Beiträge von Zickenbändiger

    Immerhin bewegt sich die Diskussion deutlich wieder auf zivilisiertes Niveau zu und entfernt sich vom Cro Magnon Style. Danke dafür!

    15:7
    Die Konsequenzen von Fehlern des Werfers oder seiner Mitspieler während der Wurfausführung (15:1-3*) sind davon abhängig, ob die Ausführung des Wurfs angepfiffen war oder nicht.

    *die da sind:
    15:1 falsche Positon, Ball nicht in der Hand, abspringen/loslaufen
    15:2 tippen, hinlegen oder rollen und aufnehmen, Zuspiel zu sich selbst
    15:3 falsche Stellung der Mitspieler, Mitspieler berührt den Ball

    Mit grammatischer Auslegung (Wortlaut) und systematischer Auslegung haben wir noch keinen gemeinsamen Nenner gefunden. Bleibt noch die historische Auslegung (Entstehungsgeschichte) und die teleologische Auslegung (telos - der Zweck).

    Ich habe weder IHF Regelkommissionsunterlagen zur Hand noch ältere Regelhefte mit möglicherweise anderen Fassungen von Regel 15. Nähern wir uns mal dem Zweck der Regelung. Eine Rechtsmeinung hier vertritt die Auffassung, dass 15:2 trotz Verweisung aus 15:7 auszuklammern sei, weil "während der Ausführung" durch "ist ausgeführt" vom Wortlaut her ausgeschlossen sei. Das hätte zur Folge:

    Wird korrigiert, Ballführer bleibt in Ballbesitz bei:
    15:1 falsche Positon, Ball nicht in der Hand, abspringen/loslaufen
    15:3 falsche Stellung der Mitspieler, Mitspieler berührt den Ball

    Wird nicht korrigiert, Gegner bekommt den Ball:
    15:2 tippen, hinlegen oder rollen und aufnehmen, Zuspiel zu sich selbst

    Das ergibt für mich einen Wertungswiderspruch, eine Ungleichbehandlung von zwei gleichen/ähnlichen Sachverhalten, die im Lichte des Regelungszwecks eigentlich gleich behandelt werden müssten:

    - Der Ballführer springt beim - nicht anzupfeifenden - Freiwurf hoch und wirft direkt auf das Tor. Korrektur, Wiederholung mit Pfiff.

    - Der Ballführer tippt den Ball beim - nicht anzupfeifenden - Freiwurf. Abpfiff, Freiwurf für den Gegner.

    Bei einem Wertungswiderspruch müssen die Alarmglocken schrillen. Ist das noch im Sinne des Gesetzgebers? Sinn von Regel 15 ist, dass alle auszuführenden Würfe nicht kreuzwild ausgeführt werden, sondern einem geregelten Ablauf folgen. Hat der Schieri nicht eingegriffen und korrigiert, darf ein Wurf auch schnell und ohne Pfiff ausgeführt werden. Das kann Fehler produzieren. Diese werden korrigiert, ohne dass der Ballbesitz wechselt (außer der Ball landet aus Dusseligkeit beim Gegner). Bei angepfiffenen Würfen, also nach Gelegenheit zur Korrektur durch den Schieri und mit dessen Segen, wird ein Fehler nicht mehr verziehen. Der Ballbesitz wechselt.

    Vor dem Hintergrund des Zwecks von Regel 15: Warum sollte Tippen beim Freiwurf so "schlimm" sein, dass dieser Fehler nicht verziehen wird, während Abspringen zur Wiederholung führt? "Schlimm" deswegen, weil der Ball die Hand verlassen hat?

    Wir sind jetzt auf der Stufe der teleologischen Auslegung, weil Wortlaut und Systematik keinen Konsens gebracht haben. Also mal kurz ohne Wortlaut (Ball hat die Hand verlassen => Freiwurf ist vorbei) versuchen zu argumentieren. Funktioniert sicher auch ohne Alphamännchen-Gehabe und Cro Magnon Style.

    15:7

    Die Konsequenzen von Fehlern des Werfers oder seiner Mitspieler während der Wurfausführung (15:1-3) sind davon abhängig, ob die Ausführung des Wurfs angepfiffen war oder nicht.

