Beiträge von Zickenbändiger

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    Eins gegen eins gibt's im skandinavischen Kinderhandball auch, vielleicht sogar gleich oft, nur eben näher am Tor.

    In der Theorie. Ich bin großer Fan des Ballklauens. Wenn ich dürfte, also eine Halbzeit offensiv, eine Halbzeit freie Wahl, wäre ich vielleicht schon so weit, dass ich die zweite Hälfte in der Tat auch mit D-Jugendlichen 6:0 spielen würde. Aber dann die aktivste 6:0, die man bei den Zwergen weit und breit je gesehen hat. Traue ich mir nach über dreißig Jahren Erfahrung auch ohne jegliche Praxis zu, eine Zwergen-6:0 zu entwickeln, die Spaß macht. In der Zwischenzeit habe ich aber noch genug Baustellen.

    Mit einer so aktiven 6:0 gäbe es tatsächlich auch viele Zweikämpfe. In der Praxis aber habe ich in Dänemark noch keine faszinierende aktive defensive Deckung gesehen. Und deswegen finde ich unseren Ansatz besser/attraktiver, auch wenn ich schon mal eine deutsche Mannschaft in Dänemark bewundern durfte, die einen technisch stärkeren Gegner zur Verzweiflung getrieben hat, indem sie sich ab der Mittellinie von vorne, von hinten, von der Seite an die Ballführerin wie menschliche Rucksäcke drangehängt haben. Der Schieri war vollkommen überfordert, ich habe mich zu Tode geschämt.

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    Auf jeden Fall wird mehr über Passqualität gelöst, aber das ist ja auch eine Sache, die Dänemark und Schweden in den Männern so erfolgreich macht.

    Passqualität kann nie schaden. Aber... ich behaupte mal, in der Breite lässt sich die Passqualität in der D-Jugend nur begrenzt ausschöpfen. Ab der C-Jugend wird das Thema für mich erst so richtig spannend. Daher würde ich in der D bei anderen Schwerpunkten bleiben, wie eben 1:1, was sich ganz prima mit 11 oder 12 erlernen lässt. Bis einschließlich D offensiv die gesamte Spielzeit, ab der C nur eine Halbzeit und die zweite Hälfte frei. Wenn wir schon schön Deutsch beim Regulieren sind. Das halbe Spiel mal deregulieren! Meine Prognose wäre dann aber: Dadurch steigern wir Vielseitigkeit des Angriffs, die Abwehr wird schlichtweg faul. Weit und breit ist 6:0 in der B-Jugend eine Ausruhdeckung, wenn der Trainer keine Ahnung hat.

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    Ich lasse Kiddies beim Training gerne auch einfach mal sechs Null decken.

    Wird der nächste Schritt im "Skandinavientraining" zur Vorbereitung auf den Rödspätte Cup. Allerdings rein zielgerichtet für das Angriffstraining im 4:4. Wenn ich im Spiel nicht 6:0 spielen darf, wecke ich keine schlafenden Hunde. "Das ist aber deutlich weniger anstrengend!" :lol:

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    "Ich habe jetzt etwa zehn Spiele in der E- und D-Jugend gesehen und dabei nicht einen Schlagwurf, nicht einen Wackler, nicht einen Pass an den Kreis gesehen"

    Wurde mir brühwarm vor einigen Tagen von einem Freund zugeschickt. "Schick ihn zu mir!", war meine Antwort.

    Ostern werde ich wieder den Deutsch-Skandinavischen Vergleich haben. Wir bereiten uns akribisch darauf vor. Was mir die Skandinavier in der wD-Jugend in der Breite zeigen, haut mich in der Regel nicht aus den Socken. Was dann aber von der D zur C hin passiert, kann ich mir rational nicht erklären. Vor vielen Jahren war ich mit einer wD im rein deutschen Endspiel in Esbjerg. Die Finalisten hatten jeweils auf dem Weg ins Finale einmal zu kämpfen, ansonsten war es ein Spaziergang. Ein Jahr später in der C-Jugend, das Peeke-Handicap mal außen vor, hätten wir auch in Bestbesetzung keine Schnitte mehr gesehen.

    Ich finde unseren Ansatz, in der Theorie, dass wir vor allem den Ball erobern wollen, den deutlich attraktiveren Kinderhandball. Wird nur leider zu wenig umgesetzt, es mangelt an Trainern. Zum skandinavischen Ansatz habe ich nur Halbwissen gesammelt. "Alle sollen Ballkontakt haben", hab ich mal gelesen. "Passgeschwindigkeit als Ziel" finde ich ja nicht verkehrt, in der D-Jugend aber vielleicht nicht DAS Ziel. Und wenn nun zunehmend 1:1 sogar in der Bundesliga in den Vordergrund gestellt wird, dann kann der Ansatz, die Kinder durch offensive Deckung möglichst häufig ins 1:1 zu zwingen, ja nicht so verkehrt sein.

    Ich predige es aber seit Jahren: "Trainer ausbilden statt neue Regeln zu erfinden!" Was hilft mir der an sich gute Ansatz mit der offensiven Deckung, wenn es niemand umsetzen kann? Entweder verschiebt sich die Fleichmauer um drei Meter nach vorn oder wir erleben die Klammeraffendeckung. Ich feiere schöne Ballgewinne von der Bank aus, von den Tribünen hallt überall bei Kinderspielen das Geblöke: "FESTMACHEN!" ohne Sinn und Verstand.

    Das Alles schreibe ich old school in ein Forum, bin aber nicht bei tiktok. Hmmmm....

    Ich kann ja die Fresse nicht halten. Letztes Wochenende höchste Liga männliche D:

    H. - B. 60:7

    Einer von beiden Vereinen ist der Nachwuchs einer Regionsoberliga Männermannschaft (siebthöchste Liga). Der andere der Nachwuchs eines Erstligisten, der sich jedes Jahr mit dem Empfang des Jugendzertifikats mit Lorbeerblatt und rosa Schleifchen selbst beweihräuchert. Einer von beiden macht Basisarbeit, was ich so beurteilen kann, der andere ruht sich auf jenen Lorbeeren aus und veranstaltet jährlich ein überregionales Casting, um die fehlende eigene Basisarbeit zu kompensieren, um auch zukünftig Jahr für Jahr das Jugendzertifikat einzuheimsen.

