Beiträge von BlKW168

    Ja, Vester61, da bin ich ganz bei dir und habe solche und ähnliche Entscheidungen auch schon mehrfach hier in der HE kritisiert. Darüber hinaus gibt es ganz grundsätzlich Situationen, wo ich die Linie nicht nachvollziehen kann. Halten/Ziehen am Trikot, Greifen in den Wurfarm, Stoßen gegen den Körper beim Sprungwurf sind nur einige Beispiele, wo klare Regelverstöße regelmäßig nicht geahndet werden. Auch Schritte und Betreten des Torraumes durch Feldspieler ist hinsichtlich der betreffenden Schiedsrichterentscheidungen vermintes Gelände ...

    Mir geht es hier aber auch um die Tatsache, dass die Verbände eine öffentliche Diskussion über dieses Thema ganz offensichtlich scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Es dringt nichts nach außen ob und wenn wie fragwürdige, oft spielentscheidende Schiedsrichterentscheidungen erfasst und ausgewertet werden. Das einzige, was ich dazu (auch hier) regelmäßig höre oder lese, ist die Phrase, dass sich mögliche Fehlentscheidungen über die Saison betrachtet ja immer wieder ausgleichen.

    Meine Wahrnehmung ist da oft eine andere ...

    Und ja, es ist angesichts der immer weiter zunehmenden Dynamik des Spiels (die ich auch nicht uneineschränkt befürworte!) für die Schiedsrichter praktisch unmöglich, ohne Fehler ein Spiel zu leiten. Gerade deshalb wäre eine offene, saubere Fehlerkultur wichtig, um das zweifellos bei Spielern, Offiziellen und Zuschauern gleichermaßen vorhandene Gerechtigkeitsempfinden ausreichend zu bedienen!

    Beim Spiel Oldenburg vs. Blomberg gab es von beiden Trainern viel Kritik zu den Schiedsrichtern,...und beide bekamen Gelb dafür. Ich finde auch, viele Entscheidungen waren nicht nachvollziehbar. Besonders die Siebenmeter.

    PS. Das waren auch die selben Schiedsrichter die Buxte vs. Göppingen gepfiffen haben. Ich sage nur 10:1 Siebenmeter für Göppingen. Wenn ich diese beiden Schiedsrichter nur sehe, dann steigt mein Adrenalin.

    Solange die zuständigen Verbände strukturelle Probleme mit den Schiedsrichtern und ihren Entscheidungen leugnen, fehlt mir der Glaube und das Vertrauen, dass die Verbände überhaupt ein Interesse daran haben, dieses offenkundige Problem zu lösen. Da hilft es auch nicht wirklich, dass die Ursache für diese Probleme nach meiner Überzeugung oft weniger bei den Schiedsrichtern selber sondern eher im Regelwerk und seinen (oft vorgegebenen) Interpretationen liegt ...

    Ich gebe dir in der Sache ja recht, ich würde jetzt aber Horsts Einfluss auf das öffentliche Meinungsbild nicht überbewerten wollen...

    Daher: lass ihn bruddeln, das sorgt für Stimmung und herrliche Momente in der kleinen HE-Welt

    Da gebe ich dir ja recht. Aber ab und zu muss man ihn ja ein wenig anfeuern, damit er auch brav so weitermacht, zumal seine Zahlen im Einzelfall durchaus interessant sind.

    Wenn ich allerdings (wie auch hier) so manche Entgegnung von ihm lese, frage ich mich regelmäßig, ob er oder zumindest seine Argumentation nicht KI-generiert ist. Das würde zumindest die eine oder andere schräge Aussage erklären... 😆

    50% der THC-Tore kamen von Ungarinnen. Realität beim "deutschen" Europapokalsieger.

    Herrlich! :D

    Wenn Kuczora wenige Tore wirft, taugt sie nichts und ist überbewertet.

    Trifft sie, ist der THC eine böse Mannschaft, weil so viele Tore von den "Ungarinnen" geworfen werden.

    Genau diese Einstellung braucht der Frauenhandball in Deutschland!

