Beiträge von exilberliner

    Wer interessiert sich denn für Handball: In der Regel Menschen, die selbst aktiv spielen, gespielt haben, oder deren Verwandte oder Bekannte selbst spielen. Das ist beim Eishockey allein schon wegen der geringen Menge an Aktiven nicht so - und auch beim Fußball gibt es natürlich viele Aktive, da sich aber sehr viele Menschen für Fußball interessieren, relativiert sich das wieder.
    Im Publikum spiegelt sich das dann wieder. Besonders fällt es mir immer in Hannover auf. In der Umgebung (in der Region Hannover und leicht darüber hinaus, ein Einzugsgebiet von 1,5 Mio. Menschen) gibt es sehr viele aktive Handballer, die teilweise in Vereinsstärke (und massiv von den Recken über "Partnerschaften" gepusht) in die TUI-Arena marschieren. Das sind natürlich nicht nur Burgdorfer, aber auch keine Hannoveraner, die sich plötzlich aus dem Nichts für Handball interessieren. Es ist ein Familien- und Klassentreffen. Zu 96 ins Stadion gehen Hin und Kunz, und vielen davon würde nie einfallen, sich irgendwie für Handball zu interessieren. Also braucht es die verschworene Handball-Gemeinschaft, also eine breite Basis an Aktiven in der Umgebung. Aus geographischen Gründen bin ich selten in Stuttgart oder Nürnberg beim Handball, aber auch dort stelle ich es mir ähnlich vor (korrigiert mich, wenn es anders ist). In Berlin ist das Publikum etwas breiter aufgestellt, in der Tat schauen hier viele Menschen mal über den sportlichen Tellerrand, auch Volleyball, Basketball und eben Eishockey haben guten Zuschauerzahlen,aber auch hier habe ich den Eindruck, dass der Kern aktive Handballer sind, denn auch Berlin hat eine sehr breite Vereinsbasis.

    Angeregt von der Debatte um den Leistungshandball in Düsseldorf:
    Wieso schaffen Städte wie Bremen, Dortmund, Frankfurt oder München es eigentlich nicht, sich dauerhaft im Männer-Leistungshandball zu etablieren?

    Antworten wie "schlechtes Karma", "Strahlen aus dem All", "Putin und die Rumänen wollen es eben nicht", "Die Partei xy steckt bis zu den Knien mit drin" , "Schiedsrichter sind dagegen", "da gibt es nicht genug unterprivilegierte hungrige Aufsteiger" oder ähnliches können übrigens nicht angenommen werden..


    Weil es in den genannten Städten keine Vereine gibt, die das anstreben und vorantreiben und dabei handballerfahren sind. Allgemein war es beim Handball bis vor Kurzem nicht notwendig, eine riesige Halle und ein großes Einzugsgebiet zu haben, da haben sich die Zentren eben oft auch abseits der großen Städte entwickelt. Deshalb fehlen in vielen großen Städten gewachsene Strukturen. Erst seit wenigen Jahren spielen große Arenen und deren Beitrag zum wirtschaftlichen und kommerziellen Erfolg, sowie die Steigerung der Reichweite eine so große Rolle, dass die Vereine in kleinen Orten, in denen sich etwas entwickelt hat, in die großen Hallen in der Stadt drängen. In Städten wie Bremen und München gab es ja auch Ansätze zum Bundesligahandball, aber dann ist der Faden aus verschiedenen Gründen abgerissen. In jüngster Zeit hat sich gezeigt, dass man neben Geld und Infrastruktur eben auch Köpfe mit einem langen Atem braucht, um eine Handballmannschaft durch die Ligen an die Spitze zu führen. Wer sollte sich das aus welchem Grund antun?

    Die Füchse haben in der nächsten Saison vier Kreisläufer unter Vertrag, wobei Rolando Urios noch für ein Jahr ausgeliehen werden soll. Magdeburg holt Preuss, und Hannover ist mit Brozovic und Pevnov sowie Nachwuchstalent Thiele auf der Position bestens besetzt, die haben andere Baustellen. Melsungen muss sicher nachrüsten. Trotzdem glaube ich: eher nicht HBL.

    Gibt es eigentlich bei Sky eine Funktion, die ich nicht kenne und die es erlaubt, das ganze Spiel über die Bänke zu beobachten, so dass man beurteilen kann, wer wo wie lange rumtobt, auch wenn man selbst nicht in der Halle auf der Gegengerade war? Oder Richtmikrofone, die aufzeichnen, was Spieler, Trainer und Schiedsrichter sich zu sagen haben? Spezielle Aufzeichnungen, die Blickkontakte zwischen Spielern und Schiedsrichtern dokumentieren? Einige Diskutanten scheinen die Funktionen zu haben.
    Ansonsten hat auch das ZDF sehr ausführlich von dem Spiel berichtet. Im Fokus war da übrigens Musa, dessen Verhalten als etwas übertrieben dargestellt wurde. Aber dieses Fass will ich nicht aufmachen. :P
    Allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest!

