Zitat
Ein Ausbildungsvertrag würde zumindest verhindern, daß sich faule Vereine bedienen, ohne eine Entschädigung zahlen zu müssen (Wechsel in D und C-Jugend).
Wer sind denn die Vertragsparteien? Klingt blöd, die Frage?
Vertrag Stammverein mit D-Jugendlichem (vertreten durch die Eltern): Wir bilden Dich aus und falls Du wechseln solltest, bekommen wir eine Abfindung. Interessiert den zweiten Verein herzlich wenig und die Abfindung bliebe an den Eltern hängen, die sich von vornherein nicht auf sowas hätten einlassen dürfen. Außerdem müßte ich mich fragen, was denn satzungsmäßige Aufgabe dieses Sportvereins ist, wenn die sportliche Ausbildung zusätzlich vertraglich geregelt werden muß. Was bekomme ich für meine Mitgliedsbeiträge?
Vertrag Stammverein mit zweitem Verein: Warum sollte hier der baggernde Verein sich auf etwas einlassen, wenn er den Spieler - notfalls zunächst mit Sperre - für umsonst bekommt.
Evtl. könnte eine Änderung der SpO sinnvoll sein, das Alter für Ausbildungsentschädigungsansprüche herabzusetzen. Andererseits hieße das, dass man einen Spielermarkt mit Kindern reglementierte. Das wär kein gutes Signal.
Mein Lieblingsmodell (und ich halte es nicht einmal für utopisch) ist eine Kooperation eines großen Vereins mit zwei bis vier Vereinen der zweiten Reihe:
Die ein oder zwei Spitzentalente eines Jahrgangs wechseln als älterer Jahrgang C zum höherklassigen Verein, ohne dass ihnen Steine in den Weg gelegt werden. Vorher haben sie bereits die Gelegenheit, zusätzliche Trainingseinheiten bei dem größeren Verein zu bekommen. Im Gegenzug unterstützt der große Verein die Kleinen, indem verdrängte Spieler nun nicht in der eigenen zweiten Mannschaft spielen, sondern in der möglicherweise besseren Ersten der Partner. Diese Spieler landen meiner Erfahrung nach nämlich nach einer Weile beim Fußball oder Tennis, weil sie plötzlich nicht mehr die Stars ihrer 1. Mannschaft sind.
Darüber hinaus müßte der große Verein auch die Trainerausbildung der Partner unterstützen. Regelmäßige Lehrgänge für die Trainerschaft und Hospitationen bei den eigenen Mannschaften.
Wenn man darüber hinaus noch die soziale Bindung zu seinen Talenten hält und sie nicht wie Verräter behandelt, kämen sie möglicherweise eines Tages auch mal wieder zurück.
In der Praxis wird ein solches Modell natürlich an scheuklappenbesetzten Vereinsmeiern scheitern. 