Beiträge von Handball-Zwerg

    Das war heute viel B-Kader bei der MT, trotzdem haben sie alles im Griff.

    Cavalcanti ist die Weihnachtsüberraschung heute. Auch Barrufet total sicher. Das ist einfach stark. Man muss gar keinen herausheben.

    Das ist vermutlich der entscheidende Punkt. Es gibt kaum jemanden der (mal abgesehen von Simo an seinen Sahnetagen) extrem heraus sticht. Also zumindest von den Feldspielern (nach meiner Einschätzung) keinen, dem man uneingeschränkt internationales Top-Niveau bescheinigen würde.

    Mal ehrlich welche MT-Spieler würden in Magdeburg,Berlin oder Flensburg unzweifelhaft zur TOP-6 gezählt werden? Nicht viel, würde ich mal behaupten. Am ehesten vermutlich einige aus dem Defensiv-Verbund. Die Abwehr ist als Ganzes tatsächlich ein Glanzstück.

    Dafür reicht es nicht, 1-2 Schlüsselspieler matt zu setzen um den MT-Motor ins stottern zu bringen. Das Kollektiv funktioniert so gut, dass sie auch nach kürzeren Schwächephasen innerhalb eines Spiels fast immer wieder zurück in die Spur finden und man im Stande ist Lösungen zu kreieren. Heute z.B. war Jönsson kaum auf der Platte, ist Dainis offensiv (mal abgesehen von ein paar tollen Anspielen) kaum ins Spiel gekommen. Hat sich kaum ausgewirkt.

    Es gibt auch keine ausgewiesenen Schwachstellen. Jeder ist (Normalform vorausgesetzt) in der Lage auch in Topspielen seinen Teil zum Gelingen beizutragen. Sieht vielleicht nicht so spektakulär aus wie Gidsel, Pytlik oder auch Martinovic, wenn sie richtig aufdrehen. Erfüllt aber als Kollektiv fast immer seinen Zweck und führt so (zumindest bislang) zu einem Höchstmaß an Stabilität.

    Gut, die echten Herausforderungen auswärts kommen in der Rückrunde noch in Serie. Warten wir ab, ob sie auch in hitziger Atmosphäre (in Magdeburg, Berlin oder Flensburg gegen vollzählige Gegner) einen kühlen Kopf bewahren können. Das werden dann die Nagelproben, ob es vielleicht doch zu mehr als "Wunsch-Platz 5" ( ;) ) reicht.

    Wir sollten uns jetzt aber auch nicht so viel Mühe geben, diese Fragilität, die es ja in der Vergangenheit durchaus gegeben hat, für die Rückrunde herbei zureden. Denn wenn Parrondo´s Mannen aktuell etwas ausstrahlen, dann ist es Stabilität (bzw. die bereits erwähnte "Resillienz"). Die Fähigkeit, auch wenn es mal vorübergehend nicht läuft, den Faden wieder aufzunehmen und zurück in die Spur zu finden.

    Das gilt es natürlich nun auch in den schweren Auswärtsspielen die in der Rückrunde auf die MT warten zu bestätigen, was sicher eine Herausforderung wird. Ich glaube jetzt auch nicht, dass wir da überall gewinnen werden. Aber von vornherein chancenlos sind wir in diesen Partien mit Sicherheit auch nicht. Wenn man bei 2-3 der Mitkonkurrenten was mitnimmt kann das schon für sehr viel reichen.

    Ob man nun deswegen Meisterschaft oder CL-Teilnahme als Ziel nach außen Kommunizieren muss? Halte ich auch nicht viel davon (genau so wenig, wie "Platz-5" als Ziel auszurufen). Die sollen sich vor jeder dieser "Auswärtshürden" das Ziel setzen, diese zu überwinden! Mit diesem Anspruch müssen sie in diese Partien gehen. Wird dann vielleicht nicht immer gelingen. Möglicherweise werden der MT auch tatsächlich die Grenzen aufgezeigt. Aber jetzt schon gedanklich "abschenken" und noch 1-2 Ausrutscher einkalkulieren, weil Platz 5 ja reicht ? Mit der Einstellung werden sie den dann vermutlich auch nicht erreichen!

    Also fassen wir doch mal zusammen:

    Die MT steht aktuell zurecht oben, weil sie u.A mittlerweile gegen eine Reihe hochgehandelter Mannschaften, zum Teil überzeugend gewonnen hat. Damit zählt sie Stand jetzt zu dem Kreis derer, die in dieser Saison die Meisterschaft holen können.

    Nur ist dieser Kreis bislang überraschend groß. Die Liga besticht im bisherigen Saisonverlauf durch eine ziemlich "breite" Spitze. Dafür fehlt das "Überflieger-Team" wie es die letzten Beiden Jahre der SCM und in früheren Jahren der THW. Wobei Magdeburg nicht ganz die Dominanz hatte, wie Kiel zu seinen besten Zeiten.

    In den vergangenen Jahren gab es aber immerhin schon jeweils einen Kreis von 3-5 Teams, denen man eine Meisterschaft zutrauen konnte. Dahinter klaffte schon eine gewisse Leistung-Lücke, zu den Teams, die vielleicht an einem guten Tag mal in der Lage waren einem der Top-Teams gefährlich zu werden, oder sie gar zu bezwingen.

