Beiträge von Zickenbändiger

    Zum 5. Mal richten wir in Hannover ein Mädchentrainerseminar aus. Zum kleine Jubiläum referieren ausschließlich eigene Trainer aus der Praxis einer leistungsorientierten Mädchensparte.

    Samstag, 14. Januar, 10:00 - 14:00 Am Spielfelde 13A, Hannover - Linden

    Details: https://www.facebook.com/photo?fbid=595…514261724034915

    Es wird drei Schwerpunkte geben. Ich mache eine Demoeinheit über individuelles Abwehrtraining in der D-Jugend, unser B-Juged Trainer nimmt sich das Tempospiel vor und der Trainer der ersten Damen / Bundesliga A-Jugend wird sich der Zielspielerin am Kreis widmen.

    Unkostenbeitrag € 15,-, wir stellen Getränke.

    Saisonmitteüberlegungen

    Richtung Bergfest muss ich mir Gedanken über meine Zielsetzungen, die Mittel dazu und die Rahmenbedingungen machen:

    - D-Jugend spielt höchste Liga, 8er Staffel, 15 Mädchen (13x D, 2x E, davon jüngst nun 5 Gastspielrechte)... und kein echter Gegner

    - C II spielt zweithöchste Liga, setzt sich zusammen aus 4/5 C und 1/5 D, trainiert so nie zusammen, 15 Mädchen, drei Zweifachspielrechte, die eigenen '09er Mädels rotieren auch in die Oberligamannschaft hinein, durch den diese Saison leider geringen D-Jugend Anteil: wenig echte Gegner

    Richtung Fristende konnte ich in Zweifach- und Gastspielrecht noch was bewegen, allerdings habe ich ein selbst auferlegtes Limit von max. 12 Spielerinnen pro Spiel. Es geht nun los mit Aussetzen der Reihe nach. Personell in Abhängigkeit zum Gegner. In der D können die E-Jugendlichen, die jüngeren D-Jugendlichen gegen die drei schwächsten Gegner noch was lernen, die älteren Auswahlspielerinnen nicht. Hinzu kommt, dass auch bei viel Wechselei natürlich die stärksten Spielelerinnen dominieren und sich jüngere Talente/Spätentwicklerinnen verstecken können.

    Meine dominanteste '08er Spielerin wird nun aussortiert, soll sich in der Oberliga wC festspielen und hat Einsatzmöglichkeiten in der zweithöchsten B-Jgd. Liga. Zwei weitere Spielerinnen können alsbald denselben Weg beschreiten. Ich verkleinere den Kader um die zwei, drei auffälligsten Spielerinnen, so dass die Verantwortung neu verteilt wird. Platz 4 von 12 wäre für die direkte Wiederqualifikation der Liga schick, ist aber keine Pflicht.

    In der D streiche ich für die leichtesten Spiele die dominanten Spielerinnen komplett aus dem Kader. Zwei Gastspielerinnen (Jungjahrgang und E-Jugend) sind ganz frisch dabei und hätten dann häufiger weniger Leistungsgefälle zu ihren Nachbarinnen. Meine andere E-Jugendliche soll sich Richtung Führungsspielerin entwickeln. Schwierig, wenn - noch - drei körperlich viel stärkere Spielerinnen mitmischen.

    Zur Mitte der Saison werde ich also "gärtnerisch" tätig, beschneide die Mannschaften in der Spitze, um mehr Breitenwachstum zu erzielen.

    Rückraum Rechts: Leider die Problemzone im deutschen Team. Maidhof und Weigel sind beides keine Shooterinnen, haben auf dem Niveau aber auch nicht den Körper für erfolgreiche Durchbrüche. Auch die verletzte Stolle wäre jetzt nicht der Stein der Weisen gewesen, da muss man sich nichts vormachen.

    Lieber Trainerkollege Gaugisch!

    In meiner aktuellen D-Jugend kann ich leider nicht mit einer Linkshänderin dienen, um Dich voranzubringen. Aber hinter den sieben Bergen, beim Buxtehuder SV, da spielt eine ehemalige D-Jugendliche von mir auf RR. Schau Dir mal das Spiel BSV - BVB an! Vor zwei Jahren hätte ich mich im Leben nicht aus den Fenster gelehnt. Aber da gab es unter Leun eine spannende Entwicklung, auch wenn mir Isi sagt, sie hätten "bloß einen guten Tag gehabt".

    Einführung Positionsspiel + Raumdeckung - das Chaos bändigen

    An anderer Stelle wesentlich ausführlicher, hier eine Art Update. So gern ich die Manndeckung spiele (bis hin zu wC Sauerlandcup und Oberliga), irgendwann ist es Zeit für die Raumdeckung. Bislang decke ich diese Saison ausschließlich Halbfeldmanndeckung, auch in der wC Landesliga (zweithöchste Liga). Witzig natürlich, wenn längst alle D-Jugend Gegner Raumdeckung bis hin zur unzulässigen Fleischmauer spielen und man noch gar kein Mittel dagegen hat. Aber gegen den Gegenstoß kann sich keine Mauer formieren.

    Aktuell folgt bei uns in der D die Einführung der Raumdeckung, demnächst Umstellung dann in D und C im Spielbetrieb. Warum? Weil die D-Mädchen größtenteils soweit sind und halbwegs anständig 1:1 verteidigen. Vorher stelle ich (nicht mehr) um.

    Dazu bediene ich mich des Endlinienballs:

    - zwei Mannschaften, ggf. auch drei im Überschlagmodus (12 oder mehr Spielerinnen)

    - den Ball hinter der gegnerischen Auslinie ablegen

    - die Spielfeldbreite wird an die Mannschaftsgröße oder auch an das Können angepasst (5:5 D-Jugendliche auf 20m passt)

    - Anprellen statt Anwurf

    Zu Beginn freies Spiel und Manndeckung, alsbald Einführung der spielentscheidenden Regel: Pässe nur noch zur Seite und nach hinten, Pässe nach vorne verboten! Das Angriffschaos wird etwas geordnet. Es muss sich ein Positionsangriff formieren, nach vorne rennen nützt nichts.

