Beiträge von Löwenherz

    Aber man sollte auch auf dem Boden bleiben, die Abgänge werden mit neuen Spielerinnen besetzt und Bundesliga-Teams werden auch in Zukunft international eine gute Rolle spielen.


    Dein Wort in Gottes Ohr! Ich habe da so meine Zweifel, denn: Gute Spielerinnen gehen aus der HBF in die (neben Russland) drei stärksten Ligen, die durch Einkäufe rund um die Welt immer stärker werden. Die HBF kann den Substanzverlust weder aus eigenem Nachwuchs noch durch Zukäufe aus dem Ausland angemessen ausgleichen und wird zurückfallen - zumindest in der Breite. Innerhalb der HBF haben wir eine klare Hauptbewegungsrichtung der Spielerinnen von Norden/Osten nach Süden/Westen. Wenn das so weitergeht, gibt es in einigen Jahren faktisch eine BW/Hessen-Liga, die ergänzt wird durch zwei, drei Exoten aus dem Norden/Osten, welche die Abstiegsplätze unter sich ausspielen.

    Deshalb setze ich große Hoffnungen in den neuen HBF-Geschäftsführer.


    Was soll der neue Geschäftsführer daran ändern? Substanzielle Veränderungen werden die Clubs auch künftig aus egoistischen Interessen verhindern - wie das schon an anderer Stelle diskutiert wurde.

    Die geht es nicht darum, den Grund für jeden Abgang zu eruieren? ?( Schade, denn damit hättest du in den meisten Fällen schon eine Antwort auf deine Frage(n).


    Natürlich ist auch jeder Einzelfall für sich interessant. Aber das ist eine andere Ebene. Man muss schon aufpassen, dass man vor lauter einzelnen Bäumen nicht den ganzen Wald übersieht.

    Sorry, aber Yttereng spielte nie und war oft noch nicht einmal in der Aufstellung. Das in diesem Fall beide (Spielerin UND Team) einem Wechsel nicht abgeneigt sind, ist ja wohl klar.

    Auch wird dir aufgefallen sein, dass die von dir genannten Abgänge praktisch zu 100% von zwei bestimmten Teams kommen. Bei einem wissen wir, dass die Situation für die nächste Saison noch etwas unsicher ist.


    Tut mir leid, Harpiks: Ich schätze Deine Kompetenz, aber im Kopfrechnen scheinst Du nicht so ganz auf der Höhe zu sein: 4 von 7 sind 57% und nicht "praktisch ... 100%". Aber darum geht es gar nicht, auch nicht darum, wie viel oder wie wenig eine Spielerin gespielt hat oder welche Gründe es sonst in jedem Einzelfall gíbt. Es geht darum, dass nach dieser Saison ziemlich viele Spielerinnen die Liga in Richtung Ausland verlassen. Und ich frage mich eben, ob eine solche Massenflucht (natürlich etwas provozierend übertrieben) etwas mit dem Zustand der HBF zu tun hat. Eine Diskussion darüber wollte ich anstoßen, nicht im Kaffeesatz von Einzelschicksalen lesen. Vielleicht beisst ja doch noch jemand an ...

    Für S.Müller zahlte Györ immerhin 200 T Euro.Da müsste man eine gute Torfrau ja auch nicht gerade verschenken.


    Aber sie war damals WM-Torschützenkönigin (wenn ich mich recht erinnere). Da gibt es schon einen Unterschied zu einer Torfrau, die gerade mal ein paar Länderspiele betritten und bei der EM lediglich 1 Halbzeit im Tor gestanden hat. Ich glaube kaum, dass die Ablöse für Eckerle auch nur annähernd am sechsstelligen Bereich liegt.

    Mit der zu erwarteten Ablöse ( Eckerle, Pintea ) wird es vielleicht etwas einfacher, ein neues Team,
    welches halbwegs den Anspüchen gerecht wird, für die neue Saison aufzustellen.


    Das glaube ich kaum! Im Vergleich zum Fußball reden wir doch hier nur über Peanuts bzw. mehr oder weniger symbolische Beträge. Der Qualitätsverlust lässt sich über die Ablösesumme im Frauenhandball in der Regel bei weitem nicht ausgleichen.

    Germanicus: Ich möchte gleich noch eine Frage nachlegen: Gibt es eine deutsche Spielerin, die in letzter Zeit in Ungarn glücklich geworden wäre? Ich erinnere mich nur an Laura Steinbach, deren Rolle bei FTC vor allem darin bestand, bei jedem gegnerischen Foul aufzuspringen und eine Zeitstrafe zu fordern, sowie an Susann Müller, deren Trennung von Györ sogar ein gerichtliches Nachspiel hatte (Wie ist das überhaupt ausgegangen?).

    ... und versuchen die Lücken wieder zu schliessen ,gelingt ja Herbert immer ganz gut...


    Das ist richtig, aber da habe ich mit Blick auf die neue Saison so meine Bauchschmerzen. Immerhin geht fast auf jeder Position mindestens 1 Spielerin weg oder hört auf (meist die beste): Houette, Pintea, Luzumova, Aquilar, Engel und nun Eckerle. Dieser Aderlass ist mit den verfügbaren Finanzmitteln keinesfalls gleichwertig zu ersetzen. Hubinger wird da wohl eher die Schwalbe sein, die allein keinen Sommer macht. Ich bin sehr gespannt, wen Müller noch an Land ziehen wird, insbesondere im Tor.

    Ein schwaches Spiel mit vielen Fehlern, das keinen Sieger verdient hatte. Buxte heute ohne Rückraum, VfL - wie zuletzt oft - nervlich anfällig und nicht in der Lage, eine Führung nach Hause zu bringen. Gut: Gronemann und Renner - aber das war es dann auch schon.

