Beiträge von exilberliner

    Wie schon geschrieben, Lemgo würde ich bei einer Niederlage nicht abschreiben. Auch wenn der Abstiegskampf bis Platz 18 noch offen ist, rechne ich fest damit dass neben den Aufsteigern ein Ostwestfale absteigt - ob das Lemgo oder Minden ist, wird wohl lange offen bleiben. Auch Nettelstedt oder Balingen sind noch nicht sicher durch, ich halte es aber für unwahrscheinlich dass die noch reinrutschen.

    Am 12.4. ist Derby in Minden, das könnte entscheidend sein. Das wäre das zweite Jahr in Folge dass sich der Absteig in Minden entscheidet - Die Lipperlandhalle (hat das Ding echt keinen Sponsorennamen?) ist mir dafür aber wesentlich lieber als das Holiday Inn...

    Leider steht die Lipperlandhalle aber in Lemgo, in Minden steht die Kampahalle.

    ...und die beiden ostwestfälischen Vereine in der Bundesliga sind Minden und Nettelstedt. Lemgo ist eben Lippe, daher ja auch Lipperlandhalle. So viel zur Geographie-Klugscheißerei aus der eigenen Region, jetzt aber noch mal zu Gefilden, in denen ich (und anscheinend auch andere) mich und sich nicht auskennen: Was ist das Holiday Inn in Bezug auf Handball?

    @capitano
    Hast Du das Spiel gesehen und hat es dir gefallen?

    Kleine
    ja, das ist merkwürdig. Sie können aber nicht " einfach so" ins Final4 kommen, sondern sie würden bei Erreichen des Viertelfinales ebendieses überspringen - als kleiner Anreiz für die Ausrichtung des Turniers, bei dem das finanzielle Risiko voll beim Veranstalter liegt. Und da in diesem Jahr niemand das Final4 ausrichten wollte, machen es die Füchse wieder. Ideal ist das alles nicht, aber letztes Jahr ist es ja vom Event her sehr gut gelaufen, wenn auch sportlich nicht optimal. Dieses Jahr werden wir mal sehen...

    Na ja, ich habe die Füchse schon in ganz anderen Ligen gesehen. Nicht zu gewinnen, ist nicht das Problem. Es geht in dieser Saison aber sehr oft um die Art und Weise des Auftritts, und der ist nicht in Ordnung. Auch in diesem Spiel war einfach kein Wille, kein Aufbäumen und einfach keine Einstellung zu erkennen.

    Mit dem EHF-Pokal-Finalturnier in eigener Halle und der lösbaren Aufgabe nächste Woche in Leipzig gibt es schon noch ein paar Dinge auf die man als Füchsefan diese Saison hoffen kann.


    Stimmt, es gibt noch eine Menge Gelegenheit, diese peinlich-lustlosen Auftritte vor aller Welt fortzusetzen!

    Ich rechne schon mit einem relativ sicheren Sieg der Füchse. Der Trend wird sich erst mal bestätigen. Es fehlen jetzt noch Spoljaric und Löffler, auf Wiede und Jaszka wird man verzichten. Damit spielt man noch nicht mit voller Kapelle, hat sich aber personell erholt, In sofern tobi sind die Vor-Winterpausen-Vergleiche nur bedingt aussagekräftig. Die Füchse hatten sich im übrigen in Lemgo nicht ein Ein-Tore-Sieg erkämpft, sondern eine souveräne erste Halbzeit gespielt und es am Schluss fast verdaddelt.
    Das Selbstvertrauen ist gestiegen, und Lemgo war noch nie ein Angstgegner. Sicher ist man noch nicht auf einem stabilen Niveau, aber für dieses Spiel wird es reichen. Laut meiner Glaskugel wird sich Lemgo ordentlich präsentieren, aber verlieren.

