Beiträge von exilberliner

    Beim ersten Lesen war mein Gedanke: Selten so etwas unsympathisch-großkotziges gelesen. Hier treffen ja wirklich Überheblichkeit, Größenwahn und Eitelkeit aufeinander.
    Beim zweiten Lesen entdeckt man Perlen wie:

    Zitat

    Das Ganze verbinden wir in Großarenen mit Kunst und Kultur, ländertypischem Kolorit, niveauvollem Ambiente, Food & Beverage.

    Darauf freue ich mich wirklich, das hat die Welt gebraucht!
    Und dann ein Spiel der Hamburg Captains gegen die Amsterdam Quietscheentchens!

    Ich liege als Nicht-Marketingexperte vermutlich völlig falsch, aber ich glaube nicht, dass das in Deutschland dauerhaft jemand sehen will.
    Sicherlich besteht das Problem, dass Mannschaften wie Paris oder Barcelona auf nationaler Ebene die Gegner abhanden gekommen sind. Ich frage mich aber, ob man dort und anderswo die Arenen voll bekommt, wenn die Captains zu Besuch kommen. Ist nicht eher das Problem, dass auch dieses Produkt vor allem auf dem deutschen Markt angenommen werden muss? Das sehe ich irgendwie nicht. Andererseits dürfen die deutschen Spitzenteams sich nicht unter den Zugzwang begeben , sich jedem Quatsch unterordnen zu müssen. Bob, übernehmen Sie, das könnte ihre größte diplomatische Mission werden1

    Nein, ich war noch nicht in Dankersen beim Drittligahandball, weil die Region zwar seit einigen Jahren wohnorttechnisch, aber nicht handballerisch meine Heimat ist. Um die Diskussion darüber zu beenden: Es geht mir nicht um die Kapazität der Halle. Es geht mir darum, das der Besuch eines Erstligaspiels aus meiner Sicht eines Außenstehenden an anderen Orten ein größerer Genuss ist, als in Lübbecke. Das werden eingefleischte Lübbecker Handballfans sicherlich anders sehen, aber das bin ich nun mal nicht. Und das äußere Erscheinungsbild prägt eben auch meinen Eindruck vom TuS als allgemeiner Handballbegeisterter. Das hat auch mit der Halle zu tun (nicht mit ihrer Kapazität), aber eben nicht nur.

    Weiß gar nicht, was hier alle haben - die Kreissporthalle in Lübbecke hat einen sehr guten Innenraum - man kann wirklich von allen Plätzen sehr gut sehen und ist nah dran.

    Ich habe noch keine Halle gesehen, in der man besser sehen kann.

    Natürlich kann man von allen Plätzen aus gut sehen, keine Frage - aus einem einfachen Grund: weil die Halle sehr klein ist! Wäre ja auch noch schöner, wenn man im dritten Oberrang der O2-Arena näher dran wäre als in einer der vier Sitzreihen der Lübbecker Kreissporthalle (ok, ich übertreibe etwas). Das ist nicht das Argument. Es geht vielmehr darum, dass das Ambiente eines Spiel in Lübbecke in seiner Gesamtheit eher das eines Regionalligaspiels (bei dem man auch seeehr nahe am Geschehen sein kann) als das eines Erstbundesligaspiels ist und sich für mich die Frage stellt, ob die äußere Anmutung eines TuS-Spiels vielleicht nicht auch mit der inneren Haltung der Verantwortlichen einhergeht, mit der Bundesliga-Handball in Lübbecke aufgezogen wird.

    Naja, ich verstehe, dass man die Halle des eigenen Vereins derjenigen der Nachbarschaft vorzieht, aber aus (meiner) recht neutralen lippischen Sicht spricht dann doch mehr für die Halle in Minden als für die in Lübbecke. Wie viele Sitzplatzschalenfarben ( schönes Wort für Scrabble ... ) gibt es doch gleich in der Halle? ;)

    Sportlich muss der TuS einen guten Start hinlegen. Zwei Heimspiele hat man ja, von daher, mit entsprechender Aufbruchstimmung ( also z. B. einer vollen Halle, in der die Sitzplatzschalenfarben nicht mehr auffalen ), kann schon noch was möglich sein.

