Beiträge von Zickenbändiger

    Diese Saison haben wir in der D-Jugend tatsächlich mal wieder drei Teams an der Spitze. Die Tabelle berichtet zwar von einem Fünfkampf (bei sieben :nein: Teams), das sind aber nur Zahlen. Unsere Hinrunde ist rum, beide Spitzenspiele sind deutlich unterschiedlich gelaufen. Personell waren wir jeweils in voller oder fast voller Besetzung, Spitzenspiel Nr. 1 verlieren wir dreckig mit einem Tor, Spitzenspiel Nr. 2 (s.o. im vorherigen Bericht) machen wir ganz unnötig spannend (Halbzeit plus 6, Ausgleich, Enstand plus 4). Das erste Spiel war auswärts, das zweite Spiel daheim. Aber ohne große Kulisse bemesse ich der Tatsache kaum Bedeutung bei, auch wenn Sportpsychologen den Heimvorteil auch unabhängig vom Publikum begründen können. Die kritische Analyse hinterher sagt mir jedenfalls, es lag auswärts nicht nur am unverschämt pfeifenden Schieri sondern an der Bank. Unserer Bank. Denn erfolgreiches Coaching (bei Kindern jedenfalls) ist Einstellungssache.

    Spiel Nr. 1 gegen L. war gegen den vermeintlich härtesten Konkurrenten diese Saison. Hatten wir in den letzten anderthalb Jahren immer geschlagen. Zwei außergewöhnlich starke Rückraumspielerinnen des älteren Jahrgangs, die unsere Mädchen natürlich aus der Auswahl bestens kannten. Eine ehemalige Bundesligaspielerin auf der Bank, die bei meinem Verein schon die Deutsche Meisterschaft in der wB geholt hat. Also beste Voraussetzungen für ein klasse Spiel, das ich irgendwie unbedingt gewinnen wollte, allerdings meine Zweifel hatte. 40 Minuten stand ich unter Strom, der Parteiische in Schwarz machte es nicht unbedingt besser. Und die gegnerische Torhüterin, die wir gar nicht auf der Rechnung hatten, gab uns den Rest. Und dennoch meine ich, wir waren 1:1 die stärkere Mannschaft, hätten trotz Faktor Torhüterin und Schiedsrichter gewinnen müssen.

    Spiel Nr. 2 gegen B. Ebenfalls zwei überdurchschnittliche Rückraumspielerinnen auf der anderen Seite. Die beiden Spielerinnen im Vergleich aber nicht ganz so stark wie die Mädels von der Konkurrenz aus L. Der Gegner in der Breite auch nicht so stark. L. und B. hatten in ihrem Aufeinandertreffen in der Hinrunde Unentschieden gespielt, für mich etwas überraschend. Heimspiel B., also lag es nicht am Schieri von L. Ich hatte 0% Zweifel, dass wir dieses Spiel gewinnen würden. Vor dem Spiel spricht mich ein Elternteil an: "Du bist ja heute gut gelaunt."

    Spiel Nr. 1 ein verbissener Trainer, der keinerlei Freude am Handball ausstrahlt und folglich auch keine Freude verbreiten kann. Stoisch herumstehend, nur Information an die Kinder, keine Motivation, nur negative Emotionen, weil mich der Schieri in den Wahnsinn treibt. Spiel Nr. 2 bewege ich mich viel vor der Bank, lache, hole mir eine Spielerin ran, erkläre etwas, sie setzt es sofort um, hole sie mir im nächsten Angriff wieder ran, umarme sie. Zur Halbzeit liegen wir mit sechs Toren vorne, der Gegner ist (eigentlich) geschlagen. Große Aufholjagd, mehrere Gegentore nach 1:1 gegen meine drei Jahre jüngeren E-Jugendlichen, die viel Einsatzzeit trotz Spitzenspiels bekommen. Ich weiß, dass ich nur ein wenig wechseln muss, um das Spiel zu gewinnen, lasse den Gegner das Unentschieden erzielen und bleibe vollkommen ruhig, auch wenn wir gerade eine 6 Tore Führung unnötig weggeben haben. Kein einziges böses Wort, keine Ungeduld, die Mädels bekommen keinerlei Signal von mir, dass irgendetwas anbrennt.

    Nach Spiel 1 habe ich mich hinterfragt und bin recht schnell zu dem Ergebnis gekommen, dass ich nichts ausgestrahlt habe, was die Mädels hätte voranbringen können. Eine ehemalige Spielerin hat mich mal im C-Jugend Alter gefragt: "Wenn Dir Handball so viel Spaß macht, warum sieht man das im Spiel nicht?" "Ich bin Trainer, kein Animateur." Ihre Mutter meinte: "Solltest Du bei Kindern aber sein!"

    >>Hmmmm.... I think, I got it!<< Nach dreiunddreißig Jahren.

    Und auch nach Offensivfoul plus Kopftreffer kann* sich der Werfer entschuldigen. Musste eben noch mal nachlesen, warum der TW nicht das Feld verlassen musste. Ist eine (natürlich sinnvolle) ausdrückliche Ausnahme in den "Erläuterungen".

    *"Kann" ist deutlich strenger gemeint, als es klingt.

    Heute Spitzenspiel weibliche D-Jugend Regionsoberliga. Der Gegner ist ungeschlagen bei einem Minuspunkt. Wir haben bereits vier Punkte abgegeben, weil wir unsere torgefährlichste Spielerin komplett an die mD und wC abgegeben haben und weil wir auch mal unsere einzige Torhütern in die C-Jugend Oberliga verleihen, während wir selber spielen. Gibt Wichtigeres als Punkte.

    Der Gegner läuft mit der ersten Mannschaft auf, ich habe seit Corona nur eine Mannschaft und kann nicht selektieren. Der Gegner kommt mit 9x Altjahrgang und 2x talentiertem Jungjahrgang. Wir haben 6x '11, 3x '12, 1x '13 und weil das nicht bunt genug ist auch noch 2x '14. Auf der Tribüne macht sich wahrscheinlich wieder die Befürchtung breit: "Er wird doch im Spitzenspiel nicht wieder bunt durchwechseln?!" Er wechselt im Spitzenspiel wieder bunt durch. Ausbildung vor Punkte, Punkte durch Ausbildung.