    In der laufenden Saison haben wir nun eine Situation, in der von den Teams der oberen Tabellenhälfte jedes in der Lage ist, zumindest in Heimspielen jedes der anderen Teams zu schlagen. Und dahinter lauern noch Teams wie Eisenach und Leipzig, die das an richtig guten Tagen auch schaffen können.

    Entscheidend wird für den weiteren Verlauf der Meisterschaft daher sein, wer von den aktuell oben stehenden Teams auch auswärts gegen die anderen Teams der höheren Tabellenregion behaupten kann, und sich darüber hinaus die wenigsten "Ausrutscher" gegen Mannschaften ab Platz 10 leistet.

    Diesbezüglich stehen der MT halt noch eine ganze Menge schwerer Auswärtsaufgaben bevor. Und ob man "Stolpersteinen" wie sie Wetzlar oder Stuttgart noch in der letzten Saison darstellten, heuer ohne auf die Nase zu fallen überwinden kann, werden wir schon nächste Woche sehen.

    Ich bin da durchaus optimistisch, da die Mannschaft bislang wirklich überwiegend (+ für mich doch überraschend) stabil wirkt. Eisenach war jetzt keine Katastrophen-Leistung - die waren an dem Tag einfach gut und wurden von ihren Fans ähnlich gepusht, wie die MT gestern. Lediglich bei den RN-Löwen ist man gefühlt unter die Räder gekommen.

    Man darf sich daher schon als "Herausforderer" fühlen, muss dafür aber eben auch noch die anstehenden Herausforderungen bewältigen. Da bleiben halt schon noch ein paar Fragezeichen. Zu was es am Ende reicht wird sich zeigen und ob man dann mit dem Erreichten zufrieden sein darf, sollten wir erst zum Schluss bewerten!

    Ich denke, das ist jetzt kein Understatement ;)

    Was mir gestern an der MT wirklich gefallen hat war, dass man abgesehen von den ersten 10 Minuten eine gute Kontrolle über das eigene Spiel hatte. Man hat ziemlich konsequent "seinen Stiefel" runter gespielt, und hat mit der nötigen Geduld dann auch fast immer Lösungen gefunden, auch wenn des öfteren bereits "Zeitspiel" angezeigt war. Kann mich an genug Spiele in der Vergangenheit erinnern, in denen man dann hektisch wurde und sich ein um´s andere Mal festgerannt hat. Was dann nicht selten dazu führte nur noch mit reinem "Krafthandball" zu agieren.

    Die Kaderbreite lässt mittlerweile zu, dass Parrondo jedem Spieler auch in solchen Top-Spielen Pausen geben kann, was nach hinten raus, sowohl in einzelnen Spielen, wie auch Verlauf einer Saison einen Unterschied machen kann.

    Ich denke auch, dass durchaus beide Mannschaften positive Aspekte für sich aus diesem Spiel für sich rausziehen dürfen.

    Die MT hatte, zumindest so ab der 12. Minute, eine gute Kontrolle in ihrem Spiel. Sie haben im Schnitt länger benötigt um Lösungen zu finden, als die Füchse. Aber sie haben sie auch fast immer, auch wenn bereits Zeitspiel angezeigt war, gefunden und dafür weniger technische Fehler als Berlin gemacht. Man wurde in keiner Phase "kopflos" oder hektisch. Haben wir in der Vergangenheit schon häufig genug anders erlebt, als gefühlt ohne "Brechstange" nicht viel lief, und es auch mit selbiger oft nicht reichte.

    Jonsson nähert sich wieder seiner Bestform und Kristopans zeigt, dass er in solchen Spielen relativ zuverlässig "liefert". Und schließlich Mandic mit einem seiner bislang wohl besten Spiele im Dress der MT.

    Bei den Füchsen hat mir dennoch imponiert, dass sich die in Wesentlichen Teilen ziemlich junge Truppe, zu keiner Zeit aufgegeben hat, sondern sich auch bei 6 Toren Rückstand nicht wirklich abschütteln ließ und immer wieder heran kam. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich Jungs wie Freihöfer und Langhoff der Aufgabe gestellt haben, lässt für die Zukunft erwarten, dass die Abhängigkeit von Gidsel/Andersson reduziert werden kann.

    Trotzdem hat das Fehlen von Gidsel + Milo gestern schon eine Rolle gespielt. Mit den beiden wäre das Spiel vermutlich deutlich härter für die MT geworden. Ob man in der Lage gewesen wäre selber nochmal den "Zahn zuzulegen", den es dann gebraucht hätte ist spekulativ.

    Fazit: Melsungen darf sich zurecht über einen weiteren Sieg gegen eines der Top-Teams der Liga freuen. Die Füchse dürfen mit dem was an Potential künftig noch abrufbar scheint, trotzdem positiv nach vorne schauen.

    Da weder Frust noch Euphorie unmittelbar nach Ende eines Spiels zu vernünftige Bewertungen des generellen Leistungsstands einer Mannschaft führen, habe ich erstmal knapp drei Stunden verstreichen lassen, bevor ich was in die Tastatur hämmere. Und ich stelle auch hier schon fest, dass die Qualität der Beiträge mit dem Abstand zum Schlusspfiff so allmählich wieder zunimmt. Was haltet Ihr von folgender Einordnung:

    Nachdem es unsere Mannschaft in den vergangenen Spielen einige Male an ihre Leistungs-Grenze gehen musste, in Viertel- und Halbfinale wahrscheinlich sogar darüber hinaus, waren einfach nicht mehr genug Körner übrig, um heute nochmals gegen einen überlegenen Gegner über sich hinaus zu wachsen. Was gegen Dänemark in seiner heutigen Verfassung zweifellos nötig gewesen wäre und wahrscheinlich trotzdem nicht gereicht hätte.