    Aus meiner noch neutraleren Sicht als im Nachbarkreis und -bundesland Gestrandeter spricht wenig für die Halle in Minden und gar nichts für die Halle in Lübbecke. "Das stärkste Dorf" etc, ist schön und gut, man darf auch gerne weiter damit kokettieren, aber jedes Mal, wenn ich in Lübbecke den Inhalt meiner Barre-Flasche in den Plastikbecher umgefüllt, die Flasche zurück in den bereitstehenden Kasten gestellt und mich auf den Ausguck dieser staubigen Turnhalle begeben habe, die mich an Sportunterricht in den 80ern erinnert, beschleicht mich doch das Gefühl, dass dieses Ambiente herzlich wenig mit zeitgemäßen Erstligahandball zu tun hat. Und das ist nicht nur eine Frage der Größe, denn das in Lübbecke alles in etwas kleineren Dimensionen Ablauf muss, ist schon klar. Es ist neben den völlig inadäquaten baulichen Gegebenheiten eine Frage der Art und Weise, wie man es aufzieht, und da bekommt man eben auch das Gefühl vermittelt, dass sich da niemand groß Gedanken macht - im Gegenteil, man bekommt den Eindruck, dass auch der Verein so geführt wird. Ob das wirklich so ist, vermag ich gar nicht im Detail zu beurteilen. Aber Aufenthaltsqualität herrscht hier nicht, weder im wörtlichen Sinne in der Halle noch im übertragenen Sinne, also in Form einer emotionalen Bindung zum Geschehen. Grundsätzlich beschleicht mich das Gefühl auch in Minden, dort ist es aber etwas besser. Einen ganz anderen Eindruck gewinne ich in Lemgo, und ich finde, bei den Lippen könnten sich die Ostwestfalen schon mal etwas abgucken.

    Nein. Die Lehre aus dem Titel ist dieser unfassbare Teamspirit und da muss auch der Bundestrainer sehr genau gucken, welche Spieler er aus diesem Team entfernt im Zweifelsfall.

    Da sind wir komplett verschiedener Meinung. Heuberger hatte beispielsweise Theuerkauf wegen der guten Laune und des Teamspirits nominiert. Zweifelhaftes Unterfangen, meiner Meinung nach. Der "Spirit" fällt nicht vom Himmel, auch wenn man das glauben möchte, sondern er wird entscheidend durch einen Faktor erzeugt: Den Erfolg. Dagur wird die zum Zeitpunkt besten Spieler nominieren uns sich um spirituelle Fragen einen feuchten Kericht scheren. Der gemeinsame Erfolg macht den Spirit, nicht anders herum.

    Allerdings sehe ich jetzt nicht wie Lichtlein momentan nicht nominiert würde. Sein Turnier war nicht das allerbeste, aber ist in diesem Team drin. Es hat einen Grund warum er die Schale hochreißt. Dieser Status verschwindet in sechs Monaten kaum.

    Einer der Grundlagen des Erfolgs ist doch, dass genau diese Argumente unter Dagur für die Nominierung nicht zählen.
    Angesichts der Personalsituation bei der EM finde ich es reichlich überflüssig, darüber zu spekulieren, wer nach Rio fährt. Es kann doch nur weiterhin heißen: die besten Verfügbaren. Ist das nicht die Lehre aus dem Titel?

    Das Forum "Handballecke" hat gegenwärtig 14 572 Mitglieder Mitglieder, und nur 49 sind im Moment im Forum online. Was ist mit den anderen 14 523 Mitgliedern? ?( Interessieren die sich nicht für Handball? :D

    Habe ich was verpasst? Gab es Freibier in der Handballecke?


    Ich finde, es Zeit auch mal die polnischen Gastgeber zu loben. Die akkurat bereitgestellten Sektgläser zeugen doch von Stil!

    Hat noch jemand Fragen, warum ich kein Freund dieser Forderung bin, dass der Handball in die ÖR gehört? Bei der Ankündigung wurden die Fans auch noch kackendreist angelogen. So viel dazu.

    Auch wenn es mir schwer fällt, die Handballbrille abzunehmen: Ein "Aktuelles" Sportstudio hätte sich doch schwerpunktmäßig mit den "aktuellen" Ereignissen Tennis und Handball beschäftigen müssen und standardmäßig mit Fußball-Bundesliga. Meinetwegen auch die unvermeidliche Torwand, wenn es für die Identität des ZDF wichtig ist. Ich frage mich also vor allem, was 18 min. Berichterstattung zu Biathlon eigentlich sollen. Hat jemand gesehen, was es da so ausführlich Aktuelles zu berichten gab (meine Fernbedienung klemmt leider oft auf der "2"... ;) )?

