Beiträge von ALF

    Freundschaft!

    Also ich für mich persönlich muß sagen, daß ich die Politik der ÖR hier unterstütze. Von der Politik, dem ÖR möglichste frei und weit zu verbreiten, darf man nicht für ein paar Handballspiele opfern. Da gucke ich dann im Zweifel lieber gar nicht. Der andere Wert wiegt weit, weit schwerer.

    P.S. Beim Fußball gibt es zumindest in dem Rahmen, in dem ARD/ZDF über die WM berichten würden (also deutsche Spiele) und noch ein bißchen hinaus (Eröffnungsspiel, HF und Finale) die Verpflichtung im Staatsvertrag, dies im freiempfangbaren Programm zu zeigen. Das garantiert zwar noch nicht die Übertragung, würde aber jede andere Ausstrahlung verbieten. Ergo wäre der deutsche Markt für den Rechteanbieter tot.

    Da Deutschland so ein wichtiger Handballmarkt ist, wäre so eine Verankerung des Handballs wohl wirtschaftlich noch viel bedeutender für den Rechteinhaber. Spätestens dann müßte das bereits bei der Vergabe seitens der IHF ein dringlicher Punkt sein. Wir hatten das Thema mit Nadinchen hier schon einmal.

    Freundschaft!

    Da stellt sich die Frage, warum BUH überhaupt gehen musste. Letztendlich hat sich alles in heiße Luft aufgelöst. Interessant wäre, wo der SCM heute mit BUH stünde.

    Extrem defensiv mit den Finanzen zu sein kann ja eine Strategie sein. Aber am Ende des Jahres zählen die errungenen Titel und nicht, dass man die ganze Saison finanziell über dem Strich war. Denn am Geschäftsjahresende war der SCM dann ja wohl auch mit BUH immer schuldenfrei.


    Egal wie man es unter dem Strich nun bewertet. Eines kann man sicher sagen: es wurde von keiner bedeutenden journalistischen Instanz, weder von der Volksstimme (haha!), noch vom MDR, noch von einer anderen Tageszeitung etc. jemals über das, was die Protagonisten damals verlautbart haben, hinaus berichtet. Dabei wäre es nicht ganz so schwer gewesen, zum Amtsgericht zu gehen, sich einen Jahresabschluß zu holen, das einem Wirtschaftsjournalisten aus dem Hause vorzulegen. Beim MDR wäre das ein leichtes gewesen. Da hätte man schnell festgestellt, daß der von Kaiser unterzeichnete Jahresabschluß Dinge beinhaltet, die teilweise im diametralen Gegensatz zu dem steht, was er und Gesellen damals öffentlich verlautbart haben. Wäre so leicht gewesen. Wollte aber keiner. Und andere hätten vielleicht gewollt, sind dann aber wohl einfach keine guten Journalisten.

    Insofern kann ich eigentlich nur schmunzeln und mich zurücklehnen, wenn Sascha hier berichtet, daß die SCM-Journalisten im MD nun einen schweren Stand haben. Shit happens. Denn teilweise sind es noch genau die gleichen Leute, die sich diese Situation selbst herbeigeführt haben. Die List der Geschichte. :D

    Freundschaft!

    Ich meine steuerliche Verlustvorträge nach § 10d KStG und § 10a GewStG und die stehen nicht in der Bilanz.


    Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Steuer- und Handelsbilanz. Nur müßtest Du mal erklären, warum die sich hier die Steuerbilanz in diesem Fall hier so deutlich von der Handelsbilanz unterscheiden sollte, daß bilanzielle Verlustvorträge sich so eklatant von den steuerlichen Verlustvorträgen unterscheiden, sodaß massiv Steuern auf den Gewinn gezahlt werden mußten. Wir haben hier ja schließlich keine Konzernbilanz vorliegen und auch keine sonstige komplizierte gesellschaftliche Struktur, sondern eine einzige GmbH. Ich kann jedenfalls sagen, daß die GuV im Jahresabschluß 2008 keine Steuern auf den Gewinn ausweist, obwohl dort der größte Gewinn der GmbH-Geschichte verbucht wurde. Jetzt müßtest Du mindestens schon erklären, warum das für die Folgejahre anders gewesen sein sollte oder konkrete Zahlen liefern, daß tatsächlich der Gewinn versteuert wurde. Ansonsten ist es nicht mehr als ein rein theoretisch begründeter Versuch, die Argumentation, daß im sportlichen Bereich nicht gut gearbeitet wurde, nicht anerkennen zu müssen.

