Beiträge von tiger

    Er kann (wie auch Tissier oder Suton) das Spiel schnell machen und seine Nebenleute in Szene setzen. Gestern wurde nur hin und her gepasst und bestenfalls mal eine (!) Kreuzung gespielt. Und klar: Klappt nicht immer sofort und in jedem Spiel, wenn die ganze "Philosophie" (etwas hochgegriffen) eine ganz andere ist.

    Deshalb ist das eben ein strukturelles und strategisches Problem und keines, das durch ein paar Wechsel in einem Spiel zu beheben ist. Da muss man viel früher ansetzen.

    Das sehe ich genau so. Da das nicht zur Philosophie von AG passt, ist Lichtlein bei ihm falsch aufgehoben. Mit Uscins (macht Tempo, geht auch mal durch), Grgic (setzt auch mal eine Sperre aus einer Kreuzung heraus) könnte er anders spielen. Aber AG spielt das nicht. Und das will eben (in der Vorbereitung) einstudiert werden. Auch Semper geht schon mal ordentlich quer und durch. Er war in seinen Einsätzen besser, als alle vorher gedacht haben. Warum AG ihn nicht früher gebracht hat, nachdem Uscins offenbar platt war? Who knows.

    Beim Trainer ist es wie bei den Spielern:

    1. Die kann man sich nicht backen

    2. ein guter Vereinstrainer kann ein schlechter Nationaltrainer sein - und umgekehrt

    3. taktische Finessen sind in Turnieren nicht so wichtig wie strategisches Vorgehen

    Sieben individuell gute Spieler ergeben noch kein gutes Team. Ich lese hier immer wieder, Gislason hätte das beste Spieler"material" seit Jahren zur Verfügung. Das sehe ich anders. Er setzt es nur offensichtlich besser ein als andere Trainer. Und natürlich sind wir nicht bei 100%, sondern vielleicht bei 85%. Das reicht, solange andere Länder/ Trainer nur bei 80% sind. Und wer glaubt, ein Trainer sei nur ein guter Trainer, wenn er gestandenen Profis Laufwege vorgibt, der hält Spieler wohl für Marionetten, die auf der Platte nicht selbst entscheiden können, was in der individuellen Spielsituation das Sinnvollste ist.

    Trainer kann man sich nicht backen, aber der DHB sollte einen Pool kennen, aus dem er wählen kann.

    Gerade in Turnieren sind taktische Finessen, also das Reagieren auf einen Gegner mit Eigenheiten, wichtig.

    Und das strategische Vorgehen vermisse ich schon lange. Strategisches Vorgehen heißt, ein spielerisches Konzept zu entwickeln, das zu den vorhandenen Spielern passt und in das die Spieler dann eingebettet werden. Und das bedeutet, Auftakthandlungen zu initiieren, Laufwege und Spielzüge einzustudieren, Sperren zu setzen, Verteidiger zu binden und für den Nebenmann Räume zu schaffen. Sowas kommt nicht von alleine, wenn Spieler normalerweise nicht zusammen spielen. Unsere technischen Fehler (Fehlpässe) resultieren genau aus nicht vorhandenen Vorgaben. Und daraus, dass Spieler in der individuellen Spielsituation verscheiden Ansichten haben, was denn nun das Sinnvollste sei. Einer will kreuzen, der andere geht parallel, und dann??

    Ich weiiß nicht, ob Spieler, denen man die Laufwege und Anspielmöglichkeiten an die Hand gibt, sich als Marionetten fühlen. Ich denke eher, dass sie begeistert sind, wenn ein mehrfach einstudierter Spielzug mal wirklich klappt.

    Weil sie jung sind.

    ...

    Für mich sind die jungen Spieler tatsächlich die Hoffnung, dass das Spiel schöner wird. Dass sie es können haben sie bei den verschiedenen U-Weltmeisterschaften gezeigt. Aber die Konstanz fehlt. Und im Männerbereich braucht man mehr Erfahrung.

    Und wer zeigt ihnen, wie man ein schönes Spiel aufzieht? Das kommt doch nicht mit dem Alter.

    Hier wird doch immer auf mehreren Ebenen diskutiert, je nachdem was einem wichtig ist gibt er seinen Senf dazu, womit man dann manchmal aneinander vorbei redet und sich was vorwirft:

    1) Ergebnistechnisch. Da ist gegen 6:0 Punkte nichts zu sagen.

    2) Auf Einzelspielerebene. Das kann man mal machen. Aber ich denke, jeder Einzelne gibt sein Bestes. Und ich würde einen Spieler zunächst nicht an der Anzahl ge- oder verworfener Tore messen. Wenn einer mal zuviel verballert, oder in der Deckung herumirrt, dann ist der Trainer gefragt, zu reagieren.

