Beiträge von Domstadtadler

    Also ich für meinen Teil fühle mich als Nörgler durchaus angesprochen und muss ganz ehrlich Abbitte leisten. Hut ab vor dem, was der Trainer mit dieser Mannschaft innerhalb weniger Wochen geschafft hat. Ich hätte nie gedacht, dass Joao Ferraz beispielsweise so schnell auf ein so hohes Niveau kommt. Nach der Niederlage in Gummersbach, die in ihrem Zustandekommen höchst unglücklich war, hätte ich wetten können, dass nach der Englische Woche noch immer nur zwei Punkte auf unserem Konto liegen. Jetzt sind es sieben und ich bin begeistert.

    Übrigens: Ich habe nie die Fähigkeiten von Kai Wandschneider in Frage gestellt. Er ist ein Glücksfall für die HSG. Ich habe nur die Kaderzusammenstellung nicht verstanden. Warum Vujovic? Warum 15 Feldspieler plus Kraft, Zörb, Müller? Da habe ich nach wie vor meine Bedenken - trotz der jüngsten Erfolge. Solang aber Spiele gewonnen werden, findet die Unzufriedenheit der Nicht-Beachteten kein Gehör.
    Und noch eins: Ich schreibe hier, weil mein Herz an diesem Verein hängt. Nicht etwa, weil ich chronisch Rummeckern will. Ich mache mir Gedanken um diesen Club. Vielleicht manchmal zu viele. Aber ich freue mich riesig über Siege.

    Ich habe ja schon vor der Saison meine Zweifel angemeldet und meine Sorgenfalten werden immer größer. Klar: Es ist erst der dritte Spieltag. Aber der HSG-Kader ist der am schlechtesten zusammengestellte der gesamten Bundesliga. Wir leisten uns zwei reine Abwehrspezialisten (Klesniks und Prieto). Dazu Kristian Bliznac, der auch nur in der Deckung eingesetzt wird, weil der Trainer ihm kein Vertrauen für die Offensive schenkt. Wir schleppen Stevan Vujovic mit uns herum, den der Trainer gerüchteweise bis zum Trainingsstart überhaupt nicht kannte und dem er in schöner Regelmäßigkeit das Niveau abspricht. Angeblich wurde Vujovic verpflichtet, weil Bratic im Gegenzug für Harmandic einen neuen Club gefunden hatte. Diese Version habe ich nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach in den vergangenen Wochen gehört. 17 Spieler umfasst der Kader. Jeden Spieltag müssen drei Spieler komplett draußen sitzen. So etwas funktioniert nur dann, wenn Erfolg da ist. So wie in den vergangenen Spielzeiten. Ich befürchte, schon bald knallt es bei der HSG.
    Es kann sein, dass mich manche nun virtuell steinigen: Aber bis zu diesem Sommer hat der Verein noch von der Transferpolitik eines Manfred Thielmann gelebt. Der hat als AR Reichmann, Michael Müller, Jens Tiedtke Andreas Wolff geholt und als externer Berater maßgeblich dafür gesorgt, dass Tönnesen und Balic den Weg nach Wetzlar gefunden haben. Und wer sucht jetzt das Personal aus? Björn Seipp, der von Handball so viel versteht, wie ich vom Kuchenbacken? Oder Alexander Finke? Oder Martin Bender? Oder doch Kai Wandschneider? Ich frage mich, wie man Joao Ferraz holen kann und sich dann wundert, dass der Kerl auf Grund von Sprachproblemen Monate brauchen wird, um sich zu integrieren. Reden die vorher nicht mit ihren Neuzugängen? Es war doch klar, dass Ferraz von Anfang an funktionieren muss, weil Lipovina für die Rolle als Nummer eins im RR noch nicht zu gebrauchen ist.
    Bei Mirkuloviski habe ich die Hoffnung, dass er noch zulegt. Teilweise fand ich es nicht schlecht, was er in Gummersbach gespielt hat. Aber er ist trotzdem zu sehr auf sich fixiert - so ist zumindest mein Eindruck.
    Die Kritik, die ich an der Vereinsführung übe, ist die, dass wir wieder zwei Schritte zurückgegangen sind. Dass der ganze Boom, der durch Balic und zuvor durch die Müllers rund um Wetzlar herrschte, nicht genutzt wurde. Noch stimmen die Zuschauerzahlen und die Anzahl der verkauften Dauerkarten. Ich befürchte schon bald wird sich das ändern.