    Im übrigen reden wir hier theoretisch von 64882,50 Euro p.a. (Hebesatz in MD 450 %) in den vier Jahren. Das ist vergleichsweise auch eine geringe Summe. UND: wie schon einmal gesagt - man kann auch nach Auslaufen dieser Belastung praktisch keine Entwicklung erkennen. Punktemäßig zwei Zähler, das aber auch noch unter dem Einfluß, daß mit dem HSV Hamburg genau dann ein Topclub komplett weggebrochen ist. Edit: spätestens an dieser Stelle konterkariert sich diese Argumentation in Bezug auf die Ausgangsfrage, wie gut man wirtschaftliche Möglichkeiten in sportlichen Erfolg umsetzt.

    Ich fasse außerdem zusammen. Du hast also auch keine konkreten Zahlen zum Umsatz des SCM, aber dieser bewegt sich NATÜRLICH in der Höhe des angegebenen Etats. Weil es so schön bequem für die eigene Argumentation ist. Im übrigen sollte man auch noch erwähnen, daß die Füchse 2014 und 2015 das EHF-Cup-Final-Four ausgerichtet haben. Das erhöht den Umsatz auch beträchtlich, ist aber Geld das nur durchfließt. Würde ich bitte nicht vergessen. Ebenso, daß die Füchse mit CL-FF, zweimal EHF-FF, Pokalsieg und zweimal Vereins-WM praktisch am laufenden Band erhebliche Erfolge neben der Bundesliga hatten, die einen zusätzlichen Umsatz, aber auch erhöhe Personalkosten (von den Spieler aus selbst erwirtschafteten Einnahmen gezahlte Prämien!) zur Folge haben. Diese sind dadurch aber Ergebnis einer guten sportlichen Arbeit, aber nicht Grundlage für diese. Denn der Spieler kommt für das Grundgehalt und nicht, weil man ihm erzählt, daß man zweimal die Vereins-WM gewinnt oder ins CL-FF kommt. Wer hätte dann vorher damit gerechnet?

    Freundschaft!

    Danke. Das war mir entgangen, weil die Füchse im letzten veröffentlichten GJ das nicht mehr drin haben (und davor afaik auch nie). Aber der THW hatte auch jahrelang ein deutlich weitreichenderes Zahlenwerk eingestellt, als nur die Bilanz. Ist im letzten GJ auch nicht mehr so gewesen.

    Ist mal interessant, die Zahlen zu haben.

    Edit: Für 2013/14 hatten die Füchse einen Etat von 4,8 Mio. € gemeldet und einen Umsatz von 6,6 Mio. € gemacht. Damit haben wir auch mal ein Beispiel abseits des SCM.

    Freundschaft!

    Hier gebe ich dir absolut Recht. Allerdings kann man nicht sagen, welche prinzipiellen Möglichkeiten der Markt hergibt. Vielleicht ist es einfach nicht möglich die jungen Toptalente für Magdeburg zu gewinnen. Und dann geht man den Weg des kurzfristigen Erfolges, um einfach oben dran zu bleiben.


    Ich denke, es ist ganz einfach eine Mentalitätsfrage. Man will einfach den Erfolg sofort. Wenn es funktionieren, wäre es ja noch nachvollziehbar. Aus meiner Sicht war es bisher überall teuerer, sich den Erfolg zu kaufen (und es hat oft auch nicht einmal geklappt). Und immer billiger, langfristig und nachhaltig aufzubauen. Es dauern nur länger.

    Hätte man 2010 angefangen, eine junge Mannschaft aufzubauen, wäre die jetzt schon im Zenit oder vielleicht sogar schon etwas drüber. Je nach dem, wie jung die Spieler gewesen wäre. Stattdessen hat man, um Zeit zu sparen, immer wieder Oldies bzw. fertige Spieler geholt. Ist aber auch nie wirklich bei einer Mannschaft angekommen.

    Freundschaft!


