Beiträge von BlKW168

    Der weitere Niedergang ist vorprogrammiert...

    Der einzig wahre Lösungsansatz wurde hier schon genannt:

    HANDBALL ist ein MANNSCHAFTSSPORT!


    Der auch im Frauenhandballforum immer mehr zunehmende Hype um einzelne Ausnahmespielerinnen und Supertalente trägt ja schon wahnhafte Züge.

    Und mit den jedes Jahr auf's neue zusammengewürfelten Legionärstruppen haben wir in der HBF auch alles andere als optimale Rahmenbedingungen auf dem Weg vom ambitionierten Nachwuchstalent zur Nationalspielerin ...

    beim derzeitigen Leistungsstand im Vergleich zu Lott eine leichte "Verschlechterung",

    Das ist sicherlich richtig. Aber bisher haben viele ambitionierte junge Spielerinnen, die zum THC kamen, um sich weiterzuentwickeln und für höhere Aufgaben zu empfehlen, das auch geschafft. Die hier oft gescholtenen Müller-Brüder haben mit Sicherheit daran einen großen Anteil. Viele europäische Spitzenvereine haben sich in den letzten Jahren beim THC bedient und tun es auch weiterhin. Sie haben nicht nur das Geld, sie werden auch hinsichtlich der Qualität der betreffenden Spielerinnen ihre Gründe haben. Dass dann nicht immer alle Blütenträume wahr werden, liegt in der Natur der Sache aber eher nicht beim THC. Auch Kuczora hat die Chance, beim THC weiter an sich zu arbeiten. Deshalb ist ein detaillierter Vergleich aus meiner Sicht erst dann sinnvoll, wenn sie dort die erste Saison absolviert hat!

    Jetzt warten wir mal eine Saison ab. Dann reden wir noch mal über: Abwehrverhalten. Tempospiel. Dynamik. Sprungwurf.

    Siehe oben!

    So oft liege ich mit meiner Miesmacherei nicht daneben

    Das kann man auch anders sehen, wenn man das Verhältnis zwischen Anspruch und Realität anders definiert!

    Reichert ist Ersatz beim THC.

    Wie schlecht sie ist und wie sehr das dem THC (und der ÖNM) schadet, haben wir gestern Abend gesehen...

    Es ist schon erstaunlich, mit welcher Inbrunst hier eine knappe Handvoll Geiferer bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit versucht, den THC und die Müller- Brüder in ein schlechtes Licht zu stellen, selbst wenn sie gerade einen überragenden Erfolg eingefahren haben...

    Offensichtlich haben die für den deutschen Frauenhandball einzigartigen Erfolge, die dieses Team in den letzten 15 Jahren erreicht hat, nachhaltig Spuren hinterlassen!

    Und ja, die Entscheidung des österreichischen Verbandes, Herbert Müller zu diesem Zeitpunkt vom Posten des Nationaltrainers freizustellen ist ungewöhnlich. Aber vielleicht ist man ja zu der Erkenntnis gelangt, dass es einfach nicht reicht, wenn ein herausragender Trainer, der im Ausland hauptamtlich als Clubtrainer arbeitet, den Posten als Trainer der Nationalmannschaft quasi im Nebenjob ausübt. Diese Konstellation wurde vor nicht allzu langer Zeit auch an anderer Stelle abgewählt...

    PS.

    Als Herbert und Helfried Müller damals beim THC übernommen haben, war ich als Fan (und ehemaliger Gegenspieler) von Dago Leukefeld alles andere als begeistert. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich meine große Skepsis überwunden hatte. Aber die Müller-Brüder haben durch Leistung und beispielhaftes und anhaltendes Engagement nicht nur mich überzeugt. Die begeisternden Spiele z.B. gegen den damaligen Krösus Hypo Niederösterreich sind unvergessen...

    Was nichts an der Tatsache ändert, dass ich den Weg des THC und seines Trainergespanns zwar wohlwollend und oft auch begeistert verfolge, mich aber mindestens genauso dem HCL und Zwickau verbunden fühle!

    Welch Ritterschlag für unsere beschauliche Plauderecke.