    Eine Sache muss ich noch loswerden: Jochen Beppler als guten Jugendtrainer zu bezeichnen, damit kann ich mich ohne Zweifel anfreuden. Aber Arno Jung ... Ich schweige lieber.l

    Ich freue mich ja, dass so viele meine HSG Wetzlar in gesicherten Gefilden erwarten. Ich muss Euch sagen, dass ich mir ernsthaft Sorgen mache. Ich habe nun drei Spiele in der Vorbereitung gesehen und erwarte eine extrem schwierige Saison. Ich weiß, Testspiele sind nicht immer so aussagekräftig, aber gewisse Tendenzen lassen sich erkennen. Einem Joao Ferraz und einem Stevan Vujovic fehlt viel zu einem ordentlichen Bundesliga-Spieler. Weil Vladan Lipovina neben sich steht, klafft auf der rechten Rückraumseite ein Riesenloch. Richtig torgefährlich aus dem Rückraum ist nur Steffen Fäth. Und der ist in jeder Saison mal mindestens sechs Wochen verletzt. Keine Ahnung, wer Ferraz und Vujovic gescoutet hat. Ich hoffe, ich täusche mich. Im Moment wäre ich heilfroh, wenn sich drei Mannschaften finden würden, die noch schlechter sind als die HSG.

    Tja, was soll man sagen? Ich glaube Alexander Fischer hat schon Recht, dass der HSG-Etat höher ist als angegeben. Etwas knapp über vier Millionen Euro ist auch die Summe, die ich von Leuten gehört habe, die sich gut beim Club auskennen. Trotzdem: Hat Herr Fischer eigentlich eine Ahnung, wie hoch der Etat von Berlin, Magdeburg usw. ist? Die haben locker eine Millionen Euro mehr als wir, wenn nicht sogar noch mehr. Ich finde, dass Platz acht keine sensationelle Leistung mit diesem Kader ist, aber absolut ordentlich. Dass Niederlagen zu Hause gegen Lübbecke und Gummersbach passieren können, halte ich für völlig normal. Schlechte Tagesform gehört zum Sport dazu. Warum Herr Fischer das als peinlich bezeichnet, weiß ich nicht. Aber wer sich so umhört, weiß ja, warum er das schreibt. Die WNZ hat echt gute Leute. Nur ihr Chef ist leider von irgendwas oder irgendwem getrieben. Kritik ist richtig und wichtig. Aber plumpes Schlechtmachen ist einfach zu billig.

    So, nun zur nächsten Saison:

    Ich habe mir mal Gedanken gemacht. Die Uhren werden wieder auf Null gedreht. Ich erwarte Leistungssteigerungen von Joli und Lipovina. Beide dürften ihren Anpassungsprozess abgeschlossen haben. Gerade Lipovina wird mehr Verantwortung tragen müssen. Steffen Fäth muss konstanter werden (ich habe übrigens nun auch schon von zwei weiteren Leuten gehört, dass er ab 2016 in Berlin zugesagt habe). Die Frage ist, wie schnell Sebastian Weber mit dem neuen Spielmacher harmoniert. Aber Sebastian wird das packen. Positiv ist, dass er mit Kohlbacher nun einen Back-up hat, dem ich einiges zutraue. Nicht sofort (dafür ist der Sprung zu groß) aber nach und nach.
    Die großen Unbekannten sind Joao Ferraz und Stefan Vujovic. Ich kann sie nicht einschätzen, zwei Wundertüten, wobei ich noch immer am Grübeln bin, warum die HSG Vujovic überhaupt verpflichtet hat. Als dritten Mittelmann? Als dritten linken Rückraumspieler? Was soll das? Beide werden in jedem Fall Anpassungszeit benötigen. Was auch auf Filip Mirkulovski zutrifft, den man nicht mit Balic vergleichen sollte. Alles was ich in Hannover gesehen habe, zeigt mir, dass er ein ganz anderer Spielertyp ist. Einer der viel häufiger den Torabschluss sucht, der aber wie Ivano auch gut in der Abwehr zu gebrauchen ist.

