Beiträge von exilberliner

    Es wäre ziemlicher Quatsch, Ignatox bei irgendwelchen Zweitligisten zu parken. Der Junge muss spielen, und zwar in der 1. Liga! Wenn man ihn bei der WM gesehen hat, kann man doch zu gar keinem anderen Schluss kommen.Wenn man die Außen, die da agiert haben, vergleicht, dann hat Matthes links ein ordentliches, aber Ignatow rechts ein hervorragendes Turnier gespielt. Wenn man nun bedenkt, dass Matthes bei den Füchsen die Nr. 1 ist, man ihm das zutraut und er das bisher durchaus sehr ordentlich macht, wie kann man dann Ignatow an der langen Hand verhungern lassen?
    Gedankenspiel: Hannover und Melsungen tauschen einfach. Ich bin mir nicht sicher, wer auf mittlerer Sicht dann das bessere Geschäft gemacht hat.
    Ich verstehe die Melsunger Taktik nicht - MT Deutschland hin oder her, seit Kühn verpflichtet man die zweite, eher die dritte Reihe der Nationalmannschaft, teilweise altersmäßig auf dem absteigenden Ast (Häfner, Heinevetter, Kastening). Und das wahrscheinlich sehr teuer. Das wird vielleicht für eine gute Mannschaft reichen, für Meisterschaft und Champions League ist es zu wenig. Die wirklich interessanten Spieler, die mittelfristig den Unterschied machen könnten, kann man nicht halten (Golla), verpflichtet man nicht oder kann man nicht verpflichten (Semper statt Häfner Klimpke/Rebmann/Birlehm statt Heinevetter) oder baut sie nicht auf (Ignatow). Auf den wirklichen Schwachstellen (Kreis, LA, Trainer) passiert nichts.wWas verspricht man sich davon?

    Ja, diese Lemgoer Mannschaft wird vermutlich noch einige Gegner in Bedrängnis bringen. Top-Besetzung auf den Außenpositionen, und auch das Torhüterduo hervorragend. Wenn diese Mannschaftsteile aber mal nicht die erheblichen personellen Schwächen im Rückraum wettmachen können, wird es für Lemgo auch schnell sehr schwer werden können. Ich bin gespannt! Gestern waren die Albrechten ja gut drauf.

    exilberliner hier muss ich aber mal ganz speziell die Füchse in die Pflicht nehmen. Der kleinste Neuzugang aus dem 04er Jahrgang diesen Sommer ist 1,92. Wer schon so früh nur nach Größe selektiert, will doch nur solche Heymanns und Kleins ausbilden (nichts gegen die beiden, an und für sich tolle Spieler, funktionieren aber nur in ihrer bestimmten Rolle und davon gibt's im deutschen Handball einfach zu viele)! Leider hat sich Schreiber auch als Systemspieler präsentiert. Einzig Stutzke mit schön anzusehenden, überraschenden Aktionen. Werde ich eben nächstes Jahr doch öfters den BHC einschalten.

    Das sehe ich in Berlin auch durchaus als Schwachstelle. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man einen Spielt wie Zachrisson, der bei den Profis trotz Körpergröße unter 1.80 das Spiel notfalls aus allen Positionen schmeißt, niemals aus der eigenen Ausbildung hervorgegangen wäre. Und das, obwohl der Verantwortliche sich mit geringer Körpergröße eigentlich auskennen müsste... Andererseits fängt das Problem viel früher an, spätestens in der D-Jugend werden hier schon Grundlagen gelegt. und wenn dann ab dem Leistungsbereich schon nur vorgeformte Kandidaten zur Verfügung stehen...

    @capitano stimmt schon. Aber andererseits muss man dankbar für alle ein, die sich gerade auf dem Land ehrenamtlich für den Handball engagieren, sonst würde das ja gar nicht laufen. Oft sind es doch 1-3 Personen, die den ganzen Trainingsbetrieb am Leben halten. Bevor man die ganz große Professionalisierungskeule schwingt, muss man vielleicht noch stärker um niedrigschwellige Angebote kümmern. Kooperationen, Meinungs- und Erfahrungsaustausch von Trainerinnen und Trainer über Vereins-(Kirchturmdenken-)Grenzen hinweg, wie sie sich manchmal schon etablieren - das kann schon viel helfen und zum Beispiel unproduktives Konkurrenzdenken abbauen. Hier wären die Verbände mal gefragt, kooperativ und und aufsuchend vorzugehen, und vielleicht nicht nur zumindest den Eindruck von Formalismus und Reglementierung zu erwecken.

    Es hat das klar bessere Team erstaunlich knapp gewonnen.
    Mir hat das portugiesische Spiel Spaß gemacht, und ich finde es gut, dass aus diesem Land demnächst weitere konkurrenzfähige Teams sowohl auf nationaler als auch auf Vereinsebene im internationalen Handball mitmischen werden. Kann dem Sport nur guttun. Darüber hinaus ist die Spielweise auch noch sehr attraktiv. Ich würde mich freuen, solche Spieler in absehbarer Zeit auch in der HBL zu sehen.
    Ich denke, das Ausbildungsproblem in Deutschland wird allmählich erkann und viele Weichen wurden ja in den letzten Jahren auch gestellt. Aber es wird noch einige Zeit dauern, bis bei ehrgeizigen Hobby-Jugendtrainer flächendeckend angekommen ist, dass Schnelligkeit, Beweglichkeit, Ballsicherheit und -orientiertheit, Variabilität und Spielverständnis auch im Rückraum gefragt sein könnten, und dass in den Leistungszentren eine Körpergröße knapp unter 1.90 nicht einen skeptischen Ablehnungsreflex verursachen. Geduld.


