Beiträge von BlKW168

    Unsere Hoffnungen und Wünsche in Gottes Gehörgang, aber ich wäre da zurückhaltender in meiner Prognose. Wenn das Spiel läuft und die beiden wahlweise verteilen, werfen und durchbrechen können, wird das funktionieren. Wird es eng und sind Kreativität und schnelle richtige Entscheidungen gefragt, sind lockere Siege für mich keine Selbstverständlichkeit. Nicht, dass ich den beiden das nicht zutraue, aber haben sie dafür die Routine im Zusammenwirken mit ihren Mitspielerinnen?

    Wenn Grijseels und Lott fehlen, wer nimmt das Spiel in die Hand bzw. wer ist für die nicht einfachen Aufgaben in der Olympia-Quali auf dieser zentralen Position in der NM noch eingespielt?

    Aber du redest hier alles schön, u.a. mit dem Verweis auf die jährlichen Platzierungen.

    Wir alle wissen, wie niedrig das Niveau in der HBF ist.

    Das war deine Reaktion auf meinen Kommentar. Genau so und in einem eigenen Absatz geschrieben...


    Darauf folgte meine rhetorische Frage:

    Ich rede hier alles schön in der HBF?

    ... die du folgendermaßen interpretiert hast:

    Ich hätte es lieber makieren sollen, dachte aber , dass du auch so erkennst, worauf das bezogen ist. Schade 😉


    Dies bezog sich nicht auf die HBF sondern auf deine Sätze am Anfang deines Beitrages " Das Erreichen ......... folgend !

    Was du sagen wolltest, war mir schon klar, aber dann solltest du es auch so formulieren, dass es nicht fehlgedeutet werden kann. Schließlich lesen das hier ja nicht nur wir beide, also sollten unsere Aussagen für alle nachvollziehbar sein. Als Handballer habe ich deinen verbalen Fehlpass jedenfalls gerne aufgenommen und verwertet. ;) ;)


    Auf den eigentlichen Inhalt deiner Aussage ("du redest hier alles schön") möchte ich eigentlich gar nicht weiter eingehen, dafür ist sie viel zu allgemein gefasst. Da könnte ich auch entgegnen " du redest alles schlecht", aber das verkneif' ich mir, da darf sich jeder selber seine Meinung bilden...


    Was uns sicher eint ist die Feststellung, dass es um den Frauenhandball in Deutschland im Allgemeinen und um die HBF im Besonderen nicht besonders gut steht. Dass wir unterschiedliche Positionen zu Ursachen und Perspektiven haben ist legitim und (zumindest für mich) kein Problem...


    Dankbar bin ich allen beteiligten Akteuren, dass es in der HBF trotz der widrigen Rahmenbedingungen immer noch interessante Spiele gibt. THC gegen Dortmund war wirklich sehenswert und hat auch den richtigen Sieger gefunden, weil Dortmund die Nerven bewahrt und letztendlich weniger Fehler gemacht hat. Das Fehlen von Lott und der Ausfall von Rode waren sicher schwerwiegend für den THC, haben aber letztendlich nur gezeigt, wie dünn die Spielerdecke tatsächlich ist. Der Kampf um die internationalen Plätze und gegen den Abstieg wird die letzte Phase der Meisterschaft beherrschen, für ausreichend Spannung ist auf jeden Fall gesorgt.


    Schade, dass sich ab der kommenden Saison nahezu alles auf das Final4 konzentrieren wird. Eine wirkliche Meisterschaft ist das dann nicht mehr...


    Ich halte den Wechsel zum Final4-Modus für den größten strategischen Fehler der HBF der letzten Jahre. Und das will was heißen, denn Fehler gab es weißgott genug...

    Warum zieht man keine Talente an, die früher zum HCL gegangen sind?

    ...

    Speziell beim THC finde ich es halt besonders schade, da die Infrastruktur da ist, eine erste Mannschaft mit Strahlkraft, Trainerexpertise und trotzdem holt man eher aufstrebende Talente aus Österreich oder alternde Japanerinnen.

    Mir fällt kaum eine Zweitiligaspielerin auf, die in Erfurt entwickelt wurden. Jedes Jahr werden ca. 14 Spielerin durch die A-Jugend geschleust. Und wo gehen die dann hin?

    ...
    Vielleicht ändert sich der Wind ja in der Nachmüller-ära. Zu hoffen wäre es.