    Warum mich das so ankotzt? Weil ich als Kreisauswahltrainer den Aufstieg des einen Vereins zur Macht im Jugendbereich begleitet habe, als man sich noch wirklich in der E und D-Jugend gekümmert hat. Da gönne ich dann fast auch Niederlagen mit 53 Toren Differenz.

    Ich hatte es selbst leider schon ganz vergessen. Sorry! Don't feed the trolls!

    Das fehlende Zweifachspielrecht in der D-Jugend wurmt mich. Gewaltig. Der "Gesetzgeber" wollte natürlich eine Linie ziehen. Systematische Talentverschiebungen erst aber der C-Jugend. Ich hätte sie gern schon in der D. In manchen Konstellationen würde ein Zweifachspielrecht für eine D-Jugendliche furchtbar viel Sinn ergeben, ohne dass sie den Verein wechseln müsste. Insbesondere bei weiten Strecken zwischen Heimat und Zweitverein. Klar habe ich Trainingsgäste aus anderen Vereinen. Aktuell zehn. Wenn sich die Spielordnung doch nur irgendwie austricksen ließe...

    And now to something completely different!

    § 4 Abs. II SpO DHB erlaubt den Landesverbänden Spielgemeinschaften einzelner Mannschaften auf der untersten Gliederungsebene zu bilden. Standardfall: Verein A hat eine halbe Mannschaft, Verein B ebenfalls. Für eine Saison tut man sich zusammen, trennt sich dann (automatisch) nach der Saison wieder.

    In meinem Landesverband gilt:

    - bis zu drei Vereine dürfen sich zu einer MSG zusammenschließen

    - jeder Verein darf jeweils nur eine weitere Mannschaft in dieser Altersklasse im Spielbetrieb melden

    - pro Verein sind maximal nur drei Spielgemeinschaften zulässig

    - der ganze Spaß geht nur auf Regionsebene

    Der o.g. Standardfall ist im hiesigen Landesverband übrigens nicht ausdrücklich geregelt. Es gibt keinerlei Quote wie z.B. halbe/halbe. Jeder Verein bringt so viele Spielerinnen in die MSG ein, wie es ihm beliebt. Es könnte sogar nur eine sein.

    Fallstrick: Die MSG kann ggf. nicht "aufsteigen", also womöglich keinen Startplatz in der Quali für die Folgesaison erspielen!

    Zurück zum Thema, dass es leider kein Zweifachspielrecht für D-Jugendliche gibt. Und keine Tricks. Weswegen bei mir das Thema interessant wurde, ich habe eine Spielerin Jungjahrgang D-Jugend mit Gastspielrecht. Zu Hause gibt es keine weibliche D und sie spielt mit Jungs. Einmal die Woche trainiert sie bei mir (rund 50 km von Tür zu Tür) und wenn es ihr Spielplan zulässt, spielt sie bei uns auch Punktspiele. Nächste Saison bildet ihr Verein eine JSG, es wird dann eine weibliche D geben. Sie möchte gar nicht dort wD sondern noch ein Jahr in ihrer Jungsmannschaft spielen. Gastspielrecht ist durch die JSG futsch, Zweifachspielrecht gibt es nicht. Mist! :lol:

    Nächster Zwischenstand Skandinavientraining

    Erfahrungsgemäß reichen sechs, sieben Wochen nicht aus, um D-Jugendlichen Mädchen beizubringen, dass der Ball nicht ins Tor getragen werden muss, sondern es Torchancen mit Abwehr vor der Ballführerin gibt. Ab der C ließe sich das notfalls ganz ordentlich über Abräumen für die Eckenaußen lösen, in der D-Jugend nur, wenn man sehr pfiffige Außen hat und besser auch noch eine Linkshand auf RA für beide Wege. Wir haben dagegen eine Kreisläuferin, die, wenn sie erst einmal den Ball hat, weiß wo das Tor steht und sich auf dem Weg dorthin auch nicht aufhalten lässt. Problem ist noch die Phase vor Ballbesitz, aber daran lässt sich ja arbeiten.

    Abgesteckter zentraler Sektor am Sechser, 3 oder 4 m breit. KM, zwei Innenverteidigerinnen links und rechts von ihr, die maximal bis 7m verteidigen dürfen. Rückraum einmal vollständig besetzt. RM hat den Ball. RL/RR sind lediglich Anspielstationen, müssen aber mitstoßen.

    Vorübung, der Rückraum läuft 8en um zwei Markierungen/hüpft seitlich über Pommes/Wechselsprünge am Kasten o.ä.. Signal vom Trainer, Pass nach links oder rechts, RL/RR stößt tief in den 9er, Rückpass in die Stoßbewegung. RM soll per Schlagwurf Tor erzielen oder KM anspielen, darf wieder abspielen und zurückstoßen. Dann weiter wie oben.

    Aufgaben:

    - Stoßen ausschließlich nach Außen, niemals in die "Kreisläuferlücke" (gibt es dafür einen Fachbegriff?).

    - Statt abzuspielen, darf RM sich prellend zurückziehen und an beiden Abwehrspielerinnen und KM vorbei verlagern in die Gegenrichtung oder lang, wenn sie kurz gestoßen hat.

    - KM steht immer in der indirekten Sperre/Eigensperre zwischen den Innenverteidigerinnen (also Brust zum Ball). Wenn KM die Lücke passiert, sofort in die Wechselsperre.

    - KM sucht nach hinten den leichten Kontakt, hält die Lücke maximal weit offen.

    Ziel:

    Entweder eine Innenverteidigerin isolieren, um sowohl zur/gegen die Hand einen Schlagwurf zu setzen zu können (im Spiel gerne auch 1:1 auf engem Raum) ODER die Kreisläuferlücke so weit aufzuziehen, dass ein Anspiel in die Lücke gesetzt werden kann.

    Korrekturen:

    - RM wird früher oder später unweigerlich in die Mitte, in die Kreisläuferlücke stoßen, wo ihr dann auf engstem Raum drei Leute direkt gegenüberstehen. "Nie die Lücke zuschieben, immer die Lücke aufziehen!" Laufweg ist entweder gerade oder Viertelkreis nach Außen, nie schräg/gerade ins Zentrum.