    Kurzum: Hier sind wir meiner Meinung nach kommende Saison besser aufgestellt:
    - Tor: Nikolai Weber ist stärker als Hombrados
    - Kreis: Mit Kohlbacher ist ein ordentlicher Back-up da, den Tiedtke zuletzt leider nicht mehr geben konnte

    Hier sind wir schlechter aufgestellt:
    - Mitte: Ivano ist nicht zu ersetzen
    - Rückraum rechts: Der Verlust von Tönnesen wiegt schwer. Sehr schwer sogar. Lipovina muss sich steigern, Ferraz muss sich erst noch beweisen. Hier hat die HSG eine echte Herausforderung zu bewältigen.
    - Linksaußen: Max Holst und Christian Rompf in allen Ehren: Aber das was Manaskov in seinem halben Jahr bei der HSG gezeigt hat, daran werden sie nicht herankommen. Trotzdem macht mir die Besetzung wenig Bauchschmerzen. Das ist jetzt nicht mehr internationale Klasse, aber immer noch ordentliches Bundesliga-Niveau

    Insgesamt sieht man, dass man für die kommende Runde nicht schwarz sehen darf, aber sich durchaus bewusst machen sollte, dass die richtig guten Zeiten nun wieder schnell vorbei sind. Und da bin ich gespannt, wie das Publikum reagiert. Balic-Festspiele wird es nun keine mehr geben. Jetzt geht es wohl klänger um den Klassenerhalt als in dieser Runde, zumal das Team durch den großen Schnitt Zeit braucht.

    Bliznac und Harmandic sind beides nicht des Trainers Lieblinge. Das ist bekannt. Und Wandschneider geht da konsequent seinen Weg. Er mag eher solche leiseren Typen wie Klesniks oder Laudt. Man darf mal nicht vergessen, dass auch Dennis Krause und Magnus Dahl trotz gültigen Vertrages einfach mal so nicht mehr berücksichtigt wurden und dann entweder suspendiert oder abgefunden wurden. Bliznac ist ein Alles-oder-Nichts-Spieler. Wenn die Wurfmaschine an ist, lässt er sich nicht stoppen. Dem Konzepttrainer Wandschneider passt das nicht. Harmandic und er haben schon gleich zu Beginn der Zusammenarbeit Differenzen gehabt, schließlich war Timo Salzer gesetzt. Und Harmandic braucht Vertrauen vom Trainer. Deswegen hätte ich wetten können, dass er zu Petkovic nach Eisenach geht.
    Was mich wundert, dass Björn Seipp bei der Linkshändersuche nun doch noch Zeit braucht. Er selbst hatte doch in dem mit sich selbst geführten Interview gesagt, dass zeitnah eine Entscheidung fallen würde. Der Name Ferraz bedeutet aber sicherlich, dass wir uns auf eine kostengünstigere Variante einstellen müssen. Mein Wunschspieler Mads Christiansen, der ja angeblich im Gespräch war, fällt dann also weg.
    Zu Rompf: Was ein starker Linksaußen wert ist, zeigt sich gerade bei Manaskov. Ich hätte mir gewünscht im Sinne einer Weiterentwicklung, dass man auf dieser Position noch einmal investiert und auf Max Holst als Back-up baut. Bei ihm muss man schließlich abwarten, wie er nach der schweren Verletzung in Form kommt. Aber gut, die Bäume wachsen nicht in den Himmel. Von daher ist Rompf ok. Er hat verdammt viel aus sich herausgeholt und belastet den Etat nicht sonderlich.Für Träumereien taugt er aber nicht.

