Spieler kapiert. Übrigens läuft auch das in den unteren Klassen durchaus strenger. Ich habe öfter gesehen, dass Mannschaften angezählt werden, wenn die Torhüter den Ball nicht sauber zum Anwurfpunkt bringen. Da wird also nicht schlichtweg Unfähigkeit zugestanden, sondern Absicht unterstellt. Und wenn es zu oft passiert, wird auf Zeitspiel entschieden.
Andererseits sehe ich auch keinen Grund, die Angriffsdauer in der 56. Minute anders zu bewerten als in der ersten. Klar, die Wirkung ist eine andere. Gerade, wenn es knapp hergeht. Aber die Regeln geben halt nicht her, dass man am Anfang zwei Minuten und am Ende nur noch 30 Sekunden pro Angriff zur Verfügung hat.
Beim 7-Meter stimme ich zu. Früher wurde konsequent die Zeit angehalten, ich sehe keinen wirklichen Vorteil, dass man das nicht mehr tut.