    Große Klasse, einzigartig ...

    (Und was der eigentlich Grund für die Ruhe hier ist, sieht man ja auch sofort: Die beiden Vollzeit-Kommentierer sind aktuell nicht da, das führt direkt dazu, dass es deutlich weniger Kommentaraufkommen gibt.)

    Naja, ein bisschen sehr dünn diese Argumentation. Mal abgesehen von der Tatsache, dass ich nun gerade die zwei "Vollzeit-Kommentierer" :thumbup::) und ihre Themenschwerpunkte nun wirklich nicht meine ist doch selbst bei übertrieben optimistischer Wahrnehmung nicht zu übersehen, dass in den Threads zur HBF1 und zur HBF2 auch jetzt nach +/- 24 Stunden nicht ein (!!!) Kommentar zu den Spielen zu lesen ist...

    Was zur positiven Entwicklung beiträgt, sind gut besuchte Hallen. Und die gab es ja gestern definitiv.

    Tut mir leid, auch das taugt in meinen Augen nicht wirklich als Ausrede. Erfahrungsgemäß waren auch in den zurückliegenden Jahren die Spiele in der Zeit zwischen den Jahren immer besser besucht als im Jahresdurchschnitt...

    Übrigens bin ich der festen Überzeugung, dass am Anfang einer nachhaltigen Verbesserung einer problematischen Situation immer eine nüchterne Analyse des aktuellen Status Quo steht. Das hat nichts mit einer negativen oder gar destruktiven Grundhaltung zu tun, im Gegenteil!

    Wer das anders sieht, darf gerne weiter die Gurkenscheiben auf die Augen legen ...

    Nach aussen hin passiert gar nichts! Niente. Nothing.

    "Innen" passiert aber auch nichts. Wenn ich mal davon ausgehe, dass hier nicht wenige aktive oder ehemalige Handballer und/oder mithelfende Vereinsaktivisten und/oder sonstige aktiv mitwirkende Handballfreunde unterwegs sind, mutet es ausgesprochen befremdlich an, dass die gestrigen Spiele in der HBF1 und in der HBF2, praktisch Null Resonanz in diesem Forum hervorrufen. Es ist ja nicht so, dass da keine interessanten, spannenden und wichtigen Spiele dabei gewesen wären.

    Eigentlich ganz schön deprimierend und vielsagend zugleich ...

    Also ich will ja niemandem zu nahe treten, aber die Sportlehrer, die ich kenne, waren da deutlich vielseitiger und fundierter ausgebildet.

    Kleine Anekdote am Rande: Unser Sportlehrer am Gymnasium (war außerdem Turntrainer, hatte aber eher die Statur eines mittelgroßen durchtrainierten Kugelstoßers) hat sich beim Handballspielen im Sportunterricht mal in's Tor gestellt und diese Tortur auch tapfer durchgestanden. Wiederholt hat er dieses Experiment aber nie...

    PS.

    Vielleicht sollten diese Beiträge auch in das Thema "Entwicklung im (Frauen-)Handball)" verschoben werden, damit zusammenwächst was zusammengehört...

    dazu brauchst du aber auch erst mal einen Lehrer mit entsprechenden Handballbezug
    meiner stand damals definitiv mehr auf Geräteturnen als auf Ballsportarten, erinnere mich an total kratziges Turnerhemd, dass wir anfangs alle tragen sollten....
    Volleyball ging irgendwann noch und das obwohl Lemgo damals schon höherklassig spielte
    Handball gabs dann in der Oberstufe im Rahmen der Kooperation der Gymnasium,
    kann das heute nicht mehr beschwören, aber ich meine der Lehrer war auch als Vereinstrainer aktiv

    Forderungen nach mehr Handball in der Schule klingen erstmal gut.

    Gibt nur ein paar praktische Probleme dabei.

    ...