    In der WNZ von heute steht, dass die HSG Wetzlar kurz vor der Verpflichtung von Joao Ferraz vom FC Porto als Nachfolger für Tönnesen stünde. Kann mir jemand was über diesen Spieler sagen, was über die Wikipedia-Daten hinausgeht? Vor allem: Wäre er eine Verstärkung?

    actionjackson Ich gebe Dir in vielem Recht. Eigentlich ist es ein Witz, dass die HSG-Verantwortlichen noch immer vom Klassenerhalt sprechen. In der Tat hat Wandschneider die beste Mannschaft ever unter seinen Fittichen. Sicherlich kommt das Team aus 2012/2013 daran heran, aber die Möglichkeiten, die die HSG hat sind schon erstaunlich.

    Aber Du sprichst das an was mir auch schon länger durch den Kopf geht: Wie geht das ohne Balic weiter. Er ist der beste Spieler, von ihm gehen sätmliche Impulse aus. Mirkulovski wird ihn nicht eins zu eins ersetzen können. Wahrscheinlich wird das niemand können, den sich die HSG leisten kann. Letzte Woche schrieb die Gießener Zeitung, dass Mads Christiansen abgesagt hätte. Das wäre ein guter Mann für RR gewesen. Ich hoffe, die Verantwortlichen zaubern noch eine Überraschung aus dem Hut.
    Manaskov hätte ich gerne noch länger in Wetzlar gesehen. Aber klar, dass der Club mit Skopje nicht mithalten konnte. Da lockt die Heimat und die Champions League. Für die Entwicklung der HSG wäre es aber wichtig gewesen, solche Leistungsträger mal zu binden.

    Kann jemand was zu Mirkulovski sagen? Ich habe ihn bislang noch nicht wahrgenommen, habe nur gelesen, dass er auch in der Abwehr gut gebrauchen ist.

    julian_wz Harmandic war am Spielende in Jeans. Er hat sich wie immer mit warmgemacht und stand wie Rompf und Fäth zunächst als 14. Mann auf dem Spielberichtsbogen. Nur wurde Fäth schon vor dem Anpfiff nominiert, weil er nach dem Aufwärmen grünes Licht für einen Einsatz gegeben hat. Nichtsdestotrotz ist für jeden ersichtlich, dass die HSG nicht mehr mit Harmandic plant.

    Tönnesen kam als vielversprechendes Talent 2013 nach Wetzlar. Dementsprechend hat sein Vertrag ausgesehen. Er gehörte sicherlich nicht zu den Spitzenverdienern. Da wird ihm in Berlin nun mehr geboten. Das ist ganz normal.
    Ich wollte mich in meinem letzten Beitrag überhaupt nicht beschweren. So wie wir Spieler an Berlin, Melsungen oder Göppingen abgeben, so holen wir uns neue Leute in Großwallstadt oder im Ausland. Bloß die HSG hat immer ein Risiko zu tragen, weil niemand weiß, ob der neue Mann BL-tauglich ist. Wenn ich aber jetzt einen Tönnesen hole, weiß ich, dass er in der Bundesliga Akzente setzt.
    Es wäre schön, wenn Wetzlar seine Talente einmal halten könnte. Nur dann gelingt der nächste Schritt. Immer wieder neu aufbauen, kostet Zeit. Kaufmann, Christophersen, Reichmann, Tönnesen, Allendorf, Philipp Müller etc. haben sich alle in Wetzlar sehr gut entwickelt und sind dann bei der ersten Gelegenheit weggegangen. Bei Fäth und Wolff wird es nächstes Jahr auch so kommen, da braucht man kein Prophet sein. In Gummersbach haben sie es geschafft, ihre Top-Spieler zu halten. Ich wünschte mir, dass das in Wetzlar auch einmal gelingt.

