Beiträge von Zickenbändiger

    Mit der Reform der Spielordnung zur Saison 25/26 kommt nicht nur Unheil auf uns zu (siehe Festpielen), im Jugendbereich wird es bei den Spielrechten interessant. Bislang gab es das:

    - Jugendspielrecht

    Ein Jugendlicher darf in seiner Altersklasse und in der nächsthöheren Jugendaltersklasse spielen. Einschränkungen durch Festspielen und die 48-Stunden-Regel.

    - Doppelspielrecht

    Zusätzlich darf ein älterer Jugendlicher ein Spielrecht im Erwachsenenbereich beantragen und parallel dort spielen.

    - abgetretenes Doppelspielrecht

    Das Doppelspielrecht kann im Erwachsenenverein für einen Zweitverein wahrgenommen werden.

    - Zweifachspielrecht (§ 19 a SpO)

    Der Jugendliche darf im Zweitverein höherklassig spielen.

    - Gastspielrecht (§ 19 b SpO)

    Die eigenen Altersklasse im Heimverein nicht besetzt, der Jugendliche darf ein Spielrecht im Zweitverein wahrnehmen.


    Neu im Jugendbereich ab 25/26:

    Doppel-, Zweifach- und Gastspielrecht werden eingedampft und finden sich innerhalb des Jugendspielrechts wieder.

    - Das Spielrecht wird aufgeschlüsselt und einzelnen Mannschaften zugeordnet. Es gibt ein Erst-, Zweits-, Drittspielrecht, aber KEIN Viertspielrecht, Spielerin darf (nur) in drei Mannschaften und auch nur in zwei Vereinen eingesetzt werden.

    Diese Saison hatte ich z.B. eine Spielerin in mD, wC II, wC I und Ende der Saison auch in wD eingesetzt. Ab 25/26 ginge das nicht mehr, da kein "Viertspielrecht" möglich.

    a) Spielerin spielt ausschließlich im eigenen Verein. Kann dort mit Erst- bis Drittspielrecht in maximal drei Mannschaften spielen, Zweit- und/oder Drittspielrecht auf Antrag auch bei den Erwachsenen.

    b) Spielerin übt Erst- und ggf. Zweitspielrecht im eigenen Verein aus, (Zweit- und) Drittspielrecht im anderen Verein. Eigene oder nächsthöhere Altersklasse, in jedem Fall aber höherklassig zur höchsten Mannschaft des Erstvereins.

    c) ganz neu: Erstspielrecht im eigenen Verein, Zweit- und Drittspielrecht (immer höhere Liga) im Zweitverein in zwei Altersklassen möglich.

    d) keine Mannschaft im eigenen Verein: Erstspielrecht wohl verbrannt, Zweitspielrecht im Zweitverein möglich, Drittspielrecht auch in höherer Altersklasse, wenn Erstverein auch dort keine Mannschaft hat. Letzteres aber Exotenstatus, Vereinswechsel eher wahrscheinlich.

    Neu: Spielerin (!) darf entscheiden, in welchem Verein sie bei Terminskollision spielt! Das war bislang ein gut gehütetes Geheimnis, es gab keine tatsächlichen Konsequenzen, wenn der Zweitverein sie hat spielen lassen, obwohl der Erstverein das untersagt hatte. Ganz heißes Eisen, würde ich nie gegen den Willen des Erstvereins durchsetzen, sonst war es das mit dem Vertrauen.

    Neu: Bislang durften wir nur unbegrenzt Gastspielrechte je Altersklasse vergeben, die Zweifachspielrechte waren auf 3 pro Altersklasse (abgeben wie aufnehmen) begrenzt. Nun gibt es keine Beschränkung mehr auf nur drei Gäste mit Zweifachspielrecht. wir können je Altersklasse unbegrenzt Spielerinnen mit Zweit- oder Drittspielrecht spielen lassen.

    Neu: Das bisherige Zweifachspielrecht ist auf C-Jugend aufwärts beschränkt. Nur das Gastspielrecht ging ab der E los (wenn es im Verband E-Jugend Spielerpässe gab). Fällt weg, bereits E-Jugendliche dürfen das Zweit- und/oder Drittspielrecht woanders wahrnehmen (ob das sein muss, steht auf einem anderen Blatt, ab der D kann es furchtbar sinnvoll sein).

    Achtung Falle: " Ziffer 3 e) Das Zweit- und Drittspielrecht kann nicht in derselben Spielklasse eines Landesverbandes bzw. in derselben Spielklasse bei überverbandlichem Spielbetrieb ausgeübt werden, es sei denn, der Einsatz erfolgt in unterschiedlichen Staffeln derselben Spielklasse." Eher exotisch. Spiele ich in der für mich zweiten Mannschaft in der Saison, darf ich in derselben Liga meines Vereins nicht mehr zum Einsatz kommen.

    Achtung Falle: Die Beschränkung auf maximal das Drittspielrecht ist tückisch, wenn Erst- und Zweitverein involviert sind. Beide müssen höllisch aufpassen, dass nach Einsatz in drei Mannschaften nicht ein Trainer noch mal kurzfristig ankommt und in der vierten Mannschaft kurzfristig Unterstützung braucht.

    Achtung Falle: Nach Mitwirkung in Qualispielen (zählen in der Jugend zur neue Saison) ist das Erstspielrecht "verbrannt", bei Mitwirken in zwei Mannschaften auch das Zweitspielrecht. Kommt jetzt ein Vereinswechsel, sind bereits zwei Spielrechte weg! In neuen Verein dann also nur noch Einsatz in EINER Mannschaft. geht es von vorn los. Die Spielerin erhält drei neue Spielrechte.

    Beim Festspielen habe ich über den "Gesetzgeber" DHB geschimpft, an dieser Stelle ein Lob. Ohne alle Rattenschwänze zu überblicken, wir haben eine erhebliche Vereinfachung des Spielrechtsdschungels, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Kein Viertspielrecht, also Jugendspielerinnen spielen maximal in drei Mannschaften, ist o.k. Wird ein Problem bei Vereinswechsel nach der Quali, hätte nicht weh getan, hier eine Ausnahme einzubauen. Meine "Gäste" dürfen im Erstverein in einer Mannschaft spielen und im Zweitverein in zwei Teams in zwei Altersklassen... gute Sache! Spielen im Zweitverein bereits ab der E... zumindest in der D gute Sache, in Ausnahmefällen sicher auch in der E. Ich habe in der D immer auch Gäste im Training, die eine zusätzliche Trainingseinheit möchten. Zukünftig kann ich diese Gäste auch in Punktspielen fördern, ohne dass sie ihren Verein verlassen müssen.

    Noch einmal: Durch die Änderung des § 55 SpO verpuffen Zweit- und Drittspielrecht, wenn sich Kinder/Jugendliche in der höheren Altersklasse im Verhältnis zur niedrigeren Altersklasse festspielen können. Schwachsinnsbeispiel: Ich setze ein D-Jugend Talent in der C II in zwei aufeinanderfolgenden Spielen ein. Bisher nur festgespielt für die C II, nicht aber die D. Neu wird sein, dass sie auch vorerst nicht mehr D spielen darf.

    Ohne den Zusatz "in derselben Altersklasse" bedeutet das für meine Talente:

    D-Jugend Regionsoberliga

    C-Jugend II Landesliga (hier eine Liga höher als Regionsoberliga)

    C-Jugend I Regionalliga (drei Ligen höher als ROL)

    Bislang spielen meine Talente doppelt, D und C II. Die stärksten Spielerinnen kommen auch mal in der C I zum Einsatz. Ab 25/26 kann ich gar keine C II melden, da ich nicht genügend Spielerinnen habe, um immer im zweiwöchentlichen Wechsel die C II aufzufüllen. Im Idealfall ist die C II halbe/halbe mit Jungjahrgang C und Altjahrgang D bestückt. Wenn meine D-Jugendlichen nach den ersten beiden Saisonspielen in der C II festgespielt sind (kein "in derselben Altersklasse" mehr), kann ich die D-Jugend dicht machen. Gleichermaßen werden wir die A II und die 2. Damen gar nicht mehr melden können, wenn die Mädels bei zwei Spielen pro Wochenende sofort zu Saisonbeginn festgespielt wären.

    Wer hat sich das wieder ausgedacht?!

    Die Abschaffung des Festpielens ist - wieder einmal - vom Tisch. Die nun beschlossene Fassung, gültig ab Saison 25/26:

    Was mir Sorge macht, ist die bewusste Streichung von "in derselben Altersklasse". Das hat bislang die entscheidende Grenze gezogen, dass das Festspielen eben nur innerhalb einer Altersklasse angewandt wird. Ist das so gewollt, dass meine D-Jugendliche sich nun in der C-Jugend festspielt? Beide unsere C-Jugend Mannschaften spielen "höher" als unsere D-Jugend. Und selbst wenn die C II tieferklassig spielen würde, ist die Altersklasse dann "höher" iSd Festspieles? Wozu nun ein "Drittspielrecht" einführen, also jede Jugendspielerin darf per se in drei Mannschaften (und maximal eben in drei Mannschaften) spielen, spielt sich aber ruckzuck in der nächsthöheren Altersklasse fest?

    Einmal mit Profis...

    Lieber DHB, falls Ihr hier mitlest, es gibt noch Nachbesserungsbedarf!

    Ein paar Stichpunkte, die Anfängermannschaften auszeichnen, sprich wo Verbesserungspotenzial liegt:

    - Du erkennst die Anfängermannschaften auf den ersten Blick. Zwei oder drei "Läufer". Selbst Torwart läuft hin und zurück (Kinderhandball). Gar kein Läufer und drei Spieler wechseln vorne raus und hinten rein.

    >> Ein Läufer ist ein Muss. Ab C oder B Jugend wohl auch der Spezialistenwechsel von Torwart zu Shooter, bei Kindern noch nicht so, wenn sich die Feldspieler nicht ganz doof im Tor anstellen. Ansonsten wird Vor-Zurücklaufen durch Wechseln ersetzt. Ab C oder B sicher auch Spezialistenwechsel Abwehr/Angriff.

    - Disziplin beim Wechseln reinbringen! "Gerade raus!", d.h. im rechten Winkel zur Außenlinie. Bei Anfängern können auswechselnden Spieler teils mit den einwechselnden Spielern abklatschen. Der Wechselvorteil verpufft vollständig.