    - Tief in den Neuner stoßen, links oder rechts von der Dreiergruppe. Immer bereit zum Schlagwurf.

    - Bodenpass vor direktem Pass!

    - Die Abwehr soll in ihrem begrenztem Raum 100% verteidigen, Blocken bzw. Pässe an den Kreis verhindern. Die Verteidigerin an der KM wird zunehmend um die KM herum arbeiten. KM muss ihre "Lücke beherrschen! Das ist DEINE Lücke!" Stellungskampf um die Position zur Passlinie, drängen, schieben, stehen. Kommt die Innenverteidigeren vor sie, dann den Passweg im Rücken der Verteidigerin unmittelbar am Sechser freisperren.

    - RM muss beim Verlagern den Ball zum Prellen zunächst nach hinten raus nehmen, kleines "Zurückstoßen" prellend, an der Lücke vorbei, die Lücke nun wieder in die Gegenrichtung aufziehen.

    - Schlagwurf und Anspiel sind gleichberechtigte Lösungen. D-Mädchen werden zu 90% auf Anspiel aus sein, weil sie den ungewohnten Schlagwurf vorbei am Block scheuen. Würfe ermutigen, ggf. Handicap für KM durch noch aggressivere Innenverteidigerin gegen KM und Zeitdruck einbauen.

    - Zurückstoßen muss gar nicht weit in die Tiefe gehen, die Abwehr steht ja nicht auf 11, 12 m. Allerdings sollte es schon aus den 9er raus gehen.

    - Die Deckung darf zunehmend griffiger werden, soll RM auch anfassen. KM soll sich dann in den kleinen Tiefenraum hinter die rausgetretene Abwehrspielerin absetzen.

    - Für wurfstarke weit fortgeschrittene RM: Bei an sich verbotenem Stoßen auf die Mitte kann KM improvisieren, vor eine Innenverteidigerin einen Schirm stellen als Signal für den Schlagwurf dort.

    Wieder mal viel Aufwand für ein einziges Turnier. :lol: Der Spaß dabei ist, dass ich 6:0 als Trainer nur in der grauen Theorie kenne. Jedes Jahr vor Ostern heißt es also: "Was habe ich in der Mannschaft für Waffen? Mit was rechne ich bei den Gegnern? Wie bringen wir unsere Waffen gegen eine Fleischmauer zur Geltung?"

    Was mich ja noch frühzeitig ins Grab bringen wird, sind Mädchen und Bodenpässe auf engem Raum. Den Ball "drücken statt schmeißen"... sollte sich die Sportwissenschaft mal mit auseinandersetzen.

    Gastspielrecht trotz vorhandener gemischter Mannschaft ist Graubereich. Voraussetzung ist, dass "der Erstverein in dieser Altersklasse keine Mannschaft" gemeldet oder mehr hat.

    Ich lasse mal alle psychologischen Argumente außen vor und mache es mir einfach. Erst- und Zweitverein sind sich einig über ein Gastspielrecht. Füllen ein Formular aus. Kreuzen an, dass es im Erstverein keine weibliche E oder D gibt. Jetzt kommt der Föderalismus ins Spiel. Die Altersklassen sind in § 37 SpO geregelt. Absatz IV erlaubt gemischte Mannschaften in F (Minis) und E-Jugend, darüber hinaus können die Landesverbände gemischte Mannschaften auch für die D zulassen. Im konkreten Fall hat der HVNB dies aufgegriffen und es wiederum den Regionen überlassen, wie sie mit der gemischten D umgehen wollen. Die machen damit dann auch, was sie wollen.

    Der Landesverband bekommt das Antragsformular auf den Tisch. Ob keine wE oder D gemeldet ist, lässt sich schnell feststellen. Sollen jetzt jedes Mal die Durchführungsbestimmungen der jeweiligen Region geprüft werden, ob in der jeweiligen Region gemischte Mannschaften zulässig sind? Und dann doch noch psychologisch argumentiert, alle Mädels über einen Kamm scheren, sie werden schon in einer Jungsliga/-mannschaft klarkommen, ist mir zu dünn. Wenn es eine Möglichkeit gibt, eine Spielerin in einer Mädchenmannschaft unterzubringen, die auch in einer Mädchenmannschaft spielen möchte, dann sollte das nicht durch Bürokraten verhindert werden.

    Zitat
    Der Punkt mit der Diskriminierung ist interessant. Aber müsste nicht der DHB die Änderung vornehmen? Falls der Landesverband auch für sich verändern kann, dann müsste man die gleichen Diskussionen in anderen Landesverbänden ja auch führen.

    Ich konnte in der Gastspielrechtsaffäre ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Bei Einführung des Antragsformulars war es wohl noch so, dass alle/die meisten Handballregionen in Niedersachsen keine Pässe für die E-Jugend forderten. Das habe sich inzwischen geändert, aber das Formular wurde nicht angepasst. Daher hatte man einst davon abgesehen, die E-Jugend auf das Formular zu setzen, denn ohne Pass konnte der Landesverband auch kein Zweifachspielrecht auf den Pass setzen.

    Ab hier Mutmaßung: Das Antragsformular landet in der Geschäftsstelle, handschriftlich "E-Jugend" vermerkt, wird von der zuständige Passsekretärin routinemäßig bearbeitet und folgerichtig... folgefalsch abgelehnt. Formular gibt das ja nicht her. Diese Saison für Klein-Max also in der D-Jugend.

    Wäre ein netter Einspruch für meine Kampfstatistik gewesen.

    Geht das schon wieder los. Zeig mir das Spiel- und Rechtsordnungsforum! Bis dahin handelt es sich bei der Spielordnung um diejenigen Regeln, die den Spielverkehr regulieren.

    Und der Bezug um Regelheft ist § 88 SpO DHB.

    Edith sagt: Und auch noch Wiederholungstäter... Letztes Mal gab es diese Antwort vom Mod vor einem Jahr:

    Zitat

    Rechtsordnung und Durchführungsbestimmungen - das sind doch auch Regeln, oder?

    Ich wüsste jetzt nicht, wo das besser hinpassen könnte als hier.

    Und das ist Gesetz. Das war Ronaldo.