    Auch wenn ich mich wiederhole: Kenny wird ein Fuchs. Leider ist es so, dass die HSG die Leistungsträger nicht halten kann. Andi Wolff wäre auch weg, wenn sich Melsungen ihm gegenüber nicht so schäbig verhalten hätte und von einem Handschlag-Abkommen nichts mehr wissen wollte. Letztlich hatten sich alle Alternativen zerschlagen. Deswegen bleibt er in Wetzlar. Da muss man aber nicht jammern. So ist Profihandball

    Ich glaube kaum, dass die HSG Wetzlar bei der Dahl-Geschichte viel Geld gespart hat. Ganz im Gegenteil. Dahl hat zu den am besten verdienenden Spielern der HSG gehört (er kam schließlich aus Madrid) und wird sich nicht für 2,50 Euro abfinden lassen.
    Ich rechne fest damit, dass Tönnesen nach Berlin geht. Das Interesse der Füchse an ihm besteht laut meiner Quelle schon länger. In Melsungen scheut er wohl den Zweikampf mit Michael Müller. In Berlin wäre es zwischen ihm und Wiede sicherlich ein offenes Rennen.
    Wie gesagt: Es ist meine Vermutung. Die genaue Quelle kann ich nicht nennen. Sie war aber immer sehr zuverlässig.

    alter Sack Wir kommen in Sachen sportlicher Kompetenz in Führungsetagen der HBL-Vereine glaube nie auf einen Nenner. Chatton ist ein gutes Beispiel. Ich rede nicht davon, dass wir hier in Wetzlar jemanden brauchen, der Bundesliga gespielt hat. Aber wenigstens einen, der überhaupt mal Handball gespielt hat. Und das nicht gerade in der Kreisklasse, sondern gerne Oberliga. So wie eben Chatton. Der kennt aus seiner aktiven Zeit, den Unterschied zwischen 3:2:1 und 6:0. Der kann auch ganz bestimmt Potenziale bei Spielern erkennen usw. Der weiß, wo es im Kader krankt. Der hat jahrelang so etwas wie Teamspirit erfahren. All das sind Kompetenzen, die es in Wetzlar nicht gibt. Da haben weder Bender, Seipp noch Pardon irgendetwas mit Handball am Hut gehabt. Die könnten auch einen Tennis-Bundesligisten leiten oder einen Basketball-Club.

    Zu Balic: Er ist eine so angenehme Erscheinung. Sportlich und menschlich. Viele Vorurteile, die ihm in den vergangenen Jahren angeheftet wurden, haben sich hier bei uns nie bestätigt. Vielleicht auch, weil er sich gewandelt hat, weil er älter geworden ist. Er schreibt auch eine halbe Stunde nach Spiel noch gerne Autogramme, lässt sich fotografieren. Er haut sich auch auf dem Feld voll rein. Er geht vorneweg, schont sich nicht. Er ist nicht zum Abkassieren am Ende der Karriere nach Wetzlar gekommen. Sondern er zahlt das allemal zurück. Weiß jemand, ob dieser Artikel aus der SZ noch irgendwo verfügbar ist. Ich kann jedenfalls nicht finden.

    Zu Altstars in Wetzlar: Balic und Hombrados sind doch die Ausnahme. Da gab es glückliche Umstände und vor allem einen Manfred Thielmann, der sich nicht gescheut hat, diese Transfers einzufädeln. Juli ist meiner Meinung nach ziemlich überschätzt. Der hat zwar jede Menge Titel in seiner Vita, hat aber hinter Ablass nie viel gespielt. Was er bislang in Wetzlar abgeliefert hat, ist nicht mehr als Durchschnitt auf dieser Position. Das mag nun auch mit Integration etc zusammenhängen. Ich wünsche mir, dass er noch besser wird, je länger er in Wetzlar ist. Aber an einen gesunden Tobias Reichmann reicht er bislang nicht heran.

