Beiträge von exilberliner

    Wenn man allerdings einigen Spielern sagt, dass man nicht mehr mit Ihnen plant, obwohl man Ihnen vor nicht allzu langer Zeit den Vertrag verlängert hat, darf man sich allerdings auch nicht wundern, wenn die sich auf der Platte nicht unbedingt mehr zerreißen... Noch ist das zwar nicht bestätigt, aber Grimms (Nicht-)Statement war ja trotzdem durchaus vielsagend.

    Also mal langsam. Das sind ja alles sehr dünne Gerüchte. Es ist überhaupt nicht nachzuvollziehen, warum Melsungen einen Spieler, der sich gerade in einer ziemlichen Formkrise befindet, aus einem Vertrag herauskaufen und dafür einen anderen Spieler, der noch einen Vertrag hat (der gerade verlängert wurde) in die Wüste schicken sollte. Es ist auch nicht nachzuvollziehen, warum Burgdorf freiwillig seinen Kapitän trotz Vertrag ziehen lassen sollte. Es wäre sportlich nicht nachzuvollziehen, was Häfner ein solcher Wechsel bringen sollte. Das kann sich nur lohnen, wenn Melsungen sehr, sehr viel mehr Geld bietet. Und das wäre dann nun wirklich kein gutes Geschäft für den Verein - dann wäre Geld dort inzwischen völlig egal.
    Und Böhm: auch der hat noch einen Vertrag bis 2020. Klar kann man nachvollziehen, wenn der SCM nun verstärkt versucht, Spieler, die man mal im Nachwuchs hatte und dann in die weite Welt geschickt hat, wieder zurückzuholen. Besser spät als nie. Aber selbst, wenn Böhm eine bessere WM gespielt hat, als viele erwartet haben: ein Spieler, der den SC M substantiell voranbringt (Meisterschaft, CL), ist er nicht. Außerdem ist Magdeburg nicht Potsdam. Aus eigener leidlicher Erfahrung kann ich sagen, dass das eine ziemliche Pendelei ist. Ob man sie die im Bundesligageschäft antun kann und will?
    Ich sehe nicht, warum in Burgdorf der große Ausverkauf angebrochen sein sollte. Man hat eine gute Mannschaft, ein solides Konzept, wachsende Zuschauerzahlen, einen breiten Unterbau - lediglich im Moment eine Menge Verletzungspech.

    Naja, naja - zur Umsetzung dieser Pläne müsste man sich von vier Spielern mit laufenden Verträgen trennen, zu einem Topverdiener Wolff mit Häfner noch den Kapitän und das Aushängeschild eines unmittelbaren Konkurrenten aus einem laufenden Vertrag kaufen (der, nebenbei gesagt, gerade in bescheidener Verfassung ist) und das alles für eine Truppe, die wohl auch im nächsten Jahr nicht mal international spielt. Das wäre mal wieder Vereinsführung nach Mäzenatentum-Gutsherrenart, der Rudolph-HSV lässt grüßen (ist nicht vielleicht auch irgendwo noch eine Raute zu bekommen?).
    Ich betone: WÄRE. Denn so ganz kann ich daran, zumindest in der Gesamtheit, nicht glauben. Vielleicht ist man, gerade angesichts der Beispiele anderer Clubs, die mit der Brechstange nach oben wollten, doch klüger und fängt mal mit einem Trainer und einer sportlichen Leitung an, die ein klares Konzept entwickeln, vorleben und umsetzen können, an - eines, das über „wir kaufen alle, die nicht bei drei auf den Bäumen sind und lassen sie dann wieder fallen, wenn sie uns doch nicht gefallen“ hinausgeht. Und vielleicht handelt es sich hier auch nur um den Übereifer der Lokalpresse.

