Beiträge von topha

    Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, was an einer Mannschaft mit entsprechenden körperlichen Vorraussetzungen verwerflich sein soll. Einerseits reagiert man ja auf die zunehmende Härte im Sport, sowie die körperliche Belastung durch viele Einsätze u.a. mit neuen Ansätzen (z.B. Crossfit). Andererseits verzichtet ja keiner aufs Training, weil man damit einen Vorteil ggü. dem Gegner erlangen kann (ist das nicht das Ziel)? Wenn man den Basketball als Vergleich heranzieht, sieht man dass die Spieler dort körperlich noch deutlich austrainierter sind - und das obwohl es ein eigentlich körperloser Sport ist...

    Und wenn ich mir gestern die Angriffsleistung z.B. der Schweden in HZ anschaue, dann war da ja auch kein wunderschöner Handball zu sehen gewesen. Jacobsson wurde von der Mittellinie geholt, damit er mit Dampf auf die Deckung kommt. Körpertäuschung zur Mittelposition & Wurfversuch oder eine Kreuzung damit L. Nilsson werfen kann. Das ging mal mehr und mal weniger gut, aber warum unsere "Leichtathletikmannschaft" jetzt nicht verdient hätte eine Medaille zu bekommen - entsprechende Siege vorausgesetzt - erschließt sich mir nicht.

    Vielleicht noch als Ergänzung: Der Lizenzentzug erfolgt erst zum Ende des Saison, für die laufende Saison kann es lt. Statuten keinen Entzug geben. Der Insolvenzverwalter entscheidet, ob es überhaupt möglich ist (finanziell) diese Saison noch zu Ende zu spielen. Deshalb sind die Sachen von einander unabhängig.

    Edit: Keine Ahnung, warum er die Verschachtelung der Zitate irgendwie nicht hinbekommt, sorry.

    Ähnliche Überlegungen hat sicher auch Lindberg, wenn er über einen Wechsel nach Berlin nachdenkt. Der ICE ist ja doch recht fix. In dem Interview nach der Insolvenzeröffnung hat er sich ja doch recht deutlich zu Hamburg als Wahlheimat bekannt..

    :D der war nicht schlecht!

    Zachrisson hat doch mal notgedrungen bei der WM für die Schweden ebenfalls auf RR gespielt, wenn mich die Erinnerung nicht trübt! Vielleicht macht er das für die Rückrunde dann auch bei den Füchsen. Wiede könnte wie bereits teilweise in der Hinrunde auf RM mit Vukovic, dann wären Nenadic & Drux auf RL. Das wäre eine halbwegs verständliche Kompromisslösung bis zur neuen Saison.


    Die Verträge von Weihrauch und Vrazalic laufen ja nur bis Saisonende, werden dann wohl auch nicht verlängert. Dass auf RA laut BH für die neue Saison Handlungsbedarf besteht, war schon vor 2-3 Monaten vermeldet worden. Fraglich ist, wie Zachrisson die Konkurrenz auf RA dann in der nächsten Saison aufnimmt..

    Ich bin mir auch nicht wirklich sicher, ob es nicht viel mehr als Druckmittel genutzt wird, um die EHF zum Einlenken zu bewegen. BH hat auch hier gesagt, dass man das wohl nur zusammen mit der EHF machen kann/ sollte. Ohne Druckmittel fahren sie die CL sicher nicht zurück, selbst wenn die HBL sich bewegt (Stichwort Belastung). Ich denke es wird darauf hinauslaufen, dass die CL reformiert wird und unter bestimmten Bedingungen größere Sponsoren an Bord geholt werden können.