    Das hat Alfred möglicherweise auch gespürt, was ich wegen seiner "zurückhaltenden" Äußerungen vor dem Spiel, und die ihm anzumerkende Nervosität vermute. Im Gegenzug dazu war sich Jacobsen offensichtlich sehr sicher, das der Tank von Gidsel, Pytlik etc. noch voll genug für eine große Performance im Finale war.

    Das hat dann, wie hier ja auch schon angemerkt wurde, zumindest einige Spieler veranlasst sich in der Offensive ein höheres Risiko zu gehen, weil sie gespürt haben, dass es mit "Power-Handball" nicht funktionieren würde. Und auch in der Abwehr trauten sich die Spieler den "zusätzlichen Schritt", der notwendig gewesen wäre um die dänische offensive zu bändigen, wohl sehr schnell nicht mehr zu.

    Es klappte dann noch halbwegs, solange man noch auf Tuchfühlung war. als diese zwischen 10. und 15. Minute verloren ging war die Widerstandsfähigkeit der (in wesentlichen Teilen) jungen Truppe gebrochen, und es ging dahin. Das kann man kritisieren, weil man von Profis schließlich eine gewisse Einstellung erwartet. Aber jeder der selber schon Wettkampfsport betrieben hat weiß, das es solche Tage gibt. Selbst bei Vollprofis.

    Deswegen die Leistung über das gesamte Turnier nun so herabzuwürdigen, wie das in einigen Posts der letzten drei Stunden rüber kam, ist aus meiner Sicht nicht angebracht. Unterm Strich hat unser Team mehr geleistet, als ihm zuzutrauen war!

    Denn seien wir mal realistisch. Wem im deutschen Kader hätte man zu Turnierbeginn zweifelsfrei das Prädikat "Weltklasse" zugeschrieben? Doch allenfalls A. Wolff, und auch der ist nicht in der Lage dies in jedem Spiel abzurufen. Schafft auch N. Landin nicht. Aber die dänische Offensive ist meistens in der Lage seine schwächeren Tage zu kompensieren.

    Das kriegen wir (noch) nicht hin. Wir sind auf eine Top-Torhüter-Leistung angewiesen, um gegen die starken Teams bestehen zu können.

    Im Feld haben wir mit Knorr und Uscins zwei noch sehr junge Protagonisten, die das Potential zur Weltklasse in der Offensive sicher mitbringen, aber zumindest noch nicht beständig abrufen können. Daher sind sie aus meiner Sicht momentan auch noch keine Weltklasse-Spieler, wenn auch Uscins im Verlauf dieses olympischen Turniers einen deutlichen Schritt in diese Richtung gemacht hat. Köster sehe Ich (bislang aber nur in der Defensive) ebenfalls auf dem Weg in diese Kategorie. Auch Golla würde ich gehobenes internationales Format zuschreiben.

    Aber dann wird es auch schon deutlich dünner was internationale Klasse (oder gar Weltklasse) angeht. Auf den Außen-Postionen und RR-L fehlt uns dieses Format bislang. Ach die Kader-Tiefe genügt eigentlich noch nicht höchsten Ansprüchen. Und da frage ich mich schon, wie man mit dieser Basis aktuell Titel-Erwartungen erfüllen soll? Gemessen daran ist die Silbermedaille eigentlich ein herausragendes Ergebnis, dass der tollen Team-Leistung bis heute, und der offensichtlich taktisch richtigen Einstellung von Alfred (zweiter RA hin oder her)! Da ist mehr rausgeholt worden, als eigentlich drin war.

    Optimistisch für die Zukunft kann uns machen, dass einige Akteure in ihrer Entwicklung noch nicht ausgereizt erscheinen. Und dass noch einige spannende junge Talente dazu kommen könnten. Wenn zudem der Spruch stimmt (wovon ich überzeugt bin), wonach man aus (vor allem schmerzhaften) Niederlagen am meisten lernen kann, haben unsere Jungs ja heute eine Menge "Lernstoff" mitbekommen. Zunächst sollten sie aber stolz auf das erreichte sein dürfen, und diese Medaille gebührend feiern. Dann kann man sich neue Ziele stecken.

    Es war auch heute Abend nicht soo gut, wie es das Ergebnis aussagt (außer natürlich Adam Morawski, der hat seinen Laden heute wirklich dicht gemacht). Aber Erlangen war heute auch ausser in den ersten 15 Minuten (sowie in der letzten Minute vor Halbzeit) so gar nicht auf der Platte.

    Zwei wichtige Abwehr-Aktionen von Jónsson + Gomez, wo man mal mit richtig Einsatz zwei Konter unterbunden hat, haben, neben Adams Paraden, dann auch die Halle "erweckt". Und dann klappte so Manches, was vorher Monate lang nicht geklappt hat. Nicht mal das Spiel ohne Linkshänder im Rückraum ist groß negativ aufgefallen.

    Jetzt schaun wir mal, ob es Parrondo mit seiner Truppe gelingt, diesen Schwung aufzunehmen, und zum Ende der Saison noch sowas wie eine gewisse Stabilität auf vernünftigem Niveau zu erreichen. Ein Anfang wäre immerhin gemacht.

