Beiträge von Funkruf

    Da ist ein Blick in Regel 10:3 b) die Lösung. Vorausgesetzt Mitspieler und Gegenspieler sind korrekt positioniert, kann der Anwurf angepfiffen werden, wenn der Ball sich in der Anwurfzone befindet und der werfende Spieler mindestens einen Fuß in der Anwurfzone hat. Wenn er jetzt nicht den anderen Fuß außerhalb der Zone in die gegnerische Spielhälfte absetzt kommt der Anpfiff. Und da muss er den Ball noch nicht in der Hand haben. Und wenn jetzt nun ein Regelwidrigkeit passiert, greift Regel 15:7. Denn der Anwurf war ja angepfiffen und damit wird nun der Fehler der angreifenden Mannschaft nach Regel 13:1 a) mit einem Freiwurf geahndet. Wäre jedoch der Anwurf wegen eines Positionsfehlers noch nicht angepfiffen worden, hätte es gemäß 15:6 eine Korrektur gegeben, Erst danach wird bei richtiger Aufstellung angepfiffen.

    Also Magdeburg hat etwas Probleme mit der Partie. Macht wenigstens Tore und kommt gerade zum 7:7 Ausgleich (gab auch nach 7:40 Minuten mal die erste kurze Führung), aber lassen Gegentore zu und vergeben einige Torchancen. Bennet Wiegert hat nach 12 Minuten den Buzzer betätigt und seinen Frust abgelassen. Doof nur, das die dänische TV-Regie auf die dänische Mannschaft GOG Håndbold geschaltet hat und man nur die Wut kurz am Anfang gehört hat.

    Leider sieht man nicht, wie Bitter agiert hat. Es sieht so aus, als wäre es nicht wirklich zu einem Gegenstoß gekommen. Aber diese Kamera-Einstellung ist einfach "Scheisse". So würde ich auf keine Disqualifikation entscheiden. Wäre Bitter aus dem Torraum gekommen und in den Spieler im Gegenzug reingerannt (egal ob er den Ball spielen wollte oder nicht) wäre es nach 8:5 Kommentar eine direkte Disqualifikation.

    Landin hatte von 18 Schüssen 1 gehalten (entspricht rund 5,6 %). Mrkva hatte 8 von 25 Schüssen gehalten (was 32 % sind). Anscheinend hatte Landin heute mal nicht so ein guten Tag. Aber es wäre besser gewesen, wenn Mrkva am Ende nochmal für Landin gekommen wäre. Jedenfalls noch ein Unentschieden rausgeholt, auch wenn es ein Sieg sein könnte. Aber es sah ja vorrübergehend kurz aus, als ob es eine Niederlage werden könnte. Dann hat wenigstens die Offensive (und hier sei besonders Johansson mit 9 und Bilyk mit 7 Toren genannt) geschaltet und einen Vorsprung rausgeholt. Wenn die Defensive auch noch besser wird, könnte Kiel die Führung halten.

    Naja, sie ist aber immer noch eine Tochtergesellschaft vom DFB. Und der DFB hat 51 % Anteil an diese GmbH, die DFL 49 %. Also so ganz rausgelöst sind sie nicht.

    Ansonsten hast du ja auch recht: Sie sind halt Schiedsrichter-Dienstleister für die 1. bis 3. Liga und dem DFB-Pokal. Und dazu gehört die Bereitstellung der Schiedsrichter als Team für die Ligen und dem Pokal. Aber auch die Schiedsrichter-Technologie ist eine ihre Aufgaben. Und dazu gehört halt, die Torlinientechnologie oder der Videoschiedsrichterassistent dazu. Aber die Schiedsrichter selber werden vom DFB halt geschult, angesetzt und beobachtet. Die DFL sorgt für die Technik.

    Es geht hier auch darum, dass wir hier ein Mehrvergehen in der selben Situation haben, was unterschiedliche Strafen fordert. 16:9 Abs. 1 sagt es ja auch schon:

    Zitat


    Begehen ein Spieler oder Mannschaftsoffizieller gleichzeitig oder in direkter Folge vor dem Wiederanpfiff mehr als eine Regelwidrigkeit und erfordern diese verschiedene Strafen, ist grundsätzlich nur die schwerwiegendste Strafe auszusprechen.

    Wie Rheiner schon korrekt anmerkte gab es zuerst Verwarnung (Gelbe Karte). Dann machte er die nächste unsportliche Aktion, was eine Hinausstellung für 2 Minuten zur Folge hat. War dies gleichzeitig oder in direkter Folge und vor dem Anpfiff, wird dies als höhere Strafe genommen und die Verwarnung zählt nicht mehr. Sie wird also aus dem Spielbericht genommen und durch die höhere Strafe ersetzt. Jedenfalls kann man nun einen weiteren Offiziellen verwarnen. Sollte jetzt der hinausgestellte Offizielle nach seiner 2-Minuten-Strafe gleichzeitig oder in direkter Folge vor dem Anpfiff durch die Rote oder sogar durch die Rot-Blaue Karte disqualifiziert werden, wird auch die Hinausstellung aufgehoben und gestrichen. Sie kann dann einem anderen Offiziellen gegeben werden.

    Wichtig ist wie gesagt, dass die Strafe aus dem ESB rausgenommen wird und durch die höhere Strafe ersetzt wird. Sollte dies nicht gehen, ist dies mit Bezug auf Regel 16:9 zu vermerken.

    So, hier habt ihr übrigens mal die Eingabemaske Schiedsrichterbericht von dem Sportradar EMR. Da sieht ihr auch, dass dort das Feld Einspruch ist und das ausgewählt werden kann, wer Einspruch einlegen will und per Text, weshalb.

    Also die Ergebnisse, den Spielverlauf kannst du sehen. Den Schiedsrichterbericht (da ist auch das Einspruchsfeld bei) nicht. Aber ich weiß von nuLiga, dass abgegebene Einsprüche durch eine Ablehnung gekennzeichnet werden. Dann sieht das Ergebis zum Beispiel so aus 24:23A. Und wenn man dort auf das A den Mauszeiger hält, steht dann in dem aufblendenden Fenster "Abgelehnt durch Heim-/Gastmannschaft" (je nachdem wer angekreuzt wurde).

    Weil nicht Angekündigt und das Kreuzchen gesetzt wurde. Übrigens ist das auch auf der Basisebene der Fall. Denn nicht nur die EMR (Sportradar) hat diese Einspruchsfeld,. auch nuScore (nuLiga) und SpielberichtOnline (Handball4all). Und das ist auch gut so. Sonst weiß die spielleitende Stelle nicht sofort Bescheid und setzt diesen Spielbericht als genehmigt ein. Ich kann dir von nuLiga sagen, dass ein Einspruch angezeigt wird (Markeriung neben Spielergebnis).

    Das ist ja nicht das Problem, es muss aber angekündigt werden und vermerkt werden, selbst wenn man nach Überlegung nicht den Einspruch durchführt. So hat man wenigstens das Einspruchsrecht. Und das wird normalerweise auch beim Ausfüllen des Schiedsrichterberichtes gefragt: "Wollt ihr Einspruch einlegen?" Und das ist der springende Punkt. Anscheinend hat der Bergische HC dies nicht bejaht. Und daher wurde das Recht auf Einspruch gegen die Spielwertung verwirkt. Wäre der Einspruch das angekündigt worden, hätte der BHC gemäß § 39 Abs. 1 DHB-RO 3 Tage Zeit, einen Einspruch einzulegen. Kann sich also solange Zeit nehmen, um zu überlegen, ob sie das machen wollen.