    An anderer Stelle kam in der Handballecke gerade eine spannende Frage zum Gastspielrecht auf, privat diskutierte ich gestern Abend eine ähnlich spannende Rechtsfrage zum Zweifachspielrecht. Ich transplantiere mal meinen versteckten Beitrag aus dem "Weisheiten-Thread" hierher in das richtige Forum.

    Nun die beiden aktuellen Fragen:

    - Gastspielrecht auch in der E-Jugend?

    Der HVNB hat auf den Antragsformularen für das Gastpielrecht A-D Jugend zum Ankreuzen angegeben. In einem hier diskutierten Fall gab es die Zurückweisung des Antrags für einen E-Jugendlichen, § 19b SpO sei auf A bis D beschränkt. Wir schauen mal auf die offiziellen Überschriften von §§ 19a und b:

    § 19a Zweifachspielrecht für Jugendspieler der Altersklassen A-C

    § 19b Gastspielrecht für Jugendspieler

    Ich kann keine Beschränkung entdecken, die E-Jugendliche ausschließen würde. Auch nicht im Laufenden Text. Warum sollen E-Jugendliche diskriminiert werden? Der Landesverband hat mir mitgeteilt, er will sein Formular mal überprüfen.


    - Zweifachspielrecht beschränkt auf eine einzige Mannschaft beim Zweitverein?

    Wir haben eine Spielerin mit Zweifachspielrecht, die im Erstverein in der dritthöchsten Liga spielt und bei mir in der C II in der zweithöchsten Liga. Am Wochenende hatte sie dann bei uns einen Einsatz in der C I in der Oberliga. Unser C II Gegner (ebenfalls Zweitvertreter eines Oberligisten) wurde ganz nervös... Warum machen wir das nicht auch so? Ach ja, geht ja gar nicht (§ 19a Abs. I Satz 3 SpO).

    Der Einsatz im Zweitverein darf nur in einer Mannschaft der betreffenden Altersklasse des Spielers/ der Spielerin erfolgen, die in einer – von der höchsten Spielklasse aus absteigend gezählt - höheren Spielklasse spielt als die höchstspielende Mannschaft des Erstvereins.


    Oder doch?

    Meine Landesligamannschaft fällt unter "eine Mannschaft in einer höheren Spielklasse". Unsere Oberligamannschaft ist aber auch "eine Mannschaft in einer höheren Spielklasse". Wenn ich nun mitten im Satz stocke und an "einer Mannschaft" hängen bleibe, dann kann sich tatsächlich die Frage stellen, ob wir unser Gasttalent nicht auf eine Mannschaft beschränken müssen.

    Wenn der DHB eine solche Beschränkung auf eine Mannschaft gewollt hätte, wäre das so formuliert:

    Der Einsatz im Zweitverein darf nur in einer Mannschaft der betreffenden Altersklasse des Spielers/ der Spielerin erfolgen und die in einer – von der höchsten Spielklasse aus absteigend gezählt - höheren Spielklasse spielt als die höchstspielende Mannschaft des Erstvereins.


    Lesart: Nicht "darf nur in EINER Mannschaft" sondern "darf NUR in einer Mannschaft".

    Zweitens handelt es sich um eine Regelung zur Förderung von Talenten. In diesem Lichte muss ausgelegt werden. Finja hat bei uns die Möglichkeit, regelmäßig Landesliga zu spielen und wir können auch noch Oberliga bieten. Warum soll die Talentförderung willkürlich eingeschränkt werden? Mitten in der Saison könnte sich eine starke Entwicklung zeigen und das Talent soll dann von der Oberliga ausgeschlossen sein? Der Wettbewerb bleibt ansonsten geschützt, der Gast spielt sich in der Oberligamannschaft genauso fest wie alle anderen meiner C-Jugendlichen. Das Mädchen ist geschützt, beide Vereine müssen gemeinsam die 48h Regel beachten.

    Bei mir spielen diese Saison zwei Mädchen mit Zweifachspielrecht in der C II, in der C I haben wir die dritte Spielerin, in der D-Jugend habe ich eine Gastspielerin, die sonst nur kleine Jungs verhauen könnte. Am kommenden Wochenende schaue ich mir für nächste Saison eine Spielerin an, die in ihrer Liga nicht nur kleine Jungs verhaut, sondern auch noch die Torschützenliste der Liga anführt. Im Rahmen der Talentförderung bin ich ganz dafür, beide Spielrechte maximal auszuschöpfen.

    Wäre für einen guten Zweck. Das Zweifachspielrecht für C-Mädchen musste ich in Niedersachsen auch über das Sportgericht erkämpfen. Da damals die Vorrunde der Mädels über die Antragsfrist für das Zweifachspielrecht hinaus lief, meinte man beim Landesverband, man könne hunderten von C-Jugendlichen Mädchen prinzipiell kein Zweifachspielrecht geben, während es bei den Jungs (Quali lange abgeschlossen) selbstverständlich war.

    Dann sortieren wir das mal auseinander.

    Zitat

    Der Antrag wurde fristgerecht zum 30.11.23 gestellt.

    Die Worte der Ablehnung : Der Antrag auf Gastspielrechts kann nicht genehmigt werden. Das Gastspielrecht gilt nur für A-D Jugend. Verweis auf §19b.

    Das beantwortet meine Frage nur zur Hälfte. Mich würde nicht wundern, wenn bei der Ablehnung keine Rechtsbehelfsbelehrung beigefügt war. Das bedeutet, die Einspruchsfrist wäre nicht in Gang gesetzt. Das bedeutet, Einspruch einlegen, Bescheid aufheben lassen und HVNB verpflichten, das Gastspielrecht sofort zu gewähren und für DIESE Saison noch ein Gastspielrecht erhalten.

    Lothar Frowein alias Helge Olaf Käding ist über handballrecht.de zu erreichen. Anwalt kostet was, kommt aber zum Ziel. Pfuschereinspruch kostet was, kommt nicht zum Ziel und verursacht Kosten.

    Zwei gute Fragen:

    1. Klares "nein", aber s.u. § 19, § 19a, § 19b SpO gibt keine Ermächtigungsgrundlage her, die es den Landesverbänden erlauben würde, hier eigene Bestimmungen zu erlassen (Gegenbeispiel § 37 Abs. IV Satz 2 SpO: "Die Landesverbände können in ihrem Bereich [...] erweitern sowie Sonderbestimmungen [...] erlassen."

