Beiträge von Rheiner

    Arcosh

    „Zuletzt in Ballbesitz war“ (und nach einer Unterbrechung wieder in Ballbesitz kommen) und „aktuell in Ballbesitz sein“ ist für mich nicht das Gleiche.

    Genau das sagen doch die Bestimmungen zu dem Abpraller.

    Und auch das Regelwerk selber unterscheidet zwischen aktuellem Ballbesitz und „zuletzt in Ballbesitz“!

    Dass die zitierte Lehrmeinung zum TTO etwas anderes sagt, ist mir bewusst. Ich habe aber Zweifel daran, ob sie einer regeltechnischen/juristischen Prüfung (z.B. von Helge) standhält. Im Regelwerk finde ich die so nicht - insbedondere die Unterscheidung zwischen „psysischem“ und „faktischem“ Ballbesitz nicht.

    Tja, das Problem ist hier halt die Frage "Hat das Schiedsgericht (Schiedsrichter, Z/S) einen spielentscheidenden Regelverstoß begangen?" (§ 39 Abs. 1 DHB-RO). Wenn ja, ist das ein Grund für den Einspruch und es wird dann auch garantiert eine Neuansetzung geben, wenn die Mannschaft benachteiligt worden ist, die Einspruch eingelegt hat.

    Wie ist denn deine Meinung?

    7-Meter korrekt oder nicht?

    und rheiner holt hier was raus "Wenn TW getroffen und handlungsunfähig". der TW sah mir handlungsfähig aus.

    Darum geht‘s doch nicht.

    Es geht um die Frage, welche Mannschaft ist in Ballbesitz, wenn der Ball vom Tor/Torwart zurückprallt.

    Und ich wüsste nicht, warum die Definition dort hier nicht auch gelten sollte.

    Es ist keine Mannschaft in Ballbesitz, wenn der Ball zurückprallt und in der Luft ist.

    Welche handfesten Argumente hast Du, dass in dem Moment, in dem der Ball vom Pfosten zurückspringt, keine Mannschaft im Ballbesitz ist? Gibt es überhaupt Spielsituationen, in denen keine der beiden Mannschaften in Ballbesitz ist?

    Klar. Z.B. 13:4 b. Da geht es darum, was passiert, wenn das Spiel ohne Regelwidrigkeit unterbrochen wird:

    „wenn keine der Mannschaften in Ballbesitz ist, erhält die Mannschaft, die zuletzt in Ballbesitz war, erneut den Ballbesitz“

    Hat nichts mit der Situation gestern zu tun, widerlegt aber die These, dass immer eine Mannschaft in Ballbesitz ist.


    Was ich aber an Essener Stelle vor allem anführen würde, ist folgende Zusatzbestimmung des DHB. Da geht es darum, was passiert, wenn der Torwart getroffen wird und handlungsunfähig ist. Also Wurf auf‘s Tor und der Ball fliegt zurück.


    „Ergänzung zu „Verletzte/r Torwart*in (Regel 6:8)

    d) Der Ball befindet sich über dem Torraum in der Luft.

    Korrekte Regelanwendung: Ein bis zwei Sekunden zuwarten, bis eine Mannschaft in Ballbesitz ist.

    Spiel unterbrechen, Wiederaufnahme mit Freiwurf für die ballbesitzende Mannschaft.

    e) SR pfeift zum Zeitpunkt, als der Ball noch in der Luft ist:

    Korrekte Regelanwendung: Wiederaufnahme des Spiels mit Freiwurf für die Mannschaft, die zuletzt in Ballbesitz war.“

    Seite 64.

    https://www.dhb.de/sites/default/files/2024-10/DHB%20Zusatzbestimmungen%20zu%20den%20internationalen%20Handballregeln.pdf

    Sagt doch ganz klar, dass in dem Moment, wenn der Ball zurückfliegt und in der Luft ist, keine Mannschaft in Ballbesitz ist!

    Arcosh

    Dann gucken wir mal, ob das, was er sagt, auch einer regeltechnischen (und juristischen) Überprüfung standhält.

    Zur Erinnerung: Es gab auch immer auch die Lehrmeinung, dass ein Ballbesitz nicht wechseln kann, wenn der Ball zum Zeitpunkt des Vergehens nicht im Spiel war. Und dann kam Helge nach Essen - Dessau, der die Lehrmeinung juristisch auseinandergenommen hat.

    Dass Essen zu keinem Zeitpunkt in Ballbesitz war und deshalb die Auszeit nicht nehmen durfte, ist für mich klar.

    Dass die Bank progressiv bestraft werden musste und es nur mit Ballbesitz Dresden weitergehen konnte - auch klar.

    Ich stelle allerdings den Passus, den Arcosh oben schreibt, in Frage. Ich finde ihn auch nicht im Regelheft, sondern nur auf einer Seite im Netz.

    Wenn ein Spieler auf‘s Tor wirft und der Ball prallt vom Tor oder Torwart ab, ist aus meiner Sicht keiner in Ballbesitz. Die werfende Mannschaft war zuletzt in Ballbesitz. Und wenn das Spiel ohne Regelwidrigkeit unterbrochen wird, kommt sie wieder in Ballbesitz. Aber m.E. ist sie es in dem Moment nicht.

    Ich bin mir auch sehr sicher, dass es dazu Anweisungen und offizielle Regelfragen gibt, die das klarstellen. Muss ich die Tage mal suchen.

    Und die Buzzerregeln schreiben halt klar, dass es 7-Meter gibt, wenn man in den Ballbesitz des Gegners reinbuzzert.

    Was ist aber, wenn in dem Moment keiner in Ballbesitz war?

    Wie gesagt: Gelbe Karte Essen und Ballbesitz Dresden sind klar, weil Essen nicht in Ballbesitz war und deshalb keine Auszeit nehmen durfte.

    Aber ob der 7-Meter-Passus hier gelten kann - da habe ich massive Zweifel. Weil der erforderliche Ballbesitz des Gegners für mich nach dem Wurf eindeutig nicht mehr vorlag.