    3) Auf Team-Ebene. Und da gehts für mich los. Ich persönlich würde sehr gern guten Handball sehen. Und wenn ein Spiel verloren geht, aber das Team hat gekämpft und es hat ansonsten alles gepasst, dann bin ich fein. Wenn aber ein Spiel gewonnen wird und es hat nicht soviel gepasst, dann frage ich mich nach Ursachen. Und da bin ich bei der Abstimmung untereinander. Ohne die geht es nicht. Ein Einzelner hat noch nie ein Spiel gewonnen, es gehören immer die (Klein)Gruppen, abgestimme Laufwege und Automatismen dazu. Und da in jedem BuLi Team anders gespielt wird bzw die Spieler Stärken und Schwächen haben ist hier ein Bundestrainer gefragt, diese Abstimmung untereinander herzustellen. Und da sehe ich einfach nicht, dass da ein Prozess stattfindet. Und mit dieser Meinung bin ich offenbar nicht allein. Seit Langem ist AG nun am werkeln. Und vor jedem Spiel frage ich micht, wer denn nun heute in der Startelf steht und was gespielt wird. Von Spiel zu Spiel sieht das anders aus. Da ist einfach keine Linie drin und es kommt auch keine rein. Und das ist jedesmal sichtbar und das wird hier auch zumeist richtig erkannt und kritisiert. Schaut euch dagegen FR und DEN an. Die spielen immer den gleichen Aufbau und die Deckung ist aufmerksam und abgestimmt.

    Jetzt könnt ihr diiese Anmerkung wieder als "moppern" bezeichnen. Wer nur das Ergebnis sehen möchte, der kann das hier wieder vergessen.

    Platz 3 ist gesichert und jetzt kann die deutsche Mannschaft die zwei "Viertelfinalspiele" ins Visier nehmen. Die DHB-Auswahl ist in beiden Spielen Außenseiter, aber sicherlich nicht chancenlos. Der VfL-Innenblock Tom Kiesler & Julian Köster hat in der HBL diese Saison schon einmal Mathias Gidsel entzaubert und ihn von Anfang an Spüren lassen, dass es keine leichten Durchbrüche durchs Abwehrzentrum gibt. Die Franzosen mussten sich im letzten Sommer in Frankreich der deutschen Mannschaft geschlagen geben.

    Das mit dem Innenblock mag stimmen. Aber das musst du AG sagen. Der hat schon diverse Innenblöcke ausprobiert.

    Wie kommen wir nur immer wieder zu 2 Punkten? Wir haben mal wieder gesehen, dass es keine eingespielte Formation gibt. Es gibt keine erste 7. Oft werden andere Spieler auf andere Positionen gestellt. Keine Automatismen, keine Abläufe, keine Kreuzungen. Wozu brauchen wir denn noch Vorbereitungsspiele? Da hat Schluroff mal ein paar Tore gemacht, schon steht er in der Startelf. Aber dass es für ihn auch eine RM braucht, die ihn holt oder Druck auf die Deckung ausübt: Fehlanzeige. Knorr lief teils wie Falschgeld auf der Platte herum. Und Schluroff konnte damit nichts anfangen. Warum sieht AG das nicht? Warum bringt er Lichtlein nicht früher? Hätte Schluroff vielleicht gut getan. Na, für Grgic freuts mich. Und für die Tabelle auch. Mal sehen wie wir uns gegen DEN bzw FR anstellen.

    Regel 15:5 -> ein Anwurf muss angepfiffen werden

    Der Passus, auf den Du Dich in den Erläuterungen beziehst, hat in der Überschrift stehen:

    Was macht der Hinweis auf "Regel 15:5 -> ein Anwurf muss angepfiffen werden", in diesem Zusammenhang? Um den Anpfiff geht es nicht.

    Hier geht es um Spielverzögerungen durch den TW vor dem Anpfiff. Und ob mit oder ohne Handzeichen, hier hätten die Schiris auf eine Spielverzögerung erkennen können.

    Deine Qualifizierung, meine Ansicht sei "vollkommen falsch" ist schon etwas überheblich.

    Ob eine Situation als spielentscheidend eingestuft wird, ist vom Einzelfall abhängig. Da hier im Rahmen der Diskussion (nicht von mir) angeführt wurde, dass am Ende jedes Tor entscheidend sein kann, lässt sich daraus natürlich ableiten, dass es schon eine Rolle spielt, ob man mit einem Tor oder zwei Toren Unterschied gewinnt. Die Diskussion gab es ja deutlich auch nach dem Serbien-Spiel. Stichwort: direkter Vergleich. So kurz vor Spielende hat die Mannschaft kaum noch Möglichkeiten, eine Fehlentscheidung der Schiedsrichter zu korrigieren. Und in der (sport-)rechtlichen Bewertung solcher Entscheidungen wird auch immer mit Wahrscheinlichkeiten hantiert. Eine Unterzahlsituation für den Gegner hätte die Wahrscheinlichkeit auf einen weiteren Treffer für den Gegner verringert und für die auf einen eigenen Treffer erhöht.

    Richtig. Aber spielentscheidend ist nicht turnierentscheidend. Das einzelne Spiel wurde dadurch nicht entschieden.