    Niemand behauptet, dass wir uns in Bezug auf das Thema Handball im Schulsport an den gedeckten Tisch setzen können. Aber einfach nur abzuwinken greift mir zu kurz. Der Schulsport hat große strukturelle Probleme und natürlich gibt es keinen Schalter, den wir nur umzulegen brauchen, damit in allen Schulen Handball gespielt wird. Aber in solchen Problemen liegt auch immer eine Chance, wenn man den Verantwortlichen Lösungsvorschläge unterbreiten kann z.B. durch Bildung von Arbeitsgemeinschaften. Mein ehemaliger, mittlerweile über 70-igjähriger Trainer realisiert das noch heute sehr erfolgreich an mehreren Schulen im Landkreis. Bessere Voraussetzungen ( z.B. auch zum Thema Harz) zu schaffen, liegt in unserer Hand. Darauf habe ich hingewiesen. Nur mit dem Finger auf andere zu zeigen hilft niemandem.

    Es gibt noch eine weitere, vielversprechende Möglichkeit, Interesse zu erzeugen. Der Schulsport kann zumindest erste Anreize setzen, Handball mal im Verein auszuprobieren. Mannschaftssportarten, die vorwiegend in der Halle ausgetragen werden, haben gegenüber dem Fußball den Vorteil, dass man sie im Winterhalbjahr wetterunabhängig betreiben kann. Vor vielen Jahren war es zumindest in unserer Region selbstverständlich, dass im Sportuntericht Handball gespielt wird. Mannschaftssport war neben Schwimmen, Turnen und Leichtathletik Pflichtfach. Die Sportlehrer, auch wenn sie ehrenamtlich als Fußball-, Turn- oder Tischtennistrainer tätig waren, haben uns ausschließlich Handball spielen lassen. Im Ergebnis waren zeitweilig 11 von 18 Jungen in der Klasse Mitglied im Handballverein, und das war nicht nur in unserer Klasse so! Volleyball und Basketball haben wir dann gelegentlich beim Handballtraining gespielt, zur Abwechslung und zur Verbesserung der individuellen Flexibilität im Kopf und im Körper...

    Hier sehe ich unsere Verbände in der Pflicht, endlich aus dem Allerwertesten zu kommen und im Mutterland des Handballs auf der (sport-)politischen Ebene aktiv für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für unseren geliebten Handballsport zu kämpfen. Niemand erwartet, dass noch einmal solch' paradiesische Bedingungen wie vor 50 Jahren geschaffen werden können.

    Aber vor dem Hintergrund, dass die Politik erkannt hat, dass sich in den Schulen grundsätzlich etwas ändern muss, um die Kinder aus der elektronischen Lethargie zurückzuholen, ist jetzt Initiative gefragt. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst! Mannschaftssport ist anerkanntermaßen bestens geeignet, wichtige Eigenschaften und Fähigkeiten im Komplex zu erwerben und zu entwickeln und das betrifft bei Weitem nicht nur die sportliche Fitness. Da gilt es anzusetzen und die Entscheidungsträger zu überzeugen. Auch scheinbare Nebensächlichkeiten können dabei eine wichtige Rolle spielen. Ich nenne hier nur mal die neuen harzfreien Bälle. Schon lange entwickelt und erprobt lässt ihr privilegierter Einsatz immer noch auf sich warten. Für viele Vereine wäre es eine enorme Erleichterung, das Harzproblem endlich hinter sich lassen zu können und auch die Träger der Sporthallen hätten weitaus weniger Veranlassung, den Handball als hallensportliches Stiefkind zu betrachten...

    Habe ich alles (und noch einiges mehr in diesem Zusammenhang) in der einen oder anderen Form hier schon geschrieben. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, auch wegen manchen, schwer nachzuvollziehenden Reaktionen, es dabei bewenden zu lassen. Aber vielleicht ist jetzt wirklich die Zeit gekommen, wo es nochmal eine Chance gibt, den Niedergang aufzuhalten, wenn die richtigen Hebel gezogen werden.

    Die Zielgruppe ist viel größer, aber die hängt am Handy mit Tiktok Snapchat Instagram Discord. Dahin muss Frau Schneider und dafür werben das vor allem Mädchen in Hallen gehen. Nicht zu handball-world.news, wo nur alte Säcke abhängen!

