Freundschaft!
Ja. Das eine ist die Frage, wie oft der Außenseiter gewinnt, der sagen wir 80 Prozent der Leistungsfähigkeit des Favoriten hat. Sagen wir, 80 Prozent Leistungsfähigkeit bedeutet, 80 Prozent der Tore des Favoriten als Erwartungswert zu machen. Das heißt beim Fußball bezogen auf ein Spiel gar nichts. Beim Handball mit 50 Toren pro Spiel, wird fast immer der Favorit gewinnen.
Etwas anderes ist es, wie Ulf anspricht, wie groß sich der Erwartungswert zwischen Favorit und Außenseiter unterscheidet. Und der Wert ist einfach fundamental größer geworden in den letzten Jahren. Und durch diese Entwicklung werden klassische Einflußfaktoren im Handball (wie Heimvorteil, Momentum und Ermüdung) einfach stark niveliert. Ein Beispiel ist der SCM der 90er Jahre. Dort wurden fast alle Heimspiel gewonnen, dafür fast alle Auswärtsspiele verloren. Ein anderes der THW in Zagreb. 2000 im Halbfinale fuhr man mit 13 Toren Polster nach Zagreb und wäre beinahe noch ausgeschieden. Vor ein oder zwei Jahren lieferte man dort ein ähnliches Spiel ab, lag mit acht hinten. Und dann wurde ein kompletter Rückraum getauscht und am Ende stand es Remis. Das gab es vor zehn, fünfzehn Jahren einfach noch nicht.