Der Lehrgang war klasse: "Ich darf mich kurz vorstellen. Ich bin der Pitti." Pitti sehr locker, auch bei der Trainingseinheit mit dem örtlichen DHB Stützpunktkader sehr souverän. Hat Spaß gemacht und einem mal wieder die Augen geöffnet, dass Handball nicht alles ist im Handballtraining.
Dietrich Späte hat was zur RTK erzählt, hat man aber alles schon mal gehört. Heiner hat eine Art Dia-Show gemacht und über moderne Angriffsmittel / gruppentaktische Maßnahmen referiert. Kennt man aus den Analysen der "ht", aber aus dem Munde des Bundestrainers ist das irgendwie anders. Nein, zum Thema Kinderhandball hat er sich nicht entschuldigt. "Entertainerqualitäten" kann man Heiner auch nicht unbedingt nachsagen, aber da will ich nicht meckern. Heuberger hat leider nur die Abschiedsworte gesprochen, das hätte mehr sein können. Andererseits hätten die Zuhörer das Schwäbisch womöglich gar nicht verstanden.
Zu einer Podiumsdiskussion gab es keine Gelegenheit, der Zeitplan war straff. Lediglich als Helmut Kurrat meinte, dass die Juniorennationalmannschaft nicht über ausreichend Spielertypen verfügten, die eine 6:0 spielen könnten (ich vermute, er meinte den Innenblock - die Diskussion hatten wir hier ja schon), da konnte ich mir die ketzerische Frage nicht verkneifen, ob das am aktuellen Jahrgang liege oder die Kehrseite der Medaille der RTK sei. Die Antwort fiel... sagen wir... diplomatisch aus.
Großes Kino waren die beiden Spiele der Junioren gegen Polen. Im ersten Spiel durchgängig eine sehr lauffreudige 3:2:1, womit man den körperlich überlegenen Polen den Schneid abkaufte. Mit Tempospiel wurden sie im ersten Spiel gegen Ende hin überrannt. In der zweiten Begegnung stand es nach etwa 10 Minuten 10:1, die Abwehr und das Gegenstoßspiel waren grandios. Dann die experimentelle Umstellung auf 6:0 und wir konnten die Probleme deutlich sehen. Polen spielte plötzlich 2:4 gegen die Abwehr und die Kreisläufer sperrten Riesenlücken in die Deckung. Da machte sich der körperliche Unterschied deutlich bemerkbar, die Sperren ließen sich nicht wegräumen. Polen kam ran, am Ende ging die Abwehr wieder raus und zeigte den Gegnern die Grenzen auf.
Beide Keeper mit je einer großartigen Halbzeit, im zweiten Spiel ein überragendes Spiel des Linksaussen, der in der Abwehr zwei Riesenspiele auf Halblinks machte. Gut gefiel mir auch Rückraum Mitte von Magdeburg / Glinde. Die linke Seite insgesamt etwas stärker als rechts. Die Abwehr war aber teilweise lehrbuchreif.