Beiträge von Zickenbändiger

    Zitat

    6:3 Das Betreten des Torraums bleibt ungeahndet:
    a) wenn ein Spieler, nachdem er den Ball gespielt hat, den Torraum betritt, sofern dieses für die Gegenspieler keinen Nachteil bedeutet;
    b) wenn ein Spieler ohne Ball den Torraum betritt und sich dadurch keinen Vorteil verschafft;

    Ein Blick in das Gesetz ist bei der Rechtsfindung nicht unschädlich.

    Ist ein Vorteil entstanden? Die Abwehr hatte sich nach dem abgebrochenen Kempa ganz schnell neu sortiert, es vergehen zwei, drei Sekunden. Der Innenblock ist ganz auf seine Aufgabe im Zentrum fixiert, wo sich der Ball befindet. Auch der Torwart ist auf den Ballführer eingestellt. Neue Situation, dann erst der Torwurf von Rückraum Mitte. Kein taktischer Vorteil durch den LA kurzfristig im Kreis. Laufen lassen!

    Es lebe die Suchfunktion! Uuuuuund hochgeholt.

    Auswärtsspiel, rutschiger Hallenboden, Mannschaft bestehend aus Mitgliedern der irrationalen Hälfte der Menschheit, noch dazu in einem sehr, sehr schwierigen Lebensalter. "Der Gegner spielt auf demselben Boden" taugt als Argument also nichts. Fremde Halle, wir können also nicht mal eben wischen. Nasser Lappen taugt auch nicht wirklich was.

    Alternativen? Haarspray unter die Sohle wurde mir mal empfohlen. Ist die Halle aber staubig, sehe ich schwarz. Putzmittel auf Alkoholbasis... ja, werde ich nächste Saison vor dem Spiel bei der zuständigen Kommune anregen.

    Ich habe mal irgendwo gesehen, dass bei Glatteis Socken über die Stiefel gezogen werden. Hmmmmmm.... Bei Spikes würde sicher der Schieri dazwischenfunken (herzlichen Glückwunsch zum runden Geburtstag, Ewald Lienen!). Aber irgendetwas in dieser Richtung? Einmachgummis doppelt um den Schuh?

    Hat wer einen Tipp, der wirklich hilft? :hi:

    Wenn ich die Ausgangsfrage richtig verstanden habe, dann ging es doch um einen Durchbruch der Außen (als mit Ball in der Hand) und nicht um ein Einlaufen (ohne Ball in der Hand).

    Rolf: Konzentrier Dich auf die Straße und lies beim Autofahren nicht in der HE! :hi: Und lass mal wieder was von Dir hören! Der andere Bekloppte trainiert ja mittlerweile Damen und gehört damit nicht mehr richtig zu unserer Selbsthilfegruppe. :lol:

    Willkommen in der HE! :hi:

    Wenn der Halbverteidiger in der 3:2:1 Deckung gegen Außen aushelfen muss, brennt normalerweise der Baum. Gegen eine starke RL/RR führt schon der erste Pass zur Torchance, ansonsten wir weiter parallel gespielt und spätestens für den Außen der anderen Seite abgeräumt. Ich könnte mir allenfalls vorstellen, dass VM das taktische Foul an RL oder RR begeht, um das Drama zu beenden.

    Bei Kreisläufer auf der Ballseite sollte HM VM informieren und ggf. an den Kreis zurückholen. Wenn der Gegner die Liberopostion dadurch aushebelt, dass KM stets/häufig auf Ballseite ist, dann verliere ich den Vorteil der 3:2:1 mit einer "freien" HM. Dann muss VM kurz defensiver spielen. Offensive Risikovarianten kann ich mir vorstellen, das kommt aber auf den Gegner an, ob der das erlaubt. Die ballferne Außen könnte bei breiter Aufstellung des Rückraums den Ballweg zu "ihrer" Rückraumspielerin bedrohen, die ballferne Halbe etwas die offensive Rolle von VM übernehmen und zur Mitte rüberrücken, da der Kreis nicht auf ihrer Seite ist.