    Sehr schön! :)

    Von wegen, die "Großkopferten" lesen hier nicht mit... ;)

    Ich wünsche allen, für die Handball der schönste und vielseitigste Mannschaftssport der Welt ist, einen guten Rutsch und ein neues Handballjahr, das nicht nur viele interessante Spiele und viele Erfolge für die Lieblingsmannschaft bringt sondern auch möglichst wenige und nicht so schwere Verletzungen. Mein größter Wunsch ist aber, dass die Verantwortlichen in allen Verbandsebenen dafür die richtigen Entscheidungen treffen und einen Weg einschlagen, der die Attraktivität dieser genialen Sportart für alle Alterklassen in allen Leistungsebenen wieder zurückkehren lässt! :help:

    grausames Niveau.

    Grausames Niveau hat zunehmend auch dieses Forum, wenn deutscher Frauenhandball nur noch dann gut ist, wenn BBM Györ in Hin- und Rückspiel der CL mit mindestens 10 Toren Vorsprung vom Parkett fegt. Und "Gloc" ist nur dann gut, wenn sie dabei mindestens 37 Tore wirft.

    Ich bin bestimmt kein Fan der aktuellen Situation im deutschen Frauenhandball und schon gar nicht seiner momentanen Entwicklungsrichtung, aber dieses permanente Genöle gegen Mannschaften und Spielerinnen geht mir schon auf den Docht. Die können am Wenigsten dafür...

    Die deutsche Mannschaft fand ich (bis auf die letzten beiden Spiele) gar nicht so schlecht. Und man landet am Ende auch dort, wo man derzeit steht. Platz 5-8. Wobei man bei anderer Auslosung sicherlich auch das Viertelfinale hätte verpassen können. Leuchter ein wirklicher Lichtblick. ...

    Bei anderen Spielerinnen zeigt es sich halt, dass da einfach internationale Erfahrung, speziell auch "Championsleague-Niveau" fehlt. Ich bin gespannt, ob sich dort bei Spielerinnen wie Annika Lott in den kommenden Jahren noch etwas tun wird.

    #966 - für mich ein sehr guter Kommentar, aber bei der Aussage im obigen Zitat drängt sich mir schon die Frage auf, wo denn die "internationale Erfahrung" unserer vermeintlichen Leistungsträgerinnen vor allem in den wichtigen Spielen gegen Schweden und Niederlande Früchte getragen hat? Bölk, Grijseels und Smits nahezu ein Totalausfall, Behnke und Schmelzer gerade mal in Ansätzen mit guten, aber nicht herausragenden Leistungen...

    Wenn ich jetzt die Ursachen für den latenten Niedergang des Handballsports im internationalen und insbesondere auch nationalen Bereich suche, der sich (im Gegensatz zum Nachwuchs- und Breitensport, der gerade mehr oder weniger komplett den Bach 'runtergeht) im leistungssportlichen Bereich besonders deutlich im Frauenhandball zeigt, offenbarten sich gerade bei der letzten Frauen-WM viele entscheidende Gründe sehr deutlich:

    Das Interesse am Handball hat in den letzten Jahren gravierend nachgelassen, nicht nur in den in vielen (ehemaligen) Handballhochburgen, sondern auch in der Fläche. Gerade der Nachwuchs- und Breitensport in Deutschland unterliegt derzeit einem nie dagewesenen Kahlschlag mit all seinen negativen Auswirkungen. Ich nenne hier nur das Stichwort „Talentsuche“. Zu dem gesamten Themenkomplex habe ich in diesem Forum schon mehr als genug geschrieben, in den Reihen der arrivierten Handballexperten scheint dieses für eine Mannschaftssportart tödliche Dilemma aber immer noch „tabu“ zu sein. Die ganze Tragödie erinnert mich nicht nur ein bisschen an den Konrad Adenauer zugewiesenen Spruch „Kinder bekommen die Menschen von alleine“. Ein folgenschwerer Irrtum, wie der aktuelle Zustand und vielmehr noch die zukünftig zu erwartende Entwicklung unserer Gesellschaft leider überdeutlich zeigen…

    Zum Zuschauerdilemma wurde hier schon alles beschrieben, das muss ich nicht wiederholen. Das Problem ist offensichtlich, wenn selbst bei einer WM in einem Land, wo man Handball uneingeschränkt als „Nationalsport“ bezeichnen kann, die meisten Spiele bis hin zum Finale vor mehr oder weniger leeren Rängen stattfinden. Die Frage, die sich automatisch stellt: Warum ist das so?

