Beiträge von BlKW168

    Regeln:

    - Kein Angriff-Abwehr-Wechsel

    - Kein 7 gegen 6

    Das ich das noch erleben darf!

    Der Zenit des Rennballs ist nun wohl überschritten.

    Offensichtlich hat man jetzt auch in den höheren Gremien erkannt, dass der Rennball-Hype nicht nur positive Aspekte, sondern vor allen Dingen viele Probleme in den aktuell gespielten Handball einbringt und man sucht jetzt in einem ersten Schritt nach abgemilderten Varianten. Das nährt die Hoffnung, dass in nicht allzu ferner Zukunft das Handballspielen wieder Oberhand gewinnt und die Überbetonung der läuferischen Physis ein zügiges Ende findet!

    Das Problem beim THC heißt nichts Csikos sondern Aizawa. Wenn sie ihre Kreisanspiele nicht hinbekommt, dann hat der THC ein Problem. Die richtige Lösung wäre auswechseln gewesen und nicht 7 gegen 6.

    Die eigentlichen Ursachen liegen noch deutlich tiefer. Dem aktuellen Reglement folgend kann/will der THC seit Jahr und Tag nur zwei Varianten spielen. Rennball normal und Rennball 7 gegen 6. Bei Müller kommt hinzu, dass er, wenn es eng wird, ausschließlich auf die Führungsspielerinnen setzt. Bestes Beispiel war das Finale im letzten Final4 des EHF-Cup's, als eine spieltechnisch indisponierte und physisch auf den Felgen fahrende Reichert viel zu lange auf dem Feld blieb und ein Vorsprung, der eigentlich für drei Spiele reicht, noch verspielt wurde.

    Das zugrunde liegende Spielsystem ist leicht ausrechenbar und die Gegner stellen sich im Laufe eines Spiels und noch mehr im Laufe einer Saison immer besser darauf ein.

    Um nicht missverstanden zu werden:

    Das Müller-Duo ist für mich nach wie vor nicht nur das erfolgreichste, sondern auch das mit Abstand beste Trainerteam im deutschen Frauenhandball. Aber die regeltechnischen Rahmenbedingungen limitierten das Spiel immer mehr. Erfolgreich ist nur, wer zu permanenten Kurzsprints in der Lage ist und sich dabei physisch nicht zu sehr verschleißt. Das ist nicht nur im (semi-) professionellen Bereich ein Problem und führt dazu, dass sich der Kreis von über längere Zeit erfolgreichen Spitzenspielerinnen nahezu ausnahmslos auf ein bestimmtes Profil konzentriert und immer weiter reduziert.

    Denn:

    Aber ich gebe zu, diese Tendenz ist europaweit zu beobachten.

    Bei Frauenhandball ist die Anzahl TF oft atemberaubend hoch. 18 und 20 TF und das von 2 der besten Mannschaften Deutschlands.

    Da fragt man sich wirklich, woran das liegt. Frauen betonen doch immer ,dass sie denselben Trainingsaufeand haben wie die Männer etc und das von klein auf.

    Bitte jetzt nicht alles darauf schieben, dass man nebenher noch arbeiten muss. Die technischen Grundlagen werden eher gelegt.

    Richtig! Es ist kein spezifisch deutsches Problem. Das ganze Dilemma hat strukturelle Ursachen ...

    Wenn sich Erfolg letztendlich nur einstellt, wenn man willens und in der Lage ist, bei jedem Angriff zweimal im Höchsttempo über das gesamte Feld zu sprinten, schreckt das gerade bei Kindern und Jugendlichen einen erheblichen Teil möglicher Aspiranten von vornherein oder spätestens beim Streben nach höheren Weihen davon ab, sich mit Laib und Seele dem Handball zu verschreiben. Mit der dramatischen Folge, dass sich der Spielbetrieb und damit natürlich auch die Zahl der im Training befindlichen jungen Menschen immer weiter reduziert. Damit sinkt auch das Anspruchsniveau, denn natürlich muss man dann bei den Leistungsanforderungen Kompromisse machen, um überhaupt spielfähige Mannschaften auf das Parkett zu bekommen. Und das eine weniger breite Basis auch weniger Ausnahmespielerinnen generiert, wird niemand ernsthaft bestreiten. Also geht man zwangsläufig auch in diesem Bereich Kompromisse ein. Das fatale Ergebnis bildet sich schon jetzt in den oberen Ligen des Frauenhandballs ab, diese Entwicklung wird sich noch verstärken.