    - "Torwart ist der erste Angreifer!" Gilt nirgends so golden wie im Sand:

    a) Erster Blick zum Tor gegenüber >> Torwurf.

    b) Zweiter Blick zum Einwechselspieler lang >> Anspiel.

    c) Dritter Blick ggf. zum zweiten Einwechselspieler ins Zentrum* >> Langpass.

    d) Dann erst ist der kurze Pass erlaubt

    e) Ohne Spezialistenwechsel, sprich Feldspieler im Tor: Pass-Rückpass mit Läufer, in Höchstgeschwindigkeit ins Zentrum/in Lücke auf Wechselseite und maximaler Druck vom Spieler mit Leibchen.

    *Würde ich zweimal vorn einwechseln, müsste der erste Einwechsler Richtung Zentrum als Anspielstation/Ablenkung laufen, der Zweite (Spinshotexperte) läuft kurz rein,

    - So schnell wie möglich müssen die 1-Punkt-Treffer Tabu sein. Coast-to-coast, den Shooter ins Spiel holen und drei, vier Spinshotcracks ranzüchten. Bei Jungs früh auch den Kempa schulen, bei Mädchen... nahezu hoffnungslos. Dafür habe ich eine jahrelange Tradition mit allen Mannschaften, dass meine Torhüterinnen, sei es D oder C, den Gegner vom eigenen Tor aus erschießen. Und wir schaffen es in der D immer wieder, sagen wir zwei, drei Spinshotcracks auszubilden.

    - Das Wechseln muss sitzen wie der Pitstop beim Rennsport. Im Kinderhandball halte ich a) Läufer, 2 vorne rein, 2 hinten raus oder b) Läufer, 1 hinten, 1 vorne (so spiele ich) für am sinnvollsten. Spezialistenwechsel im Tor, je nach dem, wen ich habe. Aktuell haben wir eine "echte" TW als Wurfmonster, die dann den Spezialistenwechsel macht. Ansonsten kommen die zwei, drei Sandschweine im Tor zum Einsatz, ohne Spezialistenwechsel.

    Hi James!

    Willkommen in der Handballecke! Ich habe hier:

    Zickenbändiger
    4. Juli 2023 um 18:55

    am 26.06.2023 mal eine kleine taktische Hilfe zum Beachhandball geschrieben. Erschlägt vielleicht einen Teil Deiner Fragen. Geschrieben für Kinderhandball, einige Basics dürften aber universell gelten. Selbst habe ich keinerlei theoretischen Hintergrund, habe ich alles durch learning by doing oder abgucking angeeignet.

    Prellen von vorn verteidigen: Spiegelverkehrte Hand zur Prellschulter, nicht über Kreuz.

    Von der Seite: Körpernahe Hand, nun sind wir aber mehr im Bereich des Abdrängens und weniger des Klauens/Rausprellens. Allerdings je nach technischen Möglichkeiten der Ballführerin.

    Das beschriebene Mattendreieck innerhalb einer Spielfeldhälfte (reguläre Größe) fast maximalweit auseinander, sprich gleichseitiges Dreieck innerhalb der Spielfeldgrenzen. Oben ging es auch um das Überlaufen/Überprellen, so dass ich aus dem Zentrum ein wenig Anlauf brauchte. Bei 1:1 ohne Prellen kürze ich den Anlauf, Matten liegen enger. Wenn wir die Trainingsgruppe nicht dreiteilen können, ist das Dreieck eher mal ein Fünf- oder Sechseck, sprich fünf oder sechs Zweikämpfe zeitgleich. Dreieck ist natürlich wesentlich dankbarer zu korrigieren.

    Fortsetzung:

    Und in der Praxis gleich die Tücken der individuellen Abwehr erlebt, wie dicht Freud und Leid beieinander liegen. Neuzugang Carlotta ist ein Leichtgewicht. "Pound for pound" aber ein Abwehrmonster. Verteidigt mit Leidenschaft Gegenspielerinnen mit anderthalbfachem Gewicht (mal grob geschätzt). Beim Ulzburgcup verteidigen wir gewohnt offensiv auf 12, 13 m. Die Mädels bilden von sich aus eine Raumdeckung, obwohl wir ein recht bunt zusammengewürfeltes Team sind. Ich hatte das Thema aber gar nicht angeschnitten, hatte mir eigentlich eine Manndeckung vorgestellt. Carlotta stürzt sich also auch weit vor dem Tor in Zweikämpfe gegen deutlich größere Gegner und sucht den Kontakt schon bei der Ballannahme. Mal klappt es, Prinzip Abschreckung, mal zieht sie aber im Kräfteduell den Kürzeren und wird beiseite gedrängt.

    "Das Kräftemessen kannst Du gegen so große Gegnerinnen nicht gewinnen. Versuche das Kopfduell zu gewinnen. Sinke vor dem Prellarm zurück, lass sie prellen, greif den zweiten Preller an!" (Und natürlich nicht wie in der E-Jugend zuerst den Ball, sondern zuerst die Prellschulter.)

    Läuft wie geschmiert, an ihr kommt in dem Spiel niemand mehr vorbei. Ein Spiel später organisieren sich die Mädels von selbst sehr defensiv, verteidigen nun vom Neuner aus. Der Gegner tut sich damit schwer, ich greife nicht ein, weil das eine wertvolle Erfahrung darstellt. Nur Carlotta ist gekniffen, die ja gerade gelernt hat, vor dem Gegner zurückzusinken und wird nun dreimal in Folge düpiert, weil der doofe Trainer die Regel nicht auf die genaue Stellung im Raum konkretisiert hat.

    18 Mädchen im Training, wir können in drei Sechsergruppen auf Trainerin, Betreuerin und Trainer mit unterschiedlichen Schwerpunkten aufteilen (jeweils eine Viertelstunde inkl. Trinkpause). Bei mir drei Matten im großen Dreieck, lange Seite zur Mitte, pro Matte eine Verteidigerin, Angreiferinnen sollen binnen sieben Sekunden vom Zentrum des Dreiecks auf ihre Matte prellen (einen Fuß auf die Matte setzen). In der Anfängergruppe starten wir mit Abwehrspielerin unmittelbar an der Matte. Nichts Neues, s.o. 7 Sekunden Angriff, Angreiferin rotiert eine Matte weiter, 7 Sekunden Angriff, usw. Zwei Durchgänge = 6 Zweikämpfe, Aufgabenwechsel.

    Zweiter Schritt (Fortgeschrittene und Experten starten hier) Markierung auf etwa vier Metern vor der Matte. Abwehrspielerin auf der Markierung, nun etwa auf halber Strecke zwischen Matte und Angreiferin. Angreiferin soll nun gezielt überlaufen/überprellen. Abwehrspielerin sucht sich den richtigen Raum, die richtige Distanz, um erfolgreich verteidigen zu können. Darf nach vorn, könnte aber zum einfacheren Überlaufen führen. Andererseits kann es die richtige Entscheidung gegen eine schwächere Angreiferin sein. Darf sinken. Sollte nur nicht Wurzeln schlagen. Wieder 7 Sekunden pro Angriff, dann Rotation.

    Dritter Schritt. Pass zur Abwehrspielerin auf der Markierung, die den Ball ausgestreckt hinhält. Angreiferin läuft an, ergreift Ball, soll überlaufen und durchprellen. Extrem kurze Reaktionszeit Abwehrspielerin. Muss stark auf den Antritt der Angreiferin achten. Bei großer Dynamik sofort in den Körperkontakt, ansonsten schnell zurücksinken und das Prellen angreifen. Starke Abwehrspielerin macht Stopfoul, Angreiferin braucht dann Unterstützung (Kurbel, Abdrehen, Zurücksinken).

    Die Anfängergruppe war komplett überfordert mit dem Zurechtfinden im Raum und der Orientierung zwischen Ort der Angreiferin vor sich und der Matte hinter sich. Die mittlere Gruppe war auch nicht so doll, die Cracks zeigten, dass sie zu verstehen begannen. Schritt 3 passt nicht in die Reihe, die Reaktionszeit ist zu kurz. Mit dem Griff zum Ball kann die Angreiferin schon kurbeln und durchbrechen, bzw. Abwehrspielerin kann stoppen, die Übung hat dann nichts mehr mit Orientierung im Raum zu tun. Nächstes Mal: Pass, Fangen, hart tippen und zurücksinken, Angreiferin darf erst mit dem Tippen starten.

    Größte Baustelle/größtes Potenzial für die Abwehr: Auch wenn die Übung keinen Abschluss mit Wurf beinhaltet und daher die Wurfarmseite nicht ultimativ kriegsentscheidend ist, lohnt doch die Konzentration der Abwehrspielerin auf die Prellseite. Zumindest mit größerer Wahrscheinlichkeit als auf der Gegenseite wird sie dort zum Erfolg kommen. Kein spiegelverkehrtes Zurücksinken vor der Angreiferin, Querstellung und den Raum vor der Prellhand beherrschen. Sichere Abwehrspielerin kann den Raum auf der Prellhandgegenseite (bei Mädchen in Exotenfällen nicht die Wurfarmgegenseite) sogar aufmachen, wenn sie schnell genug auf den Beinen ist, um die Prellseite abzudecken.

    Wer auf der "bösen" Seite überlaufen wird, muss umso mehr auf der Prellhandgegenseite beidhändig schieben. Je dichter wir an der Matte sind, umso eher die zweite Hand an die Gegnerin, je weiter wir weg sind, umso risikofreudiger mit einer Hand den Ball bedrohen/klauen. Wer auf der guten Seite überlaufen wird, greift mit einer Hand den Ellenbogen des Prellarms an und drückt ihn an den Körper. Ja.... es soll Mädchen geben, die aus der E-Jugend hochkommen und NICHT mit der taktisch richtigen Hand prellen...

    Liebes Ulzburgcupteam!

    Ihr wisst schon... Danke! Fühlt Euch geknuddelt!

    Liebes Handballtagebuch!

    ZeeBee kann nicht verlieren! Manches ist üble Nachrede, aber was stimmt: ZeeBee ist ein schlechter Verlierer. Der Reihe nach.