    Da sind wir durchaus einer Meinung. Als kurzfristige Hoffnungsträger sehe ich sie auch nicht. Unter den in Frage stehenden Spielern gibt es vielleicht einige, für die ich mich freuen würde, wenn sie bei einem solchen Turnier explodieren würden, erwarten kann man das aber wirklich nicht. Allerdings: bei Strobel oder Kneule sehe ich da überhaupt keine Chance. bei Heymann immerhin die Chance, dass das irgendwann mal passiert. Michalczik sehe ich auf einem guten Weg, aber von manchen zu sehr hochgejubelt. Der wird sein Ding machen, allerdings eher Schritt für Schritt, und ich habe das Gefühl, er und sein Umfeld sehen das genauso. Gut so.

    Es geht ja hier um die Alternative Suton oder Strobel.
    Vielleicht geht es auch gar nicht um den "klassischen" RM. Wenn man sich Mannschaften wie Flensburg, Kiel oder auch die Füchse ansieht, dann spielen die ja auch zumindest zeitweise ohne einen klassischen Spielmacher, sondern mit Rückraum-Allroundern, die genauso gut auch über Halb kommen können. Vranjes hat das, glaube ich, mal explizit zum Prinzip ausgerufen, als er die gleichzeitige Beschäftigung von Lauge, Mogensen und Gottfridson gerechtfertigt hat (was ja im letzten Jahr nicht ganz umerfolgreich war). Ok - das war eher der umgekehrte Weg von lauter bisher als Mittelsmänner identifizierten Spielern hin zu einer breiteren Aufstellung, aber das Prinzip bleibt gleich. Wiede ist zum Beispiel ein Spiellenker, der in den letzten Partien keine Sekunde auf RM aufgestellt war und die Rolle trotzdem ausfüllte. Die Zukunft des Rückraums wir flexibler. Ich finde es wichtig, dass drei gefährliche Rückraumspieler miteinander harmonieren, und meiner bescheidenen Beobachtung nach sind das unter den gegebenen Umständen vor allem Wiede, Fäth und Drux. Und als Ergänzung kann ich mir da Suton gut vorstellen, bei Strobel bin ich weniger optimistisch, dass das effektiv ist. Später, wenn Kühn und Ernst wieder dazu kommen, ist die Lage deutlich entspannter, aber das ist eben erst nach der WM. Dann stehen ohnehin noch andere Spieler in den Startlöchern.


    Die 5 Verletzten sind natürlich alles Hochkaräter. Semisch, die Nr. 28 aller Bundesliga-TW in etwa auf dem Quenstedt-Niveau und solche Granaten wie Struck (die anderen 3 Namen fallen mir gerade nicht ein). Ganz ehrlich: müsste da erstmal googeln, auf welchen Positionen die Verletzten überhaupt spielen).
    Im Gegensatz dazu spielen wir ohne etatmässige Spielmacher (Bezjak, O'Sullivan). Unser einziger Spielmacher De la Pena hat (noch) nicht das Vertrauen vom Trainer und war noch am Freitag in der 3.Liga in Bernburg aktiv.

    Und deshalb die Reinickendorfer in Bestbesetzung als Meisterschaftsaspiranten zu sehen, ist weit weg von jeglicher Realität.

    Ich glaube, dass beide Mannschaften im nächsten Jahr um die Meisterschaft mitspielen werden, und dann geht es in diesem Spiel nicht nicht nur um die goldene Ananas.
    Die drei Namen, die dir gerade nicht einfallen, lauten übrigens: Simon Ernst, Stipe Mandalinic, Marko Kopljar. Nur um dir das googeln zu ersparen. Insider sollen diese Namen durchaus schon mal gehört haben, und sie munkeln, dass sie Handball spielen können. ;)
    Warum der SCM allerdings trotz hervorragender Jugendarbeit hoffnungsvolle spanische Talente verpflichtet, um sie dann auf die Bank zu setzen oder in Bernburg spielen zu lassen, so dass sie dann in wichtigen Momenten nicht weiterhelfen können - keine Ahnung. Aber vielleicht steht es ja auch bei Google.

