Beiträge von Zickenbändiger

    Liebes Handballtagebuch!

    Bob ist schuld! Dutzende graue Haare mehr, kratzender Hals, Blutdruck weit jenseits des Messbaren. Bob ist schuld! Vor einer Woche noch hat ZeeBee beim Trainerlehrgang Bob Hannings Vortrag zur "Aktiven Unterzahlabwehr" verfolgt. Wesentlich weniger systematische Herangehensweise als die Feldmann'schen Unterzahlformationen der 4:1, 3:2 oder des "weakside pressing", dafür aber mit dem Flair des ganz Außergewöhnlichen. Die Spielerinnen, die so instinktiv, antizipativ, kreativ und spontan verteidigen können, müssen Handball richtig verstanden haben. Womit könnte man das Training dieser aktiven Unterzahlabwehr rechtfertigen, wenn doch Unterzahl relativ selten vorkommt (außer bei einem gewissen Vater-Tochter-Schierigespann, s.o.)? Da gab es doch eine handballähnliche Sportart im Sand in ständiger Unterzahlabwehr und ein großes Turnier in Cuxhaven... in einer Woche! :D Zeit genug, um diese höchst anspruchsvolle Deckungsweise mit einer weiblichen C-Jugend umzusetzen. :lol:

    Mit wie vielen Spielerinnen und Betreuerinnen würden Christina und ZeeBee zum Turnier fahren? Mittels einer Mailumfrage ermittelt ZeeBee von den Eltern die Teilnehmerzahl. Lara sagt gar nicht erst zu, der Landesauswahltrainer hat sie gebeten, wegen eines Auswahlturniers das Wochenende freizuhalten. Hmpf... das könnte noch zwölf weitere Spielerinnen betreffen. :wall: Die endgülige Zahl ist ermittelt, dann kann ZeeBee ja die Teilnehmerzahl melden. Dann greifen jedoch die Gesetze der Bistr-O-Matik:

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    Die erste nichtabsolute Zahl ist die Anzahl der Leute für die ein Tisch reserviert wird. Sie wird sich im Laufe der ersten 3 Telefonate ständig verändern und dann keine erkennbare Beziehung zur Anzahl der Leute haben, die wirklich dort aufkreuzen, die später noch dazukommen, oder die wieder weggehen,wenn sie sehen wer noch alles gekommen ist.

    Die zweite nichtabsolute Zahl ist die angegebene Ankunftszeit, die inzwischen als einer der bizarrsten mathematischen Begriffe bekannt ist, nämlich als Reziproversexklusion, eine Zahl, deren Existenz nur so definiert werden kann, daß sie alles andere als sie selbst ist.


    Außer Lara bekommen Tahia, Luisa W., Anabel und Mia eine Einladung vom Landesverband für das Auswahlturnier. Wenigstens nur fünf Auswahlspielerinnen weniger... Auf dem Parkplatz vor der Halle bekommt ZeeBee zufällig mit, dass die angemeldete Melisa nun doch nicht mitkomme, die Spielerin aus der dritten C-Jugend kommt aber nie auf den Gedanken, sich bei ZeeBee abzumelden. Nach der Anprobe der Beachtrikots findet ZeeBee Luisa K. auf der Liste wieder. Ein Vergleich mit der Teilnehmerliste ergibt, die Spielerin hat sich nie angemeldet. ZeeBee erfährt zufällig, dass das Mädchen sich selbst als angemeldet wähnt. Tahias Vater meldet seine Tochter von der Auswahlmaßnahme ab mit der Begründung, sie würde lieber mit ihrer Austauschschülerin zum Beachturnier fahren. Die Antwort des Auswahltrainers kommt ZeeBee in Kopie per Mail als Rowling'scher "howler". :D ZeeBees Spielerin hat sich damit ein Jahr Urlaub von der Auswahl verdient. Pia D. aus der B-Jugend möchte als Betreuerin mitkommen, ihr Trainer meldet ihre Mannschaft jedoch kurzfristig für ein Rasenturnier an. Marlene wird kurzfristig krank und möchte vielleicht nachkommen. Donnerstag schaut Alessia vom Nachbarverein zum Probetraining vorbei und muss erst einmal enttäuscht feststellen, dass ZeeBee keine Hörner, keinen Pferdefuß und keinen Schwanz am Hinterteil hat, wie man es ihr in ihrem alten Verein berichtet hat. Sie kommt spontan am Folgetag mit zum Turnier. Inzwischen weiß ZeeBee nicht mehr, wie viele Mädchen tatsächlich teilnehmen werden, da einige angemeldete Spielerinnen auch die Auskunft über ihre Fahrgemeinschaft verweigern und gar nicht klar ist, ob sie ggf. abgeholt werden müssen. :wall:

    Donnerstag übt ZeeBee noch mal die aktive Unterzahlabwehr. Zur Ballseite verschieben, aber stets die Passwege bedrohen, gegen Abräumen notfalls mal ein taktisches Foul und die Ballfalle bei Ballbesitz Außen... soweit die Theorie. ZeeBee übt die Deckung im zweimal drei gegen drei mit einem Läufer: Tor, Gegentor, Tor, Gegentor, Tor, Gegentor, Tor, Gegentor, Tor, Gegentor... so effektiv hat ZeeBee noch niemals in über fünfundzwanzig Jahren als Trainer Überzahlspiel gesehen. :wall: Im Sand gelten aber bestimmt andere Gesetze. Während des Trainings reicht Handballmutter Katrin Fahrzeugpapiere und Autoschlüssel rein. Sie verleiht freundlicherweise ihren Bulli für das Turnier. Nach dem Training tritt ZeeBee in freudiger Erwartung aus der Halle, in der Suche nach seinem Bluesmobil. Wie würde es wohl aussehen? ZeeBee trifft der Schlag: Matt schwarz, schwarze Felgen, die hinteren Scheiben abgedunkelt. Kein Bluesmobil, ZeeBee fährt nach Cuxhaven im

    Black Metal Mobil! :head:

    Morgens schubst ZeeBee einen Teil der CD Sammlung vom Regal in einen Schuhkarton. Eine Scheibe darf auf keinen Fall fehlen.... Im Wagen wirft ZeeBee die CD in den Höllenschlund des Black Metal Mobils:

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    Atomic force, feel no remorse
    Crank up the amps now it's night
    BLACK METAL :devil:
    lay down your soul to the gods rock `n' roll

    Sämtliche Schutzengel des Fahrzeugs schrecken auf, drehen ab, schlagen ein Kreuz und verschwinden in die nächste Kneipe, während sich ZeeBee noch kurz das traditionelle Vor-Turnier-Beruhigungs-Sushi gönnt. Auf der Hinfahrt holt ZeeBee seinen potenziellen Neuzugang Alessia ab. Härtetest: Dreizehnjähriges Mädchen, neuer Trainer, zwei Stunden Fahrt und das Black Metal Mobil. ZeeBee überlegt kurz, sie vor die Wahl zu stellen: Freiwillige Konversation oder eben laute, teuflische Rockmusik. Bevor Alessia aber freiwillig aus dem fahrenden Wagen springt, überlässt ZeeBee die Konversation dem Zufall. Erfahrungsgemäß verfügen in dem Alter die sonst so redegewandten Mädchen urplötzlich nur noch über ein Höhlenmenschenvokabular. Auf ZeeBees Fragen kommen mehrsätzige Antworten und etwas zögerlich sogar mal Gegenfragen. ZeeBee ist begeistert und überlässt die Musikwahl dem Zufallsprinzip ohne Foltervorsatz. Nach Manowars "Sign of the Hammer", Metallicas "Creeping Death/Jump in the Fire" und Savatages "Gutter Ballet" ist Alessia sicher froh, dem Black Metal Mobil zu entrinnen. ZeeBee ist überzeugt, die Spielerin kann dieses Wochenende nichts mehr umhauen. :D