    Ich habe das Glück, zwischen den Welten gewechselt zu haben und kenne Stars Männlein wie Weiblein.

    Fall1
    Weibliche E-Jugend bestehend aus ausschließlich Minis. Eine extrovertierte, ungeduldige, gewalttätige, abwehrfaule Spielerin mit dem härtesten Wurf weit und breit. Immer wieder in der E-Jugend auf die Bank gesetzt. Denkpause verpasst und sie für zwei Wochen zu den Minis geschickt (Trainingsboycott war die Folge). Zum Mannschaftskapitän gemacht. Kapitänsbinde wieder weggenommen nach Tätlichkeit im Training. Einzelgespräche... Einzelgespräche... Einzelgespräche. Extrem ehrgeizige Spielerin, darüber habe ich sie rund sechseinhalb Jahre immer wieder "einfangen" können. Zwischendurch unglaubliche charakterliche/soziale Entwicklung zum Positiven. In der letzten gemeinsamen Saison untrainierbar geworden und nur nach Einläufen durch Landestrainer wieder gefügig, später überhaupt nicht mehr. Jetzt muss sich der Drittligatrainer in O. mit ihr rumschlagen. :lol:

    Fall2
    Verzogenes Einzelkind und Sohn der Trainerin. Durfte sich alles erlauben, die halbe Mannschaft hat den Verein verlassen, weil das Mutter/Sohn Gespann nicht funktioniert hat. Hat in der E-Jugend die Bälle von allen Mitspielern spätestens ab der Mittellinie gefordert und bei 18m aufs Tor geworfen. In der D/C Jugend immer noch unausstehlich. Ich hatte zeitlich parallel zum Glück die Kreisauswahl in der gleichen Altersklasse trainiert und hatte einen starken Jahrgang beisammen. Habe den Bengel dazu eingeladen, um ihm zu zeigen, was für ein Wicht er ist. Hat ihm wohl ein wenig Demut beschert.

    Fall3
    Hochtalentiertes Mädchen, in der eigenen Altersklasse völlig unterfordert im eigenen Verein. Heulte nach verlorenen Spielen, weil die Mannschaft nicht mit ihr mithalten konnnte. Sehr laute Mutter auf der Tribüne unterstützte das Drama. Habe sie aus der Altersklasse rausgezogen zu den zwei Jahre älteren Mädchen, wo ich eine recht starke Mannschaft hatte. Kein Doppeltspielen, nur bei den Älteren. Die Jüngeren habe ich sukzessive Verstärkt, bis ich dann das Talent doppelt spielen ließ, Trainining aber nur bei den Älteren. Grund für das Runterziehen war, dass sie sich unter den Älteren zunehmend versteckte und als Führungsspielerin keinerlei Führung übernahm. Klappte dann bei den Jüngeren ganz gut, bis die Generation letztlich stärker war als die Älteren.

    Fall4
    Vom Nachbarverein läuft talentiertes süßes kleines Mädchen über, die in der eigenen Anfängertruppe gleich zu den Stärkeren gehört. Entpuppt sich als intrigante Giftschlange, die binnen weniger Wochen es fast schafft, die anderthalb Jahre mühsam aufgebaute Mannschaft zu sprengen. Rausgeworfen.

    Fall5
    Ähnlich Fall 2, nur dass ich den Bengel eher nebenbei mittrainiert habe, bzw. ich parallel in der anderen Hallenhälfte trainiert habe. Jahrelang habe ich gepredigt, das verzogene Kind zum örtlichen Spitzenverein wegzuloben. Irgendwann ist er von selbst dorthin gegangen. Laut Spielberichten wirft er in der Granaten C-Jugend dort auch ab und zu mal ein Tor. :lol:

