Beiträge von Löwenherz

    Müller wird die Absage durch die EHF mit Befriedigung aufgenommen haben. Erstens hat er sich mehrfach zum (Un-)Sinn internationaler Wettbewerbe in Zeiten der Pandemie geäußert und zweitens wird der dezimierten THC-Truppe ein stressiges erweitertes Wochenende erspart, das vermutlich nur 2 Niederlagen gebracht hätte. So geht man zudem mit dem Gefühl eines Sieges in der Halle aus dem Wettbewerb.

    Riesenkompliment nach Thüringen für den 41:36 Sieg gegen Storhamar aus Norwegen. Ein Riesen-Lob von mir geht an Arwen Rühl, Emma Ekenman Fernis und die Müller-Brüder. Aus meiner Sicht war es das beste Spiel der laufenden Spielzeit für den THC.


    War es wirklich (endlich!) der Mut, mit der Startaufstellung (mit Kuske und Rühl, ohne Jerabkova und Huber) mal einen neuen Akzent zu setzen, oder wollte Müller lediglich seine ausgepowerten Stammspielerinnen schonen und hatte das Spiel eigentlich abgeschenkt? Die Frage wird sich wohl nicht beantworten lassen. Jedenfalls haben Kuske und Rühl die Chance genutzt und einen super Job gemacht. Noch gestern war Rühl beim ersten Fehler gleich wieder ausgewechselt worden, heute war sie die Matchwinnerin. Hoffentlich bekommt sie nun auch in der Liga ihre Chance. Sie ist wirklich ein großes Talent - bei dieser Mutter auch kein Wunder!

    Trotz des Sieges war die Abwehr des THC heute wieder eine Katastrophe. Bezeichnend war die letzte Auszeit, in der Müller die Mädels anflehte, wenigstens ein einziges Mal ein Stoppfoul zu machen. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

    Das ist für mich mittlerweile nicht mehr nachzuvollziehen. Alles, was man zu diesem Thema aus dem offiziellen Lager (egal ob Trainer, Verein, Kommentatoren oder Presse) hören oder lesen kann ist die Aussage, dass der Angriff eigentlich ganz gut spielt aber die Abwehr einfach zu viele Tore schluckt. Wer den aktuellen THC (egal ob Meisterschaft, DHB-Pokal oder heute wieder EHF-Cup) so wahrnimmt, hat nach meinem Dafürhalten den Blick für das Wesentliche im Handball verloren. Wer so viele klare Chancen liegen lässt (besser gesagt reihenweise kläglich vergibt) und so viele unnötige Ballverluste (unforced errors) produziert, braucht sich nicht zu wundern, wenn er im schnellen Gegenstoß viele einfache Tore kassiert.
    Meine Botschaft an Herbert Müller: Die erfolgreiche Abwehrarbeit beginnt mit dem erfolgreich abgeschlossenen eigenen Angriff!


    Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit, denn auch beim gegenerischen Positionsangriff liegt fast alles im Argen: schnelles Verschieben, gegenseitiges Helfen, Übergeben - Übernehmen, frühzeitiges Heraustreten und Festmachen (!!!) - das alles funktioniert bei der THC-Abwehr nicht bzw. ist weit unter dem erforderlichen Niveau. Auch das Rückzugsverhalten lässt oft zu wünschen übrig (besonders in der letzten Viertelstunde, wenn bei den Mädels, die mehr oder weniger durchspielen müssen, die Kräfte nachlassen). Und die gegnerischen Außen haben oft zuviel Platz, weshalb von dort zu viele Tore fallen. Es gibt also viel mehr als nur eine Baustelle. Auch wenn die verletzten Spielerinnen gerade in der Abwehr fehlen, muss man sich doch fragen, ob Müller bei der Zusammenstellung des Kaders die Abwehrfähigkeiten genügend im Blick hatte. Allerdings ist vieles auch Kopf- und Einstellungssache. Dass es anders geht, haben vor allem das Spiel in der EL in Blomberg und - mit Abstrichen - die beiden Begegnungen gegen BBM gezeigt.

    Typisch Müller auch, dass er bei zwei Toren Vorsprung
    noch 10 Sekunden vor Schluss eine Auszeit nimmt.