    Wir starten nicht mit Bestbesetzung. Wenn wir mit 100% starten, schwächen wir uns mit jeder weiteren Auswechselung. Also starten wir mit 80% und wechseln etwa im Korridor 85% bis 75% maximale Spielstärke. So können wir am Schluss noch mal kurz bei 100% spielen, sollte es noch nötig werden. So erkläre ich es den Mädchen (prophetisch) vor dem Spiel. Jungjahrgang D am Kreis, unsere bärenstarke Kreisläuferin dafür draußen, eine E-Jugendliche Jungjahrgang links. Unsere bärenstarke E-Jugendliche Altjahrgang draußen. Am Schluss werden wir 22 Tore geworfen haben, 5 - teils wichtige Tore - eben nicht durch Leistungsträger. Ich bleibe zunächste meiner Linie treu, der Innenblock muss gegen starke Gegner funktionieren, dort eher nur Leistungsträgerinnen.

    Zur Halbzeit führen wir 14:8. Niemand ist auf der Bank verstaubt, niemand kann sich über zu wenig Spielanteile beschweren. Auch meine Jüngsten kämpfen in der Abwehr und lassen mich zu keinem Zeitpunkt bereuen, dass wir im Spitzenspiel niemanden aussetzen lassen oder auf der Bank parken. Und unsere Torhüterin macht den Wolff. Die Quote überirdisch. Trotz Plus 6 die Konzentration hochhalten, ist nun die Devise.

    Kinderhandball ist Kinderhandball. Die Konzentration halten wir natürlich nicht hoch. Der Gegner lässt sich zudem was einfallen, stellt die Haupttorschützin auf LA gegen meine E-Jugend Zwerge und auf RM eine talentierte Jung-D-Jugendliche. Zwerg auf die Bank oder improvisieren? Zwerg tauscht auf Vorne Mitte, ist aber der zwei Jahre älteren schnellen Technikerin nicht gewachsen. Vorsprung schwindet, das Auswärtspublikum feiert schon, ich habe aber noch die Bank voll mit Talent. Erst beim 18:18 Unentschieden zweieinhalb Minuten vor Schluss lege ich seelenruhig die Grüne Karte. Ich erlöse meine E-Jugendliche im Abwehrzentrum, stelle ein wenig um, hab volles Vertrauen in die Mädels und unser Wölffchen im Tor. Keinerlei Hektik während der Aufholjagd oder im TTO, keine Taktik, nur: "Ihr schafft das!" Die Mädels glauben mir, 4:0 Lauf, Derby geht 22:18 aus.

    Zwei talentierte aber heute mal überforderte E-Jugendliche des Jungjahrgangs waren Teil des Erfolgs und durften sich als gleichwertige Spielerinnen fühlen. Laura hat sich sogar drei Torwürfe (aus hoffnungsloser Position) zugetraut. Meine weniger talentierten Spielerinnen haben 5 Tore beigesteuert, im Übrigen aber in der Deckung ihren Mann gestanden. Meine torgefährlichste Spielerin saß auf der Bank, hat diese Saison noch kein Spiel ihrer Mannschaft bestritten, da sie in der Liga niemand verteidigen könnte. Dafür war sie gestern in der wC II und in der mD Leistungsträgerin.

    Ich bin ja nicht objektiv, aber wenn ich uns mit Mannschaften vergleiche, bei denen die einzige Leistungsträgerin jedes Spiel 15 bis 20 Tore schmeißt und vollkommen unabhängig vom Spielstand jedes Spiel durchspielt, während andere Spielerinnen auf der Bank kompostieren... dann finde ich unseren Weg besser. Vertrauen in alle Spielerinnen. Entwicklung bei allen Spielerinnen. Und bei der Gelegenheit: Viele Grüße an Alfred! :hi:

    Ich zitiere mich mal kurz aus dem EM Thread:

    Zitat

    Das Weiterspielen der Rückraumspieler der Franzosen im Neuner unter vollem Druck... WOW! Nehme ich mir mit für das Zwergenhandballtraining. Wenn der Mittelblock der Deutschen Nationalmannschaft JEDES MAL in Winterstarre verfällt, wenn ein Ballführer im Rückraum in einen Zweikampf verwickelt wird (die Situation, in der ich beim Kinderhandball die Nachbarleute ins Pressing schicke) - dann muss das ein Erfolgsrezept für das Grundlagentraining sein

    Die Wichtigkeit betont ein befreundeter Trainer immer wieder: "Pässe unter Druck spielen können." Danke Frankreich, nun habe ich das mal in Perfektion gesehen! Hilft ja, wenn man mal das Bild im Kopf hat, wo es hingehen könnte. Ich spinne weiter, was ich oben geschrieben habe. Wenn das gegen den deutschen Mittelblock so wirksam ist (und wir reden nur von 1:1 mit Weiterspielen)... dann funktioniert das im Jugendbereich ÜBERALL. Zwei Möglichkeiten: a) die Abwehr verfällt im Moment des Zweikampfs in eine Starre oder b) die fortgeschrittene Abwehr geht ins Pressing über. Ich sehe c), die Deckung bleibt 100% aufmerksam, als große Ausnahmen. Für den Ballführer bedeutet a) oder b) dasselbe: Jetzt geht's los! 1:1 und nicht (immer) Durchbruch sondern Weiterspielen?

    Nur die ersten Gedanken nach dem Geistesblitz. Einmal die Woche starten wir mit der wD die erste Viertelstunde im Gang und warten, bis die Balltreter endlich aus der Halle verschwinden. Hatte ich schon zu geschrieben, dass wir die Zeit für ein klein wenig Aufwärmen nutzen und darüber hinaus im Winterhalbjahr feste 10 Minuten jede Woche 1:1 Training haben. Ist in Sachen Aufwand/Ertrag Gold wert. Da werde ich nun statt 1:1 mit Durchbruch auch mal 1:1 mit Weiterspielen einbauen. Heute geht's los. Abwehr darf angesichts des durch Wände beengten Raums ohnehin nicht seitlich agieren. Pass, Rückpass in den Nullschritt, Abwehr soll mit allen Mitteln Stoppfoul machen, Ballführerin muss den Ball erfolgreich verteidigen UND unter Druck hinter die Abwehrspielerin einen vernünftigen Pass spielen. Ballführerin darf erst nach Kontakt passen, Abwehrspielerin soll zunehmend mehr Druck ausüben und darf die Handballregeln zunehmend vernachlässigen. Aufbau Schlange links, Schlange rechts, Schweinchen in der Mitte. Daneben zweite Gruppe noch mal, die Gruppen etwas der Größe nach sortiert. Ich starte jeweils mit schwächerer Abwehrspielerin und stelle nach und nach eine schwierigere Aufgabe in die Deckung.