    Liest eigentlich auch mal wer im Regelwerk oder wird da nur die Hand darauf gelegt und der Inhalt erschließt sich dann wie von Geisterhand? Da steht 15:1 bis 3, nicht 15:1 und 3. Es wird Bezug genommen auf alle drei Absätze. In 15:2 (auf den also auch verwiesen wird) ist ein einziger Fehler während der Ausführung definiert, nämlich das Tippen oder meinetwegen das sich selbst zuspielen beim Freiwurf. Wenn das ausgeklammert sein sollte, stünde in 15:7 dann 15:1 und 3. Der Regeltext ist eine nicht zu unterschätzende Rechtsquelle. Kaffeesatz, Vogelflug und Hühnerdärme finde ich überbewertet.

    Kiste Bier für denjenigen, der nachweist, dass "-" in 15:1-3 ein getarntes "und" ist. Bitte ohne alternative Fakten.

    Fettdruck und Schriftgröße ändern kann ich auch:

    15:7
    Die Konsequenzen von Fehlern des Werfers oder seiner Mitspieler während der Wurfausführung (15:1-3) sind davon abhängig, ob die Ausführung des Wurfs angepfiffen war oder nicht.

    Ich kann sogar Farbe. Jetzt weis mir bitte nach, dass in 15:1-3 KEIN Tippverbot beim Freiwurf geregelt ist. Ansonsten haben wir einen direkten Bezug zum Tippverbot "während der Wurfausführung".

    Das ist aber auch anstrengend mit Euch zu spielen.

    15:7 sagt was anderes. Nach Fehler bei "Wurf ohne Anpfiff" folgt nie ein Freiwurf für den Gegner.

    Aus 15:8 können wir keinen Honig saugen, denn das ist keine Norm. Dort ist kein Tatbestand mit einer Rechtsfolge verknüpft, sondern konkretisiert nur, was nach einem Fehler bei "Wurf mit Anpfiff" zu passieren hat. Denn nach "Wurf ohne Anpfiff" wird keine Regelwidrigkeit "geahndet", der Wurf wird wiederholt (s. 15:7 - das ist nämlich eine Norm). Der Wortlaut der IHF Regeln ist eindeutig, da brauche ich kein Bildchen mit Text.

    Fehler bei Ausführung eines Wurfes (15:7)

    Regel zu Tatbestand A (Wurf ohne Pfiff) => Rechtsfolge Wiederholung
    Ausnahmetatbestand (Ballverlust/Vorteilsgedanke) => Rechtsfolge Weiterspielen

    Regel zu Tatbestand B (Wurf mit Pfiff) => Rechtsfolge Freiwurf für Abwehr (nur hier wird "geahndet", 15:8)

    Das ist das System. Wenn ich nun bei 15:8 (bezieht sich ausschließlich auf Tatbestand B) das "ahnden" übersehe/falsch verstehe, dann komme ich auf den Gedanken, dass 15:8 auch was mit Tatbestand A (ohne Pfiff) zu tun haben könnte. "Wiederholen" oder "laufen lassen" ist aber kein "ahnden". Mit 15:8 kann 15:7 nicht "ausgehebelt" werden.

    Aber ich verstehe allmählich die Verwirrung um die Regel. Wenn man Regeln / Gesetze wie einen normalen Text liest, geht die Gewichtung fehl und das System erschließt sich nicht. Hier hilft es, wenn man gezielt einmal nach Tatbestand/Rechtsfolge (also Normen) und zum Anderen nach Regel/Ausnahme sucht, sich also das System erarbeitet. Sonst stiften Konkretisierungen wie 15:8 nur heillose Verwirrung.

    Ich werde es nicht auch noch aufmalen. Möglichkeit 1: der "Handball-Schiedsrichter" irrt. Möglichkeit 2: der IHF Regeltext irrt. War nett mit Euch zu plaudern. :hi: Tut mir leid, dass ich nur "Quatsch" rede... :lol:

    Zitat

    Hast du 15:2 mitbeachtet?

    Jupp. Es geht um einen Verstoß gegen 15:2 (Tippverbot). Und Absatz 1 von 15:7 verweist auf 15:1 bis 15:3.