    SpielerPlus, Herz der ZeeBee'schen Verwaltung, erlaubt sich einen Streich. Reduziert eigenmächtig den Ulzburgcup Kader auf 9. Das ist ein wenig dünn. ZeeBee ist irritiert und fragt bei der befreundeten Peiner SG nach, ob die nicht eventuell ein Geschwisterkind dabei haben werden, das nicht spielt. Lutz verspricht sich umzuhorchen... und schickt Alexa zum Training vorbei. Jahrgang '15, gerade aus den Minis geschlüpft. Lutz versichert, dass Alexa D-Jugend-tauglich sei. Abwehrübung. Angreiferin muss durch sich durch ein bewachtes Hütchentor kämpfen. Alexa arbeitet sich gegen eine deutlich größere Spielerin durch. Stellt sich mitten in die Halle... tanzt. Wenn das keine Verstärkung ist...

    Alexa: "Auf welcher Position werde ich beim Turnier spielen?"

    ZeeBee: "Auf welcher Position möchtest Du beim Turnier spielen?"

    Alexa: "KREISSSSSS!"

    Mama: "Da hat sie noch nie gespielt."

    ZeeBee: "Dann wird es aber dringend Zeit."

    Treffen am Bahnhof. Doch insgesamt zwölf Spielerinnen dabei. Bei der letzten "Mannschaft-Mecker-Stunde" hatten sich die Mädchen Sitzplätze auf den Fahrten zu Turnieren gewünscht. Also kein günstiges Niedersachsenticket, ZeeBee besorgt Gruppentickets, so dass wenigstens die Strecke Hannover - Hamburg auch jede ihren Platz hat. Kurz vor Hamburg wird ZeeBee nervös. Sehr nervös. Die Anzeige im Zug:

    "Geplante Ankunft: 16:31

    Geschätzte Ankunft: 16:26"

    Kalter Schweiß. ZeeBee befindet sich höchstwahrscheinlich in der... didi.didi didi.didi... Twilight Zone! Wenig überraschend kommt der Zug vor Hamburg zum Stopp. Laut Durchsage könne man noch nicht einfahren. ZeeBee malt sich aus, wie eine SEK Einheit zum Zug eilt, stürmt und die vermeintlichen Zugentführer ausschaltet. Wie sollte es sonst zu einer Verfrühung von fünf Minuten kommen? Das SEK bleibt aus, der Zug rollt pünktlich in Hamburg ein. ZeeBee schaut sich auf dem Bahnsteig dennoch nach Anzeichen der Twilight Zone um.

    "Wir haben morgen um 8:30 das erste Spiel. Das heißt: Frühstück um 7:00. Ihr stellt Euch die Wecker selbstständig, ich hole Euch zum Frühstück ab."

    ZeeBee packt seinen sieben Sachen und verzieht sich in den Keller. Testet die Tür zum Heizungskeller. Nicht abgeschlossen! Und bis auf ein wohliges Summen ruhig. Und der Boden diesmal nicht fingerdick mit Staub bedeckt. Die kleinen Freuden eines Trainers auf einem Turnier.

    8:30 Anpfiff. Der Gegner Oberursel macht beim Aufwärmen keinen übermächtigen Eindruck. Dass das Team danach in der Vorrunde sich noch Spiel für Spiel deutlich steigern und Dritter werden wird, ist jedenfalls nicht erkennbar. Das 8:30 Turnierspiel wird wie ein 9:00 Sonntagmorgenspunktspiel. Man wäre besser im Bett geblieben. ZeeBee hat nur wenige Veteraninnen dabei, einen Schwung Neu-D-Jugendliche, Neuzugänge und mit Fritzi und Alexa eben zwei E-Jugendliche, die wahrscheinlich zwei kleinsten Spielerinnen des Turniers. Ein halbes Dutzend Pässe zum Gegner, Abwehrchaos, zunehmend grantige Torhüterin.... 12:23 und die alljährliche Erkenntnis, dass es kurz nach dem Altersklassenumbruch bei Null losgeht. ZeeBee tröstet seine Leistungsträgerinnen, erfahrungsgemäß wird es im Laufe des Turniers deutlich besser. Skeptische Gesichter.

    ZeeBee schaut die nächsten Gegner an. Anfängermannschaft BSV Magdeburg wird von EBT Berlin 34:4 hingerichtet. Auch in der letzten Minute wird noch wild von der Bank Tempo gefordert. Das Viagra des kleinen Mannes? ZeeBee schüttelt den Kopf. Es gibt gute Turniergäste und eben... weniger gute Gäste. Gegen Magdeburg startet die fast jüngstmögliche Mannschaft. Ja, ZeeBee spielt mit dem Essen, aber spielt eben. Zur Halbzeit liegen die Mädels mit zwei Toren zurück, ZeeBee wechselt ein wenig durch, 15:11 und niemand wird gedemütigt.

    Nächster Gegner EBT Berlin. Da war doch was? In einer legendären Schlacht mit nervenaufreibendem 7m Werfen wird letztes Jahr Platz 9 gesichert. Neues Jahr, neues Turnier, neue Spielerinnen.... nur Berlin spielt wieder... schmutzig. Manndeckung bereits ab dem gegnerischen 9m. ZeeBee hat nichts, gar nichts gegen eine Herausforderung. Und die Mädels nehmen ja die Herausforderung an. Nur warum interessieren sich die Berlinerinnen einen Scheiß für den Ballgewinn und klammern wie die Irren? Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf, Stopfoul, Freiwurf... Ab und an ist auch mal ein versehentlicher Ballgewinn dabei, aber der Irrsinn scheint kein anderes System zu haben, als den Gegner zu zermürben. Die Schiedsrichterinnen sind mit dem Chaos gänzlich überfordert. ZeeBee platzt der Kragen:

    "WAS SOLLEN DENN DIE SCHEISS TAKTSICHEN FOULS IN UNSERER HÄLFTE?"

    Der Berliner Trainer will keine Ahnung haben, was ZeeBee meint. Berlin könnte locker regelkonform gewinnen. ZeeBees Mädchen tun bei der Zermürbungstaktik jedoch das Unerwartete. Sie halten voll dagegen. Kein Gejammer, lange ist das Spiel ausgeglichen, obwohl sie ständig einen Fleischrucksack vor dem Bauch hängen haben. Jungjahrgang Spielerin Nella findet häufig eine Lücke oder im letzten Moment noch Neu-Kreisläuferin Lilia. 14:17, selten war ZeeBee so stolz bei einer Niederlage. Nach dem Spiel klärt der Berliner Trainer auf, dass sie ja kein taktisches Foul spielen würden, die Mädchen gar nicht wüssten, was das sei und wenn, dann sei es nicht böse gemeint.

    "Wir sagen den Mädchen ganz klar, dass sie nur klammern sollen, wenn blablablabla..."

    >>Also doch taktische Fouls. Eigentlich machst Du doch gar nicht so einen begriffsstutzigen Eindruck.<<

    "Und außerdem hätten wir doch gegen Deine Rückraum Mitte ansonsten gar keine Chance."

    >>Und ich kann mich mit Fachfremden nicht ernsthaft über Handball unterhalten.<<

    ZeeBee weiß nun Bescheid. Über dreißig Jahre Erfahrung für die Katz. Nächste Trainerfortbildung... jedenfalls NICHT IN BERLIN.

    Das 16:9 gegen Rellingen fast schon unspektakulär, wenn es nicht schon fast wie richtiger Handball ausgeschaut hätte. Die Mädels trainieren gerade mal drei Wochen zusammen, lediglich die Veteraninnen haben eine Vorstellung von ZeeBees Spielweise und nun setzen die Mädels alles um, was ZeeBee sagt. E-Jugend Zwerg Fritzi schnappt sich den Ball im eigenen Neuner, prellt 25 Meter Slalom durch die Gegnerinnen, trifft. Alles in allem im Kontext doch ein spektakuläres Spiel, da die Mädels binnen 4 x 30 Minuten so viel aufgenommen haben, was sonst beim Ulzburgcup erst am zweiten Turniertag umgesetzt wird. Und mittendrin Minizwerg Alexa, die sich den Wolf freut, in der D zu spielen. Alle sind glücklich. Nur ZeeBees Stimme... ist weg.

    Turnierplan liegt voll im Soll. 4:4 Punkte. Nun am zweiten Turniertag alle Spiele gewinnen und Neunter werden. The same procedure as last year, the same procedure as every year. Irgendetwas läuft schief. Es gibt ein abgespecktes Achtelfinale am Samstag. Der Sieger kommt in das Viertelfinale und trifft auf Seriensieger Berliner TSC. ZeeBee will weder unter die Top8 des Turniers, wo die Mannschaft definitiv - noch - nicht hingehört und will ganz klar auch nicht gegen Berlin spielen.

    "Ich mach das jetzt nicht gern..." ZeeBee erklärt kurz, dass das Spiel gegen Stockelsdorf zwar schön aussehen soll, Stockelsdorf aber gewinnen wird. ZeeBee startet mit bunter Aufstellung, wechselt munter durch. Das Spiel bleibt eng, kurz vor Schluss liegt der TVB mit zwei Toren zurück. Alles sieht nach einem ehrlichen Spiel aus, obwohl ZeeBee den Eltern bereits vorab mitgeteilt hat, auf wen zu wetten sei. Anschlusstreffer... und die Ochsen werfen noch den Ausgleich! 7m Werfen. Gut aussehen, aber verlieren. Erste Werferin Torhüterin Monster-Marit. Dann Spielmacherin Nella. Und die drei schüchternsten oder kleinsten Mäuse des Teams.

    - Monster-Marit hält, trifft selbst

    - Stodo trifft

    - Nella trifft

    Plus 1, alles o.k.

    - Monster Marit hält

    - TVB verwirft

    - Monster Marit hält

    - TVB verwirft

    - Monster-Marit hält...

    Alexa muss gar nicht mehr ran... hurra... Viertelfinale erreicht. F***! ZeeBee ist ein schlechter Verlierer. Selbst das manipulierte Spiel wird gewonnen. Die Mädels sind unter den Top8, es lauert nun der Berliner TSC.

    "Ich wollte doch gar nicht gewinnen!"

    "Wir auch nicht!"

    Der alte Stockelsdorfer Trainerfuchs hat ZeeBee ausgecoacht!

