Freundschaft!
Allerdings ist diese Aussage dann völliger Mumpitz. Welche Rückraumspieler hat er denn "vor zehn Jahren" verpflichtet? Wollen wir mal gucken?
- 2017/18: Piotr Chrapkowski (wenn er dann auch eigentlich nur Abwehr gespielt hat), Carlos Molina
- 2018/19: Albin Lagergren
- 2019/20: Christoph Steinert, Filip Kuzmanovski
Von diesen Spielern ist keiner ein dezidierter Durchbruchsspieler. Lagergren ist einer, der gut zu so einem Spiel passt, aber kein vorrangiger Eins-zu-Eins-Spieler. Alle anderen sind klassische Rückraumkanten.
Dann hat er im Winter 2020 Gisli Kristjansson verpflichtet. Im Sommer 2020 Omar I. Magnusson und im Sommer 2021 (fest) Kay Smits. Und das sind bis heute die einzigen drei echten Druchbruchshandballer, die Bennet Wiegert verpflichtet hat. Dazu kamen Weber (ist absolut nicht dieser Typ), Claar (auch kein reiner Eins-gegen-eins-Spieler, sondern einer der gut reinpasst, aber auch in ganz anderen Systemen spielen könnte), Smarason (von dem man das hinterher behaupten könnte, bei dem hier in der HE allerdings vorher stand, dass der überhaupt nicht in SCM-System passen würde), Zehnder (anderer Typ), Jonsson (anderer Typ), Briet (anderer Typ). Und Grgic wäre ebenfalls nicht dieser Typ gewesen.
Es gab also weder die große Durchbruchsspielerwelle vor zehn Jahren beim SCM, noch hat der SCM in den letzten zehn Jahren viele Durchbruchsspieler geholt (es waren drei, plus zwei passende Allrounder). Es ist auch nicht so, dass es in den anderen Mannschaften ein starke Welle hin zum Eins-gegen-Eins-Handball stattgefunden hat. Es werden nach wie vor die Kösters, Grgic', Mems etc. von den ambitionierten Vereinen verpflichtet. Bis heute hat kein Topverein diesen SCM-Spielstil übernommen. Berlin noch am ehesten, aber das liegt letztlich daran, dass Gidsel halt so spielt.
Im übrigen hat Wiegert auch schon gesagt, dass es für den SCM in Zukunft leichter wird, weil in der Jugend mittlerweile solche Spieler ausgebildet werden.
Um aber den Bogen zur Ausgangsaussage zu schlagen. Es ging hier um einen Rechtsaußen. Der wäre von dieser Aussage gar nicht betroffen. Ebenso die Torhüter und die Kreisläufer. Von 32 verpflichteten Spielern (ohne doppelte, kurzfristige und Jugendspieler) waren genau drei echte Eins-gegen-Eins-Spieler. Die Aussage von Wiegert wäre also ziemlich zweifelhaft. Da spielt ihm seine Erinnerung wohl einen Streich.