    Zitat

    @ Baden und Zickenbändiger: Wenn ihr es nicht wisst und auch die IHF-Regelfragen nicht kennt, lasst doch bitte die es erklären, die es wissen!

    Ahhhh. Wir haben ein Missverständnis hier. Ich spreche von den IHF Hallenhandballregeln. Die beginnen wie folgt:

    VORWORT
    Diese Spielregeln treten mit Wirkung vom 1. Juli 2016 in Kraft.

    Der Regeltext, die Kommentare, die IHF - Handzeichen, die Erläuterungen zu den Spielregeln und das Auswechselraum - Reglement sind Bestandteil dieses Regelwerks.

    Zu beachten sind auch die integrierten „Guidelines und Interpretationen“, die zusätzliche Hinweise über die Anwendung einzelner Spielregeln geben. Die bisherige Publikation 2010 mit Updates wird aufgehoben. Die „Guidelines und Interpretationen“ werden bei Bedarf ergänzt.

    Nicht zum Regelwerk gehören die „Richtlinien für Spielflächen und Tore“, welche aus rein praktischen Gründen dem Regelbuch angefügt sind.

    Man beachte, was zu den Regeln dazugehört. Du sprichst offenbar von irgendwelchen anderen Regeln, zu denen auch die IHF-Regelfragen gehören. Die Eingangsfrage drehte sich aber um die offiziellen Regeln.

    Zitat

    Bin aber mal gespannt, ob nachher wieder "jemand" ankommt und sagt, dass ganz klar Wiederholung des Freiwurfes richtig ist. Hat sein Lehrwart gesagt...

    Ich brauche keinen Lehrwart, ich kann ja lesen. Und Regel 15:7 ist nicht mal kompliziert:

    Bei einer Wurfausführung ohne Anpfiff sind grundsätzlich alle Fehler zu korrigieren; anschließend ist der Wurf zur Spielfortsetzung anzupfeifen.
    Allerdings ist der Vorteilsgedanke nach 13:2 zu beachten. Falls die Mannschaft unmittelbar nach einer falschen Ausführung den Ball verliert, gilt der Wurf als ausgeführt, das Spiel läuft weiter.


    Bei einer Wurfausführung mit Anpfiff sind grundsätzlich ebenfalls alle Regelwidrigkeiten zu ahnden, z.B. wenn der Werfer springt, den Ball länger als 3 Sekunden hält oder seine korrekte Position verlässt, bevor der Ball gespielt ist.

    Und da es beim Freiwurf ohne Anpfiff nur eine einzige Ausnahme gibt (Vorteilsregelung), die aber nicht mal einen Freiwurf für den Gegner vorsieht, folgt, dass aus einem Freiwurf ohne Anpfiff nie ein Freiwurf für den Gegner werden kann.

    Regel zu Tatbestand A (ohne Pfiff) => Rechtsfolge Wiederholung
    Ausnahmetatbestand (Ballverlust) => Rechtsfolge Weiterspielen

    Regel zu Tatbestand B (mit Pfiff) => Rechtsfolge Freiwurf Abwehr

    15:8 regelt nur das "wie" zur Rechtsfolge Freiwurf Abwehr und hat mit "Freiwurf ohne Anpfiff" nichts zu tun. Das war die juristische Auseinandersetzung. Jetzt kommen wieder die Praktiker, deren Lehrwart mal was gesagt hat.

    Willkommen in der Handballecke. Wir stiften Verwirrung, wo wir nur können. :D

    Es gibt einen Mittelweg zu Deinem Dilemma, den ich Dir vorstellen möchte. Schon mal was vom Zweifachspielrecht (§ 19a Spielordnung DHB) gehört?

    Du kannst mit dem Zweifachspielrecht in zwei Vereinen gleichzeitig spielen, wenn

    - sich beide Vereine einig sind,
    - Du im Zweitverein nur in Deiner Altersklasse spielst,
    - der Zweitverein in Deiner Altersklasse höher spielt als der Erstverein und
    - der Antrag mit allen Unterlagen zwischen dem 01.07. und 31.10. beim Landesverband eingegangen ist.