    Vor Ort errichten die Eltern der Mädels die Zeltstadt am Deich und Christina und ZeeBee teilen fünfundzwanzig Mädchen aus drei verschiedenen Badenstedter C-Jugenden in zwei gleichstarke Mannschaften ein. Torhüterin Vicki erfährt mit Entsetzen, dass sie als Feldspielerin eingeplant ist; die Variante mit "Spezialistin" im Tor ist dem Trainergespann zu langsam. Danach nimmt sich das Trainerduo der Salzwegkrabben eine Auszeit und fährt für eine Fischmahlzeit in die "Schlemmerpfanne", unwissend, dass in einem Nachbarraum dort die gesamte mitgefahrene Elternschaft speist. :lol:

    Zu später Stunde das übliche Turnierritual: Der Bewegungsradius wird nach und nach eingeschränkt, ebenso der Lautstärkepegel sowie die Anzahl der Gäste durch hormongepeitschten Bengels von den Nachbarzelten. Als schließlich völlig überraschend durch vorherige Ankündigung eine halbe Stunde zuvor der Bewegungsradius auf das eigene Zelt beschränkt ist, fragt sich die halbe Mannschaft, wie das Zähneputzen im Zelt möglich sein soll und was sich die Trainer dabei gedacht haben. :wall: Schon Stunden zuvor war die weibliche E-Jugend hinter ihren Trainerinnen im Gänsemarsch geschlossen zum Zähneputzen marschiert. ZeeBee macht sich eine Notiz für spätere Turniere mit der C-Jugend. Nachdem schließlich der Lautstärkenpegel auf "null" reduziert ist, müssen einige Mädchen zu ihrem Entsetzen feststellen, dass sie das schallisolierte Zelt zu Hause gelassen haben und ihr Gekicher, Gegacker und Gegrunze sehr wohl nach außen durch die Zeltwände dringt und die Zeltwand auch Konversationsfetzen darüber, wer wem gerade in den Nippel gekniffen hat, durchlässt. Irgendwann ist ZeeBee der ständigen Ermahnungen leid und verzieht sich in das Black Metal Mobil, zwar in der richtigen Annahme, dass dort Ruhe herrscht, aber in dem Irrtum, in einem Bulli mit Rücksitzen ließe sich irgendwo eine vernünftige Schlafposition finden. :schlaf: , not!

    Fortsetzung folgt

    Dein Karsten

    Liebes Handballtagebuch!

    Als hätte man es als Jugendtrainer nicht schon schwer genug. Kinder, Eltern, gegnerische Trainer, Schiedsrichter, Staffelleiter, eigenes Publikum, gegnerisches Publikum, Zeitnehmer, Sekretär, Auswahltrainer, sonstige Spieltechniker und in der C-Jugend auch Pastoren mit ihrer Eigenart, von heute auf morgen Konfirmationstermine zu vergeben. :lol: Seit einigen Jahren ärgert sich ZeeBee mit einer neuen Spezies im Jugendhandball herum.

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    Schreibtischtäter: Der Begriff Schreibtischtäter beschreibt eine Person, welche eine (Straf-)Tat nicht selbst und eigenverantwortlich, d. h. direkt begeht, sondern zur Tat in einem mittelbaren Bezug steht und damit zunächst im Hintergrund bleibt (vgl. z. B. „Graue Eminenz“, „Helfershelfer“, „Hintermann“, „Drahtzieher“, „Pate“, „Geistiger Urheber“). Der Begriff umfasst allerdings, dass er dabei, wenn auch indirekt, ob vorsätzlich oder zumindest billigend, auch "tätig" und damit verantwortlich wird. Gemeint sind damit vornehmlich Beamte oder Politiker, welche gleichsam vom „grünen Tisch“ bzw. Schreibtisch aus Anordnungen oder Gesetze o. ä. erlassen oder veranlassen, welche bei Ihrer Umsetzung durch andere (Erfüllungsgehilfen, „willige Helfer“) normalerweise als Straftat oder Vergehen zu gelten haben bzw. hätten.

    Quelle: Wikipedia

    Da die Verbände unzufrieden mit der Arbeit der Trainer sind, werfen sie ihnen Knüppel zwischen die Beine, statt flächendeckend auszubilden. So müsst Ihr Abwehr spielen! Morgen dann aber so! Übermorgen wieder so wie vorgestern! Aber möglichst alle gleich! Wehe, Ihr seid kreativ und lasst Euch was Eigenes einfallen! Ein Dr. Brack war genug! In einigen Verbänden kommt es dabei zu richtig witzigen Konstellationen: Ihr spielt bei den Zwergen alle gegen eine offene Manndeckung. Raumgewinn wird Euch dadurch erschwert. Das Standardmittel zum Raumgewinn, das Prellen, das verbieten wir Euch aber. :lol:

    Der Wahnsinn hat längst ZeeBees Landesverband erreicht. Ihr dürft dies nicht, Ihr dürft jenes nicht, das dürft Ihr auf gar keinen Fall! Und wenn Ihr dagegen verstoßt, dann gibt es einen ganz doll energischen Tadel vom Schiedsrichter. Und einen ganz, ganz bösen Eintrag ins Klassenbuch... äh... in den Spielbericht. :lol: Hinter dem ganzen Zinnober steckt der ehrenwerte Gedanke, dass wenn schon wir Trainer zu blöd sind die Kinder auszubilden, dann sollen dies die Vorschriften, die Schieris, die Gegner, der Papst oder sonstwer tun. :pillepalle:

    Der Landesverband veröffentlicht die neuen Richtlinien zur Spielverderberei, zur Gleichmachung und zur Entmündigung. ZeeBee liest gelangweilt die seine Altersklasse betreffenden Regelungen. ZeeBee stockt. ZeeBee reibt sich die Augen. ZeeBee liest noch einmal:

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    Der Torwart darf nicht über die Mittellinie.


    Galt bislang, dass der Torwart nicht zur Überzahl über die Mittellinie durfte, damit der Gegner die vorgeschriebene offensive Deckung beibehalten kann, soll nun Schluss sein mit beispielsweise dem Auffüllen des Angriffs mit dem Feldspieler im Torwartkostüm bei Unterzahl. :schrei: Warummmmmmmmm?!

    ZeeBee geht der Sache auf den Grund. Der Landesverband gibt für Rückfragen die Mailadresse der Referentin für Kinder- und Jugendhandball an. ZeeBee wollte schon immer mal eine Schreibtischtäterin kennen lernen.

    Warum darf ZeeBee künftig seine Torhüterin nicht mehr über die Mittellinie schicken, wenn es NICHT um künstliche Überzahl geht? Warum darf beispielsweise die Torhüterin keine 7m werfen? Warum darf landesweit die Unterzahl nicht durch eine Spielerin im Leibchen ausgeglichen werden?

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    Hallo Karsten!


    Moin!

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    Du hast also in den letzten Jahren deine Torhüter die Siebenmeter werfen lassen und hast dafür einen Feldspieler in die eigene Hälfte zurückbeordert.


    Nein, habe ich nicht. War nur ein Beispiel, wie absurd die alte Regel war, dass wenn die Torhüterin einen 7m warf, extra eine Feldspielerin in die eigene Hälfte zurück musste, damit keine Überzahl im Angriff entstand.

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    Was hast du damit bezweckt? Kein Vertrauen in die Feldspieler als Siebenmeterschütze?


    - Weil es um den Spaß geht.
    - Weil Vollmond ist.
    - Weil die Kinder ganzheitlich ausgebildet werden.
    - Weil ich es so entschieden habe.
    - Weil wir Prämien bekommen, wenn alle eingetragenen Spielerinnen ein Tor werfen.

    Warum ist das von Belang? :wall:

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    Nicht genügend Vertrauen in den Torhüter, denn wenn er trifft brauchen nicht alle anderen Spieler den Abpraller sichern.


    Eine Spielerin muss in die eigene Hälfte nicht zum Absichern, sondern weil die absurden Regeln es verlangen, dass die Torhüterin nicht die Überzahl herstellt. Oder was ist Sinn der Frage?

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    Und ob es dem Gegner gegenüber respektvoll ist, einen Torhüter werfen zu lassen?