    Das war heute wahrlich nix für Handball-Feinschmecker.... Da hat man sich ja wirklich gegenseitig im verdaddeln von Bällen übertroffen. Ich glaube der einzige Spieler auf dem Feld in Normalform war Häfner, alle anderen hatten zwar hin und wieder ihre lichten Momente, aber eben auch etliche grobe "Stockfehler". Herausgestochen ist hier für mich noch Kühn, dem wirklich nicht viel gelang, und für meine Geschmack zu viel Spielzeit hatte.

    Nach 10 Minuten konnte man ja noch den Eindruck haben, dass Minden ein dankbarer Aufbaugegner für die wieder arg verunsichert wirkende MT-Truppe sein könnte. Nur wollte man sich irgendwie nicht aufbauen lassen ?( Das könnten richtig zähe Wochen werden bis Weihnachten. Hoffe mal das Mikkelsen schnell wieder fit wird, damit Julius in den nächsten Spielen noch die Pausen bekommen kann, die er aktuell wohl noch dringend braucht. Im Moment hemmt er das Spiel mehr.

    Kann mir eigentlich irgendwer schlüssig erklären, was seit dem Spiel in Balingen mit der Mannschaft incl. Trainer passiert ist?


    Kaum zu glauben, dass da heute die gleichen Spieler auf der Platte standen wie in Balingen (oder gegen Flensburg, oder gegen Lemgo). Wo ist auf einmal die Eindimensionalität geblieben, die wir hier noch vor 4 Wochen so zahlreich und laut beklagten? Endlich scheint das Spiel der MT nicht nur von Kühn + Mikkelsen abzuhängen, sondern fast jeder scheint nun in engen Situationen für wichtige Aktion gut zu sein. Da schwappt auch mal wieder eine 1. und eine 2. Welle über gegnerische Abwehrreihen. Es gibt einen klaren Plan für´s Überzahlspiel. Der Abwehr-Mittelblock zeigt sich beweglich, in dem ein Finn Lemke auch wieder ein echter und schwer zu überwindender Turm ist. Fast alle Dinge, die wir doch recht lange im Spiel der MT vermisst haben scheinen plötzlich vorhanden!


    Sollten die "externen" Fristen in diesem Thread doch recht behalten mit ihrem Unverständnis bezüglich der teils panischen Reaktionen von so manchem MT-Fan hier? Lohnt es sich einfach doch, auch mal in kritischen Situationen etwas Gelassenheit zu bewahren? Einem Trainer einfach mal zugestehen, dass es beim Versuch neue Spiel-Ideen zu implementieren, auch mal etwas "knirschen" kann? Der Erfolg sucht sich schon manchmal seltsame Wege... 8o


    Vielleicht tut auch einigen der geneigten MT-Fans hin und wieder etwas mehr Demut, wie Grimm sie jetzt auch von seiner "Söldner-Truppe" einfordert, gut.  ;)

    Das war, zumindest seitens der MT, ein wirklich ansehnliches Handballspiel heute Nachmittag. Wenn man bedenkt, was wir hier noch vor 4 Wochen am Zetern waren und so einige H. Grimm am Liebsten in die Wüste geschickt hätten...

    Was ein Kontrastprogramm in den letzten 3 Heimspielen. Und wie schon gegen die RNL (SCM kann ich nicht beurteilen, da nicht gesehen) auch heute ein in erster Linie herausgespielter Sieg mit variabel herausgespielten Toren. Torgefahr von fast jeder Position und dabei Kühn und Mikkelsen gar nicht mal so überragend im Spiel. Dafür dann (wieder) Häfner mit starker Leistung und Pavlovic mit richtig starken Aktionen. Vor allem natürlich auch Simic, der auf der Torhüter-Position für den Unterschied gesorgt hat. Dabei auch fast die ganze Breite/Tiefe des Kaders genutzt. Fast jeder konnte seinen Beitrag zum Gelingen beitragen. Heute hat das Kollektiv funktioniert, nachdem es in Balingen noch ein kollektives Versagen des ganzen Teams gab. Toll zu anzusehen, wenn die MT ihr Potenzial so nutzt. Und möglicherweise ist es noch nicht mal ausgereizt?

    Trotz der Niederlage konnte man, finde ich zumindest, auch in Melsungen erkennen/erahnen, dass die Recken nicht zufällig soweit oben in der Tabelle stehen. Mit Olsen fehlte schon ein Spieler, der auf hohem Niveau den Unterschied machen kann. Dennoch konnte man sehen, dass da eine sowohl spielstarke als auch ausreichend robuste Truppe beisammen ist, die ihre Aktionen mitunter schon in atemberaubenden Tempo herunter zu spielen weis. Sollte mich nicht wundern, wenn H.-B. bis zum Ende um die vorderen Plätze mitspielt, da auch hier genügend Breite im Kader vorhanden scheint (soweit ich dies aus dem heutigen Spiel rückschließen darf)

    Fand außerdem, dass es heute, trotz der gebotenen Intensität, ein angenehm faires Spiel war. Auch das Schiedsrichter-Gespann agierte, nach meiner Einschätzung, auf dem Niveau der beiden Mannschaften.

