Beiträge von Beuger

    Man hätte alle Teams am 1. Januar in die Blase holen sollen. Etwaige Qualifikationsspiele hätte man in Kairo austragen können.


    Schön, dass du diese Meinung jetzt teilst :) würdest du diese Frage wenn möglich auch einem IHF-Funktionär stellen? Die Antwort würde mich interessieren.

    Tolles emotionales Spiel auf handballerisch beinahe Slapstick-Niveau, aber dafür spnannend, abwechslungsreich und immer für eine Überraschung gut! Auf algerischer Seite hat mir der Rückraum-Rechts und bei Marokko der Rückraum-Mitte ganz gut gefallen. Dass ich so viele berechtigte 2min-Strafen in einem Spiel gesehen habe, kann ich mich auch nicht erinnern. Die SR, es müssten Gjeding/Hansen gewesen sein, mit einer tollen Leistung.

    Ähm, also wenn die politische Messlatte so hoch angelegt wird, dann dürfte ja auch Ungarn nicht die Europameisterschaft 2022 ausrichten,oder?


    Ungarn und Ägypten ist sicherlich ein großer Unterschied. Wo jeder für sich persönlich die Grenze zieht, muss man natürlich selbst entscheiden.

    DASS jeder seine persönliche Grenze hat, ist sicherlich dann klar, wenn man sich fragt, ob die olympischen Spiele in Berlin in Ordnung waren oder ob eine WM in Nordkorea vertretbar wäre ;)

    Gerade im Spiel Algerien vs Marokko hat man gesehen, warum im final four die rote Karte gegen Wiencek berechtigt war. Identischensituation, Verletzung eines Spielers. Folgerichtig Videostudium der SR rote Karte. Die Bestrafung darf nicht von der Verletzung abhängig sein, sondern nur von der Gefährdung.

    Den harten Tobak hast aber Du zuerst gestopft. Das hat nun wirklich nichts mehr mit WM und Handball zu tun.


    Nein, ich habe begründete Argumente gegen eine Austragung der WM in Ägypten nach ägyptischen Regeln gebracht. Ihr habt polemische Vergleiche gezogen.


    Letztlich sind es sinnentleerte Begriffe geworden, welche munter in jedem möglichen Kontext gewürfelt werden. (Ökofaschisten, Salonfascho, nazi-braut).


    Das ist jetzt schon sehr härter Tobak, Vorurteile gegenüber ökologischen Menschen ("Ökofaschisten") mit Kritik am ägyptischen Staat gleichzusetzen.

    Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn die deutsche Delegation sagen würde, sorry, war ein Missverständnis, wir haben uns auf einen zugesagten Standard verlassen, aber den finden wir hier nicht vor, also rücken wir wieder ab.


    Das würde ich mir auch wünschen. Oder zumindest ein klares Ultimatum.

    Damit komme ich klar.
    Btt: Auch ich stelle mir viele Fragen bezüglich der Sinnhaftigkeit der WM, aber ich boykottiere sie nicht deswegen. Dann hätte man auch 2008 Beijing im TV aus anderen Erwägungen meiden müssen. Bin gespannt, welche Rolle das ganze Thema heute Abend bei den Herren Semrau und Hens bei NOR - FRA spielt.


    Sehe ich auch so. Sportlich ist die WM auch nach wie vor attraktiv. Dennoch muss das politische Themenfeld in meinen Augen mehr von Journalisten in den Vordergrund gestellt werden, gerade nach den neuesten "Eskapaden" der IHF. Capitano, wie wäre es?

    Auch wenn man es so verstehen KANN (gebe ich zu), war es nicht so gemeint. Trump und Johnson halte ich für populistische Rechtsnationalisten (Trump mit äußerst aggressivem Hang), aber nicht für Faschisten. Ich hoffe, das reicht als Richtigstellung.

    Beuger: Und wie rechtfertigst du die Einstufung von Boris Johnson als "Fascho"?


    Leg mir bitte nicht in den Mund, was ich nicht konkret gesagt habe.
    Mein Vergleich zu Trump und Johnson ist ja eigentlich noch verharmlosend für das ägyptische Hardcore-Regime. Aber selbst bei Johnson und Trump ging die Taktik des "Chance gebens" ja nicht auf.

    Ich weiß nicht, wie gut hier die Leute in Politikwissenschaften, Postkolonialen Studien und Geschichte sind aber Ägypten ist kein faschistischer Staat.Ägypten ist zweifelsohne ein autoritaristisch regierter Staat, der sich um so gut wie keine rechtsstaatlichen Prinzipien schert, Ägypten ist auch ein Staat, dessen Militärregime angesichts der gravierenden Menschenrechtsverletzungen vor einen internationalen Strafgerichtshof gehört statt in die Loge eines EHF-Turniers (Zitat Kicker: "Zuvor war die WM [...] in Anwesenheit von Ägyptens Staatspräsident Abdel
    Fattah al-Sisi feierlich eröffnet worden"
    .)

    Aber ein autoritaristischer Staat ist noch bei weitem kein faschistischer Staat.Die Gründe dafür sind hier allerdings, da es um Handball geht, nicht darlegbar. Derartige Vermengungen bzw. solche mangelnde begriffliche Präzision sind jedenfalls toxisch für jeden Diskurs und ich erbitte mir die Selbstreflexion, ob man wirklich fundiert weiß, mit welchen Wörtern man da im Internet um sich schmeißt, bevor man es dann tut.

    Im übrigen ist das Emirat Qatar zwar negativ mit neuen Dimensionen menschlicher Ausbeutung während des Baus für die Fubbes-WM in Erscheinung getreten, Ägypten als Host der Handball-WM ist seit Absetzung des Antisemiten Mursi dagegen immerhin wirklich eine handfeste Lehrbuchdiktatur. Beide Staaten haben nachweislich in Lieferketten für Waffen und finanzielle Mittel an den ehemaligen sogenannten Islamischen Staat mitgewirkt, in dem einen ist der theokratisch-ideologische Anteil größer, dafür ist im anderen die Exekutive um Längen brutaler und unberechenbarer. Ich frage mich bis heute, warum die vereinigte Sportwelt keine Probleme damit hat, derartige Projekte der Gegenaufklärung finanziell und prestigemäßig zu subventionieren. Denn unter Nicht-Corona-Bedingungen sind solche Turniere meist eben genau das, deshalb werden sie ja auch so vorzüglich gern von Gestalten wie Al-Sisi oder Scheich Tamim bin Hamad veranstaltet.


    Danke für deine kompetenten Ausführungen.
    Falls ich politikwissenschaftliche Begrifflichkeiten nicht mit 100%iger Genauigkeit verwende, bitte ich dies zu entschuldigen. Faschismus ist nach meinem Kenntnisstand definiert als "nach dem Führerprinzip organisierte, nationalistische, antidemokratische, rechtsradikale Bewegung, Ideologie". Diese Attribute treffen meiner Auffassung nach auf das ägyptische Regime zu. Du nennst es "autoritaristisch", damit habe ich auch kein Problem. Der erste, der Ägypten als faschistisch bezeichnet, bin ich jedenfalls nicht (https://www.zeit.de/2012/51/Al-Aswani-Interview auch wenn dieser Artikel noch aus der Zeit der Muslimbruderschaft stammt, dennoch denke ich, dass sich an diesem Zustand bis heute eher einiges verschlechtert als verbessert hat). Insofern würde ich meine Wortwahl vielleicht als nicht extrem präzise bezeichnen, wenn man so will; nicht aber als "toxisch für die Debatte". Ich habe mir dieses Wort, wie ich nun hoffentlich darlegen konnte, auch nicht ausgedacht ;)

    Dem zweiten Absatz deines Textes stimme ich von vollem Herzen zu und wollte im Prinzip genau das in meiner Wortwahl auch darlegen und der pro-WM-Franktion entgegenhalten, die ja großes Vertrauen in Ägypten als Ausrichter hatten :hi:

    Pressefreiheitsindex anschauen. Bestrafungen anschauen.

    https://www.zeit.de/politik/auslan…ische-gefangene hier zum Beispiel ein Artikel über Ägyptens Umgang mit Corona. Ich erinnere an Hannings Frage "woher nehmen wir die Arroganz"...

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rangliste…geb%C3%B6gen%20 erstellt. Und hier das Pressefreiheitsranking. Ägypten auf dem 15. Letzten Platz. Ich würde den Strich, worunter ich alle Regime als faschistisch einordne, schon deutlich weiter oben ziehen. Ein bisschen typisch deutsch ist es ja mittlerweile schon, mit den Ländern von ganz ganz unten gute Geschäfte abzuschließen...

    Alfred Gislason ist negativ überrascht von den Hygienebedingungen: 301 Moved Permanently
    Als Antwort möchte ich gerne Herrn Hanning zitieren: "Alle internationalen Verbände haben an dem Konzept mitgewirkt und Woche für Woche die überarbeiteten Pläne bekommen. Wir vertrauen den Ägyptern und glauben, dass sie das gut hinbekommen werden. Ein Risiko besteht überall, darüber brauchen wir nicht diskutieren. Ich denke immer wieder: Ich weiß nicht, woher wir die Arroganz nehmen, dass wir das alles besser können als andere Länder. Damit tue ich mich sehr schwer. Ich finde das sehr hart, so etwas ständig zu behaupten."

    Wenn man einem faschistischen Regime (Ägypten) bzw einem mafiösen Verband mit kriminellen Vorsitzenden (IHF) vertraut, dann kommt sowas eben von sowas. Hat ja niemand wissen können...

    Spoiler: aus Deutschland waren zu Beginn der Amtszeit von Trump und Johnson auch viele Stimmen zu hören a la "jetzt lasst sie doch erstmal machen und gebt ihnen eine Chance." Nein, man darf Faschos keine Chance geben, nie und nimmer, hier ist jetzt auch der Beweis aus der Handballwelt.

    Dänemark hat das beste und Spanien das zweitbeste Torhüterduo der WM (auf dem Papier). Danach kommt lange nichts. Kroatien und Norwegen dürften sich hier in etwa auf einem Level befinden. Schweden, Deutschland und eventuell auch Portugal schätze ich sogar auf dieser Position aber noch leicht stärker als Norwegen und Kroatien.

    Sehr schön finde ich auch, dass der Veranstalter Corona-Tests absagt, weil er sie für nicht notwendig hält (so geschehen bei Dänemark) :wall:

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    Das hat Stil :jump:
    Hoffentlich geht Moustafas Amtszeit an dieser narzistischen WM zugrunde.

    ich hab da noch in den ohren, welche vorurteile u.a. grad wir beide gegen die ägypter hätten
    und dass es doch eine gewisse arroganz von uns wäre anzunehmen, dass die nicht in der lage
    wären ein tolles hygienekonzept bzgl. corona umzusetzen....


    Meine "Vorurteile" (man könnte auch weniger despektierlich "Meinungen" sagen) gelten nicht den Ägyptern als Menschen, sondern dem faschistischen Staatsgebilde mitsamt des kriminellen IHF-Präsidenten. Hier ein schöner Artikel der NZZ von heute über den skrupellosen Straftäter 301 Moved Permanently

    Trotzdem haben DHB und andere Verbände immer wieder höchstselbst für ihr Turnier geworben, weil ihre Blase jener der NBA ähnlich sei. Ohne die wochenlange Isolation im Vorfeld ist sie das jedoch nicht.
    Tja. Das ist das Problem.


    Genau das wurde monatelang von den Kritikern hier moniert, aber immer wieder von Befürwortern klein geredet. Man sieht ja auch jetzt an Kromers Aussagen, dass in Ägypten der Umgang mit Corona eben nicht den für eine Bubble notwendigen Standards entspricht. Alle Aussagen von Hanning, Gislason (ein eigentlich meinungsstarker Mann, der hier aber auch immer mehr zum Lakai geworden ist), sind ad absurdum geführt worden.
    Es wurde IMMER von uns hier gesagt, es sei KEINE NBA Bubble. Und siehe da, es ist keine NBA Bubble. Schlimm, wenn es so offensichtlich war, dass es zahlreiche Fans erkannt haben, aber die IHF nicht. Oder dreist, eins von beiden.