    Taktik Angriff:

    - Raumgewinn durch Prellen

    - ohne Ball immer vier große Schritte hinter die gedachte "Balllinie"

    - Ballannahme nur im Sprint

    - Abwehrspielerinnen in die fatale Seitwärtsbewegung zwingen

    Taktik Abwehr:

    - Abwehrkette aufziehen, beim Ball verdichten ("Lücke zwischen zwei Angreiferinnen halbieren!")

    - Außen verteidigen defensiv, öffnen den Raum nach außen, versperren Raum nach innen

    - Sämtliche "Innenverteidigerinnen" verteidigen offensiv gegen die Ballführerin, lösen mit dem Pass aus der Kette (kooperatives Abwehrdreick gegen den Ball, statt zwei saftige Lücken), es geht eine "Welle" durch die Abwehrkette, immer dem Ball entgegen

    - Angreiferinnen verlangsamen, Stoßbewegung unterbrechen/verkürzen

    Das spielen wir WOCHENLANG zum Aufwärmen. Ich korrigiere bis zum Erbrechen. Und siehe da: Man kann dabei zusehen wie HANDBALL wie im Labor entsteht!

    In der Manndeckung und bei freiem Spiel herrscht das Chaos. Beherrscht die Abwehr die Manndeckung, entsteht für das geübte Auge eine gewisse Ordnung. Der Angriff ist aber nach wie vor Chaos. Und viele Kinder- und Jugendmannschaften spielen auch im Positionsspiel gegen Raumdeckung noch Chaoshandball (dann muss ich zwangsweise zur Manndeckung greifen). Chaos erlebe ich natürlich auch zu Beginn beim Endlinienball:

    - der Endloskreisel zweier Spielerinnen auf Außen ohne erkennbares Ziel

    - Ballführerin attackiert eine Lücke, spielt ab, Passempfängerin attackiert dieselbe Lücke

    - sinnlose Richtungswechsel

    - harte Pässe in einer Phase ohne Druck, weiche ungenaue Pässe, wenn die zweite Abwehrspielerin gezogen wurde

    - die Außen nehmen die Lücke außen nicht wahr, gehen mit der Ballannahme sofort nach innen

    - gar kein Stoßen, Stoßen "auf Mann" oder Alibistoßen

    - Stoßen und dann kein Zurückstoßen, alle auf der "Balllinie"

    - wühlen, festgemacht werden, Ball trotz harter Gegenwehr behalten

    Wo ich hinarbeite:

    - Stoßen in die Passrichtung als Regel (Rechte Lücke - Pass! Rechte Lücke - Pass! Rechte Lücke -Pass!)

    - Die Außen beackern erst die Lücke zwischen Außenverteidigerin und Außenlinie, dann erst Richtungswechsel (Linke Lücke! Linke Lücke! Linke Lücke!)

    - Ballannahme im Sprint

    - den Fuß in die Tür (Lücke) bekommen und dann entscheiden: Durchbruck oder Parallelstoß

    Die entscheidenden Beobachtungsaufgaben der Mädchen:

    - ernsthaftes Stoßen

    "Weiter auf die Lücke, solange Du noch durchpasst! Ball nach hinten führen und beschützen! Ball weiterspielen, wenn Du zweite Abwehrspielerin gezogen hast!"

    - Timing für Parallelstoß (Passempfängerin)

    "Loslaufen, wenn der Wurfarm hochgeht!"

    - Breitenraum nutzen

    "Außen versucht noch zwischen Wand und Tapete durchzugehen! Niemand wird der Außenverteidigerin helfen!"

    - Handgelenkspass ausdrücklich erlaubt

    "Wenn es schnell gehen muss, kommt der Pass von der Hüfte weg!"

    Es darf natürlich nie schematisch werden, von der Regelbewegung darf abgewichen werden... wenn es Sinn macht! Immer wieder kommt es auf grundlegende Prinzipien an:

    Große Lücke ist besser als kleine Lücke!

    Vor einer deutlich offenen Lücke darf nicht weitergespielt werden!

    Richtungswechsel (Ball und Körper) erst, wenn sich die Abwehrspielerin deutlich in die Stoßrichtung bewegt hat!

    Jede neue Generation wieder macht es Spaß, die Fortschritte zu beobachten. Ich habe auch keine Hemmungen, das Aufwärmspiel eine halbes Jahr durchzuziehen. Keine Grundübung kann mit dem Spiel mithalten, weil ich so das lebendige Chaos bändigen kann, statt in statischen Grundübungen das Chaos erst abtöte und dann alle Spielerinnen aus dem Stand starten lasse.

    Mönsch... jetzt erst die Diskussion hier gesehen.

    1.) Dänemark bzw. Skandinavien

    Ich war dieses Jahr zweimal in Dänemark. Beim Rödspätte Cup in Frederikshavn waren wir mit wD (Teilnehmerfeld 20 Mannschaften) und wC (50 Mannschaften). Unsere C hat den meisten Gegnern mit der 3:2:1 Deckung den Schneid abgekauft und wurde erst im Halbfinale gestoppt, als der norwegische Trainerfuchs konsequent mit RM im Tor und 7:6 gespielt hat. Und das auch noch sehr clever. Spiel um Platz 3 haben die Mädels dann locker nach Hause gebracht. Nebenbei angemerkt: Zu Hause dürfen unsere Mädels im Verein so gut wie gar nicht mit Peeke trainieren, umso beachtlicher der dritte Platz.

    Meine wD hat im ersten Turnierspiel knapp gegen den späteren dänischen Turniersieger verloren. Im Viertelfinale sind wir durch meine Fehler knapp gegen eine schwedische Mannschaft ausgeschieden. Die erste Mannschaft spielte Fleischmauer, die zweite Mannschaft spielte recht offensiv 1:5. Dass die skandinavischen Kindermannschaften besser ausgebildet wären, konnte ich zumindest in dem Turnier nicht beobachten. Die Grundsatzentscheidung, defensiv innerhalb des Neuners zu decken, finde ich an sich nicht verkehrt. Die praktische Umsetzung, lediglich passiv auf Fehler des Gegners zu warten, finde ich grottenlangweilig. Wir haben jedes Spiel Halbfeldmanndeckung gespielt und ein norwegischer Trainer staunte Bauklötze angesichts des Aufwands. "Do you always defend like this?!"

