Beiträge von Löwenherz

    Nochmal, viele einfache Tore im Gegenstoß wird es gegen die großen Gegner nicht geben. Die sind viel zu clever, um gegen D den Ball so oft herzuschenken, dass es für D zum Sieg reicht.

    Klar, aber im Postionsangriff wird es gegen diese erst recht schwer.werden. Denn Fakt ist: Mit Einsatzsbereitschaft und Willensstärke lässt sich am ehesten in der Abwehr etwas ausrichten. Wenn hingegen z.B. eine Spielerin physisch oder wurftechnisch nicht in der Lage ist, aus dem Rückraum zu werfen, dann nutzt auch aller Wille nichts.

    Doch jenseits der ganzen Philosophiererei geht es schließlich darum, welche Stellschrauben Gaugisch jetzt, für diese EM, noch in der Hand hat. Diese sehe ich vor allem in der Abwehr.

    Und außerdem steht das Erfordernis, dass die Mannschaft durchgängig konzentriert spielt. Das war gegen Rumänien über weite Strecken nicht der Fall: Schlampige Pässe, halbgare Würfe und zu viele Blackouts in der Abwehr - dies alles gilt es deutlich zu reduzieren.

    Nein, der Schlüssel liegt in der Abwehr: Durch ständigen Körperkontakt mit den wurfbereiten Spielerinnen wenig zulassen, Ballgewinne erzwingen und über Gegenstöße einfache Tore erzielen. Nur so können Spiele bei dieser EM gewonnen werden.

    Unser Postionaangriff ist zu leicht ausrechenbar: Der Gegner stellt sich hinten rein, um Durchbrüche und Kreisanspiele zu verhindern, verschiebt den Abwehrschwerpunkt etwas nach rechts, damit Bölk nicht zu viel Freiräume hat und spekuliert auf die (zu) vielen Querpässe vor der Deckung. Dieses elementare Abwehrinstrumentarium hat selbst jeder Regionaligatrainer drauf.

    Das Spiel heute hat gezeigt, dass man von der deutschen Mannschaft nicht all zu viel erwarten darf.

    Wenn man nur 2, maximal 3 Spielerinnen von internationalem Format hat und alle anderen dagegen deutlich abfallen (was sogar dem Moderator aufgefallen ist, der ansonsten wiedermal viel Unsinn erzählt hat), ist das eben so. Wir haben z. B. gerade mal 1 Spielerin, die aus dem Rückraum werfen kann (Bei Rumänien waren es mindestens 3!), und darauf kann sich der Gegner gut einstellen. Wenn dann die Abwehr das gegnerische Spiel nicht lesen kann (bzw. nicht die Mittel dagegen findet) und keine Gegenstöße kommen, wird es schwer. Die Rumäninnen haben unsere Abwehr heute jedenfalls über weite Strecken ziemlich vorgeführt. Mit ihrem schnellen Spiel konnten sie immer wieder Lücken reißen. Da stimmte die Abstimmung nicht, und wenn eine mal Abwehrspielerin raustrat, hat sie meist nicht ordentlich zugepackt (Hier nehme ich die oft kritisierte Antl ausdrücklich aus, die gerade in der Endphase gegen Neagu ordentlich gegengehalten hat - keine leicht Aufgabe!). Auch das war bei Rumänien anders. Ein Lichtblick war für mich Hauf, die ihre Aufgabe im ersten Länderspiel gut gelöst hat. Schirmer hingegen hat gezeigt, dass sie in der Nationalmannschaft nix mehr zu suchen hat. Aber wo ist gegenwärtig neben Beherend die Alternative auf dieser Position?

    Maxi M. von Buxtehude nachnominiert zum Nationalmannschaftslehrgang in Großwallstadt. Vielelicht fährt sie ja doch noch mit.

    Für wen wurde sie nachnominiert? An Verletzungen oder Erkrankungen im Team ist mir nix bekannt.

    Was ich überhaupt nicht verstehe: Dass Lott nur Reserve ist. Sie spielt eine gute Saison (bisher 25 Feldtore) und zeigt immer stärker, dass sie icht nur eine Shooterin ist, sondern eine Menge Spielintelligenz hat. Gerade davon braucht unsere Nationalmannschaft mehr.