    Das Handballspiel hat sich in den letzten 25 Jahren sehr verändert, viele Regeln wurden „modernisiert“, also scheinbar oder tatsächlich (allein darüber kann man trefflich streiten!) dem aktuellen Zeitgeist angepasst. Seitdem geht in den meisten Ländern das Interesse und auch das Leistungsvermögen spürbar zurück, die in Teilen gegebenen Ausnahmen in Frankreich und Skandinavien allein werden den Handball nicht vor einem weiteren Niedergang retten. Auch hier liegen die wesentlichen Gründe für mich auf der Hand, auch dazu habe ich in diesem Forum eigentlich schon alles geschrieben…

    Die extrem unterschiedliche Bewertung gleichartiger Angriffs-/Abwehraktionen selbst in ein und demselben Spiel mit einem Spektrum von Stürmerfoul bis 7-Meter plus 2-Minuten-Strafe lässt Spieler, Trainer und Zuschauer gleichermaßen verzweifeln und stellt dabei sogar nicht selten auch die Redlichkeit der Unparteiischen in Frage, denn regelmäßig sind die betreffenden (Fehl-) Entscheidungen spielentscheidend.

    Das ist nur ein Beispiel, die Liste der kontraproduktiven Regelvorgaben mit zwangsläufig problematischer bis fragwürdiger Umsetzung im Spiel ließe sich beliebig fortsetzen. Ich nenne da nur beispielhaft die Themen „Schritte“, „Schnelle Mitte“ (mit speziellen Sanktionen in bestimmten Spielsituationen!), „Kreis“ (aktiv/passiv sowohl im Angriff als auch bei der Abwehr), „7-ter Feldspieler“, Festhalten/Ziehen am Trikot, das vorsätzliche Zulassen regelwidriger Aktionen (meist geschönt als „Internationale Härte“ interpretiert!) usw. usw. …

    Dabei sehe ich das Problem im Grundsatz weniger bei den Schiedsrichtern. Die müssen nur umsetzen, was die in erster Linie von kommerziellen Zielen geführten Verbände immer wieder neu ausbrüten. Wer sich dann über das ganz allgemein immer weiter abnehmende Interesse am Handballsport wundert, der hat offensichtlich wenig Empathie für die Wahrnehmung unseres Sports durch die Zuschauer.

    Natürlich will ich nicht in Abrede stellen, dass es nicht den Handball allein betrifft. Den Fußball kann man weitestgehend ausklammern, aber ansonsten ist grundsätzlich zu beobachten, dass viele, auch viele neue Individualsportarten sowohl hinsichtlich des Zuschauerinteresses als auch in der Zahl der Aktiven den meisten Mannschaftssportarten zunehmend den Rang ablaufen, wobei auch hier Sportarten wie Basketball weniger stark betroffen sind als gerade unser geliebter Handballsport. Woran liegt das, an veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in einer zunehmend von digitalen Medien beherrschten Welt, am „Zeitgeist“ der jungen Generation oder vielleicht doch (auch) an der Tatsache, dass sich der Handball von innen heraus selbst zunehmend isoliert, weil die Herausforderungen gerade für viele Neueinsteiger im Nachwuchsbereich durch das aktuelle Regelwerk viel zu hoch gesetzt sind, die Verletzungsgefahr angesichts des heutzutage geforderten deutlich höheren Spieltempos gerade für große Spielerinnen und Spieler deutlich größer geworden ist und nicht zuletzt auch, weil die mediale Präsenz im free-TV-Bereich immer weiter abnimmt?

    Folgende Zusammenhänge liegen für mich jedenfalls klar auf der Hand:

    Weniger mediale Präsenz des Handballs, kompliziertes Regelwerk und daraus folgend viele fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen führen zu nachlassendem Interesse und damit zu verminderter Wahrnehmung durch Eltern und Kinder.

    Im Schul- und Vereinssport spielt Handball immer weniger eine Rolle mit der Folge, dass sich immer weniger sportliche Talente überhaupt mit dem Handballsport auseinandersetzen. Das führt zwangsläufig dazu, dass wir immer weniger Talente haben, erkennen, entwickeln und Potentiale erweitern können.

    Im Ergebnis haben wir schon jetzt immer weniger Ausnahmespieler, eine optimale Förderung ist mangels Konkurrenz gerade in einer Mannschaftssportart nicht möglich. Die Tatsache, dass wir als Mutterland des Handballs schon heute im Vergleich mit den Spitzenmannschaften im Frauenhandball einzelne Positionen in der Nationalmannschaft nicht mehr optimal besetzen können, spricht da Bände.