    Zwei Wochen später war ich wieder in Dänemark, nun zum Final4 wB und wA. Nun habe ich wiederum Bauklötze gestaunt. Bewunderte ich letzte Saison eine unserer B-Jugendlichen für ihre Schlagwürfe, die ein Spiel auch mal alleine entscheiden konnten... im Final4 hatte jede Mannschaft drei oder vier solcher Spielerinnen im Rückraum, nicht bloß eine. Zum Kinderhandball zwei Wochen zuvor ein Quantensprung der Qualität, irgendwas machen die dort mit Sicherheit richtig. Und meine ehemalige Torhüterin, die dort spielte, meinte in der B jedenfalls würden sie verhältnismäßig wenig Wurftraining machen. Rätsel also noch nicht gelöst. Und auch hier nur am Rande: Im Spiel um Platz 3 der wB stellte eine Mannschaft überraschend auf 3:2:1 um und gewann Bronze. Dem Gegner fiel nichts, aber auch gar nichts gegen die Deckung ein.


    2.) Deutschland

    Kinderhandball in Deutschland. Jammern, bis der Arzt kommt. Viele angesprochenen Punkte kenne ich bestens. Hab ich auch früher bejammert. Heute nicht mehr. Nur muss man so lange eben durchhalten.

    - trotz klarer Richtlinien wird überall defensiv gedeckt (graue Vorzeit, heute immer seltener)

    Besser machen und die Spiele gewinnen. Die trainieren keine offensive Deckung, ich simuliere im Training keine defensive Deckung (außer die sechs Wochen vor einem Turnier in Dänemark). Wenn meine Mädels den Ball haben, bevor der Gegner sich formieren kann, gewinne ich das Spiel. Meine D und meine C II decken den offensivsten Handball der jeweiligen Liga, in der C wahrscheinlich in Niedersachsen. Und wir schlagen uns ganz ordentlich.

    Wie kommt man dahin? Nach dem Altersklassenumbruch nach der Saison trainiere ich sechs bis acht Wochen nichts als individuelle Abwehr. Wie mir scheint, kommt so manche Spielerin in acht Jahren von D bis A nicht auf diesen Umfang an Abwehrtraining.

    - Schieris pfeifen kein passives Spiel, belohnen die gute offensive Deckung nicht

    Der Gegner darf bis zum Schlummermodus der Deckung durchspielen, irgendwann klemmt eine Rückraumspielerin den Ball unter den Arm, nimmt den Kopf runter und holt im Stile eines Rhinozeros' den 7m, weil sie die Abwehrspielerin in den Sechser gepflügt hat. Wo ist der Fehler? Die Abwehr war nicht offensiv/antizipativ genug. Der hilflose Gegner darf nicht belohnt werden, die Abwehr hat versäumt sich zu belohnen und den Ball nicht abgefangen. Setzen! Sechs! Offensiv decken und nicht konsequent auf Ballgewinn spielen, den Gegner vor sich rumspielen lassen? Nichts verstanden!

    - Klammeraffenalarm

    Jüngst gerade erst wieder erlebt (und im Tagebuch psychisch verarbeitet). Die vermeintlich zweit- oder drittbeste Mannschaft von siebenunddreißig Mannschaften der Handballregion spielt keine Deckung, sondern klammert wie blöde. Die vierzehn- oder fünfzehnjährigen Schiedsrichterinnen tun das, was Teenies eben so tun, wenn es brenzlig wird und man nicht wegrennen kann. Nichts. Das Spiel letztlich durch Konter und technische Überlegenheit mit lächerlichen zwei Toren Unterschied gewonnen. Die Eltern der Gegner glauben wahrscheinlich noch Wochen später, dass ihre Mädels ja fast auf Augenhöhe mit dem Platzhirschen mitgespielt hätten. Im nächsten Jahr kommen aber vier von meinen Mädels in die Landesauswahl, vom Gegner, der die halbe Regionsauswahl stellt, keine einzige.

    Nee, ich kann nicht bestätigen, dass die Jammerei umgekehrt proportional zum Anwachsen der Arroganz abnimmt. Das mit der Arroganz geht deutlich schneller.

    Trainingsgruppe vergrößern und verbessern

    Wir hatten jahrelang das Privileg von zwei Mannschaften in der wD, so dass ich mit den Talenten arbeiten konnte, Neulinge fanden in der zweiten Mannschaft leistungsgerechten Anschluss. Nach langen unfreiwilligen Pausen sieht es anders aus. Ich habe 1 E-Jugendliche, 9 D-Jugendliche plus 3 D-Jugendliche mit Gastspielrecht. Bis Oktober hatten wir dreimal Training die Woche, wobei meine Gäste nur einmal die Woche bei mir trainierten, im Übrigen im Heimverein. Das Küken trainiert zweimal die Woche bei uns und nicht alle D-Jugendliche schaffen drei Trainingseinheiten. So gibt es regelmäßig Einheiten mit unter zehn Spielerinnen. Kein Problem, in der D bilde ich ausschließlich individuell aus, aber ein wenig größere Grundspiele wären nicht schlecht. Alle Versuche, Trainingsgäste aus anderen Vereinen einzuladen (bei mir jahrelange Tradition), sind bislang gescheitert. Nicht ganz verwunderlich, bleibt ja häufig auch mal wer bei uns hängen.

    Bis einschließlich September trainierten wir montags und mittwochs nach der männlichen D. Die mussten nun seit Oktober umplanen und trainieren jetzt montags und freitags, was dem Trainer eine zu große Lücke ist. Da die Mannschaft einige Talente hat, suchte er nach weiteren Förderungsmöglichkeiten. Zwei Mannschaftshälften oder drei Drittel wechselweise in mein Mittwochstraining hinein zu rotieren habe ich abgeblockt. Wenn, dann sollen die Jungs auch was lernen und dafür brauche ich sie wöchentlich. Nun nehme ich vier seiner Talente des Jungsjahrgangs wöchentlich mittwochs als Gäste auf. Jungjahrgang geht erfahrungsgemäß körperlich ohnehin ganz gut und bei mir landen sie auch nicht in einer Anfängermannschaft. Die Bengels habe ich ohne Probleme im Griff und sie haben nun mittwochs einen Trainer mit über 30 Jahren Erfahrung im Gegensatz zum Papa-Sportlehrer-Trainer mit Null Jahren Trainererfahrung.