    Natürlich dürfte einiges in der Mannschaft offenkundig gewesen sein (Roch: "Keiner kann sagen, er hätte von nichts gewusst!!!"). Aber ich bezweifle, dass wirklich jede Spielerin von jeder wusste, wo sie steht und welche Rolle sie spielt. Diese Unsicherheit ist ja geradezu eine Funktionsbedingung eines solchen Terrorregimes. Fuhr dürfte auch seine Lieblinge mal angeschrien oder sich auf andere Weise mit ihnen auseinandergesetzt haben - schon, um sie nicht alle als solche zu entlarven.

    Heute auch ein Artikel in der Thüringischen Landeszeitung, aber nix Neues, auch kein Wort zu Stockschläder, die ja auch wegen Fuhrs Verhalten vom BVB wegging.

    Wenn der BVB ernsthaft zur Aufklärung beitragen will, soll er die Veschwiegensheitsvereinbarung mit Zschocke und Berger und für ungültig erklären und die Mädels reden lassen, besser noch: zum Reden ermutigen. Solange dies nicht geschieht, sieht es immer noch so aus, als ob man den Deckel auf der Angelegenheit halten will - soweit es irgendwie geht.

    Schockierend ist für mich auch die Vorstellung, dass sich ein Trainer an eine Spielerin heranmacht. Aber der Gedanke, dass sich eine Spielerin dann darauf einlässt, ist für mich ebenfalls sehr irritierend.

    Ich verstehe sowohl Dein Erschrecken über die Situation und auch die Fragen, die Du stellst. Aber Beziehungen zwischen Trainern und Spielerinnen sind ja nicht gerade selten (wie in anderen Bereichen auch - ich sage nur Ärzte und Krankenschwestern) und ich würde diese nicht generell als "Heranmachen" abqualifizieren. Darunter sind durchaus langfristige Beziehungen oder sogar Ehen und Lebenspartnerschaften (z. B. Herbert Müller und Petra Popluharova oder Gabor Elek und Zita Szucsánski. Bei Fuhr hingegen war es ja so, dass er eine Freundin/Partnerin hat(te) und gleichzeitig Spielerinnen angebaggert hat. Da muss man schon differenzieren.

    Mich überrascht überhaupt nicht, was jetzt an das Licht gekommen ist. Lange bevor der Skandal beim BVB aufploppte (Zschocke und Berger Dank und Respekt!), hatte ich in der Handballecke eine Bemerkungen zu bestimmten Eigenschaften Fuihrs gemacht. Diese wurden von den Moderatoren sofort gelöscht, mir eine Verwarnung erteilt und die evtl. strafrechtliche Relevanz meiner Bermerkungen verdeutlicht. Deshalb habe ich zu diesem Thema weitgehend die Klappe gehalten - mit einer Faust in der Tasche.

    Nun äußere ich mich doch wieder, weil es einen Gesichtspunkt gibt, der hier meines Wissens noch gar nicht erwähnt wurde und auch im "Spiegel"-Artikel nur am Rande eine Rolle spielt: So ein System des Terrors, der Unterdrückung und Erniedrigung, wie es Fuhr aufgebaut hatte, konnte auch deshalb nur funktionieren, weil er nicht alle Spielerinnen gleich schlecht behandelt hat. Es gab immer welche, die er bevorzugte und belohnte - bis hin zu jenen, die seine Annäherungsversuche nicht abgewehrt haben (sind ja teilweise bekannt). Diese haben ihn wiederum dadurch belohnt, dass sie Informationen über andere Spielerinnen zu ihm durchgestochen haben, wodurch es ihm möglich war, diese ganz gezielt unter Druck zu setzen. Diesen Mechanismus erwähnt ja auch Anja Ernsberger im "Spiegel". So hat Fuhr ein Klima des Misstrauens und der Verunsicherung, aber auch der Abhängigkeiten (siehe Kim Berndt im "Spiegel") geschaffen, auf dem seine Macht maßgeblich basierte, die er schrittweise immer weiter ausbaute und perfektionierte.