    Da heißt es wir hatten für letztes Jahr 5,2 und Berlin 4,5. Wenn ich damm aber die Daten der Berliner aus deren Bilanzen mir anschaue, die seit mehreren Jahren über 6 Mio Umsatz haben und kaum Gewinn, also alle Einnahmen wieder raushauen, kann deren Etatangabe definitiv nicht stimmen. Das ist schon grotesk. Aber da weist ja auch der Marc immer drauf hin. Würde mich nicht wundern, wenn unsere Zahlen stimmen, aber bei anderen einiges im Dunkeln liegt (s. auch Melsungen).


    Hast Du jetzt konkrete Umsatzzahlen oder nicht? Für SCM und Füchse? Im Bundesanzeiger stehen sie ja nicht. Dann müßte man sich schon ein Jahresabschluß bestellen.

    Apropos Melsungen: Mit 4 Mio Verlustvortrag (aufgelaufen bis 13/14) und über 2,6 Mio Jahresfehlbetrag für 14/15 in Summe über 6,6 Mio Verlust und insgesamt Negativkapital von über 800 T bei einem Genussrechtskapital von 5,8 Mio (1 Jahresetat), sind die bilanziell ziemlich angeschlagen. Wenn da mal Frau Braun hustet, kann da auch mal eine Blase platzen. Das finde ich sehr bedenklich :pillepalle: Stille Reserven über Ablöse herleiten, aber lieber Spieler holen als abgeben. Wie da Fehlbeträge abgearbeitet werden geht mir nicht in die Birne. Aber da sitzt ja der Geerken - erst Gummersbach, jetzt Melsungen :wall: Mal schauen wie lange das gut geht.


    Ja. Stimmt. Ist wie beim HSV Hamburg. Allerdings denke ich, daß bei Frau Braun mehr finanzielle Substanz drin ist und sie auch eher am Club hängt und nicht wie Rudolph daran, für sein Engagement geliebt zu werden.

    Freundschaft!

    1. Meine GABI kennst Du nicht.

    2. Gras wächst noch genauso schnell wie vor zehn oder zwanzig Jahren. Habe selbst nachgemessen. Also gilt mein Beispiel. :D Total blödsinnger Vergleich von Technik, die sich sicher immer schneller entwickelt, und Menschen. :hi:

    3. Süß, daß mit dem Etat auf die BUH-Schiene zu schicken. Hätte auch ein Beispiel aus einem anderen Jahr nehmen können. Habe ich als erstes gefunden. Etat ist überhaupt keine in irgendeiner Art genormte Größe. Da kann jeder alles angeben. Darauf weisen viele Leute immer wieder hin, auch MHS.

    4. Verlustvorträge gehen nicht so leicht unter. Ein Eigentümerwechsel hat in der Zeit nach dem Stand meiner letzten Zahlen nicht stattgefunden. Interessanter Nebenaspekt: vielleicht hat MHS deshalb immer so darauf gepocht, daß der e.V. alle Anteile hält. Weil man nicht verkaufen konnte, ohne die Verlustvorträge zu verlieren. Eine Fusion (die es wohl mit der MSM gab?) steht dem nicht entgegen. Es ist also doch sehr wahrscheinlich, daß die HMD keine Gewerbe- und Körperschaftssteuer auf die genannten Gewinne gezahlt hat. Erst über einer Millionen pro Jahr lassen sich die Verlustvorträge nur noch teilweise anrechnen!

    Edit: Gar nicht dran gedacht. Die Verlustvorträge stehen doch sogar in der Bilanz im Bundesanzeiger. Also klar. Man hat die Verlustvorträge geltend gemacht. Man hat sogar jetzt noch was offen, wo das negative Eigenkapital schon abgetragen ist.

    Freundschaft!

    Es ist ja nur Fleisch von eigenen Fleische. :D Die SPD hat sowas öfter durch. :D

    Mal abgesehen davon, daß da doch ein gewaltiger Graben zwischen den Klubs ist. Was wäre denn wirtschaftlich/sportlich denkbar, wenn man sich zu einem Verein bzw. einer SG zusammenschließen würde?

    Freundschaft!

    Ich hoffe ja mal darauf, daß die IHF das Theater bei der Neuvergabe der Rechte ausgiebig würdigt. Frauen-WM in Deutschland steht doch auch noch unter dem Damoklesschwert? Männer-WM 2019 aber erstmal nicht? Oder?

