"F黵 viele Fans tut es mir leid": Drei Fragen an ... Frank Flatten
Auszug aus einem Interview mit Frank Flatten:
"Im Vorfeld zur neuen Saison gibt es größere Diskussionen zum Fernseh-Vertrag. Wie ist Ihre Einschätzung zu diesem Thema?
Frank Flatten:
Das Präsidium der HBL hat die von den Mitgliedern gestellten Anforderungen mit dem Fernseh-Vertrag erfüllt. Dazu gehören eine höhere Reichweite und ein einheitlicher Spielplan. Außerdem muss Handball auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen sein, sowie eine höhere Dotierung gegeben sein. Diese Anforderungen sind erfüllt. Vergangenen Freitag bei der Ligatagung in Leipzig wurden die Geschäftsführer der Bundesligisten konkreter über die Auswirkungen und Inhalte sowie die Dotierung informiert. Die Entscheidung für diesen Vertrag ist vom Präsidium der Handball Bundesliga getroffen worden unter den oben genannten Prämissen. Die zustimmende Kenntnisnahme der Bundesligavertreter hat einen Kritikpunkt dazu, nämlich: die sonntägliche Anwurfzeit um 12.30 Uhr.
Wir sehen hier eine große Herausforderung auf jeden Bundesligisten zukommen. Die Konzepte müssen geändert werden, eine neue Zielgruppe muss erschlossen werden. Wichtig ist nur, dass den Bundesligisten der Spieltag durch Sky und SportA und den damit geschlossenen Vertragsgrundlagen vorgegeben worden ist. Es hilft uns jetzt kein Jammern, da auch wir die Spielzeit sicherlich durchaus als unglücklich erachten. Es bleibt, uns konstruktiv auszurichten. Für viele Fans tut es mir leid. Auch hier ist durchaus berechtigte Kritik zu erwarten. Wir sind gerade dabei, die Auswirkungen zu analysieren, die nicht unerheblich sind, wenn man an höhere Kosten durch Sonntagszuschläge der Reinigungskräfte, Ordner und des Personals denkt. Deutlich höhere Kosten werden auch bei Auswärtsfahrten auf uns zukommen, da wir wir so gut wie bei jedem Spiel beim Gastgeber übernachten müssen. Wie sich die Zuschauereinnahmen entwickeln werden, können wir derzeit noch nicht absehen. Wir rechnen zurzeit damit, dass die zu erwartenden Mehrausgaben / Mindereinnahmen der Eintrittsgelder die Mehreinnahmen des TV-Vertrags sicherlich deutlich übersteigen könnten – dafür werden wir in der professionellen Verwertung höhere Reichweiten erzielen können. Es gilt nun, neue Konzepte zu erstellen, diesen Herausforderungen stand zu halten und die genannten Problematiken zu kompensieren."
Auf gut Deutsch: Inzwischen haben alle gemerkt, dass Sonntag 12:30 Uhr total Scheße ist!
Finanziell wird es für die Vereine bestenfalls ein Nullsummenspiel, wenn es dumm läuft sogar ein Negativgeschäft. Dabei ist der immense Aufwand den die Vereine und die vielen Ehrnamtlichen mit der kompletten Umorganisation der Heimspieltage (inklusive anderer Mannschaften und Vereine die in mancher Halle spielen wollen/müssen) nicht ansatzweise mit einkalkuliert.
Die Vereine haben gepennt und sich von einem schnellen Entschluss der HBL überrumpeln lassen. Jetzt dürfen die Vereine, die Ehrenamtlichen und die langjährigen treuen Fans die Suppe auslöffeln, welche von HBL-Geschäftsführung und HBL-Präsidium eingebrockt wurde.