    Fall6
    Verzogenes, kritikunfähiges, rotzfreches, egozentrischens Balltalent. Drei Jahre hatte ich das Vergnügen. Dann trennten sich unsere Wege für ein paar Monate. Ich war dabei, eine neue Mannschaft im neuen Verein aufzubauen und hatte zum Zeitpunkt fünf oder sechs Mädchen, aber einen geerbten Platz in der höchsten Spielklasse. Ich brauchte jede Spielerin und durfte nicht wählerisch sein. Besagte Dame stand eines Tages plötzlich in der Halle und war dem Lockruf der Oberliga gefolgt, nachdem sie bei der Konkurrenz abgeblitzt war. Da ich jede Verstärkung dringend annehmen musste, um eine Mannschaft aufzufüllen... waren Eltern und Spielerinnen entsetzt, als ich das Mädel nach dem allerersten Probetraining wieder weggeschickt habe mit der Begründung, die Chemie stimme zwischen uns nicht. Zum Saisonstart hatte ich zwölf Spielerinnen.

    Immer die Frage stellen, kann es auf Dauer funktionieren. Wenn ich keinen Ansatz habe, das Kind einzufangen, wie Erfolgshunger, dann sind Hopfen und Malz verloren. Das "chaotische" Talent, das nur Unruhe stiftet aber keine gemeisame Ziele mit dem Trainer hat, muss weg. Die anderen Talente kann ich vielleicht durch neue Aufgabenfelder zähmen, bzw. muss sie an die höhere Altersklasse abgeben, weil sie charakterlich nicht mit der Überlegenheit klarkommen (und vielleicht müssen sie später wieder zurück, s.o.). Aber bevor mir das Supertalent die Mannschaft zerstört, schieße ich es zum Mond.

    Ich drücke mich gerne kompliziert aus. :unschuldig:

    Wenn Rückfragen kommen, wo denn die gezeigten Übungen in das Training zeitlich einzubauen seien, dann hapert es bei der Einordung von Aufwärmen, Grundübungen, Grundspiele, Zielspiel. Das war gemeint. Wir setzen wahrscheinlich immer zuviel voraus. Die Praxis in den Handballhallen ist wahrscheinlich... ganz anders... als ich mir das immer so ausmale.

    Freundlicherweise beantworten mir meine Mädels meine Frage teils selbst. Auszug aus meinem letzten Spielbericht:

    Zitat

    Die griffige Deckung der Heimmannschaft förderte dann wieder ein interessantes Mädchenhandballphänomen zu Tage. Während Jungs auf gleichem Niveau vor einer sich schließenden Lücke blitzschnell den Rückwärtsgang einlegen, um mit einer schnellen rückwärts-seitwärts-vorwärts Bewegung gleich wieder torgefährlich zu werden, rennen Mädchen in die sich öffnenden Arme hinein und lassen sich festmachen. Und noch mal. Und wieder. Immer wieder.


    Das beobachte ich nicht zum ersten Mal. Wie oft gehen Bengels mit Ball in eine Zurückstoßbewegung, um dynamisch die nächste Lücke anzusteuern, bzw. um dem Körperkontakt aus dem Wege zu gehen. Homophobie? Bei Mädchen kann die Abwehr noch so hart spielen, das Gejammer über die böse, böse Deckung kann noch so laut sein, wie die Lemminge stürzen sich die Damen ins -bestens bekannte- Unglück.

    Reicht sicher nicht für ne ganze Demoeinheit, sollte aber bei unserer Selbsthilfegruppe nächstes Jahr mal angesprochen werden.

    :schrei: In der Handballecke waren auch schon mal mehr kommunikative Trainer unterwegs!

    Es wäre ein spannendes Experiment, das runter bis auf Kreisebene und dort im Damenhandball umzusetzen. Ich erinnere mich an ein Damenspiel in der Kreisklasse, das von einem der besten Schieris des Kreises geleitet wurde - dem die Regel "Passives Spiel" vertraut war. Das war das witzigste Spiel, das ich je gesehen habe. Bis in die Schlussphase des Spiels brachen beide Mannschaften in jedem Angriff in kopflose Panik aus, weil wieder einmal der Arm des Schieris hoch ging.