    Dass aber rund 70 Millionen Deutsche - und dabei insbesondere Jüngere - gar keinen Fernseher eingeschaltet hatten, wird dabei ausgeblendet. Die 14- bis 29-jährigen, vor allem die weiblichen, sind in dieser Zeit nämlich bei Tiktok und Co.

    DA befindet sich ihre Zielgruppe.

    Das sehe ich grundsätzlich anders!

    So grundsätzlich richtig und wichtig diese Diskussion ist und so sehr allen zu danken ist, die sich daran beteiligen, um den Frauenhandball aus der Versenkung zu holen, ein entscheidender Aspekt fehlt bisher aus meiner Sicht:

    Wenn wir die Kinder wieder verstärkt für den Handball begeistern wollen, müssen wir uns an die Eltern wenden! Denn nicht die 12 bis 18-jährigen sind die richtige Zielgruppe, sondern die 5 bis 10-jährigen. Hier schlummert das Potential für eine solide Basis und zukünftige Erfolge. Und diese Altersgruppe kommt nicht allein in die Sporthalle, da sind die Eltern der entscheidende Faktor, und die sind mehrheitlich zwischen 25 und 45 Jahre alt. Natürlich ist es nicht von Nachteil, den einen oder anderen Jugendlichen zu überreden, neben dem Smartphone auch mal einen Handball in die Hand zu nehmen und auf's Tor zu werfen, aber die große Masse bringt das nicht.

    Natürlich dauert es, bis die kleinen Bambino's bei entsprechender Veranlagung und günstigen Rahmenbedingungen die Spitzenteams verstärken können. Letztendlich ist die daraus erwachsende Durststrecke aber selbstverschuldet, hat man doch viele Jahre den Focus nur auf den Spitzensportbereich gelegt. Frei nach Adenauer: junge talentierte Handballer kommen von alleine zu den großen Vereinen. Ein fataler strategischer Fehler, dabei war das Dilemma angesichts des rasanten Wachstums der sozialen Medien mit all seinen Auswirkungen schon frühzeitig absehbar.

    Wie habe ich letztens geschrieben:

    Der Weg wird lang und steinig.

    Der WM-Erfolg wird daran nichts ändern. Er ist die Voraussetzung dafür, dass überhaupt genügend Handballfreunde bereit sind, diesen Weg zu beschreiten, damit das Ziel auch nur ansatzweise erreicht werden kann...

    Dein Punkt "Rennball" ist aber nur ein Aspekt von ganz vielen Aspekten, die eine Rolle spielen. Die anderen Aspekte lässt du gekonnt weg...

    Schon wieder auf Krawall gebürstet? Schade!

    Dabei sind wir gar nicht soweit auseinander. Natürlich gibt es mehrere Faktoren, auf die Überlastung durch zu viele Spiele bin ich z.B. auch eingegangen oder weiter oben auch auf die Rolle der Regeln und deren Auslegung durch die Schiedsrichter.

    Du siehst den Schwerpunkt bei der Überlastung durch zuviel Spiele, ich bei zuviel Hin- und Hergerenne, was ja letztendlich auch eine Überlastung darstellt.

    Wo ist dein Problem?

    Und dass das Fazit dieses Berichts sich genauso wie der Bericht selber auf die 1. und 2. Liga bezieht, sollte dir auch nicht entgangen sein. Dass ich die Betrachtung auf die nachfolgenden Spielklassen und den Nachwuchs erweitert habe, ist für eine ganzheitliche Betrachtung wohl auch eher förderlich.

    Also was soll dieses Theater? Ich verstehe es nicht.

    :nein:

    Das ist doch mal ein guter, ausführlicher Bericht

    Das sehe ich genauso und meine Thesen eindrucksvoll bestätigt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die hier dargestellten Zahlen ausschließlich auf dem Spielbetrieb der 1. und 2. Bundesliga basieren, sollte jeder nachvollziehen können, dass in den nachfolgenden Ligen die Verletzungsgefahr eher noch höher liegt. Denn hier sind ähnlich große und ähnlich schwere Spielerinnen und Spieler ähnlich oft ähnlich schnell unterwegs. Allerdings weniger intensiv trainiert und damit auch weniger gut auf Maximalbelastungen eingestellt. Diese Konstellation lässt sich mit Sicherheit auch auf den Nachwuchs übertragen.