    Freundschaft!

    Was mich dann noch zu einem anderen Thema bringt. Man sollte nicht unterschätzen, wie stark sich die Frage, in welcher Entwicklungsphase eine Mannschaft steckt, auf die Leistungsfähigkeit auswirkt. Also ob sie jung ist, in besten Alter oder überaltert. Deshalb bin ich ein Freund davon, längerfristige Mittelwerte zu analysieren. Da nivellieren sich solche Effekte raus.

    Als Schmedt angetreten ist, wurde als Ziel ausgegeben, binnen drei Jahre in den Europacup einzuziehen. Und dann hat man einen Kader aufgestellt, der aus Altersgründen in der ersten Saison seinen Leistungshöhepunkt haben MUSSTE. Ich habe da so ein nettes Analyseinstrument (GABI), welches ziemlich präzise Aussagen ermöglicht, wann eine Mannschaft zu alt (oder zu jung ist). Jedenfalls waren damals die formulierte Zielstellung und die getätigten Personalmaßnahmen nicht im Einklang. Die Verantwortlichen waren sich dessen sicher nicht bewußt.

    Daher ist es eigentlich folgerichtig, daß kürzlich von Schmedt die Ansage kam, daß man 2020 die Spitze angreifen will/wird. Wie auch immer. Jeder, der auf die Geburtsdaten des aktuellen Kaders bzw. den der neuen Saison wirft, wird feststellen, daß dieser Kader um 2020 entweder im Totalumbau steckt oder hoffnungslos überaltert ist. Und wieder hat man die gleich Diskrepanz zwischen Ansage und dem tatsächlichen Handeln. Und ich bin mir sicher, daß Schmedt sich dessen nicht einmal bewußt ist.

    Wenn man bedenkt, daß eine erfolgreiche Handballmannschaft im Kern immer so in Zyklen von sieben bis acht Jahren zusammenspielt (Beispiele für eine solche Generation: SCM von 1996 [Kretschmar-Verpflichtung] bis 2003 [Stefansson-Abgang] oder THW von 2005 [Andersson, Karabatic, Kavticnik] bis 2013 [Abgang Omeyer, Narcisse, Ahlm, Ilic]), dann muß man feststellen, daß nun fast schon so eine Zeitspanne verstrichen ist, ohne daß sich mal eine Mannschaft mit fixem Kern gefunden hätte. Und sich, wenn man aufs Alter guckt, auch in der nächsten Zeit nicht längerfristig finden wird. Man hat es nicht verstanden, eine Kerntruppe zusammen zu stellen, die für ein paar Jahre leistungsstabil ist und dann auch den Rest mitträgt. Ohne dies, ist kein echter Erfolg möglich.

    Für mich das Hauptmanko.

    Freundschaft!

    Danke für dein Insiderwissen. Dann solltest du aber auch wissen, dass der Umsatz in den Jahren 2010 bis 2014 nie und nimmer im Bereich von 6 Mio bewegt hat. Da stand immer eine 4 vorne, wenn ich das richtig in Erinnerung habe...


    Aber konkrete Zahlen hast Du nicht, oder? Die Etatzahlen kann man natürlich in der Pfeife rauchen. Für 2005/06 hatte der SCM eine Etatangabe von 3,3 Millionen und einen Umsatz von vier Millionen (3,953 Mio.).

    Ich glaube gerne, daß der Umsatz in den letzten Jahren gestiegen ist. Meine konkrete Schätzung war auch eher auf die aktuelle Zeit bezogen. Was dabei natürlich bleibt und ziemlich dramatisch ist: die zweitbeste Saison nach Punkten wurde in der ersten Saison gespielt, in der man dann am wenigsten Geld investiert hat. Und die zweitschlechteste (wenn man das Göppingenspiel abzieht mit fast identischen Zahlen wie die Schlechteste 2011/12) dann die war, in der man das meiste Geld ausgeben hat. Es dramatisiert ja die Ineffizienz noch, wenn man sagt, daß heute mehr Umsatz bei weniger sportfremden Kosten gemacht wird. Unter dem Strich hat man in den letzten Jahre also sportlich am schlechtesten gearbeitet.

    Freundschaft!