    Das Thema DHB ist durch. Fuhr selbst hat mitgeteilt, dass er nicht mehr zur Verfügung steht, da ist der DHB fein raus:


    https://www.dhb.de/de/redaktionsb…r-handballbund/

    Mir war von Beginn an klar, dass diese Besetzung eine Fehlentscheidung ist. Fuhr hat die Mannschaft in keiner Hinsicht vorangebracht, was sich sowohl in der Spielweise als auch in den Ergebnissen zeigte. Und die Absagen von Spielerinnen vor dem letzten Turnier erscheinen nun auch noch in einem anderen Licht. Manche Mädels, die in ihrem Verein einen guten Job machen, wirkten in den Spielen der Nationalmannschaft recht "schaumgebremst", konnten ihr Potential nicht abrufen (z. B. Hampel). Zwar kommt so etwas auch bei den "Großen" vor, war aber hier doch auffällig. Und Fuhrs Auszeitansprachen konnte jeder miterleben. Selbst ohne Ton war erkennbar, dass seine Beziehung zur Mannschaft ganz anders ist als z. B. jene von Smits - um es neutral auszudrücken.

    Zur Vermeidung von Missverständnissen: Das hat nix mit der aktuellen Situation beim BVB zu tun. Hier geht es nur um seine Funktion als Nachwuchsnationaltrainer.

    Ich bin etwas verwundert, dass hier immer wieder User schreiben, es wäre völlig unklar, worum es hier geht. Ich bin seit 20 Jahren in diesem Forum unterwegs und diese Gerüchte zu Fuhr sind fast genauso alt. Ich wollte das eigentlich nicht machen, aber ich denke es dient der Transparenz. In diesem riesigen Forums-Archiv befinden sich mehrere Indizen, aus denen man ableiten kann, worum es geht. Ich habe es bereits im anderen Thread erwähnt, einer dieser Indizen ist sehr konkret. Ich habe mir die Mühe gemacht, ihn für euch rauszusuchen:

    1.Bundesliga Frauen 2010/2011

    Niemand weiß, was in Dortmund vorgefallen ist. Und dazu darf es selbstverständlich auch keine Vorverurteilungen geben - die Unschuldsvermutung muss für beide Seiten gelten, solange nicht eine Schuld zweifelsfrei bewiesen ist.

    Aber alle wissen, dass Fuhr gegenüber Spielerinnen schon lange Zeit mit viel Druck gearbeitet hat (was oft genug auch in den Auszeiten in der Halle bzw. im Livestream zu hören war), der für viele Mädels der Grund war, von ihm trainierte Vereine zu verlassen. Was Benson herausgesucht hat, ist dabei nur ein Aspekt. Im gleichen Blog wird auf #350 (10.11.2010) Kerstin Wohlbold zitiert: ""Ich bin froh, dass ich aus Blomberg weg bin und wieder einen Verein gefunden habe, bei dem es menschlich zugeht, wo Harmonie und die familiäre Atmosphäre im Vordergrund stehen." Als Grund für diese Aussage nannte sie den HSG-Trainer und Manager." (HP THC) Und Wohlbold war bekanntlich keine wehleidige, hamoniesüchtige Mimose, eher das Gegenteil davon.

    Ganz gleich, wie die Sache in Dortmund ausgeht: Fuhrs Ruf ist allein deshalb beschädigt, weil heute ein Trainerverhalten nicht mehr akzeptiert wird, das lange Zeit in vielen Vereinen mehr oder weniger geduldet und deshalb nicht von den Spielerinnen zur Sprache gebracht wurde. Jetzt ist die Katze aus dem Sack - und die ist dort auch nicht wieder hineinzubekommen.

    Shenia M. mit Rücktritt , absolut legitim. Aber ihre sportliche Laufbahn war in den letzten Jahren auch arg ins Stocken geraten . Nach Leipzig kam sie gefühlt nirgendwo richtig an , auch im Niemandsland Metzingen nicht , und konnte ihr großes Talent nicht so wirklich zeigen . Schade

    Ich bin seit der D-Jugend ein großer Fan von Shenia gewesen, habe erlebt, wie sie schon in diesem Alter sehr intelligent gespielt und schöne Tore gemacht, aber auch technisch überragend war, z. B. milimetergenaue Bodenpässe über 20 Meter gespielt hat: Sie war eines unserer größten Talente und hätte Weltklasse werden können. Dann hat sie jedoch m. E. einige falsche Entscheidungen getroffen, deren Ergebnisse ihr das Selbstbewusstesein und damit das Durchsetzungsvermögen genommen haben. Der entscheidene Fehler war der Schritt von Metzingen nach Leipzig. Sie kam als Topscorerin der Liga, landete in der festgefügten Leipziger Hierarchie reletiv weit unten und saß nun plötzlich auf der Bank. Das gab diesem sensiblen Mädel einen Knacks, den sie nie mehr überwunden hat. Der spätere Schritt ins Ausland war richtig, auch hier war aber ihre Vereinswahl nicht ganz glücklich.