    Da hilft es nach meiner Überzeugung auch nicht, die wenigen verbliebenen Leistungsträger so schnell wie möglich in’s Ausland zu verhökern, wenn in der Folge das Leistungsniveau der heimischen Spitzenmannschaften mangels Besetzungsalternativen immer weiter absinkt und die Erfolge im internationalen Geschäft von CL und EL zunehmend ausbleiben. Denn das bedeutet, dass den jungen Nachwuchsspielern zunehmend die großen animierenden Vorbilder vor der eigenen Haustür fehlen, dass das Vermarktungsinteresse der Medien mangels Leistung und Erfolg immer weiter abnimmt und so immer weniger Menschen Handball als interessante, sehenswerte Sport wahrnehmen.

    So schließt sich der todbringende Teufelskreis, die Kausalität ist offensichtlich…

    Was wir tun können?

    Erstens den (erst hatte ich „unseren“ geschrieben…) Verbandsfunktionären klar machen, wie selbstzerstörerisch der eingeschlagene Weg der immer stärkeren Kommerzialisierung tatsächlich ist. So schön es scheinen mag, wenn Mannschaften wie Grönland und Paraquay bei einer WM-Endrunde mitspielen dürfen, wenn auf der anderen Seite in den meisten „Kernländern“ des Handballsports das Interesse am Handball in Größenordnungen abnimmt, sind die Prioritäten offensichtlich falsch gesetzt!

    Zweitens im Ergebnis einer solchen Bewusstseinsänderung die Regeln so zu überarbeiten bzw. in Teilen zurückführen, dass Handball nicht nur im professionellen Bereich (scheinbar oder tatsächlich) optimal präsentiert werden kann sondern auch im Nachwuchs- und Breitensport wieder häufiger gern gespielt wird.

    Drittens den Nachwuchs- und Breitensport in der Fläche so zu unterstützen, dass er sich aus eigener Kraft wieder aufrichten und entwickeln kann. Dazu gehört (nicht nur, aber auch), den Verantwortlichen in der Politik klarzumachen, wie wichtig für die Entwicklung unserer Kinder in einer durch zunehmende individuelle Abschottung geprägten Welt Erfahrungen in der aktiven Ausübung von Mannschaftssportarten (Stichwort Team Building oder besser Gemeinschaftsgefühl!) sind. Auf den Vorteil, dass es im Handball sowohl innerhalb als auch außerhalb des leistungssportlichen Bereiches für die Aktiven in der Regel mehr Erfolgserlebnisse gibt als im Fußball, kann man in dem Zusammenhang durchaus mal hinweisen…

    Deswegen sollten wir doch auch ein wenig stolz sein auf einen 6. Platz unserer Nationalmannschaft auch wenn der Anspruch ein anderer ist oder man sich gerne noch weiter platziert hätte.

    Ja, tatsächlich eine versöhnliche Einschätzung von Maikel. Seine Beiträge lese ich immer gern, sie gehören für mich regelmäßig zur großen Gruppe der nachvollziehbaren Meinungsäußerungen, auch wenn ich sie inhaltlich nicht immer uneingeschränkt teile. So habe ich auch hier ein kleines Veto: Stolz könnte man sein (sowohl als Mannschaft als auch als Fan), wenn die erreichte Platzierung das Ergebnis einer Summe von Spielen wäre, bei denen das Team sein Leistungsvermögen ausgeschöpft hat. Da ja (zumindest hier im Handballforum) sicher niemand ernsthaft eine solche Position vertritt, denke ich, dass der Begriff "glücklich" in jeder Hinsicht eher zutreffend ist auf das, was die Frauennationalmannschaft bei dieser WM erreicht hat, auch und gerade in Hinsicht auf die Ausgangsposition für eine mögliche Quali zu den kommenden Olympischen Spielen...

    Mein Lob an das Trainerteam (#536) muss ich ein großes Stück weit revidieren. Vieles, was hier und im TV zum Spiel gegen Schweden gesagt resp. kritisiert wurde, ist richtig.