    Aber eben nicht das Beste. Wobei die Schließung 2009 und nicht 2007 war, wenn ich mich richtig erinnere. Also zumindest 2 Jahre voraus.

    Kann gut sein. Habe nämlich gesehen, daß sich einige SCM-Fans im November 2009 hier angemeldet haben. Dann muß das in der Lesse-Zeit gewesen sein.

    Freundschaft!

    Im übrigen stimmt das Bild nicht, was bezüglich der Verletzungshistorie gezeichnet wird. Damals wurde Frank Carstens dafür kritisiert, daß ein sehr muskellastiges Training betrieben hat und da in der Folge auch viele Verletzungen zu Stande kamen. Bei Uwe Jungandreas war der Kader dann ganz schnell wieder komplett fit und das wurde sehr wohl goutiert.

    Freundschaft!

    Sorry, wird verbessert. Wenn noch was unklar ist, bitte gerne nachfragen. Wir haben uns teilweise einen ganz schönen Kauderwelsch und einen Wust von Abkürzungen angewöhnt.


    Danilo Hondo! Fand ich hier auch ganz extrem beim THW nach 2005. Die ganzen Neos etc. Das war noch schwerer zu raten als Initialen.

    Noch eine Frage: was heißt denn hlp? :D:P

    Freundschaft!

    Der Rest sind dann natürlich Zinsen auf Verbindlichkeiten, die man halt auch zahlen muss und daher nicht für Spielermaterial zur Verfügung steht.


    Natürlich. Die Zinsen. Das weißt Du woher?

    Du scheinst ein falsches Bild davon zu haben, was bei der "Schuldentilgung" passiert ist. Es wurden keine Schulden getilgt, sondern nicht gedeckten Passivposten (wie z.B. PRAP auf die Dauerkarten) ein Aktivposten entgegen gestellt. Schlicht in Form von Liquiden Mitteln. Das passierte von 2010 auf 2012. Seitdem stehen im Jahresabschluß immer sowas um die 1,2 Millionen Euro.

    Diese Vorstellung, daß da ein Kredit lief und der abgezahlt wurde, scheint sehr weit verbreitet zu sein. Aber so war es nicht. Zum 30.06.2006 (letzte BUH-Bilanz) hatte die HMD Kredite von 0 Euro (in Worten: Null Euro). In der Bilanz zum 30.06.2007 (erste Kaiser-Bilanz) waren es 48 TEUR - das war der Kredit für den Dienstwagen. Die Verbindlichkeiten im hohen sechsstellig bis siebenstelligen Bereich, die sonst noch und bis heute in dieser Größenordnung jedes Jahr in der Bilanz stehen, resultieren in der Hauptsache aus Lohnsteuer- und Umsatzsteuerverbindlichkeiten und Verbindlichkeiten gegenüber der Berufsgenossenschaft und dann in Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Ich habe ältere Zahlen (über das hinaus [Edit 14:25], was im Bundesanzeiger veröffentlicht ist) und da sich diese Zahlen immer in der gleichen Größenordnung bewegten, kann man davon ausgehen, daß auch in der Folgezeit keine größeren Kredite liefen.

    Insofern kann feststellen, daß da weder Kredite getilgt werden mußten, noch Zinsen darauf gezahlt werden mußten. Wenn überhaupt Zinsen anfielen, dann für die Inanspruchnahme des Kontokorrents. Und das kann man für die letzten Jahre, wo am Stichtag 1,2 Millionen auf dem Konto lagen, ausschließen. Im übrigen wurden netto nie etwas getilgt, auch nicht diese Steuerverbindlichkeiten. Das geht letztlich auch gar nicht, wenn man den Geschäftsbetrieb nicht komplett einstellt. Weil es immer wieder die stichtagsbezogenen Posten gibt. Ich kann auch sagen, daß die HMD zum letzten veröffentlichten Stichtag mehr Verbindlichkeiten hat als beispielsweise zum letzten Stichtag, für den BUH unterschrieben hat. Das ist aber nichts schlechtes, sondern eher ein Zeichen dafür, daß die Umsätze heute höher sind.