    Übertreibe nicht so maßlos, es waren 15 Sekunden! Lass ihn doch, auch das ist eine Form, den unerwarteten Sieg zu genießen. Und wen stört es? Gestört hat mich das Statement von Gaugisch: Zum erstenmal habe ich erlebt, dass ein Trainer im Gespräch nach dem Spiel dem Sieger nicht gratuliert! Und trotz Nachfrage des Moderators konnte er sich kein positives Wort zum Spiel des THC abringen (außer Allgemeinplätzen zur Mannschaft). Fairplay à la BBM?

    Abgesehen vom Spielen gegen Kellerkinder hat der THC heute seit langem wiedermal nicht mehr als 30 Gegentore bekommen - und schon wurde das Spiel gewonnen. In den nationalen Pflichtspielen dieser Saison waren es 7x mehr als 30 Gegentore! Häufiger war das nur bei Wildungen und Mainz (ja 8x) und Ketsch (10x) der Fall. 10 Mannschaften haben hingegen nur 4x oder seltener mehr als 30 Gegentore kassiert. Das zeigt, woran der THC vor allem weiter arbeiten muss. Und heute hat sich gezeigt: Es ist wesentlich eine Kopf- und Willensfrage!

    Was der THC da in der Abwehr treibt ist mir auch nicht klar.


    Wieso eigentlich nicht? Ist doch klar das Gleiche wie in den letzten Spielen: den Gegnerinnen hinterherschauen. Mit 35 Gegentoren ist gegen Metzingen nicht zu gewinnen, wie sich schon in der Meisterschaft gezeigt hat (Entschuldigung, da waren es nur 34!).

    was sich Herbert Müller und der Vorstand sich bei der Zusammenstellung dieses Kaders gedacht haben ist schleierhaft-wahrscheinlich war das Geld nur für so eine Truppe da


    Das ist mit zu pauschal. Bis auf die 3 Eigengewächse aus dem Nachwuchs sind das alles aktuelle oder ehemalige Nationalspielerinnen (zumindest im erweiterten Kaderkreis). Von der individuellen Qualität her steht die Mannschaft nur hinter BVB und BBM, mindestens gleichauf mit Metzingen und deutlich vor allen anderen. Aber die Spielerinnen bringen das nicht auf die Platte, weil sie nicht als Mannschaft harmonieren. Jede spielt für sich - in der Abwehr wie in Angriff. In der Abwehr irren sie umher wie eine Schar Hühner, in die ein Stein geworfen wurde (heute Saison-Negativrekord mit 38 Gegentoren!). Und im Angriff muss sich jede Spielerin im Rückraum ihre Chancen selbst erarbeiten. Da werden kaum Lücken füreinander gerissen oder mal ein Block gestellt - wie das heute Neckarsulm sehr gut gemacht und damit dem THC den Zahn frühzeitig gezogen hat. Die Folge sind halbgare Würfe, die leichte Beute der Abwehr bzw. der Torfrauen sind. Und es hat sich herumgesprochen, dass der THC sehr empfindlich (und mit unsagbar vielen Fehlern) auf eine aggressive Abwehr reagiert. Man schiebt die Mitte gut zu und lässt eher mal die Kreisläuferin oder die (ohnehin zu selten gut angespielten) Außen werfen, deren Quoten überschaubar sind.

    Doch zurück zum Kader: An der individuellen Klasse liegt es also meines Erachtens nicht. Ob es jedoch einfach zwischen den Spielerinnen nicht passt (wie schon in der letzten Saison behauptet wurde) oder ob den Müllers die Fähigkeit abhanden gekommen ist, aus einem guten Dutzend Mädels eine Mannschaft zu formen (Das war mal eine ihrer Stärken!) - das ist die große Frage!

    Ich glaube eher, da kommen einige Mädels mit der Art der "Fuhrie" nicht klar!

    Fuhr war vorher 16 Jahre in Blomberg tätig. Sind aus dieser Zeit Fälle bekannt, in welchen Spielerinnen "Reissaus" genommen haben?