    Auf dieses hausgemachte Problem weise ich hier schon seit Jahren hin. Es zerreißt mir das Herz wenn ich sehe, wie die Verantwortlichen in den hohen Gremien des Handballs sehenden Auges in die Katastrophe steuern ...

    Oldenburg gegen den THC war ein interessantes, kurzweiliges und aufschlussreiches Spiel mit dem THC als letztendlich verdientem Sieger. Unbedingt erwähnenswert ist die Schiedsrichterleistung. Das Beste, was ich in den letzten Jahren hier gesehen habe. Nicht ganz fehlerfrei (das geht im Handball nicht), aber immer ausgewogen in den Entscheidungen. Warum ist das eher die Ausnahme und nicht die Regel?

    Hier wurden Maßstäbe gesetzt!

    PS.

    Warum spielen Madita Kohorst und Toni Luisa Reinemann keine Rolle in der Nationalmannschaft? Ich hatte diese Frage vor Jahr und Tag schon einmal gestellt ...

    Leute, Leute,

    ihr diskutiert hier seitenweise über die Möglichkeiten, wie ein nicht unerheblicher Teil der Spielerinnen in der 1. Bundesliga mit mickrigsten Einkommen abgespeist werden kann. Auf der anderen anderen Seite steht der Anspruch der zunehmenden Professionalisierung. Meint hier wirklich irgend jemand, das passt auch nur ansatzweise zusammen? So langsam sollten sich alle Beteiligten wieder dem Boden der Realität nähern und das Machbare vernünftig gestalten und verwalten. Überhöhte Vorgaben produzieren enttäuschte Erwartungen und haben noch niemanden weitergebracht ...

    Vielleicht ist der VB schuld, der die Schiris entmündigt. Wenn sie dann, wie hier im Frauenfinale, einmal ohne auskommen müssen, sind sie total verunsichert.

    Überlegungen in diese Richtung haben mit Sicherheit ihre Berechtigung. Ich würde es noch etwas anders interpretieren. Der VB hat die (meisten) Schiedsrichter verunsichert, weil ihre nach ihrer eigenen Wahrnehmung unfehlbare Kompetenz regelmäßig in Frage gestellt wird. Vor der Einführung des VB war jede ihrer Entscheidungen Gesetz, Widerspruch zwecklos. Das ist überhaupt nicht despektierlich gemeint. Für die Schiedsrichter ist es im Handballalltag bildlich gesprochen überlebenswichtig, Autorität zu zeigen und zu behaupten. Wer das nicht schafft, hat im Brennpunkt der Emotionen nicht nur im leistungsorientierten Teil der Handballwelt hoffnungslos verloren. Und genau an dieser Stelle zeigt der Videobeweis seine Zwiespältigkeit. Einerseits ist er richtig eingesetzt eine unschätzbare Hilfe, um unübersichtliche Spielsituationen aufzuklären. Anderseits zeigt er oft genug, dass der/die Schiedsrichter mit ihrer ersten Wahrnehmung nicht richtig lagen. Das nagt nicht nur am Selbstbewusstsein eines Schiedsrichters (insbesondere, wenn er seine Schiedsrichtertätigkeit sehr ernst nimmt!). Es wirft natürlich auch zwangsläufig die Frage auf, warum nicht in allen (wichtigen?) Spielen diese Technik eingesetzt wird.

    So oder so ist die Entscheidungskompetenz der Handballschiedsrichter mit der Einführung des VB auch ein Stück weit infrage gestellt worden. Natürlich sind wir noch ganz am Anfang der Entwicklung. Ob die Zukunft mit VB besser wird, wenn der Umgang damit aus den stümperten Kinderschuhen herausgeholt wird, ist nicht sicher. Aber richtig eingesetzt bietet er nach meiner Überzeugung mehr Chancen als Risiken. Dazu gehört unbedingt auch ein eingeschränktes Vetorecht der Trainer (z.B. 2 unberechtigte Veto's pro Trainer pro Halbzeit), es würde die Akzeptanz ungemein erhöhen.

    Sehr wichtig wäre auch eine deutliche Präzisierung der Regelwerke und ihrer Anwendungsvorgaben. Gegenwärtig sind die Interpretationsspielräume viel zu groß, da können die Schiedsrichter nur verlieren. Das gilt gleichermaßen für die Spieler, Trainer und Zuschauer. Die Bedeutung des Gerechtigkeitsempfindens darf keinesfalls unterschätzt werden. Für den Handball ist es überlebenswichtig, wieder mehr Klarheit in das Spielgeschehen zu tragen. Run and Fun alleine trägt auf Dauer nicht ...

