ARD und ZDF berichten nicht mehr über Tour de France
Reaktion auf positive Dopingprobe bei Sinkewitz
ARD und ZDF steigen ab sofort aus der Fernsehberichterstattung von der Tour de France aus. Diesen gemeinsamen Beschluss fassten ARD-Programmdirektor Günter Struwe und ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Er gelte "bis zur Aufklärung des Falls Patrik Sinkewitz", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass der T-Mobile-Profi Anfang Juni bei einer Trainingskontrolle positiv auf Testosteron getestet worden war.
Der 26-Jährige wurde nach Informationen der Sportnachrichtenagentur sid Anfang Juni in den Pyrenäen getestet, als er sich mit vier weiteren T-Mobile-Fahrern auf die Tour de France vorbereitete. Der Bonner T-Mobile-Rennstall will Sinkewitz dennoch nicht aus der Tour de France nehmen. "Ein solcher Schnellschuss kommt nicht in Frage, so frustrierend das alles auch ist", sagte Christian Frommert, Kommunikationschef des Telekom-Konzerns. Sinkewitz sei aber mit sofortiger Wirkung suspendiert. Sollte die B-Probe das Ergebnis bestätigen, werde die Entlassung umgehend folgen.
Sinkewitz erhielt die Nachricht vom positiven Befund im Unfallkrankenhaus Bergedorf bei Hamburg: "Das kann nicht sein", sagte er kurz vor seiner Kieferoperation. Die Verletzungen hatte er sich am Sonntag nach Schluss der 8. Etappe bei der Tour zugezogen, als er auf der Abfahrt mit einem Zuschauer zusammengestoßen war.
Sinkewitz droht eine zweijährige Sperre. Der 26-Jährige wäre zudem der Erste, der als des Dopings überführter Radprofi neben der Sperre ein Jahresgehalt als zusätzliche Strafe zahlen müsste. Er hatte wie alle T-Mobile-Fahrer die entsprechende Ethik-Verpflichtung des Weltverbandes UCI unterschrieben. Das Jahresgehalt des Fuldaers wird auf 500.000 Euro geschätzt.
Quelle : http://www.baden-lions.de