    Das ist doch die gleiche blödsinnige Debatte wie bei Michalczik. Unter Umständen sind diese jungen Spieler mit guten Chancen auf dauerhafter Etablierung im Nationalteam ja auch gut beraten, die erste Hälfte ihrer 20er Jahre bei Bundesliga-Mittelklasse-Vereinen zu spielen und dort zu lernen, viel Verantwortung zu übernehmen. Das ist doch genau das, was zurecht andernorts als Mangel in der deutschen Nationalmannschaft festgestellt wurde. Oder soll er die kommenden drei Jahre bei den Löwen für Schmid die Bank wärmen? Mit dem Spruch: da kann er sich noch viel vom Meister abgucken... Der deutsche Handball hat keine Weltstars, war eine vielgeteilte Meinung während der WM. Warum sollten sich die Top-Teams jetzt um Suton, und Suton um die Top-Teams reißen?
    Wo spielt übrigens ein Teil der hochgelobten norwegischen Mannschaft? Minden, Wetzlar, Erlangen... und warum? Um sich dort teuer aus den Verträgen herauslaufen zu lassen? Nein, man ist noch kein Star, um den hoch gepokert wird, nur weil man an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Zum Glück ist das System Bundesliga noch etwas breiter aufgestellt.
    Lemgo macht zur Zeit mit Verpflichtungen und Verlängerungen seine Hausaufgaben. Gut so, kann der Liga nur gut tun, die Richtung lautet aufwärts.

    Ich finde diese Diskussion sehr merkwürdig.
    Ich habe wirklich nichts für oder gegen die Löwen und verfolge sich aus der Sicht eines allgemeinen Handballverrückten. Schwer zu sagen, ob Gesnsheimer nun der allerbeste - größte oder sonstiges Linksaußen ist, er gehört, gerade auch durch seine Konstanz, zu den wenigen Besten seines Fachs weltweit. Wer ernsthaft anderer Meinung ist, der mache mal eine Liste von 5 Linksaußen, die über die letzten 10 Jahre hinweg sicher besser waren. Ich bin mir sicher, eine solche Liste würde hier niemals Konsens finden.
    Und dann zu Gensheimer und den Löwen im Speziellen: Gensheimer ist DAS Aushängeschild der Löwen und eines der wenigen des deutschen Handballs. Viele Menschen, gerade Gelegenheits-Hanbalgucker, identifizieren die Löwen mit Gensheimer. Schon deshalb ist es für mich ein geradezu logischer Schritt, dass die Löwen ihn zurückholen. Allein schon aus Imagegründen.
    Aber eben nicht nur. Wenn man sich dann die Performance bei der WM ansieht - meiner Meinung nach war die gut! Jedenfalls hätte die deutsche Mannschaft ohne Gensheimer im Angriff sehr viel schlechter ausgesehen, als sie ohnehin war. Wenn jetzt gesagt wird, die Löwen hätten doch schon einen guten Linksaußen: wie war denn die Leistung von Tollbring bei der WM? Dass das auch ein Guter ist - keine Frage. Aber Spitzenmannschaften tun gut daran, auf den Positionen doppelt besetzt zu sein. Kleine Analogie: viele Füchse-Fans waren sehr skeptisch, als Hans Lindberg verpflichtet wurde. Schließlich hatte man mit Zachrisson schon einen ausgezeichneten, jüngeren Mann. Seitdem haben sich die beiden aber nie auf den Füßen gestanden, sondern immer gut ergänzt. Lindberg wurde nicht nur als Leistungsträger, sondern auch als Aushängeschild und erfahrener Mannschaftskapitän geholt, alle drei Rollen erfüllt er, ohne dass für sein Kompagnon zu wenig Raum bliebe. Zwei großartige Außen auf einer Seite zu haben, hat sich hier wie anderswo ohnehin prima bewährt, und in Zukunft werden ja auch die Löwen einen neuen Trainer haben, der vielleicht öfter mal rotiert.
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    Völlig richtig, Capitano. Selbstverständlich brauchst du deine Quellen nicht offen zu nennen, wenn du etwas aus vertraulichen Gesprächen weißt ( und in der Gerüchte-Rubrik ist das schon mal gar nicht notwendig). Ich finde es interessant, wenn du solche Informationen teilst, denn das ist der Mehrwert dieses Forums.