    Verweise auf die Dynamisierung des Handballs zum Rennball als eine weitere wesentliche Ursache für die Zunahme von fehlerhaften Schiedsrichterentscheidungen lasse ich an dieser Stelle mal außen vor. Ich habe schon genug darüber geschrieben und dieser Zusammenhang ist eh offensichtlich ...

    Man hätte nach den aktuell geltenden Regeln und Vorgaben zu ihrer Anwendung diese und viele andere Szenen so entscheiden können wie sie entschieden wurden. Man hätte aber auch anders entscheiden können, ohne die Regeln wirklich zu missachten. Die Entscheidungsspielräume sind einfach viel zu groß. Man sieht es immer wieder ...

    Warum das so ist und welche Folgen sich daraus ergeben, darf sich jeder selber zusammenreimen. Auch hier sind den Interpretationsspielräumen keine Grenzen gesetzt!

    Natürlich ist die Frage, "wem nutzt es" im Zweifelsfall dabei nicht der verkehrteste Ansatz!

    Es ist schon bemerkenswert, wie immer wieder Spiele in den letzten Sekunden durch krasse Fehlentscheidungen entschieden werden.

    ... nicht nur in den letzten Sekunden. Da fällt es nur mehr auf ...

    Nach meiner Wahrnehmung gibt es eine klare Tendenz, dass immer mehr Spiele durch die (Linie der) Schiedsrichter entschieden werden und immer weniger durch die Spielerinnen.

    Wie ich vor kurzem schon einmal schrieb:

    Der Fehler liegt im System!

    Woran liegt es denn , dass ja anscheinend nicht nur das Niveau in der Bundesliga sondern auch in anderen Ligen, Ländern sinkt? Ist das ein gesellschaftliches Problem oder nur ein Problem im Sport? An vielen Sportlern und Sportlerinnen liegt es glaube ich nicht , denn viele sind bereit ja dafür alles zu geben.

    Vielen Dank für die durchaus rhetorisch zu verstehende Fragestellung! 😊👋👋

    Bei der Ursachenforschung hinsichtlich der allgegenwärtigen und stetig wachsenden Misere im Frauenhandball kann ich nur empfehlen, mal über den "modernen" Rennball nachzudenken. Die vielen mit seiner Etablierung verbundenen Probleme habe ich in den letzten Jahren hier mehrfach genannt und ausführlich erläutert. Ich werde die ganzen Aspekte hier aber jetzt nicht noch einmal hoch- und 'runterdeklinieren, dafür sind die nachteiligen Folgen auch bei diesem Final4 zu offenkundig. Auch und gerade zum Thema verändertes Regelwerk und seine Umsetzung. Ich möchte den meisten Schiedsrichtern gar nicht absprechen, dass sie wirklich ihr Bestes geben. Gerade auch bei den beiden Halbfinalspielen waren die Schiedsrichterleistungen wirklich gut. Aber eben trotzdem mit vielen fragwürdigen Regelinterpretationen behaftet und das sorgt in jedem Einzelfall immer wieder für Irritationen und führt oft genug auch zu erheblichen Konflikten. Da sind vordergründig weder die Schiedsrichter noch die Spielerinnen oder die Trainer schuld. Der Fehler liegt im System ...

    In diesem Zusammenhang noch ein Wort zum Thema Athletik:

    Dass der Rennball und die entsprechend veränderten Regelwerke andere Spielertypen favorisieren und fördern (Kampf"rüsseltier" mit Pferdelunge) liegt auf der Hand. Die damit verbundenen grundlegend veränderten Anforderungen an die athletischen Fähigkeiten haben zumindest dem Frauenhandball überhaupt nicht gut getan. Denn gerade für spielintelligente, sprung- und wurfstarke Rückraumspielerinnen ist im Kampf um die Stammplätze die Luft erheblich dünner geworden gegenüber den Dauerintervallsprinterinnen. Da erscheinen die Alternativen wie Volleyball und Basketball plötzlich durchaus lukrativ. Zumal im Handball vor dem Hintergrund der deutlich höheren Dynamik bei der derzeitigen Regelauslegung gerade im leistungssportlichen Bereich ("internationale Härte") die Zahl der Blessuren und viel problematischer auch die Gefahr schwerer Verletzungen zunehmend ein erhebliches Abschreckungspotential aufweisen. Gerade zu Beginn einer möglichen Karriere für die jungen Mädchen (und durchaus auch deren Eltern!) ein nicht zu unterschätzender Aspekt ...