    Oder die Umsetzung im Kinderhandball. Vor elf Jahren bei meinem ersten Pflichtspiel mit meiner Minimannschaft, die als wE-Jugend gemeldet wurde, haben wir alleine 30 Sekunden vom eigenen Tor bis zum gegnerischen Neuner gebraucht. :D Hat der Gegner verworfen, sprinteten sie an den eigenen Torkreis zurück, reckten zu sechst die Arme (warum, konnte ich mir nicht erklären) und warteten dann eine halbe Minute, bis meine Zwerge mit 50 cm Pässen hinterherkamen. :lol: Ein Pass noch und die shot clock hätte dem Treiben wieder ein Ende bereitet.

    'Warum nicht ne shot clock beim Fußball?

    Och... wenn das gut ankommt, nehmen wir die Show "on the road". ;)

    Danke für die Ideen. Kreativität und Krafttraining - da können wir doch was von umsetzen. :hi:

    Wir haben gemerkt, dass mehrere Teilnehmer mit dem lehrbuchmäßigen Trainingsstundenaufbau überfordert waren. Gingen wir vertieft darauf ein, kommen wir in den Bereich der Kinderhandballgrundkurse, was wir ja ausdrücklich nicht wollen.

    Noch mehr Mädchentrainer da draußen?

    Ein Wiederholungsspiel kann es nicht geben, wenn nicht - wie beim Helmer-Tor einst - juristisch getrickst wird. Da nun die FIFA bereits vorab eingeschaltet wurde, gehe ich davon aus, dass die vorhandenen Regeln auch angewendet und nicht umgangen werden. Der Knackpunkt ist eigentlich ganz einfach, wird jedoch gerne immer übersehen:

    falsche Tatsachenentscheidung: Irrtum bei der Wahrnehmung, folgerichtige Schiedsrichterentscheidung (Schieri sieht dem Ball hinter der Torlinie und erkennt auf Tor)

    Regelverstoß: richtige Wahrnehmung, fehlerhafte Schiedsrichterentscheidung (Schieri sieht den Ball zur HÄLFTE über der Torlinie und erkennt auf Tor... und müsste hinterher zugeben, was er gesehen hat, sonst würde es als Tatsachenentscheidung gewertet werden)

    Hoffenheim versucht es über den Strohhalm "Zweifel bei der Entscheidung", es dürfe nach den Regeln kein Tor gepfiffen werden, wenn es Zweifel gäbe. Der Schieri habe nachträglich Zweifel eingeräumt und so gegen die Regeln verstoßen. Hmmmm....

    Zweite Möglichkeit wurde oben schon erwähnt, nämlich eine fehlerhafte Kontrolle des Netzes. Ich habe die Fußballregeln mal überflogen. Der Schieri muss den Ball kontrollieren und ansonsten die Einhaltung der Regeln. Zu den Netzen besagen die Regeln (Regel 1 Das Spielfeld):

    Zitat

    Netze können an den Pfosten, an der Querlatte und am Boden hinter den Toren befestigt werden, sofern sie ausreichend gesichert sind und den Torwart nicht behindern.

    Wird schwierig, einen Verstoß hiergegen nachzuweisen.

    Dumm gelaufen, kein Wiederholungsspiel - aber vielleicht ein Anlass, moderne Technik zuzulassen.

    Ich bin großer Verehrer von Zeichentrickfilmgott Hayao Miyazaki

    Sternenkrieger
    Das Schloss im Himmel
    Kikis kleiner Lieferservice
    Porco Rosso
    Prinzessin Mononoke
    Das wandelnde Schloss

    und das Phantasiespektakel
    Chihiros Reise ins Zauberland

    Extrem phantasievolle Werke für Groß und Klein und meist mit dem Thema Umweltschutz unterlegt.

    Moin!