    Was die nachgeordneten Verbände in der Praxis aber nicht davon abhält, ihre eigenen Bestimmungen zu erlassen, was wiederum dann aber auch selten jemanden stört und so dann doch irgendwie geltendes Recht wird.

    2. Die Regel mit den gemischten Mannschaften gibt es deutlich länger als das Gastspielrecht. Und nicht überall gibt es gemischte Mannschaften. Schon sind wir in einem Graubereich, weil § 19 b SpO keine gemischten Mannschaften erwähnt.

    Meine Auslegung: "Gemischte Mannschaft" E oder D ist ein Kunstgriff, um einzelnen Mädchen (oder Jungs) eine Möglichkeit einzuräumen, am Spielbetrieb teilzunehmen, auch wenn es keine Mannschaft in der eigenen Altersklasse gibt. Und wenn eine Spielerin in einer Jungsmannschaft/gemischten Mannschaft spielt, dann für eine Mädchenmannschaft eines Nachbarvereins ein Gastspielrecht beantragt, dann bekommt sie auch ein Gastspielrecht. In ihrer Altersklasse hat der Erstverein keine (Mädchen-) Mannschaft gemeldet. Bei mir spielt eine Spielerin, die im Heimverein kleine Jungs in der D-Jugend verhaut und bei mir die Chance hat, mal ausschließlich gegen Mädchen zu spielen.

    Dann sortieren wir das mal auseinander:

    Geregelt in § 19b Spielordnung DHB, der HVNB hat keine ergänzenden/abweichenden Bestimmungen formuliert.

    Antragsfrist: 01.07. - 30.11. (§§ 19b Abs. II iVm. § 19a Abs. II Satz 1 SpO)

    Wir unterhalten uns also aktuell also um ein rein akademisches Problem, für dieses Saison ist das Gastspielrecht durch.*

    Das Gastspielrecht (§ 19b SpO) fußt größtenteils auf dem Zweifachspielrecht (§ 19a SpO). Es lohnt also ein Blick auf beide Vorschriften:

    § 19a Zweifachspielrecht für Jugendspieler der Altersklassen A-C

    § 19b Gastspielrecht für Jugendspieler

    Zweifachspielrecht ist begrenzt auf A bis C-Jugendliche, Gastspielrecht ist jedenfalls nicht begrenzt auf A- bis D-Jugendliche. Unsere E-Jugend Spielerinnen (ebenfalls HVNB) haben jedenfalls Spielerpässe. Und wenn wir z.B. ein Gastspielrecht für eine E-Jugendliche beantragt und der Landesverband es verweigert hätte, hätte sich längst das Sportgericht damit beschäftigt und wir hätten nun die Ergänzung im Spielausweis.


    *Wenn der Verein den Antrag innerhalb der Frist des 01.07. - 30.11. gestellt hat, wird es wieder interessant. Der HVNB muss die Ablehnung ja beschieden haben und wird ganz sicher eine Rechtsmittelbelehrung beigefügt haben mit der Einspruchsfrist. Fehlt die Rechtsmittelbelehrung und/oder die Einspruchsfrist, sind wir im Geschäft, auch noch im Februar. Einspruch einlegen und dem Sportgericht erklären, dass es keine Beschränkung auf A bis D-Jugend gibt.

    Zwischenstand Skandinavientraining

    Bislang fünf Trainingseinheiten Vorbereitung auf den Rödspätte Cup. Für Außenstehende muss das Training komplett irre wirken. Schlagwurftraining 8m. KM mit indirekten Sperren auf 7m. Parallelstoßstafetten bis 7 1/2 m Tiefe. Reihenweise Handgelenkspässe. Für Eingeweihte muss das Training komplett irre wirken. Wechselweise acht Trainingsgäste von anderen Vereinen und sechs E-Jugendliche im Quasi-B-Jugend Training. Die wenigsten von den Gästen kommen tatsächlich auch mit nach Dänemark. Hab ich mir ja so ausgesucht.

    Kommenden Samstag mal zwei Stunden Training nur mit den Turnierteilnehmern. Bislang ausschließlich Übungen, Samstag mal Schwerpunkt auf Spielen und mehr Einbindung KM. Schlagwürfe durch die Deckung habe ich im Punktspiel noch nicht gesehen. Aber das Positionsspiel wird allmählich flüssiger. Im Alltag der D durch die meist offensiven Abwehrreihen ja so gar nicht möglich. Rückraum stößt im Training tief in den Neuner rein. Teils schnelle Handgelenkspässe für eben Geschwindigkeit. Außen zum Überlaufen ansetzen, Richtungswechsel, Ball nach hinten bringen. Gegenspielerin umprellen, Druck zwischen 1 und 2, Parallelstoß. Korrekturen:

    - Fußspitze zum Tor, Nasenspitze zum Tor, Wurfarmgegenschulter zum Tor, Blick zum Tor!

    - ("Abwehrräume" durch Turnmatten abgesteckt) In die Mitte der Lücke, nicht dicht entlang der Matten stoßen!

    - keine Wurftäuschung, keine Passtäuschung, nicht winken mit dem Ball, Arm hoch, torgefährlich werden, Pass!

    - Niemals in der Rückwärtsbewegung / im Ansatz zur Rückwärtsbewegung passen!

    - Außen den letzten Schritt beim Überlaufen mit dem äußeren Fuß, nicht als Kreuzschritt mit innerem Fuß, sonst klappt der Richtungswechsel nicht!

    (Bzw. ich muss mal überlegen, ob wir doch den Kreuzschritt innerer Fuß und Drehung einbauen.)

    - Außen beim Richtungswechsel mit der äußeren Hand prellen, Ball beim ersten Preller nach hinten bringen und sichern!

    - Wenn Handgelenkspass, dann Torgefahr nur mit Stoßbewegung aufbauen und nicht durch Ausholen!

    - Handgelenkspass von unten, nicht den Ball zur Brust führen und schubsen! Seitlich wegdrücken, nicht "rollen"!

    - Nullschritt nur, wenn der Pass hoch/vernünftig kommt.

    - Nach dem Pass schnell in das Zurückstoßen!