    Der wohl entscheidende Punkt ist der, ob das, was zwischen Rudolph und Fitzek in dem Zusatzvertrag vereinbart wurde, sich auf die Spielbetriebsgesellschaft auswirkt oder nicht. Wenn es ein sittenwidriger Vertrag sein sollte (was Herr Böhm wohl für denkbar hält), dann könnte es sein, dass dieser Vertrag als nicht zustande gekommen angesehen wird, also juristisch als nicht-existent. Womit die Lizenz letztlich nicht erschlichen worden wäre. AR müsste zahlen und die Gläubiger würden bedient werden.
    Da sich das allerdings vermutlich nicht bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Liga im Februar klären lassen wird, dürfte der HSVH den Spielbetrieb kaum aufrechterhalten können. Leider. Oder Gottseidank. Je nachdem. ;)

    Hypothetisch wäre es interessant, ob sich im Falle einer sofortigen Zahlung der fehlenden 2,x Mio. € eine Konstellation ergeben könnte (Sponsoren, die von AR zuvor abgeschreckt worden waren o.ä.), durch die der Spielbetrieb gesichert werden könnte und darüberhinaus die Lizenz für die nächste Saison beantragt werden könnte. Diesmal ohne Fitzek und Rudolph, dafür mit Seriosität und Solidität. Aber das dürfte vermutlich nur für einen möglichen Neuanfang in Liga 2 (oder Liga 3) zur nächsten Saison gelten.

    Als nächstes ist nun interessant, wie die Spieler entscheiden.

    Ist dem wirklich so? Ich bin kein Jurist und das ist - zugegebenermaßen - eine z.T. philosophische Frage: Wenn ich denke es gibt einen gültigen Vertrag und verschweige diesen der nächsten Vertragspartei und mache mich damit eigentlich wissentlich strafbar (& den neuen Vertrag nichtig). Bin ich bei Ungültigkeit von Vertrag 1, damit auch straffrei? Wird damit Vertrag 2 wieder gültig?

    Rein aus ethischem Gesichtspunkt würde ich behaupten: Nein. Ich weiß aber, dass unser Rechtssystem da nicht immer so rein "ethisch" denkt.

    Laut Sport1 hätte sich Fitzek in der Tat dem verweigert :D

    Zitat

    "Ich hätte mir gewünscht, dass Ilija uns die Chance gegeben hätte, mit ihm in den nächsten Tagen ein Gespräch zu führen", sagte HSV-Geschäftsführer Christian Fitzek: "Allerdings ist es auch nicht einfach für einen jungen, ambitionierten Spieler, ein Angebot vom THW Kiel auszuschlagen."

    Wie gesagt, auch nicht so wahrgenommen. Ich denke, wenn man seine Kräfte bündelt und mal gemeinsam in eine Richtung bewegt, dann kann viel Gutes dabei rauskommen. Das Potenzial und die Technik ist da, die gesellschaftlichen Strukturen auch. Das passt natürlich nicht mit der Kernaussage zusammen, dass die Nationalmannschaft das Zugpferd ist, worauf man sich die letzten Jahre geeinigt hat. Dass dies auch nicht unbedingt stimmt, zeigen ja auch die anderen Sportarten die zuletzt erfolgreich waren (kürzlich eben NFL oder Darts). Ob man es gut findet oder nicht, die Platzierung einer Sportart wird gesteuert über mediale Vermarktung. Da kann man sich jetzt hinsetzen und sagen "aber Sport1 will nicht mehr TV Präsenz bezahlen und deshalb gehen alle Sponsoren weg" oder man wird selbst aktiv..

    Die lokalen Sponsoren freuen sich natürlich über lokale Ereignisse, die positiv mit dem Unternehmen in Verbindung gebracht werden. Doch dann braucht sich auch keiner beschweren, dass er beschränkte finanzielle Mittel hat, weil nur regionale Mittelständler etwas sponsorn.

    Es geht auch gar nicht um die Optik von einer DHB Homepage, sondern es geht darum neue Möglichkeiten der (Selbst-) Vermarktung zu erschließen. Nehmen wir auf DHB Ebene doch mal das Projekt Goldjunge. Das ist zwar nett gemeintes Spielersponsoring durch Unternehmen als nette Geste. Wenn man diese Goldjungs allerdings für mehr als nur VIP Events einsetzen würde, durch beispielsweise Videos wie sie vor Ort sind und auch eine (authentische) Bindung zu dem Sponsor rüberbringen könnten, dann würde da viel mehr gehen. Das geht auch nicht von heut auf morgen, weil es darum geht wieviel Reichweite die Kanäle (Facebook, Twitter etc.) haben (wieviele Personen erreiche ich mit den Posts). Aber nur mit ordentlichem Inhalt steigt auch die Reichweite. Und wenn man da auch mal auf gemeinsame Kanäle setzt, wäre schon viel geholfen finde ich. Gute Ansätze gibt es ja, z.B. das neue 7m Magazin.