    GEGEN Jungs spielen ist für mich nicht neu, dreimal habe ich schon eine Mädchenmannschaft als Wolf im Schafspelz in mE oder D spielen lassen (siehe Tagebuch). Einzelne talentierte Brüder habe ich sporadisch samstags mit ins Kleingruppentraining für Wurftraining geholt. Vier Jungs als regelmäßige Trainingsgäste ist neu. Wir hatten nun mittwochs zweimal endlich zweistellige Trainingsbeteiligung, die Jungs bringen Talent ins Training ein und die Mädels dürfen sich in der Deckung an den Burschen abarbeiten. Gegen Jungs verteidigen bedeutet mehr blaue Flecken verteilen zu dürfen.

    Klappt natürlich nur in aufgeschlossenen Vereinen mit aufgeschlossenen Trainern. Wie oft höre ich:

    "Spielt Euer Talent auch in der nächsthöheren Altersklasse mit?"

    "Wo denkst Du hin!"

    Nicht nur glucken Breitensporttrainer auf ihren Talenten, wagen nicht die Meldung zur Auswahl und wehren sich mit Händen und Füßen gegen einen Wechsel zum besser aufgestellten Verein. Selbst innerhalb der Vereine wird gegluckt. In der ersten Mannschaft/höheren Altersklasse könnte

    - es mehr Spaß machen

    - das Training besser sein

    - der Trainer mehr Ahnung haben

    - es anstrengenderes Training geben

    Meine Fresse... und was ist schlecht daran? Hinterfragt man das mal ernsthaft, kommt in dem Großteil der Fälle mit Sicherheit dieselbe dunkle Wahrheit ans Licht. Verliert die Mannschaft das Talent, die zwei Talente, fällt das Kartenhaus in sich zusammen, denn nur sie führen die eigene Mannschaft zum Sieg und überdecken, dass die Mannschaft derweil NICHTS LERNT! Wie oft erlebe ich beim Scouten, dass Eltern eine Mannschaft abfeiern, in der ein oder zwei Spielerinnen Alleinunterhalter sind, es NULL Spielkultur gibt und drei, vier Jahre später dann fassungslos die Trümmer der Entwicklungsinsolvenz bestaunt werden.

    Nach zwei Trainingseinheiten mit männlichen Gästen musste ich bislang übrigens nicht, wie befürchtet, das Trainingsniveau senken.

    Zwergenblock

    "Blocken? Ist das der Akt, wenn sich die Abwehrmauer vor dem Freiwurf zusammenrottet? Also Blockbildung?" Die Rahmentrainingskonzeption hat nicht ausschließlich Vorteile...

    Samstagmorgentrainingseinheit. Zwei Mädels haben zwischen Auswahltraining am Freitag und zwei Spielen am Wochenende um Pause gebeten. Kranke, Verletzte, Familienfeiern... Fünf Mädchen sind übrig. Improvisationstraining.

    Ich streue in der D-Jugend gerne mal Themen der Älteren ein. Nun Torhüterin, Feldspielerinnen mit Ball auf RM, eine Abwehrspielerin innerhalb des Neuners und defensiv. Zunächst Ball in der Hand.

    - Abwehr hat Ball hinter dem Rücken, steht auf 7 oder 8 m, kleiner Wurfsektor, Schlagwurf aus der Fernwurfzone an der Deckung vorbei

    - Abwehr mit Ball vor der Brust, Hände HINTER dem Ball, steht auf 7m, soll Schlagwürfe mit dem Ball "wegboxen"

    - Abwehr ohne Ball, 7m, Schlagwürfe blocken

    Jetzt ist der vorherige Einsatz des Balls spannend. Wenn die Hände auseinandergehen und eine Lücke lassen: "Stell Dir wieder den Ball in den Händen vor! Hände hinter den Ball, Daumen fast zusammen."

    - Abwehr ohne Ball, 7m, Schlagwürfe blocken, Kooperation mit TW, Abwehr blockt Wurfhandseite, TW konzentriert sich auf Wurfhandgegenseite. Alles erst einmal gegen Schlagwürfe.

    Und siehe da, die allererste Kooperation von Abwehr und TW klappt schon ganz ordentlich. Kaum ein Ball geht noch ins Tor.

    Kommt davon, wenn man mit Textsuche arbeitet. :lol: Habe mit "Abbruch" und "abbrechen" gesucht.

    Danke!

    Ändert aber nichts daran, dass dem Schieri nichts an die Hand gegeben wird, außer dass es die ultima ratio bleiben soll. Keine Fallbeispiele, keine Tatbestandsmerkmale, nur der kryptische Hinweis auf die alternativen "alle Möglichkeiten".

    Folgende Situation, nicht aus erster Hand:

    Jugendspiel gestern auf Landesverbandsebene. Gastmannschaft liegt zur Halbzeit mit fünf Toren zurück, über deren Shooterin starten sie eine Aufholjagd und erzielen den Ausgleich fünfzehn Minuten vor Schluss. Beim Torwurf zum Ausgleich kommt es zu einem Zusammenprall mit der Abwehrspielerin. Beide stürzen, Angreiferin steht auf, Abwehrspielerin bleibt liegen. Schieri hat kein Offensivfoul gesehen und gibt das Tor.

    Nun wird es bunt. Ein Erwachsener, wohl der Vater der Abwehrspielerin, rennt auf das Spielfeld auf die Torschützin zu, wird definitiv laut und soll auch den Arm erhoben haben. Zwölfjährige Spielerin rennt weg und fängt an zu heulen. Das Spiel wird irgendwann fortgesetzt, die Haupttorschützin der Gäste ist konsterniert, steht neben sich, trifft in letzter Minute noch ein einziges Mal (bis dahin 10 Tore). Heimverein gewinnt mit vier Toren. Gastverein legt meines Wissens keinen Einspruch ein.

    Geldstrafen, Hallenverbote, Zivil- und Strafrecht mal außen vor. Die Heimmannschaft gewinnt das Spiel! Das hätte natürlich abgebrochen werden müssen, wurde es aber nicht. Punkte wären weg gewesen.

