Beiträge von JA!

    Nuja, User Ja! - die Konsequenz deiner Ausführungen wäre aber, dass die Inthronisierung von Prokop als Bundestrainers sich als eklatanter Fehler erwiesen hätte.

    Man bedenke auch, dass die richtig teuer für den DHB gewesen ist (von daher wird der auch, wenn es irgendwie geht, nach der EM weiter als Bundestrainer fungieren, weil sonst die DHB-Spitze ganz dumm ausschaut)

    Als Bundestrainer hat man nicht Jahre Zeit, sich zu akklimatisieren (es gibt halt jedes Jahr nur ein Turnier, angesichts des Terminplans sind ja Freundschaftsspiele zur Farce geworden), das ist keine Lehrzeit, wo man Lehrgeld bezahlen kann.


    Das sehe ich (noch) nicht so, ein Risiko ja, ein Fehler nein. Das propagierte Ziel war immer Olympiasieg 2020. Nach Dagurs unvorhersehbarem Abgang brauchte man eine tragfähige, also strategische und vor allem zukunftsfähige Lösung. Insofern war es kein eklatanter Fehler, zumal echte Alternativen ja überschaubar waren/sind.
    Immerhin hat man mit CP eine überzeugende Quali gespielt. Nur mit der kurzfristigen Nominierung hat sich CP ein Eigentor geschossen, das muss er nun wieder ausbügeln.

    Auch wenn CP bisher noch keine gute Figur bei diesem Turnier gemacht hat und ich ein großer Dagur-Fan bin, möchte ich mal ein Lanze für CP brechen. Der Vergleich mit den BadBoys 2016 hinkt doch gewaltig. DS hatte seinerzeit schon Erfolge und Erfahrung als Trainer aufzuweisen (mit Berlin eine beachtliche CL-Saison, DHB- und EHF-Pokal) und nicht zuletzt auch große internationale (Turnier)Erfahrung als Spieler. Seine Mannschaft bestand aus jungen unerfahrenen und hungrigen Spielern. Dass die Dagur blind folgten, ist eigentlich logisch, zumal sie auch merkten, dass sie Erfolg damit hatten. C.Prokop hat keinerlei Meriten im hochklassigen Handball, weder als Trainer noch als Aktiver und viele Nationalspieler haben sich inzwischen zu erfolgreichen Spieler(persönlichkeiten) entwickelt. Demzufolge ist die Akzeptanz und das Vertrauen (mindestens im Unterbewusstsein) in sein Handeln durch CP logischerweise viel schwieriger zu erlangen. @ ALF hat es vor einigen Tagen treffend formuliert, dass Prokop bisher aus einem Underdog-Image heraus trainiert und gecoacht hat und dies in der aktuellen Nationalmannschaft so nicht funktionieren kann. Dass Spieler wie Roschek/Janke CP uneingeschränkte Loyalität schenken, ist vollkommen logisch und mglw. war das auch CPs Denkansatz. Wir haben es nach der Nominierung und Nachnominierung bereits lang und breit diskutiert, dass sich CP damit aber gewaltig vergaloppiert hat, weil sowohl der Zeitpunkt kurz vor dem Turnier als auch der sportliche und mentale Sinn einfach ein unnötiges und riesengroßes Wagnis waren. Es kann doch niemand ernsthaft meinen, dass die Nachnominierung bereits vorher ausgeklügelte taktische Maßnahmen waren :nein::verbot: das ist mE eine reine Schutzbehauptung - wäre Wolffs Verletzung ernsthafter gewesen und einer der beiden RR umgemäht worden, hätte es keinen Finn Lemke gegen Mazedonien gegeben.
    Es ist das Lehrgeld, welches CP jetzt zahlen muss und auch Bob Hanning weiß das. Nicht umsonst hat er die Nominierung im Vorfeld so vehement verteidigt. BH ist clever genug, die o.g. Risiken der CP-Inthronisierung gekannt zu haben. Er hat aber auch hinlänglich bewiesen, dass er Potential junger Menschen (Trainer und Spieler) ziemlich zielsicher erkennt. Insofern hoffe ich einfach, dass CP seine Lehren aus diesem Turnier zieht und ihm solche Fehler zukünftig nicht mehr unterlaufen. Dazu ist er mE menschlich und fachlich in der Lage.
    Und so ganz nebenbei haben wir immer noch alle Chancen auf das Halbfinale, wenngleich uns unsere bisherige Angriffsleistung vorläufig aus dem Favoritenkreis geworfen hat. Heute Abend muss definitiv die Deckung über 60 min stehen, die TW von außen was zu fassen kriegen und die Tempogegenstöße konsequent gespielt und genutzt werden. Dann sind wir auch nicht chancenlos.