    Danke Karl für deine Ausführungen! Alle Aktivitäten im Detail habe ich natürlich nicht auf dem Schirm, wollte auch nicht den Eindruck der Vollständigkeit erwecken. Ich denke ein sinnvoller Diskurs ist eben auch nur möglich, wenn alle sachlich und zielführend diskutieren, insofern verstehe ich deine Statements auch nicht als Abwertung.

    An einigen Punkten machen sich doch die Probleme insgesamt sehr deutlich. Ich verstehe mich schon als jemanden der sehr handballinteressiert ist, aber selbst an mir geht das z.T. vorbei. Einheitliche Präsenzen, wo neugierige auch "alles" finden würden da helfen (auch aus Verbandssicht, DHB usw.).

    Deiner Schlussfolgerung, dass Social Media von Vereinen "nicht soooo wichtig" sein kann, wenn ich das nicht aufmerksam verfolge was beim GWD passiert, kann ich nicht nachvollziehen. Man denkt mMn zu sehr in Vereins/ Regionsstrukturen, dass jeder Verein/ Verband langsam mal zusammenarbeiten müsste und man Kooperationen nicht unter falschem Wettbewerbsgedanken unterbinden darf! Gemeinsam kann/ muss man Interesse am Sport erzeugen, danach kann man sich um die zahlenden Besucher in den Hallen streiten...

    Es wird sicher nicht alles auf Anhieb funktionieren, aber ich habe ein Problem damit pauschal immer alles Neue abzutun. Klar, es kostet Aufwand und Geld, aber wenn man sich nicht traut bleibt man beim Status-Quo. Wer nicht investiert/ innoviert, der wird irgendwann abgehängt. Das heisst bei gleichbleibender Entwicklung der Abfall zu einer Randsportart.

    Ich sage auch nicht, dass wir dem Handball ein neues "Image" für neue Wege geben müssen. Das passt nie, egal ob bei Unternehmen oder Sportarten oder Menschen, wer sich verbiegt, der bleibt nicht authentisch/ zufrieden. Ich denke man muss schauen, wie man das Image des Sport am besten über neue Wege transportiert bekommen. Sprich: Wie kriege ich die Athletik und besonderen Finessen am besten rübergebracht, wie kann das bildlich besser verdeutlicht werden/ rübergebracht werden.

    Bzgl. Social Media: Der größte Irrglaube ist, dass man sein bisheriges Kommunikationsverhalten einfach nur darüber transportieren müsse. Das machen einige schon ganz gut und bieten bspw. den Fan-Ticker. Ich wollte eher darauf hinaus, dass man schnell und kostengünstig eine Bindung erzeugen kann. Die größeren Vereine haben doch schon eine gewisse Marke/ Wahrnehmung. Gerade Fans wollen doch mehr Einblicke, sei es vom Training, Hintergrundberichte vom Verein, Spielern sonstwas. Es gibt sicher einige, die interessiert das nicht. Ich denke aber gerade junge Menschen wollen das. Und da besteht mMn auch die Krux, man redet über Zielgruppe und hat nur die bestehende Zielgruppe im Auge. Man denkt aber nicht daran, was man tun müsste um neue Zielgruppen zu aquirieren. Gleichzeitig jammert man aber über das ausbleibende Interesse von jungem Nachwuchs in den Vereinen.

    Wenn ich bspw. sehe, dass jeder Hobby-Fitness-Athlet auf Instagram gesponsort wird von Nahrungsergänzungsmittel-Firmen oder Sportartikel-Herstellern, dann frage ich mich wieso aufmerksame Beobachter/ Marketingexperten in den Vereinen/ Verbänden das nicht registrieren. Da kann ich doch noch besser mit Sponsoren verhandeln und auch Videos in Kooperationen mit denen drehen, deren Produkte in Videos zeigen usw...