    Weiterhin sagt der Bericht auch aus, dass die Zahl der Angriffe pro Spiel (und damit das Hin- und Hergerenne) in den letzten Jahren signifikant gestiegen ist und dass beim Handball auffällt, dass Verletzungen von Knie und Sprunggelenk dominieren. Also genau die Bereiche des Bewegungsapperates, die beim Rennen und Stoppen am höchsten belastet werden.

    Wer jetzt noch behauptet, dass das forcierte Hin- und Hergerenne gesund oder zumindest nicht verletzungsgefährdend ist ...

    Dass es heute belastender ist, als früher, haben mir leider schon einige Sportorthopäden bestätigt. Eine Statistik habe ich nicht.

    Eine korrekt erstellte Statistik würde kein anderes Ergebnis ergeben. Auch jede(r) erfahrene handballaffine Physio (ich kenne mehrere, die z.T. seit Jahrzehnten im Handball unterwegs sind) wird dir nichts anderes erzählen. Die Grundregeln der Biomechanik lassen sich nicht ausblenden, egal wie gut das Training strukturiert ist. Überlastungsszenarien durch zu viele Spiele kommen da im Einzelfall noch obendrauf. Als Hauptgrund sehe ich das aber nicht.

    Ich kenne Dein ausschweifenden Argumentation "contra Rennball". Durch die Wiederholung wird es nicht anders sondern wirkt wie Geifer. Ich sehe keinen negativen Einfluss auf das Spiel. Schon E-Jugendliche in den oberen Leistungsklassen rennen gern

    Ist dir eigentlich schon aufgefallen, dass sich nahezu alle hier vorgetragenen Argumente und Beispiele pro "Rennball" auf Kinder im Altersbereich 10 Jahre und jünger (E-Jugend) beziehen? Bekanntermaßen ist in diesem Alter der natürliche Bewegungsdrang noch sehr groß und das Rennen eher Lust als Last. Das lässt bei vielen Kindern aber mit zunehmendem Alter deutlich nach. War bei mir übrigens schon vor über 50 Jahren der Hauptgrund, vom Fußball, wo ich regelmäßig bei den Älteren aushelfen durfte, zum Handball zu wechseln. Die Wege auf dem Großfeld waren mir dann doch zu weit und da war ich nicht der einzige ...

    Heute ist eine solche Verweigerungshaltung gegenüber nahezu ununterbrochener Rennerei bei jungen Menschen noch deutlich ausgeprägter. In den letzten Jahren habe ich von verschiedenen Trainern regelmäßig die Information erhalten, dass immer wieder Kinder und Jugendliche aussteigen, weil ihnen die Rennerei zu viel wird und andere Aspekte wie Spielwitz und Spielkultur zu kurz kommen. Und das waren beileibe nicht immer die wenig talentierten ...

    So, nun genug gegeifert. Du wirst es ertragen müssen... :cool:

    PS.

    Es ist übrigens bezeichnend, dass du in deinen Tiraden gegen "Rennballgegner" auf die mit dem "Rennball" ganz offensichtlich verbunden Probleme (Thema Verletzungen und Entwertung erzielter Tore seien hier nur stellvertretend genannt) mit keiner Silbe eingehst...

    Wo ist Euer konkretes Problem?Im internationalen Vergleich liegt Deutschland, was die Sportbeteiligung anbelangt hinter den Skandinaviern und den Niederlanden schon noch im vorderen Bereich.

    Sei es drum, da wir eh schon tief im offTopic stecken, gehe ich auch darauf ein und schweife mal richtig weit ab...