    "Fälle"? Blomberg war unter Fuhr jahrelang das Spielerkarussell der Liga! Mitunter verließ mehr als ein Dutzend Mädels den Verein zum Saisonwechsel. EDIT MODS Alexandra Uhlig, die vor vielen Jahren vom THC nach Blomberg wechselte, sich aber dort schon nach sehr kurzer Zeit wieder verabschiedete, hat mir mal ihr Leid geklagt ...

    Nach interner Rücksprache wurde ein Satz raus editiert -> Teile der Formulierung in diesem Satz waren nach juristischer Prüfung hart an der Grenze zur üblen Nachrede -> Editierung um dem User und auch den Mods unnötigen Ärger zu ersparen

    Nach allem, was schon zu diesem frühen Zeitpunkt zu hören ist, sieht es nach einem massiven Umbruch in der Bundesliga zur kommenden Saison aus. Bei BVB, Metzingen und THC ist das schon ziemlich sicher, vermutlich wird sich auch in Bietigheim, Leverkusen und Göppingen allerhand verändern. Nach Stabilität sieht es bisher vor allem in Blomberg aus. Andernorts ist wohl noch vieles ungewiss (oder es wird der Deckel draufgehalten).

    Welche Kooperationen gibt es den mittlerweile?

    Buxte / Rosengarten
    Leverkusen / Beyeröhde
    Metzingen / Nürtigen
    Halle / Leipzig ?
    Thüringen / Kichhof ?

    Was ist eine Kooperation? Kann es schon als Kooperation zählen, wenn hin und wieder mal eine Spielerin mit Zweitspielrecht ausstattet wird? Dann wäre THC - Kirchhof tatsächlich eine Kooperation (wobei man auch hin undwieder mal ein Testspiel gegeneinander macht), ebenso jetzt auch THC - HCL (womit zumindest die jahrzehntelange Feindschaft hoffentlich überwunden ist), früher auch mal Ausleihe des THC an Zwickau. Für mich ist das noch keine Kooperation (würde man ja wohl auch nicht so nennen, wenn man dem Nachbarn mal den Staubsauger borgt). Kooperation ist für mich eine strategisch angelegte Zusammenarbeit mit einem wechselseitigen Geben und Nehmen wie bei Buxte und Rosengarten. So etwas würde ich mir mehr wünschen.

    der THC war immer eigentlich auf Augenhöhe


    Unter Augenhöhe verstehe ich etwas anderes. Astrachan hat mehr oder weniger im Schongang klar gewonnen. Wenn der THC auf Schlagdistanz heran war, haben die Russinnen einen Gang hochgeschaltet und wieder einen deutlichen Abstand hergestellt. Im Herbst 2019 hat der THC gegen Astrachan zu Hause mit 5 Toren gewonnen, diesmal mit 7 Toren vorloren. Das macht nach Adam Ries einen Unterschied von 12 Toren. So sehr hat sich in dieser kurzen Zeit das Kräfteverhältnis geändert.

    Ich habe nur die zweite Halbzeit gesehen, ganz schlechte Leistung beim BVB im Tor und im LA. Es reicht so in der CL nicht einmal in Podgorica leider.


    Gegen eine Mannschaft zu verlieren, die heute quasi ohne Rückraum gespielt hat, ist schon fast ein Kunststück. Sehr dürftige Leistung des BVB! Habe ebenfalls nicht alles gesehen, deshalb meine Frage: Weiß jemand, warum Adzic auf die Tribüne musste?

    Zum THC-Spiel fällt einem nix mehr ein. Zu dem Dilemma ist schon alles gesagt worden. Vielleicht noch dies: Wie kann man 2 Spielerinnen in den Mittelblock stellen, die beide schon 2 Zeitstrafen haben und sich natürlich nicht mehr trauen, ordentlich zuzufassen? Das hat Bensheim erkannt und genau dort immer wieder zugeschlagen - für mich der entscheidende Grund, warum der THC das Spiel nicht drehen konnte. Huber habe ich selten so hilflos gesehen. Jerabkova im Innenblock ist für mich ohnehin eine Fehlbesetzung - an dieser Stelle macht sogar die 18jährige Rühl schon einen besseren Job. Mit 32 Gegentoren ist eben selbst gegen einen Gegner aus dem Mittelfeld der Liga ein solches Spiel nicht zu gewinnen.