    Die Erwartungen schon teils amüsant. Hat hier ERNSTHAFT wer geglaubt, Deutschland wäre schon an der Weltspitze dran? Deutschland holt in zehn Spielen gegen Frankreich fünf Punkte? Keine Weltklasse auf RL, keine Weltklasse auf RR... letztlich bin ich schon zufrieden, dass wir lange ein offenes Spiel hatten. Mehr war bei aller Euphorie nicht zu erwarten! Wolff/Späth... großartig, reicht nur nicht.

    Das Weiterspielen der Rückraumspieler der Franzosen im Neuner unter vollem Druck... WOW! Nehme ich mir mit für das Zwergenhandballtraining. Wenn der Mittelblock der Deutschen Nationalmannschaft JEDES MAL in Winterstarre verfällt, wenn ein Ballführer im Rückraum in einen Zweikampf verwickelt wird (die Situation, in der ich beim Kinderhandball die Nachbarleute ins Pressing schicke) - dann muss das ein Erfolgsrezept für das Grundlagentraining sein.

    Die vielen 7m... meiner Meinung nach keine Fehlentscheidung dabei. Aber dass Fabregas den Ball jedes Mal annehmen darf und dann nicht von einem ICE überfahren wird... Ab 9m ist Krieg, Baby! Gilt schon bei mir in der D-Jugend. Raus aus dem Neuner mit dem Luder! Pronto!

    Ich hab ja keine Ahnung von Handball. Vielleicht kann mich wer erleuchten. Warum kraucht der deutsche Rückraum auf der linken Seite IMMER WIEDER am Rande der Nahwurfzone rum?! Einen Pritschpass nach Außen beherrscht eh keiner und Standhandball auf der Königsposition will mir nicht in den Kopf. Steht man am Neuner besser für Yugo? Noch mehr Bindung von HR Richtung Außen? Mir fehlt die Phantasie.

    Ich verfolge die EM nicht ganz eng, war aber natürlich begeistert ob des Unentschiedens zwischen Norwegen und Färöer. Dank Sport1 relativiert sich der gewonnene Punkt nun etwas.

    Zitat

    Das 26:26-Unentschieden zwischen den Färöer Inseln und Norwegen wird auch noch im Anschluss an die Handball-EM als einer der absoluten Höhepunkte gelten. Nicht aller Tage überrascht ein knapp 52.000 Einwohner fassendes Land mal eben einen neunmaligen Europameister.

    Zunächst war ich irritiert. Dann habe ich recherchiert. Die Färinger haben gegen die norwegischen Frauen gespielt! :jump:

    Auf dem Sprung vom Breitensporttrainer auf die nächste Stufe habe ich mal die örtliche Ikone aus einer Handballdynastie gefragt, was sie mir raten würde, wenn ich leistungsorientiert trainieren wolle.

    "Turnen. Viel Turnen. Und große Turniere spielen."

    Jedenfalls an die Hälfte des Rats habe ich mich gehalten. Feinschliff durch Turniere. Mit großer Skepsis betrachte ich Mannschaften von ambitionierten Trainern, die sich bis hin zum Final4 Deutsche Meisterschaft sehen, aber die Trainer zu faul sind, sich auf dem Turnierzirkus zu präsentieren. Der Turnierkalender in ZeeBeeland:

    Der Altersklassenumbruch kommt bei uns inzwischen auch bei den Zwergen regelmäßig erst nach Ostern. Himmelfahrt ist dann der erste Pflichttermin mit der neuen Generation nach nur wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten. Vor einigen Jahren war es bei uns sogar so, dass die E-Jugendlichen zu mir hochkamen (teils hatte ich einige schon ein, zwei Jahre zusätzlich im Kader) und sie zwei Jahre lang in der E kein einziges Punktspiel verloren hatten. Himmelfahrt also der perfekte Zeitpunkt, die Zwerge einzunorden. NOCH NIE bin ich mit den D-Mädels beim Ulzburgcup ins Viertelfinale gekommen... und das ist gut so. Wir spielen Jahr für Jahr die Vorrunde, kriegen Jahr für Jahr in den vier Vorrundenspielen meist zwei richtige Klatschen und haben zwei enge Spiele oder gewinnen vielleicht mal ein Spiel deutlich. Nach dem ersten Turniertag wissen die Mädels dann ganz genau, dass sie ganz kleine Fische sind und noch viel zu lernen haben. Und am zweiten Tag nimmt die Mannschaft allmählich schon mal auf, was ich von ihr will. Wir gewinnen dann alle Spiele und werden eigentlich jedes Jahr Neunter. Auch schon mal im 7m Werfen. Anders will ich es auch gar nicht haben.

    Beachhandball gehört inzwischen fest zu meinem Programm, ab Mai sind wir in aller Regel zweimal die Woche im Sand. Athletiktraining im Sand irgendwie automatisch immer mit dabei, macht den Mädels einen Riesenspaß und mal ohne Prellen zu spielen tut auch ganz gut. Ein Eintagesturnier und ein Wochenendturnier (Cuxhaven) ist daher jeden Sommer Pflicht. Und da irgendwie individuelle Ausbildung (Wurftraining) und Beachhandball (coast-to-coast Tore zählen doppelt) ganz gut zusammen passen, verlieren wir meist keine Spiele im Sand, egal wie gut die Gegner sich sandspezifisch vorbereiten. Der Verband experimentiert ein wenig mit einer Beachhandballserie im Sommer als Ergänzung zum Hallensport. Falls es in den Kalender passt, nehmen wir da auch mal einen Termin mit.

    Rasenturniere sind nicht so meins, da wir aber ein riesiges Turnier jedes Jahr im Sommer in der Stadt haben (TuS Bothfeld) und sich viele D-Jugend Teams dort präsentieren, sind wir natürlich auch jedes Jahr dort vertreten. Manchmal passt auch noch ein zweites Rasenturnier in den Kalender. Auf Rasenturniere bereite ich die Mädels nicht eigens vor, für mich einerseits als Spaßturnier für das Teambuilding interessant, andererseits bekomme ich so noch mal einen Überblick über die örtlichen Talente.

    Nach der Hinrunde und den Feiertagen darf ein Neujahrsturnier nicht fehlen. Wir waren schon in Frankfurt, Mölln, Wilhelmshaven und nun Schenefeld bei Hamburg (Lille Cup). Nach Trainingspause und der Völlerei ein wichtiger Einstieg in die Rückserie. Und vor allem mal eine Chance mal neue Gegner kennen zu lernen und zu vergleichen, was die Konkurrenz anderswo gelernt hat.