    Bin ich Pastor? Ist es respektvoll, meine Linkshänderin werfen zu lassen, wenn die gegnerische Torhüterin aus dem eigenen Training keine Linkshänderin kennt? Ist es respektvoll, wenn unter Gejohle des Publikums die kleine D-Jugendliche wirft, die bislang im C-Jugend Spiel kein Tor geworfen hat? Ist es respektvoll, bei zwanzig Toren Vorsprung die sicherste Schützin werfen zu lassen? Ist es nicht völlig egal, wer den 7m wirft? Im 7m Werfen im Halbfinale der wB des Quinrinus Cup annodazumal hat Torhüterin Dinah Eckerle mal den entscheidenden 7m versenkt und niemand hat sich beschwert (s. Tagebucheintrag von annodazumal).

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    In Unterzahl hat deine Torhüterin als Feldspielerin agiert, wie es die norwegische Nationalmannschaft praktiziert.


    Nein! Bei dieser Sportart Handball

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    Handball ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften aus je sieben Spielern (sechs Feldspieler und ein Torwart) gegeneinander spielen. Das Ziel des Spiels besteht darin, den Handball in das gegnerische Tor zu werfen und somit ein Tor zu erzielen. Es gewinnt die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit (zweimal 30 Minuten; bei Jugendmannschaften kürzere Spielzeiten) die meisten Tore erzielt hat.

    Quelle: Wikipedia

    wird dann eine Feldspielerin in ein Leibchen gesteckt, die wiederum im Angriff die Unterzahl ausgleicht, während das Tor unbewacht ist. Das steht dem Gedanken, dass der Gegner die offensive Deckung beibehalten soll, in keiner Weise entgegen.

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    Bei allem Respekt, ich denke, dass lässt sich nicht miteinander vergleichen.


    Richtig, da ich im Bereich des DHB in der Jugend keine Auswechselung ohne Ballbesitz vornehmen darf, muss die Feldspielerin mit Leibchen in der Abwehr zwingend ins Tor, wird also ganzheitlich ausgebildet. :D

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    Wenn du deine Torhüter im Feld schulen willst, dann stelle sie als Feldspielerin auf und nutze sie nicht als taktisches Mittel.


    Besser nicht... Ist auch gar nicht der Plan. Das erklärt allerdings Einiges. :schrei: Hast Du schon mal ein richtiges Handballspiel gesehen? Beim Championsleague Final4 war das ein bewährtes und erfolgreiches taktisches Mittel von Kielce und Vezprem. Das sind übrigens Handballvereine. Mit Profimannschaften. Aber das lässt sich ja nicht miteinander vergleichen, denen verbieten keine Schreibtischtäter den Feldspieler im Leibchen im Angriff.

    Zitat

    Damit muss du natürlich in Unterzahl agieren.


    Richtig. Aber nur wegen dieser dämlichen Torwartregel. Wozu war die doch gleich gut?

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    Das ist in der C-Jugend so vorgesehen und gehört zur Ausbildung der Spieler dazu.


    Auch an der Aussage ist nichts falsch. Meine eingangs gestellte Frage war aber, was soll der Quatsch? Bloß keine Innovation? Wir spielen alle 08/15 Handball? Es könnte sonst ein ungewollter Spaßfaktor entstehen? Oder ist es nicht so, dass da einfach wer in den Regeln rumgepfuscht und sich dazu keine Gedanken gemacht hat? :kotzen: Nicht ganz unwahrscheinlich, oder? Und warum wird meine Frage nicht beantwortet? Danke für den informativen Austausch!

    ZeeBee stolpert ein weiteres Mal in den Richtlinien, nun über die ausschlie0lich erlaubten Deckungsformen:

    Zitat

    - Manndeckung
    - Sinkende Manndeckung
    - 1:5/3:3 (Mann-/Raumdeckung)
    - Keine Einzelmanndeckung, keine defensiven Spielweisen wie 6:0, 5:1, 4:2


    Fehlt da nicht was? In den Erläuterungen steht:

    Zitat

    Die 3:3-Deckung ist eine 2-Linienabwehr, wobei mindestens 3 Spieler außerhalb der 9-Meterlinie gegen einen 3:3 - Angriff agieren!


    Ach was! Aber gab es da nicht eine offensive Deckungsform, die gegen den Rückraum außerhalb des 9-Meters den Rückraum bekämpft, große Laufbereitschaft verlangt und alle Kriterien der Ausbildungsziele erfüllt? Und im Übrigen bis letzte Saison noch als nonplusultra ab der C-Jugend galt? Eine Deckungsform, auf die auch Weltklassemannschaften z.B. im CL Final4 zurückgreifen? ZeeBee vergaß, die Schreibtischtäter gucken ja keinen Handball....

    Dein Karsten

    Quali zur Jugendbundesliga wA (Spielzeit 2 x 20 Minuten)

    HSG Hannover Badenstedt - HSG Barnstorf Diepholz 35:3 (19:2)

    Eine von beiden Mannschaften hat sich im Laufe des weiteren Turniers dann qualifiziert, die Andere bekommt eine weitere Chance...

    Fortsetzung

    Gegen den TSV Kappeln sind die Mädels zwar auch wieder körperlich unterlegen, fühlen sich jedoch in der Underdog-Rolle mittlerweile recht wohl. Hier lässt die HSG keine Spannung aufkommen und siegt schließlich mit 18:13. Im nächsten Spiel sorgt Lugi fast für eine Überraschung und schlittert knapp an einem Sieg gegen Munkbrarup vorbei, was für ZeeBees Mädchen die Option auf den Gruppensieg bedeutet hätte. Das Torverhältnis hätte im letzten Spiel um +24 Tore aufpoliert werden müssen. Stattdessen spielen gegen die Zweitvertretung des Gastgebers zu allererst die Spielerinnen mit bislang weniger Spielzeit. Um das voraussichtlich einseitige Spiel ein wenig aufzupeppen und dem Gegner ein paar Lücken zu öffnen, stellt ZeeBee auf eine Halbfeldmanndeckung um. ZeeBee erwartet, dass die Mädchen die Aufgabe ohne Probleme hinbekommen. Die Deckung klappt leider zu gut, die Gastgeberinnen müssen ein 2:34 hinnehmen. :/: Wir spielen fast körperlos bzw. ZeeBee dirigiert die Deckung so, dass sie immer wieder zurücksinkt und das Prellen provoziert. Das junge aber sehr souveräne Schierigespann Benet und Daniel belohnt die körperlose Spielweise und lässt alle Ballgewinne gelten. :klatschen: Gruppenzweiter, Samstag geht es in die Zwischenrunde gegen einen anderen Gruppenzweiten.

    Abends wird noch gebeacht bis es bei den kalten Temperaturen keinen Spaß mehr macht. Dome entscheidet sich gegen eine weitere Nacht im hell erleuchteten Gang, folgt ZeeBee Richtung Heizungskeller und schlägt sein Nachtquartier im Treppenhaus auf, während ZeeBee sich wieder in den Keller verkriecht, das Licht ausschaltet und die Nacht einläutet. :schlaf: Wenig später sind Stimmen im Treppenhaus vernehmbar, die Tür geht auf und ein Taschenlampenkegel bahnt sich durch den staubigen Keller. Überfall? Vergewaltigung? Stalker? Das Licht geht an und der Eindringling verlässt den Raum. Welch perfider Streich! :mad: Wenige Minuten später schaltet ZeeBee das Licht wieder aus, um später erneut von dem Eindringling geweckt zu werden, der das Kellerlicht wieder einschaltet. Es stellt sich heraus, dass der Lichtschalter das gesamte Treppenhaus bedient und um zwei Uhr nachts unbedingt das Treppenhaus beleuchtet sein müsse, warum auch immer. ;(

    Gegen 7:00 schallt "Eisgekühlter Bommerlunder" in einer spektakulären Version durch das Klassenzimmer der Mädels.Eine Spielerin stellt sich weiterhin schlafend, was sich blitzschnell ändert, als ZeeBee eine Zugabe ankündigt. :D Im ersten KO Spiel treffen wir auf Gruppenzweiten Holstein Kiel/Kronshagen. ZeeBee macht Stimmung um die Morgenmüdigkeit zu vertreiben und spricht eine offene Manndeckung als Option an, falls der Gegner Probleme bereiten sollte. Die Mädels sind noch nicht ganz wach, hören nur "offene Manndeckung" und setzen diese sofort um. ZeeBee schaut sich das Schauspiel an, ist aber beim schnellen 5:0 von der Taktik dann überzeugt. :) Nur die bunte Wechselei lässt den Gegner später etwas aufholen, das Spiel ist jedoch zur Halbzeit längst entschieden.

