Beiträge von Beuger

    Freundschaft!

    Sehr schönes Fundstück. Generell ist meine Einschätzung, dass der Handball der 1960er und auch noch der 1970er in der Entwicklung steckte und noch nicht mit dem danach vergleichbar ist. Ab den 1980er war dann handballerisch das Niveau da, dass wir heute kennen, also was Technik angeht, das Tempo der Ballzirkulation, Wurfhärte und Athletik. Teilweise noch etwas besser als heute. Da hatte man dann grob das Machbare erreicht. Was seitdem dazu gekommen ist, ist die Dauer, mit der man höheres Tempo spielt, durch größere Kader (16 statt 12) und auch tiefer besetzte Kader. Und eine deutlich gewachsene Physis (nicht Athletik). Wahrscheinlich ist auch die Analytik ein nicht unwichtiger Punkte heute.

    Ich bin schon der Meinung, dass individuelle Kreativität und Geschicklichkeit massiv zugenommen hat, auch in den letzten 20 Jahren. Mit den 80ern ist das nicht zu vergleichen.

    Das gepostete Fundstuck ist natürlich absolut genial, vielen Dank!

    Richtig, Andersson-Moberg ist im Moment wohl zweifelsohne der beste Spieler der schwedischen Liga, 23 Jahre alt und erinnert vom Stil her sehr an Gottfridsson. Er müsste körperlich noch ein bisschen zulegen aber das ist ja kein Hexenwerk.

    Castillo war in meinen Augen der dominanteste Spieler der ohnehin extrem dominanten Spanier bei der Jugend WM.

    William Andersson-Moberg könnte ich mir auch gut vorstellen. Ferran Castillo ebenfalls interessant. Mittun aber wohl tatsächlich die ultimative Toplösung. In meinen Augen wären diese Spieler alle optimal, um sie hinter Gottfridsson aufzubauen. Gottfridsson spielt auch aus Mangel an Alternativen ein wenig zu viel, das schadet seiner Leistung ein bisschen.

    Eine Institution muss in dem Fall nicht heißen, dass er das Team sportlich voranbringt.

    Klingt jetzt hart, aber ich glaube, seine Verletzung hat Berlin ganz ordentlich besser gemacht. Drux hat das Niveau einfach um Längen nicht, reißt aber extrem viel Verantwortung an sich.

    Naja, es gibt es genau eine Sache, die nicht passt, und die heißt Simon Pytlick. Der spielt halt, sofern er gesund ist, weil er besser ist als Mensing. Darauf hat Mensing keinen Bock. Wenn er also nicht klar versprochen kriegt, dass Pytlick in der Mitte startet, wird er nicht wiederkommen.

    Im Spielbetrieb hat der Handball den Vorteil, dass ohnehin schon weniger Spieler auf dem Feld sind.

    Im Training allerdings muss im Handball festgestellt werden, dass viel zu wenige Trainer die von Wolf angesprochenen Small Sided Games nutzen. Im Kindertraining dominiert Stehzeit, handballspezifische Drucksituationen auf engem Raum findet man selten, es gibt viel zu viel Techniktraining. Im Jugendhandball steht die Taktik viel zu viel im Vordergrund. Als ich selbst in der D-Jugend war, sind wir Regionalmeister geworden, weil wir jeden Angriff einen anderen Spielzug gespielt haben. Das ist zwar ein wenig besser geworden heutzutage, aber es ist noch ein ganz ganz langer Weg. Aber du hast Recht, in der Tat ein spannendes Wettrennen zwischen Handball und Fußball.

    Tolle Moral und ein großartiger Kampf des VfL Gummersbach, der mit einem Punkt gegen den Tabellenführer belohnt wurde :respekt: Einige Tore in der Schlussviertelstunde haben Edi Vidarsson oder Dominik Mappes mit purem Willen gemacht. :head:


    Anmerkung am Rande:

    Regel 10.3b der IHF Handballregeln sagt bzgl. des Anwurfs von der Anwurfzone:

    Bei Spielminute 55:52 beim Stand von 28:28 verstößt Berlins Mijajlo Marsenic gegen diese Regel, die Schiedsrichterinnen sehen dies auch, aber geben nicht die zwingend vorgeschrieben progressive Bestrafung, weil sie Vidarsson ein "antäuschen" des Anwurfs vorwerfen. In der aktuell gültigen Regelfassung ist aber das Betreten der Anwurfzone und Berühren des Balles bereits hinreichend für die progressive Bestrafung. Selbst nach eindeutigen Hinweisen der Spieler und Kommunikation untereinander bleiben sie bei der falschen Entscheidung. Das war ein (potenziell spielentscheidender) Regelverstoß der beiden Schiedsrichterinnen! (Allerdings gehe ich nicht davon aus, dass der VfL Gummersbach in Anbetracht des Punktgewinnes einen Einspruch einlegen wird.)

    Und ich dachte in den letzten Tagen, dass Schiedsrichter grundsätzlich eine 100%ige Regelkompetenz an den Tag legen, was sie von Trainern grundsätzlich unterscheidet!

    Da hast du viel versäumt. Der Einbruch der Füchse war schon bemerkenswert. Laut Sievert waren Gidsel und Lichtlein zum Schluss platt und Andersson hat nicht wie sonst geliefert.

    Meine Hoffnung ist, dass das nicht das letzte Mal war. Und ich denke, diese Hoffnung ist nicht unbegründet. Im Prinzip lebt ja auch ein Andersson als Vollstrecker von Gidsel. Das wird noch eine lange Saison für ihn