    Die Schwerpunkte aus meiner Sicht:

    Schweden hat dieses Spiel perfekt vorbereitet, der Matchplan hat 100 Prozent funktioniert, vor allem auch in der Abwehr. Sowohl das Mannschaftgefüge als auch das 1gegen1-Verhalten waren offenkundig bis in’s Detail auf unser Team und seine Führungsspielerinnen eingestellt. Dass Schweden in der 2. Halbzeit in erster Linie den Vorsprung verwaltet hat, verbuche ich mal unter Cleverness.

    Und Deutschland? Mir kam es vor, als hätte der Trainerstab der Mannschaft folgende Marschroute vorgegeben:

    „Wir spielen erst mal so wie immer und dann schauen wir mal, was passiert!“

    Da frage ich mich natürlich auch, welchen „Nährwert“ die beiden Vorbereitungsspiele gegen Schweden für unsere Mannschaft und insbesondere für die Trainer hatten…

    Der zweite wichtige Aspekt ist für mich der Auftritt der Führungsspielerinnen. Insbesondere der Rückraum mit den aktuellen bzw. ehemaligen Legionärinnen Emely Bölk, Alina Grijseels und Xenia Smits stand wie schon so oft in wichtigen Spielen völlig neben sich. Gerade Emely Bölk hat in den letzten Jahren ja eine regelrechte Ladehemmung entwickelt, die sich von Spiel zu Spiel eher verstärkt als löst. Auch die Legionärinnen auf Kreismitte (Julia Behnke und Meike Schmelzer) haben allenfalls eine knapp durchschnittliche, jedenfalls keine herausragende Leistung auf das Parkett gebracht. Natürlich gestehe ich ihnen gerne zu, dass das besonders schwierig ist, wenn der Druck aus dem Rückraum gegen Null geht …

    Für mich steht jedenfalls spätestens seit dem Schwedenspiel fest, dass die nicht zuletzt auch in unseren „Qualitätsmedien“ so extrem ausgeprägte Heroisierung einzelner Spielerinnen (mit entsprechenden Auswirkungen auf die Trainerentscheidungen hinsichtlich Mannschaftsaufstellung und Spielanteilen!) extrem kontraproduktiv ist. Vor allen Dingen dann, wenn das nicht nur bei guten Leistungen während großer Meisterschaften sondern mehr oder weniger permanent auch bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit z.B. im Ligaalltag passiert. Man kann so etwas vielleicht bei verdienstvollen Ausnahmekönnerinnen wie Neagu oder Lunde zelebrieren. Aber bei vergleichsweise jungen Spielerinnen, die ihre unstrittig vorhandenen Potentiale bei Weitem noch nicht ausgeschöpft haben, geht der Schuss offenkundig nach hinten los. Dass die bekannten Lautsprecher unseres hochgelobten Verbandes an diesem Dilemma einen großen Anteil tragen sei diesmal ausnahmsweise nur am Rande erwähnt…

    die Plätze 9-10. wären relevant - der IHF hat aber wohl vergessen, diese Möglichkeit zu berücksichtigen.

    Egal ob Vorsatz, Nachlässigkeit oder Unfähigkeit - diese unglaublichen Defizite in der Struktur der Qualifikationsmodalitäten für die großen Wettbewerbe zeigen mir einmal mehr, dass sich die Verantwortlichen für alles interessieren, nur nicht für wettbewerbsübergreifend faire und sportlich korrekte Abläufe...

    Meinst du die rote karte? Kann man doch geben. Ausserdem war das 5 Minuten vor Ende. Da war er Drops gelutscht.

    Mir geht es in diesem Zusammenhang weniger um das Spielergebnis, auch wenn ich deine Meinung hier nicht unbedingt teile, denn zu diesem Zeitpunkt war der Sieg für mich noch nicht unbedingt in trockenen Tüchern.

    Mein Fokus liegt hier ausschließlich bei der Spielerin, der regelmäßig zu harten Bestrafung ihrer Aktionen sowohl in ihrer Clubmannschaft als auch im Nationalteam und ihrer Wahrnehmung dieses ganzen unseligen Geschehens. Wie sie das verarbeitet, hat meinen vollsten Respekt!