    Wo ist dein Problem, dass du hier Daten und Zahlen präsentierst, die mit unserem Kernthema Handball wenig bis gar nichts zu tun haben? Und dann im Folgenden auch noch weitere Daten lieferst, die deiner diesbezüglichen Aussage ("Deutschland steht doch eigentlich ganz gut da") ziemlich klar entgegenstehen?

    Zitate alter Sack:

    (die Zitierfunktion hat bei mir auf dem Handy seit gestern erhebliche Macken!)

    "Eurostat‑Daten zeigen zudem, dass der Anteil derjenigen, die die empfohlene Aktivität erreichen, in Deutschland über 25 % liegt, während zahlreiche EU‑Länder deutlich darunter bleiben.europa+1"

    "Je nach Definition liegt der Anteil der Erwachsenen, die mindestens die WHO‑Empfehlungen erreichen, in Studien zwischen grob 40 % und 70 %, was im europäischen Vergleich einem Platz im oberen Mittelfeld entspricht.europa+2"

    Egal welche Quelle man jetzt zugrunde legt, offenbar bewegt sich hier deine Sichtweise im Bereich des Sprichwortes "Unter den Blinden ist der Einäugige König". Sei dir natürlich gegönnt.

    Mein Anspruch ist auch da ein anderer ...

    Bin voll bei dir, kurze Verstädnissfrage, welche Regeln meinst du hier genau.

    Im Grundsatz alles, was Handball zum Rennball gemacht hat. Ich nenne hier mal an erster Stelle schnelle Mitte und 7 gegen 6. Natürlich ist das Thema Regelwerk und seine Umsetzung sehr komplex. Und in diesem Zusammenhang muss man auch die Schiedsrichter und ihre Entscheidungen sehen, die sich teilweise doch weit vom Text des Regelwerks entfernen. Dabei meine ich weniger den Einzelfall, sondern eher die vorgegebene Linie. Stichworte sind hier Schritte, Kreis, Stürmerfoul, Griff in den Wurfarm, Stoß in den Körper beim Sprungwurf, Halten/Ziehen am Trikot etc. pp. Klar, Handball ist kein Basketball und soll es auch gar nicht sein. Aber wenn das Spiel zum harten Infight mit Schlagen und Stoßen ausartet, sollten auch hinsichtlich der Verletzungsgefahr klare Grenzen gesetzt und auch eingehalten werden. Interpretationsspielräume sind schön und gut, aber bitte in einem klaren Rahmen.

    Beide Aspekte (überzogene Dynamisierung und übermäßige Härte) tun dem Handball nicht wirklich gut. Vielleicht noch (in Grenzen) dem Spitzensport mit dem ganzen dazugehörigen Spektakel heischenden Tross, aber nicht beim Breitensport und schon gar nicht im Nachwuchsbereich.

    Der Fall Ludwigsburg(s) belegt nach meiner Wahrnehmung einen Prozess, der (zunächst bevorzugt im Frauenhandball) grundlegende, wenig erbauliche Veränderungen einleitet. Der Weg hin zu immer stärkerer Professionalisierung ist krachend gescheitert, er trägt sich einfach kommerziell nicht. Selbst in Deutschland schaffen es nur wenige Vereine, Saison für Saison eine wenigstens in Ansätzen ausreichene finanzielle Basis zu schaffen, die zumindest für die 10 - 12 unverzichtbaren Spielerinnen akzeptable Rahmenbedingungen bietet.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der Erfolg der Nationalmannschaft bei der WM daran substanziell etwas ändert. Zu problematisch sind die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ein großer Teil der Unternehmen, egal ob groß oder klein, weiß nicht, wo die Reise in den kommenden Jahren hingeht. Da ist Sportsponsoring das Letzte, worauf die verantwortlichen Akteure den Fokus legen...

    Andere Optionen, ausreichend Geld zu beschaffen? Sehe ich nicht. Die Anlehnung an große Vereine funktioniert überhaupt nicht, auch dort hat man längst erkannt, dass man das Geld zusammenhalten muss. Oder warum spielen die Damen vom BVB immer noch in Wellinghofen?