    Zum Mehrwert trägt hingegen überhaupt nicht dieses seitenlange, ermüdende persönliche Rumgepampe von einigen Usern bei. Kaum hat man mal 3 Stunden nicht reingesehen, sind in allen aktuellen Threads wieder unzählige Beiträge, von immer den gleichen wenigen Usern erstellt worden, die inhaltlich überhaupt nichts austragen. Trefft euch doch mal auf ein Bier und belatschert nicht immer alle Foristen hier. Außerhalb des Forums habt ihr wahrscheinlich gar nicht so viele Probleme miteinander, wie das scheint, wenn man sich immer nur im Netz beleidigende Einzeiler an den Kopf wirft.

    Exilberliner schreibt:


    @exil: Ach, da ist einiges denkbar, z.B. um mit dem Sieg der deutschen Mannschaft das gemeinsam von ihrem Heimatverband und dem deutschen Verband durchgeführte Turnier zum Erfolg werden zu lassen (schadet ja nix, wenn der DHB in Hamburg dabei ist - gibt es z.B. Prime-Time Übertragungen im Fernsehen)

    Tja, wie kann man dreimal (!) das dänisches Gespann bei der deutschen Mannschaft ansetzen?

    Und die Schiedsrichter werden dann dafür bezahlt? Und die Kohle ist ihnen wichtiger als ihr Ruf? Stellst du dir das so vor?

    Da die Diskussion ja da ist ( was ich sehr schade finde):

    An alle, die meinen, Kroatien wäre über verpfiffen worden und hätte regulär gewonnen: Was wäre denn die Motivation eines international renommierten Schiedsrichtergespanns, in einem solchen Spiel eine Mannschaft zu bevorteilen?

    Ich bin ein so hoffnungsloser Romantiker und glaube an sportlichen Ethos der Zunft. Und an einen beruflichen Ehrgeiz, in so einem Spiel das Beste zu geben. Aber vielleicht liege ich ja völlig falsch.


    Ich würde erst mal wünschen und erwarten voneinander trennen. Wünschen kann ich mir ne Menge, aber erwarten tue ich ja gar nicht viel. Aber zufrieden geben mit dem Käse der mir vorgesetzt wird, muss ich mich auch nicht.
    Man könnte das auch umgekehrt sehen. Gerade weil die Öffis sich nur zu den Events mit deutscher Beteiligung überhaupt mal mit der Sache Handball befasen, könnte man es dann auch etwas besser machen.
    Welche Rolle spielt denn aktuell der Wintersport aus deutscher Sicht??? Außer denen, die sich eine Eisrinne runterstürzen kommt da auch gerade nicht viel zum abfeiern, aber 8 Stunden Sendezeit am Stück sind locker drin. Wer guckt das denn, frage ich mich?
    Oder noch ein anderes Beispiel. Wenn man der Handball-WM nur einen Bruchteil so viel Aufmerksamkeit, Mittel und Fleiß wie der Anti-Doping-Redaktion um unseren Oberaufklärer Hajo Seppelt schenken würde, wäre auch eine spitzenmäßig recherchierte und aufbereitete WM-Berichterstattung drin.

    Das ist im Prinzip journalistisch alles da, wie beispielsweise ein Blick auf Sportschau.de zeigt. Es wird nur nicht im Fernsehen versendet. Das ist der Preis der Prime-Time, alles läuft nur unter dem Stichwort „Deutschland-Euphorie“, als interessantes Sporteignis lässt es sich nach wie vor nur in den Nischen verkaufen. Letztlich ist die Frage, ob man die Entwicklung nun gut oder schlecht finden soll, doch mal wieder die nach dem halb vollen oder dem halb leeren Glas.

    Oha!
    Das sehe ich anders. Warum sollte man denn die Franzosen auspfeifen? Das sind doch zunächst mal großartige Spieler, die ich auf jeden Fall sehen möchte. Die verdienen doch meinen Respekt! Wenn unsere Mannschaft dann gegen sie gewinnt, freue ich mich natürlich umso mehr, und das Publikum soll auch alles dafür tun, dass das gelingt. Natürlich gibt es auch Gründe, Spieler auszupfeifen - aber ohne Grund auspfeifen,wendige Spieler in die Halle kommen finde ich niveaulos. Das hat dann einfach nichts mehr mit Sport zu tun.