    Insofern kann man sagen, daß die Zinsen keine Rolle spielen. Bleiben 221.441,06 Euro, die im Schnitt in jedem GJ von 2010/11 bis 2013/14 nicht ausgegeben konnten, weil sie als Liquidität im Unternehmen verblieben sind. Das ist nicht nichts, aber das ist, wenn ich die Füchse als Benchmark genannt habe, ein Betrag der eher unterhalb dessen liegt, wie genau ich die Finanzkraft der Füchse oder des SCM schätzen kann.

    Gönnen wir uns mal den Spaß:
    2010-2014: 39,3 Punkte (ohne Göppingen!) - 211 TEUR p.a. fehlten
    2014-2016: 41,5 Punkte - es waren noch einmalig 35.842,55 Euro (vernachlässigbar!)

    Ja, es ist ein Effekt da. Aber der ist auch minimal. Ändert nichts generelles an meiner Einschätzung. :hi:

    P.S. Ja, der Einwand an sich ist richtig. Natürlich konnte nicht der komplette Etat für den sportlichen Bereich genutzt werden. Aber wenn ich geschätzt von einer Größenordnung 6 Millionen Umsatz und 4 Millionen Personaletat ausgehe, dann sind für mich 200 TEUR vielleicht 20 Prozent realer Nachteil und 80 Prozent willkommene Ausrede. Noch zumal ja eine Steigerung in 6 1/2 Jahren ausgeblieben ist.

    Freundschaft!

    Kalarasch ist ein Supertransfer. Aber ja, mir ist das auch wieder aufgefallen, wie sehr man betont hat, daß Svensson mit dem Vater von Gleb gespielt hat. Das ist letztlich das Gegenteil von Scouting, auch wenn hier das Ergebnis stimmt. Ich habe neulich zu jemandem gesagt: "Scouting ist nicht: ich kenne da jemanden. Sondern Scouting ist: ich kenne alle (oder zumindest viele) und suche mir den Besten raus."

    Freundschaft!

    Man kann und soll natürlich den Pokalsieg feiern und auch vermarkten. Aber man sollte das eben nicht zum Maßstab der Leistungsfähigkeit machen, weil einzelne Spiele nun einmal stark vom Zufallselement bestimmt sein können. Ebenfalls, wenn auch nicht mehr so stark, kann auch eine einzelne Saison noch einen gewissen Zufallsfaktor enthalten. Ja, da gab es den vierten Platz - mit - auf 34 Spiele umgerechnet - 45,3 Punkten. Es war die einzige Saison in den letzten 15 Jahren, bei der das für den vierten Platz gereicht hätte. Die einzige. In der Regel wird man mit dieser Punktausbeute Sechster, manchmal auch Fünfter oder Siebenter.

    So richtig unbestechlich sind die Zahlen, wenn man einen langen Zeitraum ansieht. Nehmen wir die letzten 6 1/2 Jahre (Ära Schmedt), dann haben wir 222 Spieltage als Basis. Da nivellieren sich alle Zufälle raus. Umbruch, Verletzungen, Spielglück etc. Mit meinem Anhang habe ich mal sichtbar gemacht, wie die Ausbeute des SCM tatsächlich ausgefallen ist. Für mich steht ganz klar fest, daß der relative Mißerfolg des SCM im Vergleich zum Aufwand nicht nur gefühlt ist, sondern absolut real und mit Fakten untermauert ist. Aus meiner Sicht wird der SCM sogar "gefühlt" viel besser wahrgenommen, als es die Zahlen sagen. Ich kann auf Wunsch auch noch leicht zeigen, daß es in den letzten 6 1/2 auch keine erkennbare Aufwärtsentwicklung gab. Es war immer nur ein (statistisch normales) Schwanken um die 40-Punkte-Marke.

    Für mich sind beim SCM immer die Füchse die Benchmark, weil sie mit ähnlichen finanziellen Mitteln operieren, eine ähnliche Halle und ähnliche Bedingungen haben. Daher ist für mich die Lücke von 8,2 Punkten nahezu komplett als Kompetenzvorsprung/-defizit zu sehen.

    Noch ganz interessant. Von 2007 bis 2010, also im kompletten Chaos, hat der SCM 34,7 Punkte pro 34 Spielen geholt. Man hat sich also um 5,3 Punkte verbessert. Nimmt man nur die Bieglerzeit (40,2), dann steht man heute sogar marginal schwächer da.