    Mein Fazit für den Frauenhandball insgesamt:

    Und wer nicht reagiert zur rechten Zeit, der muss an Spielermaterial nehmen, was übrig bleibt!

    Herzlichen Glückwunsch an den THC! Eine überragende Laura Kuske rettet den von Anfang an auf dem Zahnfleisch gehenden Thüringerinnen gegen einen unerfahrenen und zu wenig selbstbewussten Gegner den Sieg. Die nicht fehlerfreien aber gut agierenden Schiedsrichterinnen haben insgesamt sehr ausgewogen gepfiffen. Das passiert dem THC auch nicht jeden Tag ...

    Das ist ein bisschen sehr schwarzgemalt. Welcher Verein lebt denn gerade deutlich über seinen Verhältnissen? Das sehe ich in der ersten Liga zum Beispiel gar nicht.

    Schwarzgemalt? Naja, das darfst du gern so sehen. Aber am eigentlichen Finanzierungsproblem, dass das Experiment einer Professionalisierung des Frauenhandballs zwangsläufig mit sich bringt, geht dein Argument vorbei. Wie zuletzt hier im Forum häufiger beschrieben reichen die derzeitigen Bezüge vieler Spielerinnen allein nicht aus, um damit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, von einer vernünftigen Lebens- und Altersvorsorge mal ganz abgesehen. Diese Situation ist nicht gerade dafür prädestiniert, die Spielerinnen davon zu überzeugen, ihr Leben zu 100 Prozent auf den Handball als Leistungssport zu konzentrieren, nicht einmal für 10 oder 15 Jahre. Wirkliche Professionalität wie im Männerhandball sieht anders aus, bedarf aber eben auch einer ganz anderen finanziellen Basis, die ich beim Frauenhandball derzeit und vor allem zukünftig nicht sehe. Zumal viele Vereine noch ganz andere Baustellen haben, die Hallensituation sei hier nur als Beispiel genannt. Dass die Verbände an dieser Stelle um einer Scheinprofessionalität willen Forderungen erheben, die schon gegenwärtig für viele schwer bis garnicht realisierbar sind, hilft schon derzeit, erst recht aber mit Blick auf die erwartbar schwere Zukunft nicht weiter.

    Hat für mich nichts mit Handball zu tun und ist ein Armutszeugnis, wenn einem Trainer nichts anderes einfällt, als eine Frau vorne mehr reinzustellen und das vor allem noch die kompletten 60 Minuten.

    Und dann spricht der Herr noch von Werbung für den Handball. Der Antihandball 7 gegen 6 ist sicherlich keine Werbung für den Handball.

    Da geht die Kritik eindeutig in die falsche Richtung. Wenn ein Trainer ein taktisches Mittel, dass neu eingeführte Regeln ausdrücklich ermöglichen, erfolgreich einsetzt, kann man dem Trainer keinen Vorwurf machen. Das Problem liegt dann vielmehr unbedingt bei den regelgebenden Gremien! Also bitte sich bei den Verbänden beschweren und nicht über den in der HBF1 erfolgreichsten Trainer der letzten 20 Jahre ...

    Und beim Beschweren auf jeden Fall nicht vergessen, dass das 7 gegen 6 keine losgelöste, in sich geschlossene Regel ist. Sie ist vielmehr zusammen mit der schnellen Mitte und vielen anderen Maßnahmen wie z.B. auch die ganzen seltsamen Regelabweichungen in den letzten Spielsekunden Bestandteil eines ganzen Pakets an Regeln, dass mit dem Ziel verabschiedet wurde, den ohnehin schon schnellen Handball weiter zu dynamisieren. Ich habe diesen ganzen Unfug von Anfang an gerade auch hier im Forum als "Rennball" heftig kritisiert und auf die in vielfältiger Hinsicht problematischen Folgen hingewiesen. Die Mehrzahl der "Experten" hier im Forum hat sich regelmäßig gegen meine Kritik gestellt.

    Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen. Alle meine mehrfach ausführlich erklärten und begründeten Prognosen (z.B. erhöhte Verletzungsanfälligkeit, Privilegierung der Kampfschweine mit Pferdelunge, die "feine spieltechnische Klinge" geht beim Rennball dramatisch den Bach hinunter, erhebliche Probleme bei der regeltechnischen Bewertung extrem dynamischer Zweikampfsituationen, mangelnde Kompatibilität für den Breiten- und Nachwuchssport, wodurch der Handball in der Fläche dramatisch an Präsenz verliert ...) sind eingetreten und plötzlich ist die Aufregung groß.

    Zusammen mit dem unsäglichen Meisterschaftsmodus in der HBF1 (da helfen auch die scheinbar oder tatsächlich verordneten Ansagen der Co-Kommentatorin bei DF1 nicht!) und dem immer stärker ausgeprägtem Söldnertum gibt der Frauenhandball mittlerweile ein trauriges Bild ab. Und in Verbindung mit der hier gerade wieder geführten Diskussion, welche deutschen Spitzenteams überhaupt Willens und in der Lage sind, in der kommenden Saison auch international zu spielen, fallen mir positiv ausgerichtete Prognosen für die Zukunft des Frauenhandballs in Deutschland ausgesprochen schwer. Zu groß ist zur Zeit die Diskrepanz zwischen Anspruch (Professionalität) und Wirklichkeit (Trauerspiel auf allen Ebenen, die Präsenz, die Verfügbarkeit und die Wiedergabequalität in den Medien ausdrücklich eingeschlossen!).

    Was noch hinzukommt:

    Offenbar hat kaum jemand aus dem Fall Ludwigsburg(s) gelernt. Dabei wäre es bitter nötig. Denn für die so sehnsüchtig angestrebte weitere Professionalisierung bräuchten die Vereine und selbstredend auch die Verbände (man schaue nur auf das traurige Kapitel Schiedsrichterarbeit!) Geld, sehr viel Geld. Glaubt jemand ernsthaft, dass gerade in Deutschland angesichts des derzeitigen gewaltigen Aderlasses in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft in den kommenden Jahren immer größere Summen an Sponsorengeldern in den Handball fließen? Da ist wohl eher das Gegenteil zu erwarten. Alle Beteiligten wären nach meiner Meinung gut beraten, sich auf ein entsprechendes Szenario einzustellen ...

    Wir befinden uns gerade mitten in der Phase der neu kreierten "Saisonhöhepunktsspiele" und die Community hier lässt sich seitenweise über die Urlaubsgestaltung einzelner Spielerinnen aus.

    Nicht dass ich da grundsätzlich etwas dagegen hätte, aber bezeichnend ist das schon!

    Ohne Fanbrille:

    Gute Schiedsrichterleistungen sind nicht alles, aber ohne gute Schiedsrichterleistungen ist alles nichts. Vor allen Dingen wenn sie Spiele massiv beeinflussen oder gar entscheiden. Dieser Diskussion müssen wir uns stellen, wenn wir das Schiedsrichterwesen und manchmal auch -unwesen auf das erforderliche Niveau heben und halten wollen. Das Thema Regelwerk, seine Interpretationsspielräume und die tatsächliche Umsetzung gehört unbedingt dazu. Auch das DHB-Pokal-final4 hat das Problem sehr anschaulich gezeigt.

    Was nicht weiterhilft, sind die ständigen Beschwichtigungen und Abwiegelungen, die jedesmal reflexartig aufploppen, wenn das Thema Schiedsrichter und ihre Leistungen zur Sprache kommt ...

    Was für eine katastrophal gruselige Leistung von Zwickau in der 2. HZ (die erste habe ich nicht gesehen). Woran kann das liegen?

    Es sollte doch jeder mitbekommen haben, dass Zwickau nur 4-5 Verträge hat.

    Das ständige Bäumchen-wechsle-dich-Spielchen macht über kurz oder lang sowohl die Mannschaften als auch die Vereine (Fankultur/Identifikation mit Idolen/Zuschauerbindung!) kaputt. Viele aus der Söldnerschar spielen nur solange wirklich engagiert, wie es für die eigene Karriere notwendig/förderlich ist. Bei so einem Modus in der Meisterschaft doppelt problematisch.

    Das nach meiner Wahrnehmung die Leistung der Schiedsrichter ganz nah bei der Leistung der Zwickauer Mannschaft lag, sei nur beiläufig erwähnt. Denn das eine hatte diesmal mit dem anderen nur wenig zu tun...

