Beiträge von MiniMe

    Irgendwie bin ich zwiegespalten. So eine gute Leistung habe ich von den deutschen Damen schon ewig nicht gesehen, aber die paar Brainfarts reißen den Vorsprung mit dem Hintern ein bisschen wieder an. Eben bei doppelter Überzahl und passiv mit 1 als Außen fast an der Mittellinie spekulieren und der Gegenspielerin 10m Platz auf Außen geben. Und generell die Würfe von außen, ich tue mich schwer, da von der Technik her NM-Niveau zu sehen.


    Offensiv finde ich das spielerisch enorm gut.

    Geschwafel, Laber, Rhabarber, ...

    Kein Mensch weiss vor dem Spiel, was im Spiel passieren wird. Selbst im Verlauf eines Spiels kann es plötzlich kippen, und sichere Führungen werden in Minuten pulverisiert. Aber "wieso" Deutschland gegen Kroatien 15 Minuten vor Schluss kollabiert kann keiner vor dem Spiel sagen, oder erzählen dass er die Gründe genau kennt. Der Trend ging seit Amtsübernahme eher nach oben, nicht rasant, oder mit ganzen Spielserien die geil runtergeballert werden, aber im Detail erkennbar.

    Wieso da irgendwelche Presse-Typen die gelegentlich mal Sport im Fernsehen anschauen meinen sie könnten beurteilen ob das was Prokop da macht einen negativen "Trend" hat, da kann man eher auf den Dunning-Kruger-Effekt spekulieren. Prokop war nicht der Heiland, oder jemand bei dem man das Dagur-Feeling hatte. Aber hilflos ins Schicksal ergeben hat sich Prokop nicht. Man konnte von Spiel zu Spiel Verbesserungen sehen, und die Probleme waren nicht unlösbar oder unabhängig von Verletztenproblemen.

    Ich bin kein grosser Freund von Prokop gewesen nach der ersten EM, aber mir fehlt die Insidereinsicht um was positives aus der Nachricht zu nehmen. Der Ablauf ist nicht gerade schön, und vorwerfen könnte ich ihm einzig die Wechselei. Spielerisch war das nicht wirklich schlecht, sondern an sich modern und vorne mit dem Kader erfolgreich. Hinten viele Detailfehler, aber ob die nur an Prokop gelegen haben möchte ich bezweifeln. Man kann das sicher verbessern, aber ob Prokop das nicht auch gemacht hätte, dafür hätte ich mit ihm sprechen müssen. Sah eigentlich so aus als würde er zumindest an den Sachen feilen.

    Ob Gislason besser als Prokop die Probleme löst wird man erst in der Quali oder - bei Teilnahme - im Turnier sehen. Durch die lange Pause bis er sein Amt antritt, und die kurze Vorbereitung, wird er aber nicht viel trainieren können.


    smoerf: +1

    Ich finde diesen ewigen Sermon dass man das Spanien-Ergebnis nicht auf die Verletztenmisere "schieben" darf auch inakzeptabel. Will er ernsthaft den Europameister mit dem 3. Anzug schlagen, über ne geile Taktik ? Wieso kannten die anderen diese Taktik nicht ? Ist doch offenbar so einfach. Klar geht man nicht VORHER in die Partie und sagt, wir haben keine Chance, weil da sind doch die Verletzten. Wenn das Ergebnis erwartbar ausfällt kann man aber nicht hingehen und so tun als hätte der Ausfall des halben Rückraums das Ergebnis nicht beeinflusst. Oder dessen Höhe.

    Ganz falsch ist das doch alles nicht. Höchstens das mit der "wir haben die Jugendarbeit völlig perfekt von Grund auf neu aufgestellt und werden in der Zukunft an allen und jedem vorbeiziehen" ist etwas arg optimistisch, und zuviel Glaskugel. Wenn man in jedem Jahrgang wo es internationale Turniere gibt vorne dabei ist unter den Top-4 kann man davon sprechen, insbesondere wenn man häufiger Gast in Finals ist.

    Ich interpretiere das mal so, dass zum Zeitpunkt der Verpflichtung von Prokop auch andere, etabliertere und erfahrenere Trainer verfügbar waren, man sich aber auf vielfachen Wunsch des Einzelnen "Bob" nur auf Prokop beschränkt hat. Nun sind die damaligen Kandidaten nicht mehr verfügbar, und Prokop hat sich etwas stabilisiert, also will man ihn doch nicht mehr absägen. Würde ich übrigens momentan auch nicht.

    Erst wenn in den Sachfäden keine Fortschritte oder Ansätze mehr erkennbar sind, müsste man reagieren, aber dann braucht man auch Alternativen. Und muss ggf. auch seine Kompetenz in Frage stellen ein TEAM zu bilden in dem nicht alles von der Weisheit des Headcoaches abhängt, und auch andere Leute Arbeit einbringen. Das gibt es in der NBA, NFL usw. auch nicht. Aus gutem Grund. Da gibt es dann ein Offense-Trainerteam, Defense-Trainerteam, Athletik Coaches, medical staff, und und und. Die haben Spezialisten für alles und jedes die sich gezielt damit auseinandersetzen, weil nicht einer alles wissen und tun kann.

    Auch wenn es an sich gar nichts über Qualität aussagt, ein heftiger Karl-Marx-Stadt-Akzent wie bei einigen meiner Kollegen ist mir an ihm absolut gar nicht aufgefallen. Wobei ich definitiv grosse Unterschiede im Dialekt von denen kenne, ohne zu wissen welcher Region das jeweils zuzuordnen ist. Inzwischen ist es auch ein Spass zwischen mir und einem solchen Kollegen, uns über aktuelle Missstände in der Firma im DDR-Politbüro-Jargon zu unterhalten. :)

    Wenn man drauf achtet merkt man es, aber von "Dialekt" würde ich da nicht sprechen. X( Ist für die Beurteilung der Qualität auch eher nicht aussagekräftig.
    https://youtu.be/Rgveke8VMIo?t=88