Alles anzeigenIn Deutschland gibt es 76 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. 17 von 18 Vereinen der 1. Fußballbundesliga sind dort beheimatet. 10 von 18 Vereinen der BBL und 10 von 14 Teams der DEL.
Ohne den HSV sind es 6 von 18 HBL Vereinen.
In den 5 größten Städten Deutschlands spielen 5 Fußball-Bundesligisten, 3 Basketball-Erstligisten, 4 DEL-Vereine und 1Handball-Bundesligist - und der spielt im Gegensatz zur Konkurrenz nicht in der größten Halle Berlins und zieht auch nur etwas mehr als die Hälfte der Zuschauer von Eisbären und ALBA.
Insofern ist das - ohne Zweifel selbst verschuldete - Scheitern des HSV ein schwerer Schlag für alle, die diese Sportart professionaliseren und von ihrem Provinzmief befreien woll(t)en.
Ich fürchte, der Handball in Deutschland steht vor keiner guten Zukunft.
Durch die Dorfvereinsbrille betrachtet, mag es anders aussehen.
Durch die Stadtvereinsbrille mag es düster aussehen, aber ich halte es für unglaublich arrogant aus der Einwohnerschaft in einer Großstadt ein größeres Recht auf professionellen Spitzensport abzuleiten.
Natürlich hat die Kleinstadt oder das Dorf nicht viele Chancen wenn Großstadtvereine im großen Stil in einen Sport drängen, aber genau das muss eben auch erst einmal natürlich passieren. Hamburger Spitzendhandball hat die gleiche Berechtigung wie Lemgoer Spitzenhandball. Wenn Hamburger Spitzenhandball aber in dieser Form nicht zu finanzieren ist, ist das keine größere Tragödie als wenn das in jeder Kleinstadt der Fall wäre.
Es ist Schade das die Liga einen solchen Verein verliert, aber jedes kleine Dorf hat eine größere Existenzberechtigung in Liga 1, solange es besser wirtschaftet.
Übrigens haben wir vor 15 Jahren den Namen Hamburg noch nicht in Liga 1 gehabt...die Namen Mannheim, Hannover und Berlin allerdings auch nicht. Die Großstädte sind also da und es ist kein negativer Trend, denn auch in Liga 2 ist da so manch ein Verein in Lauerstellung der unter dieses Kriterium fallen würde.