    ZeeBees zweites Länderspiel gegen Schweden, das Viertelfinale gegen Lugi II, wird zu einem der denkwürdigsten Turnierspiele seiner Trainerkarriere. Es pfeift wieder das Vater-Tochter-Gespann vom Vortag... und die Beiden scheinen gegenüber Lugi was gut zu machen wollen. Von der ersten Spielminute an fallen merkwürdige Entscheidungen gegen die HSG, ein Drittel des Spiels ist die - in der Deckung eher harmlos zupackende - Mannschaft in Unterzahl. :mad: Eine aberwitzige Entscheidung folgt auf die Nächste, die HSG Elternschaft ist außer sich. Verletzungsunterbrechung, ZeeBee holt eine Spielerin von der Spielfläche und zwar von der bankfernen Spielfeldseite. Kaum betritt die Auswechselspielerin das Feld, wird angepfiffen und die eingewechselte Spielerin erreicht nicht mal im Sprint rechtzeitig die Unterzahlseite der Abwehr. :wall: Eine Außenverteidigerin lässt Flügelmaus Nerea im Sprung über die Klinge springen, die eindeutige rote Karte bleibt aus. Symbolisch für den Charakter der Mannschaft steht aber ein Tor von Rückraum Mitte. Ballkünstlerin Mia wird im Sprung nach Durchbruch durch die Mitte von der Wurfarmgegenseite gecheckt. Mia behält die Körperkontrolle und schließt mit Pirouette ab. :Hail: In your face, baby! Die Mädels kämpfen sich auf einen Vier-Tore-Rückstand heran, als die Farce endlich ein Ende findet. ZeeBee verhängt die Höchststrafe über die Schieris, erteilt Liebesentzug und bestraft sie mit Missachtung. Höchststrafe? Es keimt die Idee, den Spielverlauf irgendwo öffentlich zu machen, wo ihn die Handballwelt lesen kann. :devil: In der Kabine lobt ZeeBee die Mannschaft, wie sie diese Grenzerfahrung überstanden und gemeistert hat.

    Dennoch hat das Spiel seine Spuren hinterlassen. Im ersten Platzierungsspiel um die Plätze 5 bis 8 wartet Fortuna Neubrandenburg. ZeeBee ahnt, dass es eine klare Niederlage geben wird, verzichtet auf die Aufheizzeremonie und gibt den Mädchen unterschwellig zu erkennen, dass das Spiel nichts wird, um keine falsche Hoffnung zu wecken und die Stimmung noch weiter zu drücken... und um dann im letzten Spiel die Mannschaft wieder aufzubauen. Mit 10:23 geht die Begegnung klar an den amtierenden MeckPomm Meister. Nun ist Aufbauarbeit angesagt. Was kann die Stimmung von dreizehn- und vierzehnjährigen Mädchen wieder aus dem tiefsten Keller holen? ZeeBee reicht die Pizzakarte eines lokalen Bringdienstes rum und lässt Dome die Bestellungen entgegennehmen. Kinderpsychologie für Fortgeschrittene. :lol: Unmittelbar vor dem Spiel um Platz 7 (von 22) sind die Gemüter auch schon wieder in Wettkampfstimmung. Zum Abschluss des Turniers muss nun der VT Kempen als Aufbaugegner dienen, auch wenn der Gegner sich vor dem Spiel dieser Rolle nicht bewusst ist. ZeeBee stellt wieder die Spaßdeckung auf, ab der Mittelline wird jede einzelne Gegenspielerin in Empfang genommen. Kempen behagt das offenbar gar nicht und zur Halbzeit steht es 12:2. Nach der Pause lässt die Aufmerksamkeit ein wenig nach, Platz 7 des Turniers bleibt jedoch ungefährdet. Abends wird ZeeBee von einer Trainerkollegin angesprochen, die den taktischen Schachzug gegen Kempen lobt, weil ja dadurch die torgefährliche Rückraum Linke völlig ausgeschaltet worden sei. "Echt? Wir kannten den Gegner vorher gar nicht." :D

    Pizza gut, alles gut. Ein wohliges Schmatzen erklingt im Klassenzimmer. Nicht ganz unerwartet haben sich einige Spielerinnen übernommen und es beginnt die Sammelaktion nicht gegessener Stücke für die spätere Verwendung. Dome und ZeeBee gehen socializen mit Schieris und Trainern und lauschen gebannt dem jungen Magdeburger Gespann, die vom anwesenden dänischen EHF Gespann ein Headset ausprobieren durften und davon berichten. In ihrem Verband dürften sie kein Headset tragen, das wäre Wettbewerbsverzerrung gegenüber den anderen Schieris. :rolleyes: Gegen Bettruhezeit macht das Trainergespann einen Kontrollgang zum Klassenzimmer. Laute Gespräche dringen nach draußen... aber warum auf Englisch? Drei der schwedischen Jungs von der Sixpackgang spielen Hahn im Korb und werden von einer Schar Mädchen umschwärmt. ZeeBee verschiebt innerlich den Zeitpunkt der Bettruhe nach hinten. Die Jungs parlieren Englisch mit den Mädels, wechseln zwischendurch aber immer wieder in die Muttersprache, in trügerischer Sicherheit, dass sie dann nicht verstanden werden. Ob die jungen Herren denn keine schwedischen Spielerinnen mitgebracht hätten und daher auf die deutschen Mädels ausweichen müssten, interessiert sich ZeeBee für die Anwesenheit der Gäste... auf Norwegisch. Den Bengels schwant, dass sie in ihrer Muttersprache nicht ganz so sicher waren. :lol: Nach ein paar weiteren Minuten verabschiedet ZeeBee die Bengels und zählt seine Schar durch. Siebzehn, es fehlt niemand. Wieso siebzehn? Und wer sind die drei neuen Gesichter. Die Zimmernachbarn aus Rostock. Aha. Und warum sind es jetzt fünf neue Gesichter. ZeeBee verschiebt die Nachtruhe innerlich um eine weitere halbe Stunde und nimmt sich vor, die Weckzeit nicht zu ändern. Die Gastgeber spielen ZeeBee einen letzten Streich, die Tür zum Lichtschalter des Treppenhauses und damit auch zum Heizungskeller ist abgeschlossen. ZeeBee nimmt sich vor, dass beim Wecken irgendwer leiden muss. :cool:

    "White man came... across the sea... he brought us pain... and misery..." :head: Die Mannschaft erwacht zur Krone des New Wave of British Heavy Metal. ZeeBee könnte sich täuschen, aber auch Iron Maiden kommt bei den Damen morgens um 7:00 nicht ganz so erfolgreich wie erwartet an. :smokin: Nach dem Frühstück gibt es noch eine Grundsatzdiskussion über den Zeitpunkt der Abfahrt. Früh abreisen und früh zu Hause sein oder noch fast alle Finalspiele gucken. Normalerweise drängt ZeeBee auf eine späte Abreise. Zu Hause ist jedoch abends Handballgott Balic :Hail: auf seiner Abschiedstournee zu Gast und ZeeBee würde ausnahmsweise Bundesliga vorziehen. Erstaunlicherweise will die Mehrheit aber unbedingt noch länger verweilen, um die Finalspiele zu sehen. ZeeBee hatte bezüglich der Abreise den Ausnahmezustand ausgerufen, es kommt ausnahmsweise die Demokratie zur Anwendung. Die unersättlichen Handballgucker erzielen eine knappe Mehrheit, die Abreise verschiebt sich in den frühen Nachmittag. Ciao Ivano, war schön davon gehört zu haben, dass Du in der Bundesliga spielst! :tschau: Die Finalspiele laufen... die handballbegeisterte Fraktion der Mädchen ist jedoch weit und breit nicht zu sehen. :wall: Dome macht sich auf die Suche, zerrt die verirrten Mädchen von den schwedischen Bengels weg und dirigiert sie mit Hilfe eines funkenschlagenden cattle prods in die Halle. "Aber wir wussten doch gar nicht, dass die Spiele schon angefangen haben!" ZeeBee sieht seinen Fehler ein und streicht das Recht des Ausnahmezustands - mit Übertragung der Entscheidungsgewalt in überragend wichtigen Entscheidungen auf eine demokratische Mehrheit - aus der Verfassung der Mannschaft. :smokin:

    Dein Karsten

    Liebes Handballtagebuch!

