Ist in der Summe natürlich dummes Zeug, was du da erzählst, denn
zu 1: Die absolute Summe ist nur dann aussagekräftiger, wenn man etwas beweisen will, was garnicht stimmt.
zu 2: nicht verstanden? Du kannst bei Kritik an Katar nicht sagen, "schau doch mal auf Deutschland, die machen was anderes böses", wenn Katar das gleiche tut! Das ist dann kein Gegenargument mehr!
zu 3: Ich behaupte, das was in Katar geschieht, ist um Dimensionen schlimmer als die Massentierhaltung in Deutschland. Siehst du das anders? Wenn nein, dann ist also auch dein 3. "Argument" keines, denn wenn man schon argumentiert, dann mit vergleichbarem
Aber wenn du das anders siehst, kein Problem: ist ja nicht weit bis zum Flughafen, ab in den Flieger und nichts wie weg aus "Schrecklich Deutschland" und nichts wie hin nach "Wunderbar Katar". Genau das ist die Entscheidung, die jeder Handballer in Zukunft dann auch für sich selbst treffen sollte
Ich wollte mitnichten eine politische Diskussion lostreten, aber deswegen lasse ich mir auch nicht das Wort im Munde verdrehen. Ich habe nirgendwo etwas vom wunderbaren Katar o.ä. geschrieben, ich habe auch niemals die regierenden Scheichs auch nur ansatzweise verteidigt, sondern lediglich die polemische Aussage von korrupten und menschenverachtenden Ölscheichs angemahnt und um einen Spiegel vorzuhalten, mal drei ebenso populistische Phrasen zu unserem geliebten Heimatland aufgezählt, die wir so auch nicht hören wollen, was deine heftige Reaktion ja auch eindrucksvoll bestätigt...so weit, so gut. Bei deiner inhaltlichen Auseinandersetzung komme ich allerdings gar nicht umhin, noch einmal zu reagieren, da deine Argumentation mE sehr schwach ist. Das Argument Waffenlieferungen bügelst du mit der recherchierten These von lediglich 5 - 6 % des weltweiten Waffenexportes ab...na wenn das so ist, nur 5%, dann ist es natürlich vollkommen unwichtig, dass wir Millionen unseres volkswirtschaftlichen Gewinns durch Waffenexporte generieren - sorry
Bei der Klamottenproduktion habe ich gar keinen Vergleich mit Katar (oder USA, Frankreich oder sonstwem) angestellt, insofern kann ich sehr wohl damit argumentieren, dass unsere Kleidung zum großen Teil in menschenverachtenden und menschenunwürdigen Fabriken produziert wird UND DANN könnte ich sogar noch eins drauf setzen und behaupten, dass auch wir einen Teil unseres Wohlstands unterdrückten Arbeitern zu verdanken haben! Natürlich beuten du und ich dafür niemanden direkt aus, aber wir nehmen es zumindest billigend in Kauf, was letztlich, wenn auch ganz subtil, menschenverachtend - oder zumindest sehr fragwürdig - ist.
Auch deine "Widerlegungen" der Massentierhaltungsthese sind abenteuerlich. Zunächst schreibst du süffisant, deinetwegen müsste es gar keine Massentierhaltung geben, weil du ohnehin nur einen geringen Fleischkonsum hast...na da werden sich jetzt aber Millionen von Schweinen, Rindern oder Hühnern richtig glücklich fühlen
und nun setzt du noch eins drauf und schreibst, ich könne doch nicht ernsthaft meinen, dass Massentierhaltung schlimmer wäre als das, was in Katar passiert
natürlich nicht...nur was hat das eine mit dem anderen zu tun
Es ist und bleibt schon eine recht scheinheilige Doppelmoral, ständig andere Nationen/Regierungen zu kritisieren, auch wenn wir, bezogen auf uns selbst, ganz sicher lebenswerte demokratische Lebensumstände genießen können. Daher habe ich auch gar nicht vor,hier auszuwandern
auch wenn ein ehemaliger Schulfreund einige Jahre in Dubai und Doha arbeitete und ganz hervorragend lebte.
Zum eigentlichen Thema: Mir gefällt die Regelung der IHF überhaupt nicht, aber deswegen kann ich weder die Scheichs und schon gar nicht die Spieler anprangern. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, vorübergehend meine Nationalität zu ändern - von daher kann ich leichthin sagen: pfui - nur mir hat auch niemand das geboten, was die Spieler bekommen haben und zwar inkl. der Möglichkeit, eine (erfolgreiche) WM zu spielen. Insofern bin ich da vorsichtig. ME wird es aber zukünftig eher noch schwerer, vernünftige Regelungen zu finden im Zeitalter von multikultureller Globalisierung, Migrationen und Armutszentralisierung. Das wird für zukünftige Sportereignisse sicher nicht unbedingt positive Konsequenzen haben, aber ich fürchte, dass sich letztlich der Unterhaltungswert und damit die Ware Sport durchsetzen werden...