Freundschaft!
Wenn ich dieses Zitat mir mal durch den Kopf gehen lasse, komme ich auf einen anderen Gedanken: Waren die "Kieler Erfolge" von 2007 bis 2013 nicht "Omeyer-Erfolge"? Ist Kiel ohne Omeyer nicht mehr die "Überflieger-Mannschaft", sondern "nur noch" eine überdurchschnittliche Spitzenmannschaft?
Das große Problem an der Sache ist, daß hier viele Topspieler in einer Mannschaft waren. Selbst wenn alle nur 90 Prozent ihrer Topleistung geboten haben, hat die Mannschaft gewonnen. Von daher ist es recht schwer, einzuschätzen, wie gut ein Spieler tatsächlich noch ist. Die Einzelleistung eines Spielers wird in einer solchen Mannschaft potentiell überschätzt. Zum Glück kann man gerade Torhüter gut an ihren Zahlen messen. Und da sah es bei Omeyer teilweise recht mau aus. Beim THW und bei Frankreich. Mein Lieblingsbeispiel ist ja das Viertelfinale-Rückspiel gegen Barcelona. Da hat Omeyer einen oder zwei Paraden (ich konnte das bei einem Ball anhand der TV-Bilder nicht exakt sagen, ob er dran war) und somit fünf oder neun Prozent Quote. Absolut unterirdisch. Er wird ausgewechselt. Verständlich. Und was macht Omeyer? Er regt sich auf. Das sagt doch vieles über Eigen- und Fremdwahrnehmung und die Abweichung von der tasächlichen Leistungsfähigkeit.
Omeyer war aus meiner Sicht so zwischen 2006 und 2009 wirklich Weltklasse (u.a. hat er die Torwartduelle in der CL 2006/07 in der KO-Runde alle klar für sich gehabt). Danach war er mal mittelprächtig, mal gut und auch ab und an mal unteriridisch. In der Presse war er immer der Granatentorwart.
Die besten Spieler und absolute Pfeiler beim THW waren für mich in den letzten Jahren Marcus Ahlm, Kim Andersson und Daniel Narcisse. Wenn die körperlich in guter Verfassung waren, war das ein Niveau für sich. Nun sind alle weg.