Es gibt einen großen Unterschied zwischen riskantem Wirtschaften und arglistiger Täuschung. Einnahmen des nächsten Jahres zu verpfänden ist riskant aber nicht illegal. Und das machen mehr Sportvereine als ihr denkt.
Denkt doch mal über die These nach, dass Nordhorn zwar riskant gewirtschaftet und eine optimistische Planung vorgelegt hat, aber die HBL ihnen kein Fehlverhalten nachweisen kann, das einen Entzug der Lizenz rechtfertigt und juristisch standhält.
Für alle anderen Theorien fehlen mir die Fakten und scheinen sehr spekulativ zu sein.
Ein riskantes Wirtschaften, wenn auch nicht illegal, wie du richtigerweise sagst, erfüllt nicht die Grundsätze kaufmännischer Vorsicht. Diese sind im Rahmen von kaufmännischen Angelegenheiten und zwischen Kaufleuten (welche sowohl die Liga als auch Nordhorn-Lingen sind) die Basis. Sprich: Vorsichtige Umsatzplanung, Nutzung von Sicherheitsabschlägen auf unsichere Einnahmen, Berücksichtigung aller möglichen Prämien und Kosten in den Aufwandsstrukturen.
Die HBL hätte aus meiner Sicht gerade nach dem Fall Hamburg genau solche Planungsprämissen spätestens im März diesen Jahres mit den Erkenntnissen aus der Bilanz Nordhorns der Saison 24/25 hinterfragen müssen und im Zweifel eine realistisch-vorsichtige (kaufmännisch verwertbare) Version der Planzahlen von Nordhorn verlangen müssen. Ich betone: Müssen - und das schon aus Selbstschutz, um einen (berechtigten) Kritikhagel wie den jetzigen eben nicht aufkommen zu lassen.
Nochmal: Der Fehler im System liegt aus meiner Sicht zuvorderst bei der HBL, die eben genau diese kritische Prüfung wiederholt vermissen hat lassen - und auch im Rahmen der Nachprüfung zumindest öffentlich die Fehlplanung, welche selbst GF Jonker zugab, nicht moniert hat.
Das Motiv und Handeln in Nordhorn seit 2024 ist aus meiner Sicht mindestens zweifelhaft. Wenn sich die Schlussfolgerungen von Seiten der HSG Krefeld bestätigen sollten, hat Nordhorn tatsächlich "Dreck am Stecken", aber immer noch wesentlich weniger als das Kasperletheater der Lizenzierungskommision.