    ZeeBee hat keinerlei Ambitionen, Körner gegen ein übermächtiges Berlin zu vergeuden. Der Berliner TSC schafft es allerdings, die richtigen Knöpfe zu drücken und ZeeBee schmeißt alle Planungen wieder über den Haufen. Individuell sehr gut ausgebildet, wieder eine lästige Ganzfeldmanndeckung, keine taktischen Fouls. Aber bei JEDEM EINZELNEN VERLORENEN ZWEIKAMPF HAKT SICH DIE GEGNERIN VON DER SEITE/VON HINTEN AN SCHULTER ODER HÖHER EIN. Reihenweise rollen Zeebees Mädchen am Boden, nur dass diesmal die Schieris durchgreifen. Sonst hätte ZeeBee alle Mädchen vom Platz genommen. Völlig konsterniert fliegen ständig Berlinerinnen raus. ZeeBee schweigt stimmlos. Lässt stattdessen die stärkste Aufstellung auf der Platte. Das Spiel bleibt eng, Berlin spielt weiter schmutzig. Lieber Balljäger, lieber härter_schneller, Berlin ein weißer Fleck auf der Ausbildungskarte? ZeeBee wechselt kaum, die Mädels stecken ein. Im Publikum macht das Wort von verweichlichten Hannoveraner Mädchen die Runde. 10:14. Selten war ZeeBee so stolz nach einer Niederlage.

    Die Körner der Leistungsträgerinnen sind verbraucht, es folgen zwei Klatschen, weil die Mädels eben unter den Top8 nichts verloren haben und platt sind. Und weil ZeeBee nicht verlieren kann.


    Dein

    Karsten

    Fortsetzung:

    Es bleibt beim Hütchentor. Die Aufgabe/der Schwierigkeitsgrad ändert sich:

    Ablauf C

    Angreiferin soll nun prellend durch das Hütchentor gelangen, ohne den Ball vor dem Tor aufzunehmen. Abwehrspielerin verteidigt Hütchentor. Damit die Übung einen Sinn ergibt, darf sich die Angreiferin nicht doof stellen, braucht individualtaktischen Input:

    - Augenmerk Angreiferin

    Die Ballführerin wird nicht auf direktem Wege durch das Hütchentor prellen können, muss das mit

    a) Richtungswechsel

    b) Tempowechsel

    c) am liebsten Kombination aus beidem oder (wie ich mittlerweile gelernt habe, danke Enrica!):

    d) durch Ausnutzen eines Kraftvorteils

    lösen.

    Die Angreiferin soll links oder rechts anprellen. Taktisch richtige Hand. Sie darf direkt auf die Abwehrspielerin zuprellen, wenn sie einen ganz, ganz tollen Plan hat. Ansonsten die Abwehrspielerin aus der Mitte ziehen und eine große Lücke vorbereiten, sich die Abwehrspielerin hinstellen.

    Gesicht zum "Feind", die Zwerge drehen sich gerne um und prellen rückwärts, Hintern voran und ausgestreckt.

    Rückwärtsgang nicht vergessen, wenn es nicht klappt, zurück und neuen Anlauf nehmen.

    Sicherheitsabstand beibehalten, Körperkontakt meiden. Bei Kraftvorteil Ballführerin, nicht beirren lassen, Abwehr wegschieben.

    Natürlich Handwechsel beim Prellen bei Richtungswechsel. (Warum wird das nirgends in der E-Jugend geschult?!)

    - Augenmerk Abwehrspielerin

    E-Jugend ist vorbei! Ballgrapschen/Rausprellen wird zunehmend weniger Erfolg haben. Querstellung zur Prellhand, ERST mit einer Hand Kontakt zur Prellschulter (spiegelverkehrt), DANN mit freier Hand den Ball bedrohen/angreifen. Ist die Prellschulter außer Reichweite, die andere Schulter packen und Druck aufbauen.

    Angreiferin prellt einfach durch: Abwehr hat Wurzeln geschlagen. Auf der Prellseite entgegenlaufen und sofort Kontakt zur Schulter suchen. Vom Hütchentor weit entfernt eine Hand anlegen und ausbremsen, in der Gefahrenzone unmittelbar vor dem Hütchentor beide Hände und schieben. Zweite Hand bereit, um den Ball anzugreifen. Auch hier: Wurzeln schlagen verboten, Hacken hoch, "tanzen". Füße sind immer aktiv.

    Angreiferin überläuft Abwehr: Entweder startet Angreiferin unerlaubt schon mit drei Schritten ohne zu prellen (Korrektur) oder Abwehrspielerin hat sich zu weit vom Hütchentor entfernt/rauslocken lassen. Die optimale Distanz zum Angreifen finden.

    Abwehr lässt sich zurückdrängen, da Angreiferin mit Hintern voran schiebt: Hände Hoch/Tief (s.o.) und maximal rausschieben.

    Mismatch und Angreiferin drängelt sich einfach durch: Beide Hände nun zur (Prell-)Schulter und maximal schieben. Eine Hand hält sich bereit für den Angriff auf den Ball. Die Angreiferin mit kurzen Kontakten beschäftigen. Immer wieder Attacke auf den Ball. Aufgegeben werden nur Pakete bei der Post, keine Zweikämpfe.

    Ablauf C für Fortgeschrittene

    Ich kann mit einer guten Mannschaft in der D oder C mit einer Manndeckung alle schwächeren oder gleichstarken Mannschaften gut in den Griff bekommen. Für die übrigen Teams ist das A und O, dass die Abwehrspielerin nicht mit oder vor allem ohne Ball überlaufen wird. Das Thema "ohne Ball" kommt später, das Thema "mit Ball" bedeutet, die richtige Distanz VOR dem Zweikampf finden und einnehmen (die drei Schritte und der Antritt sind die große Gefahr). Ich habe mal geprobt und irgendwo hier geschrieben, dass wenn noch genug Tiefenraum da ist, erst "den zweiten Preller" angreifen. Dazu brauche ich immer Sicherheitsabstand. (Und in der E steht die Abwehrspielerin flächendeckend Bauch-an-Bauch, hüpft und quiekt.) In der Übung z.B.:

    Beide Spielerinnen Aufstellung fünf, sechs Meter vom Hütchentor entfernt, Abwehrspielerin weiter zwischen Ballführerin und Hütchentor. Pass zur Abwehr, starten, Abwehrspielerin streckt Ball nach vorn raus/legt ihn hin/prellt ihn einmal. Angreiferin muss sofort prellen/darf später drei Schritte machen vor dem Prellen. Abwehrspielerin sinkt sofort zurück, in Querstellung zur Prellseite und greift erst den zweiten Preller an. Darf in der Zwischenzeit natürlich nicht überlaufen werden, ggf. bremsen und mit beiden Händen Kontakt. Ziel ist es, möglichst schnell in eine sichere Ballklaudistanz zu kommen.

    Ablauf D

    Ohne Ball, dafür mit Zeitdruck. Angreiferin muss lediglich eins der beiden Hütchen anticken (nur von vorn). Alle Paare parallel, etwa 6 Sekunden Zeit. Trainer zählt runter.

    Wichtige Lektion, da nun dauerhaft mit Richtungswechseln zu rechnen ist:

    - Wir verteidigen nach vorn.

    - Wir verteidigen nach hinten.

    - Zur Seite verteidigen wir NUR MIT KÖRPERKONTAKT!

    Ausnahme: Zweikampf ist bereits verloren, ich muss retten/aushelfen. Jede Seitwärtsbewegung der Abwehrspielerin wird unweigerlich eine Täuschung provozieren.

    Alle Übungen mache ich vorwiegend in der Rotation und unter Zeitdruck. Angreiferin bekommt 5 bis 7 Sekunden Zeit. In der Regel zwei Durchgänge, also meist sechs oder acht Zweikämpfe in immer wechselnder Besetzung. Dann wissen alle, was sie getan haben.

    Altersklassenumbruch. Der '11er Jahrgang wechselt in die C, der '13er Jahrgang kommt aus der E zu uns in die D. Teils hatten wir schon '13er und auch '14er Mädchen letzte Saison im Training und auch in den Punktspielen dabei. Die restlichen Spielerinnen kannten wir bereits aus einem Schnuppertraining vor einigen Monaten. Jedes Jahr stehen in dieser Phase drei Dinge auf dem Plan: Abwehr, Abwehr, Abwehr.

    Die Mädchen kommen aus dem 2x3:3 bzw. haben teils bei den Jungs mitgespielt und dort über das gesamte Feld. Manndeckung allenorts (so jedenfalls meine Hoffnung). Der große Umbruch ist das bisherige Verteidigen gegen Prellen in großen Räumen hin zu Verteidigung im 1:1 in etwas kleineren Räumen. Die Gegenspielerin wird allmählich mehr Waffen an die Hand bekommen, um einen Zweikampf zu gewinnen, als bloß den Richtungswechsel beim Prellen. Die Abwehrspielerin muss nun mehr Werkzeug an die Hand bekommen als bloßes Rausprellen, denn "Ballgrapschen" wird bald nicht mehr reichen. Körperkontakt muss her. Einführung Abwehr im 1:1.

    An anderer Stelle schon mal im Rundumschlag beschrieben, hier im Detail:

    - Hütchentor verteidigen

    Zwei Hütchen/Pylonen etwa 3m auseinander. Abwehrspielerin verteidigt Hütchentor. Angreiferin soll mit etwas Anlauf durch das Hütchentor durchlaufen.

    Ablauf A:

    Abwehrspielerin zwischen den Hütchen (und vor jedem neuen Zweikampf dorthin zurück), Angreiferin ein paar Schritte entfernt. Kein Ball, zur Vereinfachung auf erster Stufe läuft die Angreiferin rückwärts. Sie soll an der Abhwerspielerin vorbei, nicht 'durch sie durch' ("Kein Kraftwettkampf!"). Soll immer wieder neuen Anlauf nehmen, wenn sie gestellt wird. Abwehrspielerin soll Angreiferin nach vorne rausschieben, bei mehr Gegendruck seitlich an den Hütchen vorbeischieben.

    Die Aufgabe im Parallelbetrieb mit allen Spielerinnen gleichzeitig, dann Wechsel zum nächsten Hütchentor. Abwehrspielerin bleibt. Zunächst kein Zeitdruck, bei Stau notfalls mal ein Tor überspringen.

    Korrekturen:

    - Abwehrspielerin wartet im Hütchentor und wird von anlaufender Angreiferin überlaufen/beiseite gedrückt

    "Du bist die Angreiferangreiferin! Sobald die Angreiferin den ersten Schritt macht, läufst Du ihr entgegen und 'tanzt' mit ihr. Nach vorne raus oder an einem Hütchen vorbei."


    - Angreiferin dreht sich zu leicht raus.

    Die Kraft ist entweder nicht verteilt (beide Hände zu den Schultern, nicht mittig) oder wird nicht "zurückgegeben". Übt die Angreiferin auf einer Seite mehr Druck aus, weil sie sich dorthin dreht, kommt auf der Seite entsprechend mehr Gegendruck. Achtung beim plötzlichen Richtungswechsel!