    Ich denke in Teilen haben sowohl "Kritiker" als auch "Beschwichtigen" recht. Die "Top-3" der Liga (Flensburg,THW,RNL) sind Kader technisch schon noch ein gutes Stück weg von der MT. Denn ganz ehrlich: welcher Spieler der MT hätte eine realistische Chance auf einen Platz in der Startformation dieser drei Vereine? Mit einigem "Good will" vielleicht Kühn und Reichmann. Sofern beide in Topform sind, könnten sie evtl bei den Löwen eine Alternative darstellen. Ansonsten wären sie lediglich Kader-Spieler in diesen Teams, und außer den beiden noch maximal 1-2 weitere, die es dort auf die Bank schaffen könnten. So nüchtern muss man das wohl betrachten. Deutscher National-Spieler zu sein, qualifiziert Dich nicht automatisch für den Kader von Kiel oder Flensburg. Ist wohl einfach so!

    Daher sind die Teams, mit denen man sich als MT vom "Spieler-Material" (bescheuerter Begriff, ich weis) vergleichen kann, wie von anderen bereits genannt, Magdeburg und die Füchse. Wobei ich beim SCM aktuell Vorteile in der mannschaftlichen Geschlossenheit sehe. Da sind uns auch einige nominell schlechter besetzte Teams voraus. Das aufzuholen ist die primäre Aufgabe der sportlichen Leitung in Melsungen, und nicht einfach zu erreichen. Sollte am Ende Platz 4 heraus springen, dürfte man das dann auch tatsächlich als echten Erfolg feiern. Auch Platz 5 wäre keine Schande. Soweit gehe ich mit einer ganzen Reihe von Usern hier konform.

    Trotzdem wünsche ich mir, wie auch die meisten MT-Anhänger hier auch einen etwas ansehnlicheren Handball, als man ihn seit geraumer Zeit häufig von der MT geboten bekommt. Das sollte der Kader auch allemal hergeben. Und dann wird man auch wieder in der Lage sein, die TOP-Teams etwas mehr zu "stressen". Heißt ihnen bis in die Schlussphase hinein alles abverlangen. Wenn die Halle dann dadurch richtig mitgenommen wird, kann man an einem guten Tag vielleicht auch mal wieder ein Stolperstein für diese Mannschaften sein. Dann ist der geneigte MT-Fan auch wieder etwas zufriedener und verzeiht sogar ein gelegentliches eigenes Stolpern bei schwächer eingeschätzten Teams . So wie die Anhänger anderer Vereine halt auch.  ;)

    Jetzt gilt es erstmal sich auf die nächste Aufgabe beim BHC zu konzentrieren. Wird schwierig genug.

    Man sollte hier sicher berücksichtigen, dass man hier gegen eine der vermutlich stärksten (vielleicht sogar die Stärkste?) Defensive der Liga ran musste. Dazu heute noch ein klares Übergewicht auf der Torwart-Position. Für Panik-Mache vielleicht etwas früh.

    Dennoch wünsche (nicht nur) ich mir etwas mehr Struktur im Angriffs-Spiel. Es sollte doch möglich sein, mit den Leuten die da zur Verfügung stehen, wenigstens ein paar Spielzüge ins Offensiv-Repertoire zu bekommen, mit denen man halbwegs regelmäßig Spieler in eine vernünftige Wurfposition bringt. Das hatte uns Flensburg (neben der guten Defensive) heute wieder am deutlichsten voraus. Aus eingespielten Abläufen , mit Tempo und Bewegung auf allen Positionen, schließlich am Ende einer Ballstafette einen Spieler halbwegs unbedrängt zum Wurf zu haben. Hat uns die SG heute mindestens 10x erfolgreich vorgemacht. Mal waren es Rückraumspieler, die frei durch die Mitte marschieren konnten, weil sie hervorragend frei geblockt wurden. Mal war der KL "frei" gespielt (nicht solche Harakiri-Anspiele wie heute z. B. von Kühn und Häfner mehrfach als Einladung zum Gegenstoß praktiziert). Und auch bei 6-6 viel es der SG offensichtlich nicht schwer immer wieder die Außen in guten Positionen frei zu spielen.

    Auch da könnte man sagen: "ist halt Flensburg". Nur das schaffen auch Mittelfeld-Teams gegen uns recht zuverlässig, während es umgekehrt eher selten zu sehen ist. War zumindest letzte Saison so. Gut, neue Saison, neue Chance. Aber innerhalb der nächsten Wochen muss da eine deutliche Steigerung, bzw. eine Abkehr von dieser Eindimesionalität, die unser Spiel seit mindestens 2 Jahren kennzeichnet, erkennbar sein. Hieß es vorletzte Saison zu häufig: "Ball auf Julius - der erledigt dann den Rest", so war es über weite Strecken der letzten Saison das Rezept: "Ball zu Lasse - und der erledigt dannn den Rest". Hat dann noch erstaunlich oft funktioniert, aber gegen die stärkeren Teams eben nicht mehr. Da braucht es schon ein bißchen mehr Variabilität im Spiel. Das muss zeitnah erkennbar werden.

    Gut am Donnerstag geht's zum BHC. Sicher auch ein starker, ernst zu nehmender Gegner. Dennoch eine Mannschaft, der man mit dem Kader der MT mit spielerischen Mitteln beikommen können sollte, nicht nur mit Wucht und Einzel-Aktionen. Wäre schön, wenn man da einen Plan / eine Spiel-Idee erkennen könnte!