    Und zum Ende der Saison haben sich die Mädchen dann auch mal einen Bonus verdient. Ein internationales Turnier muss sein und wenn man weit genug in Dänemark nach Norden fährt, landet man auch auf einem skandinavischen Turnier und nicht auf einem deutschen Turnier im Ausland. Und dann können wir mal so richtig testen, was wir gelernt haben. Die skandinavischen Teams zumeist mit einer Fleischmauer, die wir knacken müssen bzw. wir beweisen, dass Bälle klauen doch irgendwie geiler ist als Herumstehen, die Arme heben und auf Fehler des Gegners zu warten. Also bereite ich die Mädels sechs Wochen lang auf diese Aufgabe vor. Letztes Jahr hat es mal zum Gewinn des B-Pokals beim Rödspätte Cup gereicht, natürlich wollen wir uns auch mal im A-Pokal weiter nach vorn kämpfen. In der D-Jugend übrigens in Frederikshavn noch ohne Peeke, anderenfalls würde ich uns tatsächlich ein anderes Turnier suchen.

    Letzte Saison hat der Landesverband tatsächlich auch mal was für die D-Jugend angeboten und parallel mit mehreren anderen Landesverbänden die Mini-WM nachgespielt. 32 Teams aus ganz Niedersachsen/Bremen, Nationaltrikots, Nationalhymne und in der Vorrunde der Originalspielplan. Danach ging es in Hauptrunde und Endrunde an zwei weiteren Wochenenden weiter. Unter dem Strich so etwas wie eine heimliche Niedersachsenmeisterschaft, eine willkommene Abwechslung vom tristen Breitensportalltag. Immerhin im Halbfinale trafen dann tatsächlich vier Kracherteams aufeinander. Dieses Jahr wird der Spaß wiederholt, diese Woche haben sich sicher Dutzende Trainer auf die 24 Startplätze der Mini EM morgens um 7:00 beworben. Mal schauen, ob ich rechtzeitig im Büro war. Leider scheut man eine offizielle Landesmeisterschaft, Meisterschaften verderben ja den Charakter und die Trainer bilden dann nicht mehr aus, sondern sammeln nur noch Pokale. Blablabla.... Bei der Mini-WM der Mädchen letztes Jahr waren aber seltsamerweise die beiden großen Talentschmieden Niedersachsens im Finale.

    Wie gesagt... ehrgeizige Trainer mit großen Zielen, die aber nicht diesen Aufwand betreiben und Turniere scheuen - kann ich einfach nicht ernst nehmen.

    Zitat

    Noch eine kurze Rückfrage: wo genau haben deine Außen denn zu stehen?

    In der D lege ich großen Wert darauf, dass der Rückraum a) tatsächlich die Fernwurfzone besetzt (also - da wo vorhanden - keine Rückraumspielerin innerhalb der Basketball 3-Punkte-Zone herumsteht) und b) wir nicht RM dreifach besetzen (die Halben außerhalb/an der Ecke Tennis-/Volleyballfeld). Außer in einer wirklich fortgeschrittenen männlichen D gehören die Halben noch nicht an die Außenlinie.

    Bei den Außen sehe ich das noch nicht so eng, dass sie unbedingt auf Linienaußen müssen (jedenfalls nicht in die Ecke). ABER... wenn ich meine Halben so weit habe, dass sie wirklich ihre Position halte und nicht ständig in die Mitte driften, dann wird die o.g. "Perlenkette" zur Ballfalle, wenn Außen außerhalb des Gesichtsfeldes von Ballführerin Halb steht und die sich torgefährlich gemacht hat. Also: Wenn auch nicht zwingend ganz Linienaußen aber zumindest deutlich vor Halb. Auch um des Einlaufen willens zwischen 1 und 2.

    Die Außen kommen bei mir wirklich erst Richtung C-Jugend ins Spiel. Dort dann aber richtig (allerdings bin nun ich viele Jahre bei der D): Stets Eckenaußen, gezieltes Abräumen in Überzahl, 2:2 auf Außen, Einlaufen....

    Letztes Wochenende auf dem Lille Cup: Das oben beschriebene typische Bild auch bei mir. Außen meine kleine E-Jugendliche oder eben meine schwächeren Spielerinnen. Jeder Gegner spielt auch so, im Innenblock kann ich in der Deckung also kaum experimentieren, wenn das binnen 13 Minuten Spielzeit was werden soll. Und ja, wir sind auf dem Turnier, um ein paar Spiele zu gewinnen. Ist ein Wettkampfsport. EINMAL experimentiere ich in der Startaufstellung mit dem Innenblock. Geht sofort nach hinten los und wir spielen Unentschieden gegen eine eigentlich schwächere Mannschaft. So schnell konnte ich gar nicht gucken, wie da drei Gegentore auf der Experimentierposition fallen.

    Ich habe eine Gastspielerin dabei. Eine von drei D-Jugend Granaten Hannovers. Die zweite spielt bei mir am Kreis, die dritte habe ich an die mD verliehen an diesem Wochenende. Mama von Gastspielerin lässt fallen, dass die junge Dame gerne mal LA spielen würde, sich aber nicht traut zu fragen. Eigentlich mag ich taktische Wechsel zwischen den Abwehr- und Angriffspositionen nicht sehr... ich mache eine Ausnahme im letzten Spiel. Spielerin strahlt und hat natürlich keine Probleme damit, in der Deckung Halb zu verteidigen. Gegner sieht sein Unglück nicht kommen bzw. reagiert auch nicht, hat plötzlich Außen Rechts ein riesiges Problem. Höhepunkt des Spiels: LA überläuft in der zweiten Welle ihre Gegenspielerin, RM (Hannovers E-Jugend Granate Nr. 1) spielt sie punktgenau aus dem Halbfeld an. Tor.

    Bin ganz bei Euch, dass in der D die Außen zu sehr vernachlässigt wird. Eine Lösung wäre der o.g. Kreuztausch Halb <> Außen Abwehr <> Angriff. Spart eine Menge Nerven und mein Widerwillen dagegen ist auch nicht gerechtfertigt. Ist kein taktisches Element, das zu früh für die Zwerge käme, sondern dient bloß dazu, in der Deckung mismatches zu vermeiden (und im Angriff zu schaffen).