    - Angreiferin schiebt Abwehr rückwärts/drängelt sich vorbei, vor allem bei Mismatch

    Die Abwehrspielerin hat 'Wurzeln geschlagen' und wird nun über den Hallenboden geschoben. "Tanz mit ihr! Kleine Schritte, immer in Bewegung bleiben, beschäftige sie!" Bis der Zweikampf vorbei ist, darf die Abwehrspielerin nie stehen bleiben. Hacken auf Boden sind ohnehin verboten.

    - Abwehrspielerin bleibt in Bewegung, verliert dennoch den Zweikampf, wird überlaufen

    "Kleine Schritte! Füße maximal schulterbreit auseinander!" Gehen die Füße zu weit auseinander, kann nicht mehr angemessen auf den Gegendruck reagiert werden.

    - Angreiferin verschafft sich Vorteil, macht sich klein, schiebt Hintern raus und wurschtelt sich durch

    Ergibt sich immer wieder in dieser Übungsform, im Kinderhandball sicher auch mal im Punktspiel. Ist mit Schulter/Schulter nicht mehr zu verteidigen, die Kraft geht unter die Abwehrarme und wird sich durchsetzen. "Hochtief!" Hände gehen nun beide von Schulter/Schulter zur Wirbelsäule (Hochtief), unten wird mehr gedrückt als oben, maximale Kraft auf das Rausschieben.

    - Abwehrspielerin schiebt Angreiferin optimal Richtung Hütchen, dann kommt doch noch der Durchbruch durch Kraftvorteil

    "Bis zum Hütchen verteidigen wir 'höflich', unmittelbar vor dem Hütchen werden wir 'unhöflich'." Schieben bis an den Rand des Hütchentors, nun in der Gefahrenzone zupacken, ggf. heranziehen und die letzten beiden Schritte mit Kraft durchschieben.


    Ablauf B:

    Die erste Steigerung im Schwierigkeitsgrad. Statt rückwärts zu laufen, bekommt die Angreiferin einen Ball, muss ihn mit beiden Händen hinter dem Rücken festhalten, läuft aber nun vorwärts. Das Handicap, damit der Anlauf etwas verlangsamt wird und die Angreiferin sich nicht mit den Armen den Weg freimachen kann, bzw. die Schultern "offen" für die Abwehrspielerin sind.

    - Angreiferin dreht sich raus und bricht durch

    Im Moment der Drehung sofort loslassen, von hinten wieder übernehmen. Nun noch intensiver rausschieben, Angreiferin mit Rücken zur Abwehrspielerin führt nie Gutes im Schilde. Zweite Drehung, wieder loslassen und von vorn übernehmen. Immer weiter tanzen, die drei Schritte der Angreiferin verbrauchen.

    - Angreiferin dreht sich, Abwehr verliert das Gleichgewicht, Durchbruch

    Abwehrspielerin lehnt sich in die Gegnerin hinein, baut eine 'Brücke', gibt ein gesundes Gleichgewicht auf. "Aufrichten, ein Fuß bleibt unter den Händen. Arbeite mit den Füßen in die Lücke zwischen Euch hinein!"

    - Abwehrspielerin rennt raus und wird überlaufen

    Der optimale Abwehrraum muss erlernt werden. Bleibe ich zu tief, sammelt die Gegenspielerin Momentum, läuft einfach vorbei/drückt zur Seite. Laufe ich zu weit entgegen, droht der Richtungswechsel, das Umdrehen, das Überlaufen werden. Einen vorläufigen einfacher zu verteidigenden Abwehrraum festlegen (Linie auf dem Hallenboden, Schrittzahl) und für jeweilige Gegenspielerin ausprobieren und anpassen.

    - Abwehrspielerin läuft raus, läuft sofort in eine Täuschung

    Unmittelbar vor dem Kontakt einen Stemmschritt machen, um einen sicheren Stand zu haben. Gern etwas überschießende Kraft in die Kontaktaufnahme geben, die Gegenspielerin leicht aus dem Gleichgewicht bringen.

    Liebes Handballtagebuch!

    Saisonendspurt. Auch wenn der Schwerpunkt in der D wieder bei individueller Ausbildung und Heranführung der E-Jugendlichen liegt, ist der TVB noch im Titelrennen unterwegs. Ein Dreikampf an der Spitze, beide Spitzenspiele am Schluss. Zwei Punkte waren Hopps gegangen, weil ZeeBee gegen eine schwächere Mannschaft seine überragende Torhüterin an die Oberliga C-Jugend verliehen hatte, dann noch Torschützin Nr. 2 ausfiel und ZeeBee alle vier E-Jugendliche viel spielen lässt. Zwei Punkte werden in der Hinrunde im Spitzenspiel vom Heimschieri schlichtweg gestohlen. Aber es gibt ja noch das Rückspiel...

    "Kannst Du mir Mittwoch zum Nachholspiel wen aus der D mitgeben?"

    C-Jugend Trainer Kjell hat Personalprobleme. Der Euphemismus der Saison. Eine biblische Plage hat die C-Jugend heimgesucht, aus der Ersten Sieben fehlen schon mal fünf Spielerinnen. ZeeBee zögert nicht, unter der Woche seine Haupttorschützin Jara zu verleihen. Dann fällt ZeeBee ein, dass die D selbst zeitgleich ein Nachholspiel hat. Mist! ZeeBee verpflichtet für Mittwoch zum Auswärtsspiel Frida. Bislang Null Tore diese Saison in der weiblichen D, weil sie ausschließlich in der männlichen D und in der C eingesetzt wird. In der C II ist sie die erfolgreichste Torschützin der Mannschaft. Wolf... Schafsherde... Fuchs... Hühnerstall. ZeeBee hat die Liga bislang verschont, nun ist aber der Notfall da. Der Gegner Weserbergland hat die statistisch bislang effektivste Deckung der Liga. Das Hinspiel geht mit +6 an den TVB. Laut Spielbericht der Gäste deutlich zu hoch und vor allem auch, weil ZeeBee ja reihenweise Talente von anderen Vereinen im Kader habe. ZeeBee bittet den Gegner, ihm mal diese ganzen fremden Talente zum Training zu schicken, um sie einmal kennen zu lernen. Bis auf Torhüterin Marit sind alles Eigengewächse. Trotz der höflichen Bitte kommen keine Horden neuer Talente zum Training.

    Vollsperrung der Bundesstraße, über entzückende kleine Dörfer wie Linderte und Lüdersen geht es teils durch enge Gassen Richtung Weserbergland. ZeeBees Torschützin Nr. 2 ist erkrankt, es fehlen durch die zwei Ausfälle statistische 12 Tore pro Spiel. Muss sich unser Notnagel Wolf-Fuchs-Frida halt ins Zeug legen. Es ist kein schönes Spiel, aber Weserbergland führt nur die ersten vier Minuten und dann nicht mehr. Frida... 12 Tore.

    Das Handy klingelt unvermittelt:

    "Nicht erschrecken, wir wollen das Spiel am Mittwoch kein zweites Mal verlegen."

    "Dann ist ja gut!"

    Die Jugendwartin des engsten Verfolgers Germania List. ZeeBee bleibt skeptisch. Das Rückspiel haben die Vereine verlegt, der Akt war nicht leicht. Der Grund für die Verlegung bleibt im Nebel. ZeeBee erfährt später, dass eine von zwei Haupttorschützinnen einen gebrochenen Fuß hat. Nein, März ginge nicht, da ist die Trainerin im Urlaub. (Den ganzen März?! Und das hat auch nichts mit der Heilungszeit eines gebrochenen Fußes zu tun?!) Also einigt man sich auf einen Mittwoch im April, nachdem ZeeBee etwaige Klassenfahrten abgeklärt hat.

    "Unsere einzige Torhüterin ist dann auf Klassenfahrt."

    "Äh.... wir haben den Termin gemeinsam abgestimmt!"

    "Wir spielen ja auch Mittwoch, wir wollten noch mal fragen..."

    ZeeBee ist aus dunklen Coronazeiten Spielverlegungen leid. Und nun soll ein zweites Mal verlegt werden. Wegen einer einzigen Spielerin. Fällt dann zum neuen Ausweichtermin bei ZeeBee wer aus, wer ist dann der Trottel? ZeeBee schließt eine zweite Verlegung kategorisch aus. Thema durch.

    E-mail von Nadine, Trainerin von Germania:

    "Auf wann können wir verlegen?"

    Ähhhhh...

    "Njet. Non. Nej. Ne. Iie. Nem. Nei. Hajir. Ei. Nu. Lo. Nee. Na. Ochi."

    'Ochi' klingt doch versöhnlich. ZeeBee geht in sich.

    "Wegen einer einzigen Spielerin verlegen wir kein Spiel, erst recht nicht kurz vor Saisonende. Was wir machen können, meine einzige Torhüterin spielt im Feld, dann haben wir Waffengleichheit."

    "Ernsthaft... auf wann verlegen wir?"

    "Gar nicht."

    "War klar, mit Dir ist keine Kooperation möglich."

    Nadine muss das Angebot des Gegners, seine Torhüterin freiwillig ins Feld zu stellen, täglich bekommen. ZeeBee verzichtet auf eine Recherche in "Die schönsten 7.000 Beleidigungen in der deutschen Sprache" und belässt es bei seinem Angebot der Waffengleichheit. Dass aufgrund der unverschämten Schiedsrichterleistung des Ununparteiischen im Hinspiel nun im Rückspiel Frida zum Einsatz kommen wird, bleibt die - sicher nicht unerwartete - Überraschung. Und ZeeBee ist sich sicher, dass es vor dem Spiel noch weitere Provokationen geben wird, die zur Folge haben werden: "Monster-Marit! Die lange Hose bitte!"

    Überraschung... Torhüterin Naima betritt Mittwoch die Halle. So ganz überraschend dann doch nicht, es hat sich herumgesprochen, dass Germania die Torhüterin einfliegen wird. Marits Laune hatte sich mit dem Gerücht deutlich verbessert, zähneknirschend hat sie von den irren Plänen des irren Trainers erfahren. Überraschung... Trainerin Nadine, wegen deren Urlaub ein Märztermin ausschied und es unbedingt der April sein musste, bleibt der Veranstaltung fern.

