Klosterhalfen ist mit 21 als deutsche Meisterin und mit Medaillen im Jugend-Bereich dann in die USA gegangen, ähnlich wie Lückenkemper. Da von 0 zu sprechen ist faktisch nicht richtig. Wenn sie dort mit 13, 14 hingehen, gerne. Grundsätzlich kommen die meisten aber in Deutschland meist nur bis zu einem gewissen Punkt. Wenn man richtig weit will, sind die Trainingsgruppen, die oft sehr international sind, sehr erfolgreich.
Das ist ja auch das Problem. Leichtathletik ist ja nicht die einzige Sportart, wo wir im Jugendbereich jede Menge Klasse-SportlerInnen stellen in ihrer jeweiligen Altersklasse. Der Übergang von Jugend ist dann aber das Problem, weil viele vor der Frage stehen Ausbildung/Studium und das sehr häufig parallel machen oder aufhören. Vollprofis sind die wenigsten und anders als in den USA haben wir auch kein College-System, welches die Trainingsbedingungen zur Verfügung stellt. Im Handball stellt sich ja mehr oder weniger die gleiche Frage, aber es wird auf einem viel niedrigerem Niveau bereits die Möglichkeit geboten zumindest zeitweise Vollprofi zu sein.
Es gehört daher nicht nur außergewöhnliches Talent, sondern auch Mut dazu einen Schritt wie Kolsterhalfen oder Lückenkemper (die ebenfalls schon Em-Medaillen hatte als sie dies tat) zu gehen. Ich habe zudem auch die leichte Vermutung, dass dies ohne weiteres soziales Sicherheitsnetz im Umfeld trotz allem nochmal risikoreicher ist.
Ein Teilzeitathlet muss jedenfalls sehr gut sein. Leute wie Mihambo stellen da wirklich die Ausnahme dar und auch sie wollte in die USA gehen. Wie gesagt....das wir überhaupt die Erfolge bei Olympia vorweisen können, die wir vorweisen können, sollte eher Respekt vor den Athleten verursachen und nicht diesen Quasi-Versager-Unterton der in den Medien wieder mitschwingt.