    Wo wir uns allerdings von allen anderen Teams abgrenzen, ist die Ostervorbereitung. Sechs Wochen vor Ostern bereite ich die Mädels auf den Rödspätte Cup und die defensiven skandinavischen Abwehrreihen vor. Und nebenbei fällt da auch ein wenig Positionsspiel für die Außen ab. Gegenspielerin außen überlaufen, Richtungswechsel, Lücke zu Halb angreifen, 1:1 gegen die Außenverteidigerin und je nach Möglichkeiten auch mal Eckenaußen.

    Ein grundlegendes Positionstraining der Außen in der D-Jugend? Wenn das Sinn machen sollte, müsste ich dann elitäres Training machen und alle diejenigen anderweitig beschäftigen, die sich noch nicht mit Ball und eigenem Körper vollständig angefreundet haben. Schaut Euch in den Hallen um (ich spreche allerdings als Mädchentrainer), das macht überhaupt keinen Sinn. Männliche D sicher anders, zweites Jahr D könnte man sicher schon mal die Schwerpunkte verlagern.

    Das mit dem Rye ist ein dankbarer Tipp. USA und Kanada habe ich bislang nie eine faire Chance eingeräumt. Und seit dem Film "Kingsman - The golden Circle" hatte ich mir fest vorgenommen, tatsächlich mal über den Tellerrand zu schauen. Auch wenn es den Statesman Whiskey offenbar nur im Film gibt. :lol:

    Bei deutschem und östereichischen Whiskies kann ich nur sagen: Liebe Leute, brennt Euren Obstler, Korn, Gin usw., aber überlasst den Whisky den Erwachsenen! Dem Whiskey-formerly-known-als-Glen-Els habe ich vier oder so Chancen gegeben. Allenfalls Grundlage für Fleischmarinade. Aber auch hier sollte gelten: "If it's not good enough to drink, it's not good enough to cook with!"

    Für das Tagebuch war der Ausflug zum Lille Cup/Schenefeld der wD am Wochenende zu... sagen wir... unspektakulär. Großes Lob an den Veranstalter HTS/BW96, der ein E-Jugend und ein D-Jugend Turnier (m und w) ausrichtete und beide Turniere wiederum schon mit der Meldung in A- und B-Pokal unterteilte, nicht skandinavisch während des Turniers ausspielte. Kein Vergleich zu unserem Neujahrsturnier im letzten Jahr mit acht oder zehn Mannschaften in zwei Gruppen, wo wir das Finale mit 19:4 gewannen und uns das Turnier im Prinzip hätten schenken können. Durch eine kurzfristige Absage spielten wir nun in einer Siebenergruppe jeder-gegen-jeden und bis auf eine Regionsauswahlmannschaft (!) waren fünf Gegner wirklich gut. Im A-Pokal war Voraussetzung, dass die Mannschaft in der höchsten Liga des Verbands spielte. NACHAHMENSWERT! Der Organisator teilte mir hinterher mit, dass es gerade aufgrund dieser Aufteilung von allen Seiten Lob gab.

    Wie gesagt... unspektakulär bis auf die Dauerbeschallung mit dummem Geschwätz von einer Trainerin in meinem Rücken während fast aller unserer Spiele. Eine Mannschaft tat sich allerdings auf taktischer Ebene hervor, was im Kontext D-Jugend Handball natürlich nichts Gutes heißen muss... Wie häufig in der D-Jugend hatte man RM dreifach besetzt, daher kleines Intermezzo zur Einführung des Positionsspiels:

    "In der D-Jugend bedeutet Positionsspiel, die Außen prinzipiell an die Außenlinie zu nageln. In der C-Jugend schieben wir sie in die Ecke und nageln nun RL/RR auf die Außenlinie." (altes Sprichwort aus ZeeBeeland)

    Rückraum Mitte dreifach besetzt (und ich meine nicht hintereinander und ich will in der D auch die "Halben" nicht an der Außenlinie haben) - oder nennen wir es RM, RMR und RML - habe ich neulich auch in einem Spitzenspiel wC ROL (dritthöchste Liga) gesehen. Der Tabellenzweite verdichtete sich selbst den Mittelblock zu einem Bollwerk, alle Aktionen gingen zur Mitte rein und die Mädels schlossen die Außen quasi selbst aus dem Spiel aus. Eine Halbzeit ging das gut, in der zweiten Halbzeit brachen dann alle Dämme. Und auf der Tribüne war ich einem Schlaganfall nahe.

    Offensivregel Nr. 1: Den zentralen Angriffsraum öffnen!

    Ist in der Halle ein Tennis- oder Volleyballfeld, dann steht RM im Zentrum und die Halben auf den Ecken oder knapp außerhalb - ABER NICHT ALLE DREI SPIELERINNEN MITTEN IM TENNIS-/VOLLEYBALLFELD! Der Innenblock stellt sich folglich ebenfalls dichter und der spannende Durchbruchraum für die einfachen Tore ist komplett zugestellt. Schade... siehe Offensivregel Nr. 1!

    Jene D-Jugend aber dieses Wochenende machte sich also das Leben im Angriff ebenfalls selbst schwer und wusste dann noch durch ein putziges Positionswechselspiel im Rückraum aufzufallen. Positionstausch, teils in Verkettung, ohne Dynamik, ohne Torgefahr, ohne Beobachten des Gegners, ohne Sinn und Verstand - aber wohl im Training schon mal choreographiert. Gegen Anfängermannschaften mag das noch Verwirrung stiften, leider liefen dort im A-Pokal keine Anfängermannschaften rum. Wurde dennoch bis zum Schluss des Turniers durchgezogen. Anstelle von Handball.

    Für meinen Geschmack brauche ich in der (weiblichen) D kein Kreuzen. Da aber sowohl unser Trainingspartner männliche D als auch meine zur Hälfte aus D-Jugendlichen bestehende wC II es mit Kreuzen zu tun bekommen, brauche ich Übergeben/Übernehmen. Also komme ich jede Saison nicht umhin, Kreuzen in der D einzuführen, um es verteidigen zu können. Und da ich versuche, möglichst wenig Trainingszeit zu verschleudern, wird dann Kreuzen richtig eingeführt, um Übergeben/Übernehmen zu erlernen. Und da ist nichts ohne Dynamik, nichts mit nur Blick zur Passempfängerin und ohne eigene Entscheidung. Da ist RUMMS auf die Lücke, da ist schwer Kontakt zur Gegenspielerin und sie "magnetisch" machen, da ist BAll nach hinten bringen, da ist Gegenspielerin aktiv aus ihrer Position pflügen, da ist immer Parallelstoß, da ist Beobachtung, was die Nachbarspielerin macht und dann folgt die Entscheidung: KREUZEN oder PARALLEL. Und meistens gibt es eine richtige und eine falsche Entscheidung und die Mädels sollen die Richtige finden. Habe ich weiter oben, glaube ich, mal beschrieben.