    ZeeBee hat ernsthafte Zweifel. Drei Übernachtungen? Vierzehn C-Jugend Spielerinnen? Isomatte? Klassenraum? Alleine mit Trainerpraktikant Domenik und ohne die pädagogisch versierte Trainerkollegin Christina für die komplizierten zwischenmenschlichen Fälle? Unbekanntes Turnier auf unbekanntem Boden? Beim letzten Turnier hat ZeeBee in einem hell beleuchteten Treppenhaus einer Schule "geschlafen". Egal... Mannschaftsfindung und Feinschliff müssen her. ZeeBee trainiert das dritte Jahr in Folge die C-Jugend, hat fünfundzwanzig Mädchen in zwei Mannschaften und der überragende Anteil der Mädchen ist oder war in der Auswahl. Paradiesische Verhältnisse und kommende Saison soll die Erfolgreichste seit Jahren werden. Also lieber doch ein Turnier über Himmelfahrt.

    Eine dreiviertel Stunde früher als der Rest trifft sich ZeeBee mit Dome für ein wenig Nervennahrung vor dem Sturm, dann kann es losgehen. Die Spielerinnenschar ist komplett, mehrere Eltern verabschieden ihre Töchter, die Fahrt mit dreimal Umsteigen kann beginnen. Mit nicht ganz Bestbesetzung geht es zum großen Turnier nördlich von Hamburg. Vor allem das Fehlen der einzigen Linkshänderin und Rechtsaußen Stella macht ZeeBee Bauchschmerzen. Andererseits fehlt so ein Jungsmagnet, was die Nächte vielleicht etwas ruhiger machen könnte. :lol: Auf der Hinfahrt sprüht eine hormongepeitschte Tahia, ebenfalls Jungsmagnet, vor Frühlingsgefühlen. Dome und ZeeBee zerbrechen sich den Kopf, wie sie die kleinen Bengels aus dem Klassenzimmer der Mannschaft fernhalten können, ohne das Gesetz oder wahlweise Knochen zu brechen. :D

    Ankunft auf dem Schulgelände, Anmeldung, Mannschaft zusammentrommeln, Klassenraum beziehen. Die Mädchen nehmen ihre Unterkunft in Beschlag und diskutieren ernsthaft, ob man auch auf den Tischen schlafen könnte. ZeeBee und Dome streichen durch die Schule auf der Suche nach einem ruhigen Nachtquartier. Treppenhaus, ein entlegener Winkel, ein freies Klassenzimmer.... ZeeBee entdeckt einen unverschlossenen aber sehr, sehr staubigen Heizungskeller. Der Schlaf von drei Nächten ist gerettet. :D Dome ist noch nicht ganz überzeugt und erwägt den Flur vor dem Klassenzimmer der Mannschaft, ZeeBee ist jedoch begeistert von der Aussicht auf Stille und Dunkelheit. Mittlerweile beginnt das Turnier.

    ZeeBee hat einen vielversprechenden 2001er Kader. Dazu kommt ein Schwung Mädchen aus einer der erfolgreichsten niedersächsischen D-Jugenden hoch. Sechs weitere Neuzugänge, allesamt Auswahlspielerinnen, komplettieren die kleine Talentschmiede. Die Aussichten beim Turnier? Für einen Podiumsplatz ist es noch viel zu früh. Da die Spielerinnen teils 3:2:1 Erfahrung, die frischgebackenen C-Jugendlichen ausschließlich Manndeckungserfahrung haben, weil das eine handvoll Schreibtischtäter so bestimmt hat und die Neuzugänge aus drei verschiedenen Vereinen mit unterschiedlicher Ausbildung stammen, haben Christina und ZeeBee den Masterplan, für die Dauer der laufenden Quali ausschließlich Angriffstraining zu machen. Vierzig Tore pro Spiel werfen, der Gegner kommt schon irgendwann nicht mehr hinterher. :lol:

    Dome und ZeeBee schauen zu, wie der amtierende MeckPomm-Meister eine Mannschaft aus Rostock auseinander nimmt. Dieser Gegner muss es ja nicht gleich früh im Turnier sein. Gegen 20:00 ist es dann soweit, die HSG startet ins Turnier. Die HFF Munkbrarup ist ein erster Gradmesser, ob wir beim Turnier was bestücken können. Aber warum muss die Linkshänderin auf Rückraum Rechts so furchtbar groß sein? 8o Die schenkt den Mädels auch gleich ein paar Tore ein und scheint nicht aufzuhalten zu sein. Der Gegner verschiebt sehr beweglich und schnell zur Ballseite, so dass die Mädels erst einmal keine Lücken finden. Erst nach einigen Anweisungen von der Bank finden die Mädchen ihre Torgelegenheiten. Beide Teams bieten dem Publikum in dreißig Minunten einen fulminanten Angriffshandball, es fallen 52 Tore! 8o Die teilen sich leider nur fast gleichmäßig auf und der Flensburger Trainer wirkt nach dem Spiel sehr erleichtert, die Begegnung mit zwei Toren gewonnen zu haben. Mit dem Veranstalter ist abgesprochen, dass die Mädchen dann blitzschnell und ungeduscht zur Eröffnungsfeier kommen sollen. Also wechseln wir sofort die Halle und stehen eine halbe Stunde lang die Beine in den Bauch. Weniger das Zuschauen der Eröffnungsfeier ist das Anliegen des Organisators, als vielmehr eine Botschafterin für das Bundesland Niedersachsen, die für ihren Verband einläuft. ZeeBee eröffnet erst kurz vor dem Spiel, dass der Mannschaft die Ehre zuteil wird, ein Einlaufmodell zu stellen. Da Jungsschwarm Stella im Ausland weilt, fällt die Wahl auf Lockenkopf und Landesauswahlspielerin Ani, die Niedersachsen sehr ansehnlich vertritt. Die Mannschaft feuert ihre Allrounderin in der Zeremonie an, ZeeBee wurmt immer noch die Auftaktniederlage.

    Aber spätestens als die Mädchen in der Schule die Feststellung treffen, dass die Bengels der schwedischen Mannschaften eine Vorliebe für "Oberkörper frei" haben und fast alle mit einem Sixpack bestückt seien, ist zumindest deren erste Enttäuschung vorüber. Vergeblich versuchen ZeeBee und Dome davon zu überzeugen, dass bei den Hungerhaken ein Sixpack keine Kunst sei. ZeeBee begibt sich unverrichteter Dinge in den Heizungskeller, fegt eine zentimeterdicke Schicht Feinstaub von seinem Schlafplatz, krabbelt glücklich in seinen Schlafsack und dankt dem Veranstalter still für dieses Refugium. :smokin: Dome macht seine Drohung wahr, übernachtet auf dem Gang und entgeht nur knapp einer menage a trois mit zwei betrunkenen Betreuerinnen, die Mitleid für den scheinbar rausgeworfenen Praktikanten haben. :)

    7:00 morgens Wecken. ZeeBee verfügt über diverse Wecktechniken bei Turnieren und macht schon mal die ersten Stimmübungen. Ein leichtes crescendo oder doch gleich der musikalische Vorschlaghammer? "Nessun dorma" oder Iron Maiden? Während ZeeBee noch die Optionen abwägt, dringt eine emsige Geräuschkulisse aus dem Klassenzimmer. ?( Irgendwer hat den Wecker auf 6:00 gestellt und die Weckzeremonie verdorben. :( Dafür ist vorm Frühstück noch Zeit für ein wenig Mädchen-Comedy:

    ZeeBee: "Die Wertsachen bitte mitnehmen, nichts im Zimmer lassen!"
    Spielerin 1: "Soll ich mein Geld mitnehmen?"
    ZeeBee: "Nein, Euer Geld lasst Ihr bitte hier. Das vermehrt sich erfahrungsgemäß, wenn es unbeaufsichtigt zurückgelassen wird."
    Spielerin 1: "O.k."
    Spielerin 2: "Soll ich mein Geld mitnehmen?"
    ZeeBee: "NATÜRLICH SOLLT IHR EUER GELD MITNEHMEN!"
    Spielerin 1 - empört: "Aber Du hast doch gerade gesagt..."
    :wall:

    Spieltag 2, drei Vorrundenspiele. Als erstes steht ZeeBees erstes Länderspiel gegen Schweden auf dem Spielplan: Lugi Lund I. Die anwesenden Eltern trauen ihren Augen kaum. Der Gegner hat auf Rückraum Links und Rechts zwei Amazonen von 1,80 m, die schon sehr, sehr weibliche Züge aufweisen. Ginge es nach den Fans, dürften die Beiden in dieser Altersklasse nicht mitspielen. Ginge es nach ZeeBee, sollten ruhig noch weitere so wohlgeformte Athletinnen auflaufen, wenn sie denn wie siebzehn aussehen. :D Die Schwedinnen hatten ihr Auftaktspiel knapp verloren, die sehr defensive Spielweise würde aber ein wichtiger Faktor für ZeeBees durchschnittlich kleine Mannschaft sein. Während des Spiels muss der HSG Fanclub auch noch erfahren, dass bei Turnieren mit internationaler Besetzung die deutsche Kuschelhandballregel wegfällt, man darf sich also im Neuner einnisten und dem Gegner nur kleinste Durchbruchräume bieten. Spätestens ab da ist es bei der Elternschaft mit Toleranz und Völkerverständigung vorbei. :lol: Wenig Sinn für Völkerverständigung zeigt auch Halbrechte Elea, die dafür sorgt, dass die große Rückraum Linke sich nach fünf Minuten frustriert auswechseln lässt. :smokin: Beide Teams neutralisierten sich ein wenig. Die Schwedinnen mögen keine Gegenspielerin auf ihren Füßen, die HSG kennt keine 6:0 Deckung, die der schwedische Trainer nach 90 Sekunden einschlägt, als er die körperlichen Unterschiede realisiert. Zur Halbzeit in einer torarmen Begegnun steht es Unentschieden.

    "Gegen das Abwehrbollwerk haben wir ja keine Chance!" Ein Handballpapa ist nicht von den liberalen Turnierregeln überzeugt. "Natürlich haben wir die!" ZeeBee ist begeistert von der Möglichkeit unter Wettkampfbedingungen das Positionsspiel gegen eine defensiv-passive Deckung zu testen, wobei die Linkspfote in der rechten Spielfeldecke allerdings schmerzlich vermisst wird. Die Mädchen erarbeiten sich einen kleinen Vorsprung, als das Vater-Tochter-Schierigespann meint, nun aktiv in das Schicksal des Spiels eingreifen zu müssen. Die Schieris zeigen Passives Spiel an, der Rückraum wirft, trifft nur den Pfosten, erobert aber den Abpraller zurück. Der Arm der Schieris scheint eingefroren zu sein und Sekunden später wird Passives Spiel gepfiffen.

    ZeeBee: "Der Ball war am Pfosten... der Ball war am Pfosten... DER BALL WAR AM PFOSTEN... IHR HABT GESEHEN, DASS DER BALL AM PFOSTEN WAR!" :wall:

    Lugi erzielt den Anschlusstreffer. Im nächsten Angriff erhalten ZeeBees Mädchen einen Freiwurf. Statt den Wurf auszuführen, führt Ani so etwas wie einen kleinen Tanz auf der Stelle auf. Der Anlass bleibt ihr Geheimnis. Der Freiwurf ist nicht angepfiffen, wird dann aber sofort als fehlerhaft abgepfiffen, ?( Lugi bekommt den Ball und gleicht aus. Kurz darauf fällt eine seltsame Entscheidung gegen Lugi, das Trainergespann protestiert lautstark und ab dann stehen plötzlich die Schweden und nicht mehr ZeeBee auf der Schwarzen Liste der Unparteiischen. ZeeBees Mädchen führen den nächsten Freiwurf in vollem Sprint aus, das Zuspiel führt zu einem Tor und die gegnerische Bank versteht die Welt nicht mehr, was mehr als nachvollziehbar ist. Mit 12:10 ringt die HSG die Gäste aus Schweden nieder, deren Trainer viel Redebedarf mit dem Schierigespann haben. ?(

    Fortsetzung folgt

    Ich brauche in der C nicht so dringend den 7. Feldspieler. Wir spielen das halt während der Zeitstrafen... weil es SPASS macht.

    Dagegen sage ich nur, dass man im Regeldschungel schon begonnen hat, auch im Angriff ein Einfallstor für taktische Zwänge zu schaffen. Der nächste Schritt ist nicht weit, meine satirisch gemeinten Ratschläge zu befolgen und die Ausbildung der Kinder immer mehr in die Hände der Schieris zu legen.

    Bei uns gilt in E und D-Jugend die Regel, dass bei Verstößen gegen die vorgeschriebene Deckungsweise auch nach Ermahnungen des Schieris auf 7m erkannt werden kann. Nach dem 7m bleibt der Angriff aber in Ballbesitz! Ich habe noch nie gesehen, dass dies so praktiziert wurde und rechne dann mit brennenden Kreuzen vor der Halle. Was machen wir denn, wenn der Trainer sich im Angriff nicht an die Vorgaben hält? Jedesmal Freiwurf für die Abwehr?

    Handball hat wirklich mal Spaß gemacht...

    Ganz abwegig ist es nicht, dass auch der Angriff reguliert wird. Ich darf beispielsweise bis zur C-Jugend nicht die Torhüterin als Überzahlangreiferin in die gegnerische Hälfte schicken, damit die Deckung beibehalten werden kann. Warum also nicht dem Trainervorschreiben, dass der Angriff taktisch klug den zentralen Angriffsraum nicht zustellen darf? :D

    Man ist beim Landesverband ironieresistent:

    Zitat

    Hallo Karsten, die Altersklasse der D-Jugend ist ein Thema der nächsten Sitzung des Arbeitskreises Kinder- und Jugendhandball, während der wir auch die DHB-Richtlinien für die Saison 2015/2016 besprechen. Eine verbotene Angriffsformation ist da allerdings nicht vorgesehen. Danke auf jeden Fall für die Anregung, die wir mit erörtern werden.

    Zitat

    und dann beschwerst du dich wieder über schlecht ausgebildete trainer ..


    Mir ist lieber, die Trainerkollegen schnappen in Kurzlehrgängen ein paar Basics auf, als dass sie gar keine Lehrgänge besuchen.

    Zitat

    Habe ein paar Fragen, damit ich es besser verstehe.
    also dürfen die mC-Mannschaften weiterhin 3:2:1 spielen? Ist es an eine Spielklasse gebunden? Wir die 3:2:1 dann in den Auswahllehrgängen gelehrt? Welche Deckungsvorgaben werden denn vom Verband gemacht?


    Diese Saison ist es wirklich so, dass die 3:2:1 in Niedersachsen in der C-Jugend nur in der höchsten Liga gespielt werden darf. Macht zwanzig Mannschaften in Niedersachsen plus Bremen bei den Jungs und vierzig Mannschaften bei den Mädchen wegen unterschiedlicher Ligensysteme. Das führt zu folgender Tragikomik:

    Die Landesauswahlspielerinnen Lara, Luzie, Marieke und Pia spielen in der Auswahl eine 3:2:1 Deckung, die Basics werden erwartet.

    Marieke spielt in der Landesliga, wo die 3:2:1 Deckung erlaubt ist. Sie ist alter Hase in der Deckung.

    Pia spielt ebenfalls in der Landesliga und zwar seit dieser Saison bei mir. Sie darf ebenfalls die 3:2:1 Deckung spielen. Pias Mannschaft besteht aber überwiegend aus dem Jungjahrgang, die vor der Saison frisch aus der D-Jugend hochgekommen sind. Die durften keine Raumdeckung spielen sondern Manndeckung und ich konnte von einer 3:2:1 Deckung vorerst nur träumen (die ich sonst im Trainingslager vor den Sommerferien immer eingeführt habe). Pia spielt nun seit drei Spielen auch im Verein die 3:2:1 Deckung. Da war die DHB Sichtung aber schon vorbei.