    Die IHF Regeln keinen keinen Spielabbruch. Die Spielordnung verteilt die Punkte an den Gegner, wenn das Spiel schuldhaft abgebrochen wird. Die Rechtsordnung verweist auf die Spielordnung, regelt die Kostentragung und gibt einen finanziellen Strafrahmen vor.

    Wann ich als Schieri das Spiel abbrechen muss, darf, sollte... finde ich nirgends. Und keine Mannschaft kann offenbar darauf pochen, denn es gibt keinen Anspruch auf Spielabbruch. Provoziere ich als Trainer den Spielabbruch, muss die Spielleitende Stelle entscheiden. Kann in dem Fall auch nach hinten losgehen.

    Empfinde nur ich das als Regelungslücke? Und nein, ich sehen auf den ersten Blick keine Handhabe für ein verbandsweites Hallenverbot eines Zuschauers.

    Interessanterweise habe ich in der Hinrunde noch ein Heimspiel gegen jenen Verein mit dem unartigen Zuschauer. Ich werde schon vor dem Spiel ein provokantes Zeichen setzen, dass er das nicht noch einmal versuchen möge.

    Spitzenspiel in der D-Jugend. Sonntagmorgen um 9:30.

    >>Ich hab die B-Lizenz, verdammt! Warum muss ich um die Uhrzeit spielen?!<<

    Auswärts bei ZeeBees langjährigem Ex-Verein. Nach zehn Jahren war dort Schluss.

    "Wir haben ein neues Breitensportkonzept entwickelt. Landes- oder Oberliga wird es hier in der Jugend zukünftig nicht mehr geben. Du passt da nicht mehr ins Konzept."

    "Okaaaaaaaay?"

    Der TuS ist sich treu geblieben. Die Renegatenmannschaft der eigentlich verbotenen wA Oberliga ist jüngst auf dem Sprung in die Damen vergrätzt worden und hat sich auf andere Vereine verteilt. Breitensportkonzept glücklicherweise wieder intakt. Nur die weibliche D hat sich - sicher versehentlich - in die Top3 der hiesigen 38 D-Jugend Mannschaften geschlichen. Und heute wird die vorläufige Nr. 1 ermittelt.

    ZeeBee kann keine Bestbesetzung aufbieten. E-Jugend Granate Schlumpfine hat sich jüngst verletzt. Abwehrchefin Bam Bam hat im Urlaub im Dunkeln vom 3m Brett springen wollen und irgendwo auf halber Strecke eine Abkürzung in eine falsche Richtung genommen. Klingt nicht nach den Urlaubsabenteuern einer Zwölfjährigen sondern mehr nach Ballermannklischee. War aber so. Sagt Bam Bam.

    Co-Trainerin und alleiniger Coach Amina (alleinige Coachin?) der D-Jugend trudelt auch ein. Schwarze Hose, rote Trainingsjacke... wo ist der neue weiße Trainingsanzug vom geheimen Sponsor?! In einem akuten Anfall von Arrog... Selbstbewusstsein hat ZeeBee das Internet nach Sportmode durchforstet. Im Jugendhandball tragen alle Trainer dieselben Marken mit ihren Vereinslogos. Was trägt man, wenn man sich der Kategorie "alle Trainer" in der Jugend nicht mehr zugehörig fühlt. Mit dem Arroganzfilter geht ZeeBee auf die Suche.

    >>Das Krokodil ist nicht schlecht. "Sergio unaussprechlich" ist deutlich zu tennisig. Der Trainingsanzug mit Hai kostet € 450,-! Ihr seid doch bescheuert! Boss ist deutlich zu bossig. Was haben wir denn hier?! Schlicht schwarz, dezentes aber doch irgendwie protziges Logo. Und das Modell für Damen in blütenweiß.<<

    ZeeBee trägt jetzt EA7. Jetzt muss der Anzug nur noch nachwachsen oder ZeeBee schrumpfen. :lol: Scheiß italienische Größenangaben! Amina trägt auffällig nicht EA7. "A" steht nicht für Arroganz. Wirklich nicht! Und die "7" nicht für einen Portugiesen sondern für einen Ukrainer. Also auch noch politisch korrekt!

    Amina und ZeeBee beobachten den TuS beim Warmmachen.

    "Bei Würfen nach unten bewegt sich die Torhüterin gut. Ups... für die oberen Bälle springt sie mit dem Schwungbein ab! Bingo!"

    Eine Dame vom TuS spricht Amina und ZeeBee an:

    "Die beiden Schiedsrichterinnen pfeifen heute ihr allererstes Spiel. Bitte Rücksicht nehmen. Wenn was ist, könnt Ihr sie hinterher gern darauf ansprechen. Ich gehe aber davon aus, dass es ein friedliches Spiel wird."

    "Dann können sie ja Gott danken, dass ich in der D-Jugend nur auf der Tribüne sitze." :smokin:

    >>Niedersächsiches Spitzenderby... und die setzen Anfängerinnen an. Cheers!<<

    ZeeBee trommelt die Mädels zusammen, gibt Amina mit, sie möge die Schwachstelle der Torhüterin und die Schieris ansprechen. Schlürft seinen Kaffee.

    Anpfiff. Amina hat nur zwei Auswechselspielerinnen, allgemein die Order, unabhängig vom Spielstand immer bunt durchzuwechseln und vor allem in Punktspielen nie mit 100% Potenzial auf der Platte zu starten, um nicht mit jedem weiteren Wechsel die Formation zu schwächen. Ein langer Prozess. Technikfloh Frida startet am Kreis. Sie hat am Vortag als Jungjahrgang D-Jugend in der zweithöchsten C-Jugend Liga auf Rückraum Mitte mit zwei Toren und vielen geklauten Bällen ein starkes Debüt gegeben. O.k., ZeeBee ist ganz dafür, die Kreisposition aufzuwerten und zu stärken. Allerdings steht in der Deckung etwa die Hälfte der Regionsauswahl, so dass die Kreativabteilung merklich im Rückraum fehlt. Die Mädels lösen das über geklaute Bälle und Langpässe nach vorn. Irgendwan stockt es ein wenig. Amina reagiert korrekt und stellt um.