    Ja, gestern lief nur das Spanienspiel 'normal' ab (auch Weißrussland gegen Mazedonien hätte ich z.B. nicht gedacht)

    alter Sack: Zur 'Ehrenrettung' von Brand und Heuberger muss man aber auch sagen, dass sich dieses Entwicklung mit dem Riesenreservoir an inernational einsetzbaren jungen deutschen Spielern (ist ja fast egal, wen man spielen lässt) erst in den letzten 2 Jahren ganz deutlich entwickelt hat - und jetzt halt die Nationalmannschaft erreicht hat (wobei ich natürlich immer noch das Spanienspiel im Kopf hab, das Grenzen aufgezeigt hat)

    Na ja, da sind wir aber ganz nah am Henne-Ei-Problem. Das Reservoir ist doch nur durch Sigurdssons Nominierungen offensichtlich geworden. Ein Erik Schmidt hätte sich zum Beispiel nicht so präsentieren können, wäre zumindest nicht so früh nach Hannover gewechselt und würde wahrscheinlich weder in der Wahrnehmung eines anderen Bundestrainers noch in der öffentlichen Wahrnehmung zu diesem Reservoir zählen, wenn Sigudsson ihn nicht vor einiger Zeit als Nobody nominiert hätte. Ich glaube auch nicht, dass ein Wiede diese Chance bekommen hätte (Pfahl, Müller - man hätte gesagt: Irgendwann ist auch ein Wiede mal so weit, in drei Jahren wird er 25...). Wäre irgendjemand auf die Idee gekommen einen Niklas Pieczkowsi für EM-würdig zu halten? Ohne seine Nationalmannschaftsnominierungen würde er mit Lübbecke einfach absteigen und niemand würde Notiz von seiner Person nehmen. So ist er zum Beispiel hier im Gerüchtethread bei nahezu jedem Bundesligisten im Gespräch.Ich bin mir nicht sicher, ob Lemke mit seiner Situation in Magdeburg überhaupt im Blick gewesen wäre und und und....

    Ich denke, das beginnt schon vorher, wenn Sigurdsson den 28er Kader beruft und dann mit allen Spielern trainiert. Dadurch dürften Ausfälle leichter zu verkraften sein, als wenn man primär mit dem 16er-Kader trainieren würde, der dann letztlich mitfährt.
    Dazu ist es ein großer Vorteil, dass das deutsche Spiel nicht von einer Person abhängig ist, wie von Mikkel Hansen etwa bei den Dänen oder von Karabatic bei den Franzosen. Ausfälle auf den Schlüsselpositionen können eben leichter kompensiert werden. Auch Norwegen hat mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung den Weg zum Erfolg gefunden.

    Vor allem schafft er es, auch innerhalb des 28er Kaders die Spieler entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten einzusetzen und sie nicht als "Ersatz" in ein vorhandenes System zu pressen. Plastisches Beispiel: Wir brauchen ein Tor - 4er Mauer und Julis Kühn dahinter - Bumm- Tor. Der Kommentator sagte, das wäre ja wie in der C-Jugend damals. Aber manchmal sind es eben die einfachen Lösungen. Bei Sigurdsson (+ seinen hervorragenden Kotrainern, das sollte man immer betonen - ohne Alexander Haase war er meiner Meinung nach auch bei den Füchsen nicht mehr so gut) funktioniert das aber auch in koplexeren Zusammenhängen.

    Gerade bei DEN-SWE hat man in der zweiten Halbzeit sehr schön Hans Lindberg und Mattias Zachrisson im Vergleich gesehen. Lindberg elegant, souverän wie ein Uhrwerk und verlässlich. Zachrisson fast die ganze Zeit über in der Abwehr als Kettenhund, dann mit großem Kampf und Witz die wichtigen Tore und vorbereitenden Aktionen am Schluss - ich finde, fast unnachahmlich. Ich bin gespannt, ob sie sich in Berlin gut ergänzen oder in starke Komkurrenz zueinander geraten.


    Zumal der SCM für die nächste Saison auch schon ein neues Gespann fix hat, auch wenn einer davon schon da ist.

    Irgendwas muss da vorgefallen sein.

    Die "Neue Westfälische" bringt etwas mehr Hintergrund, aber auch nicht viel:
    Schöngarth wechselt mit sofortiger Wirkung zum SC Magdeburg | Sport in Lübbecke - Neue Westfälische

    Nach einem Plan sieh das alles eher nicht aus. Ich finde es sogar höchst merkwürdig. Anscheinend gibt es keine konkreten Optionen. Noch zu Beginn der Saison muss man doch immerhin die Abwerbungen aus Lemgo mit konkreten Perspektiven - und sei es "nur" finanzieller Art - gelockt haben, was hätten die sonst für einen Grund gehabt? Für mich wirkt das ein wie Hamburg in klein und nicht so im Fokus der Öffentlichkeit... Und ja, FüxxeFan3, es wird wohl nur noch ein Absteiger ausgespielt, und das Ersatzteillager aus Hamburg scheint dabei, siehe Bitter, eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen.

    Unter diesen Vorzeichen macht mir, ehrlich gesagt, der Rest der Saison nicht mehr so richtig viel Spaß... Da ist schon eine Menge Verzerrung drin, und die sportlichen Aspekte drohen in den Hintergrund zu geraten.