    Na Das war doch zum Abschluss der Saison noch ein recht ansehnliches Handballspiel. Respekt auch an Lemgo, was die mit Ihrem doch arg dezimierten Rückraum noch so alles an Lösungen fanden.Bei Melsungen durften alle nochmal ran und (fast) jeder auch noch sein(e) Törchen werfen. Schön zu sehen, das man in der Lage ist 31 Tore zu werfen, ohne dass Mikkelsen großartig als Torschütze in Erscheinung trat. Auch waren durchaus eine Reihe netter Ballstaffetten zu bewundern und Allendorf zum Ende der Spielzeit nochmal richtig in Torlaune.

    Bleibt zu hoffen, dass die MT in der kommenden Saison den Abstand zu den Teams vor ihnen wieder etwas verkürzen kann. Sollte Kühn in absehbarer Zeit wieder zu alter Stärke zurückfinden (und langfristig vielleicht bzgl. Spielübersicht noch eine Schippe drauf legen können), Mikkelsen sich auf dem Niveau der Rückrunde stabilisieren und sich dann auch noch Häfner, wie von den Verantwortlichen erhofft einbringen, kann man durchaus darauf hoffen auch die Top-Teams wieder richtig zu fordern.

    Schließlich haben dann auch die Müllers (wie auch Birkefeld) noch einen würdigen Abschied bekommen. Zumindest konnte man nochmal erahnen, dass die beiden innerhalb des Teams bis zum Ende durchaus noch ein "Standing" hatten! Bin zum Einen gespannt, ob sie in neuer Umgebung nochmal etwas aufblühen und so zu einem befriedigenden Abschluss ihrer Bundesliga-Laufbahn finden. Und zum Anderen, wie Füchse und Leipzig-Fans sie beurteilen, wenn die Jungs nun ihren Teams mal etwas kräftiger zulangen..... ;)

    Nun ja, "Söldner-Mentalität" ist so eine häufig bemühte Floskel, die gerne angeführt wird, wenn es gerade nicht so läuft wie Fan sich das so vorstellt. Wenn wir ehrlich sind bestehen so gut wie alle BL-Teams aus "Handball-Söldnern", selbst beim BHC (so bemerkenswert ich deren Leistung auch finde) spielen kaum Jungs mit, die im bergischen Land groß geworden sind. Ein Jeffrey Boomhower ist dort auch nicht mehr oder weniger Söldner als bei uns. Es macht in der Wahrnehmung einer Leistung schon auch einen Unterschied, ob man als Aufsteiger, dem man zu Beginn der Saison sicher nicht viel mehr als einen frühzeitigen Klassenerhalt zugetraut hat, positiv überrascht und durch die hierbei erzeugte Euphorie noch mehr aus sich rausholt, als eigentlich im Kader steckt. In so einer Situation entwickelt sich der beschriebene Spirit wahrscheinlich auch etwas leichter. Das haben wir in Zeiten, als die MT noch in der Underdog-Rolle war auch hin und wieder (z.B. beim Sieg gegen den HSV im 1. Juli-Jahr) erleben dürfen.

    Ich möchte die Darbietungen der Grimm-Schützlinge in den letzten Wochen auch nicht unbedingt als "lustlos" beschreiben wollen, aber als reichlich "uninspiriert". Man ist aktuell (und eigentlich schon seit geraumer Zeit) zu sehr abhängig von der Tagesform einzelner Schlüssel-Spieler. Letzte Saison hauptsächlich Kühn, diese Saison in erster Linie Mikkelsen. Man darf sich ja gar nicht vorstellen, wo die MT stünde, wenn der nicht so oft so überragend auftreten würde. Dieses Setzen auf die individuelle Klasse Einzelner ist aber etwas , was (wie schon mehrfach hier angemerkt) nicht erst seit Grimm das "Markenzeichen" von Melsungen wurde. Das hat seine Ursprünge schon in der "Roth-Ära". Schorle setzte ja auch schon primär auf die physische Wucht seiner RR-Spieler auf den Halbpositionen, die sich vornehmlich im 1:1 durchsetzen konnten. Schnelles Lauf- und Kombinationsspiel sieht man schon seit Jahren eher selten. Dennoch konnte der RR, wenn er als Ganzes mal richtig ins Rollen kam schon auch immer wieder mal für Spektakel sorgen. Aber die Außen mal durch schnelle Ballstaffetten frei spielen, hat schon seit Jahren Seltenheitswert. Zumindest gefühlt, bekommen die MT von den gegnerischen Außenspielern deutlich mehr Tore eingeschenkt, als sie selber zu erzielen vermag. Wenn unsere Außen erfolgreich waren, dann hauptsächlich durch Tempo-Gegenstöße.

    Diese Saison musste der Grimm über weite Strecken auf die Alternativen Kühn und Pavlovic verzichten. Dazu die anhaltende Formschwäche der Müllers und von T. Schneider und ein Lemke, der seine offensiven Fähigkeiten weiterhin gut zu verstecken weiß. Das hat das Melsunger Spiel schon sehr eindimensional werden und den Coach des öfteren etwas ratlos wirken lassen. Wir sollten ihm und der Truppe dennoch die Chance geben, zu zeigen das es auch besser und damit auch wieder "ansehnlicher" geht. Nur wenn es Grimm gelingt das Spiel variantenreicher anzulegen und eine paar klare Abläufe (z.B bei drohendem Zeitspiel, oder bei "aggressiven" Verteidigungs-Strategien der Gegner zu etablieren), wird man den Top-Mannschaften wieder etwas näher kommen. Zweifel meinerseits, dass dies gelingen wird, kann ich allerdings auch nicht verleugnen.