    Endlich mal wieder eine überwiegend sachliche Diskussion zum Thema, das tut gut. Natürlich mit sehr unterschiedlichen Standpunkten, aber das liegt in der Natur der Sache. Für mich sind die meisten Argumente durchaus nachvollziehbar und auch berechtigt. Die Ursache für das Dilemma liegt für mich aber nur bedingt bei guter oder weniger guter Arbeit in den Nachwuchsleistungszentren und auch nicht am mehr oder weniger ausgeprägten Willen der Bundesligisten, einheimischen Talenten eine Chance zu geben. Vielmehr gibt es diese jungen ambitionierten Spielerinnen mit für diese Anforderungen ausreichendem Potenzial hierzulande kaum noch, weil die Basis dafür mittlerweile nahezu komplett zusammengebrochen ist. Ein regulärer Handball-Spielbetrieb im Breiten- und Nachwuchsbereich findet kaum noch statt, und wo trotzdem noch gespielt wird regiert eher Not gegen Elend als das wirklich ansehenswerte Spiele zu sehen sind. Gewarnt habe ich vor einer solchen Entwicklung seit Jahren, nun ist diese traurige Situation in weiten Teilen unseres Landes bittere Realität. Damit hat die Attraktivität unserer Sportart extrem abgenommen, viele Kinder gehen mittlerweile von vornherein zu anderen Sportarten/Freizeitbeschäftigungen. Dass dann aus dieser extrem ausgedünnten Basis auch nur noch wenige Talente den Weg nach "oben" finden ist eine zwangsläufige Folge dieser fatalen Entwicklung. Diese Erkenntnis scheint noch nicht überall angekommen zu sein. Obwohl es ja offensichtlich ist, dass die wenigen Talente nur in Ausnahmefällen den Sprung in den Profibereich schaffen. Scheinbar glauben die Verantwortlichen nach wie vor, dass vereinzelte Erfolge in den Nachwuchsauswahlmannschaften ein Zeugnis für gute und erfolgreiche Nachwuchsarbeit darstellen. Der Gradmesser ist aber nach wie vor der Bundesligaalltag (und darüber hinaus die europäische Ebene), und dafür reicht es bei den meisten eben nicht. Oder glaubt hier jemand im Ernst, dass die Vereine bzw. die verantwortlichen Trainer aus lauter Jux und Dallerei jedes Jahr einen Großteil ihres Budgets zum Fenster hinauswerfen, nur um sich mit Spielerinnen aus Österreich, Holland, Skandinavien, Frankreich, Spanien oder sonst wo her schmücken zu können? Ich bin überzeugt, dass alle HBF-Vereine ihr Möglichstes versuchen, Eigengewächse in ihren Teams zu etablieren. Aber die ernstzunehmenden Optionen dafür werden immer weniger und die notwendigen Prioritäten bei der Zusammenstellung der Mannschaft sind da letztendlich ganz andere...


    Ich bleibe dabei: die HBF-Vereine sind nicht Täter, sondern Opfer einer verhängnisvollen Entwicklung, bei der mit der fehlenden Qualität des Spielbetriebes insbesondere im Schülerbereich einfach auch die Konkurrenzsituation fehlt, um die wenigen Ausnahmetalente von Anfang an ausreichend zu fordern und damit auch zu entwickeln.


    Das ist die Stelle, an der ich meinen Punkt setze ...

    Aber du redest hier alles schön, u.a. mit dem Verweis auf die jährlichen Platzierungen.

    Wir alle wissen, wie niedrig das Niveau in der HBF ist.

    Ich rede hier alles schön in der HBF?

    Ich habe ja schon viel gelesen in diesem Forum. Aber diese "Belobigung" ist wirklich einzigartig. Für mich lässt das nur den Schluss zu, dass du die Mehrzahl meiner Kommentare vielleicht gelesen, aber mit Sicherheit nicht verstanden hast. Schade!

    Aber Horst 65/64 und seine Wohngemeinschaft haben bestimmt einen Plan :lol:

    :) :klatschen: :klatschen:

    Dabei hat der THC ein Internat, was man vielleicht schon mal vergisst, da dort praktisch keine Talente den Sprung schaffen.

    Das sehe ich anders, fange bei Dinah Eckerle an und höre bei z.B. Arwen Gorb noch lange nicht auf. Mehr geht immer, aber andere Vereine machen sich die Mühe gar nicht erst. Vielleicht sollte man dort mit der Kritik ansetzen...

    Was ist nur aus dem Thüringer HC geworden ?