    Wieder eine gute Leistung unserer MANNSCHAFT, die Hoffnung auf mehr Stabilität macht. Das Trainerteam hat es verstanden, bei den Spielerinnen Selbstbewusstsein zu entwickeln und in einem gesunden Teamspirit zusammenzuführen. So sind sie jetzt offensichtlich in der Lage, in kritischen Phasen nicht in Angst und Unsicherheit zu erstarren sondern Lösungen zu finden. Das Ganze funktioniert, weil sie den Kopf oben behalten, sowohl als Team als auch individuell betrachtet. Das beste Beispiel gestern: Emely Bölk! Sie hat sich für die Mannschaft ‘reingehauen, in der Abwehr gerungen wie eine Löwin (da bin ich ganz bei HansMeiser#520), vorne Verantwortung übernommen, immer wieder an den Ketten gezerrt, und, ja, viel zu viele Bälle verworfen. Aber genau wie Annika Lott hat auch sie nie aufgehört, Druck auszuüben und zu versuchen, den nächsten Wurf besser zu setzen.

    Dass in diesem wichtigen Spiel Newcomerin Annika Lott letztendlich im Gegensatz zur erfahrenen Legionärin Emely Bölk in wichtigen Situationen das Tor gefunden hat und so gemeinsam mit Katharina Filter einen wesentlichen Anteil zum gestrigen Sieg beitragen konnte ist für mich auch ein Beleg dafür, dass die hier in diesem Forum häufig kolportierte Notwendigkeit eines Wechsels zu einer ausländischen Spitzenmannschaft allenfalls ein „KANN“, aber keinesfalls ein „MUSS“ darstellt.

    Letztendlich bleibt es allein der einzelnen Sportlerin überlassen, wie sie ihre Karriere gestaltet und es ist auf dem Weg zur Spitze in meinen Augen keinesfalls ein „must have“, längere Zeit bei einem ausländischen Spitzenteam zu spielen. Natürlich können solche Erfahrungen sehr wertvoll sein, aber es ist nach meiner Überzeugung für die Entwicklung einer Spielerin alle Male besser, bei einem guten Bundesligateam im Stammsechser regelmäßig Verantwortung zu übernehmen als in Skandinavien, auf dem Balkan oder in Frankreich 95 Prozent der Spielzeit als Reservist auf der Ersatzbank zu schmoren.

    Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Gerade für die Entwicklung einer ausreichenden Anzahl potenzieller Nationalspierinnen ist die aktuelle Entwicklung in HBF 1 und 2 fatal. Vorausgesetzt man findet im Verband hinsichtlich der Förderung des Nachwuchs- und Breitensports doch noch auf den Pfad der Tugend zurück und schafft mit einer weitreichenden Unterstützung der vielen kleinen Vereine in der Fläche die Grundvoraussetzung für die Werbung und Entwicklung einer ausreichenden Zahl zukünftiger Ausnahmespielerinnen, dann brauchen diese jungen Talente eine breit angelegte Liga 1 und Liga 2, wo sie im (mehr oder weniger) Profispielbetrieb Erfahrungen sammeln und sich weiterentwickeln können. Ein forcierter Fahrstuhlbetrieb in den beiden oberen, ab kommendem Spieljahr weiter ausgedünnten Spielklassen ist da extrem kontraproduktiv. Dass das dann mit dem Übergang zur unseligen final-four-Spielserie bedeutet, dass wir zukünftig 2 Pokalwettbewerbe aber keine echte Meisterschaft mehr haben, sei an dieser Stelle nur am Rande erwähnt, auch wenn das in Verbindung mit der zwangsläufig sinkenden Bedeutung vieler „Vorrundenspiele“ die Attraktivität des Frauenhandballs in Deutschland über das ganze Spieljahr betrachtet ebenfalls erheblich verringern wird. Dabei ist genau dieser Bereich für den Übergang vom Nachwuchstalent zur professionellen Handballerin von entscheidender Bedeutung, denn hier werden die individuellen Stärken der einzelnen Spielerinnen auf dem höchsten erreichbaren Niveau geprägt. Schade, dass eine auf Kontinuität ausgelegte „normale“ Meisterschaft auf dem Altar der kommerziellen Vermarktung eines einzelnen „Großevents“ geopfert wird.

    Im Ergebnis dieser ganzen Fehlentwicklungen haben wir schon heute erhebliche Probleme, alle Positionen in der Frauennationalmannschaft mit einer ausreichenden Zahl geeigneter Spielerinnen zu besetzen, von einem „backup“ einer jeweiligen Nummer 3, 4 und 5 mal ganz abgesehen. Dabei braucht man diese eigentlich unbedingt. Nicht nur, um etwaigen Verletzung begegnen zu können. Auch hinsichtlich der Möglichkeit, sich auf Stärken und Schwächen der gegnerischen Mannschaften variabel einstellen respektive unterschiedliche Spielsysteme optimal realisieren zu können, wäre eine solche Konstellation im Mutterland des Handballs eigentlich wünschenswert. Die Realität sieht anders aus, und da schiele ich bei Weitem nicht nur auf RR...

