Unabhängig vom heutigen Spiel: Finde es immer wieder traurig zu sehen, was aus Hannover geworden ist.
Das kommt darauf an, von welcher Seite man es betrachtet. Spieler wie Häfner und Kastening verdienen in Melsungen das Doppelte, wer soll es ihnen verdenken, dass sie sich ihr Talent eine Weile vergolden lassen. Einen Spieler wie Olsen kann man ohne die großen finanziellen Mittel und ohne Aussicht auf das internationale Geschäft nicht gleichwertig ersetzen. Und dennoch: Welcher Verein hat in den letzten beiden Jahren so viele eigene Jugendspieler zu Stammspieler entwickelt, ohne dabei in Abstiegsgefahr zu geraten? Von einem Spieler wie Kastening profitiert die gesamte Handballnation, und blutjunge Spieler wie Büchner und Mävers entwickeln sich gerade rasant in eine ähnliche Richtung - ohne dort natürlich schon angekommen zu sein. Man hat mit Carlos Ortega einen Trainer, der auch CL-Mannschaften trainieren könnte (und das ja auch schon getan hat), den aber gerade diese Aufgabe reizt, die er im Verbund mit Iker Romero derzeit erfüllt wie niemand anders in der Liga. Nun kann man als erfolgsorientierter Fan natürlich sagen: "Mich interessiert nur, dass die endlich mal Champions-League spielen". Man kann aber auch durchaus Freude an der Arbeit empfinden. Im Raum Hannover gibt es eine sehr hohe Dichte an Handballvereinen, in denen sich viel Nachwuchs tummelt. Da schielen viele auf die Nachwuchs-Schmiede Recken. Und die Arena wird auch gut gefüllt bleiben. Wer kontinuierlich und nachhaltig etwas erreichen will, muss auch mal einen Rückschritt aushalten. Ich bin froh, dass auch solche Wege in der HBL beschritten werden.