    Ich kenne noch ein Modell: gut klimatisierte, neu gebaute Riesenarenen, in denen im Eröffnngsspiel tausende artige Scheichs, bei den sonstigen Spielen auch gerne so gut wie niemand sitzt - außer ein in El Arenal rekrutierter 20-köpfiger „Fan-Block“ des Gastgebers. Das war auch sehr stimmungsvoll. Und sehr neutral.

    Nein, ich verstehe schon, was gemeint ist. Aber einen manchmal über das Ziel hinaus schießenden Hallensprecher ernsthaft zum Kritikpunkt zu machen, empfinde ich nun wirklich als die Suche nach dem Haar in der Suppe. Ich fand die Vorrunde super. Die Gruppe in München hätte in fast jedem anderen Land nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt. Und die Skandinavier sind ohnehin klasse. Und man kann ahnen,dass Köln, Hambug Kopenhagen große Werbung für unseren Sport werden. Da muss man vorher nochma ordentlich Dampf ablassen, wenn man Handball als Sportjournalist persönlich nicht so mag.

    Also, ich fänd‘s auch viel cooler, wenn bsoffene Fan-Horden über den Ku’damm zögen, sich mit der Polizei Schlachten lieferten, und in den Hallen mit rechtsradikalen Gesängen rassistischen Sprechchören bei gleichzeitiger äußerster, höchstseriöser Neutralität des Hallensprechers ordentlich Stimmung machen würden. Bengalos statt Klatschpappe, und Tränengas für alle. Das wär doch mal was.
    Aber nun isses nun mal Handball, und am Ende gehen auch noch Familien hin - ein echter Stimmungskiller. Was für schlechte Gastgeber, und total unfair

    Was heute auch nicht gut funktioniert hat, war das Überzahlspiel. Das ist mir auch viel zu schematisch. Wiede kommt rein, und fünf Mitspieler, sechs Gegenspieler und 15000 Zuschauer warten auf seine Entscheidung. Im dritten Spiel hat das dann auch der Letzte gerafft. Ich finde auch, dass Wiede mit der undankbaren Rolle überfordert wird, kalt in diese Überzahlsituationen geworfen zu werden mit dem Wissen, er hat genau diesen einen Angriff, und das muss funktionieren. In der zweiten Halbzeit wurde das dann ja auch gelassen, aber ein Plan B war auch nicht zu erkennen. Schade, so kommt Wiede nicht im Turnier an. Überhaupt zeigt sich in solche Spielen die Schattenseite eines breiten Rückraums, es finden sich keine klaren Strukturen und Hierarchien. Das ist im Zweifelsfall dann eben auch nicht förderlich. Aber hätte, sollte, könnte... Es zählt sowieso nur morgen. Und dann jedes weitere Spiel.

    Stimmt, der Kader ist wirklich sehr ausgeglichen stark. Ich habe meine Aussagen ja vor allem auch auf die Struktur des Kaders, nicht auf die Qualität bezogen.

    Zachrisson mit seinem ersten großen Spiel nach der Verletzung. Dieses Comeback hat mich sehr gefreut. Interessant auch Eckdahl du Rietz als Defensivkraft. Aber über allem strahlt Palicka. Wobei er und die anderen Top-Torleute gegen die schwächeren Teams gerade gute Gelegenheit haben, sich auszuzeichnen. Mal sehen, wie sie sich gegen die Favoriten schlagen.

    Aber noch ist Wanne nicht im Kader, oder? Mir fielen nur die Parallelen zur deutschen Kaderbesetzung auf: Viele gute Linkshänder (war in Schweden auf Halb ja auch mal mau), davon kam Andersson auch über die Mitte, überhaupt viel alternatives Personal im Rückraum, drei Kreisläufer und auf der (allerdings anderen) Außenposition nur einfach besetzt.