    Es ist auf beiden Seiten vor allem die Deckung, die ins Auge springt. Einmal Halbfeldmanndeckung, viel Beinarbeit um Passwege zu erschweren, kurze Körperkontakte, um Laufwege zu erschweren und vor allem immer wieder Druck auf die Ballführerin, um sie zu einem schlechten Pass zu zwingen. Ein ums andere Mal geht der Ball an die Deckung, häufig auch mal belohnt durch das Ausbleiben eines Pfiffs. Die andere Mannschaft gibt auch viel Druck auf die Ballführerin, vor allem um die Hüfte herum. Hasendeckung gegen... Pythondeckung. Die fälligen Ermahnungen, Verwarnungen und Zeitstrafen bleiben aus.

    >>Bleib ruhig, die Schieris sind Anfängerinnen.<<

    Nach dem Spiel wird ZeeBee im Auto erklären: "Wichtig ist, dass Ihr Euch nicht mit dem Oberkörper oder den Ellenbogen losreißt, sondern nur mit Beinarbeit!"

    Kurze Pause. Dann Einschränkung.

    "Das setzt natürlich voraus, dass die Beine den Boden berühren."

    Acting Captain Neele wird von ihrer Gegenspielerin gepackt, hochgehoben, zwei Meter getragen. Freiwurf. Natürlich.

    >>BLEIB RUHIG, DIE SCHIERIS SIND ANFÄNGERINNEN!<<

    ZeeBee arbeitet an seiner Nominierung für den Friedensnobelpreis. Dann der erste verzweifelte Ansatz der TuS Deckung, sich kompakter gegen Frida zu positionieren. Es folgt die Fleischmauer im 9m Kreis.

    :schrei: "DIE 6:0 DECKUNG IST AUCH DIESE SAISON IN DIESER ALTERSKLASSE VERBOTEN!"

    Tschüss Friedensnobelpreis. ZeeBee rechnet allerdings auch nicht im Entferntesten mit einer Reaktion der Schieris. Ist auch nicht der Plan. Eiligst beordert der TuS Trainer seine Schützlinge wieder aus dem Neuner hinaus. Im Laufe der Begegnung wird sich das Spielchen noch dreimal wiederholen. Auf der Bank würde ZeeBee nicht mal einschreiten, sondern die Deckung als Trainingsherausforderung annehmen. Dort kann ZeeBee allerdings auch seine Mannschaft dirigieren.

    5:9 zur Halbzeit. Halbfeldmanndeckung, der stärkste Gegner der Handballregion, die halbe Regionsauswahl, 5 Gegentore in zwanzig Minuten... Chapeau! Denkt man sich einen echten Schiedsrichter hinzu, der die Scheißklammerei unterbindet und nach den niedersächsischen Hausregeln 7m gegen 6:0 Deckung verteilt, würde es eher 5:19 stehen. ZeeBee denkt sich den echten Schieri nicht hinzu, gibt Amina ein paar Anweisungen für den Angriff in die Kabine mit. Schlürft seinen Kaffee.

    Die beiden Schiedsrichterinnen werden in der Halbzeit vom Heimverein eifrig instruiert. Vorbildlich. Dann wird es ja in der zweiten Hälfte kein Klammern und keine 6:0 Deckung mehr geben... und vielleicht taucht in der zweiten Halbzeit Lemmie Kilmister auf und singt mit ZeeBee ein Duett.

    Nach der Pause ziehen die Mädels zunächst auf sechs Tore davon. Endlich Normalität? ZeeBee nimmt sich eine kurze Pinkelpause, kommt zurück, der Vorsprung ist deutlich geschrumpft.

    >>Memo an mich selbst: Nur noch in der Halbzeitpause pinkeln.<<

    Im Angriff liegt die gesamte Verantwortung bei einer der jüngsten Spielerinnen, die beiden anwesenden älteren Talente, die das Spiel mitgestalten müssten, halten sich vornehm zurück. Das wird ZeeBee nach dem Spiel deutlichst ansprechen. Hinten sorgt Carlotta im Tor dafür, dass der Abstand nicht weiter schrumpft. Gäbe es eine D-Jugend Nationalmannschaft...

    Das Spiel wird vogelwild. Der von beiden Händen umfasste Ball wird weggerissen. Prellgegenstoß. Tor.

    >>Memo an mich selbst: Die nächtlichen Regeländerungen schnellstens nachlesen!<<

    Im Mittelfeld, sonst im Handball nicht so im Rampenlicht, findet nun ein Großteil der crunch time statt. Ball weggerissen, rausgeprellt, wieder weggerissen. ZeeBees Mädchen setzen die nächtliche Regeländerung nun auch um und klauen jüngst noch rechtlich nicht antastbare Bälle aus dem Griff der Gegnerin. ZeeBee sehnt sich den Schlusspfiff herbei, mit Handball hat die Veranstaltung nun nur noch wenig zu tun. 13:15 Auswärtssieg, kein Friedensnobelpreis und reichlich neue graue Haare.

    ZeeBee schlendert zur Bank und haut Amina die - nicht gelegte - grüne Karte um die Ohren. Wörtlich gemeint.

    Dein Karsten

    Hat sich mal wer die Frage gestellt, warum Fuhr - mit wenigen Ausnahmen - mittelfristig nur mit jüngeren Spielerinnen arbeiten konnte? Erfahrene Spielerinnen sich den Psychoterror nicht angetan haben? Aus der Ferne gebe ich ihm fachlich eine Eins minus, menschlich muss man wohl lange suchen, um da einen kleineren Wicht in der Trainerschaft zu finden. Ich weiß von einem Fall der disziplinarischen Maßnahmen, der im Strafgesetzbuch klar geregelt ist (keine Körperverletzung o.ä., aber auch keine Beleidigung).

    Diese Schreckensherrschaft soll er sich mal in einer Männermannschaft erlauben... Nationalmannschaft der Bundeswehr mag funktionieren, JEDE ANDERE MÄNNERMANNSCHAFT SCHIESST IHN ZUM MOND! Ich habe einen halben Tag die Schlagzeilen nicht gelesen. Möge der DHB bitte auch die richtigen Konsequenzen ziehen!

