Beiträge von crakon

    Die Frage ist doch vielmehr, warum er in dieser Position ist. Unabhängig von ihm: Wieso kommt man so oft auf den pauschalen Gedanken, dass ein ehemaliger Profi immer gut für so eine Rolle geeignet sein muss?

    Als sportlicher Leiter sind ein gutes Netzwerk in den Handball, ein gutes Auge für Spieler, Verhandlungsgeschick, Weitblick wichtige Punkte. Nicht abschließend, aber das wäre das Profil für mich. Gerade beim Netzwerk in der Bundesliga scheint es deutlich von Vorteil zu sein, entweder selber Bundesliga gespielt zu haben oder aber sehr viel Zeit im Umfeld verbracht zu haben. Ansonsten ist das eher eine "Closed Community".

    Gerade bei den "Hard Facts" Netzwerk und Auge für Spieler hat ein ehemaliger Handballprofi entsprechend eine bessere Ausgangsbasis als Otto Normalo. Dass dabei Dinge wie Weitblick und Verhandlungsgeschick bei der Jobvergabe "hintenrunter" fallen, kann ich nachvollziehen - macht es aber nicht richtig.

    Welches Profil würdest du als "muster" Sportlicher Leiter dem ehemaligen Handballprofi a la Szilagyi, Vranjes, Wiegert, Witte, Bitter, Schweikardt, Matschke, Gutbrod usw. gegenüberstellen?

    Genauso wie vor der Saison mit den Verpflichtungen von van der Merwe, Schrader und Hilding alles gut war, ist jetzt alles schlecht. Nimmt man den Spielplan, dann könnte man aus den ersten fünf Spielen (Stuttgart, Erlangen auswärts, Flensburg, Berlin, RNL zu Hause) wahrscheinlich "gesichert" 2 Punkte erwarten. Die ist man (bei einer erwartbaren Niederlage gegen die Füchse) jetzt "hintendran". Die Psyche tut ihr Übriges.

    Im bisherigen Spielablauf verstehe ich weniger, warum Wasilewski in der Abwehr nicht durch z.B. Viana (der wurde in der Vorstellung für seine Halb-Deckungskünste gelobt?!) oder Schöttle mehr entlastet werden kann. Schrader scheint ja nicht sofort einsatzfähig zu sein, da könnte man im Abwehrsystem schon etwas umdenken.

    Dass Fraatz, Schrader und Schöttle besser heute als morgen nachhaltig fit sein sollten, steht außer Frage. Siehe auch #2182 hier. Aber gut, alles lamentieren über fehlendes Personal hilft nicht - positiv formuliert dürfen Gunnarsson und Pütz jetzt "mal" zeigen, was sie können.

    Ich habe mir bewusst die Nacht nach diesem Spiel gegeben. Man, war das nervig gestern.

    Auch mit einer Mütze Schlaf darfst du dieses Spiel aus meiner Sicht auf keinen Fall verlieren, geschweige denn so aus der Hand geben. Da haben auch keine Schiedsrichter und Gegner etwas mit zu tun, sondern hauptsächlich die eigenen technischen Fehler und der Wechselfehler - der zweite in vier Spielen in einer entscheidenden Phase.

    Die Fragen zur Kaderplanung insbesondere im rechten Rückraum, ich hatte es im BHC-Vereinsthread schon angestoßen, muss sich Gutbrod gefallen lassen. Die sollten auch weiter laut gestellt werden. Das ist zum zweiten Mal in zwei Jahren Mist.

    Ich möchte trotz allem noch mein absolutes Unverständnis zur Aktion von Bissel in der zweiten Hälfte zum Ausdruck bringen, die vollkommen zurecht mit einer roten Karte geahndet wurde (...und mir nicht zum ersten Mal so auffiel). Ich verstehe auch in der zwanzigsten Wiederholung nicht, 1.) warum er in so einer Situation von hinten voll in den Arm von Bergner greift und 2.) wie er dann überrascht sein kann, dass er fliegt und sich nur halbherzig entschuldigt. Frag' doch mal bei Halil Jaganjac nach, wie schwer es mit der Karriere wird, wenn die Schulter nicht in Ordnung ist. In Wuppertal wär was los gewesen bei der Aktion...

    Ich würde an dieser Stelle gerne das Thema Rückraum Rechts und Vereinskommunikation noch einmal aufmachen. Grundsätzlich freue ich mich ja über die strukturierte und ruhige Kommunikation des BHC bezüglich Zugänge, Verletzungen und weiterem. Finde ich gerade im Vergleich mit anderen Vereinen, Gerüchten und auch Springer sehr angenehm.

    Ich lese im Solinger Tageblatt und in den Vereinsberichten seit der Vorbereitung, dass Janik Schrader leider eine Fußverletzung hat. Keine genauere Definition. Dazu auch seit dem Vorbereitungsauftakt, dass man sich gerne auf Rückraum Rechts noch verstärken möchte.