    Was Finn betrifft, klar bin ich kein Fan von ihm. Aber seine Abwehrleistungen erkenne ich schon an. Nur darauf alleine kannste nicht bauen. Um wirklich erfolgreich zu sein, bedarf es mehr. Neben der fehlenden Offensivqualität vermisse ich bei ihm auch Durchsetzungsvermögen unter schwierigen Bedingungen, sich gegen Widerstände behaupten zu können. Davon habe ich in Magdeburg nichts bemerkt. Vielmehr eine Flucht davor unter fadenscheinigen Begründungen. Deswegen für mich ein zur Zeit nur "halber" Spieler. Vielleicht entwickelt er sich in Melsungen noch und überrascht dann alle. Das würde ich anerkennen. Aber darauf angewiesen ist er natürlich nicht.

    Dann waren Didier Dinart, Olli Roggisch oder um in der Nähe zu bleiben, Steffen Stiebler auch nur halbe Handballer und trotzdem keine ganz unwesentlichen Bausteine in hocherfolgreichen Mannschaft. Aktuell ist auch Guardiola ein wichtiger Faktor für die Erfolge der Löwen und Lemkes ANteil am EM-Titel (ohne Überschreiten der Mittellinie) ist auch unbestritten und selbst beim SCM müssen die größten Lemke-Kritiker zugeben, dass sich sein Weggang schon sehr deutlich auswirkt.
    Ich teile deine Meinung, dass er bei seinem Potential, das er in Lemgo schon gezeigt hat, offensiv mehr bringen könnte und es schade ist, dass er dies nicht mehr abrufen kann, aber er hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem absoluten Top-Abwehrspieler entwickelt, der so ziemlich vielen Mannschaften weiterhilft.

    PS: ich will hier nicht wieder ein SCM-Thema eröffnen, aber die Ursachen für seinen Weggang aus Magdeburg dürften (nicht ausschließlich) bei Lemke liegen, sondern liegen mE auch in unserer Führungsebene begründet, deswegen würde ich eine "Flucht vor schwierigen Bedingungen" mal ganz vorsichtig propagieren.

    Richtig, mit Ausführung des Wurfes, handelt es sich lediglich um ein Abstandsvergehen und ist so zu werten. Die einzige Option ist die, das der tatsächliche Wurf erst nach Ablauf der Spielzeit erfolgt ist. Drux hätte nicht werfen dürfen und die Verhinderung den Schiris direkt anzeigen müssen, dann wäre der 7m regelgerecht gewesen.

    Und das kann man doch alles keinem mehr erklären...und da kann ich ja nicht einmal den Schiedsrichtern einen Vorwurf machen, dass sie diese Erklärung zur Regel gerade nicht parat haben (statt Video wäre das Regelheft vielleicht die bessere Wahl). Derartige Regeln sin Quark und machen den Sport kaputt. Es kann doch nicht sein, dass bei 59:25 min auf der Uhr ein klarer nicht gegebener 7m eine Tatsachenentscheidung ist und dann so ein 7m 5 min nach Spielende gegeben wird. ME ist das auch lediglich ein Abstandsvergehen, Drux will direkt anwerfen, es stehen 5 Spieler inkl.TW vor ihm...das ist auch keine Verhinderung einer klaren Torchance..wäre der TW draußen - völlig ok, aber so ?(

    PS: Kann tatsächlich der TW den Schiedsrichtern die Videonachlese "vorschlagen"?

    Mal davon abgesehen, dass Drux' Ausgleich stark stürmerfoulverdächtigt war, sind beim Siegtreffer zwei Zeitstrafen würdige Fouls, so dass eine Spielunterbrechung die logische Konsequenz wäre, stattdessen ein 7m Geschenk. So schön und wichtig der Punktgewinn ist, kann ich mich da nicht drüber freuen.
    Jetzt weiß ich, warum Kiel den Zarabec verpflichtet hat. Ganz stark.