    Wenn man in einem Verband Spielerinnen für ein 2. Mannschaft "melden" muss, kann ich für nichts garantieren. Dann steht dort in den Durchführungsbestimmungen möglicherweise was Abweichendes von der Spielordnung. Die Spielordnung kennt kein "melden" für eine Mannschaft. Im Bereich DHB gilt, man ist nach zwei Spielen in Folge in der oberen Mannschaft festgespielt. Jedes zweite Spiel kann also ausgeholfen werden, ohne dass sich was an der Teilnahmeberechtigung ändert.

    In der Region Hannover ist der erste Spieltag rum. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich mit der Abschaffung der Spezialregelung für die ersten beiden Spieltage anfreunden kann. Früher war es so, dass bei den ersten beiden Spieltagen der Saison nicht zwischen zwei Mannschaften einer Altersklasse gewechselt werden konnte. Das war so etwas wie eine Vorstufe zum Festspielen. Nach zwei Spieltagen sollte sich möglichst verteilt haben, wer Erste und wer Zwote spielt.

    Beispiele, weswegen ich kein Fan der Wildwest-Regelung bin:

    Sonntagmorgen schießen zwei C-Mädchen in der zweiten C-Jugend von L. zusammen 24 Tore in der untersten Klasse. Endergebnis 33:22. Nachmittags spielen die Mädels noch einmal, nun eine Liga höher, und ballern zusammen 19 Tore.

    In der D-Jugend gewinnt L.-R. wD II mit 20:12. Eine Auswahlspielerin des älteren Jahrgangs erzielt so viele Tore wie der Gegner insgesamt.

    Bei uns im Verein müssen mehrere Jungs der mD I in der Zwoten "aushelfen". Starspieler der D I ist auch eine der "Aushilfen", spielt durch, andere versauern auf der Bank, schmeißt 11 Toren.

    Im männlichen Bereich sehe ich Oberligaspieler, die am ersten Spieltag in der Kreisklasse eingesetzt werden. Ja... alles regelkonform. Die alte Regelung fand ich besser.

    Spielsteuerung

    Spielchen im gestrigen Training. Drei Ballhalterinnen im Dreieck, zwei "Schweinchen in der Mitte", die den Ball abfangen sollen. Bei Ballgewinn Rollentausch der zwei Spielerinnen.

    Prophylaktisch: Ein Dreieck aus Gummitellerchen am Boden, ein Fuß auf dem Teller, damit außen nicht im Kreis gerannt wird.

    Jeder Pass wird abgefangen.

    Dreieck verkleinert.

    Zwei Schweinchen positionieren sich unmittelbar vor den Passempfängerinnen, das Spiel ist tot.

    Passempfängerinnen dürfen den Teller verlassen, um sich anzubieten.

    Das Gerenne der Passempfängerinnen geht los.

    Schweinchen dürfen statt des Balls einen "steal" machen, den Teller besetzen und so Rollen tauschen.

    Schweinchen stellen wieder die Passempfängerinnen zu, das Spiel ist tot.

    Passempfängerinnen dürfen (wenn ein Fuß auf dem Teller ist) die Schweinchen abschlagen => 3 Liegestütze

    Die Bogenlampen erwähne ich mal nicht. Schwierige Geburt, aber durch ständiges Anpassen der Rahmenbedingungen ist einiges möglich.

    Und wo wir beim Thema sind: Vorausschauende Übungssteuerung

    Welcher Trainer kennt das nicht. Zwei gegen Zwei o.ä. mit einer oder zwei Anspielerinnen. Jede Übung/jedes Spiel mit Anspielstation, die keinerlei Torgefahr ausstrahlt, die keine Abwehrspielerin bindet, birgt dieselbe Gefahr. Jeder Pass wird von der benachbarten Abwehrspielerin abgefangen, die Übung ist tot.

    Der Abwehrspielerin ihre ureigenste Aufgabe verbieten? Alles schon erlebt, ist aber grober Unfug. Einer voll berechtigten Angreiferin mit Ball würde ich sagen: "Wenn Du zu faul bist, Dich torgefährlich zu machen, in der Lücke auch die Nachbarabwehrspielerin zu binden, ist der Ball weg!" Geht hier nicht, die Anspielerin hat keine torgefährliche Rolle (könnte aber beispielsweise bei Ballbesitz ein Markierung in "ihrer Lücke" auf dem Neuner berühren dürfen => Bonusaufgabe Abwehrspielerin).

    Die Korrektur geht bei mir also in der Regel an die Passempfängerin, die offenbar nur rumsteht, den Ball erwartet und diesen sich vor der Nase wegschnappen lässt. Sie muss in Vorleistung gehen, dem Pass entgegen gehen/eine Lauftäuschung machen/die Abwehrspielerin hinterlaufen.

    Die Abwehrspielerin neben der Anspielstation schränke ich dagegen nur ein, wenn ich die Stoßbewegung der Ballempfängerin und die Auftaktdynamik brauche. Dann darf sich z.B. die Abwehrspielerin erst bei Ballkontakt ihrer Gegenspielerin bewegen.

    Bin ich in der Sache ganz bei Dir, daher die Großbuchstaben. Ich war letztes Jahr Zeuge, wie unsere Starspielerin der wC I verletzt in Bremen auf der Bank saß und das wäre ihr zweites ausgesetztes Spiel in Folge gewesen. Der Trainer ließ sie nicht als Betreuerin eintragen, sondern beließ es dabei, sie als Spielerin laufen zu lassen. Ich wollte sie in der Folgewoche in der C II einsetzen...

    Mein alljährlicher Hinweis an die Trainerkollegen meines Vereins:


    Moin!

    Die Saison geht los, damit auch die ersten Fallgruben der Spielordnung. Folgendes gilt nur für die Altersklassen bei uns, die doppelt besetzt sind. U21/U23 Regeln spare ich aus.

    - Während der ersten beiden Spiele zweier Mannschaften in einer Altersklasse herrscht Narrenfreiheit. Die Erste darf - inzwischen - in der Zwoten alles wegballern. Das absolute Hin- und Herwechselverbot gibt es seit einigen Jahren nicht mehr.