    Und Müller darf auch nächste Saison noch dort rumwurschteln. Wahnsinn


    Gehts hier nur um Titel etc ?

    Die letzten Erfolge sind übrigens ne Ewigkeit her

    Das ist schlichtweg falsch. Das Erreichen des EL-Final4 letztes Jahr ist ein großer Erfolg, auch die konstant guten Bundesligaplatzierungen über einen so langen Zeitraum können nur Wenige vorweisen. Dass diese Erfolge mit einem vergleichsweise geringen Budget erzielt werden unterstreicht nur die hervorragende Arbeit, die die Müller-Brüder beim THC leisten. Nicht ohne Grund gehen immer wieder (potentielle) Spitzenspielerinnen zum THC, um dort zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Dass sie dann im nächsten Schritt zu europäischen Spitzenvereinen gehen liegt in der Natur des bezahlten Handballsports. Beim THC hinterlässt das jedesmal eine spürbare Lücke, die nicht immer gleich gleichwertig nachbesetzt werden kann. Ich bin kein Freund dieses ewigen Wechselspiels und ich teile auch nicht alle Auffassungen von HHMüller bezüglich Spielanlage und Taktik. Aber ich respektiere, was sie unter den gegebenen Rahmenbedingungen jedes Jahr auf die Beine stellen. Und dass sie es regelmäßig schaffen, deutlich höher dotierte Vereine in Verlegenheit zu bringen zeigt, dass sie nach wie vor Vieles richtig machen. Wer sollte es besser können?


    Deine regelmäßigen Tiraden gegen HHMüller, die sich mittlerweile ja schon zu regelrechten Rücktrittsforderungen auswachsen, nähren bei mir vielmehr den Verdacht, dass du es lieber heute als morgen sehen möchtest, dass sich der THC von den Müllers trennt. Allerdings nicht, damit der THC mit einem neuen Trainer zukünftig wieder reihenweise Titel holt, sondern eher, um einen dir missliebigen und unangenehmen Konkurrenzverein in's handballerische Nirwana zu schicken... :smokin: 8)

    Schön, dass sich auch in diesem Forum so langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass wir im deutschen Frauenhandball ein massives Nachwuchsproblem haben. Ich schreibe es hier schon seit ein paar Jahren: Ohne eine grundsätzlich neue Strategie mit massiver und nachhaltiger Förderung des Breiten- und Nachwuchsbereiches wird das nichts mehr mit einer ausreichenden Zahl an guten Nachwuchstalenten. Die katastrophalen Regeländerungen, die Handball zum Rennball gemacht haben, tun ihr Übriges und schrecken viele junge Sportler ab, die es einmal ernsthaft mit Handball versucht haben.

    So schlimm der Spruch auch klingt: Aktuell reiten wir ein totes Pferd! :nein:

    Ein interessantes Sammelsurium von Beschwichtigungen und "Erklärungen" dieser tatsächlich nicht einzigartigen Schiedsrichter-"Leistung". Am besten finde ich ja die Argumentation Im Zusammenhang mit der Wahrnehmung des Verhaltens von HHMüller. Der Verein hat also Schuld und die Schiedsrichter wissen vor dem Pfiff schon, dass die beiden nach dem Pfiff wieder das Rumpelstielzchen geben und lassen sich von diesem Gedanken überhaupt nicht beeindrucken. Vielleicht ist diese These ja gar nicht so weit von der Wahrheit entfernt...


    Ich empfehle allen, die es als normal oder sogar als gut und richtig empfinden, was die Schiedsrichter bei diesem Spiel vom Stapel gelassen haben, mal zu überlegen, welchen Eindruck die Fernsehzuschauer, zumindest die Kundigen unter ihnen, von der offiziellen Regelinterpretation und damit auch vom aktuellen Zustand des Frauenhandballs in Deutschland bekommen. Wenn man dann noch in Erwägung zieht, dass unter diesen Zuschauern auch eine erhebliche Anzahl von handballinteressierten Kindern einschließlich ihrer Eltern zu finden sein wird, bekommt man vielleicht eine Vorstellung davon, welcher Schaden hier angerichtet wird. Und dann an anderer Stelle hier im Forum jammern, dass kein gescheiter Nachwuchs mehr aufkommt...

    Dass ich auf der anderen Seite froh bin, dass sich wenigstens in diesem Punkt so langsam ein Problembewusstsein entwickelt, möchte ich nur mal als Fußnote anmerken.