    Mir hat es richtig weh getan, von ihrem Karriereende zu lesen, aber dieser Schritt war folgerichtig und leider notwendig. Und was ich sagen eigentlich wollte: Das Problem begann nicht erst mit dem Weggang aus Leipzig, sondern schon mit den Schritt dorthin.

    Wenn Sie nur für ein Jahr unterschreiben , ziehe ich meine Aussage zurück . Ich weiß natürlich auch , dass kurz vor Saisonbeginnn die Topmannschaften ihre Kaderplanungen abgeschlossen haben .


    Wenn Sie gleich für mehrere Jahre unterschreiben, steht mein Standpunkt ( Siehe oben)

    Lass sie doch ruhig für 5 Jahre unterschreiben - egal wo. Wie sich zeigt, kommt man/frau doch aus (fast) jedem Vertrag wieder heraus. Und was soll ein Verein mit Spielerinnen anfangen, die keinen Bock mehr haben, dort zu spielen?

    Was Fuhr sagt, ist absolut richtig. Aber es ist nur die halbe Wahrheit. Für den Wechsel einer Spielerin zu einem bestimmten Verein gibt es - wie wir doch alle wissen - meist nicht nur einen einzigen Grund, sondern dabei spielen objektive und subjektive, rationale und emotionale, materielle und nicht materielle Gesichtspunkte eine Rolle. Wie heißt es doch so schön: Das Gesamtpaket muss passen. Und: Ziele und Prioritäten können sich im Laufe eines Spielerinnenlebens erheblich verschieben. Wenn dann das Gesamtpaket bei einem anderen Verein besser passt, wird die Spielerin dorthin gehen - ein ganz normaler Vorgang wie in jedem anderen Beruf auch.

    Natürlich muss man ebenfalls fragen, warum die Fluktuation bei einigen Vereinen größer ist als bei anderen. Dabei spielen dann eben auch jene Faktoren eine Rolle, die Fuhr nicht genannt hat.

    Bin einigermaßen frustriert. Beim VfL ist guter Rat nun wortwörtlich teuer. Wenn man mitten in der Saison in so eine Situation gerät, kann man nicht viel machen und es ist pech. Aber wir haben den ersten Spieltag und man ist mehr oder weniger mit Ansage in einer Personalsituation, in der fast gar nichts mehr geht. Das ist dann auch ernüchternd für die verbliebenen Spielerinnen auf dem Platz, die in der Vorbereitung viel investiert haben. Zuschauer kann man so natürlich auch nicht in die Halle locken.

    Ja, mit diesem Personal zählt der VfL zu den Abstiegskandidaten. Es bleibt zu hoffen, dass man nochmal nachlegen kann, bevor alle Messen gelesen sind.

    Damit wird deutlich, was eigentlich schon klar war: National kann Bietigheim sich nur selber schlagen. Spannung wird es wohl hauptsächlich beim Abstieg geben. Für Bietigheim wird interessant, wie sie sich in der CL schlagen, insbesondere nachdem sie dort am WE quasi "kalt" einsteigen müssen.

    Das wird doch in Most ein lockerer Aufgalopp. Günstiger kann es eigentlich gar nicht beginnen!

    Und ich glaube das wird noch größere Kreise ziehen als nur den BVB.

    Nun lasst doch mal die Kirche im Dorf. Fakt ist bisher nur, dass beim BVB 2 Spielerinnen fristlos gekündigt haben. Die dafür geltend gemachten Gründe sind nicht bekannt. Vorzeitige Abgänge gibt es auch andernorts im In- und Ausland. Alles andere ist ist vorerst Spekulation.