    Du könntest für eine Saison (lässt sich aber verlängern) in den Genuss von quasi "best of both worlds" kommen. Die alte Mannschaft lässt Du nicht im Stich und Du zeigst Deine Verbundenheit. Du bekommst schon mal zusätzliche Förderung und schnupperst schon mal in das neue Umfeld rein.

    Was Du wissen musst: Der Erstverein entscheidet bei Spielzeitenkollisionen! Entweder beide Vereine nehmen Rücksicht oder der Zweitverein achtet darauf, dass die Zahl der Überschneidungen klein bleibt. Und richtig kniffelig wird es, wenn Du im Erstverein auch eine Altersklasse höher spielen sollst, da Du in der Jugend nur zwei Spiele binnen 48 Stunden bestreiten darfst. Dann reicht ein Wochenende nicht mehr aus.

    Zitat

    Was ist denn passiert?

    Durch die Vereinsbrille: Burgdorf liegt vier Tore vorne, noch etwa fünf Minuten zu spielen. Und dann wird es ganz merkwürdig. Klarer 7m nicht gegeben, es hagelt seltsame Zeitstrafen und fragwürdige 7m gegen Burgdorf. Spielprotokoll ist leider bei SIS nicht vorhanden. Ich meine, es gab zweimal doppelte Unterzahl binnen der letzten fünf Minuten. Dass das zahme Hannoversche Publikum die Schieris beim Verlassen der Halle lauthals ausbuht, das muss man sich erst einmal erarbeiten.

    Zum Spiel: Mortensen mit nahezu Weltklasseleistung. Ich meine zwei Fehlwürfe, einer davon ganz undankbar an der Eckfahne freigespielt. Schade allerdings, dass für LA mehr vorbereitet wird als für RA, denn Kastening hat die wenigen Chancen zuverlässig verwertet und noch einen sagenhaften "steal" in ein Gegenstoßtor umgemünzt. Olsen mal wieder gut drauf und sehr verspielt, inklusive Tor aus Pirouette und unnachahmlichen Kreisanspielen. Ansonsten aus dem Rückraum in der ersten Hälfte zu wenig, Patrail hat dann in der zweiten Halbzeit aufgedreht und für Entlastung gesorgt. Sensationelle Stimmung in der Halle und dank der Schieris bis zum Schluss eine ansteigende Spannungskurve, nachdem es schon fast wie eine sichere Sache aussah.

    Handballworld berichtet von Interesse aus Barcelona an Mortensen. Kann ich gut nachvollziehen. Bin gespannt, wer alles wegen Ortega anklopfen wird. Nur noch eine Frage der Zeit, bis die großen (gestrauchelten?) Vereine kommen.

    Vielen Dank! :hi: Vier Wochen danach sitze ich wieder im Büro, frühstücke morgens Tabletten statt Brötchen, Erkältung hoffentlich fast überstanden. Keine Reha! Zwei Wochen nach Tag X schon wieder auf der Bank und seither mehrere Spiele gecoacht, darunter einmal die Chance, zum Tabellenführer der Jungsliga aufzuschließen, was wegen Totalausfalls der Mannschaft nicht geklappt hat. Und auch ein Mädchenspiel, fünf Tore Rückstand zur Pause bei großzügigem Einsatz von E-Jugendlichen in der D-Jugend und Umbiegen des Spiels in letzter Minute durch taktische Rückwechselei. Ganz ordentliche Stresstests... gut überstanden. :lol:

    Nächster Höhepunkt des Tagebuchs steht in anderthalb Wochen bevor. Es wird eine Regionsmeisterschaft der weiblichen D ausgespielt, zu der wir uns aus Versehen qualifiziert haben unter Einsatz von über zwanzig D- und E-Jugendlichen während der gesamten Saison. Da ich nicht einsehe, ein Drittel der Mannschaft zu Hause zu lassen und ich ohnehin nie vorhatte, an der albernen Veranstaltung teilzunehmen, haben wir abgesagt. Der Verband hat uns daraufhin erpress... äh... angeboten, nächste Saison die Durchführungsbestimmungen dahingehend nicht zu ändern, so dass in der männlichen D weiterhin Mädchen mitspielen dürften. Ein Angebot, dass ich nicht ausschlagen kann. :wall: Also laufen wir auf... und führen die Kasperveranstaltung ad absurdum. In der ganzen Region laufen nur sechs starke Mannschaften rum. Die treffen sich nun erstmals NACH der Saison, während wir während der Saison teilweise gegen Anfängermannschaften uns ein Bein ausreißen, weniger als 40 Tore zu werfen. :pillepalle:

    Liebes Handballtagebuch!