    Das Fokussieren auf die primäre vorhandene Zielgruppe ("Ältere") durch TV-Ausstrahlungen will ja auch niemand wegreden. Allerdings ist ein Ausruhen auf dem Status-Quo mMn fatal. Man verpasst einfach die Entwicklungen und wundert sich, warum keine jungen Leute sich für Handball interessieren (selbst aktiv sind oder in den Medien verfolgen). Die "Digital Natives" sind einfach daran gewöhnt direkt Kontakt zu Ihren Idolen zu haben (sei es per Facebook, Instagram, SnapChat oder was auch immer). Man kann sich auch gerne mal die E-Sports anschauen und wenn man vergleicht, was dort mittlerweile für Events und Preisgelder rausgehauen werden, dann kann man nur staunen (50 Mio. US $ Preisgelder bei Turnieren). Regelmäßig schafft man es dort auch mehrere Tausend Zuschauer bei Ticketpreisen ab 40€ in die Commerzbank Arena in Frankfurt zu bekommen. Und das bei einem digitalen Event.. Dort gibt es Livestreaming der Games schon lange (Twitch etc. sei Dank). Ich will hier nichts schlecht reden, sondern nur darauf hinweisen, dass wenn wir nichts versuchen, dann wird Handball weiter den Anschluss verpassen.

    Bzgl. der Qualität der Übertragungen: Bin ich voll dabei! Mittlerweile gibt es so viel tolle Technik um Spielsituationen zu analysieren oder Spieler im Fokus vorab mal vorzustellen. Man könnte auch die "Lieblingstaktiken" der jeweiligen Teams mal zeigen usw. Da wird gerade nichts rausgeholt. Dazu bedarf es auch nichtmal 2-3 mehr Kameras und einem versierten Regisseur mit Feingefühl. Auch könnten kurze "Regel-Inputs" (zu besonderen Situationen) den Zuschauer auch immer mal aufklären. Auch hier könnte ein Sender vorab Regel FAQs als Videozusammenfassung produzieren und diese auch einfach online abrufbar machen. Dann kann jeder selbst entscheiden ob er es vorher sehen möchte. Gerade wenn man es per Stream sendet (sollte parallel auch im TV laufen), könnten nebenbei Info-Kästchen sein mit Hintergrund Infos zu Regeln, Spieler etc.

    Wenn man sich mal bei Youtube die Handball-Videos ansieht, dann merkt man schon, dass unser Sport eben noch nicht den Sprung gemacht hat (hinsichtlich Qualität der Videos). Über Zusammenschnitte kommt man selten hinaus, diese meist auch eher schlecht als recht (nicht, dass ich es besser könnte). Auch Marketing-technisch/ Vermarktung sind die Vereine bislang kaum über ein reines Verteilen von News über Social Media aufgefallen. Gerade die Kombination von Werbung über solche Kanäle als Sponsoring-Argument könnte für "fehlende" TV-Präsenz mehr als ausgleichend wirken. Vorausgesetzt man hat eine entsprechende Reichweite. Und das Argument von Spielern/ Verantwortlichen "es interessiert doch keinen, was ich so treibe" ist glaube ich falsch. Die Leute wollen mehr Infos/ Identifikationspotential, insbesondere wenn immer davon gesprochen wird, dass uns solche Personen fehlen. Gerade solche Kanäle sind doch predestiniert um vermeintliche Bindungen zu erzeugen. Wie gut das geht, zeigen doch die ganzen "Youtuber" mit simplem Content-Marketing das regelmäßig in Personen-Kult ausufert. Gerade junge Leute brauchen Vorbilder und sie suchen sie dort wo sie am ehesten greifbar sind. Und das geht wohl leichter, wenn ich denjenigen alle 2-3 Tage in nem Video auf Youtube sehe und ich mich damit identfizieren kann, was er so von sich gibt & was er macht.

    Das hab ich mir jetzt mal kurz von der Seele geschrieben. Ich finde da wäre noch so viel ungenutztes Potential!