    Oh je 😲, bitte erstmal mit dem Regelwerk auseinandersetzen, denn dieser Satz ist vollkommen falsch.

    Tu ich. Wenn er vollkommen falsch ist, dann klär mich bitte auf, warum.

    Ich finde in Erläuterungen zur Spielverzögerungen: "Ein Spieler verzögert die Ausführung eines ... Anwurfs (Torwart gibt den Ball langsam heraus, es wird ein bewusst schlechter Pass zur Mitte gespielt oder es wird langsam mit dem Ball zur Mitte gegangen)"

    Damit ist das Merkmal der Verzögerung auch ohne Anpfiff gegeben. Ob dann noch ein Handzeichen gegeben werden muss weiß ich nicht.

    Blau gibt das Regelwerk dafür nicht her. Rot natürlich schon. Damit wäre die Zeit natürlich angehalten gewesen. Ich denke, dass daher die Schiedsrichter bei rot + 7m einen Nachteil für die Deutschen erkannt haben und deswegen auf Vorteil (weiterlaufen lassen) entschieden haben.

    Zweifelhaft ist allerdings trotzdem, dass in so einer Situation die Zeit nicht angehalten wird. So können die Deutschen als führendes Team durch bewusstes Langsamspielen bei einer Situation, in der der Ball nicht im Spiel ist, sie aber die komplette Kontrolle über ihn haben, den Spielausgang alleine hierdurch maßgeblich beeinflussen.

    Ob die Schiris da wirklich was erkannt haben, sei dahingestellt. Sie schienen nciht wirklich souverän. Aber einen Vorteil kann man nur dann bekommen, wenn man sich innerhalb der Regeln bewegt. Und das war bei Überschreiten der Mittellinie nicht der Fall. Kein Vorteil sondern zurückpfeifen, wenn nicht vorher der Verstoß der Portugiesen geahndet wird.

    Und das bewusste Langsamspielen können die Schiris umgehend als Zeitspiel werten und abpfeifen und brauchen nicht erst ein paar Pässe abzuwarten

    Du unterschlägst bei allen deinen Einlassungen zu diesem letzten Anwurf die Tatsache, dass es eine Aktion in den letzten 30 Sekunden war. Und da gibt es Strafen für die Behinderung/Störung einer Wurfausführung.

    usw...

    Da nach dem Tor der Deutschen nur noch 30 Sekunden Restspielzeit übrig waren, muss man das als spielentscheidende Fehler der Schiedsrichter werten.

    Insgesamt einleuchtender Kommentar. Nur der letzte Satz passt mE nicht. Es war ja nicht spielentscheidend, da die Benachteiligung Deutschlands sich nicht wirklich auf das Ergebnis ausgewirkt hat.

    Hier wird hauptsächlich über Ergebnis, Tore, Einzelleistungen, Schiri-Entscheidungen diskutiert.

    Hat auch schon mal jemand über die Qualität des Spiels gesprochen? Über die Menge an tF? Über das, was Fischer in der HZ Pause angesprochen hat: die unklaren / nicht abgestimmten Laufwege?

    ...

    Und auch die blonde am Kampfgericht sah so aus, als ob sie überhaupt nicht weiß, was der Trainer der Portugiesen eigentlich von ihr will 🧐🙈!

    Wer ist denn "die blonde am Kampfgericht"?? Die andern sind dann "die alten weißen Männer am Kampfgericht", wenn sie denn überhaupt Haare haben? Du solltest auch die Frauen ernst nehmen, vor allem nicht so abwertend drüber sprechen.

    Ich bin noch nicht ganz sicher, aber für mich sah es so aus, als wäre dieses Experiment Ursache für die Niederlage gegen Portugal gewesen. Neben einer erstaunlich instabilen Abwehr gegen den erwartungsgemäß sehr beweglich agierenden Rückraum fand ich die Angriffsformation mit Gidsel auf gewohnter RR-Position und Lauge auf der Mitte stärker als jede andere Variante.

    Täusche ich mich oder haben die Dänen wirklich keinen klassischen RM im Kader, der ein ebenso hohes Niveau wie seine Nebenleute anbieten kann? Andersson und Möller sind für mich klassische RL, Pytlick und Lauge mit Fragezeichen, Mensah weit über jeden Zenit. Spielt Arnoldsen (verletzt?) mittlerweile den klassischen Playmaker?

    Ich habe Lauge als RM gesehen. Und der hat das mit Pytlick und Gidsel sehr gut gemacht. Für mich ein klassischer RM.

    Pytlicks Abgang ist schon ein Verlust. Und zusammen mit Gidsel und Lichtlein ist das ein verdammt beweglicher Rückraum. Die Spielweise wird dann anders sein als mit Andersson. Und mit Mem kommen die Shooter-Qualitäten dann eben von RR. Aber ob Krickau das hinbekommt, das wollen wir erstmal sehen. Der gehört nämlich auch dazu.