    Um auch den letzten offenen Punkt

    und erkenne Deinen Kritikpunkt an meiner Äußerung nicht.


    in diesem Disput zu klären:

    Du hattest zumindest indirekt kritisiert

    Nun haben wir uns wohl gegenseitig genug versichert, wie schwachsinnig dieser Modus ist.

    dass auch ich noch meinen Senf zum leidigen Thema Meisterschaftsmodus beigetragen habe. Nach meiner Überzeugung ist es aber eher meine und nicht deine Entscheidung, was ich hier in die Diskussion einbringen möchte. Ob du das dann liest oder nicht, liegt natürlich ganz bei dir ...

    Und die Auffassung, dass unsere Kommentare in diesem Blog völlig belanglos sind und keinen Einfluss auf Entscheidungen haben, darf ich doch wohl haben.

    Genau so meine ich das. Du darfst deine Meinung haben und ich meine. Und wir dürfen beide unsere Meinungen hier kundtun, solange sie halbwegs beim Thema bleiben und in vernünftigem Ton vorgetragen werden.

    Also zum eigentlichen Thema:

    Ich denke, dass sich in der Relegation eher der Erstligist durchsetzen wird. Zumindest wenn alle Vereine an Bord bleiben wollen und können.

    Im Sinne des Handballs als solide, bodenständige und traditionsbewusste Mannschaftssportart favorisiere ich allerdings eine Lösung ohne Absteiger und mit drei Aufsteigern. Sowohl der HCL als auch Nürtingen, Rödertal oder Berlin hätten der HBL1 schon in der laufenden Saison gut getan. Zumindest, wenn diese in einer normalen Meisterschaftsrunde ausgetragen worden wäre. Alles ist besser als dieser Murks, den schon die unmittelbar Beteiligten kaum überblicken und verstehen und der bei den weniger informierten Zuschauern und Fans nur noch verständnisloses Kopfschütteln hervorruft. Man stelle sich doch nur vor, Göppingen oder gar Metzingen fehlt am Ende ein (fragwürdiger Bonus-) Punkt, um die Relegation zu vermeiden und verliert dann auch noch die entscheidenden Spiele z.B. gegen die Füchse ...

    Was hat das alles noch mit dem ursprünglichen Charakter einer Meisterschaft zu tun? Nicht nur nach meiner Auffassung so ziemlich Nichts. Allerdings habe ich nach den aktuellen Erfahrungen die Hoffnung aufgegeben, dass die Verbandsgewaltigen doch noch zur Besinnung kommen und diesem unseligen Treiben schnellstmöglich ein Ende setzen. Und schon für die nächste Saison wieder einen regulären Modus beschließen, der dem Anspruch einer Meisterschaft auch gerecht wird. Das kann nach meiner Überzeugung nur eine normale Meisterschaftsrunde mit Hin- und Rückspielen sein, die in HBL1 von 14 Mannschaften bestritten wird! Wenn nicht langsam wieder Ruhe und Kontinuität in den Spielbetrieb einziehen, wird der Frauenhandball immer weiter an Interesse und Bedeutung verlieren ...

    Du glaubst doch nicht ernsthaft daran, dass hier jemand mitliest, der auch nur den geringsten Einfluss auf diese Entscheidungen hat. Deshalb dürfte es dafür völlig belanglos sein, was wir hier diskutieren. Außerdem meine ich: Sich Gedanken darüber zu machen, wen es in die Relegation treiben könnte, ist doch angebracht und hat für mch nix damit zu tun, dieses blödsinnge Verfahren zu akzeptieren.

    Bisher habe ich ein Internet-Forum immer als eine Plattform verstanden, auf der man Lesen und/oder Lesen und Kommentieren kann. Wer kommentiert, hat mehr oder weniger bedeutsame Gründe, seine Meinung kundzutun und zwar vergleichsweise unabhängig davon, wer sie dann tatsächlich liest. Die Einschätzung, welche der eingestellten Kommentare zu einem Thema sinnvoll, angemessen oder auch nur zu dulden sind, obliegt nach meinem Verständnis eher den Moderatoren, nicht in erster Linie den Mitkommentatoren.

    Übrigens schließt die Einschätzung, dass dieser Modus aus mehreren Gründen völlig daneben ist, nicht aus, dass man großes Interesse dafür entwickelt, wer letztendlich auf dem Relegationsplatz hängenbleibt, ganz im Gegenteil. In dieser Hinsicht sind wir ja offensichtlich einer Meinung. Eine Erkenntnis, die es ohne meinen Kommentar zumindest für dich nicht gegeben hätte ...