    Mein Verein hat sich in Hannover der leistungsorientierten Förderung des schönen Geschlechts verschrieben. Die erste Damen spielt in der 3. Liga, die A-Jugend in der neuen BuLi und bis runter zur E-Jugend sind wir in der jeweils höchsten Liga vertreten. 1. Damen bis C-Jugend haben B-Lizenz Trainer. Um in Hannover den Breitensport im weiblichen Bereich zu fördern, haben wir neulich erstmals einen Trainerlehrgang gezielt für MädchentrainerInnen angeboten. Der DHB berichtete.

    Gerne würden wir den Lehrgang jährlich fortsetzen, wollen uns aber deutlich von den in Niedersachsen angebotenen Kinderhandballgrundkursen (Crashkurs für Trainer ohne Lizenz) unterscheiden und weiterhin auf mädchenspezifische Aspekte des Trainings eingehen. Gestartet haben wir mit

    - Wurftraining (Verbesserung des Schlagwurfs)
    - Ringen und Raufen (Hemmschwellen beim Körperkontakt überwinden)
    - Stoßen/Zurückstoßen (gegen den Standhandball)

    Von den Teilnehmern haben wir einige Anregungen mitgenommen, könnten aber noch weitere Ideen gebrauchen. Womit haben Mädchentrainer mehr zu kämpfen als Jungstrainer?

    Für alle Ideen wäre ich dankbar!

    Was ist den bei Euch los ? 8o :pillepalle: Dies dürfte der Tod für den modernen, temporeichen Handball sein.
    Pressdeckung :D gut gemacht Zickenbändiger !


    Ups... ich vergaß, dass die Handballecke Informationsquelle für ganz Europa darstellt und kleine Missverständnisse schnell große Folgen haben können. :D In der Halle an jenem Tag gab es kein "passives Spiel" - und wurde mit einer derartigen Beharrlichkeit ignoriert, dass ich eine Regeländerung vermutete. Vereinzelt wurde es in anderen Hallen zu späterer Zeit in Deutschland dann doch wieder gepfiffen. ;)

    Liebes Handballtagebuch!

    Neue Saison, neue Altersklasse, neues Glück. Nachdem sich herausgestellt hat, dass fünfzehn- und sechzehnjährige Mädels für ZeeBee zu... äh... anspruchsvoll sind, geht es eine Altersklasse tiefer. Nie mehr launische Diven, unmotivierte Damen und selbstherrliche Starlets- sind nicht Hormone im Sport unerlaubte Substanzen? :/: Also zurück in die C-Jugend, wo die Mädels noch um des Spielens willen Leistung bringen. In der Altersklasse gibt es im Verein zwar eine Mannschaft, die höchste Liga ist jedoch eher nichts für die Mädchen. Zwei Mädels aus der eigenen D-Jugend, neun übergelaufene unzufriedene Spielerinnen vom Nachbarverein, eine zweite Torhüterin fehlt noch, die Mädels erfolgreich auf eine Auswahltorhüterin angesetzt, Quali bestanden, eine Linkshänderin könnte es noch sein, kreuz und quer die Quali-Spiele abgegrast, Linkshänderin gefunden- konkurrenzfähige Mannschaft beisammen und in der höchsten Liga am Start. :D

    Nach einem Auftaktsieg ist der zweite Spieltag spielfrei. Zeit für nachrichtendienstliche Hallenbesuche. :smokin: Der nächste Gegner Emmerthal ist in Hannover beim großen Titelfavoriten Hannover 78 zu Gast. ZeeBee hat die gesamte Mannschaft gebeten, sich entweder dieses Spiel oder den übernächsten Gegner am Sonntag anzusehen. Immerhin Torhüterin Jessica verläuft sich zum ersten der beiden Spiele, keine andere Spielerin hat Zeit. :wall: 78 spielt mit einer nahezu schwachstellenlosen ersten Sieben, Emmerthal ist chancenlos. Angriff für Angriff spielt der Gast Endlosangriffe durch, die Heimmannschaft lässt kaum Torchancen zu, hat aber im Angriff die Seuche. Der Zeitlupenhandball wirkt sich auf das Spiel aus, bei einer gefühlten Verteilung des Ballbesitzes von 10:90 steht es zur Halbzeit 5:2. ZeeBee erwartet eine deutliche Steigerung der klar besseren Heimmannschaft. Die "Taktik" der Gäste geht jedoch auf, es fallen wenig Tore, der Rückstand bleibt übersichtlich, die überraschende Abschaffung des "passiven Spiels" zu dieser Saison kommt ihr entgegen und die Zeit verrinnt bei nur geringem Vorsprung der Hannoveraner. Gegen Ende des Spiels mehren sich merkwürdige Schiedsrichterentscheidungen gegen Hannover, die Mannschaft wird immer nervöser und verliert aufgrund einfacher Fehler mehrfach den Ball, Emmerthal gleich kurz vor Schluss zum 12:12 (!) aus und entführt völlig unverhofft einen Punkt aus der Landeshauptstadt. ZeeBee brütet einen Plan gegen die Altherrenhandballstrategie des Gegners aus. :devil:

    Erster Angriff Emmerthal, Rechtsaußen bekommt den Ball, ZeeBees Halblinke geht offensiv in die Pressdeckung gegen Rückraum Rechts und Vorne Mitte macht sich zum Panthersprung in den langen Pass zu Rückraum Mitte bereit. Gnadenloses Pressing bei Ballbesitz der beiden Außen - heute würde es keine Endlosballstafetten geben. Der gegnerischen Trainerin schwant Böses und geht zum Gegenangriff über:

    "DAS IST VERBOTEN! EINZELMANNDECKUNG IST VERBOTEN!"

    :spam:

    ZeeBee kontert: "Das ist eine PRESSDECKUNG! Die ist nicht verboten!"

    Die Schieris wirken unschlüssig. Kann es verboten sein, bestimmte Passwege zuzulaufen und zu blockieren, um den Gegner unter Druck zu setzen und einen langen Pass zu erzwingen? Was könnte doch gleich Sinn der Durchführungsbestimmungen für Kinderhandball sein? Die Vernunft siegt, die Schieris akzeptieren die Deckung und in den ersten Minuten bleibt es noch eng. Die Tendenz ist jedoch bereits jetzt eindeutig, die Deckungsvariante wird Erfolg haben. :D Auf der Emmerthaler Trainerbank wird dies erkannt, pausenlos wird auf den vermeintlichen Regelverstoß gepocht. Schließlich kommt ein Schieri zur Bank und ermahnt die regelwidrige Deckung. "Was genau machen wir denn falsch?" ZeeBee ist ratlos, denn die Pressdeckung wird nach dem Pass der Außen sofort wieder aufgelöst. Keine Antwort.

    Die Strategie des Landesverbands, die Verantwortung für eine umfassende Ausbildung von Kindern und Jugendlichen in der Abwehr auf die Schiedsrichter abzuwälzen, erscheint fraglicher denn je. :wall: ZeeBee stellt gar nichts um, der Gegner versucht es in der eigenen Deckung nun selbst mit einem Taktikwechsel. Eine verletzte Spielerin auf der Bank kann schießlich keine Tore werfen! Diese Abwehr ist schon mehr nach dem Geschmack der Schiedsrichter, der Angriffsfluss ist unterbrochen und es gibt überwiegend Freiwürfe für gefährliche Abwehraktionen gegen den Körper. :wall: "Alina, ist der Arm noch dran?!" Mit vier Toren Vorsprung geht es in die Pause, zum Glück ist niemand ernsthaft verletzt.

    Große Aufregung in der Kabine. Schiedsrichter, die eine ballorientierte Deckung auf der einen Seite verbieten wollen und auf der anderen Seite dulden, dass versucht wird Gliedmaßen als Trophäen zu erobern. Gegnerische Eltern, die zu Tätlichkeiten aufrufen. Blaue Flecke, Panik vor weiteren rüden Fouls auf den Körper, Verwirrung ob der vermeintlich verbotenen Deckung - bei vier Toren Führung und der klar besser auf den Gegner eingestellten Mannschaft. :nein: "Wir haben zwei Möglichkeiten. Tribüne und Schieris ignorieren, blaue Flecke hinnehmen und das Spiel klar gewinnen. ODER sich von dem allen beeindrucken lassen und wie vor den Ferien in der Quali einen sicheren Sieg noch verschenken. Für mich gibt es da keine echte Wahl!" Ganz überzeugt sind die Mädels noch nicht. "Wie decken wir jetzt?" "Die Schieris haben sich überzeugen lassen, dass eine Pressdeckung nicht verboten ist. Wir spielen so weiter."

