Der Aufsatz von Kollege Balljäger dürfte kaum genügen, die Vorteile der 4:1:1 zu veranschaulichen. Man muss es wohl mal gesehen haben.
Man stelle sich die 5:1 Deckung vor, Ballbesitz RR nach Pass von RA. Sein Gegenspieler bleibt defensiv oder tritt halboffensiv raus. VM teilt die Spielfeldhälfte und erschwert den Pass zum benachbarten RM. Der Expresspass auf RL ist zwar möglich, muss aber vorbereitet werden. Ballferner Außenverteidiger ist zudem rausgetreten, versperrt einerseits den Eckenaußen und lauert auf den Expresspass im Rückraum. HM deckt den Kreisläufer im Zentrum. Das ganze ist etwas undankbarer als gegen eine 6:0, der Weg ins Zentrum hinter den Vorgezogenen verspricht aber immer eine Torchance oder ein erfolgreiches Weiterspielen.
Bei der 4:1:1 kommt jetzt hinzu, dass nicht nur der (und jetzt hätte ich mal bei Balljäger besser aufpassen sollen, wie die beiden Vorgezogenen bezeichnet werden) vorderste VM den Rückraum teilt und der ballferne Außen bereitsteht, den Expresspass abzufangen. Jetzt greift auch noch der bekloppte zweite Vorgezogene aus der Mitte kommend RR an, verhindert den Durchbruch zum Zentrum und drängt ihn nach außen ab. So wird auch das Kreisanspiel erschwert. Spiele ich weiter auf RM, wird dieser regelrecht von VM 1 bekämpft. Der Indianer zieht sich ins Zentrum zurück und kann die Seite wechseln, aushelfen oder nach Rückpass zurückkehren.
Der Handlungsdruck auf den Rückraum ist immens. Die üblichlen Gegenmittel bei einer 5:1 klappen nicht, das Angriffsspiel wird aus dem Zentrum gedrängt.
Natürlich können Übergänge gespielt werden. Die werden dann je nach Vorliebe des Trainers verteidigt. Im reinen Positionsspiel hat der Angriff aber eine gewaltige Aufgabe zu lösen. Alles natürlich unter der Prämisse, dass die beiden Vorgezogenen ihrer Rolle gewachsen sind.
In der C-Jugend darf ich in Niedersachsen diese Variante wohl nicht spielen, für die Indianerin hätte ich zwei Shuttle-Run-Monster, um das mal zu testen. Spannend wäre das schon. Wer seine Skepsis erst einmal überwunden hat, hat mindestens eine Alternative zur offenen Manndeckung bei Rückstand kurz vor Schluss, was bei größer werdenden zeitlichen Entfernung zur E-Jugend immer problematischer wird. Und da niemand einen Angriff gegen 4:1:1 trainiert, ließe sich die Deckung sicher auch über längere Strecken spielen, ohne dass der Gegner eine Lösung entwickelt.