    Und allen, die mal schnell eine Viertelstunde eines Spiels angucken und dann alles korrekt einschätzen können kann ich nur empfehlen, auch weiterhin beim Gucken zu bleiben. Mit Sehen wird das eh nichts mehr ...

    Es hat einige "komische" Schiedsrichterentscheidungen gegeben. Trotzdem sehe ich den Sieg von Bietigheim als verdient an, allerdings, vom Spielverlauf her, etwas zu hoch.

    Das kann man so sehen und eine solche Sichtweise ist auch legitim. Aber niemand vermag zu sagen, wie das Spiel gelaufen wäre, hätten die Schiedsrichter gut oder wenigstens ausgewogen gepfiffen. Unter diesem Gesichtspunkt ordne ich auch folgende Aussagen ein, für die ich im Übrigen sehr dankbar bin:

    Gute Umschreibung... In meinen Augen haben sie ein Teil des Spieles zerpfiffen...


    Am Ende wollte Bietigheim unbedingt gewinnen und der THC konnte nicht mehr gewinnen... Ab der 50 Minuten wurde es immer schwerer für Lott und Co...


    Der eigentliche Skandal ist ja, dass es schon lange kein Einzelfall mehr ist, dass auch dieses Mal die Verantwortlichen für dieses gravierende Versagen den Mantel des Schweigens über dieses unwürdige Geschehen legen werden und es deshalb für immer ein Geheimnis bleiben wird, ob die beiden Hauptakteure es nicht besser konnten oder ob hier noch ganz andere Optionen eine Rolle spielen. Es ist nach meiner Überzeugung auch ein Problem für die Spielerinnen von BBM, denn unter diesen fragwürdigen Umständen sollte es jedem Sportler mit Herzblut für seine Sportart schwer fallen, aufrichtigen Hauptes zum Finale auf das Parkett zu laufen, geschweige denn, sich dann über den schon jetzt sehr wahrscheinlichen Pokalgewinn unbeschwert freuen zu können.


    Der Schaden für den Frauenhandball ist schon jetzt immens, denn dank der Übertragung im Free-TV haben viele Augen dieses beschämende Ereignis verfolgen dürfen bzw. müssen...

    Wer Schiri-Leistungen nur anhand zweier beschriebener Situationen (wo ich Dir

    in der Sache sogar Recht gebe anhand meines Streamingbildes/Zeitlupe)

    beurteilt , tut nichts zur Sachlage beitragen.

    Wenn ich alle klaren Fehlentscheidungen der Schiedsrichter in diesem Spiel beschreiben wollte müsste ich ein Buch schreiben. In meinen Kommentaren habe ich das auch deutlich zum Ausdruck gebracht und selbst das extrem parteiische Kommentatorenteam kam nicht umhin, auf die klaren Fehlentscheidungen einzugehen. Insofern läuft deine Kritik in's Leere. Nur noch zwei Hinweise dazu: Kurz vor dem mit Siebenmeter belohnten Stürmerfoul gab es auf der gleichen Position einen Durchbruch am Kreis, den freien Wurf hat die THC-Torhüterin gehalten. Obwohl es keinerlei Behinderung gab, wurde auf Siebenmeter entschieden. In dem Zusammenhang fiel das ganze Spiel über auf, dass sehr schnell auf Siebenmeter gegen den THC entschieden wurde, wenn die Abwehrspielerinnen in irgendeiner Form Kontakt zum Kreis hatten. Soweit, so gut. Wenn nicht auf der anderen Seite in absolut vergleichbaren Situationen regelmäßig der Siebenmeterpfiff verweigert worden wäre, selbst wenn die Abwehrspielerinnen noch Sekunden nach dem Pfiff auf oder sogar hinter der Linie standen. Wettbewerbsverzerrender geht es hinsichtlich der Schiedsrichterleistung nicht, zumal die o.g. Stürmerfoulaktion eine absolut spielentscheidende Situation war (2 vor plus Siebenmeter für BBM statt Ballbesitz für den THC.


    Trotzdem danke für deine Kritik, sie war konstruktiv und bot Raum für eine sachliche Diskussion. Anders als der eine oder andere Schmutzwerfer, die sich hier strapazieren.


    Über Schiedsrichterleistungen kann man immer diskutieren.

    Über diese Schiedsrichterleistung muss man diskutieren!


    Aber mit Wörtern wie "Skandal" usw. sollte man aufpassen.