    Da hat die MT zwar endlich mal wieder stark begonnen, dann aber leider, wie schon so oft in den letzten Wochen, kontinuierlich nachgelassen. Es bleibt das Kernproblem der MT derzeit: wenn das "System-Mikkelsen" neutralisiert ist, kommt vom Rest einfach zuwenig. Ausnahme heute allenfalls, so lange er mitwirken durfte, Birkefeld (Wenn man sich von dem mal nicht etwas voreilig wieder getrennt hat....).

    Da zeigten sich die Löwen doch deutlich breiter aufgestellt. Die scheinen sich mittlerweile auch von Andy Schmid etwas "emanzipiert" zu haben, und können so ein Ding wie heute auch mal ohne ihren formschwachen Spielmacher drehen. Auch ein deutlicher Unterschied im "Game-Coaching". Jacobsen findet eine Lösung um Mikkelsen weitestgehend aus dem Spiel zu nehmen. Grimm weder hierauf eine Antwort, noch irgend eine Idee, wie man die Kreise von Fäth einengen könnte.

    Wie schon richtig angeführt: der Abstand der MT zu den Top-Teams ist eher größer geworden diese Saison. Die kommende Spielzeit wird zeigen, ob wirklich primär an den Verletzungsausfälle und "den Müllers" lag, oder ob in dem Kader mehr steckt, bzw. Grimm dann auch in der Lage ist alles raus zu kitzeln.

    Na ja, das Ganze wirkt halt wenig souverän und passt irgendwie zum Gesamtbild, dass die MT, nicht nur heute Abend, abgibt. Das war heute schon ein äußerst mäßiges Spiel, in dem schließlich der Einäugige unter zwei Blinden gewonnen hat. Viele weggeworfene Bälle auf beiden Seiten, die Torhüter jeweils mit die besten Leute auf dem Parkett (bei GWD zumindest in der 2.HZ) und wenig zündende Ideen in der Offensive.

    Bei der MT zeigt sich seit Wochen ein sehr ähnliches Muster, was den Spielverlauf angeht. Nach zumeist holprigen Start, kommt man dann, meist durch den starken Mikkelsen doch recht gut ins Spiel, und hauptsächlich Dank ihm nicht selten zu einer klaren Führung. Sobald sich dann die gegnerische Defensive auf ihn eingestellt hat, ist dann überwiegend Schicht im Schacht. Der übrige Rückraum ist im Grunde seit Wochen nicht existent, und es ist schon erstaunlich, dass 1 Mikkelsen + 1(-manchmal auch 2) Außenstürmer + 1 Kreisläufer + eine einigermaßen stabile Defensive (inclusive. Torwartleistung) dann ausreichen, um zu diesem Zeitpunkt der Saison immer noch auf dem 5. Platz zu stehen. Möglicherweise jammere ich ja auf relativ hohem Niveau ?( . Aber es ist schon ziemlich lange her, dass ich von der MT (auch unter Berücksichtigung der Verletzten) mal ein richtig überzeugendes Spiel gesehen habe. So abhängig wir wir letzte Saison teilweise von Julius Kühn waren, so sind wir es aktuell (zumindest in der Offensive) von Mikkelsen.

    Vielleicht doch noch eine positive Anmerkung zum Schluß: Recht souverän fand ich heute das Schiedsrichterinnen-Gespann! Deren Fehlerquote fand ich Vergleich zu den meisten Feldspielern heute ziemlich überschaubar.

    Mit (hoffentlich) genügend Abstand hier auch mein Senf zum gestrigen Spiel. Wie schon vereinzelt hier angeklungen, hatte auch ich den Eindruck, dass der Spielverlauf den vorhergehenden Partien gegen die Füchse und Leipzig nicht ganz unähnlich war. Nur hat man gestern die 1. HZ nicht so konsequent durchgezogen, wie in den beiden anderen Partien, so dass die Schwächephase in der 2. diesmal zum Tragen kam.

    Ich weis nicht ob man da die Aussage vom Trainer wonach der MT "die Dinge momentan leicht von der Hand gingen" etwas zu sehr verinnerlicht hatte. Dem Spiel seiner Schützlinge fehlte nach, meiner Wahrnehmung, von Beginn an der nötige Biss. Vor allem die Abwehr wirkte nicht sehr zupackend. Da aber vorne die Angriffe zunächst noch ganz vernünftig zu Ende gespielt wurden, zudem Simo eine starke Phase hatte, schien dies jedoch niemanden zu beunruhigen, und man glaubte wohl das Spiel angesichts eines 14:10 Zwischenstands locker über die Runden zu bringen. Es folgte die in den vergangenen Spielen übliche "Tiefschlaf-Phase", die allerdings diesmal schon vor der Pause einsetzte, weswegen man nur mit einem dünnen Polster in selbige ging. So konnten die wacker (aber keinesfalls furios) aufspielenden Stuttgarter (ich weis, eigentlich Bittenfelder) den Fortgang der Schlummerphase zu Beginn der 2.HZ nutzen um (um gestützt auf einen von der MT-Offensive warmgeschossenen Jogi Bitter) ihrerseits in Führung zu gehen. Dabei dann der TVB auch soviel Selbstbewusstsein auf, dass ihn dann auch der zu spät erwachte Kampfgeist der MT nicht mehr Umwegen konnte. Dennoch gab es noch 1-2 Gelegenheiten für die MT doch nochmal das Spiel zu kippen, doch technische Fehler bzw. der zum Schluss immer stärker werdende Bitter verhinderten dies dann, so dass die Schwaben den letztlich verdienten Sieg feiern durften.