    Sonntagmorgen, 08:15. Der Handywecker klingelt. Ungewohnte Umgebung für das Aufstehen. Eine Couch. Ein Büro... ach ja. Viel zu langer Samstagabend, viel zu viel Wein und ein zu umständlicher Heimweg, um dann morgens in der Frühe wieder in die Gegenrichtung zum Punktspiel zu fahren. Also hat sich ZeeBee kurzerhand nachts einen Schlafplatz in der Innenstadt improvisiert.

    08:20. Ein stechender Schmerz im linker Arm. Mist, nachts verlegen. Obwohl... so unbequem ist die Couch gar nicht. Der Schmerz zieht allmählich in Brust und Rücken. Ganz schön übel verlegen. :( ZeeBee begibt sich zur Straßenbahn und fährt zur Mitfahrgelegenheit. Die Mädchen bestreiten ein Auswärtsspiel als Jungsmannschaft. Der Gegner konnte im Hinspiel eine Halbzeit gut mithalten, musste sich dann aber doch deutlich geschlagen geben. Für heute wünscht sich ZeeBee zwei gute Halbzeiten.

    ZeeBee geht es gar nicht gut. Das muss auch offenkundig sein. "Du siehst ja aus wie das blühende Leben!" Thomas, Handballpapa und heutiger Chauffeur, bringt es auf den Punkt. ZeeBee murmelt etwas von viel zu kurzer Nacht und intensivem Kochabend. Auf der Fahrt in den Speckgürtel Hannovers beginnt ZeeBee zu schwitzen. Kalter Schweiß durchnässt die Haare, den Nacken, das T-shirt. ZeeBee schwant Böses, ganz Böses. Auf dem Parkplatz wird ihm schwindelig beim Aussteigen. ZeeBee schickt Thomas mit den ersten Mädchen vielsagend schon einmal in die Halle und setzt sich noch mal kurz ins Auto. Die reguläre Atmung setzt aus, ZeeBee verfällt in ein Hecheln. Googlesuche ergibt bei der Anfrage "Symptome Herzinfarkt" interessante Antworten... die sich dummerweise mit der Realität decken.

    ZeeBee marschiert in die Halle. Der Blick von Co-Trainerin Alina verrät, dass ein Blick in den Spiegel zu diesem Zeitpunkt höchst beunruhigend wäre. ZeeBee erklärt, dass er statt Punktspiel einen Ausflug ins Krankenhaus plant und gibt ein paar Instruktionen. Die Mädchen wärmen sich auf auf und schauen irritiert herüber. ZeeBee trommelt die Mannschaft zusammen und lügt was von Magenverstimmung vor und dass er nach Hause fahren würde, da die Mädchen sonst Bekanntschaft mit seinem Frühstück machen würden. Das möchte dann doch niemand. Die Mädels mögen beide Halbzeiten konzentriert spielen und Alina keinen Ärger machen.

    Am Hallenausgang steht ZeeBees Hausarzt und Papa einer ehemaligen Spielerin, der heute den Interimscoach der Gegner gibt. Matthias hört sich ZeeBees Beschreibung der Symptome an und hält es für eine ausgezeichnete Idee, fix ein EKG machen zu lassen. Das Kreiskrankenhaus sei nur wenige Minuten entfernt. Thomas fährt ZeeBee in die Notaufnahme, wo ZeeBee die Symptome und den Verdacht schildert. Die "2" sei frei, ZeeBee könne gleich durchgehen. Obwohl die Notaufnahme völlig leer zu sein scheint, haben plötzlich alle reichlich Zeit. Es vergeht eine gefühlte Ewigkeit, bis endlich der EKG gemacht wird. Ergebnis: uneindeutig, aber in Verbindung mit den geschilderten Symptomen... nicht gut. Mit Blaulicht in die Klinik nach Hannover.