    Im Hinspiel steht es Sekunden vor Schluss durch sehr, sehr merkwürdige Umstände Unentschieden. Letzter Angriff, Ballführerin nimmt die Kugel unter den Arm, pflügt in die Deckung, schiebt zwei Spielerinnen in den Torkreis... Offensivfoul! Nein, 7m. ZeeBee gibt dem Schieri anschließend nicht die Hand. Ist fassungslos, was in den letzten 40 Minuten passiert ist. Rückspiel Frida rein in den Kader, E-Jugend Zwerge raus aus dem Kader. Schluss mit lustig. Und ein Spiel diese Saison mal erfolgsorientiert. 0:3, 1:5 - die Gästefans frohlocken, ZeeBees Mädels sind noch nicht richtig im Spiel angekommen, ZeeBee ist nicht ganz zufrieden. ZeeBee bleibt ruhig, Monster-Marit hält zwei 7m, 4:5, nun nimmt ZeeBee die Auszeit. Halbzeit 9:7, obwohl die beiden torgefährlichsten Teams der Liga gegeneinander spielen mit einem Schnitt jenseits der 25 Tore/Spiel. Es stehen sich auch die beiden besten Torhüterinnen der Liga gegenüber, nur dass Naima auf der anderen Seite bei weitem nicht die Form des Hinspiels hat und Monster-Marit... eben monstermäßig hält.

    Halbzeitansprache bleibt gelassen. Der Gegner drängt den Rückraum weit zurück, Kreis und Außen müssen mehr ohne Ball Richtung Ball arbeiten. Ansonsten... sieben Gegentore in zwanzig Minuten ist gar nicht so schlecht. Wiederanpfiff.

    10:7

    11:7

    12:7

    Wolf... Schafsherde... Fuchs... Hühnerstall... Frida bestätigt, dass sie in der Liga eigentlich nichts verloren hat. Ab jetzt läuft es. 15:9, 16:10, die Körpersprache der Gäste fällt in sich zusammen, ZeeBee beginnt munter durchzuwechseln. Das Spitzenspiel endet 27:18. Am Ende haben sechs Spielerinnen zwei und mehr Tore auf dem Konto, bei Germania sind es zwei. An der Tabellenspitze sind aber immer noch alle drei Teams eng beisammen.

    "Soll ich nun Sonntag mitspielen?"

    "Na ja, wir fahren nach dem Spiel alle gemeinsam zum Grillen. Wär doch praktisch!"

    So kommt Frida noch zu einem dritten Saisonspiel mit ihrer Mannschaft. Tabellendritter Bothfeld, langjähriger Verein von ZeeBee, hat sich für das Spitzenspiel was Luschtiges ausgedacht. Statt in der Halle mit Tribüne spielen die Teams in der Trainingshalle. Die Eltern auf Bänken müssen aufpassen, dass die Fußspitzen nicht in das Spielfeld ragen. Und die Halle droht aus allen Nähten zu platzen, die Germania Mädels haben sich angekündigt, um den Heimverein anzufeuern. Bothfeld hat zwei Talente, die auch in der Torstatistik weit vorne sind. Das Hinspiel war recht früh entschieden, bis ZeeBee wild seine Zwerge spielen lässt. Das Unentschieden kurz vor Schluss kontert ZeeBee mit Auszeit, ein paar Wechseln und dann einem 4:0 Lauf bis zum Abpfiff. Rechnerisch müssen die Mädchen einen Punkt holen, die Tücken des direkten Vergleichs innerhalb des Dreigestirns an der Spitze.

    Die Abtastphase dauert unendliche sechs Minuten, bis die Mädels endlich die Handbremse lösen. Marit treibt den gegnerischen Angriff in den Wahnsinn, E-Jugendliche Nella findet mit kurzen oder auch mal langen Antritten einen Weg durch die Deckung. Die Lister Mannschaft lässt sich nicht blicken, wäre aber auch bereits zur Halbzeit wieder gegangen. Die Heimmannschaft stiftet zweimal mit hohem Einlaufen der Außen hinter dem Rückraum kurz Verwirrung. Wenn Zirkustricks im Training wichtiger als individuelle Ausbildung sind... Wie wär's mal mit 1-gegen-1 Training? Am Schluss hat der TuS zwei Torschützinnen mit zwei oder mehr Toren, beim TVB sind es acht. Davon vier Mädchen mit fünf Toren, ZeeBee kann früh bunt durchwechseln. Das Spitzenspiel endet 12:32. Titelverteidigung... verteidigung... verteidigung. Effektivste Abwehr der Liga, stärkster Angriff der Liga. So wie es ZeeBee am liebsten hat.


    Dein

    Karsten

    Nach etwas anderen Schwerpunkten im samstäglichen Kleingruppentraining habe ich jüngst mal wieder Wurftraining mit Videoanalyse gemacht. Zwei Talente von auswärts und ein Talent von mir. Schlag- und Sprungwurf mit Video, zum Abschluss noch etwas Einführung Sprungwurf über das falsche Bein. Schlagwurf plus Video ist bei mir immer etwas zu kurz gekommen, so dass es mal wieder ganz aufschlussreich war, hier zu korrigieren. Gemeinsam mit den Mädels suchen wir Verbesserungspotenzial:

    - Länge des Stemmschritts

    - einhergehend: Gibt das Knie des Stemmbeins nach?

    - Oberkörperverwringung/Schulterachse

    - Ausholbewegung (keine Kurbel, Winkel/Höhe des Wurfarms)

    - Schulterachse beim Wurf (ich möchte keinen Stopp bei der Normalstellung sondern ein kurzes "Überdrehen")

    - Armbewegung nach Loslassen des Balls (der Arm peitscht weiter, stoppt nicht und fällt runter

    - Zusammenarbeit Rumpf + Arm durch Körperspannung

    - beim Schlagwurf noch weniger, beim Sprungwurf dann spannend: Holt der andere Arm derweil Schwung oder stört er gar?

    Und dann kommt beim Wurf immer wieder die schräge Körperachse, die Achse kippt nach vorn. Korrektur Nichtstemmbein.

    Was soll mit dem Bein auf der Wurfarmseite passieren? Das Stemmbein stemmt (Schritt darf nicht zu lang sein, Knie bleibt (fast) steif, gibt nicht nach), das Wurfarmseitenbein:

    - ankert hinten

    - wird gemächlich nachgezogen

    - macht das "Holzbein", schwingt steif im Halbkreis nach vorn

    - schnellt hinten nach oben, Körperachse kippt extrem nach vorn

    Die Wurfarmgegenseite geht in die Vollbremsung, erlaubt die Beschleunigung auf der anderen Körperhälfte.

    Der Oberkörper/die Schulterachse schnellt nach vorn.

    Der Wurfarm schnellt nach vorn.

    Und das dazugehörige Bein... bremst.

    Korrektur: "Ball führt Fuß! Mach unter dem Wurfarm den (vierten) Schritt mit."

    Einen "normalen" Schritt, nicht die Holzbeinvariante.

    Und wenn ich mit Fortgeschrittenen soweit bin, dass

    - die Schulterachse über die Normalstellung hinaus dreht

    - das Bein der Wurfarmseite den Schritt mitmacht,

    dann kann ich damit anfangen, dass die Hüfte Einzug in den Wurf hält und ebenfalls mit nach vor schnellt/dreht.

    Habe ich am 05., 06. und 07. Dezember ausführlich erläutert. Und auch die Chefjuristin des DHB mal - vergeblich - angeschrieben und sie auf den Rechtsirrtum hingewiesen.

    - Festgespielt

    - 2 Spiele Pause in der Ersten = Freiwerden 1. Klasse, es geht bei "Null" wieder los zum nächsten Festspielen (Apfel plus Apfel = zwei Äpfel = wieder festgespielt)

    oder

    - 6 Wochen Pause = Freiwerden 2. Klasse, es geht seltsamerweise bei "eins" wieder los, nämlich mit dem letzten Spiel, bei dem ich noch festgespielt war (Birne plus Apfel = zwei Äpfel = wieder festgespielt)

    Nirgends in § 55 SpO DHB steht, dass es zwischen beiden Varianten des Freiwerdens einen qualitativen Unterschied gibt. Nur der DHB meint, wenn ich nach 6 Wochen Pause das nächste Spiel der Ersten wieder spiele, hinter dem Busch hervorspringen zu müssen:

    "Festgespielt!"

    "Aber ich bin doch noch frei! Und ich habe nur ein Spiel in der Ersten gespielt!"

    "Haha... wir zählen Dein letztes Spiel VOR dem Freiwerden mit!"

    "Aber das könnt Ihr nicht mitzählen, denn da war ich ja schon festgespielt und dann wieder frei. Wie zu Beginn der Saison."

    "Komm uns nicht mit schlüssigen Argumenten! Die zählen nicht!"

    Zitat

    Was Du meinst, ist wsl. die Unterscheidung, dass ein festgespielter Spieler nach den 6 Wochen Pause wieder frei wird, aber ein nicht festgespielter Spieler sich auch nach den 6 Wochen direkt festspielen kann.


    Was Du meinst, ist wsl. die Unterscheidung, dass ein festgespielter Spieler nach den 6 Wochen Pause wieder frei wird, aber ein nicht festgespielter Spieler sich auch nach den 6 Wochen direkt festspielen kann.

    Nee, das meine ich nicht.

    Ich sehe die Vereine nun im Gefangenendilemma aus der Spieltheorie. Mit der Spielplanansetzung muss nun jeder sein Heil suchen, Vorteile rausschlagen und Schaden abwenden. Und im gegenseitigen Misstrauen kommt unter dem Strich das zweitschlechtmöglichste Ergebnis bei rum. Wir haben die beiden Themen "Talentförderung/Ausbildung" und "fairer Wettbewerb" und wir haben Vereine in unterschiedlichen Leistungsklassen mit unterschiedlichen Interessen. Beispiel mal weibliche C:

    Angenommen alle Regionalligisten hätten einen Unterbau mit einer zweiten Mannschaft in der zweit- oder dritthöchsten Liga, aus der mal hochrotiert werden soll.

    => Alle Vereine setzen die C I Spiele sonntagsnachmittags und die C II Spiele davor oder auf den Samstag. Die Regionalligavereine sind glücklich, "Talentförderung/Ausbildung" ist optimal möglich.