    Zwischendurch Fokus auch mal auf Abbrechen der Passfolge, aktuell mehr auf Geschwindigkeit durch Hereinnahme des Handgelenkspasses, Fortgeschrittene beidseitig, alle anderen nur mit der starken Hand. Eine meiner Trainingsgäste vom anderen Verein gestern als RH auf RA sogar von sich aus Schlagwurfpass mit taktisch richtiger schwacher Hand.

    Erste Erfolge am Wochenende. Seuchenspiel der wC II. Sechs Absagen, davon fünf C-Jugendliche. Hinspiel zu Hause mit einem Tor gewonnen, Rückspiel mit drei C-Jugendlichen Jungjahrgang, sechs D-Jugendlichen. In der Not eine Torhüterin Jungjahrgang D-Jugend im Feld und eine D-Jugendliche zusätzlich mitgenommen, damit wir überhaupt zwei Feldspielerinnen auf der Bank haben. LA, RL und RM durchgehend mit D-Jugendlichen besetzt. In der zweiten Hälfte vier oder fünf Bilderbuchangriffe. Ball kommt von rechts, RM stößt an, blitzschneller Handgelenkspass schwache Hand, RL brezelt auf die Lücke zwischen Außen und Halb, AR hilft wie eine Irre ohne Not aus, abgeräumt für LA mit Startbahn wie für ein Kleinflugzeug. Wenn wir jetzt den Luxus einer "gelernten" Außen auf LA gehabt hätten, wäre das Spiel fast noch eng geworden.

    Zitat

    Während ich nicht glaube, dass sich die Skandinavier auf uns vorbereiten, machen wir seit dieser Woche bis zu den Osterferien B-Jugend Training in der D-Jugend (Angriff gegen 6:0).

    Ich habe schon mal die Anregung bekommen, ich möge mein "Dänemark-Vorbereitungstraining" mal für die "handballtraining" oder "handballtraining junior" als Artikel aufarbeiten. Hielt ich nichts davon, das wäre, als würde ich einen zweihundertseitigen Reiseführer für Bora-Bora verfassen und noch ein großes Kapitel den einheimischen Kneipen widmen. Wer soll damit was anfangen, wenn ich D-Jugendlich auf eine 6:0 Abwehrwand vorbereite?

    Vorgestern durften wir allerdings (leider) wieder die Praxisrelevanz meines Exotentrainings erleben. Landesliga wC des HVNB. Es ist eine "offensive 2-Linien-Deckung" vorgeschrieben. Wie schon im Hinspiel stellt der Gegner immer wenn es darauf ankam auf 6:0 Deckung um und wir rennen gegen eine Wand. Die Schieris interessierte es nicht im Hinspiel, unsere kleinen fünfzehnjährigen Schieris im Rückspiel auch nicht, bzw. ich bin zu alt, um darauf Energie zu verschwenden, es ihnen einzutrichtern. Laut hiesiger Durchführungsbestimmungen müsste ich einen Antrag stellen, die Deckungsweise einmal überprüfen zu lassen. Werde das spaßeshalber irgendwann mal tun und den Einspruch gegen die Spielwertung hinterher damit begründen, dass mein Antrag nicht geprüft wurde (und nicht, dass die Schieris keine 6:0 erkennen konnten = Tatsachenentscheidung). Unentschieden Hinspiel, Unentschieden Rückspiel, weil uns der Gegner zuverlässig immer wieder ins Passive Spiel trieb. Zeitweise hatte ich einen reinen D-Jugend Angriff auf der Platte und damit die vage Hoffnung, dass das Training dieser Woche schon fruchtete. Tat es nicht.

    Gab mir zu denken, ob es nicht doch eine Zielgruppe für einen solchen Artikel geben könnte. Werde ich nach dem Osterturnier mal überdenken, falls wir uns dort gegen die Fleischmauern ganz gut behaupten.

    Ist ja nur zehn Jahre alt, lässt sich recyclen. Ich war selber mal fleißig und pflege in meinem Verein intern eine Datenbank mit Turnieren in einem großzügigen Umkreis plus auserwählte Turniere im Ausland. Die suche ich mir hier zusammen:

    Turnier-Portal

    Erst einmal nach "Handball" filtern, dann ggf. den Zeitraum eingrenzen.

    Liste der Handballturniere - Handballturniere - Handballcamps
    Dies ist eine Liste der aktuell eingetragenen Handballturniere. Für Details klicken Sie bitte auf den jeweiligen Turniernamen. Zur Kalenderansicht
    www.handballturniere.de
    Turnierfinder | Handballverband Niedersachsen-Bremen e.V.
    Auf dieser Seite findest du Turniere in deiner Nähe. Egal ob Hallenhandball, Beachhandball oder Rasenhandball - der Turnierfinder des Handballverbandes…
    hvnb-online.de

    Schwerpunkt Niedersachsen/Bremen

    Handballverband Schleswig-Holstein: Turnierkalender

    Schwerpunkt Schleswig Holstein

    Ihr dürfte Euch gerne beteiligen! :hi:

    Moin!

    Ich war mit einem befreundeten Trainer am Sonntag in Buxtehude zu einem Trainerworkshop. Adrian Fuladdjusch (A-Jgd. Bundesliga/3. Liga) gab einen Einblick in sein individuelles Angriffstraining.

    Was ich u.a. für mich mitgenommen habe, sind Hausaufgaben. Adrian bemängelte, dass wenn die A-Jugendlichen zu ihm kämen, er in der Regel mit komplexem Technikerwerbstraining gar nicht mehr anzufangen bräuchte. Die Grundlagen müssten in den Heimvereinen geschaffen werden ("klar, selbstverständlich, mache ich"), auch z.B. für den Dreher ("ääääääähhhhhhh..."). Gehe ohne Peeke natürlich nicht, aber die Grundtechnik könne man z.B. in der D-Jugend schon mal mit dem Knautschi-Ball angehen und auf die Technik dann später dann mit Peeke und richtigem Ball aufbauen.

    Bin ja für alles offen. Absprung über das falsche Bein mache ich in der D-Jugend auch schon (erfolgreich jedenfalls mit den Talenten) en passent während der Sommerferien, also habe ich ein neues Projekt. Soll mir keine spätere Bundesligaspielerin sagen: "Warum hast Du nicht..." Also... Dreher... ja... hmmm... kann ich nicht. O.k., habe ich schon öfter mal - aus der Ferne - gesehen. War nie Teil einer Trainerfortbildung. Ich habe eine grobe Bewegungsvorstellung.