    Van de Wiel im Mittelblock war eine absolute Fehlentscheidung


    Wie eine Abwehrstrategin wie RW auf so eine Idee kommen kann, ist mir rätselhaft. Ihre Mannschaft ist in der Vergangenheit fast immer über eine gute Abwehr gekommen. Meinem Eindruck nach nehmen gravierende Fehlentscheidungen von RW in letzter Zeit zu, wie ich schon an anderer Stelle schrieb.

    Zitat von »Schröder«

    Van de Wiel zu verprflichten haben ja wohl auch nur RW/JEW verstanden, sonst keiner.


    Bei van de Wiel hielt sich das Interesse anderer Vereine ja auch in Grenzen, obwohl sie reichlich Klubs angeboten worden war. Aber vielleicht startet sie bis zum Sommer ja noch richtig durch.


    Ich kann mir bis heute nicht erklären, warum sich van de Wiel beim THC im Vergleich zu ihrer Göppinger Zeit nicht nur nicht weiterentwickelt, sondern sogar einen deutlichen Schritt zurück gemacht hat. Klar, sie war mehrfach verletzt, aber das allein kann es auch nicht erklären. Vielleicht hat sie sich selbst zu sehr unter Druck gesetzt. Und als es dann nicht lief wie gewünnscht, wurde sie immer unsicherer, verlor schließlich jegliches Selbstvertrauen. Ich habe mal gesagt: Bei ihr ist es wie beim Stricken: 2 links, 2 rechts, 2 fallenlassen. Auch heute hat sie neben schönen Toren wieder katastrophale Fehler gemacht. Vielleicht kommt die Sicherheit wieder, wenn sie mehr Spielzeit bekommt. Es wäre ihr zu wünschen, denn Potential hat sie auf jeden Fall.

    Mich erschreckt heftig, das es heute überhaupt denkbar ist, mit kommunalen Mitteln - also Geld der Steuerzahler - einem Verein Hilfe zu gewähren.


    In Osteuropa (Ungarn, Rumänien) bekommen Spitzenvereine regelmäßig Millionen von den Kommunen, dagegen sind evtl. (direkte oder indirekte) kommunale Zuschüsse für den Frauenhandball in Deutschland meist wirklich nur Peanuts und kaum der Rede wert.

    Das war wieder mal sehr haarsträubend was der VfL da phasenweise beim THC abgeliefert hat. Diesen vielen "unforced errors" muß man einfach abstellen.


    Naja, so "unforced" fand ich die meisten Fehler gar nicht, die THC-Abwehr hat den Oldenburger Angriff schon ordentlich unter Druck gesetzt. Mir hat die frische, dynamische Spielweise des VfL durchaus gefallen (und wenn man schnell spielt, passieren auch Fehler), aber der THC hat in der 2.Hz eine Abwehr gestellt, an der man sich die Zähne ausgebissen hat.

    Frida Tegsted tritt am Ende der Saison übrigens von der Handballbühne ab. So lange hat das dort dann auch nicht gehalten. ;)


    In der Tat treten Schwedinnen nicht selten relativ früh ab; Tegstedt ist ja noch nicht mal 30 (kommen aber manchmal nach dem Rücktritt auch wieder zurück, siehe Ida Odén, die genauso alt ist). In Norwegen ist das anders. Da spielen einige Spielerinnen bis fast zur Rente (z. B. in Larvik: Hammerseng und Breivang sind Baujahr 80, Frafjord, Riegelhuth und Edin sind auch schon deutlich über 30).

    Als junge und relativ unbekannte Spielerin hast du die beste Chancen in Deutschland.


    Ja, Germanicus, da sind wir ziemlich einer Meinung. Hinsichtlich der Trainer wollte ich mich nicht soweit aus dem Fenster lehnen, aber auch das ging mir schon durch den Kopf. Es ist wohl wirklich die Sprungbrettfunktion, die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln und sich dabei bekannter zu machen, vielleicht sogar international zu spielen, die viele Spielerinnen nach Deutschland zieht - aber genauso schnell auch wieder weg, wenn woanders das Geld lockt.

    Also, nichts ungewöhnliches. :)


    Klar, in jedem Einzelfall ist es etwas anders (wie z. B. auch bei Buceschi, die ich vergessen hatte; übrigens war Tegstedt lange weg, bevor es in Berlin ernst wurde ...). Dennoch sind mir das unter dem Strich einfach zu viele Mädels, die ziemlich kurze Gastspiele geben.

    Wenn ein Dacia-Angestellter ein Angebot von Mercedes bekommt, wäre er auch schön blöd, nicht zu wechseln


    Dass es hier nicht viel Geld zu verdienen gibt, wussten alle schon, als sie unterschrieben haben. Aus irgendeinem Grund muss sich die Bundesliga gut als Sprungbrett (von "Dacia" zu "Mercedes", um im Bilde zu bleiben) eignen (und wird wahrscheinlich von vielen Spielerinnen auch bewusst als solches genutzt) - und genau den wollte ich herausbekommen. Dabei habt ihr mir aber nicht sonderlich weitergeholfen.

    Bestimmt nicht die ganze Wahrheit, aber vielleicht ein Denkansatz: Unsere HBF gilt doch international als relativ starke Liga. Und wer sich hier durchsetzt, hat folglich eine gute Referenz, vor allem wenn die Spielerin z. B. aus einem Land mit einer in der Breite schwächeren Liga wie Holland, Norwegen oder Rumänien hierher wechselt. Das größere Geld wird dann eben erst nach dem nächsten Wechsel verdient ...