    Wir sind hier nicht in der Märchenstunde. Wenn ich deine Äußerungen lese, komme ich mir vor wie der kleine Junge in Des Kaiser's neue Kleider. Wovon ich überzeugt bin, das spreche ich auch aus. Wir hätten gerne darüber diskutieren können, aber du hast dich selber disqualifiziert!

    Da setzen die Schiedsrichter ihre "Glanzleistung" konzentriert fort mit dem Höhepunkt 7 m für BBM statt Stürmerfoul in einer Situation die klarer nicht sein konnte und das Ganze wird dann zum "glanzvollen Arbeitssieg".


    WAS FÜR EIN SKANDAL!


    Was für ein Armutszeugnis für den deutschen Frauenhandball.


    :kotzen: :kotzen: :kotzen:

    Was sind das für Schiedsrichter? Wer bezahlt die? Wofür???


    Ein freier Wurf aus Nahdistanz direkt auf den Kopf der Torhüterin wird nicht bestraft. Unglaublich!!! Und das war ja beileibe nicht die einzige einseitige Regelauslegung.


    Wie ich schon mehrfach betont habe: So wird ein Final four zur Farce, egal ob Pokal oder zukünftig auch die Meisterschaft. Da kann man sich nur mit Grausen abwenden ...

    Sollte es stimmen, dass Johanna Stockschläder den THC vorzeitig verlässt, fände ich es zwar schade, aber wundern würde mich es nicht wirklich. Wenn Anspruch und Realität sowohl auf Seiten der Spielerin als auch auf Seiten des Vereins regelmäßig zu weit auseinander liegen, dominiert der Frust vor der Lust. Ob das beim THC gerade in Bezug auf die Außen immer an den Spielerinnen liegt wage ich aber zu bezweifeln. Es ist ja nun nicht gerade das erste Mal, dass sich beim THC junge ambitionierte (National-) Spielerinnen auf Außen totlaufen und sich vom Hoffnungsträger zu Mrs. Chancentod wandeln, man denke nur beispielsweise auch an Alexandra Mazzucco ...


    Ich maße mir nicht an, die Ursachen und Hintergründe hier komplett zu durchschauen. Trainingsmethodik, Spielanlage, Verletzungen, vieles ist möglich und kann einzeln oder in Kombination dazu führen, dass die entsprechenden aussagekräftigen Quoten in der Tendenz eher schlechter als besser werden. Auffällig erscheint es mir aber schon, dass gerade beim THC als dem erfolgreichsten deutschen Frauen-Handballverein der letzten 15 Jahre auf den Außenpositionen nur wenige Spielerinnen wirklich gezündet haben ...

    International dürfte das aber eher Kontraprodutiv sein

    wenn die anderen Nationen im Jugendbereich weiterhin mit schneller Mitte spielen, würde sie die deutschen Juniorinnen und Grund und Boden rennen, weil sie damit überhaupt nicht vertraut wären
    Gleiches gilt für mich dann auch für 'ne A-Nationalmannschaft, die diese Mittel nicht gelernt hat
    spannend auch wenn Spielerinnen Bundesliga und A-Jugend spielen und dann zwischen verschiedenen Regelsystemen wechseln sollen

    Ich habe ja nicht gesagt, dass das einfach zu realisieren wäre, diese Konflikte sind mir durchaus bewusst. Fakt ist aber, dass die enorme Beschleunigung des Spielflusses auch erhebliche Probleme mit sich gebracht hat:

    • Das dominierende Anforderungsprofil für Spitzenspieler hat sich um eine wesentliche Eigenschaft erweitert. Wer jetzt nicht als Dauerläufer mit Pferdelunge und zusätzlichen Reserven für permanente Zwischensprints daherkommt, hat nicht die besten Karten.
    • Diese Fähigkeiten sind aber auch in anderen Mannschaftssportarten (allen voran im viel besser bezahlten Fußball) sehr gefragt, die Konkurrenzsituation spricht hier nicht unbedingt für den Handball
    • Die Gefahr schwerer Verletzungen ist insbesondere für größere und/oder schwerere Spieler enorm gewachsen. Dabei spielen sowohl die grundsätzlich höhere Tempointensität als auch die daraus erwachsende höhere Dauerbelastung speziell des Bewegungsapperates eine entscheidende Rolle.