    In der Klinik ist man vorbereitet, ZeeBee wird quasi in das Herzkatheterlabor gefahren und dort auf den Tisch gerollt. Einen Augenblick später erhält ZeeBee einen modernen Kurzhaarschnitt... als Sekundärfrisur. :D Die Kommunikation lässt zu wünschen übrig. Sofern die Röntgenapparate nicht den Blick versperren, kann ZeeBee quasi dem Herzkatheter auf dem Monitor zuschauen. Was letztlich passiert, bleibt jedoch das Geheimnis der Ärztin. ZeeBee macht sich allmählich Gedanken, dass es mit dem Spiel von 96 nachmittags womöglich nichts wird und äußert dies laut. Nach abgeschlossenem Eingriff weiß ZeeBee letztlich immer noch nicht, was passiert ist, bis sich die Ärztin erbarmt. Das böse H-Wort fällt, ein Stent sei gesetzt worden, Intensivstation folge. Also kein Fußball gucken. Die Mädels haben aber beide Halbzeiten deutlich gewonnen. :cool:

    Drei Nächte Intensivstation, ein weiterer Eingriff, zwei weitere Stents, nahezu kein Schlaf. Kapitän Merja und Co-Kapitän Rhian schneien zum Überraschungsbesuch rein. "Hätt' ich gewusst, dass Ihr kommt, hätt' ich ne Unterhose an..." Die Mannschaft lässt grüßen, die Beiden bringen einen Eimer mit Süßigkeiten mit. Schade, dass wenige Stunden zuvor astronomische Blutzuckerwerte gemessen wurden. Unbewusst haben die Mädchen eine tödliche Dosis mitgebracht. :lol:

    Die letzten Kabel werden entfernt, ZeeBee darf sich erstmals bewegen. Ein Pfleger kommt, um ZeeBee auf die Normalstation zu begleiten. "Sie können natürlich auch gehen." Das Bett vorweg voll mit Klamotten, ZeeBee nebenher und der Pfleger hintendran. Eine Schwester: "DAS habe ich auch noch nicht gesehen." Füße voran aus der Sporthalle, nicht aber aus der Intensivstation! :D

    Erste Nacht auf Normalstation. Seit Wochen ist ZeeBee erkältet, auf der Intensivstation schien die fiese Erkältung wie weggeblasen. Nun geht es wieder los, aber wie! Nachts bekommt ZeeBee kaum noch Luft, das Lungenvolumen scheint auf ein Minimum zusammengeschrumpft zu sein. ZeeBee marschiert zum Schwesternzimmer, um seinen Zimmernachbarn nicht zu wecken. Das verstößt offenbar gegen das Protokoll, ZeeBee erntet böse Blicke von der offenkundig nicht dienstlich telefonierenden Nachtschwester. Auf dem Namensschild steht "Schwester Annie Wilkes". ZeeBee schwant Böses.

    "Ich bekomme fast... keine... Luft".
    :schrei: "Wer sind Sie und wo kommen Sie her?!"

    ZeeBee schwant Böses und stapft wieder zurück ins Zimmer. Die Hexe folgt wenige Minuten später, kann nichts feststellen und ruft widerwillig eine Ärztin. Die horcht die Lunge ab, kann nichts feststellen und lässt ZeeBee inhalieren. Für fünf Minuten scheint das zu wirken, dann ist die Atemnot wieder da. Die Nachtschwester schaut noch mal rein und ZeeBee teilt mit, dass das Inhalieren nichts gebracht habe, er bekomme kaum Luft. Die Nachtschwester... verpisst sich. 8o Die holt dann wohl die Kavallerie, denkt sich ZeeBee. Holt sie nicht. ZeeBee verbringt den Rest der Nacht auf einem Stuhl, da es sich im Sitzen etwas leichter atmen lässt. Schwester Annie kommt in den Morgenstunden noch mal rein und wundert sich.