    Hallo TLpz, vielen Dank für deine Reaktion, endlich mal wieder ein Beitrag zur Sache…

    Wir sind mit unseren Standpunkten nach meiner Wahrnehmung gar nicht so weit voneinander entfernt. Bei „nicht ungestört“ bin ich komplett bei dir. Der Unterschied liegt eigentlich nur in den ersten drei Punkten („…“), die du zwischen die Zitatauszüge setzt und die somit symbolisch für den marginalen, aber entscheidenden Zeitraum zwischen dem Foulspiel und dem Wurf stehen. Meiner Meinung nach hat die Angreiferin nach dem am Trikot ziehen die Kontrolle über ihren Körper weitestgehend wiedererlangt, zumal von diesem Zeitpunkt bis zu dem Moment, wo der Ball die Wurfhand verlässt, einige Sekundenbruchteile vergehen. In Echtzeit sind das vielleicht ein oder zwei Zehntel, aber in den verschiedenen Zeitlupen erkennt man in der Zusammenschau ganz gut folgenden Ablauf:

    Die Abwehrspielerin zieht von hinten am Trikot, die Angreiferin verliert das Gleichgewicht und kippt nach hinten über

    Die Abwehrspielerin löst die Hand vom Trikot (zwischen den Schulterblättern) und legt sie in dem Augenblick, wo die Körper beider Spielerinnen unmittelbar Kontakt bekommen, an die rechte Hüfte der Angreiferin

    Die Angreiferin kommt in dem Augenblick, wo die Körper sich treffen, mit beiden Füßen auf dem Boden auf, gleichzeitig löst die Abwehrspielerin die offene Hand von der Hüfte der Angreiferin

    Nach einem weiteren Step, bei dem die Angreiferin bereits aktiv (!) die Körperdrehung zum Tor hin einleitet, kommt sie wiederum mit beiden Füßen auf dem Boden auf

    Aus dieser Bewegung heraus kommt dann der Absprung zum Tor hin (Die Abwehrspielerin wirft die Angreiferin ja nicht aktiv in den Kreis Richtung Tor!) und erst dann beginnt die Ausholbewegung zum Torwurf…

    Ich bin überzeugt, dass die Angreiferin durchaus eine gewisse Kontrolle über den Wurf hatte, wobei ich ihr hinsichtlich des Kopftreffers natürlich keinerlei Absicht unterstelle!

    Mir geht es vielmehr um Folgendes:

    Aus meiner Erfahrung heraus (und da geht es um eine fünfstellige Zahl von Würfen unter Wettkampfbedingungen) entscheidet der Spieler beim Torwurf in 90 Prozent der Fälle erst im letzten Augenblick (da spreche ich von 100stel Sekunden!) über die Art und die Härte des Wurfes. Man sollte in diesem Zusammenhang die Leistungsfähigkeit unseres Gehirnes nicht unterschätzen, gerade hinsichtlich der Steuerung von trainierten Bewegungsabläufen. Und genau an dieser Stelle sehe ich Handlungsbedarf. Wenn es grundsätzlich nicht regelkonform ist, bei einem harten Wurf vom Kreis den Ball in Kopfhöhe (genauer von 30 cm unterhalb bis 50 cm oberhalb) zu platzieren, wird zumindest in dem Bereich, wo Handball mehr oder weniger professionell gespielt wird (und wo in der Regel auch die Wurfhärte am höchsten ist), die Zahl der schweren Kopftreffer mit Sicherheit deutlich reduziert, weil das Wurfbild „haarscharf an den Ohren vorbei“ von vornherein nicht mehr zu den Erfolg versprechenden Lösungen zählt.