    Gibt es dazu eine neue Wasserstandsmeldung oder kritische Frage der Presse, die ich übersehen habe? Wasi kennt das ja, Alleinunterhalter zu sein. Ob das der Bilanz zuträglich ist, sei mal vorsichtig hinterfragt.

    Und das ist durchaus eine der spannenden Fragen hier im Thread. Wie ist die Zeitrechnung? Ab wann beginnt die Frist zu laufen und wann ist somit der letzte Tag?

    Die Auflösung dieser Frage interessiert mich tatsächlich auch brennend. Vor allem, weil darüber auch das Handeln der Lizenzierungskommission nochmal aus anderer Perspektive beleuchtet würde...

    Ob es hinterher eine zufriedenstellende Antwort - in der Öffentlichkeit - gibt, wage ich doch zu bezweifeln...

    Ich denke es war zwar eine weich formulierte, aber dennoch ganz klare Ansage an die Verantwortlichen des HCH, dass er hier nicht länger den Geldonkel spielen will, zumindest nicht in dem Maße wie bisher. Er setzt Bitter & Co. damit unter Druck und die Verantwortlichen können sich dann im Fall der Fälle auch nicht rausreden, dass sie das nicht gewusst hätten. Ich gehe davon aus, dass die interne Ansage dazu deutlich härter ausgefallen ist, als das was er hier in der Presse von sich gibt

    Was es ist - da bin ich bei dir und bei alter Sack .

    Warum genau jetzt, kurz vor Saisonstart? Das ist die für mich interessante Frage. Der Wechsel in der Geschäftsführung (Rejek auf Hüneburg, Weller und Bitter rein) ist nicht mal drei Monate her - selbst der Bundeskanzler "bekommt" 100 Tage bis zur ersten Bilanz. Warum baue ich auf eine neu-sortierte GF Druck auf und lasse diese nicht in Ruhe arbeiten?

    welche doch nur faktisch eingetreten wäre, hätte ein Gläubiger einen Titel erwirkt, oder? Ich bilde mich hier ja sehr gern juristisch weiter.

    Die Zahlungsfähigkeit bemisst sich zum jeweiligen Zeitpunkt nach der freien Liquidität abzüglich der fälligen (!) Verbindlichkeiten. Sollte dies über zusammenhängende Wochen (>=3) der Fall gewesen sein, ist die Zahlungsunfähigkeit faktisch erreicht, unabhängig vom Gläubiger.

    Wichtig ist im Nachhinein: Im Zweifel muss nachgewiesen werden können, dass verspätet geleistete Zahlungen nachweislich gestundet bzw. die Fälligkeit verschoben wurde, und eben nicht die Zahlung einfach später geleistet worden ist.

    Sollte der Insolvenzverwalter einen solchen Sachverhalt feststellen, kann er ab diesem Zeitpunkt die GF für alle nachfolgenden Ereignisse zur Haftung heranziehen...

    Der Wirtschaftsprüfer kommt zu einem Stichtag. Meinetwegen zu zwei (Aufstellung der Bilanz) Meinst Du wirklich, der rettet ihn davor, persönlich zu haften? Ich habe Zweifel.

    Nein, tut er nicht. Aber die Kombination aus Going Concern durch den WP und des Nachweises, dass die Durchfinanzierung für die kommenden 12 Monate mit überwiegender Wahrscheinlichkeit gesichert ist (unabhängig davon, wo die Gelder herkommen), genügt den Ansprüchen einer Fortbestehensprognose und entbindet die Geschäftsführung damit von Haftungsansprüchen.

    Ich glaube, dass das schärfere Schwert die Zahlungsunfähigkeit in der Vergangenheit ist. Das wird sich der (mögliche) Insolvenzverwalter auch automatisch anschauen...

    Worüber ich heute nicht hinwegkomme:

    Der Zeitpunkt, der angekündigten Insolvenzeröffnung ist echt schräg. Bei einer kolportierten Unterdeckung von 800.000 bis 1.400.000 Euro ist die Lücke ja nicht "in Gänze" neu. Zumal sie recht offen in den Bilanzen ausgewiesen sein soll. Wir reden hier nicht über einen Einzelkaufmann, der erst Insolvent ist, wenn er zahlungsunfähigk ist. Wir haben ein Konstrukt wie eine GmbH bzw. einen Verein, der bereits bei Überschuldung eine Fortführungsprognose braucht. Die ist doch spätestens im März/April tot, als einer der Hauptsponsoren zurücktritt. Wie will Jonker den der Insolvenzverschleppung entgangen sein?

    Meine Lösung wäre ja gewesen, dass es da Bürgen oder ähnliches gibt. Wenn es die aber gegeben hätte, dann hätte man sie in Anspruch nehmen müssen um die Lücke zu verkleinern. Also gibt es sie nicht oder nicht in ausreichendem Maße. Hoffentlich verfolgt Krefeld auch diesen Teil. Auch wenn das üblicherweise eher der Job des Insolvenzverwalters ist.