    Wie Du selber schreibst war bei Hannover die ausklingende Saison geprägt von Auf und Ab, wobei die Betonung wohl stärker auf dem Ab liegen muss. Die Spielerwechsel zur neuen Saison und Gerüchte um die finanziellen Möglichkeiten der Niedersachsen versprechen nicht unbedingt eine Saison 2019/20 mit ausgegelichenem Punktverhältnis. Die ersten Spiele von Ivan Martinovic in Gummersbach haben meiner Einschätzung nach spielerisches Potenzial offenbart und nach den ersten Saisonspielen wurde hier im Forum gar schon von angeblichen Vorverträgen mit dem THW Kiel geschrieben. Ich hätte ihn gerne an der Seite eines Spielers mit internationalem Niveau gesehen von dem er lernen kann und in einem Team wo er sich (in Ruhe) entwickeln kann. In Hannover fürchte ich, dass es nächste Saison an einigen Ecken brennen wird und er ähnlich wie in Gummersbach unter dem Druck steht Leistungen liefern zu müssen, die über dem durchschnittlichen Niveau der Mannschaft liegen, anstatt in einer gewachsenen, leistungsstarken Mannschaft Selbstvertrauen zu bekommen und sich entwickeln zu können.


    Das glaube ich nicht. Mit Cehte hat Hannover ja einen weiteren HR, der wahrscheinlich als Nr. 1 in die Saison geht. Martinovic hat also alle Chancen, sich zu entwickeln und findet eine gesunde Konkurrenzsituation vor. Wen es brenzlig wird, lastet der Druck nicht auf ihm, andererseits kann er auch zum Überholmanöver in Richtung Nr.1 ansetzen.

    Ja, schade. Atman wollte ich schon vor Jahren gerne in der Bundesliga sehen, und als es dann so weit war, war er nur noch verletzt.

    Ich frage mich allerdings, wer nächste Saison überhaupt noch für die Recken aufläuft. Wenn demnächst auch noch der Abgang von Patrail bekanntgegeben werden sollte...

    Mal aus ganz neutrale Sicht beschrieben: Das Verhalten von Lichtlein war schon merkwürdig. Die nachgeschobene Begründung halte ich für wenig glaubwürdig, Kraus lag nicht am Boden - und bei so einigen Sekunden hätten sie Schiedsrichter bei einer vermeintlichen Verletzung sicher nicht das Spiel unterbrochen. Ich glaube eher an einen gedanklichen Blackout: Entweder dachte er in diesem Moment, ein Unentschieden würde reichen oder er glaubte, man wäre noch ein Tor in Führung. Die entsetzte Geste von Schröter, die in diversen Einstellungen zu sehen ist, spricht jedenfalls Bände. Was ich allerdings nicht glaube, ist, dass Lichtlein irgendetwas bewusst oder auch nur fahrlässig gemacht hat. Er hat in diesem - tragischerweise wichtigen - Moment, die Situation völlig falsch eingeschätzt.

    (Nebenbei: es ist völlig falsch, hier eine Parallele zu Heinevetter zu ziehen: von dem mag man halten, was man will, seine Fähigkeit, die Situationen zu erfassen und richtig zu reagieren, ist beneidenswert gut. Der weiß auf die Zehntelsekunde, wie viel noch zu spielen ist, sieht jeden Fehler, seine eigenen - da reagiert er nicht so lautstark -, das Übertreten oder Abstehen der Gegner - da reagiert er ziemlich lautstark :) - und seine Show beginnt erst, wenn das Spiel unterbrochen ist. Das kann er wie kein Zweiter - so etwas wäre Heinevetter als Letztem passiert.)

    Man wird sehen, ob alle Seiten dazu bereit sind und um welchen Preis.
    Auf jeden Fall ist Dejan Milosavljev eine optimale Verpflichtung (vom komplizierten Namen abgesehen :D ). Jung und schon richtig stark, bei Vadar musste man sich erstmal durchsetzen. das Vertrauen in ihn ist groß: Vertrag bis 2024.

    Da muss ich Dir recht geben. Mich hat die Nahaufnahme von Paul richtig erschreckt. Die Jungs sind wirklich fertig. Regeneration ist wichtig, scheint aber noch nicht bis Berlin gekommen zu sein.

    Stimmt. Die Berliner sollten dringend mal drei Wochen Urlaub machen. Stattdessen spielen die jede Woche zwei Handballspiele. Sind die doof.

    Vermutlich geht das nicht. Theoretisch kann er vielleicht bei beiden Vereinen trainieren, wenn er Mitglied ist und das versicherungstechnisch geregelt ist.