    "So lässt sich leichter atmen."
    "Sie sollten doch inhalieren."
    "Das hat nichts genützt."
    "Ja einmal reicht auch nicht."
    Aha... :wall:

    Zweite Nacht auf der Normalstation. ZeeBee legt sich hin und das Unterbewusstsein schaltet auf roten Alarm. Liegen = Erstickungsgefahr. Das Unterbewusstsein übernimmt das Atmen und lässt ZeeBee in eine schmerzhafte Schnappatmung verfallen. Immer wieder versucht ZeeBee die Zwangsatmung zu unterbrechen, wenige Augenblicke später übernimmt wieder das Unterbewusstsein. Nach einer halben Stunde hat ZeeBee die Kontrolle über die Atmung gänzlich verloren, setzt sich am Kopfende auf und verfällt nahezu ins Hyperventilieren. Nebenbei öffnen sich bei den Schweißdrüsen alle Schleusen und ZeeBee ist klitschnass. So findet ihn die Nachtschwester vor, die den Blutzucker misst.

    "Wür... *hechel*... den Sie *hechel* bitte *hechel* noch mal *hechel* den Puls *hechel* messen? Irgend... *hechel* was stimmt *hechel* nicht."

    Schwester Annie schaut ZeeBee angewidert an, misst Puls, Blutdruck und Temperatur. ZeeBee muss inzwischen aussehen wie ein Malariakranker, sämtliche Flüssigkeit im Körper durchnässt mittlerweile das Bett.

    "Soweit alles in Ordnung. Wenn was ist... melden Sie sich."

    Schwester Annie verpisst sich, ZeeBee schaut ihr ungläubig hinterher. Visionen von einem Vorschlaghammer und einem Holzbrett halten ihn davon ab, sie zu verfolgen und gewalttätig zu werden. Im Sitzen hechelt ZeeBee weiter und fällt früh morgens erschöpft um.

    Ob denn ZeeBee eine Reha beantragen möchte, fragt die freundliche Dame aus der Verwaltung. Drei Wochen, stationär, Kostenübernahme müsse beim Rentenversicherer beantragt werden, werde aber in aller Regel bewilligt. Das Ganze sei freiwillig. Noch drei Wochen Klinik? :pillepalle: ZeeBee jagt die verdutzte Dame unter Verwendung unflätiger Ausdrücke aus dem Zimmer.


    Dein
    Karsten

    Lernender: Eine Niedersachsenliga wird bei uns sicher nicht umsetzbar sein. In der C-Jugend sind wir immerhin schon bei einer zweigleisigen Oberliga mit je sieben Mannschaften. In der D-Jugend wäre aufgrund der Fahrstrecken maximal was vier- oder fünfgleisiges vorstellbar. Wäre aber die richtige Lösung.

    In den hiesigen Durchführungsbestimmungen zum Kinderhandball, wo beispielsweise die erlaubten Deckungsformen je Altersklasse festgeschrieben sind, ist eine Landesmeisterschaft in der D-Jugend ausdrücklich ausgeschlossen. Das ist ja völlig in Ordnung, nur ist mir ein Rätsel, warum in der D-Jugend alle Breitensport machen müssen und es als verpönt gilt, Richtung Leistungsbereich zu schauen. Ist bei uns ohnehin immer Vieles weltfremd, wenn derselbe Verband zeitweilig in der C-Jugend die 3:2:1 Deckung ausdrücklich verbietet, in der Landesauswahl aber das Beherrschen der Deckungsform verlangt.

    Ellob: Garantiert denn die Bezirkslige einen ausgeglichenen Spielbetrieb unter gleichstarken Mannschaften oder ist das dieselbe traurige Angelegenheit wie bei uns mit den Regionsoberligen?