    - Ein Handballmensch ist nach zwei aufeinanderfolgenden Spielen der oberen Mannschaft innerhalb einer Altersklasse vorerst dort festgespielt. Was zwei aufeinanderfolgende Spiele sind, bestimmt sich allein, ausschließlich, exklusiv, einzig, schier, lediglich nach DEM SPIELPLAN DER OBEREN MANNSCHAFT. Was zwischendurch in der unteren Mannschaft passiert, betrifft "zwei aufeinanderfolgende Spiele" nicht! ("Aber da war doch ein Spiel der Zwoten dazwischen!" "Und das war Spiel Nr. 3,5 oder was?!")

    - Ist der Handballmensch erst einmal festgespielt, darf er "unten" nicht mehr eingesetzt werden, sonst sind die Punkte futsch.

    - Ich kann jedem, der fragt, zeigen, wo es steht, dass sich ein Handballmensch in der höheren Liga festspielt. Noch niemand konnte mir zeigen, wo eine Ausnahme geregelt ist, dass dies nicht für Handballmenschen einer tieferen Altersklasse gilt. Meine D-Mädels würden sich genauso in der C I festspielen wie jede C II Spielerin! Aber nur im Verhältnis zur C II und nicht zur eigenen Altersklasse.

    - Festgespielt sein ist aber nicht in Stein gemeißelt. Ich kann wieder frei werden durch

    a) oben zwei Spiele aussetzen oder

    b) oben sechs Wochen (früher vier!) pausieren.

    Eine Ummeldung an den Verband ist nicht mehr erforderlich.

    - Und weil das im Gegensatz zu früher nach der letzten Änderung der SpO viel zu unkompliziert ist und zu wenig Strafgelder nach sich zieht, hat sich der DHB eine Auslegung ausgedacht, um wieder möglichst viel Verwirrung zu stiften. Neben dem Status

    a) frei

    b) festgespielt

    gibt es nun auch ohne jegliche Stütze in der Spielordnung

    c) a bisserl festgespielt.

    Ich versuche den Irrsinn mal zu erläutern.

    nicht festgespielt: Saisonbeginn oder nach zwei oben ausgesetzten Spielen

    festgespielt: zwei aufeinanderfolgende Spiele oben auf dem Spielformular gestanden

    a bisserl festgespielt: sechs Wochen pausiert

    Der juristische Geniestreich: Wenn ich nach Spiel Nr. 6 der oberen Mannschaft sechs Wochen ausgesetzt hatte, darf ich unten wieder spielen. Aber nehme ich dann an Spiel Nr. 7 teil, habe ich ja zwei aufeinanderfolgende Spiele absolviert. Ich war nach der Pause halt nur a bisserl festgespielt Hat der DHB leider seine eigene Spielordnung nicht verstanden. Erst fing der Spuk auf Regionsebene an, dann hat sich der DHB dem Schwachsinn angeschlossen.

    - Zum Saisonende gibt es keine Einschränkung mehr, man kann auch für die letzten beiden Saisonspiele unten wieder frei werden.

    Achtung Falle: Zuletzt war es in nuScore so, dass die Kader des letzten Spiels gespeichert blieben. Fehlt ein Handballmensch, musste er aktiv gelöscht werden. Wird er nicht gelöscht, spielt er sich in Abwesenheit womöglich fest. Eine Freude, sich nachträglich mit dem Verband rumzuschlagen, WENN DER TRAINER DAS PROTOKOLL DOCH GEPRÜFT UND ABGEZEICHNET HAT!


    Sportliche Grüße


    Der Rechtswart

    Kleiner Zwischenbericht. Wir üben den Handgelenkspass regelmäßig in jedem Training. Bei vielen sieht das schon rund aus, bei einigen sogar mit der falschen Hand. Gestern im Turnier, sechs Spiele, nicht unerwartet nichts davon zu sehen.

    Eine Gegenspielerin in der D-Jugend, technisch gute und flinke RM, hat den Pass bereits im Repertoire und setzt ihn bei etwa jedem zweiten Pass im Positionsspiel ein. Und von den Handgelenkspässen sind etwa ein Drittel taktisch angebracht... zwei Drittel dagegen Show. DAS wird es bei mir nicht geben.

    Tolles Interview, spricht mir aus der Seele. Will ich nicht bis ins Detail kommentieren, ich habe mal ein Zitat rausgegriffen:

    Zitat

    Warum gibt es keine Ausbildung, an deren Ende man sagen kann: Ich gehöre jetzt zu den besten Kinderhandball-Trainern? Und, ein weiterer wichtiger Punkt sind eben die Karrieremöglichkeiten: Ich müsste die Chance haben, auch als top Kinderhandballtrainer in einem Leistungszentrum eine zentrale Rolle zu begleiten.

    Quelle: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-1-145021.htm

    Der erste Satz ist... diskutierbar. Wenn ich die Ausbildung zum EHF Master Coach abschließe, bin ich dann einer der besten Bundesligatrainer? Welche Form der Ausbildung macht mich denn zu einem der besten Kinderhandballtrainer? Außer die C-Lizenz in der Eigenwahrnehmung eines Zwanzigjährigen. Mit einer Erfahrung von über dreißig Jahren kann ich behaupten, einer der erfahreneren Kindertrainer zu sein. Und an Erfahrung führt auch kein Weg vorbei auf dem Weg zum "besten Kinderhandballtrainer". Ein, zwei Naturtalente habe ich bislang erleben dürfen. Die stießen dann aber mit wenig Lebenserfahrung an andere Grenzen und konnten Konflikte mit Spielern nicht lösen.

    Den zweiten Satz find ich spannender. Kinderhandballtrainer eingebunden im Leistungszentrum. Das Pferd mal andersherum aufzäumen. Vision statt Rückschau auf der Suche nach der Zukunft. Wenn der neue 1. Herren oder 1. Damen Trainer antritt, dann bekommt er häufig den Job, mal das "Vereinskonzept" zu überarbeiten oder gar zu erstellen. Selbst schon erlebt. Nur ist der Vogel in anderthalb Jahren wieder weg und ein ganz anderer Trainertyp übernimmt. Ich bin dann immer noch da. Ich werde aber nicht gefragt. Nur als Beispiel: Wäre ich in einem Leistungszentrum eingebunden, würde es in der Spitzenmannschaft diese Zirkusnummer Rückraum Mitte kreuzt in Zeitlupe mit Kreis oder dasselbe Spielchen zwischen Halb und Außen nicht mehr geben...