    Den Rückraumspielerinnen unserer Gegner wurde im Training womöglich gesagt, dass sie Kreuzen erlernt hätten. Nicht nur versuche ich, keine Trainingszeit zu verschwenden, ich möchte zudem, dass mein Training anschlussfähig ist. Wenn der C-Jugend Trainer erst Schwachsinnspositionswechsel dekontaminieren muss, also Trainingszeit verschwendet, bevor er dann richtig einsteigt, habe ich meinen Job nicht gemacht.

    Ich habe mir bei einem Besuch im Einstein in Husum vor rund zehn Jahren eine Flasche (nach vorheriger Probe) gegönnt. Nach wie vor meine bislang teuerste Flasche, nun jüngst recht dicht gefolgt vom Bladnoch 19 yrs.

    Welche Auflage das damals war, habe ich nicht mehr parat. Neulich habe ich von Albert die Codierung (x.1, x.2 und x.3) gelernt und leider wieder vergessen. Weist jedenfalls auf die jeweiligen Fässer hin. Ein Gläschen hatten wir bei der Gelegenheit auch.

    Caol Ila <> Ardbeg <> Laphroaig <> Lagavulin <> Kilchoman <> Port Charlotte (ebenfalls Bruichladdich) im Ring mit dem Octomore...? Ja... es gibt auch andere exzellente torfige Whiskies. "Extrem torfig, ansonsten flach" wäre aber definitiv nicht mein Urteil. Aber:

    Bei YouTube habe ich neulich was Interessantes von einem der "Fachleute" gehört. Dass wir malt mates irgendwann irgendwie alle bei Islay landen, das ist kein Geheimnis. Und Albert fragt seine neuen Gäste ja auch immer: "Seid Ihr noch bei Islay oder seid Ihr schon weiter?" Habe ich vor zwanzig Jahren schon gehört. Nun die These vom YouTuber: Wer sich mit dem ganzen Rauch und Torf auseinandersetzt, sich damit anfreundet, diese Whiskies zu lieben lernt und DANN die Noten hinter Rauch und Torf entdeckt und zu schätzen lernt, der wird diese Noten dann auch in Speyside, Campbeltown, Lowlands und Highlands suchen und erst richtig entdecken. Ging mir früher mit Musik so. Im Freundeskreis schaukelten wir uns zu immer härter, schneller, lauter hoch. Mag ich immer noch, gehe ich immer noch zu den Konzerten, weiß aber nun auch die leiseren Töne zu schätzen. Wird Biertrinkern bei India Pale Ale ähnlich ergehen.

    Meine These: Der Octomore ist nichts für Anfänger. Nichts für Fortgeschrittene (Ausnahmen wird es immer geben). Wer ihn dann nach jahrzehntelanger Kampferfahrung trinkt, der wird natürlich auch "extrem torfig" rausschmecken (den Masochisten reicht das vielleicht auch)... und dahinter die wahre Schönheit entdecken. Der O. ist für mich die Tilda Swinton unter den Schottinnen. :lol:

    Ein Glas probieren: unbedingt! Eine Flasche kaufen: nur aus Überzeugung, nicht zum Probieren!

    Schönes Interview:

    "Luke ist im Laufe des Jahres immer besser und besser geworden. Er hat eine Menge abgenommen und ernährt sich jetzt gut."

    Wenn das für den älteren Luke zutrifft, hat der jüngere Luke ja noch reichlich Optimierungspotzenzial. :lol:

    Finale war ein Riesenspaß, hab natürlich mit dem jüngeren Luke mitgebangt, war aber recht früh deutlich, wer die besseren Nerven haben würde. Erfreulich, dass da zwei Sportsmänner im Finale standen und keiner von den Posern/Luftpumpen/Psychospielchenexperten.

    Für den Handball nehme ich vielleicht was für die TTOs mit:

    :schrei: "GAME ON!"

    Sonntagmorgen, 10:00 Anpfiff, 50 km Bahnfahrt für ein D-Jgd. Spiel in der Kreisklasse. Talente? Vielleicht - jedenfalls will ich sie alle mal gesichtet haben.

    Beide Deckungsreihen weit draußen vor dem Tor, man spielt Halbfeldmanndeckung (die hiesigen Richtlinien schreiben in der D-Jugend entweder Manndeckung oder offensive 2-Linien-Abwehr vor). Löblich, häufig wird die Fleischmauer einfach auf den 9m platziert und KM in Manndeckung genommen (Ist das nicht eine verbotene Einzelmanndeckung? :lol: Recht ist immer zweischneidig! ) und dann sieht man im Laufe des Spiels doch immer wieder alle Verteidiger illegal innerhalb des Neuners.

    Das war es dann auch mit den positiven Eindrücken, das Drama nimmt seinen Lauf:

    Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf - ich hätte nach fünf Minuten alle drei gelben Karten verbraucht. Auf beiden Seiten...

    Das Frühstücksbrötchen meldet sich grantig und möchte zunehmend vehement wieder an die frische Luft. Dafür also jahrzehntelange Diskussionen, Expertengremien in den Regelausschüssen und die albernen Kinderhandballrichtlinien im Sinne der Rahmentrainingskonzeption? Der ganz normale Irrsinn in Handballdeutschland. Hinzu kommen zwei kleine C oder B-Jugendliche, die an der Pfeife nicht gegensteuern, sondern das Verbrechen am Handball laufen lassen. "Handballtraining" 11/99 - ZeeBee sagt: Wenn das hier wirklich klappen soll, müssen nicht nur die Trainer auf Zack sein, sondern auch DIE SCHIEDSRICHTER!

    Wir halten fest: An der Basis hat man weitläufig den GEIST DER RAHMENTRAININGSKONZEPTION nicht ansatzweise verstanden. Dabei ist es ganz einfach. Drei Freiwürfe zählen nicht als ein Tor! Get the fucking ball! Stopfouls sind kein taugliches Mittel, um den Ball zu erobern! Und nur darum geht es!

    Gültig für jede Form der Manndeckung und eine extrem offensive Raumdeckung:

    - Halte grundsätzlich einen Sicherheitsabstand zur Gegenspielerin, damit Du nicht mit drei Schritten überlaufen/überprellt wirst.