    Lara spielt eine Klasse tiefer und darf die 3:2:1 Deckung in ihrer Mannschaft nicht spielen, weil der Landesverband das so sagt und keine Ausnahmeregelungen zulässt. Die örtliche Handballregion hat eine "Mir-doch-egal-Klausel" in die Durchführungsbestimmungen aufgenommen. Laras Mannschaft darf doch die 3:2:1 Deckung spielen und tut das auch.

    Luzie spielt in der zweithöchsten Liga. Sie darf keine 3:2:1 Deckung spielen. Ihre Handballregion hält sich an die Vorgaben des HVN und Luzie spielt keine 3:2:1 Deckung.

    Der TSV N. spielt in derselben Liga wie meine C II. Die scheißen auf die Durchführungsbestimmungen des Landesverbandes und spielen verbotenerweise eine 3:2:1. Und es stört niemanden. Die haben keine Auswahlspielerin.

    Wir können eigentlich gar nicht genug Vorschriften als Trainer bekommen. Dann müsste jede Mannschaft einen Juristen beschäftigen und alles wäre gut.

    Ich finde, wir sollten Abwehr und Angriff bis zu den Minis runter minutiös durchregulieren...

    Ausbilden geht schon. Die Landesverbände müssten hier nur mehr attraktive Angebote schaffen. Wenn der Kinderhandballgrundkurs (zweitägiges niedersächsisches Modell) zu lang oder zu teuer ist, muss dann was Kürzeres oder Günstigeres her. Wir haben seitens des Vereins Mädchentrainerkurse angeboten (siehe aktuelle handballtraining junior ;) ), die dauerten nur einen Vormittag, boten drei Demo-Einheiten und kosteten kleines Geld. Aber dieses ewige Regulieren...

    Und hochgeholt.

    Jetzt ist es soweit, kommende Saison darf ich in Niedersachsen in der weiblichen C-Jugend keine 3:2:1 mehr spielen. Dazu fällt mir nur die öffentliche Kampfhundediskussion vor rund 15 Jahren ein. Die Bild Zeitung hatte das Thema hochgekocht und alle Bundesländer mussten mit heißer Nadel Kampfhundeverordnungen stricken. Die Ergebnisse waren jurisitisch gesehen abenteuerlich. Der Polizeichef von München rühmte damals die bayerische Effizienz. Mit einer örtlichen Kampfhundeverordnung sei das Problem in kürzester Zeit in den Griff bekommen worden, München sei "kampfhundfrei". Was er verschwieg, war der gewaltige Anstieg von Boxermischlingen quasi über Nacht. :D Was hat das doch gleich mit der Deckung zu tun, die ich nächste Saison nicht mehr spielen darf? Hab ich vergessen... :smokin:

    (Der Gedanke hinter dem Gebot, nur noch Manndeckungsvarianten, 1:5 oder 3:3 zu erlauben ist die Vielzahl von defensiv gespielten 3:2:1 Deckungen, die eher einer 5:1 gleichen und die Halbverteidiger kaum den Neuner verlassen. Mein süßer, kleiner, bissiger Boxermischling wird aber auch außerhalb des Neuners zubeißen.)

    Um die ernste Lage der taktischen Vorschriften im Kinderhandball mal offensiv anzugehen, habe ich diesen Text auf der Facebook Seite meines Landesverbands verfasst:

    Zitat

    Vorschlag für die Durchführungsbestimmungen im Kinderhandball 2015/16

    Liebe Handballfreunde!

    Ich erlebe derzeit vor allem in der D-Jugend in den Hallen eine Tendenz zum 0:6 oder 1:5 Angriff. Fünf oder sechs Angreifer rennen in die Nahwurfzone (manchmal auch erst nach ein bis drei Pässen), igeln sich dort ein und Passspiel wird zur Glückssache. Wunderbar noch, wenn der Übungsleiter sich dann noch über die unerlaubte defensive Deckung innerhalb des Neuners beschwert. Meine erlebten Beispiele reichen von oberster Klasse weibliche D bis unterste Klasse männliche D in der Region Hannover.

    Gestern erst wieder in der männlichen D-Jugend erlebt: Die Deckungsformation will den Gegner vorschriftsmäßig bei 15 m in Empfang nehmen, wenige Sekunden später befinden sich alle zwölf Feldspieler innerhalb des 9m Kreises. Es wird wohl eine vorschriftsmäßige sinkende Manndeckung gespielt, die Grenzen zur 6:0 oder 1:5 sind aber fließend und kaum noch auszumachen. Der Abwehr kann man kaum einen Vorwurf machen, steht sie doch taktisch richtig zwischen Gegenspieler und Tor. Das Interessante war: Tabellenführer und Tabellenletzter spielten gegeneinander und beide Teams spielten im Angriff dasselbe "Konzept".

    Diese Tendenz führt allerdings die bestehenden Durchführungsbestimmungen im Bereich E und D-Jugend ad absurdum! Die Deckung kann nicht mehr vorschriftsmäßig außerhalb des Neuners agieren und dort die Zweikämpfe ausführen, weil der Angriff die Abwehr in den 9m Kreis zwingt. Soll der Geist der Durchführungsbestimmungen gewahrt werden, muss etwas passieren. Ich dachte da an ein Verbot von 0:6 oder 1:5 Angriffsformationen, ein 2:4 Angriff in E und D-Jugend sollte ebenfalls auf die Rote Liste gesetzt werden.

    Folgende Situation. Der schlecht ausgebildete Trainer A will sich an die Durchführungsbestimmungen in der D-Jugend halten und offensiv decken. Ihm ist eine offene Manndeckung bzw. als defensivste Variante eine sinkende Manndeckung vorgeschrieben. Idee der Vorschrift ist das Ermöglichen von möglichst vielen 1:1 Situationen, natürlich am liebsten außerhalb des Neuners.

    Der schlecht ausgebildete Trainer B macht ihm - unbeabsichtigt - einen Strich durch die Rechnung. Dessen Bengels rennen jeden Angriff alle in den Neuner rein und "drücken" so die Deckung in die Nahwurfzone. Spiegelverkehrt passiert dasselbe auf der anderen Seite (leider wirklich so erlebt). Die taktische Ungeschicktheit beider Mannschaften und die fehlende Übersicht der Trainer verhindern ein "ordentliches" Handballspiel. Alle Vorgaben des Landesverbands zur Förderung der offensiven Deckung gehen ins Leere.

    Beide Trainer wollen sich an die Vorschriften halten, können aber aufgrund der Angriffsweise die vorgeschriebene Deckung nicht umsetzen. Die einzige Lösung kann doch nun nur sein, auch den Angriff zu regulieren und 0:6, 1:5 oder 2:4 Angriffssysteme zu verbieten!

    :irony:

    Edith: Uiiihh... jetzt bekomme ich sogar schon Telefonanrufe nach Beiträgen. Viele Grüße nach Hessen! :hi: Das mit fünf oder sechs Angreifern in der Nahwurfzone ist weder Scherz noch Satire. Ich habe nie behauptet, das sei schön anzusehen oder effektiv oder ergebe irgendeinen taktischen Sinn. :nein: Ich beschreibe nur, was ich in der Halle erlebe / erleben muss.

    Hallo Melissath!

    Erst mal Glückwunsch zu Eurem umsichtigen Verband. In Niedersachsen ist in der D-Jugend die Raumdeckung verboten und meine Mädels spielen in der C-Jugend bis zum letzten Wochenende immer noch 1:5 Deckung, weil ich erst einmal eine Raumdeckung einführen musste. Duch vier Jahre Gehirnwäsche mit Manndeckung setzen die Mädchen aber die ballorientierte Deckung nicht um und ich hatte es noch nie so schwer, eine Raumdeckung zu vermitteln. Eingangs der D-Jugend war das immer wesentlich leichter... als es noch erlaubt war.

    Apropos vermitteln. Bei Euch sind doch sicher weiterhin Manndeckungsformen erlaubt. Ich habe am Wochenende die 3:2:1 erstmals im Punktspiel getestet, aber erst in der zweiten Halbzeit. Zur Einführung einer neuen Deckung starte ich mit der gewohnten Deckung um Sicherheit zu vermitteln, dann stelle ich im Spiel um. Kann das nicht der Hintergrund sein, dass bei Euch in der Liga die Deckung umgestellt wird?

