Eine spieltechnische Sperre halte ich durchaus auch für sinnvoller. Zum Thema Sportgericht im Handball sollte man sich erstmal die aktuellen Verfahrensdauern anschauen, wie lange dort etwas beim Sportgericht dauert.
Letztlich ist doch hier gar kein großer Unterschied zum Fußball. Die Schiedsrichter treffen eine Entscheidung (Rot ohne Nachverhandlung oder Rot mit Nachverhandlung). Wenn wir jetzt den Unterschied zum Fußball suchen, dann ist doch letztlich der Unterschied nur der, dass die Schiedsrichter mit einer Roten Karte ohne Bericht zu Gunsten der Vereine entscheiden.
Ich kann mich jetzt nicht an die Rote Karte von Brazzo Salihamidzic erinnern, aber ich gehe davon aus, dass damals der Verein Einspruch eingelegt hatte und das Sportgericht nicht aus eigenem Antrieb auf Freispruch entschied, oder?
Die spielleitende Stelle (war ja nun in dieser Partie sogar live vor Ort) trifft dann bei Rot mit Berichtaus ihrer Sicht eine Entscheidung, ob die Verhandlungsbasis (zwei wochen) von ihrer Seite als ausreichend angesehen wird oder ob der Verstoß doch schwerwiegender ist und die Strafe entsprechend höher angesetzt werden sollte. Der Verein oder der Spieler treffen ihrerseits die Entscheidung, ob die Verhandlungsbasis nicht doch zu hoch ist und legt eben im Bedarfsfall Einspruch ein.
Ich sehe da gar kein grundsätzliches Problem. Wenn Herr Zerbe der Meinung ist, dass eine Sperre von zwei Wochen (in dem Fall = zwei Spielen) unverhältnismäßig ist, dann hält ihn niemand außerhalb des TBV Lemgo davon ab entsprechende Rechtsmittel einzulegen.