    - Ausnahme: Wir nähern uns deutlich dem 9m Kreis.

    - Meine Gegenspielerin nicht in Ballbesitz: Querstellung/Brust zum Ball!

    - Gegnernahe Hand bedroht den Passweg, Du darfst dazu auch mal den Sicherheitsabstand verringern.

    - Wenn Du den Pass nicht abfangen kannst, postioniere Dich - mit Abstand - vor die Prellhand.

    - Schrägstellung mit der ballnahen Körperhälfte/Hand vorne.

    - Sinke vor der Gegenspielerin zurück, halte zunächst den Abstand (solange Du deutlich vor dem 9m bist).

    - GREIF DEN ZWEITEN PRELLER AN! Hierüber findest Du den richtigen Abstand.

    - E-Jugend: Greif direkt den Ball an!

    - Fortgeschrittene E-Jgd und älter: Gegnernahe Hand (möglichst) an die Prellschulter, übe Drück aus, erst dann greift die andere Hand den Ball an.

    - Erreichst Du nicht die Prellschulter, dann Druck auf die andere Schulter, begleite, bedrohe jederzeit den Ball, schiebe nach außen.

    Und weil wir Handball und nicht Murmeln spielen (ab der D-Jgd.):

    - AB 9m IST KRIEG! SCHLUSS MIT LUSTIG.

    Natürlich gibt es das taktische Foul. Auch bei mir in der D-Jugend. Aber erst im Neuner kurz vor der Torchance oder z.B. in einer Unterzahlsituation auf Ballseite oder gegen einen echten/"unechten" Nullschritt (beide Beine nun abstoßbereit, anders fast nicht zu verteidigen).

    Was ich beschreibe, ist keine graue Theorie. Wenn wir gegen die andere starke D-Jugend aus der Region spielen, die ebenfalls ballorientiert verteidigen, dann wird wirklich Handball gespielt. Im ersten Aufeinandertreffen diese Saison ganz ohne Verwarnungen und Zeitstrafen.

    Wenn die offensive Deckung ausschließlich dafür misverstanden wird, entweder taktische Fouls oder einfache Stoppfouls zu begehen, dann erlaubt bitte wieder die Fleischmauer! Das zerstört zwar - zunächst - auch das Spiel, nach einigen Monaten erschieße ich dann aber jede Mannschaft von 8, 9 Metern, löse das über die Kreisläuferin mit "Eigensperren" und Wechselsperren, bringe den Außen ihre Position früher bei und es kommt zumindest wieder eine Art Handballspiel zustande. Dann eben skandinavisch und nicht hirnlos deutsch.

    Wer den Geist der offensiven Deckung verstanden hat und wo der Heimverein die Schieris selbst stellt: Der ahnungslose Schieri belohnt die Rumpelabwehr, der geschulte Schieri belohnt die ballorientierte Deckung. (Auch) Damit steht und fällt der Erfolg bzw. die Akzeptanz bei Eltern und Spielerinnen.

    Zickenbändiger, ehrliche Frage: Siehst du es auch so, dass es zudem am "Handballspiel" krankt, weil in den Auswahlmannschaften und bei den Sichtungsturnieren darauf gesetzt wird, dass die "Auserwählten" alles dürfen und der Rest nur Staffage ist? Daraus resultiert meiner Meinung nach nämlich auch ein großes spielerisches Defizit, was den anderen Mannschaften die Verteidigung einfach macht und dann zu schlechter Wurfauswahl führt, weil man nie richtig gelernt hat, auch andere einzusetzen.

    Ich war oben gedanklich nicht mal beim Spielerischen sondern einzig und allein bei der individuellen Ausbildung. Dass der "Ego-Aspekt" in der Sichtung als Problem gesehen wird, habe ich schon mehrfach von Eltern gehört. Ob in Frankreich oder Skandinavien in solchen Sichtungen "soft skills" in die Wertung einfließen, weiß ich nicht. Ich habe selbst fünfzehn Jahre an der Basis für die männliche Auswahl gesichtet. "Anspiele" standen sicher ganz selten auf meinem Zettel, ich wollte individuelle Stärken hinten und vorne (Richtung Abschluss) sehen. Stimmt schon.

    "Spielkultur" wird, denke ich, im Alltag und nicht in der Auswahl gelehrt und verfestigt. Also im Verein. Als Kindertrainer bin ich reichlich weit vom Spitzenhandball entfernt, um mich in Axnér versetzen und die Stellschrauben identifizieren könnte, die er für nötig hielt. Wenn er Deinen Gedanken hatte, Probleme bei der Umsetzung von Folgehandlungen aufgrund fehlender Spielkultur entdeckt hat und die Mannschaft genau darauf eingestellt hat... Respekt! Für mich sah es jedenfalls so aus, als hätte er den Damen für die Abwehr die richtigen Waffen mitgegeben.

    Zeit für den Feierabend, ich beginne zu schwafeln...

    Erst einmal "Danke!" an ARD und ZDF für so viel Weitsicht und Sachverstand. Einen Handballboom wird die WM sicher nicht auslösen, dank der Öffentlich Rechtlichen hält sich aber der Schaden für den kleinen Mädchentrainer in Grenzen. (Fast ganz ohne Ironie.)

    Dann ein "Danke!" an standbilddeutschland.tv (Respekt, in etwa nur ein oder zwei Aussetzer pro Spiel bislang)! Nach dem Kindertraining komme ich nach Hause, habe in der Zwischenzeit alle verdächtigen Medien umschifft, lande ohne jegliche Kenntnis vom Ergebnis des Viertelfinalspiels auf der Couch... um dann beim Klick auf die relive Aufzeichnung das Ergebnis auf dem Link lesen zu dürfen. Arschgeigen, ganz ohne Ironie! Da haben mir dann auch die Highlights gereicht.

    Und auch ganz ohne Ironie: Der englischsprachige Kommentar zu den Spielen ohne deutsche Beteiligung... Weltklasse!

    Im Vorfeld des Viertelfinals hatte ich zufällig Schweden gegen Ungarn in voller Länge geschaut. Auch wenn einige hiesige Fachleute beide Teams verrissen hatten, mein Resumee des Spiels der Schwedinnen war: "Oh shit!" Im Geiste verglich ich beide Nationalteams und kam in etwa zu dem tatsächlichen Ergebnis zwischen Deutschland und Schweden. Wenn auch zu etwas mehr Toren auf beiden Seiten und einer etwas größeren Tordifferenz.