    Taktisch gesehen macht ein radikaler Wechsel der Deckungsform im Spiel meistens Spaß. Jedes mal, wenn ich in der Vergangenheit zur Halbzeit die Deckung umgestellt habe, um ein frisch geübtes System zu spielen, kamen die Gegner damit nicht zurecht. Egal ob von Halbfelddeckung auf 1:5 oder von 1:5 auf 3:2:1 - die zweite Halbzeit haben wir meist deutlich gewonnen. Dieses Wochenende lagen wir zur Halbzeit mit zehn Toren zurück und haben nach der Umstellung auf 3:2:1 erst einmal acht Tore aufgeholt.

    Zum zählen: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8 - 9 - usw.

    Zitat

    Er spricht Menschen ohne Rechtsausbildung die Fähigkeit ab, als Sportrichter richtige Entscheidungen treffen zu können und bezeichnet dies als Willkür.

    Wenn Du mir Dein Auto zur Reparatur gibst, wird das Pfusch. Wenn Du mir Deine Schwester zur Blinddarmoperation gibst, wird das auch nichts. Und eine Bilanz solltest Du mich auch nicht erstellen lassen. Dazu fehlt mir die Ausbildung.

    Hier geht es um die Tatbestandsmerkmale "Regelverstoß" und "spielentscheidend". Ersteres ist relativ einfach zu klären. Sehen die Handballregeln die Ausführung des Freiwurfs nach dem Pausen- oder Schlusspfiff vor und der Schieri verweigert die Ausführung, habe ich einen Regelverstoß.

    "Spielentscheidend" ist schon wesentlich schwieriger. Sowohl sportbewanderter Laie als auch Jurist kommen schnell zum Ergebnis, dass mindestens ein Punkt durch den Regelstoß verloren sein muss. Danach trennt sich die Vorgehensweise beider ehrenamtlicher Richter. Der Jurist legt das Tatbetandsmerkmal aus, sucht oder bastelt eine Definition für "spielentscheidend" und subsummiert dann den Sachverhalt unter dem Tatbestandsmerkmal. Er muss bei der Definition vor allem einen Wahrscheinlichkeitsgrad für den entgangene Punktgewinn finden und letztlich schauen, ob der nicht gegeben Freiwurf diesen Wahrscheinlichkeitsgrad erfüllt. In aller Regel wird der Einspruch allerdings zu dünn begründet sein, um von "spielentscheidend" auszugehen.

    Der Laie nimmt das Wort "spielentscheidend" und versucht damit etwas anzufangen. Er kennt keine grammatische Auslegung, keine systematische Auslegung, keine historische Auslegung und keine teleologische Auslegung und wird sich an den Wortlaut klammern. Dann wandert der Blick zwischen Sachverhalt der Einspruchsbegründung und der Rechtsordnung so lange hin und her, bis der Bauch eine Entscheidung getroffen hat... Willkür. Das ist leider - nicht nur - meine Erfahrung. Ich habe auf der Hauptversammlung meines Landesverbands mal vorgeschlagen, die Sportgerichtsvorsitzenden mit einem Volljuristen zu besetzen. Großes Entsetzen, nicht mal die damals noch bestehenden Regionalverbände hätten solche Selbsteinschränkungen. Angesichts der Gelder, die die Vereine für Rechtsmittel zahlen müssen, ist die Dienstleistung als Gegenleistung armselig.

    Vor den Sportgerichten herrscht in aller Regel die blanke Willkür. Der Vorsitzende des Sportgerichts (Fliesenleger) schaut in die Rechtsordnung und stolpert über "spielentscheidender Regelverstoß". Hmmmm.... ein Werfer, 9m vorm Tor, sechs Mann in der Mauer... der Ball geht doch eh nicht rein... nicht spielentscheidend. Kurzer Anruf bei Beisitzer 1 (Sachbearbeiter im JobCenter) und bei Beisitzer 2 (Straßenbahnfahrer) und alle drei sind sich einig: nicht spielentscheidend!

    Da es keine Kommentierung zur Rechtsordnung gibt, rätseln die Hobbyrichter also über die Bedeutung "spielentscheidend" und müssen sich ganz ohne Hilfe mit der Frage auseinandersetzend, wie wahrscheinlich wäre ein Tor und welcher Wahrscheinlichkeitsgrad muss erreicht sein, dass der Regelverstoß tatsächlich spielentscheidend war. Und aus dem Bauch heraus geht der Ball eben nicht rein...

    Habe ich dagegen ein kompetent besetztes Sportgericht muss ich vortragen:

    - die sechs Abwehrspieler sind nur so groß: Spieler 1, Spieler 2, usw.
    - auf Angreiferseite waren zum Zeitpunkt folgende Spieler auf dem Feld und hätten werfer dürfen: Spieler 1, Spieler 2, usw.
    - der Spezialist, der geworfen hätte, ist Spieler 3
    - Spieler 3 hat jahrelang hochklassig in Liga X gespielt
    - Spieler 3 hat in den letzten drei Jahren 5 von 6 direkten Freiwürfen verwandelt, weil er... (2,06 m groß ist / eine Seitfallwurf beherrscht)
    - der direkte Freiwurf hätte von einer zentralen Position ausgeführt werden müssen, was dem Werfer entgegen kam
    - Trainer X der gegnerischen Manschaft hat die Angewohnheit, die großen Spieler in die Mitte zu stellen, statt auf die Wurfhand, was Spieler 3 entgegenkommt

    Wenn ich DAS vortrage, wird der Einspruch farbenfroh... und mit einem Einzeiler abgewiesen, weil der Regelverstoß nicht spielentscheidend war.


    Hannover sollte vielleicht mal einen Trainerwechsel in Erwägung ziehen. Seit Jahren leistet sich die eigentlich top besetzte Mannschaft einen Aussetzer nach dem anderen. Auf der einen Seite schlagen sie Hamburg, die nicht schlecht gespielt haben, auf der anderen Seite kann man bei Hannover sprichwörtlich schon die Uhr danach stellen, wann sie sich den nächsten Aussetzer gegen ein Team leisten, das leistungsmäßig deutlich schwächer einzustufen ist. Irgendwie fehlt mir da ein bisschen das Verständnis.. ?(

    Nach den beiden Ergebnissen der Kieler gegen Lemgo und Balingen habe ich dasselbe gedacht. Wie können die da noch an dem Trainer festhalten.

    :irony:

    Ziemer wieder bärenstark, seine beiden Gegenüber haben aus dem Rückraum kaum ein Ball zu fassen bekommen. Die Deckung hat es allerdings dem BHC mit Würfen aus dem Rückraum sehr leicht gemacht. Dasselbe Problem hatten die Gäste allerdings auch.

    Was mich wieder geärgert hat, die Burgdorfer lassen ihre Deckung des Kreisläufers wieder schludern. Vor einigen Jahren konnte bald jeder Kreisläufer durch die Deckung spazieren, wie er wollte. Gestern gab es wieder große Unaufmerksamkeiten, dem Kreisläufer die Laufwege Richtung Ball zuzustellen. In Ballnähe gab es zwar intensive Rangeleien um jeden Zentimeter mit dem Kreis, abseits vom Ball fehlte diese Aufmerksamkeit.

    "Stattdessen wird auf Schulung der Trainer immer mehr Wert gelegt."

    Wo liegt dieses Finnland? :D Dort scheint man uns um Längen voraus zu sein.

    In Niedersachsen stehen die für die E-Jugend maßgeblichen Regeln nicht mehr im Regelheft, sondern in einer Art Verwaltungsvorschrift zum Kinder- und Jugendhandball. Diese Durchführungsbestimmungen wiederum kennen erfahrungsgemäß zwar die meisten Trainer, aber die wenigsten Schiedsrichter. Lässt ein Trainer regelwidrig decken, kann der andere Trainer noch so viel reklamieren. Es interessiert den Schieri nicht. Oder ich bekomme eine Verwarnung, weil meine Halben in der wC eine Pressdeckung bei Ballbesitz der benachbarten Außen spielen. Zurück zur Natur! Handballregeln wie im Regelheft! :hi: