Beiträge von Beuger

    Das

    Was ich nie verstehen werde: Wenn nur noch unter 3 Minuten zu spielen sind, man ist in Ballbesitz und zwei Tore in Front - Wieso nimmt man da den Torhüter heraus für 7:6? So lange wie möglich ausspielen und wenn dann nicht der entscheidende Treffer fällt, ist der Gegner unter Druck und muss erstmal ein Tor gegen eine formierte Deckung werfen. So aber hat das ein wenig was von "Russisch Roulette"...

    Das ist relativ leicht zu erklären: bei sieben Feldspielern kann die Abwehr nicht besonders offensiv decken, da sonst zwangsläufig einer am Kreis frei ist. Also verhindert man ganz simpel Gegendruck der Abwehr.

    Ich finde München als Spielort auch nicht prinzipiell schlecht (liegt zwar nahe, weil ich in der Nähe wohne, aber ich habe mich um eine objektive Einschätzung bemüht). Die Frage, die ich mir eher stelle, ist, wie der Presidents Cup und andere Spiele, die nicht so die Zuschauermassen anlocken, in den riesen Arenen gespielt werden sollen? Da hatte die WM 07 ein sehr gutes Konzept, indem sie zusätzlich zu den großen Hallen auch noch einige kleinere dazugenommen hat und somit auch die Provinz mit WM versorgt hat.


    Damit ist alles gesagt. Massas wie immer mit einem sehr differenzierten und objektiven Beitrag. Ja, es läuft noch nicht alles rund bei der EM, aber kann mir irgendjemand eine Nation nennen, die bei einem Turnier in allen Spielen zu 100% überzeugt hat? Ich verfolge seit der WM 2007 alle Großturniere aufmerksam und kann mich nicht an eines erinnern. Von daher -> kein Beinbruch, wir haben alles in der eigenen Hand und jetzt Konzentration auf das Tschechien Spiel!

    In meinen Augen ist aktuell die flache Hierarchie, die ALF vor ein paar Beiträgen erwähnt hat, das größte Problem. Weder dem Trainer, noch den Spielern selber ist klar, wer in kritischen Situationen die Fäden in der Hand hält. Und das ist auch relativ leicht erklärbar: entweder die deutschen Spieler sind in ihrem Verein keine Führungsspieler, auch wenn der jeweilige Verein auf höchstem Niveau spielt (trifft zu auf Gensheimer, Weinhold, Groetzki) oder sie sind zwar in ihrem Verein Führungsspieler, aber ihre Vereine agieren nicht auf höchstem Niveau und die Spieler sind daher solche Situationen nicht gewohnt (trifft zu bei Kühn, Weber, Häfner, Drux, Fäth, Reichmann). Die Entscheidungen auf dem Feld waren daher oft kopflos und zwar von Spielern der beiden gerade genannten Parteien. Beispiele: Gensheimer mit drei unnötigen Ballverlusten (ihn zwingt Prokop in meinen Augen eh zu viel in Entscheidungen; da sollte nicht die Aufgabe eines Außen sein, auch wenn er der Kapitän ist) und Weber gegen Ende des Spiels mit Licht und Schatten. Die Taktik ist zurzeit zu wenig auf die Stärken der Spieler zugeschnitten. Man hat Qualitäten im Team, die kaum jemand anderes aufweisen kann: mit Kühn einen Spieler mit einem überragenden Zug zum Tor, drei sehr variable und technisch starke Kreisläufer oder Pfeilschnelle Außen für den Gegenstoß. Diese drei in meinen Augen endemischen Stärken des deutschen Teams wurden in den letzten beiden Spielen nur sehr selten genutzt. Gerade im letzten Angriff muss man dann auf genau so eine Qualität setzen. Da kann es nur noch heißen, Kühn wird geholt und schaut was geht, zur Not wird der Ball zum Kreis gerotzt. Aber das war insgesamt leider kopflos heute.

    Ich sehe Schweden ganz unabhängig von jeglichen Heim- und auswärts-Spielereien deutlich stärker als Serbien. Schweden ist unheimlich vielseitig, sehr schwer auszurechnen und hat eine gute Mischung aus alt und jung! Für mich eher ein potentieller Halbfinalkandidat als Vorrundengruppendritter.

    Warum haben hier so wenige Dahmke als Streichkandidaten? Er ist einer der ganz wenigen Spieler im Kader, die kein internationales Topniveau haben. Ich würde stand heute Dahmke und Janke streichen.

    Also an ein Verpassen des EHF Cups glaube ich beim größten Pessimismus nicht ;)
    Bei anderen Vereinen sind übrigens fünf Rechtshänder ganz normal. Kiel mit Dissinger, Duvnjak, Bilyk, Nilsson, Zarabec oder Berlin mit Drux, Vukovic, Nenadic/Mandalinic, Fäth und Gojun.

    Vier Spieler für diese beiden anstrengenden Positionen reicht in drei Wettbewerben definitiv nicht. Wer das denkt, ist einfach nur naiv
    Noch dazu, wo man mit Johannessen ein derart unbeschriebenes Blatt hat, dass er gut und gerne auch ein neuer Horvat werden könnte.

    Golla, Zachariassen und Heinl wäre mir insgesamt zu klein. Eine Kante am Kreis braucht man schon im Kader. Daher plediere ich stark für Hald. Heinl muss unbedingt verlängert werden, allein aus Abwehrgründen.

    Außerdem bin ich der Meinung, dass Flensburg noch einen guten Rückraumspieler braucht. Ich wünsche mir Morten Olsen.