Um beim Beispiel Portner zu bleiben: entweder man weißt etwas nach oder nicht. Da müssen entsprechende Wege gefunden werden, damit das rechtssicher ist.
Mich nervt halt einfach, das nahezu jeder Doper immer eine Erklärung hat, aber eben nie in der Lage war präventiv darauf zu achten (Stichwort: verunreinigte Lebensmittel oder falsche Medikamente durch Ärzteteam).
Was du forderst, ist realitätsfern. Der Sportler dürfte sich nur noch in einem abgeschlossenen System aufhalten, ohne Kontakt zur Außenwelt. Es reicht eine präparierte Türklinke, um jemanden umzubringen (Stichwort: Nowitschok). Wenn man jemanden was unterjubeln will, dann schafft man das auch.
Das Problem ist die Doping-Definition der WADA: Verbotene Substanz im Körper nachgewiesen = Doping.
Man stellt die Sportler unter Generalverdacht. Statt ihre Schuld zu beweisen, müssen sie den Nachweis der Unschuld erbringen. Dafür gibt es im Strafrecht (und nicht anders ist eine Sperre zu bewerten) keine Parallelen. Man ist nicht automatisch ein Mörder, nur weil im eigenen Keller eine Leiche liegt.
Ich kann dir nur empfehlen, zu versuchen, dich in die Lage eines Sportlers zu versetzen. Und dann spielst du mal durch, mit wem oder was der zwangsweise in Berührung kommt.
Ich bin hier auch durchaus gewillt, die Frage einzubringen, inwieweit deine Forderung nach Abkapselung mit dem im Grundgesetz verankerten Recht auf Menschenwürde vereinbar ist. Fordert man von Sportlern, jede Aktion zu unterlassen, die zu einer Kontamination führen kann, dann sehe ich das nicht mehr vereinbar mit dem Gleichheitsgrundsatz und dem Recht auf Teilhabe.
Und hier kann man auch nicht einfach sagen, der Sport hat seine eigenen Gesetze. Es gibt Grundrechte, an die haben sich alle zu halten. Nur hat kaum ein Sportler die Zeit und die Nerven, diese konsequent einzufordern. Der Fall Pechstein ist da eine große Ausnahme. Das Verfahren zog sich über 16 Jahre hin.