    In einem der Spielberichte konnte ich lesen: "Verloren in der ersten Halbzeit sämtliche Zweikämpfe, offensiv wie defensiv." Gehört sicher nicht unbedingt hierhin, aber ich bin mal so frei. Was die Schweden in der Ausbildung richtig machen, kann ich nicht beurteilen. Was die Deutschen in der Ausbildung falsch machen... dazu kann ich Bücher schreiben. Vor einigen Jahren stieg mir der Landesverband auf's Dach, weil ich in der Oberliga C-Jugend (mit dem späteren Landesmeister in der Saison) bis zu den Herbstferien offene Manndeckung spielte, um die Mädels in möglichst viele Zweikämpfe zu zwingen. Beim Turnier um die Landesmeisterschaft in der Vorsaison hatten wir gegen Oldenburg mit Jördis Mertens und Marie Steffen sämtliche Zweikämpfe auf Halb aus der 3:2:1 heraus verloren und als ich auf Manndeckung umstellte, das Spiel fast noch drehte, zeterte auf der Tribüne eine Landesauswahltrainerin, sie könne sich diese Kinderhandballscheiße nicht ansehen.

    Zu wenig Ahnung bei den Trainern an der Basis und... ja... auch im Auswahlwesen.

    Hier gefunden. Wenn auch nicht auf der DHB Seite aber von der DHB Justiziarin. Nun das - meines Erachtens - falsche Beispiel (rot) mit meinen Anmerkungen:

    Beispiel 2 Spielunterbrechung nach zwei Spielen:

    • Einsatz Spieltag 9 am 10.12. in der 2. Mannschaft
    • Einsatz Spieltag 9 am 11.12. in der 1. Mannschaft (1. Spiel der höheren Mannschaft)
    • Einsatz Spieltag 10 am 14.12. in der 2. Mannschaft

    Wir sind auf der Stufe 1 freies Spielrecht. Es interessieren keine ausgesetzten Spiele, es interessieren auf dieser Stufe keine Pausen von sechs Wochen, es interessiert einzig und allein der aufeinanderfolgende Einsatz in zwei Spielen der höheren Mannschaft.

    • Einsatz Spieltag 10 am 15.12. in der 1. Mannschaft (2. Spiel der höheren Mannschaft)
      • Spielrecht eingeschränkt!

    Wir verlassen Stufe 1 und sind auf Stufe 2 mit eingeschränktem Spielrecht/"festgespielt". Nun zählen zwei Spiele der höheren Mannschaft ohne unseren Kandidaten oder ein Zeitraum von sechs Wochen Pause (mit weniger als zwei Spielen) des Beispielspielers.

    Spielpause von mehr als sechs Wochen

      • Einschränkung des Spielrechts wird aufgehoben

    Völlig richtig, wir sind auf Stufe 3, das freie Spielrecht ist wiedererlangt. Und damit sind wir wieder wie auf Stufe 1 mit dem freien Spielrecht.

    • Einsatz Spieltag 11 am 04.02. in der 2. Mannschaft oder niedriger wieder möglich

    Als Folge der Wiedererlangung des freien Spielrechts.

    • Einsatz Spieltag 12 ff. in der 2. Mannschaft möglich (solange Spielpause in der 1. Mannschaft)
    • Einsatz Spieltag 11 am 15.03. in der 1. Mannschaft
      • Spielrecht erneut eingeschränkt!
        • wieder „zwei aufeinanderfolgende Spiele einer höheren Mannschaft“ (nun Spieltag 10 und Spieltag 11)
        • Aufhebung Einschränkung (s. oben)

    Nein! Apfel plus Birne ergibt nicht zwei Äpfel. Auf Stufe 3 interessiert Spieltag 10 nicht. Beim Spieltag 10 war der Spieler schon festgespielt/hatte eingeschränktes Spielrecht. Um zu ermitteln, wann das Spielrecht erneut eingeschränkt wird, zählen nur die Spieltage bei freiem Spielrecht, also zeitlich nach der Pause.

    Mit freundlichen Grüßen/ Kind regards,

    Melanie Prell

    Justiziarin, Spielbetrieb & Recht

    Oben (und früher) hatte ich schon darauf hingewiesen, dass § 55 I SpO DHB das freie Spielrecht und das eingeschränkte Spielrecht kennt. Dann folgt das wiedererlangte Spielrecht und mit keiner Silbe gibt es einen Hinweis darauf, dass es ein wiedererlangtes Spielrecht 1. und 2. Klasse geben soll. Es steht auch nirgends, dass auf Stufe 2, der Einschränkung des Spielrechts, ich mich mit nur einem Spiel festspielen kann. Zu diesem Ergebnis komme ich nur, wenn ich die Tatbestände auf den verschiedenen Stufen verwechsele. Ich meine auch gelesen zu haben, dass man beim DHB andersherum die Stufen respektiert, dass zwischen zwei Spielen bei freiem Spielrecht die Pause von sechs Wochen nicht dazu führt, dass man sich NICHT festspielt. Denn auf Stufe 1 interssiert keine Pause (s.o.). Dem Beispiel liegt ein Denkfehler zugrunde.

    Zur Vereinfachung: Wir sprechen bildlich in der Juristerei häufig von "Stufen".

    Stufe 1 (freies Spielrecht)

    Die Stufe beginnt mit dem Spieljahr und auf dieser Stufe werden 2 aufeinanderfolgende Einsätze in der oberen Mannschaft gezählt. Was nicht gezählt wird sind ausgesetzte Spiele oder Wochen mit Spielpause. Das findet statt auf

    Stufe 2 (eingeschränktes Spielrecht = festgespielt)

    Ab dem Festgespieltsein zählen wir zwei aufeinanderfolgende ausgesetzte Spiele oder Wochen mit Spielpause in der oberen Mannschaft.

    Stufe 3 (wiedererlangtes freies Spielrechts)

    Wir beginnen von vorne und zählen zwei aufeinanderfolgende Einsätze ALS FREIER SPIELER in der oberen Mannschaft. Wer sechs Wochen oben pausiert hat, ist auf dieser Stufe. Wir blicken nicht zurück und zählen nicht ein Spiel, bei dem der Spieler ohnehin festgespielt war und addieren das Folgespiel, bei dem er bereits frei war. Ein Apfel plus eine Birne ergibt nicht zwei Äpfel oder zwei Birnen, um in der Bildsprache zu bleiben.