    Die Abwehr holt sich weiter erfolgreich Bälle ab und erstickt jeden Zeitlupenhandball im Keim, es sieht gut aus. Die gegnerische Bank protestiert weiter gegen die erfolgreiche Abwehr. Nach einigen Minuten ist es soweit, ZeeBee erhält eine Gelbe Karte für das Dulden der regelwidrigen Deckung. "WAS MACHEN WIR DENN FALSCH?" Der Schieri droht mit einem ganz, ganz bösen Bericht an den Staffelleiter, beantwortet aber die Frage nicht. Die Mädchen auf der Bank sind entsetzt. "Was machen wir jetzt?" "Wir decken genau so weiter." :D Nicht alle auf der Bank haben zugehört, eine übereifrige Chelly gibt lautstark Anweisung defensiver zu verteidigen, eine Pressdeckung sei nicht erlaubt. 8o ZeeBee würgt die selbstgekrönte Co-Trainerin. Die Mannschaft hat sich dennoch von den Schiedsrichtern einschüchtern lassen und deckt nun wesentlich defensiver, am Rande des Erlaubten. Risikoreiche, offensive Deckung auf Ballgewinn ausgerichtet? Das kann der Landesverband mit den Durchführungsbestimmungen unmöglich gewollt haben! :wall: Der Vorsprung ist jedoch inzwischen zu groß, so dass die Änderung des Abwehrverhaltens nicht mehr schadet. Der Schaden ist angerichtet. :klatschen: ZeeBee überlegt noch kurz auf eine - untersagte - 6:0 Deckung umzustellen, um ja nicht in den Verdacht zu geraten, eine Einzelmanndeckung zu spielen. Aber damit wäre die gegnerische Trainerin sicher auch nicht einverstanden. :D Auswärtssieg mit acht Toren Unterschied. :smokin:

    Dein Karsten

    Der aufmerksame Leser der Durchführungsbestimmungen wird es vielleicht sogar übersehen haben. Der HVN hat im Jugendbereich fast überall den "direkten Vergleich" für die Entscheidung über den Tabellenplatz am Saisonende abgeschafft!

    Zitat

    11. Die Spiele der Oberligen, Verbandsligen und Landesligen werden in einer Doppelrunde nach Punkten ausgetragen (§ 42 SpO-DHB).Nach Abschluss der Meisterschaftsrundenspiele entscheiden über die Meisterschaft, Aufstieg oder Abstieg die maßgeblichen Tabellenplätze der § 43 SpO DHB.

    Die Spiele der Vorrunden zur Oberliga / Verbandsliga werden in einer Einfachrunde ausgetragen. Nach Abschluss der Meisterschaftsrundenspiele entscheiden über die maßgeblichen Tabellenplätze zur Einteilung in die Oberliga und die Verbandsliga

    a) nach Punkten
    b) bei Punktgleichheit nach den Punkten aus dem direkten Vergleich
    c) nach dem Torverhältnis aus dem direkten Vergleich
    d) nach dem Torverhältnis aller ausgetragenen Spiele
    e) ist auch danach keine Entscheidung möglich, ist ein Entscheidungsspiel an einem neutralen Ort durchzuführen.


    Der direkte Vergleich gilt somit ausschließlich nur noch für die Vorrunde zur Oberliga A und B-Jugend. Nach der Einzelrunde, also in der Ober- und Verbandsliga, sowie in allen Landesligen gilt nach der Saison der klassische Tabellenplatz nach Punkten und Gesamttorverhältnis.