    Nicht mehr und nicht weniger ist meine Intention…

    … mit dem „Erfolg“, dass immer mehr zum Golf gehen und immer weniger zum Handball …

    Ich kann nur sagen, „Volltreffer“, sowohl im direkten als auch im übertragenen Sinn! Eigentlich antworte ich nicht (mehr) auf solche unqualifizierten oberflächlichen Beiträge, aber hier habe ich doch noch einige Anmerkungen:

    Wenn mit höherer Aktionsgeschwindigkeit und größerer Aktionsdichte das Risiko für schwere Verletzungen wächst, sollte man vernünftigerweise reagieren. Bekanntermaßen fällt es rückständigen Zeitgeistern oft schwer, damit einhergehende Veränderungen zu akzeptieren und zu verinnerlichen. Paradebeispiele sind da die Einführung von Gurt und Airbag im PKW. Gottseidank haben sich die Vernünftigen durchgesetzt und die Zahl der schweren und schwersten Unfallfolgen hat sich pro gefahrenem Kilometer deutlichst verringert, trotz erheblich gestiegener Durchschnittsgeschwindigkeiten. Natürlich kann niemand alle Unfälle vermeiden (das habe ich oben übrigens auch geschrieben, aber offensichtlich haben es nicht alle gelesen!). Das ginge nur, wenn man nicht mehr fährt bzw. keinen Handball mehr spielt.

    Da wir das nicht wollen, sollten wir uns über das Regelwerk und dessen Umsetzung auch weiterhin Gedanken machen. Die Einführung des Rennballs sollte die Dynamik erhöhen (das ist auch eingetreten mit allen positiven und negativen Begleiterscheinungen!) und damit die Attraktivität des Handballs auf ein neues Niveau heben. Zu Letzterem möchte ich großes Fragezeichen setzen und zwar nicht nur hinsichtlich der Zahl der Zuschauer sondern auch hinsichtlich der Zahl der Mannschaften im Spielbetrieb. Insbesondere im Breiten- und Nachwuchssport sind die Zahlen auch weiterhin stark rückläufig, da hat die Einführung des Rennballs eher das Gegenteil bewirkt. Und diese Entwicklung ist fatal, denn genau hier liegt die Keimzelle für die Spitzenspieler der nächsten und übernächsten Generation. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass eine immer weiter zunehmende Zahl eingekaufter ausländischer Starspieler unsere immensen internen Probleme perspektivisch auch nur ansatzweise löst???

    Also bitte nochmal in sich gehen und über alles in Ruhe nachdenken, auch und gerade über die unangenehmen Aspekte …

    Übrigens, ist es nicht bezeichnend, dass hier am morgen nach einem regulären Spieltag nicht ein Kommentar zu den gestrigen Spielen zu lesen ist?!!!

    Die Regeln sind kompliziert genug. Was sollen SR noch alles bewerten? Dreher, Leger nein, Nahwurf frontal ja.... Es gibt Grenzen.

    Aber die Regeländerungen, die den Handball zum Rennball gemacht haben, waren in Ordnung? Erst durch diese Regeländerungen wurde das Spiel so schnell mit einer Vielzahl von Szenen mit verdichteten Abläufen, die die Schiedsrichter oft genug nicht mehr im Detail erkennen bzw. nachvollziehen können.

    Dagegen ist die Einschätzung, ob ein kontrollierter scharfer Wurf vom Kreis oberhalb oder unterhalb des Schultergürtels des Torwarts angesetzt ist, nach meiner Überzeugung vergleichsweise einfach.

    Denke bitte noch einmal darüber nach!

    PS.

    Gibt es eigentlich eine Statistik zur Zahl der schweren Verletzungen vor und nach Einführung des Rennball-Regelwerks?

    Zumindest gefühlt liegt für mich die Zunahme bei weit über 100 Prozent...

    Wenn die Spielerin kontrolliert mit voller Körperkontrolle wirft kann es kein 7m sein.

    Doch, unbedingt, und auch gerade in dieser Szene!

    Deswegen betonte ich ja, dass die einzelnen Abläufe getrennt betrachtet werden müssen. Das erste Foul der Abwehrspielerin (Ziehen am Trikot) ist regeltechnisch ursächlich für alles, was unmittelbar danach in dieser Aktion passiert und ist entsprechend (mit 7m) zu ahnden. Denn selbst wenn die Angreiferin mit dem folgenden kontrollierten Wurf ein Tor erzielt hätte, hätte dieses Tor nicht zählen dürfen, weil sie beim Wurf zwar unverschuldet (als direkte Folge des ersten Fouls!), aber eben tatsächlich im Kreis steht.

    Das Ganze ist zwar nur ein Nebenkriegsschauplatz in dieser verhängnisvollen Szene, sollte deswegen aber trotzdem korrekt betrachtet werden!