    => Die C I Spielerinnen sind nun aber nie mehr festgespielt und könnten jeden Samstag "unten" spielen. Und wir wissen alle, dass das kein unwahrscheinliches Szenario ist. Gekniffen sind die anderen Vereine mit einer C "nur" in der Ober-/Landesliga. Jeden Samstag können Regionalligaspielerinnen die tieferen Ligen aufmischen und werden dies auch tun. Der "faire Wettbewerb" in den unteren Ligen geht zum Teufel.

    => Unten werden die anderen Vereine nun die Heimspiele möglichst spät am Sonntag ansetzen, um möglichst viele Regionalligaspielerinnen auszuschließen. Die Wettbewerbsverzerrung wird etwas entschärft. Gleichzeitig wird die Talentförderung torpediert, denn viele Talente können nun nur noch einmal am Wochenende spielen. (Ich spreche vom Jungjahrgang, der C II Stamm spielt, nicht von Altjahrgang, der in der B aushilft.) Oben C I und möglicherweise wenig Spielanteile oder nur unten C II, weniger Herausforderung bei mehr Spielzeit.

    In anderen Bereichen wurde abgewogen zwischen Talentförderung und fairem Wettbewerb. Immer zu Lasten des Wettbewerbs:

    - Zweifachspielrecht: Die großen Vereine können sich aus den unteren Klassen leichter verstärken.

    - kein Festspielen von Junioren: Die Leistungszentren können mit jungen Talenten die Zwote in der 3. Liga/Oberliga erheblich verstärken.

    - erleichtertes Freiwerden nach Festspielen: Zweite Mannschaften können sich im Abstiegs-/Aufstiegskampf leichter von oben verstärken als früher

    Hier sehe ich folgendes Problem: Auf den ersten Blick scheint wieder die Talentförderung zu Lasten des Wettbewerbs gepuscht zu werden. Auf den zweiten Blick, die Lehre aus dem Gefangenendilemma, werden die Vereine strategisch die Spiele zu ihrem Vorteil ansetzen. Fairer Wettbewerb UND Talentförderung werden leiden, denn es gibt keinen Konsens zwischen den Vereinen mit Regionalliga C I und den Vereinen in der zweit- und dritthöchsten Liga.

    - Lösung 1: Die alte Festspielregel mit den zwei Spielen Pause bleibt in der Jugend. Und dann bitte klarstellen, dass die sechs (neu: acht) Wochen Pause kein Freiwerden 2. Klasse sind sondern die beiden aufeinanderfolgenden Spiele zum Festspielen bitte wieder von vorne gezählt werden, wie es tatsächlich Sinn ergibt.

    - Lösung 2: Freiwillige Selbstbeschränkung, die Regionalligisten spielen freiwillig nach den alten Festspielregeln und setzen ihre Granaten nicht in der C II ein, um dort den Wettbewerb zu torpedieren (kicherkicherkicherkicher).

    Nee, lieber DHB. Die Reform überzeugt mich nicht. Holt Euch doch bei solchen Reformen lieber mal Praktiker an den Tisch!

    Wenn der Spielplan richtig gestrickt ist, spielen dieselben Spielerinnen Samstags zweite Mannschaft und sonntags erste Mannschaft. Die gesamte Saison. Das o.g. Beispiel hat es früher gar nicht gegeben, weil ich nach dem Samstagsspiel erst am dritten Wochenende überhaupt die Mannschaft wechseln durfte, nach dem zweiten Wochenende in der B I festgespielt war. Aktuell ist es so, dass ich nach dem zweiten BuLi Spiel festgespielt bin. 25/26 kann ich mit der Bundesligamannschaft samstags gegen Breitensportmädels Abläufe üben und sonntags umsetzen. Jedes Wochenende.

    Wir werden fast einen neuen Thread brauchen, dieser könnte in einem Jahr veraltet sein. Ich habe freundlicherweise Einblick in die Reform der Spielordnung bekommen, die sich mit dem Spielrecht/den Spielrechten befasst. Es wird zukünftig (25/26) im Erwachsenen- und Jugendbereich unterschieden:

    - Erwachsene

    Festspielen an sich wie bisher. Freiwerden 2. Alternative: 8 statt 6 Wochen Pause in der oberen Mannschaft (ohne dass dort zwei Spiele ausgeführt/ausgesetzt werden). Das Paradoxon vom Freiwerden erster und zweiter Klasse bleibt in der Theorie (s.o.), verschwindet aber zum Glück fast in der Bedeutungslosigkeit. Elegant gelöst.

    - Jugend

    Und darauf werde ich wohl einen Whisky brauchen:

    "Für Vereine mit mehreren Mannschaften in derselben Altersklasse im Jugendbereich ist das Spielrecht der Jugendspieler*innen derart eingeschränkt, dass nach dem Mitwirken in einer höheren Mannschaft das Spielrecht in unteren Spielklassen erst wieder wahrgenommen werden kann, wenn 50 Stunden verstrichen sind."

    Das war's... Nicht mehr der bewusste Einsatz einer Spielerin bestimmt primär über die Teilnahmeberechtigung (vielleicht ist der Begriff dann veraltet), sondern der... Spielplan.

    Samstag: Die Bundesliga B-Jugend spielt Landesliga.

    Sonntag: Die Bundesliga B-Jugend spielt Bundesliga.

    Edith: Nächstes Wochenende

    Samstag: Die Bundesliga B-Jugend spielt Landesliga.

    Sonntag: Die Bundesliga B-Jugend spielt Bundesliga.

    Edith: Übernächstes Wochenende

    Samstag: Die Bundesliga B-Jugend spielt Landesliga.

    Sonntag: Die Bundesliga B-Jugend spielt Bundesliga.

    Ich kann mich mit dieser Konsequenz noch nicht richtig anfreunden. Ein klitzekleines Korrektiv kommt an anderer Stelle, die Spielerinnen dürfen pro Saison nur noch in maximal drei Mannschaften eingesetzt werden. Im obigen Beispiel würde man quasi ein Spielrecht auf die Landesliga "verbrennen", das an anderer Stelle vielleicht nützlich wäre (also als Drittes Spielrecht nur noch A I ODER A II, nicht mehr beide Teams).

    Wir rotieren viel. Meine C II und D-Jugend Spielerinnen helfen unter Beachtung der bisherigen Festspielregeln in der C I aus. Gäbe dann Vor- und Nachteile:

    Pro:

    - Wir werden personell flexibler, ich kann meine Mädels auch mal an zwei aufeinander folgenden Wochenenden in der C I einsetzen. Sie sind nicht per se festgespielt.

    - Der C I Stammkader kann folglich kleiner angelegt sein. Mehr Rotation als nur zwei, drei Spielerinnen pro Spiel.

    Edith: - Ich kann selbst Wettbewerbsverzerrung praktizieren und mir ständig Regionalligaspielerinnen ausleihen, wenn mir danach wäre. Falls der Spielplan passt.

    Contra:

    - Wir müssen schon bei der Spielplanerstellung / bei allen Spielverlegungen penibel darauf achten, dass die D/C II am Wochenende immer zeitlich vor der C I spielt. Also am einfachsten, wenn die C I immer sonntags und die C II/D immer samstags spielt.

    - Die 48h-Stunden-Regelung (neu: 50h-Regelung), dass Kinder und Jugendliche maximal zwei Spiele an einem Wochenende/binnen 48/50 Stunden spielen dürfen, wird ausgehöhlt. Denn ist das erste Spiel in der höheren Altersklasse, ist das Wochenende verbrannt.

    Contra unabhängig von meiner Rotationspraxis:

    - Es wird erfahrungsgemäß überall Wettbewerbsverzerrungen geben. DAS dürfte ja die Stoßrichtung des Festspielens gewesen sein. Jeder Dorfverein holt sich nun mit der Zweiten die Kreisklassenmeisterschaft mit Spielerinnen, die in der Liga nichts verloren haben.

    Es wird sich vielleicht unter den Vereinen ein Konsens bilden. Jugendregionalligaspiele später am Wochenende, Oberliga und Landesliga früher. Das wäre die Lösung innerhalb einer Altersklasse. C I Spielerinnen spielen ggf. in der B II oder B I. B I Spiele möglichst spät am Wochenende, B II Spiele wiederum möglichst früh. Die Spielwarte werden vorher kapitulieren oder sich reihenweise in ihr Schwert stürzen, wenn sie das neue System begriffen haben.

    Da lese ich bei Sport1 die ungewöhnliche Kombination von Stichworten "Handball", "Ex-Bundesliga-Star" und "lebenslange Sperre?", klicke den Artikel an und finde etwas weiter unten auch das Stichwort "Vujovic" - und wundere mich über nichts mehr. :lol:

    Neuenhaus und unsere C schaffen es in den A-Pokal. ZeeBee marschiert zur Idraetshalle für das Match TVB gegen HK Rygge. Kurz vor dem Halleneingang läuft Olaf über den Weg, EHF Mastercoach und stiller Handballeckenleser. Die Antwort auf ZeeBees in der HE aufgeworfenen Frage, was in Skandinavien nach der D-Jugend passiert, wo sich die Mädels noch auf Augenhöhe begegnen, dann aber nach ZeeBees Beobachtung in den Weltraum entschwinden, sei ganz einfach. "Athletiktraining." Und zwar auch Maximalkrafttraining. In dem Moment läuft eine unscheinbare junge rothaarige Dame im Trainingsanzug vorbei. Olaf nimmt sie gleich als Beispiel, am Vorabend habe sie bei den turnierinternen "Länderspielen" gezeigt, was das Athletiktraining ausmache.

    Vor zwei Jahren war die C noch Turnierdritter geworden, ZeeBee ist auf das Achtelfinale gespannt. Auf RM der Norweger eine nicht ganz unbekannte unscheinbare junge rothaarige Dame, die binnen fünf Minuten alles andere als unscheinbar wird. Mit offenem Mund staunt ZeeBee, was an Beschleunigung in zwei Schritten möglich ist. Eins, zwei, Gegenspielerin ist weit weg, Wurf aus allen Positionen und dann immer in den Winkel. Wechsel auf Rückraum Links, neue Spielerin von der Bank, nun fast dasselbe Spielchen dort. Die Abwehr sieht immer nur Rücklichter. Dank Olafs Erklärung vorab geht ZeeBee nun auch ein Licht auf. Das Endergebnis von 19:21 erzählt nur, dass die TVB Mädels auch ein wenig Handball spielen können, nicht die Geschichte, wie dort Athletinnen gegen Kinder spielten. ZeeBees aufgegangenes Licht wird allmählich zur Erleuchtung. Rygge erreicht das Finale, ist dort dann aber platt. Das Finale erreicht nicht annähernd den Unterhaltungswert oder das Tempo des Achtelfinals.