    Kann mich wer in Richtung eines Videos, eines Artikels, eines Kapitels in einem Lehrbuch weisen? Zum Glück kann ich wenig falsch machen. Normalerweise gehen die Mädels hoch in die C und haben den Dreher bei mir nicht gelernt und werden ihn wahrscheinlich auch weiterhin nicht lernen. Wenn wir nun im Kleingruppentraining (bei mir kommen ohnehin nur drei Mädchen für dieses Projekt in Frage*) mit Technikerwerbstraining starten, ohne dass ich einen blassen Schimmer habe, mache ich nicht so viel kaputt. Und mit Trial & Error lernen wir ggf. gemeinsam was dazu. Effektiver wäre es allerdings, wenn ich nicht bei Null anfinge, sondern schon mal einen groben Korrekturplan hätte.

    Meine allerersten Gedanken:

    Ich setze die Spielerin auf einen Kasten/einen Stuhl. Volle Konzentration auf Arm und Handgelenk, der Rest des Körpers ist als Störfaktor ausgeschaltet. Aus dem Stand kommt daher viel später. Knautschi-Ball. Zwei, drei Meter in gerader Linie vor der Spielerin ein Turnkasten, auf der Seite, Öffnung auf der Wurfarmseite. Aufsetzer mit Spin in den Kasten. Später weiter wegschieben oder zweiter Kasten dahinter. Und ich steh daneben und versuche vom Ergebnis her zurückkorrigieren. Sieht der Wurf gut aus, muss ich mir die vorangegangene Bewegung des Handgelenks einprägen. Klappt es nicht, muss ich am Abklappwinkel des Handgelenks schrauben, an der Rotation, an der Vorbewegung.... Danach bekommen die Mädels Hausaufgaben und sollen zu Hause um z.B. einen Stuhl herumzirkeln, möglichst ohne die Wohnung zu zerstören. Ich habe jetzt schon Kopfschmerzen und meine drei Granaten bekommen heute Abend Muskelkater im Handgelenk als Phantomschmerzen und wissen nicht woher.

    *Wenn nicht mindestens Perspektive auf spätere DHB Sichtung da ist, spare ich mir die Mühe.

    Ab der D-Jugend erste Halbzeit offensiv, zweite Halbzeit frei. So meine Meinung.

    Charmante Idee. Könnte ich mir gut vorstellen, wenn es eine überregionale D-Jugend Liga gäbe, wo sich wirklich nur die leistungsorientierten Mannschaften tummeln. Versuche ich gerade (wieder einmal) beim HVNB anzuschieben. Die Regel nützt nicht viel, wenn die Liga zur Hälfte oder mehr aus Breitensportmannschaften besteht, die mal ein, zwei stärkere Spielerinnen haben. Zu Ausbildungszwecken wünsche ich mir bereits in der D eine Liga oberhalb von Breitensport. Aber nein, dann wird ja nicht mehr nicht mehr ausgebildet, sondern reflexartig nur noch auf Pokale geschielt. :/

    Bei uns spielen in der B-Jugend erfreulicherweise fast alle Mannschaften offensiv, nur 2 Exoten mit 6:0 und ein paar mit der Option 6:0 sind dabei…

    Und genau das ist Teil des Problems. Spiel gegen 6:0 kann als Ausbildungsziel nicht wegdiskutiert werden und kommt in der B einfach zu spät. Dann haben wir nämlich den 2er Ball und das Leben wird nicht eben einfacher.

    Es nähern sich die Osterferien und damit der Höhepunkte der D-Jugend Saison. Turnier mit 41 Mannschaften, davon zum Glück nur etwa 1/3 Deutsch, ansonsten sind Dänemark, Schweden und Norwegen vertreten. Noch keine Peeke in der D-Jugend, dafür müssen wir uns überwiegend mit ungewohnt defensiven Deckungsvarianten auseinandersetzen, die wir so aus der täglichen Praxis gar nicht kennen. Die Skandinavier kennen dafür unsere Deckung nicht aus dem Alltag, was die Chancen etwas ausgleicht. Welche Handballphilosophie setzt sich durch? Wir sind ein wenig den Schieris ausgeliefert, für die wir Exotenhandball spielen (wie einst die Nordafrikaner bei der WM), haben aber einen kleinen Vorteil. Während ich nicht glaube, dass sich die Skandinavier auf uns vorbereiten, machen wir seit dieser Woche bis zu den Osterferien B-Jugend Training in der D-Jugend (Angriff gegen 6:0). Käme die Kinderhandballpolizei in die Halle, würde ich sofort abgeführt.

    1. Positionsspiel gegen 6:0

    Fünf Turnmatten repräsentieren fünf Abwehrspielerinnen im Neuner, fast am Sechser. Außen liegt schräg, der Innenblock liegt mit der schmalen Seite Richtung Tor bzw. Rückraum. Druckvolles Durchspielen Rückraum plus Außen mit dem Ziel, einerseits auf allen Positionen Torgefahr zu erzeugen und die Abwehr in die Seitwärtsbewegung zu zwingen, andererseits aber das Paradoxon zu schlagen, gleichzeitig schnell zu spielen. Außen Ballannahme in der Seitwärtsbewegung, mit 2, 3 Schritten zur Kante der Matte, Richtungswechsel, äußere Hand prellt nach hinten raus und umprellt die Matte, beschleunigt, stößt zwischen 1 und 2. Immer die Mitte der Lücke suchen, nicht den Rand. Fußspitze, Nase, Wurfarmgegenschulter, Blick zum Tor. Weiterspielen, zurückziehen. Sobald der Wurfarm hochgeht, startete die Nachbarin zum Stoßen. Wegen der defensiven Deckung ist der Rückraum auf ungewohnten 10, 11 m.

    Gegen die übliche Halbfeldmanndeckung oder 1:5 unterschiedlicher Tiefe kommen wir im Alltag in der D häufig gar nicht in das "echte" Positionsspiel. Nun müssens sich die Mädchen daran gewöhnen, in den Neuener hineinzuarbeiten und ganz neue Torchancen zu erkennen, ohne dass dabei der Ball ins Tor getragen werden kann.