    Diese seltsamen, durch nichts belegten Posts in englischer Sprache gibt es ja in letzter Zeit häufiger in einigen Threads, ich denke das Ganze ist eher unfundiert :spam:

    Nur weil es Englisch ist, ist es ja nicht seltsam... Und unfundiert: Nun ja, was wäre schon ein fundieres Gerücht? Und es handelt sich hier schließlich um einen Gerüchte-Thread, und nicht um einen Gewissheiten-Thread.

    Ich fand es langweilig und überflüssig - höchstens bemüht lustig. Aber das kann an meinem preußisch geprägten Gemüt liegen, vielleicht sieht die Karnevalsfraktion es anders. Ich freue mich wieder auf richtige Bundesliga.

    Morten Olsen kehrt zurück!
    Dänischer Recke


    Das ist ja mal ein dolles Ding! Damit erhält Burgdorf sein Herz zurück und macht den bei aller Entwicklung großen strukturellen Fehler, mit dem man sich seit 1 1/2 Saisons rumschlägt, rückgängig. Jetzt erwarte ich Einiges aus Hannover in der nächsten Saison.

    Offensichtlich ist das Final4 nicht attraktiv genug für den ehf Pokal. Wenn dann Berlin noch nicht einmal plus minus Null dabei herauskommt frage ich mich warum sie es noch einmal machen? Vielleicht ist ja ein Titel sehr attraktiv.

    Ich glaube, das Final4 ist das einzig Attraktive am ganzen EHF-Pokal - wenn man es gut macht und die Halle voll ist. Ich habe mich jedenfalls davon überzeugen lassen, nachdem ich im letzten Jahr den Wettbewerb bis dahin wirklich ziemlich uninteressant fand. Im (Mini-)Turnier entfaltet Handball eben einen ganz eigenen Flair, und die Kombination aus gutem Sport, Rahmenprogramm und internationaler Stimmung ist schon super. Finanziell haben die Füchse ein ganz leichtes Plus gemacht. Wie man hier lesen kann, haben sich die Füchse diesmal nicht beworben, sonder ihre Bereitschaft erklärt, falls es niemand anders machen will, und es macht offenbar sonst niemand. Ich denke schon, dass es gut ist, es noch mal anzugehen, denn letztes Jahr waren alle zufrieden und konnten zufrieden sein (abgesehen von den Füchsen, was den sportlichen Ausgang betrifft). Ich denke, für das Image ist es ein großes Plus. Und mit dem Titel macht man es sich so auch leichter. Und der EHF-Pokal bekommt dadurch einen würdigen Abschluss. Schaffen es die Füchse und vielleicht ein anderer deutscher Verein, sind 9000 Zuschauer sicher. Wo sonst wäre das der Fall? In sofern können sich alle Seiten recht gefahrlos darauf einlassen.

    Mir gefällt es auch nicht, dass die IHF-Regeln Nationenwechsel mit nur geringen Einschränkungen (drei Jahre Länderspielpause) zulassen. Aber wenn hier einige von der "zusammengekauften Mannschaft" sprechen, da könnte man den Eindruck bekommen Katar habe das Who-is-who des internationalen Handballs eingebürgert und in bordeauxrot-weiße Trikots gesteckt. Aber wer kannte denn vor dem Auftaktspiel Spieler wie Bertrand Roiné, Rafael Capote oder Borja Vidal? Die standen nicht gerade ganz oben auf den Wunschlisten der Champions-League-Vereine. Da hat doch jeder europäische Bundestrainer einen illustreren Spielerpool aus dem er seinen Kader zusammenstellen kann. Valero Rivera hat aus einem (von den Torhütern abgesehen) durchschnittlichen Kader eine Mannschaft geformt, die auf höchstem Niveau mithalten kann. Schiedsrichter-Entscheidungen hin oder her ist die katarische Mannschaft spielerisch auf Augenhöhe mit Deutschland, Polen, Spanien & Co - und das ohne einen Steffen Weinhold, Bartosz Jurecki oder Joan Canellas mit reichlich internationaler Erfahrung auf höchtem Niveau. Brasilien oder Argentinien beispielsweise haben bei dieser WM auch begeistern können, sind aber in der Schlussphase regelmäßig an ihrer fehlenden Erfahrung und der nötigen Ruhe im Spiel gescheitert. Valero Rivera hat seinem Team genau das in Rekordzeit beigebracht, sie taktisch hervorragend eingestellt und auf den Punkt vorbereitet. Dafür hat diese Mannschaft meine Anerkennung. Einer der Matchwinner im heutigen Halbfinale war der 23jährige gebürtige Katari Kamalaldin Mallash. :respekt:

    Beim Großteil der deutschen Fans in der Handballecke herrscht die Grundhaltung, dass Deutschland zwar die Teilnahme per Wildcard nicht verdient habe, aber man unabhängig davon trotzdem der Mannschaft für ihre Leistungen im Turnier Respekt zollen solle. Eine Einstellung die ich persönlich teile. Aber dann sollte man auch ebenso die Leistungen der katarischen Mannschaft zu würdigen wissen - unabhängig davon unter welchen Umständen die WM an das Emirat vergeben wurde oder was man vom Staat Katar hält.

    Arcosh
    vielen Dank für diesen Post. Das ist genau das, was mir die letzten Stunden durch den Kopf gegangen ist. Mit Begriffen wie "Weltauswahl" wird immer der Eindruck erweckt, es handele sich um die Crème de la Crème des internationalen Handballs, die von Katar gekauft wurde. Und genau das ist ja nicht der Fall. Ein Spieler wie Roiné (der von allen Sky-Menschen hartnäckig "Rouen" genannt wird, was schon ein Indiz auf seine vorherige Bekanntheit in vermeientlichen Fachkreisen ist) wäre von den Franzosen schlicht nicht mitgenommen worden. Und Markovics Qualitäten haben wir ja nun in der Bundesliga ausgiebig beobachten können - war eben ganz in Ordnung. Aber hat ihm vor einem Jahr jemand zugetraut, tragende Säule in einer Weltmeister- oder Vizeweltmeistermannschaft zu sein? Dass er mit sicherem Instinkt dem Geld hinterherrennt, und über Rudolph nun bei den Scheichs gelandet ist - nun ja. Aber diese Abgezocktheit bringt er eben jetzt auch auf die Platte.
    Um es klar zu sagen: Ich mag so ein Kunstprodukt auch nicht und halte Frankreich heute die Daumen. Aber langsam ist es auch Zeit, anzuerkennen, was auch sportlich hinter der Leistung Katers steckt.

    Mir gefallen die ganzen Umstände der deutschen Teilnahme nicht. Wie das mit der Nicht-Qualifikation und der anschließenden Wildcard gelaufen ist oder gelaufen sein mag zeigt nur, wie viel in diesem ganzen korrupten Sportverbands-Funktionärssystem im Argen liegt. Die Freude an meinem Sport wird dadurch getrübt, aber ich lasse mir dadurch nicht kaputt machen.
    Was mit aber erheblich auf die Nerven geht: Das Gerede von den armen, qualifizierten Australiern. Mal ehrlich: Australien hat sportlich bei einer Handball-WM nichts zu suchen. Außer 16 Hobbyhandballern tut man damit niemandem einen Gefallen. Qualifiziert haben sie sich nur durch ihre global betrachtet abseitige geographische Lage. Eine sportliche Leistung steht hinter der Qualifikation nicht. Eine Teilnahe Australiens wäre, solange sie sich nicht in einer Asien-, Südamerika- oder sonstigen Gruppe qualifizieren, eine Dauer-Wildcard aus geographischen Umständen.
    Wie gesagt, das rechtfertigt nicht die Art und Weise, wie das jetzt gelaufen ist, die nicht entschuldbar ist. Aber gerade in Diskussionen mit Leuten, die sich nicht täglich mit Handball beschäftigen, habe ich manchmal den Eindruck, einige meinen, es hätte sportliche Gründe für eine Teilnahme Australiens gegeben. Sportlich wäre die Nicht-Teilnahme Deutschlands begründet gewesen, aber keine etwaige Teilnahme Australiens.

    Ihr diskutiert hier nur die Frage der technischen Machbarkeit. Ich glaube aber, das Problem ist grundsätzlicher. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen nicht verschlüsseln bzw. nicht frei empfangsbar sein. Vielmehr ist die freie Empfangbarkeit ein Grundprinzip und auch ihre Daseinsberechtigung. Und das ist auch richtig so. Man stelle sich folgende Situation vor: Wie hätten in Europa noch einen eisernen Vorhang und zwei deutsche Staaten. Die öffentlich-rechtlichen würden die Übertragungsrechte für irgendetwas erwerben, müssten aber gewährleisten, dass sie nicht in Osteuropa und der DDR zu empfangen sind. Das geht politisch nicht. Nun ist die geopolitische Situation heute nicht mehr ganz so plastisch markant. Trotzdem sind ARD und ZDF, frei nach alten Motto von RIAS Berlin, freie Sender der freien Welt. Und diesen Anspruch müssen sie auch durch weltweite freie Empfangbarkeit deutlich machen. Nun geht es hier natürlich "nur" um Sport. Aber es könnte sich ja bei anderen Inhalten, die bestimmten Rechteinhabern aus kommerziellen oder politischen Gründen in anderen Teilen der Welt nicht genehm sind, fortsetzen. Es geht ums Prinzip, und das Prinzip ist das, eine frei empfangener Stimme auf der Grundlage von Meinungsfreiheit und demokratischer Werte zu sein. Da kann man es sich nicht leisten, zu bestimmten Zeiten nur Rauschen oder Ersatzprogramm zu senden, wenn die Gründe dafür fremdbestimmt sind.

    Und heute hätte es sich dann fast gerächt, dass man keinen zweiten Links Außen dabei hat.

    Gensheimer zwar mit einer starken Wurfquote, aber dafür mit umso mehr Ballverlusten, besonders ungewöhnlich für einen Außen.

    WENN er schon in die Mitte ziehen muss, was ja auch kein Zwang ist, muss er dann wie ein Basketballer dribbeln und jedes mal ganz nah an Schritte und Stürmerfoul sein? Das macht das Spiel langsam und er krieg es auch öfter mal zurecht abgepfiffen!

    In dieser Hinsicht ist Grötzki besser: der zieht einfach schnörkellos in die Mitte und trifft die richtige Entscheidung.

    Was micht nervt:


    Was MICH nervt: kannst Du dich vielleicht irgendwo anders zu Genehmer auslassen? Ich glaube, hier haben es jetzt alle kapiert....

    Nun wird ja in den letzten Tagen immer wieder Dagur gelobt - für neue Ideen, für das Ende des Angsthasenhandballs etc. Ich frage mich inzwischen, wie groß der Anteil seines Teams, wie groß insbesondere der Anteil von Alexander Haase ist. Den meine Beobachtung der letzten Jahre wäre, dass Dagur diese Top-Trainerleistungen auch in Berlin abgeliefert hat - bis zum Beginn der letzten Saison, also bis Haase die Füchse verlassen hat. Von da an trug das Spiel zwar immer noch seine (Dagurs) Handschrift, aber einiges haute auch oft nicht hin: Man hatte in jüngster Zeit öfter den Eindruck, Dagur übertreibt es, verfolgt eine Idee zu verbissen, das Timing stimmt nicht. Jetzt, mit der Nationalmannschaft wirkt alles wieder viel besser abgestimmt. Und nicht von ungefähr, vielleicht für einige einigermaßen überraschend, viel seine Wahl des Ko-Trainers ja auf Alexander. Ich möchte ihn jetzt auch nicht groß reden und habe in der Praxis keine Ahnung, wie die Verantwortlichkeiten im Trainerteam aufgeteilt sind (vielleicht eine interessante Frage für eine weitere Kreis ab-Ausgabe, falls mal jemand aus dem Stab vorm Mikrofon ist, @capitano?) , aber ich könnte mir vorstellen, dass die Zusammenarbeit von Dagur und Alexander sehr wichtig für den momentanen Erfolg ist.