    Solange dir der WP den Going Concern bestätigt, musst du die Bilanz ja nicht nach Zerschlagungswerten aufziehen. Dann muss der Betroffene planerisch mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ein Jahr durchfinanziert sein, um die Fortbestehensprognose vorweisen zu können. Mit vorgezogenen Sponsorenzahlungen und Dauerkartenerlösen kann das schon klappen.

    Den Tatbestand der drohenden Zahlungsunfähigkeit wird die HSG wahrscheinlich die letzten drei Jahren durchgängig erfüllt haben, da ist eine Insolvenzanmeldung aber nur "kann" und im Ermessen der Geschäftsführung. Es wäre allerdings durchaus interessant, mal zu prüfen, ob die Zahlungsfähigkeit in der Vergangenheit wirklich durchgängig gegeben war und die bestehende Zahlungsunfähigkeit als Antragsgrund wirklich zu keinem Zeitpunkt in der Vergangenheit vorlag.

    Ausflug in die Insolvenzordnung Ende...

    Für Spieler und deren Familien, Fans und alle die mit dem Verein sympathisieren ist das alles egal - auf deren Rücken wird zuvorderst das Missmanagement ausgetragen.

    Ich frage mich ja, ob die "Macher" eine Insolvenz in Betracht ziehen. WENN das mit der Lizenz so einfach ist (ha ha), und viele an einem Strang ziehen, ist das durchaus ein denkbarer Weg. Steinig, teuer auf unterschiedliechn Ebenen, aber nicht unmöglich. Mit dem klitzekleinen Vorteil im Anschluß eine Mio weniger Schulden zu haben.Stimm

    Möglich - und der Schuldenschnitt wäre als Sanierungsgewinn sogar steuerfrei :)

    Es gibt einen großen Unterschied zwischen riskantem Wirtschaften und arglistiger Täuschung. Einnahmen des nächsten Jahres zu verpfänden ist riskant aber nicht illegal. Und das machen mehr Sportvereine als ihr denkt.

    Denkt doch mal über die These nach, dass Nordhorn zwar riskant gewirtschaftet und eine optimistische Planung vorgelegt hat, aber die HBL ihnen kein Fehlverhalten nachweisen kann, das einen Entzug der Lizenz rechtfertigt und juristisch standhält.

    Für alle anderen Theorien fehlen mir die Fakten und scheinen sehr spekulativ zu sein.

    Ein riskantes Wirtschaften, wenn auch nicht illegal, wie du richtigerweise sagst, erfüllt nicht die Grundsätze kaufmännischer Vorsicht. Diese sind im Rahmen von kaufmännischen Angelegenheiten und zwischen Kaufleuten (welche sowohl die Liga als auch Nordhorn-Lingen sind) die Basis. Sprich: Vorsichtige Umsatzplanung, Nutzung von Sicherheitsabschlägen auf unsichere Einnahmen, Berücksichtigung aller möglichen Prämien und Kosten in den Aufwandsstrukturen.

    Die HBL hätte aus meiner Sicht gerade nach dem Fall Hamburg genau solche Planungsprämissen spätestens im März diesen Jahres mit den Erkenntnissen aus der Bilanz Nordhorns der Saison 24/25 hinterfragen müssen und im Zweifel eine realistisch-vorsichtige (kaufmännisch verwertbare) Version der Planzahlen von Nordhorn verlangen müssen. Ich betone: Müssen - und das schon aus Selbstschutz, um einen (berechtigten) Kritikhagel wie den jetzigen eben nicht aufkommen zu lassen.

    Nochmal: Der Fehler im System liegt aus meiner Sicht zuvorderst bei der HBL, die eben genau diese kritische Prüfung wiederholt vermissen hat lassen - und auch im Rahmen der Nachprüfung zumindest öffentlich die Fehlplanung, welche selbst GF Jonker zugab, nicht moniert hat.

    Das Motiv und Handeln in Nordhorn seit 2024 ist aus meiner Sicht mindestens zweifelhaft. Wenn sich die Schlussfolgerungen von Seiten der HSG Krefeld bestätigen sollten, hat Nordhorn tatsächlich "Dreck am Stecken", aber immer noch wesentlich weniger als das Kasperletheater der Lizenzierungskommision.

    Das mit der Frist steht nur in dem Artikel der SportBILF. In keinem anderen Artikel und auch nicht in der LZO. Woher kommt also diese Aussage? Will da jemand weiter Stimmung machen?

    Das mit den Stimmungen und Meinungen und den Fakten ist ja immer so eine Sache. Aber aus meiner Sicht, und ohne Rote Vereinsbrille (die ich dir ohne jeden Zweifel gönne!) hat Krefeld in den letzten beiden Stellungnahmen zwar scharf, aber auf der Basis von Fakten und logischen Schlussfolgerungen argumentiert. Widersprochen wurde dem bis heute nicht. Weder von Seite Nordhorn, noch von Seiten der HBL.

    Die Stimmungsmacher sitzen aus meiner Sicht nicht auf dieser Seite...

    Mit Blick auf die Argumentation der HBL... ach komm, lassen wir es gleich...