    Recht bald kommen Varianten ins Spiel. Expresspässe zwischen Halb/Halb oder Mitte/Außen. Richtungswechsel mit Passtäuschung/mit Abbruch und Stoßen in die andere Richtung. Spaßeshalber Stoßen gegen die Ballrichtung mit Abräumen für Außen.

    2. Schlagwurfvarianten aus dem Parallelstoß

    Alles Stoßen hilft nichts, wenn wir den Ball nicht von 8 m ins Tor bekommen. Alle mit Ball auf Linienaußen, Nr. 1 hat dagegen keinen Ball. Blickrichtung andere Hallenhälfte. Hütchen auf RL/RR. Zwei Kastenoberteile/Airbodys defensiv auf Halb mit Lücke von etwa einem Schritt dazwischen. Nr. 1 umläuft Hütchen, beschleunigt Richtung Abwehrlücke, bekommt den Pass von Nr. 2 betont spät Höhe Neuner. Schneller Schlagwurf mit/ohne Stemmschritt durch die Lücke. Nicht durchlaufen, aber so nahe an die Lücke heran, dass das gesamte Tor eine Wurfoption wird und die Abwehr den Wurf nicht in einen Tunnel "kanalisiert".

    Varianten: Leichte Änderung des Anlaufs genau auf Abwehrspieler auf Wurfarmseite zu, Stemmschritt "falsches Bein" seitlich raus mit Wurf nicht durch Lücke sondern Außen vorbei. Das Gleiche spiegelverkehrt (geht über beide Beine!), Abknicken zur Wurfarmgegenseite, Wurf Außen vorbei (für die Fortgeschrittenen, bloßen Stemmwurf über das falsche Bein bekommen noch fast alle hin).

    Mit Parallelstoß auf Mitte. Weiterer Parallelstoß auf gegenüberliegende Seite. Mit Richtungswechsel von der Mitte/Zurückstoßen. Immer mit Abschluss durch Lücke oder eben außen vorbei per Schlagwurf. Ball ins Tor tragen können die Mädels ja schon, also nur Abschluss per Schlagwurf.

    3. Einbindung KM

    Aufbau wie oben, die Lücke wird etwas vergrößert. KM in die Lücke zur ballfernen Abwehrspielerin. Schrägstellung, indirekte Sperre, Brust zum Ball, ein Fuß tief in der Lücke.

    - Frühes, schnelles Anspiel zu KM nach der Ballannahme.

    - Laufrichtung in Passrichtung an der Lücke vorbei, Wechselsperre KM mit Suchen des leichten Kontakts nach hinten, Anspiel.

    - Richtungswechsel und wieder an der Lücke vorbei, zweite Wechselsperre KM, Anspiel.

    - Sperre mitnehmen und Durchbruch.

    4. Zielspiel als "10 m Ball"

    4:4/6:6, Der Angriffsraum ist durch Schaumgummipommes nach hinten auf 10 m begrenzt. Abwehr als Fleischmauer auf 6, 7 m, arbeitet im Wesentlichen seitlich und mit Blocks. Angriff muss am Rande des/im Neuner arbeiten und sich Torchancen erarbeiten.

    Während wir uns wochenlang Lösungen gegen die Fleischmauern erarbeiten, stellt sich kaum ein nordischer Trainer auf die Deutschen ein. So jedenfalls meine Theorie. Und wenn doch, stellen wir dann auf Halbfeldmanndeckung um. Letztes Jahr sind wir völlig verdient von einer schwedischen Mannschaft in den B-Pokal geschickt worden, weil wir zwei Maschinen im Rückraum nicht verteidigen konnten. Mit den defensiven Abwehrreihen kamen wir dagegen ganz gut klar und haben auf dem Weg zum Gewinn des B-Pokals auch sämtliche skandinavischen Teams geschlagen. In der C sieht das dann ganz anders aus, ist aber nicht meine Baustelle. Was mich allerdings seltenst beeindruckt, sind eben die defensiven Deckungsreihen, die im Wesentlichen nur auf Würfe warten, wenig Finesse zeigen.

    Und noch mal grundsätzlich: Wenn ich die Mädels nicht wochenlang auf Angriff gegen Fleischmauer vorbereiten würde, stünden wir jedes einzelne Spiel gegen Skandinavier wie der Ochs vorm Berge und würden dicke Backen machen. Macht nichts, braucht man bei uns ja erst in der B-Jugend? Ich habe gerade einen Bericht aus Kienbaum von der DHB Sichtung gehört. Der Altjahrgang C spielt in den Landesauswahlmannschaften gegeneinander. Vorgabe ist eine Halbzeit 3:2:1 und eine Halbzeit 6:0 (warum auch immer). Eine Halbzeit Handball, eine Halbzeit... Ochs vorm Berge, weil man das ja aus Spielbetrieb nicht kennt. Findet den Fehler!

    Was kann die Lösung sein? Das Ochse-Berg-Problem schieben wir ja auf die B-Jugend. Mir geht es gar nicht mal um den groben Unfug, in der Sichtung eine Deckung vorzuschreiben, die flächendeckend in der Altersklasse verboten ist. Kannste Dir nicht ausdenken und mein Rückschluss ist, dass offenbar nicht die Mehrheit von C-Jugend Talenten in der B mittrainiert/eingesetzt wird. Ich halte aber cold turkey von C auf B, 3:2:1 quasi Pflicht in der C zu "alles erlaubt" in der B (also Hacken an den Kreis...), für überdenkenswert. Ich habe einen Vorschlag gehört, im Punktspielbetrieb der C auch eine Halbzeit 3:2:1 und und eine Halbzeit 6:0 vorzuschreiben. Die Deutsche Lösung für alles! Noch mehr Vorschriften! Alles muss reguliert werden! Krieg ich die Krätze. Mein Vorschlag: Höchste Liga C-Jugend die Deckung in der Rückrunde freistellen. Löst das Sichtungsproblem nicht, da die Sichtung mitten in der Saison liegt. Die Mädels hätten aber aus dem Jungjahrgang schon mal eine halbe Saison Erfahrung mit 6:0. Und jeder Trainer kann fast die halbe Saison an den üblichen C-Jugend Baustellen arbeiten, muss aber für die Rückrunde vorsorgen, denn die Mehrheit der Jecken stellt dann auf 6:0 (oder Fleischmauer) um.

    Nur mal so als Idee.