    Das ist aber gar nicht mein Punkt. Ich glaube, gerade in dem Alter, wird er in kürzester Zeit in der besseren, professionelleren Mannschaft spielen wollen. Weil Kinder lernen wollen, gewinnen wollen und motiviert sind. Wenn er das Leistungsniveau hat, wird er sich auch schnell integrieren, und nach einem Monat wird er von dem alten Verein nicht mal mehr sprechen. Ein guter „Chef“ kann auch nur der sein, der sich ständig neu beweisen muss.
    So wäre das, wenn er es will. Wenn in Wirklichkeit aber du diejenige bist, die es eigentlich will und er ist vielleicht so ganz zufrieden, dann zwinge ihn nicht. Es ist immer schlecht, wenn die Ehrgeiz der Eltern weiter geht als der des Kindes. Das geht dann eigentlich immer schief.
    Soweit meine Beobachtungen und Erfahrungen.

    Ein Geben und ein Nehmen - Aber eines muss man den Berlinern, Bob Hanning, lassen: Er sorgt für die Förderung seiner Jungtalente! Als solches würde ich jedem Talent raten, dorthin zu wechseln. Man bekommt immer irgendwo seine Einsatzchancen, Möglichkeiten, sich auf höherem Niveau zu entwickeln. Bei GWD muss man dafür mindestens Jugendnationalspieler sein!


    1) findet das alles schon 2019 statt
    2) ist die Nachwuchs- und Talentförderung bei GWD meiner bescheiden Meinung nach vorbildlich
    3) ist das mit den Talenten so eine Sache: Reißky ist immerhin schon 23 und damit nur unwesentlich jünger als Drux und Wiede, und schon ein ganzes Stück älter als Simak. Langsam wird es Zeit, dass sein Talent auch mal durchschlägt. Trotzdem glaubt man in Berlin an ihn, sonst hätte er nicht so einen langen Vertrag erhalten. Wenn man das verbale Wohlwollen der Verlautbarungen mal beiseite schiebt, könnte man Minden auch als seine letzte Chance bezeichnen.

    Ich finde, man muss es auch aus Sicht der Spieler sehen. Man verdient gut, aber keine Reichtümer, da ist es schon gut, seine Schäfchen im Trockenen zu haben. Du hast einen 2-Jahres- Vertrag, und mach 15 Monaten reißt das Kreuzband. Das ist ja keine Seltenheit. Aber auch für Spieler hat das natürlich nicht nur Vorteile, und einige bereuen vielleicht ihre Schritte (Wolff, Lauge, evtl. Fäth?)
    Aus Vereinssicht finde ich es auf jeden Fall wenig sinnvoll. Denn umgekehrt steigt das Risiko, einen verletzten, formschwachen oder rasant gealterten Spieler zu verpflichten. Wo es bei einigen Spielern (wir bleiben mal auf der Position: Lagergren, Semper) sicher sinnvoller erscheint, wird es bei anderen (z.B. Häfner) schon riskanter, ob er in 1,5 Jahren für die nächsten 3 Jahre noch hält, was er heute verspricht. Außerdem bleiben den aktuellen Arbeitgeber weniger Möglichkeiten, die Spieler von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen. Aber wenn das Rennen von einer Seite erst mal eröffnet ist - was soll man machen? Dann müssen alle anderen nachziehen.

    Es war bisher bei allen EHF-Final-Fours so, dass die Fans der teilnehmenden Teams auf die vier Ecken der Halle verteilt wurden, analog zum DHB-Pokal und zur CL. Die Karten, die dann nicht gebraucht wurden, gingen in den freien Verkauf. Angesichts der vermutlich überschaubaren Zahl von Anhängern, die zum Beispiel aus Portugal kommen, wäre das auch hier nicht so schwer gewesen. TCLIP, bei welchen EHF-F4s warst du denn bisher?
    Bisher war es ja eher so, dass man sich mit der Austragung vor allem bessere Chancen auf den Titel erkauft hat, allein das Überspringen des Viertelfinals war ja auch seit jeher als Zugeständnis gedacht, um das wirtschaftliche Risiko im Falle einer Nichtqualifikation zu kompensieren. Denn frühestens bei einer Finalteilnahme des gastgebenden Vereins, so meine Erinnerung, hätte man Chancen auf eine schwarze Null - so müssen die bescheidenen Gewinnprämien aus den Einnahmen bezahlt werden und selbst die Anfertigung des Pokals wurde in der Vergangenheit vom gastgebenden Verein beauftragt und bezahlt. Entsprechend standen die Bewerber ja auch nicht Schlange.
    Kiel möchte nun wahrscheinlich auch auf wirtschaftlichen Gewinn setzen. Anders sind das bescheidene Platzangebot und die gepfefferten Preise zu erklären. Das ist Kiels gutes Recht, aber natürlich ziemlich ignorant gegenüber den eigentlichen Gepflogenheiten und den Gästen. Ich denke, für die EHF ist es ok. Dieses Jahr ist für ein volles Haus gesorgt und nächstes Jahr geht das Gewürge um die Frage, wer den ausrichtet, wieder von vorne los.