    Neuenhaus knapp raus, die C vom TVB raus, die Niedersachsen im A-Pokal werden rar. Bleibt noch die D-Jugend. Auch wir bekommen es mit Norwegerinnen zu tun, Bryne Handballklub. ZeeBee hat nachts seine Hausaufgaben gemacht. Eine überragende Rückraum Linke mit Quasi-Spielmacherrolle, die sämtliche anderen Positionen einsetzt und die auch gegen eine offensive Deckung weite Wege in die Breite in Kauf nimmt, um eine Lücke zu finden. Spannend. Ebenso spannend sind die beiden Patientinnen auf der rechten Abwehrseite, die nahezu jeden Zweikampf verlieren. ZeeBee bleibt optimistisch.

    Eine Viertelstunde vor Spielbeginn fällt ZeeBee auf, dass etwas fehlt. Sein Team wärmt nirgends auf. "Hat hier wer meine Mannschaft gesehen?" Niemand von den Eltern ist im Bilde. Man hat sich in der hintersten Hallenecke versammelt und... sitzt herum. Inzwischen ist weniger als eine Viertelstunde Zeit bis zum Anpfiff. Höflich aber bestimmt fragt ZeeBee die Mädels, ob sie sich nicht allmählich aufzuwärmen gedachten. Seit Jahren predigt er, dass bei zwei ähnlich starken Mannschaften diejenige das Spiel vor Anpfiff verliert, die beim Aufwärmen nicht fokussiert ist. Erlebt ZeeBee jede Saison einmal und nimmt dann den Captain in die Pflicht für die Zukunft. Heute ist es wohl wieder so weit. Und was nun folgt, ist die self fullfilling prophecy aus der fehlenden Ernsthaftigkeit vor dem Spiel, nur dass eben nicht zwei gleichstarke Teams auflaufen.

    Eine Runde Sache. Um der Chronistenpflicht nachzukommen, schaut ZeeBee noch einmal die Videos der Turnierspiele. Eine sehr runde Sache. Also ZeeBee an der Bank im Slayer oder Motörhead Hoodie. Als Geschoss für ein Katapult im Mittelalter würde ZeeBee sicher eine gute Figur abgeben und mit Stahlhelm auch den gewünschten Schaden an der Stadtmauer anrichten, für die Trainerbank aber deutlich zu rund. Die Kamera lügt nicht. Apropos Stahlhelm. Auf einem skandinavischen Turnier sind natürlich auch überall die unvermeidlichen Wikingerhelme präsent. Was könnten wir nächstes Jahr beim Einlaufen in der Eröffnungszeremonie dagegen setzen? Ob die Skandinavier genüg Humor für Pickelhauben besitzen? ZeeBee malt sich das Szenario aus.

    Bryne hat Anwurf, passt den Ball sicher durch die Reihen, wird nicht ausreichend gestört und die Kreisläuferin weiß, wann sie gegenzuziehen hat. 0:1. Kein Beinbruch. Im Angriff wird schon der zweite Pass nicht gefangen. Ballverlust. Rückraum Links prellt nach vorne, sucht, lauert, sieht das körperliche Mismatch rechts mit einem Kopf Unterschied und passt einfach mal zur gedeckten Rechtsaußen. 0:2. Im Gegenzug holt Frida eine 7m und eine Zeitstrafe raus. 1:2. Wir wechseln in die Manndeckung mit Libero, passen aber nicht richtig auf. 1:3 und vorn hält die Torhüterin einen freien Wurf von Außen. Die gegnerische RL wechselt auf die Mitte, sucht sich gezielt E-Jugendliche Nella aus. Wir müssen reagieren und mittauschen, wobei hier alle gegnerischen Rückraumspielerinnen eine Nella pro Tag zum Frühstück essen. Ball erobert, Anschlusstreffer. Außenverteidigerin nimmt sich ein Nickerchen, die Außen läuft ein und nimmt ihr sagenhafte acht Meter ab. 2:4. Im Angriff vermag ZeeBee gegen die offensive 6:0 nichts wiederzuerkennen, was wir sechs Wochen lang trainiert haben. Wühlen statt Stoßen, kein Blick für die Torchance aus der zweiten Reihe, kein konsequentes Stoßen in die Lücken und erst einmal ein Pass auf die Füße der Nachbarin. Immerhin mal ein Fehlwurf der gegnerischen Kreisläuferin, vollkommen frei, weit über das Tor. Nur zwei Tore Unterschied. Dann aber wieder Wühlen.

    Die 6:0 Deckung verschiebt fleißig und die norwegische Trainerin hat ihre Achillesferse gut eingestellt. Halb Rechts und Außen Rechts bleiben dicht zusammen und geben die Außenposition preis, wo wir nicht ausreichend Sprungkraft haben. Und noch mehr Wühlen. Wieder von Außen verballert, eben jene Wurffalle. Die Linkspfote - ja, sie wirft mit der falschen Hand, läuft in die falsche Richtung und wirft auch von 10 m - kommt unbedrängt aus der Fernwurfzone zum erfolgreichen Torwurf. 2:5. Kardinalfehler in der 6:0, beide Abwehrspielerinnen am Kreis treten raus, butterweicher Lupfpass von Frida... nicht gefangen. Rückraum Links spaziert unbedrängt durch die Deckung. 2:6. Dynamischer Antritt nun von Nella, Kopf nach unten, wühlen. Freiwurf. Wenn wir mit Freiwürfen Geld verdienen würden... Immerhin mal ein erfolgreicher Durchbruch, bezeichnenderweise von Rückraum Rechts (!) außen an der Außenverteidigerin (!) vorbei. 3:6. Monsterparade von Monster-Marit. Hilft nichts, die Abwehr schläft beim folgenden Einwurf ein und mit einem Pass ist die gesamte Abwehr ausgehebelt. 3:7. Vorne arbeitet Kreisläuferin Jara immerhin mit ihren indirekten Wechselsperren und endlich setzt sich Frida wieder durch. 4:7. Wieder schnappt die Wurffalle für LA zu. Dann Ballgewinn... und wir wühlen wieder. Fehlpass Richtung Mittellinie, folglich geht der Arm des Schieris hoch, ZeeBee warnt lautstark... sofort wird einer von vier Pässen quer auf der Mittellinie verbrannt. Fehlpass, der Gegenstoß wird mustergültig von Marieke mit taktischem Foul unterbrochen, aber nur fast. Im Fallen leitet die Rückraumspielerin den Ball weiter. 4:8. Ein wenig kommt Slapstick-Feeling auf. Marieke erhält für das taktische Foul die fällige Zeitstrafe.

    Halbzeit 5:12, längst hat ZeeBee auf Sozialmodus gestellt und wechselt bunt durch. Die Pausenansprache enthält keinerlei Taktik, allerdings eine erste Prise Unzufriedenheit mit dem gescheiterten Aufwärmprogramm. Natürlich ist der Gegner deutlich besser, aber kein Grund wie eine Anfängermannschaft zu spielen. Bryne verwaltet nun eher. Für einen leichten Schubser erhält Marieke die nächste Zeitstrafe. Noch später kommt ein Blackout, sie greift von hinten beim Sprugwurf den Ball und darf sich - ohne Umweg über eine Zeitstrafe - ganz aus dem Turnier verabschieden. Innerhalb von 30 Minuten kassieren wir mehr Zeitstrafen für eine Spielerin als die gesamte Mannschaft in zehn bisherigen Saisonspielen. Immerhin Zwerg Fritzi darf noch einmal treffen, zur großen Freude des Fanclubs mit zwei C-Jugend Mannschaften. Der Endstand 12:21 spiegelt zumindest nicht das Potenzial wider. Sechs Wochen Turniervorbereitung - in diesem Spiel jedenfalls fast nichts davon zu sehen. Nach dem Spiel ordnet ZeeBee die Kräfteverhältnisse auf dem Platz ein, auch in zehn Spielen hätte es keinen Sieg gegeben. Stellt sich noch heraus, dass Captain Neele vor dem Spiel rechtzeitig zum Aufwärmen aufgerufen, die Mannschaft sich aber verweigert hat. ZeeBees Laune wird nicht eben besser, muss aber einen niedergeschlagenen Captain wieder aufbauen. Bryne wird das Turnier gewinnen. Finalgegner: Buxtehude. ZeeBees Losglück bei dem Turnier setzt sich fort. Turniersieger entweder bereits in der Vorrunde oder nun im Achtelfinale.

    Gemeinsam mit der C-Jugend schaut sich die D noch beide D-Jugend Finals und das wC Finale an. Im Falle eines Allstarteams wäre Monster-Marit mit hoher Wahrscheinlichkeit im Tor. Jungjahrgang D-Jugend! Im Falle eines E-Jugend Allstarteams in der D-Jugend wären Nella, Fritzi und Polly vielleicht sogar zu dritt dabei, falls es überhaupt sieben E-Jugendliche im Turnier gegeben hat. Eine zweite E-Jugendliche als Stammspielerin auf Rückraum Mitte wird es mit Sicherheit im A-Pokal und vielleicht im gesamten Turnier nicht gegeben haben. Zwei weitere von ZeeBees Feldspielerinnen können schon mit den großen Fischen mitschwimmen, das Allstarteam wäre es in ihrem Fall wohl nicht geworden. Hätte ZeeBee im letzten Gruppenspiel taktisch doof wechseln und in den B-Pokal abtauchen sollen? Mit einem Unentschieden dort wären es vielleicht sogar insgesamt drei Turnierspiele mehr geworden? Für die Mädchen wären die B-Pokalspiele auf mehreren Ebenen wertvoller gewesen, für ZeeBee dagegen ist das Spiel gegen den A-Pokal Sieger wertvoller. Gruppenendspielgegner Redbergslid wird übrigens Zweiter im B-Pokal.

    Obligatorischer Stop im Scandipark Handewitt. Viele bekannte Gesichter aus Frederikshavn, überall Rödspätte Hoodies und auch unsere Freunde von Neuenhaus. ZeeBee gönnt sich den letzten Hotdog für ein weiteres Jahr und eine teure Flasche Amarone als Eigenbelohnung für ein durchgestandenes Turnier. Der Bus kann dies Jahr ohne Zwischenstopp am Sauger abgegeben werden.


    Dein

    Karsten