    Auch auf die Strategie und Taktik hat es einen eher unheilvollen Einfluss: Spielintelligenz hat längst nicht mehr den überragenden Stellenwert. Höher im Kurs stehen jetzt vergleichsweise monotone Ansätze wie "Schnelle Mitte", "Zweite Welle" und "Durchbruch" als finale Abschlusshandlung. Positionsspiel mit Einbeziehung von Kreis und Außen wird gerade in Deutschland da schon fast als leider unvermeidbares Übel angesehen. Würfe aus dem Rückraum werden oft als Einzelaktion ausgeführt und deshalb meist als Notlösung etikettiert. Bestenfalls gibt es als Unterstützung ein paar eingeübte Spielzüge ("Kreuzungen"), deren Grundstruktur jeder gute Trainer in kürzester Zeit gelesen hat und entsprechend unterbinden kann.


    Im Ergebnis trainieren wir schon im Nachwuchsbereich vorrangig die o.g. Spielroutinen und bestimmte Spieler, deren Potentiale eher bei Sprung- und Wurfkraft und weniger bei Schnelligkeit und Ausdauer liegen, verlieren mangels Spaß und Erfolgserlebnis die Lust oder heuern gleich bei der Konkurrenz (bsp.-weise Volleyball oder Basketball) an, wo sie mit ihren Stärken weitaus besser zum Tragen kommen. Vor 40 Jahren wäre das kein großes Problem gewesen, die Freizeitangebote für die Kids waren nach heutigen Maßstäben überschaubar und Sport hatte einen herausragenden Stellenwert. Selbst in kleineren Städten waren die einzelnen Alterklassen oft mit zwei Mannschaften besetzt, schon in mittelgroßen Städten gab es oft mehrere Vereine...

    Heute sieht das ganz anders aus. Um überhaupt noch wenigstens in einzelnen Altersklassen einen Spielbetrieb realisieren zu können, bilden sich zunehmend Spielgemeinschaften, oft genug sogar über Landkreisgrenzen hinweg. Da ist jedes verlorengegangene oder gar nicht erst entdeckte Talent ein höchst schmerzlicher Verlust!

    Ich könnte hier noch seitenweise so weiter schreiben, aber es scheint vergebliche Liebesmüh (das meine ich wörtlich!) zu sein. Alle Argumente habe ich den letzten Jahren schon vorgetragen und ausführlich erläutert. Die Mehrzahl der Meinungsführer hier im Forum geht offenbar immer noch davon aus, dass die Spitzenvereine auf ein unerschöpfliches Reservoir an Nachwuchstalenten zugreifen können, notfalls werden eben Spielerinnen aus dem Ausland verpflichtet. Im Einzelfall mag das sogar seine Berechtigung haben, aber die aktuelle Schwemme bis hinein in die Regionalligen ist nach meiner Überzeugung genauso kontraproduktiv wie die vollkommen überzogenen Regeländerungen zur scheinbar seligmachenden Dynamisierung des Handballspiels. Und sie ist ein klares Indiz für die Tatsache, dass Handball für die Kinder in unserem Land immer mehr an Attraktivität verliert. Wenn wir diese Entwicklung nicht schnellstmöglich umkehren, wird Handball in Deutschland schon bald nicht mehr das sein, was es mal war. Eine Volkssportart ...


    PS.

    Nur der Vollständigkeit halber:

    Spielzeiten, Torgrößen, Spielfelder kann man sicherlich diskutieren, ist aber im Fussball auch durchaus dem Umstand geschuldet, dass es immer schwieriger wird, überhaupt genug Spieler für eine Mannschaft zusammen zu bekommen

    Diese veränderten Grundregeln für den Nachwuchs gibt es im Fußball aber schon sehr lange. Ich habe so manchen Ball in die sogenannten "Knabentore" gedroschen und das entsprechende Spielfeld war quer auf dem "großen" Spielfeld angeordnet. Daran kann ich mich noch gut erinnern, auch wenn das schon deutlich über 50 Jahre zurückliegt ...

    Dann doch noch eine Ergänzung zu der angesprochenen Rücknahme bestimmter Regeländerungen:

    Vielleicht wäre es ja ein Kompromiss, bestimmte Regeln wie die "Schnelle Mitte" nur im Erwachsenenbereich und dort ggf. erst ab einer höheren Leistungsebene (z.B. 3. Liga) zur Geltung zu bringen. Eine solche Differenzierung mag sich auf den ersten Blick abenteuerlich darstellen, ist aber im Grundsatz in verschiedenen Mannschaftssportarten schon lange etabliert. Man denke nur an kleinere Spiefelder und Tore für den jüngeren Fußballnachwuchs oder ganz allgemein auch verkürzte Spielzeiten bei Kindern und Jugendlichen.

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