    Natürlich kann man die Verletzten und angeschlagenen Spieler immer als Erklärung für eine Niederlage anführen. Da dies gestern wohl auch Mikkelsen betraf, hat das für das Spiel der MT sicher auch eine Relevanz. Es ist dann aber auch schon wieder bezeichnend, wenn ein angeschlagener Mikkelsen dann immer noch der mit Abstand beste Melsunger ist. Vom Rest kommt mir da schon zu wenig. In Leipzig hat dann wenigstens noch die "Flügelzange" einigermaßen zugepackt. Wobei ich von einem Youngster wie Ignatov auch nicht erwarte, dass er nun regelmäßig 6-7 Buden macht. Was ich nicht nachvollziehen kann, sind diese ausgeprägten "lethargischen" Phasen in den vergangenen Wochen. Da wünschte ich mir auch von Grimm mal deutliche "Ansagen/Weckrufe" in den Auszeiten. Meiner Meinung nach wird da mitunter etwas zu lange alles noch ziemlich schön geredet, obwohl das Spiel gerade dabei ist den Bach runter zulaufen. In Leipzig ist immerhin Lemke mal richtig laut geworden, aber so ein "Tritt in den Allerwertesten" darf/muss dann auch mal vom Trainer kommen.

    Auch die Feststellung, dass da verständlicherweise alle auf dem Zahnfleisch kriechen müssten, kann ich nicht ganz teilen (ohne allerdings genau zu wissen, woran es gestern bei dem ein oder anderen gemangelt hat). Das war jetzt das 7.Spiel in diesem Jahr, mit fast immer 7-10 Tagen Abstand zwischen den Spielen. Eine strapaziöse WM hatten auch nur die wenigsten der MT-Spieler in den Knochen. Also, warum die jetzt alle schon am Ende ihrer Kräfte sein sollen verstehe ich nicht so ganz. Und ob wir jetzt so viel mehr verletzte Spieler haben, als eine ganze Reihe anderer Teams, muss man mir auch erstmal aufzeigen. Natürlich sind ein fitter Kühn oder Reimann richtige "Waffen", aber das müssen andere Teams zum Teil auch wegstecken.

    Von daher bestand nach meiner Einschätzung auch gestern nicht die Notwendigkeit das Spiel abzugeben. Auch mit den vorhandenen Spielern sollte es eigentlich möglich sein den TVB zu schlagen, ohne die nun herabwürdigen zu wollen. Man hat gestern einfach sein Potenzial nicht abrufen können. Da kam gestern einfach von zu vielen Spielern zu wenig. Wieso ein Birkefeld momentan so sehr außen vor ist, kann ich zum Beispiel auch nicht so ganz nachvollziehen. Gut, er hat bislang nicht erkennen lassen, das er die absolute Granate für den rechten Rückraum ist. Aber ganz passable Ansätze waren doch teilweise vorhanden. Mit ein bisschen mehr Selbstvertrauen, als er momentan zu haben scheint, sollte er allemal in der Lage sein gegen einen Gegner aus dem unteren Mittelfeld der Liga den ein oder anderen Akzent setzen zu können. Ihn halbwegs stabil ins Spiel einzubinden ist (über die ganze Saison betrachtet) irgendwie so gar nicht gelungen, und ich bin mir nicht sicher, ob das nur an ihm alleine liegt. So macht man sich die Personaldecke dann zum Teil auch dünner, als es sein müsste.

    In jedem Fall muss es Heiko Grimm + dem Team gelingen das Spiel, auch unabhängig von der Rückkehr der Rekonvaleszenten (teilweise, wie man hören konnte möglicherweise schon zum nächsten Spiel am 20.04.), wieder auf mehr Schultern zu verteilen. Die aktuelle Abhängigkeit von Mikkelsen tut uns mittel-/langfristig genauso wenig gut, wie in Vergangenheit die von Julius Kühn. Zumindest, wenn man einen echten Schritt nach vorne machen möchte.

    Und nein, ich will hier unseren Coach nicht zur Disposition stellen, falls das jemand aus dem geschriebenen heraus interpretieren möchte! Heiko Grimm ist immer noch ein ziemlich junger, noch nicht allzu erfahrener Trainer, dem ich mich anmaße ein beträchtliches Potenzial als Trainer zuzuschreiben. Aber auch ihm gelingt es noch nicht, dieses Potenzial konstant auf die Platte/ins Team zu bekommen. Ich schätze auch seine Fähigkeit zur Selbstreflektion durchaus so ein, dass eine weitere positive Entwicklung als Trainer bei ihm durchaus erwartet werden kann. Ein bisschen mehr Geduld, was die Entwicklung von Spielern und Trainern angeht täte den meisten von uns "Handball-Experten" manchmal ganz gut. So wie wir bei unserem Bundestrainer Prokop, so meine ich, doch eine deutlichen Reifeprozess erkennen durften, haben hier bei der MT die meisten Fans einem Lasse Mikkelsen vor einem Jahr wohl auch nicht zwingend zugetraut eine dermaßen dominante Figur in unserem Spiel zu werden.

    Deswegen: ärgerliche, vermeidbare Niederlage gestern. Mund abputzen, die richtigen Schlüsse daraus ziehen, regenerieren und dann mit bald wieder größerem Kader weiter. Es gibt noch genügend Punkte zu holen. :)