    Große Einzelsponsoren wie ehemals in Bietigheim/Ludwigsburg kann es natürlich auch jetzt und zukünftig immer mal geben. Aber das wird niemals für eine ganze Liga reichen, in der dann über die ganze Saison ein wertiger Spielbetrieb für alle (!) beteiligten Vereine regelmäßig sportliche Herausforderungen bietet, die dann auch zwangsläufig in einem permanenten Prozess kontinuierliche Leistungssteigerungen generieren. Die Existenz einer oder weniger Übermannschaft(en) führt eher zum Gegenteil, wie wir gerade im Frauenhandball in den letzten Jahren schmerzhaft erfahren mussten.

    Welche Alternativen und Perspektiven gibt es? Schauen wir uns um in der Welt des Frauenhandballs. Wo ist man erfolgreich, wo hat man einen großen Stellenwert und großen Rückhalt in der Gesellschaft?

    Da sehe ich zuerst Skandinavien und den Balkan. Und zwar mit zwei recht unterschiedlichen Modellen. Auf dem Balkan ist Handball Volkssport, über Generationen gewachsen und in den meisten Ländern dem Fußball durchaus ebenbürtig. Für uns eine unerreichbare Illusion. In Skandinavien ist das Bild differenzierter. Während in Dänemark die Situation durchaus mit dem Balkan zu vergleichen ist (wenn auch nicht 1 zu 1), gibt es in Schweden und Norwegen eine klare Dominanz des nordischen Skisports. Und trotzdem wird dort gerne und viel und vor allen Dingen erfolgreich Handball gespielt. Unterstützt und gefördert von vielen Institutionen, das fängt in den Schulen an und hört in den Kommunen noch lange nicht auf, z.B. wenn es um die Nutzung der Hallen geht. Das "Zwickauer Modell", hier bei einigen Protagonisten heftig in der Kritik stehend, ist dort selbstverständlich ...

    Es ist eben ein Unterschied, ob man mit einer Sportart auf Teufel komm 'raus Geld verdienen will oder ob man Sport in erster Linie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe versteht...

    Was bedeutet das für uns, was wird bzw. muss passieren? Zuerst müssen die Verantwortlichen in den Verbänden die Zeichen der Zeit erkennen und sich den Realitäten stellen. Nur mit einer Professionalisierung ganz anderer Art werden wir eine Chance haben, unserem geliebten Handballsport auch bei den Frauen eine halbwegs gesicherte Perspektive zu geben. Der Weg dorthin führt nicht über das große Geld, sondern über persönliches Engagement im ehrenamtlichen Bereich, nicht nur in den Vereinen, sondern auch in den Verbänden. Das beinhaltet nicht nur die Fokussierung auf den Nachwuchs- und Breitensport, sondern auch die Rücknahme von Regeländerungen, die nur einige wenige Hochleistungssportler privilegieren und die breite Masse aus verschiedensten Gründen eher abschrecken und verprellen. Denn nur auf diesem Weg wird es möglich sein, eine ausreichende Zahl von Vereinen in der Fläche und so auch eine Verankerung in den Regionen zu erhalten bzw. dort, wo sie schon verloren gegangen ist, wiederzubeleben. Und nur mit dieser Verflechtung werden genügend Kinder noch Interesse und Freude am Handball entwickeln. Und ja, auch für den Männerhandball wird das existenziell wichtig sein, auch wenn sich in diesem Bereich eine in erster Linie monetär basierte Professionalität noch trägt. Aber die Fallgruben sind schon abzusehen ...

    Wir haben nur eine Chance, wenn wir die Realitäten anerkennen. Hirngespinste in Wolkenkuckucksheim lösen die Probleme nicht. Der Weg wird so oder so sehr steinig werden. Aber Handball hat nach wie vor das Potential, die Menschen zu faszinieren und zu begeistern. Aber nicht (nur) als elitäre Veranstaltung einer Handvoll Ausnahmekönner, sondern in erster Linie als Volkssport! Denn darin steckt die Kernkompetenz einer Mannschaftssportart nach wie vor ...