    Wenn ich mit meiner C-Jugend beispielsweise Platz 4 für den Verbleib in der Liga erreichen will, kann ich bei deutlicher Führung nicht mehr meine Bank / meine D-Jugendlichen einwechseln, sondern wir müssen vorsorglich das Torverhältnis ausbauen. Das gab es früher schon mal und der Meisterkandidat in der männlichen C-Jugend wechselte schließlich gar nicht mehr, um gegen das untere Tabellendrittel möglichst 30, 40+ Tore Differenz auszuschießen.

    Schade, gerade im Jugendbereich fand ich den direkten Vergleich sinnvoll!

    Willkommen in der Handballecke und gleichzeitig in der Selbsthilfegruppe Mädchentrainer (/Jugendtrainer)! :hi:

    Kreuzen in Training geübt bis zum Umfallen, es klappt blendend - im Spiel... nichts!

    Auslösehandlungen (Einlaufen, Sperre) eingeübt, im Training entsteht mit der Auslösehandlung zuverlässig eine Torchance; wenn ich sie vor außen im Spiel ansage auch - Spielmacherin sagt im Punktspiel nichts an.

    Geschieht dann mal das Wunder und ich bekomme das Geübte zu sehen (natürlich mit Torerfolg), dann wird ein Haken dahinter gemacht (Tor nach Sperre - Check) und das war es dann wieder. Würde noch fünf mal hintereinander klappen, aber für die Mädels ist das nun erledigt. :wall:

    Zwei kleine Ideen:

    In keiner Mannschaft gibt es eine Spielerin mit Namen "Ihr", "Macht mal" oder "Es muss doch". :D Anweisungen von der Bank, die nicht mit einem real existierenden Namen verbunden sind, erreichen nur Fräulein Niemand. Also immer erst den Namen, dann die Anweisung. Vor und während des Spiels immer die Mädels einzeln ansprechen, was Du von ihnen im Angriff verlangst.

    Seltsamerweise klappt Vieles leichter, wenn Du Aufgaben verteilst. Ich habe mal nach dem Versprechen, abends beim gemeinsamen Restaurantbesuch den Nachtisch zu sponsern, wenn ich je Halbzeit ein erfolgeiches Kreuz zu sehen bekomme, zwei wunderschöne Kreuze mit Tor bzw. mit Kreisanspiel / Tor zu sehen bekommen. Pro Halbzeit eins, danach in dem Spiel nie wieder. Beide Kreuze klappten übrigens im ersten Anlauf. ;( Fang mit solch kleinen Aufgaben an (auch immer ein toller Trick in der Halbzeit, wenn die Konzentration in Halbzeit zwei wieder zu entschwinden droht) und erweitere sie nach und nach.

    Was spricht denn dagegen, das einhändige Fangen im Rahmen des Koordinationstrainings frühstmöglich zu üben/schulen? Irgendwann erwarte ich von den Spielern Pässe mit der schwachen Hand, Würfe/Absprung über das "falsche" Bein, und eben einhändiges Fangen bei Gegenstoßpässen/am Kreis / bei verunglückten Pässen.

    Ich habe schon erlebt,wie Minis zurechtgewiesen wurden, weil der Wurf über das falsche Bein erfolgte. Moral von der Geschichte: Ein solcher Wurf ist böse und macht den Trainer sauer. Ab der C-Jugend ist der Wurf dann plötzlich nicht mehr böse, das Erlernen fällt nun aber deutlich schwerer. Dasselbe gilt doch für das einhändige Fangen. Wenn ich vorausschauend trainiere, kann ich nicht Techniken während des "goldenen Lernalters" verteufeln, die später gefordert sind.

    Wenn ich einen Selbstdarsteller in der Mannschaft habe, der dauernd Bälle verliert, weil er cool einhändig fangen will, kann ich ihm das immer noch verbieten. Im übrigen erweitert einhändiges Fangen deutlich die Möglichkeiten eines kleinen Handballers.