Freundschaft!
Ich habe Michme 2006 in Hamburg beim Final Four aus nächster Nähe erlebt. Mir hat das schon gereicht, um mir ein Bild von dem Typen zu machen.
Ich kann naturgemäß nicht im Detail mitreden, wie das heute so ist. Aber ich sehe schon eine Direktive von oben, die den Hintergrund hat, daß man meint, man müßte oder könnte eine Stimmung verordnen. Der Roswandowicz plärrt das zu jeder Zeit und auch zu jeder Unzeit in ein Mikro, wenn man ihm eines hinhält. Sowas läßt sich aber nicht verordnen. Daß vom Publikum in Magdeburg erstmal geguckt, was von der Mannschaft kommt, bevor dann vielleicht die totale Eskalation kam oder eben nicht. Und im Zweifel auch mal Pfiffe gegen die eigene Mannschaft. Das sind die zwei Seiten einer Medaille. Dieses Publikum muß atmen. Es hat die Sensibiltät, zu erkennen, wieviel von der Mannschaft kommt. Deshalb und nur deshalb kann es dann im Fall von Spitzenleistung (oder Benachteiligung der eigenen Mannschaft etc.) eben auch das besondere Extra abliefern, welches es anderswo nicht gibt. Wenn man nun mit Gewalt versucht, die Stimmung zu steuern oder zu verstetigen, geht das verloren. Egal ob es nun ein Kapserkopp am Mikro ist oder z.B. der Ostmob war. Dieses Publikum brauchte nie einen anderen Animteur als die Mannschaft. Nach meiner Erfahrung ist überall dort das beste Publikum zu finden, wo es dezente Hallen-/ Stationsprecher gibt und wo die größte Krawallmacher am Mikro sind, ist an meisten Tote Hose.
Den größten Ritterschlag für das Magdeburger Publikum gab es sowieso von Klaus Schwarze, der als WDRler zeitlebens ein wenig gegen den SCM kommentiert hatte und dann bei einem CL-Halbfinale zwischen zwei deutschen Mannschaft nach 40 Berufsjahren so mitreißen läßt, daß er irgendwann meint, sich dafür rechtfertigen zu müssen. "NUR NOCH EINS!!! ... Daß sie mich nicht mißverstehen, man läßt sich schon mitreißen von der Stimmung im Interesse eines Spieles."
Was viel besseres wird man kaum finden.
In dem Sinne - mit den Worten Mike Petschels - "Gute Fahrt!"