    Es ist doch egal, wie wir das jetzt nennen. Ob Sportlicher Leiter oder Geschäftsführer mit Handballsachverstand. Fakt ist: Bei der HSG ist außer Kai Wandschneider niemand, der das Geschäft gut kennt und versteht. Und das halte ich für unabdingbar. Natürlich benötigt Storm keinen Sportlichen Leiter neben sich. Der hat selbst genug Handball-Erfahrung. Aber Björn Seipp könnte so einen neben sich schon gebrauchen. Oder man ersetzt Seipp durch einben handballaffinen Geschäftsführer. Steffen Stiebler in Magdeburg, Axel Geerken in Melsungen, all das sind doch Beispiele, die zeigen, dass sportlicher Sachverstand auf der Ebene der Geschäftsführung wichtig sind. Und ich glaube, dass die Personalpolitik in Wetzlar genau deswegen so schlecht war/ist, weil es an dieser Stelle hapert. Da musste nämlich auf ein Manfred Thielmann zurückgegriffen werden, damit überhaupt Spieler verpflichtet werden konnten. Da hat also jemand von extern im Auftrag des Vereins den Markt sondiert und mitunter Verträge ausgehandelt, weil die Kompetenz im Verein nicht da war und die des Trainers - warum auch immer - nicht gebutzt wurde. Beispielsweise bei Dahl. Mittlerweile hat man sich von Thielmann gelöst. Jetzt hat Wandschneider mehr Mitsprache. Trotzdem vermisst man als Außenstehender immer noch eine Strategie. Dieser Kader ist so wenig homogen und auch so wenig zukunftsorientiert zusammengestellt. Man hat immer das Gefühl, da wird permanent geflickt.

    Mal eine Frage in die Runde: Vor zwei Wochen wurde die HSG mit Vuko Borozan in Verbindung gebracht. Der steht gar nicht mehr im Kader von Metalurg. Weiß jemand, was mit ihm ist? Ist er gewechselt?

    Dass die HSG einen Sportlichen Leiter braucht, steht außer Frage: Handballkompetenz gibt es nur im Trainerteam. Auf der Ebene der Vereinsverantwortlichen finden sich Journalisten (Geschäftsführer Björn Seipp), Bauunternehmer (Aufsichtsratschef Martin Bender), Geschäftsleute (Aufsichtsratsmitglieder Pardo, Weber, Moos), aber keiner, der Ahnung vom Handball hat. Niemand mit Kontakten. Einen Balic dort zu installieren, wäre ein Glückgriff. Auch ein Tiedtke wäre gut. Wenn die HSG mal einen Schritt nach vorne machen will, dann muss ein solcher Posten geschaffen werden.

    Also ich denke, dass Tiedtke auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr verlängert. Vielleicht ist er ein Kandidat für den Sportlichen Leiter? Könnte ich mir zumindest vorstellen.
    Es ist ein spannendes Personalkonstrukt bei der HSG. Folgende Verträge laufen aus: Hombrados, Balic, Laudt, Rompf, Tiedtke, Hahn, Lipovina. Eigentlich nicht mehr gewollt, aber noch gebunden sind Harmandic, Bliznac und Dahl. Dazu buhlen einige Bundesligisten stark um Tönnesen, dessen Vertrag angeblich (habe ich gehört) eine Aufstiegsklausel für Sommer 2015 haben soll. Immer wieder genannt wird Braun-Roth.
    Es gibt also einiges zu tun: Die HSG muss sich vor allem auf Rückraum Mitte Gedanken machen. Ich glaube kaum, dass Balic noch ein Jahr dranhängt. Aber er macht nach wie vor häufig den Unterschied aus. Deswegen braucht man hier einen Top-Mann. Sollte Tönessen tatsächlich gehen, könnte ich mir vorstellen, dass man mit Lipovina verlängert. Rompf, Hahn können auch gerne als Backup bleiben und als Torwart könnte ich mir tatsächlich sehr gut Nikolai Weber neben Audi Wolff vorstellen. Ich glaube, dass Niko gerne zurückkommen würde. Er war nicht umsonst bei dem einen oder anderen Auswärtsspiel vor Ort. Außerdem sind seine familiären Bindungen nach Mittelhessen nach wie vor sehr eng. Kohlbacher ersetzt Tiedtke.