    Ich bin beeindruckt von der derzeitigen mentalen Stärke der Füchse. Spielerisch waren da heute meiner Meinung nach durchaus Defizite. Aber das macht den Unterschied zu Magdeburg, die irgendwie zu oft ins Schlingern kommen, wenn es um die Wurst geht.
    Wobei - so groß war die Wurst heute nicht, um die es ging, da wird mir die Brisanz des Spiels medial zu sehr hochgejazzt.
    Wiegert hat ja auf Sky überhaupt nichts gesagt, wie auch die anderen Magdeburger Spieler nicht. Das finde ich nun widerum ziemlich umprofessionell - gab ja keinen Grund, wegen irgendetwas beleidigt zu sein. Schließlich hat man mit offenen Visier gekämpft, konnte die personelle Schwächung nicht kompensieren und ist an einem überragenden gegnerischen Torwart gescheitert. Mehr braucht man ja nicht zu sagen, und zu so nüchterner Analyse sollte man als Profi schon in der Lage sein.

    Die Wurst wird dann eher in Hamburg kommen, da treffen diese Teams bestimmt aufeinander. Und im nächsten Jahr, könnte es in dieser Begegnung ja um die Meisterschaft gehen - ich hätte nichts dagegen.

    Na klar, Jugend voran, aber nur, wenn sie auch tatsächlich deutlich stärker sind als die Konkurrenz.

    Das sehe ich genau anders. Ich finde, wenn die Kandidaten annähernd gleich stark sind, dann muss die Jugend ran! Klar ist das etwas risikobehafteter, aber im Zweifel erwarte ich eher, dass ein neuer Stern aufgeht, als dass ein arrivierter, sehr guter Spieler bei seinem soundsovielten Turnier auf einmal den Durchbruch zur Weltklasse schafft. (Wenngleich dieser konkrete Fall deutlich unspektakulärer ist - schließlich geht es um den dritten Mann auf Halbrechts).
    Dagur hat seinezeit auch im Zweifelsfall den jüngeren Spieler mitgenommen, so für einen Austausch gesorgt und ist für Mut und Risiko belohnt worden.

    Semper mit 86 Toren und 20 Assists. Dazu noch aktuell einziger Leistungsträger mit 21 Jahren und der größeren Zukunft in der Nationalmannschaft. Es reden doch immer alle davon junge Spieler mitzunehmen, die nicht verbraucht sind. Wer sonst wenn nicht Semper !?


    Sehe ich auch so. Die Konkurrenz ist eben groß, aber die Perspektive spricht für Semper. Auch wenn das schade für Häfner ist. Seine Qualität hätte sich auf den anderen Rückraumpositionen locker durchgesetzt.


    Das klingt schlüssig, wirft aber für mich die Frage auf, in welcher Konstellation jetzt Strobel ein Zugewinn in der Mannschaft sein kann? Aber abwarten, Strobel wird sich mit seiner Erfahrung und seiner doch eher unspektakulären Spielweise sicher noch reinfummeln. Bei Böhm bin ich mir da nicht so sicher, ob das so schnell funzt.
    Bei Drux sah das gestern trotz Verletzungspause nicht danach aus, als ob er ein Fremdkörper wäre. Etwas Nati-Erfahrung schadet sicherlich nicht, um schneller wieder rein zu kommen.


    Kling schlüssig, war aber, um im Bild zu bleiben, ein Schnellschuss, denn Böhm und Strobel haben ja eine ganze Zeit in Balingen zusammen gespielt. Was die Sache allerdings nicht besser macht.

    Liegt evtl. auch daran das Böhm seit Wochen allein auf der Position im Verein spielen muss, da Patrail verletzt ist und Fäth kaum zum Einsatz kommt und ausgeruhter ist. Vielleicht bekommt Fäth ja von CP die nötigen Streicheleinheiten, die er im Verein nicht bekommt?


    Ich denke, es liegt vor allem daran, dass er mit Wiede zusammen auf der Platte stand, die beiden mussten in der letzten Saison zusammen so manche Kastanie aus dem Feuer holen. Böhm und Strobel hingegen haben nicht annähernd so viele Spiele miteinander bestritten - um nicht zu sagen überhaupt keines. Den Unterschied hat man gesehen.

    Absolut einverstanden!!

    Wiede offensiv defensiv und perspektivisch klar die bessere Wahl.

    Drux kann man nicht ernsthaft rausnehmen. Dann versteh ich gar nichts mehr. Den Jungen braucht man überall perspektivisch.

    Böhm Semper Strobel die Streichkandidaten.

    Musche spekuliert defensiv viel zu viel. Das find ich undiszipliniert. Wenn er wenigstens ins Stoppfoul käme. Macht er in Magdeburg auch zu oft in letzter Zeit. So bringt er Schiller ins Spiel. Kopf einschalten!!


    Kann ich auch alles unterstreichen. Fäth profitiert zudem von der alten Eingespieltheit mit Wiede. Das spricht klar für ihn. Böhm erweist sich doch eher als Ergänzungsspieler.