Zehn Tore Differenz und ein deutlicher Klassenunterschied. Gäbe es nicht zwischendurch die Wir-haben-doch-ohnehin-keine-Chance-Phasen, dann könnte Burgdorf auch erhobenen Hauptes aus solchen Spielen gehen.
- Fritz hält halt alles, was zu halten ist, auf Burgdorfer Seite fassen beide Keeper kaum einen Ball an.
- Bis auf ein Tor kriegt Burgdorf von außen keinen Ball unter, Sigurdsson ohne Fehlwurf von außen (glaube ich).
- Ballannahme Myrhol = Tor oder 7m plus evtl. 2 Minuten, der ist einfach nicht zu verteidigen gewesen.
- Aus dem Rückraum wieder einmal keine Durchschlagskraft, die Kröten mussten weitestgehend nur verschieben und waren nicht mal gezwungen, richtig zuzupacken.
- Brack wieder in der ersten Hälfte mit seinen Kunstwürfen erfolglos, bis die Abwehr ihn in Hälfte zwei dann nicht mehr ernst nimmt, dann zwei gekonnte Schlagwürfe drin plus ein abgefälschter. Ansonsten ohne Torgefahr.
- Hohenberg von Rechts Außen wieder vom gegnerischen Torwart abgekocht, ein Tor aus der ersten Welle, ansonsten nur Fahrkarten.
-RNL ordentlich mit Tempo und daraus mit einer guten Erfolgsquote. Bei den Isis haben sie sich die 3. Welle mit zwei Kreisläufern abgeguckt und das auch erfolgreich.
Ich mache Burgdorf keinen Vorwurf, dass sie mindestens eine Klasse schlechter waren und auf jeder einzelnen Position deutlich im Nachteil. Was mich ärgert, sind vier oder fünf Gegentreffer aus der zweiten Welle, als die Abwehr entweder in Zeitstrafenunterzahl oder in "Rückzugsunterzahl" war. Passive Unterzahlabwehr, einfaches Stoßen des Ballführers aus dem hohen Tempo heraus (einmal sogar Roggisch
) und dann Tor nach Parallelstoß oder Abräumen. In der zweiten Halbzeit einmal der halbherzige Versuch, die 2. Welle zu unterbrechen, dann lassen sie den Kreisläufer ungedeckt rumstehen.
Ich bringe inzwischen meiner weiblichen C-Jugend bei, dass dies Situationen für ein taktisches Foul sind, um das Tempo rauszunehmen. Ich kann doch nicht in Unterzahl einen Bielecki oder Stefansson von der Mittellinie bis zum Neuner anprellen lassen und vom Sechser nur zuschauen! Vier oder fünf Tore aus diesen Situationen heraus, zwei oder drei, weil die Außenverteidiger aus unerfindlichen Gründen sehr weit eingerückt waren und dann abgeräumt wurde (dass dann am Schluss Sigurdsson aus der Ecke nach Belieben treffen durfte, hätte auch ein anderer Außenverteidiger nicht verhindert). Mit etwas mehr taktischem Verstand muss so ein Spiel nicht mit zehn Toren verloren gehen - oder zumindest kann die Begegnung länger offen und interessant gestaltet werden.