    Da stelle ich jetzt mal die etwas provokante Frage: Wer von den HSG-Verantwortlichen sollte denn merken, dass es mit dem Trainer keinen Sinn mehr hat? Martin Bender, der Bauunternehmer? Björn Seipp, der Radioreporter? Alexander Finke, der ehemalige Trainer eine Frauen-Bezirksoberligamannschaft? In der Führungsriege dürfte Geschäftsstellenmitarbeiterin Ruth Klimpke noch den größten Handball-Sachverstand haben. Außerdem darf man nicht unterschätzen, dass Bender/Wandschneider ein Top-Verhältnis nachgesagt wird. Und wenn schon kein Geld für Neuzugänge da ist, dann sicherlich auch nicht für einen neuen Trainer, schließlich müsste man den alten ja noch bis 2017 bezahlen.
    Außerdem glaube ich nicht das Wandschneider das Problem ist. Manche Sachen verstehe ich auch nicht (warum muss Balic auf Halbrechts, wenn von der Mitte-Position alle von ihm am meisten profitieren).Vielleicht gelingt ja ein Sieg in Erlangen. Auswärts tut sich die Mannschaft immer leichter.

    Mag sein, dass wir verwöhnt sind. Aber was ist teurer? Ein Abstieg? Oder vielleicht jetzt noch einen Spieler holen?

    Und wenn die Kriegskasse leer wäre, dann war das Vorprechen von Wandschneider ziemlich dämlich. Und dann wäre die Verpflichtung des dritten Torwarts in Nachhinein noch mehr zu hinterfragen.

    Ich musste erst eine Nacht drüber schlafen, ehe ich mich hier zu Wort melde. Das Spiel gestern hat mich erschreckt und ich habe Angst, dass das eine ganz bittere Saison wird. Bietigheim hat mit ganz biederem Handball gegen uns gewonnen. Und das völlig verdient. Ich hoffe, dass unsere Verantwortlichen jetzt aufwachen und noch einmal investieren. Mir hat ein eigentlich immer sehr gut informierter Kumpel gesagt, dass Vugrinec tatsächlich zur HSG kommen würde, dass der Verein ihm aber nur ein 8 Wochen Engagement angeboten hat, er aber angeblich bis 2016 bleiben will. Ich verstehe das Seipp und Co. da zögern, aber es muss doch jetzt was passieren. Jetzt kommen die Gegner, die geschlagen werden müssen. Erlangen, Friesenheim, Bergischer HC, irgendwann Gummersbach, kurz vor Weihnachten Minden. Und ohne Linkshänder klappt das nicht. Selbst wenn Klesniks wieder dabei wäre, im Angriff hilft der doch sowieso kaum. Alle rüsten nach, nur wir nicht. Das könnte sich rächen. Selbst Bietigheim geht ins Risiko. Wir leisten uns drei Torhüter, haben aber keinen Puffer für Nachverpflichtungen. Schon auf Linksaußen haben wir ein Problem. Nichts gegen Rombe, aber dauerhaft ist das einfach zu wenig. Wir opfern unseren besten Mittelmann für Halbrechts (und Ivano war noch der Beste) und kriegen nichts gebacken. Wenn ich dann noch lese, dass unser Trainer den Auftritt gar nicht so schlecht fand, dann platze ich fast. Das war grottig. Lieber Herr Seipp, lieber Herr Bender, lieber Herr Wandschneider, es ist Zeit was zu tun. Nicht morgen, nicht übermorgen, sondern genau jetzt.