    AnnaSophie: Altersklassenübergreifendes Training und Spielen ist bei uns an der Tagesordnung. Offenbar tun sich viele Vereine damit schwer, ist bei uns aber Programm. Ich habe 8 E-Jugendliche mit im D-Jugend Training, vier davon spielen bei mir auch in den Punktspielen mit. Könnten noch mehr werden, die anderen vier Mädchen sind später dazugestoßen. Fünf meiner Spielerinnen sind in C I und C II im Training und teilweise im Spielbetrieb. Das ist im leistungsorientierten Bereich unerlässlich, löst aber nicht das Grundproblem, dass der Spielbetrieb in der D-Jugend weitestgehend für die Katz ist. Neulich fordert die gegnerische Trainerin der männlichen D nach unserem 41:9 Sieg, ich hätte die Mädchen ab einem gewissen Vorsprung nur noch mit links prellen und werfen lassen dürfen. Die melden eine Anfängermannschaft zwei Ligen zu hoch, während wir gar nicht höher hätten melden können, da die echte mD eine Liga höher gemeldet ist. Und wir sollen die Bengels in der zweiten Hälfte zum Kasper machen.

    Moin!

    Ich verzweifle diese Saison an dem Wettkampfsystem in der weiblichen D-Jugend. Obwohl wir einen gemeinsamen Spielbetrieb zweier Regionen haben (unmittelbar unter Landesverband, Bezirke und Kreise gibt es nicht) und 33 wD Jugend Mannschaften im Skat, haben wir - erstmals - keine eingleisige Regionsoberliga, stattdessen drei Regionsoberligen (zwei 8er und eine 9er Staffel) und eine Regionsliga. In den drei "höchsten Ligen" tummeln sich je zwei oder drei Anfängermannschaften und ein oder zwei Teams, die sich langweilen. Besserung auf Dauer nicht in Sicht, das Ausbildungsniveau scheint zu sinken.

    Um das Dilemma zu lösen spielen wir schon zusätzlich als zweite männliche D-Jugend in der zweithöchsten von vier möglichen Ligen. Drei Anfängermannschaften in der 10er Liga, inzwischen zum Glück auch gegen drei Gegner verloren. Trotzdem haben wir mit Abstand die meisten geworfenen Tore auf dem Konto und die dritterfolgreichste Abwehr. So können wir die nächsten Jahre auch weiterspielen, es löst aber nicht das Problem, dass auch in den Nachbarregionen überall ein oder zwei wD Mannschaften an Langeweile sterben.

    Mir schwebt eine Lösung auf Landesverbandsebene vor, so sich der Verband davon überzeugen lässt, erstmals D-Jugend oberhalb der Regionsebene spielen zu lassen. Wir haben derzeit nur zwei etwas weitere Auswärtsfahrten von rund 50 km in der Mädchenstaffel. Ich jedenfalls würde weitere Fahrstrecken in Kauf nehmen, um auf richtige Gegner zu stoßen, statt immer Improvisationslösungen zu suchen. Wir sind regelmäßiger Lieferant von Landesauswahlspielerinnen und stellen auch immer wieder DHB Spielerinnen, im Wettkampf fördern können wir die Mädche aber erst ab der C-Jugend.

    Wo gibt es bei Euch einen leistungsorientierten Spielbetrieb für die weibliche (oder nur männliche) D-Jugend? Ligabetrieb oder Spieltage? Gab es Vorbehalte gegen längere Fahrtstrecken? Gibt es eine Quali oder kann jeder melden oder gibt es Kriterien, um überambitionierte Trainer auszuschließen?

    In der D-Jugend habe ich andere Voraussetzungen als in den höheren Altersklassen. Bei uns findet ab der C-Jugend allmählich eine Konzentration der Talente statt (bei mir ausnahmsweise auch schon in der D), so dass die Oberligen häufig Stammgäste über die Jahre haben. Im weibliche Bereich habe ich also:

    - die üblichen Verdächtigen mit starkem weiblichen Bereich und starker D-Jugend
    - die üblichen Verdächtigen mit Bündelung der Talente ab der C und schwacher D-Jugend
    - den Breitensportverein mit einem starken Jahrgang in der D-Jugend und nur Breitensport darüber

    Eine neu geschaffene "Pilotliga" wD sollte nicht durch eine umfangreiche Quali abschrecken, andererseits aber auch für die Mannschaften vorbehalten sein, in deren Vereinen eine Perspektive Richtung Oberliga gegeben ist. Ich bräuchte mal ein paar Anregungen für ein Konzept, um es dem Landesverband vorzustellen.